{"id":16034,"date":"2018-12-17T12:18:05","date_gmt":"2018-12-17T11:18:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16034"},"modified":"2018-12-17T12:20:28","modified_gmt":"2018-12-17T11:20:28","slug":"die-kirchen-schrumpfen-kirchensteuern-sichern-sie-nur-zu-weihnachten-sind-sie-voll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16034","title":{"rendered":"Die Kirchen schrumpfen, Kirchensteuern sichern sie, nur zu Weihnachten sind sie voll"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ja, zum Heiligen Abend werden die Kirchen wieder voll sein, zum 1. Weihnachtstag dann schon wieder weniger. F\u00fcr manche ist der 24. Dezember der traditionelle Besuch einer romantischen M\u00e4rchenvorstellung. Die Frage ist, ob der Besucheransturm am 24.12. von den Kirchen genutzt wird, den Menschen das pure rettende Evangelium zu verk\u00fcndigen und ihnen nicht nur eine romantische Stunde zu bieten. Die Kirche verk\u00fcndigt kein M\u00e4rchen, sondern die geschichtliche Tatsache und Einladung, dass Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat, um den Menschen Vers\u00f6hnung und Frieden mit Gott und die Erl\u00f6sung von S\u00fcnde und ewigem Tod zu bringen (Joh. 3, 16). Das soll auch an jedem Sonntag im Mittelpunkt stehen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahl der Kirchglieder ist seit 50 Jahren best\u00e4ndig r\u00fcckl\u00e4ufig. 1968 waren in der Bundesrepublik noch \u00fcber 90% und in der DDR noch 68% der Bev\u00f6lkerung Glied einer christlichen Kirche. Heute sind es in Deutschland nur noch 57 %, in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern nur noch 20 &#8211; 25 %. Die Kirchen haben Millionen Kirchglieder verloren! Als Christ macht einen das betroffen, zumal von den verbliebenen 57 % ein betr\u00e4chtlicher Anteil nur noch formalrechtlich Glied der Kirche ist. Man ist noch Kirchmitglied, weil man die diakonischen und karitativen Einrichtungen, wie Kinderg\u00e4rten, Krankenh\u00e4user, Altenheime und den Einsatz f\u00fcr Mitmenschlichkeit unterst\u00fctzen will. Der Kernbotschaft des christlichen Glaubens, wenn sie \u00fcberhaupt geh\u00f6rt wird, wird nur noch gelangweilt bis skeptisch begegnet. Der sonnt\u00e4gliche Gottesdienstbesuch von nur 2 &#8211; 4 % der verbliebenen Kirchglieder macht das deutlich. Die dazu schon vor geraumer Zeit getroffene beschwichtigende kirchenamtliche Feststellung von einer &#8222;distanzierten Kirchenmitgliedschaft&#8220; und einer &#8222;Individualisierung des Glaubens&#8220; macht die Sache nicht besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wenigen noch praktizierenden Christen, die regelm\u00e4\u00dfig die Gottesdienste besuchen und sich an der Bibel orientieren, sind inzwischen zu einer gesellschaftlichen Randgruppe geworden. Als solche kann sie die Gesellschaft nicht mehr mit ihren Werten pr\u00e4gen und sie erf\u00e4hrt auch kaum noch gesellschaftspolitische R\u00fccksichtnahme. Ja, immer h\u00e4ufiger werden bibel- und bekenntnistreue Christen als l\u00e4stige Mahner, Spielverderber und gesellschafts-politische Bremser und St\u00f6rer empfunden und zuweilen als Fundamentalisten diffamiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie reagieren die Kircheninstitutionen auf diese Entwicklung? Sicher ist der Trend ma\u00dfgeblich auf eine fortgesetzte Verweltlichung und einen praktischen Materialismus der westlichen Wohlstandsgesellschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dennoch muss gefragt werden, ob vielleicht auch die Kirchen selbst ungewollt etwas zu diesem Schrumpfungsprozess beigetragen haben und weiter beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielfach wird versucht, die Gottesdienste &#8222;niederschwellig&#8220; zu gestalten. Man will sie aus ihrer besonderen gottesdienstlichen und kirchlichen Sph\u00e4re in eine Sph\u00e4re des Alltags f\u00fchren, um neuen Besuchern etwaige Schwellen- und Ber\u00fchrungs\u00e4ngste zu nehmen. Auf die gottesdienstlichen Eigenheiten soll verzichtet werden. Eine ehrfurchtsvolle Haltung, Liturgie und traditionelle Kirchenlieder und -musik werden als wenig einladend und hinderlich empfunden. Etliche biblische Begriffe und Inhalte, wie S\u00fcnde, Bu\u00dfe, Vergebung, Kreuzesopfer, Erl\u00f6sung, Heiland, Weltgericht, Himmel, H\u00f6lle, Wiederkunft Christi sollen aus einladender R\u00fccksichtnahme so nicht mehr erw\u00e4hnt werden. Dass die Verk\u00fcndigung des Evangeliums immer verst\u00e4ndlich und aktualisiert sein muss, steht au\u00dfer Frage und auch gegen den Versuch neuer Formen ist grunds\u00e4tzlich nichts einzuwenden. Es darf dabei aber nicht zu Verw\u00e4sserung, zu Substanzverlust und zur Profanit\u00e4t des Gottesdienstes kommen. Das geschieht auch, wenn in der Verk\u00fcndigung nur noch wenig auf das Verh\u00e4ltnis des Menschen zu Gott, aber daf\u00fcr um so mehr auf das Verh\u00e4ltnis von Mensch zu Mensch abgestellt wird. Die Verk\u00fcndigung darf sich nicht in Appellen mit erhobenen Zeigefinger ersch\u00f6pfen, wie man sich heute in der Welt zu verhalten und zu bewegen hat. Und wenn man auf der moralisch besseren Seite sein will, m\u00fcsse man dem nachkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All diese misslichen Versuche haben nicht zu mehr Gottesdienstbesuchen, sondern zur Verflachung und zum Substanzverlust gef\u00fchrt. Gottes Verhei\u00dfung des Heils und des Glaubens liegt in und auf seinem verk\u00fcndeten Wort und nicht auf menschlichen Konzepten. Die Kirche hat sich in gewissem Ma\u00dfe selbst s\u00e4kularisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitunter hat sich bei kirchlichen Amtstr\u00e4gern auch eine eigent\u00fcmliche Verweichlichung der Sprache und des Auftretens eingestellt. Damit werden im Alltags- und Berufsleben stehende n\u00fcchterne Menschen, besonders M\u00e4nner, aber nicht erreicht. Viele von ihnen sehen im Gottesdienst nur noch eine &#8222;Veranstaltung f\u00fcr enthusiastische Frauen, Kinder und r\u00fchrselige Alte&#8220;. Ein Blick auf die Gottesdienstbesucher an einem normalen Sonntag scheint das oftmals zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um keinen Ansehensverlust zu erleiden und keinen Unmut zu erzeugen und dadurch vielleicht noch mehr Kirchglieder zu verlieren, bem\u00fchen sich insbesondere die Kirchen der EKD weitgehend dem gesellschaftspolitischen Trend zu folgen oder ihn schweigend zu tolerieren. Das betrifft die \u00f6ffentlich unwidersprochene Hinnahme von Kritik an den Heilstatsachen und biblischen Aussagen, die Relativierung der Wahrheit Jesu Christi, die Empathie f\u00fcr andere Religionen und das Mitmachen bei der Gender-Ideologie, der Segnungen und Trauungen von Gleichgeschlechtlichen sowie das weitgehend \u00f6ffentliche Schweigen zu den j\u00e4hrlich hunderttausenden Schwangerschaftsabbr\u00fcchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus haben sich die EKD-Kirchen personell und programmatisch auch parteipolitisch recht einseitig links-gr\u00fcn positioniert. Der derzeitige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strohm ist SPD-Mitglied, er l\u00e4sst seine Mitgliedschaft nur w\u00e4hrend seiner Bischofsfunktion ruhen, bei seinem Vorg\u00e4nger Bischof Wolfgang Huber war es genauso. \u00dcberproportional viele Superintendenten und Pastoren sind SPD-Mitglieder. Es muss gefragt werden, ob der Hirte und Seelsorger einer Gemeinde und Kirche sich aus grunds\u00e4tzlich theologischer und besonders seelsorglicher Sicht \u00fcberhaupt parteipolitisch engagieren sollte. Zum Streben nach politischem Einfluss und Macht ist er nicht zum Hirten berufen (ordiniert) worden. Auch in den Leitungsgremien und der Synode der EKD und des Ev. Kirchentages sind vornehmlich Mitglieder der SPD und Gr\u00fcnen tonangebend. Entsprechend diesem kirchen-politischen Mainstream und der pers\u00f6nlichen politischen Verflechtungen schlie\u00dft man sich vielen links-gr\u00fcnen Initiativen und Demonstrationen unkritisch an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere Positionen werden mehr oder weniger moralisch abqualifiziert. Wer auf der moralisch besseren Seite stehen will, muss links-gr\u00fcne Positionen teilen, getreu dem Satz des reformierten Theologen Karl Barth: &#8222;Ein wirklicher Christ muss Sozialist werden.&#8220; Bei solcher einseitigen Positionierung f\u00fchlen sich Konservativ-B\u00fcrgerliche nicht mehr willkommen und nehmen innerlich und \u00e4u\u00dferlich Abstand von der Kircheninstitution. Eine gesellschaftliche Schicht verabschiedet sich, die lange eine tragende Konstante der Kirche war. Durch eine gesellschaftliche Einseitigkeit hatte die Kirche schon zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts \u00fcberwiegend die Arbeiterschaft verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wer aus politischen Gr\u00fcnden die Gottesdienste und Kirchen verl\u00e4sst, wird geistlich heimatlos. Nur Wenige suchen in der Umgebung nach einer noch bibeltreuen und parteipolitisch neutralen Gemeinde, einer Freikirche oder freien Gemeinde. Nach einem Austritt gibt es dann in der Familie keine Taufen, keine Konfirmationen, keine Trauungen und keine christlichen Bestattungen mehr und die christlichen Festtage ohne Gottesdienst verlieren ihre eigentliche Bedeutung. Aufgrund eines gef\u00fcllten Alltags verbleibt dann meistens auch ein regelm\u00e4\u00dfiges pers\u00f6nliches Befassen mit der Bibel und dem Glauben. Mit dem Verlassen der Gottesdienste &#8222;verdunstet&#8220; der pers\u00f6nliche Glaube immer mehr. Schon im Hebr\u00e4erbrief wird gewarnt, den Gottesdiensten und der Gemeinde fernzubleiben (Hebr. 10, 25). Der Glaube wird gen\u00e4hrt, erhalten und gest\u00e4rkt durch das H\u00f6ren des Wortes Gottes und aus der Gebets- und Abendmahlsgemeinschaft (Apg. 2, 42; R\u00f6m. 10, 17). Christen sind zur gottesdienstlichen Gemeinschaft berufen. Auf einem selbst gew\u00e4hlten vereinzelten pers\u00f6nlichen Glauben liegt keine Verhei\u00dfung, sondern geistliche Einsamkeit und Gefahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Krise der Schrumpfung wird von den Volkskirchen dadurch \u00fcberspielt, dass sie seit 1919 in einem verfassungsrechtlichen und staatsvertraglichen Kooperationsverh\u00e4ltnis zum Staat stehen, das ihnen \u00f6ffentlichen Status und einen gewissen Einfluss garantiert. Und mit der guten Wirtschaftslage sprudeln die staatlichen Steuern und damit auch die vom Staat eingezogenen Kirchensteuern in beachtlicher und steigender H\u00f6he. Damit k\u00f6nnen die verfasste Kircheninstitutionen bei Zahlung guter Geh\u00e4lter aufrechterhalten werden. Doch weshalb werden die \u00fcppigen finanziellen Einnahmen nicht zuerst f\u00fcr eine offensive \u00f6ffentliche Verk\u00fcndigung des Evangeliums \u00fcber alle Medien eingesetzt? F\u00fcrchtet man den Widerstand des gesellschaftspolitischen Zeitgeistes oder ist man sich seiner Botschaft des Evangeliums selbst nicht mehr so sicher, oder ist es nur satte Bequemlichkeit und Tr\u00e4gheit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sagen wir vom Glauben her, zu diesen schmerzlichen Entwicklungen? Trotz diesem schmerzlichen Trend, trotz aller Widerst\u00e4nde, wollen und sollen wir getreu dem Befehl unseres Herrn und Heilands Jesus Christus sein Evangelium von der Vergebung unser S\u00fcnden und unserer Erl\u00f6sung zum ewigen Leben unverf\u00e4lscht weitersagen (Mt. 28, 18-20, 1. Kor. 4, 1-2). Denn Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zum ewigen Leben gerettet werden (1.Tim. 2, 4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Jesus verhei\u00dft uns tr\u00f6stend, dass die Pforten der H\u00f6lle die Gemeinde \/ Kirche nicht \u00fcberw\u00e4ltigen werden (Mt. 16, 18) und spricht (Mk. 13, 31): &#8222;Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen&#8220; und (Mt. 28, 19): &#8222;Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende&#8220;. Der Herr wird also seine Botschaft und Kirche erhalten bis er am Ende der Zeit und Welt wiederkommt! Damit haben aber keinesfalls die heute existierenden \u00e4u\u00dferen Kircheninstitutionen eine Ewigkeitsgarantie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wir haben auch nicht die Verhei\u00dfung, dass unsere Welt, unser Volk, unsere Gesellschaft zum Ende hin immer christlicher werden w\u00fcrde. Nein, Jesus sagt uns das Gegenteil, dass in der letzten Zeit verf\u00fchrerische Lehren und falsche Propheten kommen und Viele vom Glauben abfallen werden. Und, dass Leiden und Verfolgungen \u00fcber die Christen kommen werden (Mt. 24; Mk. 13; Lk. 21). Zugleich verhei\u00dft uns Jesus aber auch, dass er mit seinem Geist immer bei uns als den Seinen ist und uns ins ewige Leben f\u00fchren wird. Der Herr Christus ist seinen Verhei\u00dfungen treu, darauf lasst uns vertrauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Detlef L\u00f6hde, 14. 12. 2018<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.biblisch-lutherisch.de\/welt-kirche\/kirche-schrumpft\/\">https:\/\/www.biblisch-lutherisch.de\/welt-kirche\/kirche-schrumpft\/<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, zum Heiligen Abend werden die Kirchen wieder voll sein, zum 1. Weihnachtstag dann schon wieder weniger. F\u00fcr manche ist der 24. 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