{"id":16013,"date":"2018-12-07T10:38:58","date_gmt":"2018-12-07T09:38:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16013"},"modified":"2018-12-07T10:38:58","modified_gmt":"2018-12-07T09:38:58","slug":"marias-vorbild-und-die-prophetische-bedeutung-des-magnifikat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16013","title":{"rendered":"Marias Vorbild und die prophetische Bedeutung des Magnifikat"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDenn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich.\u00bb Das erfuhr Maria, die Mutter unseres Herrn, auf eindr\u00fcckliche Weise. Ihre Haltung kann uns heute vieles lehren und ihr Lobpreis zur Ehre des Herrn offenbart punktgenau den Heilsplan unseres unvergleichlichen Retter-Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines der ber\u00fchmtesten Lieder der Bibel ist das Lied Marias in Lukas 1,46\u201355:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abUnd Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich \u00fcber Gott, meinen Retter, dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich gl\u00fcckselig preisen alle Geschlechter! Denn grosse Dinge hat der M\u00e4chtige an mir getan, und heilig ist sein Name; und seine Barmherzigkeit w\u00e4hrt von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcber die, welche ihn f\u00fcrchten. Er tut M\u00e4chtiges mit seinem Arm, er zerstreut, die hochm\u00fctig sind in der Gesinnung ihres Herzens. Er st\u00f6sst die M\u00e4chtigen von ihren Thronen und erh\u00f6ht die Niedrigen. Hungrige s\u00e4ttigt er mit G\u00fctern, und Reiche schickt er leer fort. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an, um an seine Barmherzigkeit zu gedenken, wie er es unseren V\u00e4tern verheissen hat, Abraham und seinem Samen, auf ewig!\u00bb<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wuppertaler Studienbibel bietet zum Lied der Maria eine hervorragende Einleitung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDas Loblied der Maria, diese \u2039Krone aller Psalmen des Alten Bundes und zugleich der herrliche Anfang alles Lobsingens im Neuen Bunde\u203a, ist besonders wunderbar. Wie das Brausen des Sturmwindes f\u00e4hrt der Heilige Geist durch die Geschichte der V\u00f6lker und Zeiten und ruft zur Umkehr, zum Glauben und zur Nachfolge auf. Aus \u00fcberw\u00e4ltigender Gnadenerfahrung der Gegenwart Gottes entsprungen, stehen die Worte der Maria da wie ein Ja und Amen zu aller bisherigen Geschichte des Reiches Gottes r\u00fcckw\u00e4rts und leuchten vorw\u00e4rts wie eine grosse Weissagung bis in die fernsten Zeiten. Das grosse Halleluja des Neuen Bundes hat damit herrlich seinen Anfang genommen. Mit dem Lobgesang der Maria beginnen die Lobges\u00e4nge des NT.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <em>Magnifikat<\/em> (Lateinisch f\u00fcr \u00abMeine Seele erhebt den Herrn\u00bb) Marias zeugt von einem dichterischen Talent und einem grossen Bibelwissen. Marias Lied ist voller alttestamentlicher Bez\u00fcge und \u00e4hnelt sehr dem Lied Hannas in 1.\u00a0Samuel 2:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abMein Herz freut sich in dem Herrn; mein Horn ist erh\u00f6ht durch den Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan \u00fcber meine Feinde; denn ich freue mich in deinem Heil! Niemand ist heilig wie der Herr, ja, es ist keiner ausser dir; und es ist kein Fels wie unser Gott! Redet nicht viel von hohen Dingen; Vermessenes gehe nicht aus eurem Mund! Denn der Herr ist ein Gott, der alles weiss, und von ihm werden die Taten gewogen. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, aber die Schwachen haben sich mit Kraft umg\u00fcrtet. Die Satten haben sich um Brot verkauft, aber die Hungrigen hungern nicht mehr; ja, die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, ist verwelkt! Der Herr t\u00f6tet und macht lebendig; er f\u00fchrt ins Totenreich und f\u00fchrt herauf! Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt, aber er erh\u00f6ht auch. Er erhebt den Geringen aus dem Staub; aus dem Kot erh\u00f6ht er den Armen, damit er sie sitzen lasse unter den F\u00fcrsten und sie den Thron der Herrlichkeit erben lasse. Denn die Grundfesten der Erde geh\u00f6ren dem Herrn, und er hat den Erdkreis auf sie gestellt. Er wird die F\u00fcsse seiner Getreuen beh\u00fcten; aber die Gottlosen verstummen in der Finsternis; denn der Mensch vermag nichts aus eigener Kraft. Die Widersacher des Herrn werden zerschmettert werden; er wird \u00fcber sie donnern im Himmel. Der Herr wird die Enden der Erde richten und wird seinem K\u00f6nig Macht verleihen und das Horn seines Gesalbten erh\u00f6hen!\u00bb (V\u00a01\u201310).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria ist wie eine Prophetin, die die Geschichte von der Erf\u00fcllung her betrachtet. Sie setzt Prophetie in die Gegenwart. Marias Reagieren und Handeln ist auch ein Vorbild f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen. Sie wird gleichsam zu einem Prototyp, wie Gl\u00e4ubige handeln sollten. Ihre Geschichte wird zu einem Spiegelbild unserer Geschichte und soll uns in unserem Glaubensleben anspornen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Engel Gabriel kam zu Maria und verk\u00fcndete ihr: \u00abDu hast Gnade bei Gott gefunden\u00bb (V\u00a030). Sie antwortete: \u00abWie kann das sein\u00a0\u2026?\u00bb (V\u00a034). Der Engel antwortet ihr, dass der Heilige Geist \u00fcber sie kommen und die Kraft des H\u00f6chsten sie \u00fcberschatten wird (V\u00a035) und f\u00fcgt hinzu: \u00abDenn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich\u00bb (V\u00a037). Maria reagiert mit einer Glaubensentscheidung, indem sie sagt: \u00abSiehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort\u00bb (V\u00a038). Daraufhin wird Jesus in ihr gezeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abMaria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste rasch in das Bergland, in eine Stadt in Juda, und sie kam in das Haus des Zacharias und begr\u00fcsste Elisabeth\u00bb (V 39\u201340). Maria war im ersten Monat schwanger, doch es dr\u00e4ngte sie, eilend in das Gebirge Jud\u00e4a zu gehen, um Elisabeth zu besuchen. Wir ersehen daraus, dass Maria eine entschlussf\u00e4hige Frau gewesen sein muss. Gott freut sich \u00fcber zielgerichtete Nachfolger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg durch das Bergland war lang, beschwerlich und nicht ungef\u00e4hrlich. Zudem war sie allem Anschein nach allein unterwegs. Und gewiss trug sie die Sorge im Herzen, sich f\u00fcr ihre Schwangerschaft rechtfertigen zu m\u00fcssen. Doch Marias Glaube findet eine wundervolle Best\u00e4tigung. Sie kommt gar nicht erst dazu, Elisabeth ihre Schwangerschaft zu erkl\u00e4ren. Denn kaum hat sie das Haus betreten, da h\u00fcpft das Kind im Leib der Elisabeth, und mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt, ruft sie Maria zu: \u00abGl\u00fcckselig ist, die geglaubt hat; denn es wird erf\u00fcllt werden, was ihr vom Herrn gesagt worden ist!\u00bb (V\u00a045). Menschen m\u00f6gen Maria verleumden und sich von ihr distanzieren, doch der Heilige Geist best\u00e4tigt das Unm\u00f6gliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Elisabeth war eine Verwandte Marias und im sechsten Monat schwanger, als Maria sie besuchte. Wir werden hier einer kuriosen Familiensituation gegen\u00fcbergestellt: Die beiden Frauen tauschen sich aus und haben intensive Gemeinschaft miteinander. Sie besch\u00e4ftigen sich auch mit der Herrlichkeit Gottes, mit Seinen Verheissungen, Seinen Segnungen und wunderbaren F\u00fchrungen und st\u00e4rken sich gegenseitig im Glauben. Beide verk\u00fcnden laut das Lob Gottes. Und gleichzeitig sehen wir da Zacharias, den Ehemann Elisabeths: Er ist stumm, und zwar wegen seines Unglaubens (V\u00a020). Maria wird als \u00abgl\u00fcckselig\u00bb bezeichnet, weil sie glaubte. Wer glaubt, erf\u00e4hrt die Erf\u00fclung der Verheissungen Gottes. Wer nicht glaubt, hat nichts zu sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach drei Monaten (V 36.56; wahrscheinlich wartete sie die Geburt des Johannes ab) kehrte Maria\u00a0\u2013 nun im vierten Monat schwanger\u00a0\u2013 nach Nazareth zur\u00fcck. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch nicht verheiratet, doch ihre Schwangerschaft war nicht mehr zu \u00fcbersehen. Was w\u00fcrden die Leute in Nazareth sagen? Die junge Frau war als Verlobte drei Monate alleine in den jud\u00e4ischen Bergen gewesen und nun kam sie als Unverheiratete schwanger zur\u00fcck\u00a0\u2026 Wie w\u00fcrde Joseph reagieren? Doch Gott \u00fcbernimmt wieder alle ihre Sorgen, indem Er reagiert!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joseph, von dem gesagt wird, dass er gerecht war, wollte Maria nicht der \u00f6ffentlichen Schande preisgeben, sondern sie heimlich entlassen (Mt 1,19). Das l\u00e4sst Gott nicht zu: \u00abW\u00e4hrend er aber dies im Sinn hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom Heiligen Geist\u00bb (Mt 1,20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Glaubenswege \u00e4hneln manchmal den Wegen Marias. Man hat sich f\u00fcr Jesus entschieden. Man macht sich auf den Weg, auch wenn dieser nicht einfach ist. Im Gegenteil, er ist strapazi\u00f6s und lang, bergig und felsig, sehr oft auch einsam, und zudem schleppt man noch eine Sorge mit sich und hat vielleicht Erkl\u00e4rungsn\u00f6te.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch man ist im Glauben unterwegs, mit Jesus im Herzen und vom Heiligen Geist gedr\u00e4ngt. Und letztendlich erf\u00e4hrt man, dass der Herr einen tr\u00e4gt und die belastende Sorge zu Seiner Sorge macht, weil Er den Glauben Seiner Kinder stets best\u00e4tigt und sie nie h\u00e4ngen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria ist die griechische Form von Miriam. Im Hebr\u00e4ischen bedeutet er \u00abBitterkeit, Betr\u00fcbnis\u00bb, abgeleitet vom Wort \u00abmara\u00bb (bitter). Dennoch trug in Israel jede f\u00fcnfte bis siebte Frau diesen Namen. Im Neuen Testament kommen sechs Frauen mit dem Namen Maria vor, allein in den Evangelien werden uns vier verschiedene Frauen mit diesem Namen vorgestellt. Warum war der Name so verbreitet, wenn er doch eigentlich eine solch negative Bedeutung hatte? Drei m\u00f6gliche Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Name versinnbildlichte die bittere Situation Israels zu jener Zeit. Es gab keine Propheten mehr, das Land war von den R\u00f6mern besetzt und von dem Tyrannen Herodes beherrscht.<\/li>\n<li>Gott wollte damit zeigen, dass Er dort, wo man Ihm Einlass gew\u00e4hrt, Bitterkeit in Freude verwandeln kann. \u00abMein Geist freut sich \u00fcber Gott, meinen Retter.\u00bb<\/li>\n<li>Aram\u00e4isch war damals in Israel genauso popul\u00e4r wie Hebr\u00e4isch, man sprach beide Sprachen gleichermassen. Grosse Teile des Daniel- und des Esrabuches, besonders die prophetischen, sind in Aram\u00e4isch verfasst worden. Und das Wort \u00abMaranatha\u00bb, \u00abUnser Herr, komm!\u00bb (1.Kor 16,22; Jak 5,8; Offb 22,20), ist ein aram\u00e4isches Wort, in dem der Begriff \u00abmara\u00bb beziehungsweise \u00abmar\u00bb (Maria, Mariam) steckt. Dr\u00fcckte das aram\u00e4ische \u00abMaria\u00bb die Sehnsucht und die Hoffnung des Volkes nach dem Kommen des Messias aus, nachdem Gott so lange geschwiegen hatte und es keine Propheten mehr gab? Hiessen vielleicht deshalb so viele Frauen Maria? Wenn dem so w\u00e4re und der Herr sich ausgerechnet eine Maria auserw\u00e4hlt h\u00e4tte, um in ihr Mensch zu werden, dann w\u00e4re das eine Best\u00e4tigung, wie sehr Gott die Naherwartung begr\u00fcsst. \u2013 Sehnen wir uns nach der R\u00fcckkehr des Herrn? Rufen wir \u00abMaranatha!\u00bb?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommen wir zu Marias Lobgesang: \u00abMaria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich \u00fcber Gott, meinen Retter\u00bb (Lk 1,46\u201347). Wir sehen, dass Seele und Geist zusammengeh\u00f6ren und eine Einheit bilden. Die Seele (Psyche) ist das Wesen unserer Pers\u00f6nlichkeit, das Empfinden und F\u00fchlen; der Geist ist der Sitz des Denkens, Wollens und Entscheidens. Beides steht bei Maria im Einklang: Mit der Seele erhebt sie den Herrn, im Geist freut sie sich \u00fcber Gott, ihren Retter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Mensch m\u00f6chte wahre Freude haben. Wo findet man eine Freude, die nicht nur die Seele ber\u00fchrt, sondern auch den Geist; eine Freude, die tragf\u00e4hig ist, die selbst im Leid Bestand hat? Maria nennt Gott ihren Retter (Heiland); sie hat also eine pers\u00f6nliche Beziehung zu Ihm. Das ist es, was den Glauben ausmacht und Freude bringt. Glaube bedeutet eine Beziehung eingehen: \u00abIch glaube an Dich, Herr.\u00bb Glaube ist nicht etwas Hohles, etwas Unsicheres oder Distanziertes, nicht etwas Gef\u00fchlloses oder Kaltes, sondern etwas, das mich mit Gott verbindet und in Ihm verankert, etwas, das mich Ihn erfahren l\u00e4sst. Und wenn ich mit Ihm in Verbindung stehe, dann habe ich Freude. Im Geist kann ich eine Freude haben, die nicht unbedingt seelisch sp\u00fcrbar sein muss. Doch meine Seele macht den Herrn gross, \u00abweil er Grosses an mir getan hat\u00bb (V\u00a049). Ich habe etwas, woran ich mich erfreuen kann, etwas, das f\u00fcr Seele und Geist erfahrbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grund f\u00fcr Marias Lob: \u00ab\u2026\u00a0dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich gl\u00fcckselig preisen alle Geschlechter! Denn grosse Dinge hat der M\u00e4chtige an mir getan, und heilig ist sein Name\u00bb (Lk 1,48\u201349). Die Elberfelder Bibel sagt es so: \u00abEr hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd\u00bb, und die Wuppertaler-Studienbibel so: \u00abEr hat heruntergeblickt auf die Niedrigkeit seiner Sklavin.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria besass ein tiefes Bewusstsein ihrer Niedrigkeit und Unw\u00fcrdigkeit und ein grosses Bewusstsein der Gr\u00f6sse Gottes und Seiner Gnade, mit der Er sie beschenkt hatte. Gott hatte sich herabgelassen und Grosses an ihr getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abWer die Gr\u00f6sse hat, sich klein zu machen, ist wahrhaftig gross\u00bb, las ich einmal irgendwo. Der Gott des Korans, Allah, fordert bedingungslose Unterwerfung. Der Gott der Bibel ist der Gott der Liebe, der sich f\u00fcr uns klein macht, der sich zu uns herabneigt. Das ist das Grosse, das Er an uns tut: Seine Erniedrigung macht uns reich. Jesus ist gekommen und Ihm ist alles m\u00f6glich. Maria hatte einen felsenfesten Glauben, denn sie sagt: \u00ab\u2026\u00a0von nun an werden mich gl\u00fcckselig preisen alle Geschlechter!\u00bb (V\u00a049). In ihrem Zustand und in ihrer Situation h\u00e4tten wir wahrscheinlich gejammert: \u00abWenn ich nach Hause komme, werden sie mich steinigen oder mich in Schande fortjagen.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria blickt \u00fcber sich hinaus: \u00abSeine Barmherzigkeit w\u00e4hrt von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcber die, welche ihn f\u00fcrchten. Er tut M\u00e4chtiges mit seinem Arm, er zerstreut, die hochm\u00fctig sind in der Gesinnung ihres Herzens. Er st\u00f6sst die M\u00e4chtigen von ihren Thronen und erh\u00f6ht die Niedrigen. Hungrige s\u00e4ttigt er mit G\u00fctern, und Reiche schickt er leer fort. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an, um an seine Barmherzigkeit zu gedenken\u00bb (Lk 1,50\u201354). Hatte Maria bis hierher \u00fcber ihr pers\u00f6nliches Heil gesprochen, so hat sie nun auch einen prophetischen Blick, der weit \u00fcber sie selbst und sogar \u00fcber Israels Grenzen und Zeit hinausgeht. Sie pr\u00e4sentiert acht grosse Gottesoffenbarungen, und zwar in der Gegenwartsform. Das deutet auf die prophetische Kraft ihrer Worte, die der Heilige Geist ihr eingegeben hat. Sie sieht und verk\u00fcndet alles von der Erf\u00fcllung her.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Seine Barmherzigkeit gilt allen.<\/li>\n<li>Er tut M\u00e4chtiges mit Seinem Arm.<\/li>\n<li>Er zerstreut die Hochm\u00fctigen.<\/li>\n<li>Er st\u00f6sst M\u00e4chtige von ihren Thronen.<\/li>\n<li>Er erh\u00f6ht die Niedrigen.<\/li>\n<li>Er s\u00e4ttigt Hungrige mit G\u00fctern.<\/li>\n<li>Er schickt Reiche leer fort.<\/li>\n<li>Er nimmt sich Seines Knechtes Israel an.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria deutet damit an, dass alle Menschen das erfahren d\u00fcrfen, was sie an g\u00f6ttlicher Zuwendung und Barmherzigkeit erfahren hat. Ihre Erfahrungen mit Gott haben Vorbildcharakter. Denn Er hat Seine Barmherzigkeit nicht nur \u00fcber Maria ausgesch\u00fcttet; sie gilt allen j\u00fcdischen Menschen von Geschlecht zu Geschlecht und letztendlich auch den Heiden. Sie gilt allen, die Ihn f\u00fcrchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott zu f\u00fcrchten bedeutet nicht, vor Gott Angst zu haben, sondern Ihn ernst zu nehmen, Seinem Wort zu glauben und pers\u00f6nlich und entschlossen darauf einzugehen. Wer das nicht tut, wird nie Sicherheit bekommen und nie echte, bleibende Freude erlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria hatte aber auch vor Augen, dass Gott denjenigen widersteht, die Ihm widerstehen, egal wie angesehen sie vor den Menschen auch sein m\u00f6gen. Hier sind die hochm\u00fctigen Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten angesprochen, die das Volk verf\u00fchrten, sodass es schliesslich zerstreut wurde. Auch Herodes ist angesprochen, dessen Dynastie unterging, ebenso das gesamte r\u00f6mische Imperium, das sp\u00e4ter zugrunde ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte auch dem Kaiser Augustus etwas entgegenzusetzen. Dieser war der Grossneffe von Caesar und regierte von 30 v.Chr. bis 14 n.Chr. Augustus ist auch unter dem Namen Gaius Octavius bekannt, doch der Senat verlieh ihm als Ehrentitel den Namen Augustus. Dieser Name bedeutet \u00abder Erhabene\u00bb. Der Herr Jesus war Gottes Antwort auf den Erhabenen der Menschen, denn fortan sollte Jesus Christus der Herr aller Herren und K\u00f6nig \u00fcber alle K\u00f6nige sein; Er ist der Erhabene Gottes. Er ist auch der Arm Gottes, mit dem Gott Geschichte macht. \u00abDarum hat ihn Gott auch \u00fcber alle Massen erh\u00f6ht und ihm einen Namen verliehen, der \u00fcber allen Namen ist\u00bb (Phil 2,9). Diese Aussage gilt aber auch den heutigen Nationen, die sich immer weiter von Gott entfernen und letzten Endes in ein antichristliches Weltreich einm\u00fcnden und schliesslich zerschlagen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria hatte auch einen Blick f\u00fcr Gottes Treue in Bezug auf Israel: \u00abEr nimmt sich seines Knechtes Israel an, um an seine Barmherzigkeit zu gedenken, wie er es unseren V\u00e4tern verheissen hat, Abraham und seinem Samen, auf ewig!\u00bb (Lk 1,54\u201355). Maria nennt Israel \u00abKnecht Gottes\u00bb. Das tat zuvor schon Gott selbst durch den grossen Propheten Jesaja: \u00abDu aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserw\u00e4hlter, du Same Abrahams, meines Freundes, den ich von den Enden der Erde ergriffen und aus ihren entferntesten Winkeln berufen habe und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserw\u00e4hlt und nicht verworfen\u00bb (Jes 41,8\u20139). Nach 400 Jahren des Schweigens und allem, was geschehen war, h\u00e4tte Israel sich fragen k\u00f6nnen: \u00abHat uns Gott verlassen, hat Er uns vergessen? Kommt der Messias denn nicht mehr? Hat Gott Seinen Plan ge\u00e4ndert?\u00bb Doch da werden die Prophezeiungen pl\u00f6tzlich Geschichte und Gott gedenkt Seiner Barmherzigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir warten doch auch schon so lange auf das Kommen des Herrn! Ob vielleicht alles anders kommt, als wir es erwarten? Gottes Zeitplan ist nicht der unsrige! Sicher ist, dass Er alles erf\u00fcllt, was geschrieben steht. Hierbei ist der prophetische Blickwinkel Marias h\u00f6chst aufschlussreich. Sie bezeugt f\u00fcnf Dinge, die meines Erachtens die Abwicklung der Heilsgeschichte andeuten:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u00abSeine Barmherzigkeit w\u00e4hrt von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcber die, welche ihn f\u00fcrchten\u00bb (V\u00a050). Das bezieht sich auf das erste Kommen Jesu, durch welches Gott Seine Barmherzigkeit \u00fcber alle Menschen aussch\u00fcttete.<\/li>\n<li>\u00abEr tut M\u00e4chtiges mit seinem Arm; er zerstreut, die hochm\u00fctig sind in der Gesinnung ihres Herzens\u00bb (V\u00a051). Das bezieht sich auf die Zerstreuung Israels, nachdem es Jesus verworfen hat.<\/li>\n<li>\u00abEr st\u00f6sst die M\u00e4chtigen von ihren Thronen und erh\u00f6ht die Niedrigen\u00bb (V\u00a052). Das bezieht sich auf die Einsetzung der Gemeinde und die zeitweilige Verwerfung Israels. Israel ist vom Sockel gest\u00fcrzt worden und eine Gemeinde aus den verachteten Nationen ist erh\u00f6ht worden.<\/li>\n<li>\u00abHungrige s\u00e4ttigt er mit G\u00fctern, und Reiche schickt er leer fort\u00bb (V\u00a053). Am Ende des Gemeindezeitalters wird sich alles um die Wirtschaft drehen. Die Gemeinde Jesu wird von der Erde weggenommen und der Reichtum der Gottlosen wird in der Apokalypse wertlos sein (Jak 5,1\u20139; Offb 18).<\/li>\n<li>\u00abEr nimmt sich Seines Knechtes Israel an, um an seine Barmherzigkeit zu gedenken, wie er es unseren V\u00e4tern verheissen hat, Abraham und seinem Samen, auf ewig!\u00bb (V\u00a055). Das weist auf die Wiederannahme Israels beziehungsweise des gl\u00e4ubigen \u00dcberrestes hin. Gott wird Seiner Barmherzigkeit gedenken und Seine Verheissungen erf\u00fcllen: Israel wird wieder zum \u00abKnecht des Herrn\u00bb werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die ganze Geschichte, die Maria durchlebte und die sich prophetisch auf die V\u00f6lker legt, k\u00f6nnen wir als markanten Untertitel den Vers setzen: \u00abDenn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich\u00bb (V\u00a037).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was schleppen Sie, lieber Leser, zurzeit mit sich herum? Womit gehen Sie innerlich schwanger? Befinden Sie sich einsam und missverstanden in felsigem Bergland? Dann denken Sie daran: Die Einwilligung Marias in den Willen Gottes \u00e4nderte alles! \u00abMaria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort!\u00bb (V\u00a038). Eine solche Entscheidung kann auch Ihr Leben ganz entscheidend ver\u00e4ndern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Norbert Lieth<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auszug aus Prophetische Entdeckungen in Liedern der Bibel, Norbert Lieth, S. 317\u2013327. Beim Verlag Mitternachtsruf erh\u00e4ltlich. Bestell-Nr. 180032<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abDenn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich.\u00bb Das erfuhr Maria, die Mutter unseres Herrn, auf eindr\u00fcckliche Weise. Ihre Haltung kann uns heute vieles lehren und ihr Lobpreis zur Ehre des Herrn offenbart punktgenau den Heilsplan unseres unvergleichlichen Retter-Gottes. 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