{"id":15961,"date":"2018-11-18T13:00:03","date_gmt":"2018-11-18T12:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15961"},"modified":"2018-11-18T13:00:03","modified_gmt":"2018-11-18T12:00:03","slug":"leiden-verhaengnis-oder-verheissung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15961","title":{"rendered":"Leiden &#8211; Verh\u00e4ngnis oder Verhei\u00dfung?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u00a0<\/strong>\u201eAuch du kannst an dem Sieg und der Herrlichkeit von Jesus nicht anders teilhaben, als dass du das heilige Kreuz auf dich nimmst.\u201c <\/em>(Paul Schneider, letzte Osterpredigt 1937 \u00fcber Lukas 18,37-44). Davon war Paul Schneider, der Prediger von Buchenwald fest \u00fcberzeugt. Aber schon der Apostel Paulus hat Leiden als W\u00fcrde begriffen. Als etwa die Galater seine Autorit\u00e4t in Frage stellten, hat Paulus nicht auf Ehren\u00e4mter oder seinen Erfolg als Missionsmann und die gro\u00dfe Zahl neu gegr\u00fcndeter Gemeinden verwiesen, sondern auf die Wundmale des Christus (Galater 6,17).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erinnerten an totale Pleiten, an Untergang, an Ohnmacht gegen\u00fcber R\u00e4ubern. Da wurde er ausgepfiffen. Und er sagte: Mir mache jetzt keiner mehr M\u00fche. Ich trage die Wundmale des Christus. Das waren seine Orden und Ehrenzeichen. Leiden geh\u00f6ren zum Markenzeichen des J\u00fcngers von Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Ohne Kreuz keine Krone&#8220;<\/em> (William Penn, 1644 \u2013 1718, Gr\u00fcnder der Kolonie Pennsylvenia USA), aber auch kein Gemeindewachstum. Paulus hat sich nie seiner Gaben gebr\u00fcstet, auch nicht als die Korinther sich als Superapostel ausgaben und sich des gro\u00dfen Ansehens r\u00fchmten, das sie haben. Paulus hielt das im Dienst f\u00fcr Jesus als t\u00f6richt: Wenn ich mich r\u00fchmen wollte, so will ich mich meiner Schwachheit r\u00fchmen (1. Korinther 11,30).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es mag heute in der westlichen Christenheit eine Versuchung sein, auf seine Leistung, Gemeindewachstum und \u00f6ffentlichen Einfluss, auch auf Anerkennung stolz zu sein. Es mag auch beeindruckend sein, was einzelne aufbauten und erreichten. Aber es bleibt eine gef\u00e4hrliche und t\u00fcckische Versuchung, sich ganz viel auf seine Ausstrahlung, seinen Erfolg und sein Wirken und seine Gaben einzubilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus aber sah das Geheimnis seines Wirkens ganz anders. Er hat f\u00fcr uns diesen extremen Gegensatz aufgezeichnet, einen krassen Kontrast. Auf der einen Seite ist das Evangelium die grenzenlose Siegesbotschaft von Jesus \u00fcber alle Herrschaften, Gewalten \u2013 nicht blo\u00df in dieser Welt, sondern auch in der zuk\u00fcnftigen. Auf der anderen Seite gibt Gott diesen Schatz in zerbrechliche, ja zu Scherben geschlagenenT\u00f6pfe.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Das Weizenkorn &#8211; durch Sterben zum Leben<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schatz des Evangeliums, der helle Lichtschein, die Christusherrlichkeit. wird in irdenen Gef\u00e4\u00dfen aufbewahrt und durch die Welt getragen. (2.Korinther 4,7) Da leuchtet kein Goldglanz. Noch mehr, diese irdenen P\u00f6tte sind zerbrechlich und werden zu Scherben geschlagen. Mit denen kann man nicht imponieren. Keinen Staat machen. Salopp sagen wir: Gott ist ein schlechter Gesch\u00e4ftsmann. Wie wunderbar werden bei uns die einfachsten Kekse verpackt. Doch nicht im Kn\u00fcllpapier, auch den Kabinettwein nicht in einer rostiger Blechb\u00fcchse. Aber Gott macht das so, indem er uns beruft. Das Evangelium ist alles andere als billig, aber billig verpackt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sterbliche Menschen, das Gesp\u00f6tt der Welt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Stolz spricht Paulus von Verfolgung, Unterdr\u00fcckung und Bedr\u00e4ngnis, ja er protzt damit. In allem bedr\u00e4ngt, aber nicht eingeengt. In Verlegenheit, aber nicht verzweifelt. Ratlos, aber nicht kopflos. Niedergeworfen, aber nicht umgekommen. Und dann z\u00e4hlt Paulus in 2. Korinther 11 eine ganze Liste der Niederlagen auf: Schl\u00e4ge, Todesn\u00f6te, f\u00fcnfmal gegei\u00dfelt. Schiffbruch. Auf diese Weise muss die v\u00f6llige Ohnmacht der Werkzeuge offenbar werden. Aber es ist Gott wirkt, der wirkt. Die \u00fcberschw\u00e4ngliche Kraft kommt von Gott, nicht von uns. (2. Korinther 4,7) Und im Leiden geschieht die Umwandlung zur Christusherrlichkeit. Paulus r\u00e4umt ein, dass nicht jede Gemeinde durch Leiden geht. Darum leiden oft einige Gemeinden besonders stark. Sie erstatten, was noch fehlt, an den Leiden von Christus. Diese Leiden haben keinen erl\u00f6sende Bedeutung, aber eine erweckende, zeugnishafte Kraft. Aus dem erlebten Leidensdruck heraus gewinnt Christus wieder Gestalt. Paulus sagt dies sehr fest durch das Wort \u201ewir wissen\u201c (Vers 14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die leidende Gemeinde ist ganz hineingenommen in Sieg und Auferstehung von Jesus. Das Zeugnis vom Leiden um Christi willen f\u00fchrt eine lau gewordene Gemeinde wieder zur Siegeskraft Jesu zur\u00fcck. Das ist das Geschenk der verfolgten Gemeinde f\u00fcr die satten Kirchen des Westens. Die m\u00fcssen erst wieder die geistliche Frucht des Leidens begreifen, wenn sie auch am Segen teilhaben wollen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> An unseren Schwachheiten demonstriert Gott seine Herrlichkeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je schw\u00e4cher eine Gemeinde erscheinen mag, umso gr\u00f6\u00dfer ist oft ihre Wirkung und ihre Ausstrahlung, weil Jesus seine Kraft in Schwachen m\u00e4chtig wirken l\u00e4sst. In Schl\u00e4gen, Gef\u00e4ngnissen, Verfolgung, M\u00fchen, Schande, b\u00f6se Ger\u00fcchte, als Verf\u00fchrer verteufelt, sterbend gez\u00fcchtigt. Traurig, aber allezeit fr\u00f6hlich. (2.Korinther 6). Unser Leben bleibt ein k\u00fcmmerliches Provisorium, aber Christus lebt in seinen Leuten. Auch wenn der \u00e4u\u00dfere Mensch verdirbt, wird der innere von Tag zu Tag erneuert. Im Leiden der bedr\u00e4ngten Christen wird immer mehr das neue Leben von Christus sichtbar: Damit die \u00fcberschw\u00e4ngliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedr\u00e4ngt, aber wir \u00e4ngstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdr\u00fcckt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. (2 Korinther 4, 8-11). Dadurch ist Leiden kein Verh\u00e4ngnis, sondern voller Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das beeindruckt doch so sehr bei einem Menschen wie Nick Vujicic, der mit Jesus ein Leben ohne Limits lebt. Wenn nur der Schatz des Evangeliums zur Wirkung kommt, so kann auch das Gef\u00e4\u00df zerbrechen. Als die Traurigen, aber allzeit fr\u00f6hlich, als die Armen, die doch viele reich machen, als die nichts haben und doch alles haben.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Im Schmelztiegel heftiger Leiden und Schmerzen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karl Friedrich Harttmann verlor seine Frau, die Mutter von zwei S\u00f6hnen nach sechsj\u00e4hriger Ehe. Er selbst war kurz vorher wieder schwer krank, hat im Protest gegen die Eingriffe des Herzogs in geistlichen Fragen sein Dekanatsamt niedergelegt. Seit Jahren plagte ihn ein blutiger Husten mit Fieber. Vor dem Sarg seiner Frau erkannte Harttmann: Ich habe das Leiden wegbeten wollen ohne zu fragen, warum Gott es sendet, und als ob es an uns nichts zu l\u00e4utern gebe. Weit bekannt wurde Harttmann durch ein von ihm verfasstes Lied, das die biblischen Aussagen vom Segen des Leidens b\u00fcndelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eEndlich bricht der hei\u00dfe Tiegel und der Glaub empf\u00e4ngt sein Siegel als im Feur bew\u00e4hrtes Gold, <\/em><br \/>\n<em>da der Herr durch tiefe Leiden uns hier zu den hohen Freuden jener Welt bereiten wollt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Lied entstand 1782 beim Tod eines Freundes. In biblischer Tiefe zeigt Harttmann eindr\u00fccklich, wie Gott durch das Leiden Menschen ver\u00e4ndert und seine heilende Ordnung in dem verwirrten Inneren schaffen will:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eUnter Leiden pr\u00e4gt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildnis ein.<br \/>\n<\/em><em>Wie Leiden sammelt unsre Sinne, dass die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt,<br \/>\n<\/em><em>ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gem\u00fctes Ordnung h\u00e4lt.<br \/>\n<\/em><em>Leiden macht das Wort verst\u00e4ndlich, Leiden macht in allem gr\u00fcndlich; Leiden, wer ist deiner wert?<br \/>\n<\/em><em>Hier hei\u00dft man dich eine B\u00fcrde, droben bist du eine W\u00fcrde, die nicht jedem widerf\u00e4hrt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Lied, dem er den Titel gab Vom Heiligungsgesch\u00e4ft des Herrn Jesu an den Seinen, beschreibt Harttmann, was f\u00fcr Christen das Sterben bedeutet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIm Gef\u00fchl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu Jesu Herzen immer liebender hinan;<br \/>\nund um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich \u00e4hnlich, dass ich mit dir leben kann!<br \/>\n<\/em><em>Endlich mit der Seufzer F\u00fclle bricht der Geist durch jede H\u00fclle, und der Vorhang rei\u00dft entzwei.<br \/>\nWer ermisset dann hienieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet sei?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Platz ist unter dem Kreuz von Jesus. Und in seiner Nachfolge d\u00fcrfen wir dem Leiden nicht fliehen. Ob das nun Misserfolg, Spannungen, Entt\u00e4uschungen und Versagen von uns selbst ist. Wir w\u00fcrden uns dann um alle herrlichen Wirkungen der Macht des auferstandenen Jesus bringen. Unser Leben w\u00e4re vergeudet um der verg\u00e4nglichen Lust dieser Welt willen. Nur nicht dem Leiden fliehen! Jesus gibt seinen Sieg immer durch unsere Niederlagen. \u00dcberwinden k\u00f6nnen wir allein durch das Blut des Lammes (Offenbarung 12,11). Das ist das Geheimnis des Kreuzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Trost, von dem Paulus spricht: Ich bin \u00fcberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegen\u00fcber der Herrlichkeit, die an uns soll offenbar werden (R\u00f6mer 8,18). Das wissen wir, weil nichts mehr gegen uns sein kann und uns nichts mehr von der Liebe Gottes scheiden kann die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (R\u00f6mer 8,38).<\/p>\n<p><em>Predigt 2013<br \/>\nQuelle: Netzwerk bekennender Christen Pfalz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u201eAuch du kannst an dem Sieg und der Herrlichkeit von Jesus nicht anders teilhaben, als dass du das heilige Kreuz auf dich nimmst.\u201c (Paul Schneider, letzte Osterpredigt 1937 \u00fcber Lukas 18,37-44). Davon war Paul Schneider, der Prediger von Buchenwald fest \u00fcberzeugt. Aber schon der Apostel Paulus hat Leiden als W\u00fcrde begriffen. 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