{"id":15958,"date":"2018-11-16T09:59:21","date_gmt":"2018-11-16T08:59:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15958"},"modified":"2018-11-16T09:59:21","modified_gmt":"2018-11-16T08:59:21","slug":"predigt-ueber-sprueche-2326-anleitung-fuer-eine-herz-operation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15958","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Spr\u00fcche 23,26: Anleitung f\u00fcr eine Herz-Operation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcrzlich war ich mal wieder beim Arzt. Wenn einer \u00e4lter wird, muss er zum T\u00dcV. Gen\u00fcgt das Profil? Bl\u00e4ttert der Lack? Frisst der Rost? Bricht das alte Vehikel zusammen? Der Mann im wei\u00dfen Kittel machte es genau und klopfte die ganze Karosserie ab. \u201eNun noch ein EKG!\u201c meinte er. Nat\u00fcrlich dachte ich an das Evangelische Kirchengesangbuch und wollte schon ein \u201eLobe den Herrn\u201c anstimmen. Aber er verkabelte mich und schaute auf einen Bildschirm. Dort zeichneten meine Herzstr\u00f6me ab, lustige Kurven wie fr\u00fcher beim Werbefernsehen. Schlie\u00dflich gab er mir die Plakette mit einer Auflage: \u201eKaufen Sie einen Heimtrainer. Damit t\u00e4glich 15 Minuten raus aus dem Stress! Das ist gut f\u00fcrs Herz.\u201c Wenn das so einfach w\u00e4re mit unsrem Herz. Der Arzt hat schon die Aufgabe, nach Fehlern zu suchen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 1. Chron 28,9 wird uns noch ein anderer Sucher vorgestellt: \u201eDer Herr sucht alle Herzen.\u201c Hier ist also noch jemand an unserem Herzen interessiert und diese Sehnsucht kommt hier in unserem Predigttext gut zum Ausdruck: <em>\u201eGib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier spricht zun\u00e4chst der Weisheitslehrer, zu seinem Sohn, aber zugleich spricht die g\u00f6ttliche Weisheit und das ist Jesus im AT. (Kol. 2,3): <em>\u201eIn Christus sind alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen.\u201c<\/em> Christus im AT spricht hier den Wunsch aus: \u201eGib mir, mein Sohn, meine Tochter, liebes Kind, auch du, der du einsam bist, von Krankheitsn\u00f6ten geplagt, du Alleinstehende, du, der du vielleicht morgen schon in der Ewigkeit bist, gib mir heute dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Bitte, die so oft wiederholt wird, muss Gott sehr ernst sein! K\u00f6nnen wir sie ihm abschlagen? Er l\u00e4sst sich soweit herab, uns etwas zu bitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns diese zwei Bitten und die HERZ \u2013 Operation heute etwas n\u00e4her anschauen und 4 Punkte beachten:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Eine seltsame Bitte vor der Operation<\/li>\n<li>Ein seltsamer Herzschaden<\/li>\n<li>Eine seltsame Operation<\/li>\n<li>Eine seltsame Bitte nach der Operation<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a01. <\/strong><strong>Eine seltsame Bitte vor der Operation.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott, dem alle Dinge geh\u00f6ren, bittet uns um etwas, was eigentlich IHM geh\u00f6rt, unser Herz! Deswegen fragen wir nach dem Beweggrund, weshalb Gott uns so bittet. Dies um so mehr, als ja Gott der Herr, in Seiner Weisheit dies Herz geschaffen hat und darum befehlen k\u00f6nnte: Gib\u2019s her!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was will der Herr? Dein Herz! Gott reicht es nicht, wenn wir ihm so ein bisschen nachfolgen. Das Herz will Er haben, dich selbst, dein eigentlichstes Ich. Deinen Mut, mit dem du die ganze Welt aus den Angeln heben wolltest, deine guten Vors\u00e4tze und deinen Willen, mit dem du Gott alles gut und richtig machen wolltest und deinen Verstand, wo Klugheit und Weisheit zusammengefunden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther sagt: Wir sollen Gott f\u00fcrchten, lieben und vertrauen. In all deinem Tun soll deine Liebe zu Gott erkennbar sein. Dein ganzes Wesen, im Kleinen und Gro\u00dfen, im Geistlichen und Weltlichen. Man soll\u2018s dir absp\u00fcren: \u201eIch habe meinen Jesu, meinen Retter und Erl\u00f6ser lieb, Er hat mein Herz, ich geh\u00f6re Ihm mit Haut und Haaren!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meist kommt der Geringere zum Gr\u00f6\u00dferen mit der Bitte: \u201eGib mir!\u201c Aber heute sagt uns der Text gerade das Gegenteil: \u201eGib du mir!\u201c Was kann ich dir denn geben, du bist doch unermesslich reich und alles, was ich habe geh\u00f6rt dir, auch mein Herz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sagt: \u201eJa, obwohl du mir geh\u00f6rst, will ich dich nicht aus Zwang haben, sondern aus freiem, freudigen Entschluss. Ich will dein Herz, deinen Willen, deinen Gehorsam. Meine Wege sollen deinen Augen wohlgefallen, und du sollst auf ihnen gehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das nicht des himmlischen Vaters freundliche F\u00fcrsorge f\u00fcr sein Kind, wenn er bittet: Gib mir, mein Sohn, dein Herz! Ich habe g\u00f6ttliche Anlagen in dein Herz und deine Seele gelegt, du bist im Besitz eines gro\u00dfen Schatzes. Er ist mehr wert, als die ganze Welt. Du hast damit durch Feindesland zu ziehen. Wer soll dir diesen Schatz beh\u00fcten? Tausend Betr\u00fcger kommen und locken dein Herz weg, die S\u00fcnde in ihrer einschmeichelndsten Gestalt, die nat\u00fcrliche Eitelkeit, Welt und Teufel mit all den bet\u00f6renden \u00dcberredungsk\u00fcnsten und sprechen auch: Gib mir dein Herz! Aber haben sie jemals dein Herz beh\u00fctet? Ist dein Herz jemals unverletzt geblieben, wenn es sich mit einem dieser Feinde einlie\u00df? Ach, sie sind ja schon in deinem Herzen und haben ihr Zerst\u00f6rungswerk l\u00e4ngst begonnen! Damit das heilige Ebenbild nicht vollends vor die Hunde geht ruft er: \u201eGib mir, mein Sohn, dein Herz, Ich kann dir\u2019s bewahren! Ich will es beh\u00fcten wie meinen Augapfel, gegen alle Angriffe des Teufels.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Ein seltsamer Herzschaden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Scheuen wir bei der Bitte nicht zur\u00fcck? Wird da unser Herz nicht ganz unruhig? Wir fragen: \u201eAch, Herr, was willst du mit meinem Herzen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dadurch wird die erste Bu\u00dffrage deutlich: Wie steht dein Herz zu Gott? Wer ist dein Gott? Luther sagt: Was dein Herz erf\u00fcllt, das ist dein Gott!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist mit unserem Herzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufkl\u00e4rung: J.J. Rousseau: \u201eDer Mensch ist von Natur aus gut.\u201c Dieser anthropologische Ansatz der Aufkl\u00e4rung ist auch heute Maxime f\u00fcr das Denken und Handeln in allen Bereichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der r\u00f6mische Kom\u00f6diendichter Titus Maccius Plautus (ca. 254\u2013184 v. Chr.) sagt: homo homini lupus. \u201eDer Mensch ist dem Menschen ein Wolf.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Albert Einstein f\u00fcrchtete nicht die Atombombe, sondern die &#8222;<em>Explosivkraft des menschlichen Herzens f\u00fcr das B\u00f6se.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn mir schlummert ein B\u00f6sewicht &#8211; nur dieses Biest leidet unter Schlafst\u00f6rungen\u201c Ein Beinahe-Bibelzitat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Spruch zum Schmunzeln und ein Spruch zum Erschrecken. Aber was werde ich dort in meiner Tiefe entdecken? Das schlummernde Genie, den g\u00f6ttlichen Lebensfunken, den New-Age-Menschen ohne Fehl und Tadel, den Primaburschen, von dem alle Leute sagen: \u201eNie war er so wertvoll wie heute\u201c, oder werde ich dort den Menschen entdecken, von dem Gott seit langem sagt: \u201eDas Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf?\u201d (1. Mose 8, 21)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sind wir? So wie unsere Nerven, wie unser Gem\u00fct, wie unsere Bildung? Jesus sagt: Ihr seid so wie euer Herz. Wovon das Herz voll ist, das muss der Mund ausplaudern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was erf\u00fcllt unser Herz? Ehrsucht, Bitterkeit, Ruhmsucht, Neid, Streit, kleinliche Sorgen, t\u00e4gliche Wiederholung und Betonung unseres eigenen Ichs, obwohl wir uns kaum ertragen k\u00f6nnen. Das Herz ist die Ursache eurer Lieblosigkeit, Kraftlosigkeit, Rastlosigkeit und Charakterlosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fcrchte, wenn der Herr die H\u00fclle wegrei\u00dft, wird sich ein gro\u00dfer Mangel erweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Hes. 36,26 vergleicht Gott unser Herz mit einem Stein<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Weil es kalt ist wie ein Stein. Einen Stein k\u00f6nnt ihr eine kleine Zeit lang erw\u00e4rmen, wenn ihr ihn in\u2019s Feuer werft; aber wie kurz beh\u00e4lt er seine W\u00e4rme; und wenn er auch gl\u00fcht, schnell kehrt er wieder zu seiner nat\u00fcrlichen K\u00e4lte zur\u00fcck! So ist das Menschenherz beschaffen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Das Menschenherz ist auch hart wie ein Stein. Nehmt einen harten Stein, ein St\u00fcck Granit, und schlagt mit dem Hammer darauf, da geht nichts kaputt. Es ist aber noch h\u00e4rter als Diamant, es kann nicht geschnitten werden, es kann nicht bewegt werden. Ich hab den gro\u00dfen Hammer des Gesetzes Gottes, wie einen riesigen Dampfhammer, mit aller Macht auf ein Menschenherz einschlagen sehen, aber es trug auch nicht die leiseste Quetschung davon. Aus allen zehn furchtbaren Geschossen der g\u00f6ttlichen Gebote wurde die Wucht der zerst\u00f6renden Kugeln dagegen geschleudert, aber das Menschenherz war h\u00e4rter als alle Stahlplatten; die gro\u00dfen Wurfgeschosse des g\u00f6ttlichen Gesetzes prallten machtlos am menschlichen Gewissen ab.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Ein Stein ist auch tot. Ihr k\u00f6nnt keine Empfindung in ihm entdecken. Rede ihn an, er vergie\u00dft keine Tr\u00e4ne des Mitleids; kein freundliches L\u00e4cheln entschl\u00fcpft ihm. Er ist tot; es ist kein Bewusstsein in ihm; verwunde ihn, so blutet er nicht, schlage ihn, so kann er nicht sterben, denn er ist schon tot. Er gibt nicht das geringste Zeichen der Empfindung von sich. Gegen alles, was g\u00f6ttlich ist, ist es knochenhart. Ihr k\u00f6nnt das Herz zu keiner geistlichen Lebens\u00e4u\u00dferung bewegen. \u201eIhr seid tot durch \u00dcbertretungen und S\u00fcnden,\u201c (Eph. 2,1) kraftlos, leblos, gef\u00fchllos, bewegungslos. Aber der menschlichen Sprache ist auch keine Macht gegeben, Tote zu erwecken.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende droht die Gefahr der Verstockung. Herzen, die nicht erweicht sind, werden immer h\u00e4rter und h\u00e4rter; Bsp: Pharao<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Eine seltsame Operation.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Kern des Problems traf der Psychoanalytiker Erich Fromm in \u201eHaben oder Sein\u201c: \u201eAber wurde Europa denn je wirklich christianisiert? Obwohl diese Frage \u00fcblicherweise bejaht wird, zeigt eine gr\u00fcndliche Analyse, [&#8230;] dass [&#8230;] die Bekehrung im gro\u00dfen und ganzen eine Bekehrung zu einer Ideologie blieb [&#8230;] und dass sie nicht mit einem Wandel des Herzens, das hei\u00dft einer Ver\u00e4nderung der Charakterstruktur einherging&#8230;.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie ein Apfelbaum nur \u00c4pfel bringen kann und keine Trauben, so wie ein Kirschbaum nur Kirschen bringen kann und keine Pflaumen, so kann ein Mensch nur das bringen, was in seinem Herzen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellen wir uns einen Landwirt vor, der seinem Apfelbaum kommandiert, ab sofort statt Goldparm\u00e4nen \u201eGolden delicious\u201c zu tragen! Stellen wir uns einen Gutsbesitzer vor, der seinen Kirschbaum mit Zwetschgenwasser begie\u00dft, damit herrliche Zwetschgen darauf reifen. Die Frucht ist so wie der Baum \u2013 und das Wort ist so wie das Herz. Wenn das Herz lieblos ist, werden wir in der Ehe die Liebe nicht durchhalten k\u00f6nnen. Wenn unser Herz b\u00f6se ist, werden wir immer Streit vom Zaune brechen. Der Schaden unserer Zeit ist ein Herzschaden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gute Nachricht des Evangeliums hei\u00dft, dass Gott die chaotischen, kaputten, selbstzerst\u00f6rerischen Menschen durch seinen Geist erneuern will. Darum k\u00f6nnen wir fr\u00f6hlich und deutlich den Modespr\u00fcchen vom guten Geist in uns widersprechen. In uns ist kein Genie und kein kosmisch-universeller Geist, den wir durch eine bestimmte Lebenstechnik wachr\u00fctteln k\u00f6nnen, um dann im neuen Zeitalter nur noch gut zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte es mit David halten und bitten: \u201eSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, best\u00e4ndigen Geist.\u201c (Ps. 51,12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer kann diesen Schaden reparieren? Nur einer hat gesagt: Ich will euch ein neues Herz geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt beginnt Gott seine gro\u00dfe Operation, dass aus dem steinernen Herzen ein Kaleb- Herz wird, ein gutes Herz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber da k\u00f6nnte einer Gott antworten: Du forderst doch ein bisschen viel. Mein Herz das ist mein Bestes, mein Alles! Da soll ich Gott ranlassen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gib mir \u2013 dein Herz, damit fordert Gott allerdings nicht wenig. Gott sagt: Lass doch dein Wollen und W\u00fcnschen, dein Lieben und Hoffen auf mich gerichtet sein. Den Mittelpunkt all deines Begehrens, lass in mir ruhen und zwar ganz und ungeteilt. Dies ist ja die Summe des Gebotes: Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fcte. Gott verlangt nicht ein paar fromme Gedanken, sondern das Herz, und nicht f\u00fcr einige Augenblicke, sondern f\u00fcr immer. In der Tat, nicht wenig f\u00fcr die gro\u00dfe Operation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat einen Anspruch darauf. Er ist schon angedeutet in dem einen Wort: \u201eMein Sohn.\u201c Wie klar weist dies darauf hin, dass wir Sein Eigentum sind! Mein Sohn, ich habe dich geschaffen; alles stammt von mir, dein Herz ist ein Meisterwerk meiner Sch\u00f6pfungsweisheit; alle guten Anlagen habe ich da hineingelegt, \u2013 habe ich denn kein Recht darauf? Mein Sohn, weil Ich dich erl\u00f6st habe durch Meinen Sohn vom Verderben, weil ich dich erkauft habe zum Eigentum durch das teure Blut Jesu Christi, weil die Fremdherrschaft \u00fcber dein Herz, dadurch gebrochen ist, weil ich durch meinen Sohn deine Ketten zerrissen habe. Dein Schaden kann auch nur von mir geheilt werden. Ich gab mein Teuerstes, meinen Sohn f\u00fcr dich dahin und du willst dich mir entziehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O, wie gro\u00df und rechtm\u00e4\u00dfig ist der g\u00f6ttliche Anspruch auf unser Herz!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott will uns unser Herz mit allen seinen S\u00fcnden und Unreinigkeiten, mit seinen Sorgen und Bed\u00fcrfnissen abnehmen, es heilen, es stillen und versorgen. Gott nimmt nichts, ohne einen besseren Ersatz daf\u00fcr zu geben, wie er es verhei\u00dft: \u201eIch will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben, und will meinen Geist in euch geben und solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun\u201c (Hes. 36,26.27). Er begehrt dein Herz nur, um es neu zu schaffen, es zu f\u00fcllen mit Seinem Geist und Seiner Liebe. O was f\u00fcr ein Tausch! Nur damit Er in dir wohnen kann, und du so trotz, der eingedrungenen S\u00fcnde deine Bestimmung nicht verfehlst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann zieht Jesus in unser Herz ein, wenn wir ihn einladen und ihm unser Herz zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Herr sprach zu seinen J\u00fcngern: \u201eWer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.\u201c (Joh. 14,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann werde ich mit ihm durch die einzelnen Zimmer meiner Wohnung gehen und er wird auch dort alles neu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Arbeitszimmer, in gewisser Weise ist hier das Kontrollzentrum des Hauses; dann das Esszimmer, dem Zimmer des Appetits und des Verlangens. Danach gingen wir in das Wohnzimmer, dem Ort der Gemeinschaft. Dann gingen wir einen Raum nach dem anderen ab, den Hobbyraum, die Werkstatt, den Keller und die Rumpelkammer. Dort macht er wirklich alles neu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lasst uns einmal zusammen in den Keller gehen. In meinem alten Hause hatte ich einen Keller, in den ich nie hinuntergehe und die Fenster sind immer geschlossen. Es sind h\u00f6lzerne Fensterl\u00e4den da, kein Licht dringt hinein. Ich lebe ja gem\u00fctlich genug in dem Hause und wei\u00dft nicht, was darin ist; aber eines Tages ging ich mit Jesus hinunter und wir haben ein Licht mitgenommen. Wir gingen die Treppe hinunter und \u00f6ffnen die halbverfaulte T\u00fcr, ah! Was f\u00fcr ein feuchter, verpesteter Geruch! Wie schmutzig ist der Boden! Alle Arten lebender Gesch\u00f6pfe h\u00fcpfen unter unseren F\u00fc\u00dfen weg. Da sind Ausw\u00fcchse, selbst an den W\u00e4nden \u2013 ein Haufen Wurzeln in der Ecke, die jene langen, gelben Sch\u00f6sslinge emporstrecken, die wie die Finger des Todes aussehen. Und da ist eine Spinne und da sind hundert ihres Gleichen, von solcher Gr\u00f6\u00dfe, wie sie nur in solch&#8216; schrecklichen Pl\u00e4tzen sich finden. Ich sagte zu Jesus: \u201eKomm lass uns verschwinden, dass wir so rasch wie m\u00f6glich wegkommen. Ich liebe den Anblick nicht.\u201c \u201eNun,\u201c sagte Jesus, \u201edas Licht machte den Keller nicht schlecht. Nein, das Licht zeigte nur, was da war. Und wenn du den Tischler kommen l\u00e4sst um die Fensterl\u00e4den wegzunehmen, so scheint es noch schrecklicher, und du kannst nicht zufrieden oben leben, bis der Keller unten vollkommen gereinigt ist.\u201c Das ist gerade wie unser Herz; es ist voller S\u00fcnde, aber wir wissen es oft nicht. Es ist eine H\u00f6hle voll unreiner V\u00f6gel, von allem, was schrecklich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich wollte ich mit ihm gar nicht in den Keller gehen, aber jetzt ist es geschehen und ich bat Jesus: \u201eR\u00e4um du darinnen auf, ich kann es nicht.\u201c Er sagte: \u201eGib mir nur das Recht, die Rumpelkammer auszur\u00e4umen und ich will es tun.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Eine seltsame Bitte nach der Operation.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oft wollen uns nur unsere eigenen Wege gefallen. Aber enden sie nicht alle in Tr\u00e4nen? Nicht nur Gefallen mit etlichen seiner Wege sondern mit seinen Wegen ohne Ausnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4re es denn nicht viel nat\u00fcrlicher, die beiden Bitten umzudrehen? Erst Gefallen an Gottes Wegen lernen, und je mehr wir Freude daran bekommen, desto leichter k\u00f6nnen wir ihn lieben, ihm unser Herz schenken. So ist es unter uns der Fall. Da entspringt aus dem Gefallen die Liebe. Aber wie weise ist diese umgekehrte Ordnung bei Gott: Erst das Herz, dann das Gefallen! Das Gefallen ist aber nur m\u00f6glich, wenn das Erste vorangegangen ist. Tausende strengen sich an, sich in Gottes Wege hineinzugeben, aber weil sie ihr Herz noch nicht Gott geschenkt haben, weil sie noch immer eigene Wege gehen, und Gott diese Wege aus lauter Barmherzigkeit immer wieder durchkreuzt, so bringen sie es h\u00f6chstens dazu, unter die bittere Notwendigkeit einer g\u00f6ttlichen F\u00fcgung sich in stumpfer Verzichtleistung zu beugen, aber nie bis zum Gefallen an allen Wegen Gottes zu kommen. Aber, das ist die Art Gottes, zuerst der Glaube und dann das Schauen, nicht umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst wenn dein Herz in ihm und seinem Frieden ruht, ist es auch zufrieden mit allen seinen Wegen. Dann hast du auch Gefallen an den Wegen, die dem nat\u00fcrlichen Sinn zuwider sind, auf die aber Gottes guter Geist uns immer hinf\u00fchrt, mit den Wegen der Verleugnung des fleischlichen Sinnes, ja auch der Z\u00fcchtigung, die zu unserm besten dient; oder \u2013 mit dem ganzen, schmalen Weg des Lebens, dem Kreuzesweg der Nachfolge Christi, auch mit den gr\u00f6\u00dften Dem\u00fctigungen und einschneidendsten Verlusten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spurgeon erz\u00e4hlte: Ihr habt vielleicht geh\u00f6rt von jenem ber\u00fchmten M\u00e4rtyrer, dessen Losungswort dass Wort war: \u201eDenen, die Gott lieben, m\u00fcssen alle Dinge zum Besten dienen.\u201c Von den H\u00e4schern der K\u00f6nigin Maria ergriffen, um verbrannt zu werden, widerfuhr ihm unterwegs von denselben eine so raue Behandlung, dass er fiel und das Bein brach. \u201eNun,\u201c h\u00f6hnten die rohen Gesellen, \u201eda siehst du, wie fein dir alles zum Besten dient! Wie sollte dein gebrochenes Bein das k\u00f6nnen!\u201c \u201eWie das geschehen wird, wei\u00df ich nicht,\u201c erwiderte der Glaubenszeuge ruhig, \u201eaber zu meinem Besten wird\u2019s dienen, das werdet auch ihr sehen.\u201c Merkw\u00fcrdigerweise geschah, was er so zuversichtlich glaubte. Durch sein gebrochenes Bein l\u00e4nger als einen Tag auf dem Wege aufgehalten, kam er gerade zeitig genug in London an, um zu h\u00f6ren, dass Elisabeth den Thron ihrer verstorbenen Schwester bestiegen hatte. So war er durch sein gebrochenes Bein vor dem Scheiterhaufen bewahrt geblieben. Er wandte sich zu den H\u00e4schern und fragte: \u201eWollt ihr jetzt glauben, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen m\u00fcssen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lasst uns diese Anleitung zu unserer Herz-Op befolgen, dann wird der Gott des Friedens mit uns sein.<\/p>\n<p><strong>Amen<\/strong><\/p>\n<p>Mein Gott! Das Herz ich bringe dir<br \/>\nZur Gabe und Geschenk<br \/>\nDu forderst dieses ja von mir<br \/>\nDes bin ich eingedenk<\/p>\n<p>Gib mir mein Sohn dein Herz, sprichst Du<br \/>\nDas ist mir lieb und wert:<br \/>\nDu findest anders auch nicht ruh<br \/>\nIm Himmel und auf Erd<\/p>\n<p>Nun du mein Vater nimm es an<br \/>\nMein Herz veracht es nicht:<br \/>\nIch geb\u2018s so gut ich\u2018s geben kann<br \/>\nKehr zu mir dein Gesicht.<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Bibelgemeinde 11.11.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich war ich mal wieder beim Arzt. Wenn einer \u00e4lter wird, muss er zum T\u00dcV. Gen\u00fcgt das Profil? Bl\u00e4ttert der Lack? Frisst der Rost? Bricht das alte Vehikel zusammen? Der Mann im wei\u00dfen Kittel machte es genau und klopfte die ganze Karosserie ab. \u201eNun noch ein EKG!\u201c meinte er. 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