{"id":15923,"date":"2018-11-05T17:23:54","date_gmt":"2018-11-05T16:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15923"},"modified":"2018-11-05T17:27:16","modified_gmt":"2018-11-05T16:27:16","slug":"persoenliches-zeugnis-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15923","title":{"rendered":"Pers\u00f6nliches Zeugnis"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Meine Kindheit habe ich im nieders\u00e4chsischen Verden an der Aller verbracht, wo ich als drittes von sechs Kindern auf dem elterlichen Hof aufgewachsen bin. In unserer Familie wurde Wert auf Tradition und einen konservativen Lebensstil gelegt. Dazu geh\u00f6rte auch, dass wir an den Sonntagen die Gottesdienste unserer ev.-luth. Kirchengemeinde besuchten. Das Tischgebet beim Mittagessen durfte nicht fehlen, und auch vor dem Einschlafen beteten unsere Eltern mit uns ein Nachtgebet. Ich nahm den christlichen Glauben als eine \u00e4u\u00dfere Form wahr, hatte aber keinen inneren Bezug dazu. Der Konfirmationsunterricht im Pfarrhaus der St. Andreaskirche in Verden erreichte mich nicht und so wundert es nicht, dass mir am Tag der Konfirmation die vielen Geldgeschenke wichtiger waren als das Bekenntnis zu Christus.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Oberstufenjahre habe ich in England und Holland verbracht, wo ich mein englisches Abitur machte. Nach dem Wehrdienst ging ich nach London, wo ich nach drei Jahren mein Studium in Betriebs- und Volkswirtschaft mit einem B.A. abschloss. In diesen Jahren spielte der christliche Glaube gar keine Rolle mehr. Ich fragte nicht nach Gott und lebte mein Leben ohne ihn. Die Konfirmationsbibel war in Verden geblieben und verstaubte dort im B\u00fccherregal. Meine Entscheidungen traf ich autonom und aus dem Bauch heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Suche nach Lebenssinn, Erfolg, Gl\u00fcck und Liebe stellte ich die Weichen falsch. Ich machte Fehler und betrat br\u00fcchige Wege. Ohne es zu merken, verstrickte ich mich in S\u00fcnden. W\u00e4hrend ich \u00e4u\u00dferlich das Studentenleben genoss, war ich innerlich gefangen und ging mehr und mehr kaputt. Niemand merkte es, denn ich trug eine Maske.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Eltern hatten unterdessen in Deutschland eine interessante Entwicklung erlebt. Sie hatten durch eine Ehekrise zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gefunden. Ich fand es befremdlich, dass sie jetzt so viel und begeistert von Jesus und der Bibel redeten, wenn ich in den Semesterferien nach Hause kam. Auf der anderen Seite nahm ich aber auch wahr, dass ihr Miteinander sich zum Positiven ver\u00e4ndert hatte. Einmal hatte mich mein Vater bei einem Spaziergang auf dem Deich hinter unserem Hof angesprochen: \u201eJohann, mach Dir einmal Gedanken, ob Du nicht auch Jesus brauchst f\u00fcr Dein Leben.\u201c Ich wehrte in etwa mit diesen Worten ab: \u201eIhr hattet Probleme und darum brauchtet ihr Jesus. Ich habe keine Probleme, darum brauche ich Jesus nicht\u201c. Auch wenn es gelogen war; f\u00fcr den Moment hatte ich das Jesus-Angebot erfolgreich abgewehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sollte nicht mehr lange dauern, bis ich bereit war, meine Hilfsbed\u00fcrftigkeit einzugestehen. Auf den Abschluss des Erststudiums folgte ein Masterstudiengang am College of Law in Guilford. In den Winterferien flog ich nach Hause, und am 22. Dezember brach meine Verzweiflung aus mir heraus. Meine Eltern h\u00f6rten mir geduldig zu und vereinbarten einen Termin mit einem mir unbekannten Pastor in der L\u00fcneburger Heide: Pastor Dr. Joachim Cochlovius. Am 23. Dezember 1995 sa\u00df ich in seinem Arbeitszimmer, konnte mir die Not vom Herzen reden und erhielt eine fundierte und in drei Punkte strukturierte Erstorientierung aus dem Wort Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich zum Jahresbeginn zur\u00fcck nach London flog, hatte ich die Bibel und neben weiteren B\u00fcchern das Buch \u201eJesus unser Schicksal\u201c von Wilhelm Busch im Gep\u00e4ck. Im Flieger machte ich mir erstmals ernsthaft Gedanken \u00fcber den Tod und das Danach. Wo werde ich sein, wenn ich mit diesem Flugzeug abst\u00fcrze? Zur\u00fcck in England begann ich mit der Suche nach Gott. Tags\u00fcber studierte ich, und abends las ich in der Bibel. Ich begann im Johannesevangelium und k\u00e4mpfte zun\u00e4chst mit Zweifeln: Wie soll Jesus Wasser in Wein verwandelt oder das Brot vermehrt haben? Konnte Jesus tats\u00e4chlich \u00fcber das Wasser gehen oder war das ein Trick gewesen? Hat die Auferweckung des Lazarus tats\u00e4chlich stattgefunden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich versuchte, das Gespr\u00e4ch mit Gott aufzunehmen. Das war nicht ganz leicht, weil ich Gott nicht sehen konnte und auch nicht wusste, ob es \u00fcberhaupt einen Gott gibt, der mein Beten h\u00f6rt. In dem Buch \u201eAuf der Suche nach Freiheit\u201c von Arthur Richter las ich die Empfehlung, S\u00fcnden aufzuschreiben und zu bekennen. Ich begann, mich mit meinen Fehlentscheidungen, S\u00fcnden und Verletzungen zu besch\u00e4ftigen und nahm sie mit in das Gespr\u00e4ch mit dem Gott, den ich noch nicht kannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 1996 las ich das vierzehnte Kapitel des Johannesevangeliums und stie\u00df auf dieses Wort Jesu an seine J\u00fcnger: \u201eUnd ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tr\u00f6ster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein\u201c (Joh 14,16). W\u00e4hrend ich diese Worte las, fiel es mir pl\u00f6tzlich wie Schuppen von den Augen. Es war, als ob jemand einen Vorhang beiseite gezogen h\u00e4tte. Der Heilige Geist war in mein Leben gekommen und ich konnte glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nie hatte ich verstanden, wie der Tod eines Mannes, der vor 2.000 Jahren an einem Kreuz gestorben war, etwas mit meinem Leben zu tun hatte. Jetzt begriff ich, dass Jesus dort f\u00fcr meine S\u00fcnden gelitten hatte und gestorben war. Ich durfte meine S\u00fcnden bekennen und Vergebung empfangen. War die Auferstehung Jesu Christi ein historisches Ereignis? Was ich fr\u00fcher nicht glauben konnte, wurde jetzt zur Gewissheit: Jesus Christus lebt! Er ist tats\u00e4chlich von den Toten auferstanden. Am Kreuz hatte er unsere S\u00fcnde bezahlt und am Auferstehungsmorgen den Tod besiegt. Der lebendige Gott hatte mir durch die Gabe des Geistes die Augen f\u00fcr diese unsichtbare Wirklichkeit ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Freude war unbeschreiblich gro\u00df. Meine Verzweiflung wurde in Gl\u00fcck verwandelt, und meine S\u00fcnden fielen wie Ketten von mir ab. Ich erlebte, was Jesus seinen J\u00fcngern angek\u00fcndigt hatte: \u201eWenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine J\u00fcnger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen\u201c (Joh 8,31.32). Was mich gebunden hatte, fiel von mir ab. Christus hatte mich befreit: \u201eWenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei\u201c (Joh 8,36).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell wuchs in mir der Entschluss, mein Leben ganz in den Dienst f\u00fcr Gott zu stellen. Ich brach mein angefangenes Masterstudium ab und kehrte nach Deutschland zur\u00fcck. Als ich in Verden die Schublade meines Schreibtisches \u00f6ffnete, fiel mein Blick auf das Messingkreuz, das ich zehn Jahre zuvor anl\u00e4sslich meiner Konfirmation am 4. Mai 1986 \u00fcberreicht bekommen hatte. Ich hatte es nie beachtet und wusste gar nicht mehr, dass ich es besa\u00df. Auf der R\u00fcckseite las ich meinen Konfirmationsvers: \u201eIch sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben\u201c (R\u00f6mer 1,6). Dieser Vers ist zu einem Leitmotiv meines Lebens geworden. Was ich erlebt und erkannt habe, kann ich nicht f\u00fcr mich behalten. Ich will die gute Nachricht &#8211; das Evangelium von Jesus Christus &#8211; weitersagen, damit auch andere Menschen aus ihren S\u00fcnden gerettet werden und das ewige Leben finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Aufbruch \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes 2\/2018 (Oktober). Der Aufbruch kann kostenlos \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes bezogen werden (<a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Kindheit habe ich im nieders\u00e4chsischen Verden an der Aller verbracht, wo ich als drittes von sechs Kindern auf dem elterlichen Hof aufgewachsen bin. In unserer Familie wurde Wert auf Tradition und einen konservativen Lebensstil gelegt. Dazu geh\u00f6rte auch, dass wir an den Sonntagen die Gottesdienste unserer ev.-luth. Kirchengemeinde besuchten. Das Tischgebet beim Mittagessen durfte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15923"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15923"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15923\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15929,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15923\/revisions\/15929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}