{"id":15905,"date":"2018-10-25T11:02:34","date_gmt":"2018-10-25T09:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15905"},"modified":"2018-10-25T11:04:40","modified_gmt":"2018-10-25T09:04:40","slug":"gespaltenes-denken-beobachtungen-zu-einer-anfrage-an-das-studienzentrum-der-ekd-fuer-genderfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15905","title":{"rendered":"Gespaltenes Denken &#8211; Beobachtungen zu einer Anfrage an das Studienzentrum der EKD f\u00fcr Genderfragen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst 2016 erschien ein hochinteressanter Forschungsbericht aus den Vereinigten Staaten aus der wissenschaftlichen Reihe \u201eThe New Atlantis\u201c. Er tr\u00e4gt den Titel: &#8222;Sexuality and Gender \u2013 Findings from the Biological, Psychological and Social Sciences&#8220;, The New Atlantis, Special Report, Fall 2016. Die beiden Psychologen und Universit\u00e4tsprofessoren Lawrence S. Mayer und Paul R. McHugh kommen darin zu dem Ergebnis, dass auf Basis biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Studien derzeit nicht von einer genetisch oder hormonell bestimmten bisexuellen oder homosexuellen Orientierung gesprochen werden kann. Weiterhin kommen sie zu dem Schluss, dass Menschen nicht zwingend auf eine bi- oder homosexuelle Orientierung hin festgelegt sind. Eine Ver\u00e4nderung der sexuellen Orientierung sei m\u00f6glich und werde auch so von Menschen erlebt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angeregt durch den Forschungsbericht von Mayer &amp; McHugh setzte ich mich im Herbst 2016 mit dem Studienzentrum der EKD f\u00fcr Genderfragen in Verbindung. Gender-Vertreter m\u00f6chten bekanntlich die Geschlechterdualit\u00e4t von Mann und Frau aufbrechen und durch Geschlechtervielfalt ersetzen. Der neue Mensch soll das bipolare Geschlechtermodell, das insbesondere durch die Ehe von Mann und Frau repr\u00e4sentiert wird, \u00fcberwinden und sexuelle Identit\u00e4t und sexuelle Orientierung als ver\u00e4nderbare und flie\u00dfende Gr\u00f6\u00dfen verstehen. Bei der Er\u00f6ffnung des Studienzentrums der EKD f\u00fcr Genderfragen war nicht nur von den bekannten zwei Geschlechtern, sondern von \u201emindestens 4.000 Varianzen der geschlechtlichen Differenzierung\u201c die Rede.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hoffte, dass wir als Gemeindehilfsbund bei soviel Geschlechtervielfalt und Offenheit f\u00fcr flie\u00dfende sexuelle Identit\u00e4ten und Orientierungen in der Gender-Studienleitung vielleicht Verb\u00fcndete auch im Sinne der oben erw\u00e4hnten Studienergebnisse finden w\u00fcrden. Folgende Fragen legten wir den Leiterinnen des Studienzentrums im Herbst 2016 mit der Bitte um Beantwortung vor:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gehen auch Sie davon aus, dass eine bi- oder homosexuelle Orientierung nicht biologisch\/genetisch bestimmt und fixiert ist?<\/li>\n<li>R\u00e4umen Sie die M\u00f6glichkeit ein, dass Menschen, die eine Ver\u00e4nderung ihrer bi- oder homosexuellen Orientierung w\u00fcnschen und anstreben, eine solche Ver\u00e4nderung ggf. auch auf therapeutischem Wege erlangen und erleben k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erhielt, auch wegen einer Vakanz, sehr lange keine Antwort. Im M\u00e4rz 2018 stellte ich die Anfrage erneut. Auch jetzt blieb die Antwort aus. Erst nach einem weiteren Schreiben, erhielten wir am 3.7.2018 eine E-Mail mit folgender Auskunft: \u201eAm 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation, Homosexualit\u00e4t von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Diese Entscheidung ist f\u00fcr uns ma\u00dfgeblich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine in doppelter Hinsicht erstaunliche Antwort: 1.) sollte doch f\u00fcr ein kirchliches Studienzentrum nicht ein Beschluss der Weltgesundheitsorganisation ma\u00dfgeblich sein, sondern einzig und allein das Wort Gottes. 2.) beantwortete diese Aussage die beiden Fragen keineswegs, da es nicht um die Frage der Einordnung von Homosexualit\u00e4t als psychische St\u00f6rung ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht waren ja die Fragen falsch verstanden worden. Und so pr\u00e4zisierte ich den Kontext: \u201eIst es nicht so, dass aus gendertheoretischer Sicht die sexuelle Orientierung fluid, ver\u00e4nderbar und damit auch w\u00e4hlbar ist? Es soll ja ein starres Genderkorsett mit \u00fcberholten Fixierungen aufgebrochen werden. Ein heterosexueller Mann k\u00f6nnte also aus gendertheoretischer Sicht sehr wohl im Laufe seines Lebens eine homosexuelle Orientierung entwickeln und in eine gleichgeschlechtliche Beziehung wechseln. Gendertheoretisch weitergedacht, m\u00fcsste dann dies auch auf dem umgekehrten Wege denkbar und m\u00f6glich sein. Eine homosexuell empfindende Frau k\u00f6nnte &#8211; wenn sie es denn wollte &#8211; eine heterosexuelle Orientierung entwickeln und in eine heterosexuelle Beziehung wechseln.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraufhin schrieb die Studienleiterin Oberkirchenr\u00e4tin Dr. Jantine Nierop: \u201eDies ist die letzte Nachricht, die ich Ihnen schreiben werde. Alle weiteren Kontaktaufnahmen sind daher vollst\u00e4ndig sinnlos. Wir haben Ihre Fragen bereits beantwortet und werden keine weiteren Antworten geben. Ich w\u00fcnsche Ihnen Frieden und die Weisheit Jesu Christi.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ernsthafter Dialog ist offenbar nicht gew\u00fcnscht. Unbequeme Wahrheiten einer wissenschaftlichen Studie, die das eigene Weltbild in Frage stellen, sind nicht gewollt. Auf zwei eindeutig gestellte Fragen zwei eindeutige Antworten zu geben, ist anscheinend nicht m\u00f6glich. Diese Haltung spricht B\u00e4nde: Gendertheorie ist solange gut, wie sie die Demontage des zweigeschlechtlichen Geschlechtermodells und der biblischen Sexualethik unterst\u00fctzt. Wo Gendertheorie aber die Erkenntnis st\u00fctzt, dass eine Ver\u00e4nderbarkeit homosexueller hin zu heterosexuellen Empfindungen durch die Kraft Jesu m\u00f6glich ist, da kann pl\u00f6tzlich nicht mehr sein, was nicht sein darf. Das Denken der kirchlichen Gendertheoretiker ist tief gespalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlimm genug, dass das Gender-Mainstreaming bundesweit in Beh\u00f6rden und \u00f6ffentlichen Einrichtungen zum Querschnittsanliegen gemacht wurde und rund 200 Genderprofessoren unz\u00e4hlige Studenten mit dem Gender-Unsinn besch\u00e4ftigen. Viel Schlimmer noch ist aber, dass die EKD wertvolle Kirchensteuermittel verschwendet, um ein Institut zu finanzieren, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zerst\u00f6rung der neutestamentlichen Ehe- und Sexualethik im Raum der Kirche voranzutreiben und mit pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen zu untermauern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Aufbruch &#8211; Informationen des Gemeindehilfsbundes 2\/2018 (Oktober). Der Aufbruch kann kostenlos \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes bezogen werden (<a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst 2016 erschien ein hochinteressanter Forschungsbericht aus den Vereinigten Staaten aus der wissenschaftlichen Reihe \u201eThe New Atlantis\u201c. Er tr\u00e4gt den Titel: &#8222;Sexuality and Gender \u2013 Findings from the Biological, Psychological and Social Sciences&#8220;, The New Atlantis, Special Report, Fall 2016. Die beiden Psychologen und Universit\u00e4tsprofessoren Lawrence S. Mayer und Paul R. 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