{"id":15696,"date":"2018-07-19T14:26:46","date_gmt":"2018-07-19T12:26:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15696"},"modified":"2018-07-19T14:26:46","modified_gmt":"2018-07-19T12:26:46","slug":"stellungnahme-ak-gnadau-bayern-zum-beschluss-der-landessynode-der-elkb-segnung-gleichgeschlechtlicher-paare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15696","title":{"rendered":"Stellungnahme AK Gnadau Bayern zum Beschluss der Landessynode der ELKB \u201eSegnung gleichgeschlechtlicher Paare\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im April 2018 hat die Landessynode der Ev. Luth. Kirche in Bayern mit gro\u00dfer Mehrheit beschlossen, die \u00f6ffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst zuzulassen. Die Segnung wird als Kasualie in die Kirchenb\u00fccher Eingang finden. Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung wiederholen wir, was wir im Vorfeld und an vielen anderen Stellen bereits deutlich gemacht haben:<!--more--><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong> Wir grenzen uns ab von Diskriminierung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer Diskriminierung und Ausgrenzung homosexuell empfindender Menschen stellen wir uns mit Nachdruck entgegen. Ihnen gilt wie allen Menschen die Liebe und Zuwendung Gottes und damit auch die Liebe und Zuwendung der Gemeinde. In unseren Gottesdiensten sind alle Menschen willkommen, um das Evangelium zu h\u00f6ren, unabh\u00e4ngig von ihrer sexuellen Orientierung. Homosexuelle haben selbstverst\u00e4ndlich einen Raum in unseren Gemeinden wie alle anderen auch. Dazu geh\u00f6rt auch unser Bem\u00fchen um ihre angemessene seelsorgerliche Begleitung. Ihnen gilt die Liebe Gottes gleicherma\u00dfen ohne Vorbedingung, das soll in unseren Gemeinden und Gemeinschaften erfahrbar sein. Homosexuelle erleben das oft anders, hier haben wir eine gro\u00dfe Aufgabe.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Normative Kraft hat allein die Heilige Schrift<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir achten die Bibel als Gottes Wort, auf das wir h\u00f6ren und dem wir im Leben und Sterben vertrauen. Die Heilige Schrift allein ist der Ma\u00dfstab f\u00fcr all das, was wir glauben und verk\u00fcnden. Sie ist \u201eRegel und Richtschnur\u201c f\u00fcr unsere Lehre und f\u00fcr unser Leben. Es gibt in der Bibel keine Stelle, die homosexuelle Beziehungen positiv bewertet. Zu lehren, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften dem Sch\u00f6pfungswillen Gottes entspr\u00e4chen und unter seinem Segen st\u00fcnden, entspricht nach unserer Einsicht nicht dem Zeugnis der Schrift, sondern steht ihm entgegen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Wir k\u00f6nnen nicht segnen, was Gott nicht segnet<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach biblischem Zeugnis sind Mann und Frau nach dem Bild Gottes geschaffen. Dem entspricht die Ehe als eine gute Stiftung Gottes, in der Mann und Frau einander ganzheitlich \u2013 inklusive der geschlechtlichen Gemeinschaft \u2013 zugeordnet sind. Dabei wird die eheliche Gemeinschaft konkret als zwischen einem Mann und einer Frau beschrieben, die lebenslang, exklusiv und offen f\u00fcr Kinder ist. Auch wenn staatliche Gesetze die \u201eEheschlie\u00dfung f\u00fcr Personen gleichen Geschlechts\u201c erm\u00f6glichen, lehnen wir eine Segnung homosexueller Paare ab, weil wir nicht segnen k\u00f6nnen, was Gott nicht segnet.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Wir bedauern die Entscheidung sehr und k\u00f6nnen sie nicht unterst\u00fctzen und mittragen.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil die Lebensform eines Menschen immer \u201emit\u2010spricht\u201c und \u201emit\u2010verk\u00fcndigt\u201c, berufen wir Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, weder in den Verk\u00fcndigungsdienst noch in Leitungsaufgaben. Denn Leben und Lehre geh\u00f6ren zusammen. Wir werden in unseren Gemeinden und Gemeinschaften keine Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare durchf\u00fchren und unsere R\u00e4ume daf\u00fcr nicht zur Verf\u00fcgung stellen. Wir sch\u00e4tzen es, dass in der Diskussion und im Beschluss die Gewissensfreiheit eine entscheidende Rolle spielt. Wir achten die Gewissensfreiheit nicht nur von Hauptamtlichen, sondern zugleich auch von allen unseren Mitgliedern.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"5\">\n<li><strong> Wir bieten geistliche Heimat<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen, die sich grunds\u00e4tzlich in der Ev. Luth. Kirche Bayerns beheimatet sehen, aber aufgrund dieser Polarisierung aus der ELKB austreten, werden wir weiterhin Heimat und geistliche Versorgung bieten. Sie d\u00fcrfen mitarbeiten und alle Amtshandlungen empfangen. Dazu leitet uns der Beschluss der Gnadauer Mitgliederversammlung vom 12.2.2003: \u201eWir ermutigen betroffene Verb\u00e4nde, den aus der Landeskirche Ausgetretenen geistliche Heimat zu bieten. Wir haben Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass sie diesen Personen gemeindliche Versorgung gew\u00e4hren.\u201c<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Unsere innerkirchliche Verortung geben wir nicht preis<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die innere Polarisierung der ev. Kirche w\u00e4chst bedauerlicherweise durch diese Entscheidung und erschwert das Miteinander. Wir arbeiten als freie Werke innerhalb der ELKB und werden unser Profil weiterhin aktiv vertreten: im Schriftverst\u00e4ndnis, in der Christologie und der Ethik. Wir haben deshalb Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn Landeskirchliche Gemeinschaften in Orten, in denen die Segnung einer homosexuellen Partnerschaft gelehrt oder durchgef\u00fchrt wird, eigenst\u00e4ndig und frei dar\u00fcber entscheiden, ob und in welcher Weise sie sich am Leben der Kirchgemeinde beteiligen wollen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"7\">\n<li><strong> Es gibt andere Aufgaben<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fragen rund um eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare nehmen u.E. sowohl in theologischer wie in praktischer Hinsicht einen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Raum in der innerkirchlichen Debatte ein. Allerdings wird in diesem Zusammenhang die Grundfrage diskutiert, in welcher Weise die Heilige Schrift als normierende Norm f\u00fcr unsere Entscheidungen G\u00fcltigkeit hat, und ber\u00fchrt insofern das Bekenntnis der Kirche. Wir sehen in unserer Zeit die weit gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, in einer immer st\u00e4rker s\u00e4kularisierten und individualisierten Welt die rettende Botschaft von Jesus Christus zu verk\u00fcndigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die in Bayern arbeitenden Verb\u00e4nde und Werke des Gnadauer Verbandes, die im AK Gnadau Bayern zusammen geschlossen sind,<\/p>\n<p>im Juni 2018<\/p>\n<p>Erwin Lechner Vorsitzender, Landeskirchlicher Gemeinschaftsverband Bayern<\/p>\n<p>Dr. Hartmut Schmid, Vorsitzender Liebenzeller Gemeinschaftverband<\/p>\n<p>Hermann Findeisen, Vorsitzender Hensoltsh\u00f6her Gemeinschaftsverband<\/p>\n<p>Steffen Kern, Vorsitzender Die Apis. Ev. Gemeinschaftsverband W\u00fcrttemberg<\/p>\n<p>Norbert Held, Inspektor Ev. Gemeinschaftsverband Hessen\u2010Nassau<\/p>\n<p>Dr. Wolfgang Becker, Rektor Stiftung Hensoltsh\u00f6he<\/p>\n<p>Friedrich R\u00f6\u00dfner, Rektor Diakonie\u2010Gemeinschaft Puschendorf<\/p>\n<p>Samuel Haubner, Vorsitzender EC Bayern,<\/p>\n<p>Daniel Hahn, Verbandsjugendleiter cjb Puschendorf<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Arbeitskreis Gnadau Bayern<br \/>\nKonrad Fl\u00e4mig<br \/>\nWaldstra\u00dfe 1, 90617 Puschendorf<br \/>\nTel. 09101-9020610<br \/>\nMail: konrad.flaemig@lkg.de<br \/>\nPuschendorf, 27.06.2018<\/p>\n<p><em>Quelle:<br \/>\nNetzwerk Bibel und Bekenntnis<br \/>\nwww.bibelundbekenntnis.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2018 hat die Landessynode der Ev. Luth. Kirche in Bayern mit gro\u00dfer Mehrheit beschlossen, die \u00f6ffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst zuzulassen. Die Segnung wird als Kasualie in die Kirchenb\u00fccher Eingang finden. 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