{"id":15692,"date":"2018-07-14T12:05:56","date_gmt":"2018-07-14T10:05:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15692"},"modified":"2018-07-14T12:05:56","modified_gmt":"2018-07-14T10:05:56","slug":"die-kirche-spielt-mit-ihrer-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15692","title":{"rendered":"Die Kirche spielt mit ihrer Zukunft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">(Idea-Beitrag) Die evangelische Kirche in Deutschland sieht ihre Zukunft offenbar in der politischen Ethik. Hier hofft sie, dem Mitglieder- und Bedeutungsschwund etwas entgegensetzen zu k\u00f6nnen. Nur so lassen sich zahlreiche \u00c4u\u00dferungen des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und anderer leitender Bisch\u00f6fe verstehen. Man orientiert sich dabei vorwiegend an Leitideen, die aus dem rot-gr\u00fcnen Politik-Spektrum vorgegeben werden. Eine dieser Leitideen ist der globale Universalismus, wonach jeder f\u00fcr jeden und f\u00fcr alles in der Welt Verantwortung habe. Das f\u00fchrt zu einer Art Intensiv-Ethik, die permanent fordert und sich moralisch unendlich \u00fcberlegen f\u00fchlt. Wer sich dazu kritisch verh\u00e4lt, verf\u00e4llt sofort einem moralischen Bann. So wird ein Klima der Einsch\u00fcchterung und Selbstzensur geschaffen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ohne Begrenzung gibt es keine Integration<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein eklatantes Beispiel daf\u00fcr ist die Fl\u00fcchtlingsfrage, in der von der EKD nach wie vor suggeriert wird, es g\u00e4be keine Grenzen der Aufnahmepflicht und keine Begrenzungen ethischen Handelns. Das ist schon logisch falsch, denn jedes ethische Handeln ist im privaten wie im \u00f6ffentlichen Bereich notwendigerweise begrenzt. Es gibt kein unbegrenztes Helfen! Sowohl in individual- als auch in universalethischer Hinsicht sind Grenzen unerl\u00e4sslich und Voraussetzung f\u00fcr Frieden und Recht. Ohne Grenzen zu setzen, wahrzunehmen und zu befolgen, kann es kein Miteinander von Menschen geben, wie nicht zuletzt die &#8222;me-too&#8220;-Debatte gezeigt hat. Grenzenlosigkeit hingegen bedeutet in jedem Fall eine \u00dcberschreitung und die Au\u00dferkraftsetzung von Regeln; sie bewirkt Gegenreaktionen und die politischen sowie kulturellen Folgen werden oft erst sehr viel sp\u00e4ter sichtbar. Ohne Begrenzung ist keine Integration m\u00f6glich. Auch theologisch ist die Forderung der Grenzenlosigkeit falsch. Jesu radikale Aussagen zur N\u00e4chsten- und Feindesliebe beziehen sich auf die individuelle Alltagsethik und nicht auf globale Prozesse des 21. Jahrhunderts! Helfen ist die Pflicht von Christen; aber wie und in welchem Umfang man hilft, ist eine Frage der Vernunft. Die gute Sch\u00f6pfergabe der Vernunft ist das entscheidende Kriterium in ethischen und politischen Fragen, nicht eine angeblich h\u00f6here religi\u00f6se Einsicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ver\u00f6ffentlicht mit Genehmigung der idea-Redaktion.<br \/>\nZum Weiterlesen verwenden Sie bitte den nachfolgenden link: https:\/\/www.idea.de\/spektrum\/detail\/die-kirche-spielt-mit-ihrer-zukunft-105928.html<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prof. Dr. Udo Schnelle (65) lehrte Neues Testament in Erlangen und Halle (Saale).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Idea-Beitrag) Die evangelische Kirche in Deutschland sieht ihre Zukunft offenbar in der politischen Ethik. Hier hofft sie, dem Mitglieder- und Bedeutungsschwund etwas entgegensetzen zu k\u00f6nnen. Nur so lassen sich zahlreiche \u00c4u\u00dferungen des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und anderer leitender Bisch\u00f6fe verstehen. 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