{"id":15570,"date":"2018-05-21T08:32:24","date_gmt":"2018-05-21T06:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15570"},"modified":"2018-05-18T15:40:16","modified_gmt":"2018-05-18T13:40:16","slug":"predigt-ueber-1-mose-111-9-pfingsten-und-der-turmbau-zu-babel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15570","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 1 Mose 11,1-9: Pfingsten und der Turmbau zu Babel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde, in 1. Mose 11,1-9 finden wir den Bericht \u00fcber den Turmbau zu Babel: &#8222;Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011002_vno\"><\/a>2\u00a0<\/span>Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011003_vno\"><\/a>3\u00a0<\/span>Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! \u2013 und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als M\u00f6rtel <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011004_vno\"><\/a>4\u00a0<\/span>und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut \u00fcber die ganze Erde.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011005_vno\"><\/a>5\u00a0<\/span>Da fuhr der HERR hernieder, dass er s\u00e4he die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011006_vno\"><\/a>6\u00a0<\/span>Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden k\u00f6nnen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011007_vno\"><\/a>7\u00a0<\/span>Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011008_vno\"><\/a>8\u00a0<\/span>So zerstreute sie der HERR von dort \u00fcber die ganze Erde, dass sie aufh\u00f6ren mussten, die Stadt zu bauen. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref1011009_vno\"><\/a>9\u00a0<\/span>Daher hei\u00dft ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat \u00fcber die ganze Erde.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie wundern sich vielleicht: Was hat der Turmbau zu Babel mit Pfingsten zu tun. Haben Sie ein wenig Geduld und lassen Sie sich \u00fcberraschen. Zum Geschehen. Als die Sintflut, die alles Leben auf der Erde ausgel\u00f6scht hatte, zu Ende war, landete die Arche mit Noah und seiner Familie auf dem Berg Ararat im Bergland von Armenien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noah, begeistert und voller Dankbarkeit \u00fcber Gottes wunderbare Rettung, baute Gott einen Altar und brachte IHM aus vollem Herzen ein Dankopfer dar. Voller Freude starteten sie nun, auf der durch die Sintflut ver\u00e4nderten Erde, ein neues Leben und begannen, sie wieder zu bev\u00f6lkern. Im Laufe von f\u00fcnf Generationen hatten sie sich bereits kr\u00e4ftig vermehrt aber ihr Verh\u00e4ltnis zu Gott hatte sich ver\u00e4ndert. Die erste Liebe zu Gott, dem Sch\u00f6pfer, Retter und Erhalter ihres Lebens, ging bei den nachfolgenden Generationen langsam verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer unter ihnen, mit Namen Nimrod, entwickelte sich zu einem starken und m\u00e4chtigen Anf\u00fchrer und Herrscher. Er \u00fcberredete sie, sich nicht weitr\u00e4umig \u00fcber die Erde zu verteilen, wie Gott es ihnen geboten hatte, sondern als Volk geschlossen weiter nach Osten zu ziehen. Dort kamen sie, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, in eine reichbew\u00e4sserte und paradiesisch fruchtbare Talebene. Hier lie\u00dfen sie sich nieder. (V. 2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte drei Punkte beleuchten<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Plan der Menschen<\/li>\n<li>Das Eingreifen Gottes<\/li>\n<li>Die Einheit durch den Heiligen Geist<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.) Der Plan der Menschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie haben hier alles, was sie zum Leben brauchen und dar\u00fcber hinaus. Doch sie wollen mehr. Sie wollen, entgegen Gottes Befehl, zusammenbleiben, Einheit und St\u00e4rke demonstrieren und nicht zerstreut werden. Die Einheit, die bisher die Menschenfamilie verband, war die Anerkennung und Verehrung des einen, des lebendigen Gottes, des Sch\u00f6pfers Himmels und der Erde. Das gen\u00fcgt ihnen jetzt nicht mehr. Sie wollen etwas schaffen, das ihnen Ruhm und Ehre einbringen soll. Sie wollen sich ein Denkmal setzen und sich einen Namen machen, der in die Nachwelt hineinreichen und ihnen dadurch Unsterblichkeit verleihen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gleiche Motivation steht auch hinter den Pyramiden der \u00c4gypter, den Mausoleen und Obelisken sowie den r\u00f6mischen Triumphb\u00f6gen der Antike. Diese Rebellion, die Auflehnung der Menschen gegen Gott, kommt einem zweiten S\u00fcndenfall gleich und hat seinen Ursprung in dem Verlangen: \u201e<strong><u>sein zu wollen wie Gott\u201c.<\/u><\/strong> (vgl. 1.Mose 3,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist interessant: Der Name ihres Anf\u00fchrers, der sie zu dem Ungehorsam angestiftet hatte, Nimrod, hei\u00dft w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt <strong><u>\u201ewir wollen rebellieren\u201c<\/u><\/strong>. Und genau das wird jetzt umgesetzt. Angestachelt von Stolz und Eigenwille, beschlie\u00dfen sie in einer Volksversammlung, eine Stadt und einen Turm zu bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reicht. Der Turm in der Urzeit sollte die Menschenfamilie unabh\u00e4ngig machen von Gott im Himmel, als g\u00e4be es Gott nicht. Hier zeigt sich die Ausweitung der Urs\u00fcnde eines Menschenpaares ins Universale.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war zwar damals, ist aber heute noch topaktuell, denn die grundlegenden Erfahrungen machen wir an jedem Tag bis heute. Wieviele T\u00fcrme werden heute gebaut, womit Herrscher, Architekten, Investoren und Konzerne ihre Macht, ihr Geld und ihr K\u00f6nnen zeigen und sich einen Namen machen und in die Geschichte eingehen wollen. Z.B.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Zwillingst\u00fcrme in Kuala Lumpur (452 m), dreimal so hoch wie der K\u00f6lner Dom<\/li>\n<li>der Shanghai Tower (652 m),<\/li>\n<li>der Hotelturm Burj Kalifa in Dubai (828 m) oder der<\/li>\n<li>Kingdom Tower im saudi-arabischen Jeddah, der mit 1007 m alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt und 2019 eingeweiht werden soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauten sind eigentlich nicht unbedingt das Problem, sondern die Motivation, weshalb sie so gebaut wurden. Sie sind zur Verherrlichung von Menschen errichtet worden, weil sie sich damit einen Namen machen wollten, statt Gott damit die Ehre zu erweisen. Ob Gott auch hier, wie damals in Babel, irgendwann eingreifen wird, um den Gr\u00f6\u00dfenwahn zu stoppen und Schlimmeres zu verhindern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.) Das Eingreifen Gottes (damals)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verse 5-8 geben uns einen Einblick in Gottes Gedanken. Der dreieinige Gott, der Sch\u00f6pfer im Himmel, sieht sich das selbstherrliche Treiben der Menschen da unten auf der Erde an und kommt zu dem Schluss: \u201eWohin wird das noch f\u00fchren? Sie sind ein einziges Volk und sprechen alle dieselbe Sprache. Wenn sie diesen Bau vollenden, wird ihnen nichts mehr unm\u00f6glich sein. Sie werden alles ausf\u00fchren, was ihnen in den Sinn kommt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann entschloss ER sich, machtvoll einzugreifen, um Schlimmeres zu verhindern. D.h. zu verhindern, dass sie den Weg der Rebellion und der Gottlosigkeit weiterverfolgen. Und so sprach ER: \u201eAns Werk! Wir steigen hinab und verwirren ihre Sprache, damit niemand mehr den anderen versteht!\u201c So zerstreute der Herr sie \u00fcber die ganze Erde und sie konnten die Stadt nicht weiterbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit waren die hochfliegenden Pl\u00e4ne der Menschen gescheitert. Der Turm blieb unvollendet liegen, weil sich die Menschen nicht mehr verstehen konnten; denn bis dahin hatten die Menschen damals noch eine einzige, allen gemeinsame Sprache. (V.1) Das war noch die Sprache, die Gott dem ersten Menschenpaar gegeben hatte und die sie dann an ihre Nachkommen weitervererbten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt aber hatten sie unterschiedliche Sprachen, sodass eine konstruktive Kommunikation unm\u00f6glich war. Bis heute ist ja nicht die Vielsprachigkeit der V\u00f6lker das tiefste Problem, denn das lie\u00dfe sich durch Dolmetscher noch bew\u00e4ltigen. Die Trag\u00f6die bis heute ist, dass wir oft mit ein und derselben Sprache aneinander vorbeireden. Man spricht zu tauben Ohren, man versteht sich nicht mehr. Deshalb musste das himmelst\u00fcrmende Projekt \u201eTurmbau zu Babel\u201c aufgegeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt, in der der angefangene Turm stand, wurde Babel genannt, das bedeutet: \u201eTor Gottes\u201c oder \u201eHimmelspforte\u201c, doch sie wurde zu einer St\u00e4tte der Verf\u00fchrung und Verwirrung. So wird mit Babel oder Babylon in der Bibel, vor allem f\u00fcr die Endzeit, das gottwidrige Reich der Welt bezeichnet, das sich gegen Gottes Reich erhebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber, was ist heute? Schon wieder, oder immer noch, ist der Mensch dabei, sich gegen Gott aufzulehnen und wieder wollen die Menschen Gott gleich sein, Sch\u00f6pfer sein. Durch Genmanipulation, Klonen von Schafen und demn\u00e4chst vielleicht sogar Klonen von Menschen, Entwicklung von denkenden Robotern, die in der Altenpflege eingesetzt werden sollen, ma\u00dft sich der Mensch Sch\u00f6pferfunktionen an, die alleine Gott, dem Sch\u00f6pfer, zustehen. Und wieder ist der Mensch dabei, ein Weltreich, eine religi\u00f6s-politische Einheit ohne Gott, ja ein Welteinheitsreich zu schaffen, in dem Gott keine Rolle mehr spielt. Doch die Einheit der unerl\u00f6sten Menschheit ist kein Traum, sondern ein Albtraum, wie alle geschichtlichen Beispiele zeigen. Solange Gott sie in Seiner G\u00fcte verhindert, kann die Gemeinde Jesu nur dankbar sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.) Die Einheit durch den Heiligen Geist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hat nun der Turmbau zu Babel mit Pfingsten zu tun? Das heilsgeschichtliche Gegenst\u00fcck zum Turmbau zu Babel ist das Pfingstgeschehen. Dem katastrophalen Ereignis der Sprachverwirrung in Babylon der Urzeit steht das freudige Pfingsterlebnis in Jerusalem gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott schenkt durch die Ausgie\u00dfung Seines Heiligen Geistes das Wunder des neuen Verstehens und der neuen, von Gott geschaffenen Einheit in der Gestalt der weltweiten Gemeinde Jesu Christi; eine Einheit aus Juden und Heiden, die Gott geschaffen hat zur Ehre Seines heiligen Namens. Deshalb hat diese Einheit auch Bestand in Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kommen des Heiligen Geistes schlie\u00dft das Heilswerk Jesu ab. Im Heiligen Geist ist die Gemeinde jetzt mit Jesus Christus, dem erh\u00f6hten HERRN, bis zu Seiner Wiederkunft verbunden. Nachdem seit der babylonischen Sprachverwirrung die urspr\u00fcngliche einheitliche Menschheitssprache, die sie mit Gott und untereinander verbunden hatte, verloren war, wird der ersten christlichen Gemeinde, durch das Wirken des Heiligen Geistes, diese Sprache zeichenhaft wiedergeschenkt. Dieses Sprachwunder an Pfingsten ist eine Vorab-Erf\u00fcllung endgeschichtlicher Ereignisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es hei\u00dft in Apg 2,4 ff: \u201e\u2026 sie begannen in anderen Sprachen zu reden, jeder, wie es ihnen der Geist Gottes eingab.\u201c (GNB) \u201eAu\u00dfer sich vor Staunen riefen sie: \u00bbDie Leute, die da reden, sind doch alle aus Galil\u00e4a! Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden h\u00f6rt? Wir kommen aus Persien, Medien und Elam, aus Mesopotamien, aus Jud\u00e4a und Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, aus Phrygien und Pamphylien, aus \u00c4gypten, aus der Gegend von Kyrene in Libyen und sogar aus Rom. Wir sind geborene Juden und Fremde, die sich der j\u00fcdischen Gemeinde angeschlossen haben, Insel- und W\u00fcstenbewohner. Und wir alle h\u00f6ren sie in unserer eigenen Sprache die gro\u00dfen Taten Gottes verk\u00fcnden!\u201c (V 7-11 GNB)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pfingstpredigt der J\u00fcnger hatte nur einen Inhalt: Jesus Christus. Dieser Name soll gro\u00dfgemacht werden! Denn auch Jesus ist vom Himmel herabgestiegen, nicht um uns zu bestrafen, sondern um uns zu befreien und die Strafe auf sich zu nehmen und diesen Namen m\u00f6chten sie in die Welt tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schluss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sieht das mit uns aus? Womit wollen wir uns einen Namen machen? Es m\u00fcssen ja nicht immer T\u00fcrme sein. Es geht auch anders. Wieviel aufopfernde Lebens-Energie setzen manche Menschen ein, nur um eine Leistung zu vollbringen, mit der sie sich selbst einen Namen in der Welt machen wollen, um ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen zu werden. Lasst uns unsere Energie lieber einsetzen, um Jesus Christus, unseren Retter, zu loben und Seinen Namen gro\u00df zu machen und zur Ehre Seines Namens am Bau Seines ewigen Reiches mitwirken. ER wird dann unseren Namen ins Buch des Lebens eintragen. Das allein entscheidet, wo wir unsere Ewigkeit zubringen werden! Und das ist allen Einsatz wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem HERRN!\u201c Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant Wolfgang Wilke, Predigt f\u00fcr Pfingstmontag, 5.6.2017<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, in 1. 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