{"id":15556,"date":"2018-05-15T10:50:51","date_gmt":"2018-05-15T08:50:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15556"},"modified":"2018-11-13T16:29:45","modified_gmt":"2018-11-13T15:29:45","slug":"im-gespraech-pfarrer-dr-david-jaffin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15556","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch: Pfarrer Dr. David Jaffin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>David Jaffin, geb. 1937 in New York als Kind j\u00fcdischer Eltern. Er studierte an der New York University Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie. Im Jahr 1971 fand er in Jesus den j\u00fcdischen Messias. Er heiratete 1961 und zog nach Deutschland, wo er ein Studium der evangelischen Theologie absolvierte. Im Anschluss daran war er als Pfarrer in verschiedenen Gemeinden t\u00e4tig. Er verfasst au\u00dferdem Gedichte und ist Autor zahlreicher B\u00fccher.<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15562\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/David-Jaffin.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/David-Jaffin.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/David-Jaffin-235x300.jpg 235w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/David-Jaffin-768x980.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 133px) 100vw, 133px\" \/>Im Wikipedia-Artikel \u201eDavid Jaffin\u201c steht, dass Sie 1971 zum christlichen Glauben konvertiert sind. Was gab den Ausschlag, dass Sie als Jude Jesus Christus als Ihren Herrn und Heiland angenommen haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin nicht konvertiert zum christlichen Glauben, sondern bin existenziell hingezogen zu Jesus von Nazareth, INRI, K\u00f6nig der Juden. Hier war das Johannes-Evangelium sehr zentral sowie meine liebe Frau Rosemarie, die nie versucht hat, mich zu konvertieren, aber ihren christlichen Glauben in einer vorbildlichen Art und Weise lebte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie haben einmal geschrieben, dass ein guter Hirte und Seelsorger erst einmal bei Christus selber in der Seelsorge sein und bei ihm Vergebung, Schutz und F\u00fchrung empfangen muss, und dass gute Seelsorge die Menschen nicht an den Seelsorger bindet, sondern an Christus und sein Wort. In wie vielen Gemeinden ist heute die Seelsorge verk\u00fcmmert\u2026 Wie kann das besser werden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vertrauen ist zentral, dass wir Geistlichen die Menschen so ansprechen mit unserer Jesuszentrierten Botschaft, dass sie zu uns als Seelsorger hingezogen werden. Hier ist das allgemeine Priestertum auch sehr wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In Ihren feinen humorvollen \u201eAutobiographischen Anmerkungen\u201c mit dem sch\u00f6nen biblischen Titel \u201e\u2026und geh in ein Land, das ich dir zeigen will\u201c sprechen Sie davon, dass die Christen ein \u201echristlich-poetisches\u201c Gebetsleben brauchen. Was meinen Sie damit? Sie verfassen ja auch Gedichte. H\u00e4ngt das damit zusammen?<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u00dcber meine Lyrik. Es sind 39 zum Teil sehr dicke poetische B\u00fccher gedruckt worden, und es werden noch viel mehr gedruckt werden, 73 B\u00e4nde, abh\u00e4ngig von meiner Lebensl\u00e4nge. Mit Recht nennt man mich \u201eThe World\u2019s most prolific poet\u201c. Alle meine Gedichtb\u00e4nde enthalten zentrale christliche Themen. Besonders wichtig sind mir das 2. Gebot nach Mose sowie die fruchtbare Beziehung zwischen dem Leidensjuden in mir selber und dem erl\u00f6senden Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sagen ferner in Ihrer Autobiographie, dass Sie von den Pietisten einiges gelernt haben, dass aber auch die Pietisten vielleicht von Ihnen manches lernen k\u00f6nnen. Was w\u00e4re das zum Beispiel?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Pietisten vielleicht von mir lernen k\u00f6nnen, ist die Wichtigkeit christlicher Kultur. Waren nicht Bach, Haydn, H\u00e4ndel und Mendelssohn und andere bewusste Christen, nicht nur in ihrem Leben, sondern auch in ihren Werken? Waren nicht der gro\u00dfe Giovanni Bellini, Gr\u00fcnewald, D\u00fcrer, Caspar David Friedrich und viele andere bewusste christliche Maler? Waren nicht Dante, Milton, Shakespeare, Gryphius, Eichendorff und andere gro\u00dfe christliche Poeten? Jesus selbst ist der Poetas, der Sch\u00f6pfer aller Dinge. Heute sind die meisten Kulturhistoriker s\u00e4kular, deshalb verstehen sie nicht die Tiefe gro\u00dfer christlicher Kunst. Ich habe selber vier B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht \u00fcber Kunst und Verk\u00fcndigung und habe Dutzende christliche Gruppen durch Deutschlands gro\u00dfe Gem\u00e4ldegalerien gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Buch \u201eH\u00f6re, o Israel, der Herr ist unser Gott\u201c schreiben Sie, dass unsere Einstellung gegen\u00fcber der Tierwelt absolut verkehrt sei. \u00dcber Ihren Satz \u201eWenn Tiere sterben, ist der Mensch der n\u00e4chste\u201c habe ich l\u00e4nger nachgedacht, ebenso \u00fcber die Aussage, dass auch die Tiere gerettet werden. Ich erinnere mich noch gut an Ihren Besuch bei den Studenten im Krelinger R\u00fcstzentrum in den achtziger Jahren, als Sie von Ihrem Dackel Wastl schw\u00e4rmten. Woher kommt diese besondere Hochsch\u00e4tzung der Tiere?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine besondere Hochsch\u00e4tzung der Tiere kommt von meiner unbegrenzten Liebe zu unserem Sch\u00f6pferherrn. Ich glaube, was der gro\u00dfe christliche Komponist Haydn so deutlich in seiner Sch\u00f6pfung zeigt. Wir geh\u00f6ren zusammen auf dieser Erde, und unser Verhalten den Tieren gegen\u00fcber spiegelt auch unsere Beziehung zu dem Herrn aller Tiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was raten Sie heutigen Theologiestudenten angesichts der von Ihnen beschriebenen Gefahren an den deutschen Theologischen Fakult\u00e4ten? \u201eDie sogenannte historisch-kritische Methode hat viele angehende Theologen ihres Glaubens beraubt, vor allem weil Wissenschaftsgl\u00e4ubigkeit so tief verankert ist in der deutschen Erziehung\u201c (S.\u00a068 in der 2. Auflage Ihrer Autobiographie). <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich rate angehenden Theologen, nicht Theologie zu studieren, sondern ein anderes Fach, Geschichte, Literaturgeschichte\u2026 Gute Theologen sollten gebildete Menschen sein und dann nachher zu einer guten Bibelschule gehen, um ihre biblischen Kenntnisse zu vertiefen. Die historisch-kritische Methode ist vollkommen unhistorisch, weil sie die wirkende G\u00f6ttlichkeit Jesu zum Beispiel in seinen Wundern ausklammert, ebenso die besonderen Gaben der Propheten. Sie widerspricht sich auch in ihren sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Meinungen \u00fcber das, was von Jesus und von Paulus kommt. \u201eSo viel h\u00f6her der Himmel \u00fcber der Erde ist, so viel h\u00f6her sind auch meine Gedanken als eure Gedanken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als Sie 2005 auf Einladung des Gemeindehilfsbundes im Geistlichen R\u00fcstzentrum Krelingen waren und dort \u00fcber den 22. Psalm predigten, haben Sie erkl\u00e4rt, dass in Deutschland einschlie\u00dflich der evangelikalen Gemeinden zu wenig \u00fcber Gottes Gerichtshandeln gepredigt wird. Wie sollte eine Gerichtspredigt aussehen? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus ist heilig. Er hat auch Verfluchungen ausgesprochen. Er ist gleichzeitig liebender gn\u00e4diger Gott und gerecht richtender Herr. Jede Predigt sollte diese Heiligkeit verdeutlichen. Der Psalm 22 ist das erste Evangelium. Jesus hat diesen Psalm im Ganzen am Kreuz gebetet, auch als Zeichen daf\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einige Fragen zur Erw\u00e4hlung Israels: Arnold Fruchtenbaum betont immer wieder, dass die Abrahamsverhei\u00dfung ohne Bedingung gegeben wurde, sich also schon jetzt verwirklicht, dass aber die Sinaiverhei\u00dfung an den Gehorsam Israels gekoppelt ist. Darf Israel noch hoffen auf das neue Herz, auf den neuen Bund? Wird Israel noch in unserem \u00c4on das heilige K\u00f6nigs- und Priestervolk f\u00fcr die V\u00f6lker werden, oder wird das erst zur Zeit der neuen Sch\u00f6pfung auf der neuen Erde sein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist besonders wichtig, dass Israel immer noch erw\u00e4hlt ist. \u201eEr kann seine Erw\u00e4hlung nicht bereuen\u201c, trotz Israels (und der Kirche) st\u00e4ndigem Versagen. Was ist das Geheimnis dieser Erw\u00e4hlung zwischen Golgatha und Auschwitz? Leiden, leiden, leiden. Jesus hat Israel ohne ihr Wissen, ohne ihren Willen und ohne ihren Verdienst in sein richtendes und rettendes Kreuzesgeheimnis hineingesetzt. Das ist das Geheimnis meines Volkes und ihres INRI. Ich spekuliere nicht \u00fcber die Zukunft. Das alles liegt in Gottes unerforschlichen guten und gerechten H\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einige Fragen zum Staat Israel: Kann die Staatsgr\u00fcndung Israels vor 70 Jahren biblisch-prophetisch begr\u00fcndet werden? Hat die k\u00fcrzlich erfolgte Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den amerikanischen Pr\u00e4sidenten eine heilsgeschichtliche Bedeutung? L\u00e4sst sich der biblischen Prophetie etwas entnehmen \u00fcber die Rolle des Staates Israels im kommenden endgeschichtlichen Gef\u00e4lle?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat Israel wurde gegr\u00fcndet \u00fcber Auschwitz: Drei Jahre zwischen Kreuz und Auferstehung, und jeder Zehnte wurde gerettet, 600.000 \u00dcberlebende gegen\u00fcber 6 Millionen Ermordeten. Israel spielt eine zentrale Rolle in der ganzen Bibel. \u201eEr kann seine Erw\u00e4hlung nicht bereuen\u201c. Die Propheten haben bekannterma\u00dfen viel \u00fcber Israel in der Endzeit vorhergesagt, Paulus auch in R\u00f6mer 9-11. Was Jesus nicht widersprochen und\/oder ausgesagt hat, bleibt biblisch bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Meine letzte Frage zielt auf Ihre Ehe. Sie sprechen immer wieder begeistert von Ihrer Frau. Welchen Wert hat eine gute Ehe f\u00fcr den Charakter und die Seele eines Mannes? Was k\u00f6nnen wir in unseren Gemeinden f\u00fcr die Stabilisierung der Ehen tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGute Ehen sind im Himmel gemacht\u201c. Jede Ehe muss durch st\u00e4ndige Liebeszeichen gepflegt werden, als ob man frisch verheiratet ist. Ich habe eine neue (oder fast neue) Gedichtsart entwickelt durch Hunderte solcher Gedichte: Liebe in der Ehe. Alle anderen Liebesgedichte reden wie Petrarca, Shakespeare, Goethe, Puschkin und andere von der leidenschaftlichen Liebe vor der Ehe, oftmals, wie bei Romeo und Julia, im Zuammenhang mit Tod. Meine Liebesgedichte: \u201eLove and marriage go together as a horse and carriage\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Fragen stellte Pastor Dr. Joachim Cochlovius.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Buchempfehlung: <\/em><em>David Jaffin, <\/em><em>\u201e\u2026 und geh in ein Land, das ich dir zeigen will\u201c &#8211; Autobiografische Anmerkungen, <\/em><em>\u00a0Edition Wortschatz, Schwarzenfeld 2014, 96 Seiten, 9,90 \u20ac, <\/em><em>\u00a0ISBN 978-3-9433-6210-7<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Aufbruch &#8211; Informationen des Gemeindehilfsbundes (Mai 2018)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn Sie den \u201eAufbruch\u201c kostenlos abonnieren m\u00f6chten, teilen Sie uns Ihren Wunsch gerne mit. (Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes, M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode, Tel.: 05161\/911330; info@gemeindehilfsbund.de).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Jaffin, geb. 1937 in New York als Kind j\u00fcdischer Eltern. Er studierte an der New York University Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie. Im Jahr 1971 fand er in Jesus den j\u00fcdischen Messias. Er heiratete 1961 und zog nach Deutschland, wo er ein Studium der evangelischen Theologie absolvierte. 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