{"id":1553,"date":"2007-10-29T11:14:32","date_gmt":"2007-10-29T09:14:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1553"},"modified":"2009-09-04T11:13:17","modified_gmt":"2009-09-04T09:13:17","slug":"predigt-uber-2-tim-17-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1553","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 2. Tim 1,7-10"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt \u00fcber 2. Tim 1,7-10<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Bischof einer Freikirche wurde am Telefon gefragt: \u201eIch habe geh\u00f6rt, bei Ihnen mu\u00df man keine Kirchensteuer zahlen \u2013 was kostet denn bei Ihnen die Mitgliedschaft in Ihrer Kirche?\u201c Der Bischof \u00fcberlegt und antwortet dann kurz und pr\u00e4zise: \u201eDas Leben \u2013 Ihr Leben!\u201c Von dem Gegen\u00fcber in der Leitung hat der Bischof nichts mehr geh\u00f6rt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was kostet es mich, Christ zu sein? Was lasse ich es mich kosten, zu Jesus Christus geh\u00f6ren zu wollen? Das sind ernste, wenn nicht sogar beunruhigende Fragen. Fragen, die wohl auch damals im Gespr\u00e4ch standen. Paulus schreibt an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: \u201eDenn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. Darum so sch\u00e4me dich nicht des Zeugnisses unseres Herrn noch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide dich mit dem Evangelium wie ich nach der Kraft Gottes, der uns hat selig gemacht und berufen mit seinem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christo Jesu vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesu Christi, der dem Tode die Macht hat genommen und das Leben und ein unverg\u00e4nglich Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde, wir h\u00f6ren, da\u00df Paulus diese Worte aus dem Gef\u00e4ngnis geschrieben hat. Eigentlich h\u00e4tte er doch allen Grund, seinen jungen Mitarbeiter zu warnen: \u201eLa\u00df blo\u00df die Finger davon! Du siehst ja, wozu es f\u00fchren kann, wenn man sich darauf einl\u00e4\u00dft, ein Zeuge von Jesus zu sein. Mich hat es ins Gef\u00e4ngnis gebracht.\u201c Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert: Die Botschaft von Jesus Christus, von seinem stellvertretenden Leiden und Sterben f\u00fcr uns und von seiner Auferstehung am Ostermorgen ist und bleibt ein Fremdk\u00f6rper auf der Welt. Christen werden bel\u00e4chelt, verspottet, abgelehnt oder auch um ihres Glaubens willen verfolgt. Besonders jetzt auch in China, das sich jetzt auf die Ausrichtung der n\u00e4chsten Olympischen Spielen vorbereitet, und in ganz vielen muslimischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das Gegenteil ist der Fall: Paulus warnt nicht, sondern ermutigt den Timotheus. Er fordert ihn heraus; er l\u00e4dt ihn ein, alles f\u00fcr Jesus einzusetzen, sich nicht zu sch\u00e4men. Wie ist das mit uns, sch\u00e4men wir uns manchmal unseres Glaubens? Ob wir das Tischgebet lieber unterlassen, wenn andere dabei sind, ob wir unsere christliche \u00dcberzeugung lieber nicht in die Diskussion einbringen, weil wir dann als Gespr\u00e4chspartner vielleicht nicht mehr ernstgenommen w\u00fcrden. Oder ob wir uns zu Christen stellen, die \u00f6ffentlich kritisiert werden. Paulus ermutigt zum Durchhalten des Bekenntnisses, auch wenn es m\u00f6glicherweise in Leiden hineinf\u00fchrt. Wenn man nur auf die Anfeindungen und Bedr\u00e4ngnisse blickt, kann einem schon der Mut verloren gehen, darum wollen wir heute auf die M\u00f6glichkeiten schauen, die Gott uns schon geschenkt hat. Gott hat uns seinen Geist gesandt. Was ist das f\u00fcr ein Geist?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Menschen haben einen uns angeborenen \u201eGeist der Vorsicht\u201c: Bevor ich mir die Finger verbrenne, lasse ich das hei\u00dfe Streichholz fallen. Und wenn es darum geht, da\u00df man sich beim Glauben \u201edie Finger verbrennen\u201c kann? Dann setzt bei uns von Natur aus der Geist der Vorsicht ein \u2013 nur nicht in Gefahr geraten! Paulus entlarvt diesen ansonsten n\u00fctzlichen Geist hier, er sagt: es ist nicht der \u201eGeist der Vorsicht\u201c, der uns dann leitet, sondern der \u201eGeist der Furcht\u201c, nicht der Geist der Zur\u00fcckhaltung, sondern der Geist der Feigheit. Da mag der Unterschied gar nicht so gro\u00df sein, aber die Folgen gehen oft in die entgegengesetzte Richtung. Gottes Geist aber ist anders: Es ist ein Geist der Kraft. Nicht so, da\u00df wir nie wieder kraftlos w\u00fcrden. Auch Christen erfahren Schwachheit. Aber der Geist der Kraft weist uns an den Gott, der alle M\u00f6glichkeiten hat, l\u00e4\u00dft uns mit Gottes Kraft rechnen. Es ist ein Geist der Liebe, es ist Jesu Geist. Dieser Geist macht uns ihm \u00e4hnlich. Er hilft uns, niedergeschlagene Menschen wieder aufzurichten, Verwundete zu heilen, Verirrte freundlich auf den Weg zur\u00fcckzubringen. Es ist ein Geist der Besonnenheit, der N\u00fcchternheit, der uns auch in verwirrenden Verh\u00e4ltnissen den Durchblick schenkt \u2013 den Durchblick hin zu Gott. Der uns in Auseinandersetzungen ruhig und gelassen bleiben l\u00e4\u00dft und der uns hilft, da\u00df wir mit anderen \u2013 auch nach bitteren Verletzungen \u2013 neu beginnen k\u00f6nnen. Diesen Geist schenkt Gott nicht nur ausgew\u00e4hlten besonderen Heiligen, sondern jedem, der an ihn glaubt. Entdecken wir doch die M\u00f6glichkeiten, die Gottes Geist uns schenkt \u2013 und leben wir mit ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn er ist es doch, der uns selig gemacht hat durch das Evangelium und der uns berufen hat zu diesem Dienst. Und das alles ist gekommen durch Jesu Erscheinen als Sohn Gottes in unserer Welt. Er ist der, den der Tod nicht halten konnte, er ist der, der dem Tod die Macht genommen hat. Das wei\u00df und bekennt Paulus aus seinem Gef\u00e4ngnis. Und er ahnt, da\u00df seine Gef\u00e4ngniszelle die Todeszelle ist. Aber gerade in dieser Zelle wird ihm das Osterlicht zum Hoffnungszeichen. Das Evangelium von Jesu Auferstehung rei\u00dft ihn heraus aus aller Resignation und Angst, aus aller Tr\u00fcbsal und Mutlosigkeit. Der Ruf meines Herrn und seine Berufung enden nicht an der Schwelle des Todes, sondern halten mich in Ewigkeit fest. Gott wird das Leben und ein unverg\u00e4ngliches Wesen auch bei jedem, der zu Jesus geh\u00f6rt, ans Licht bringen. Leben wir aus dieser Hoffnung? Sind wir von diesem Ziel gepr\u00e4gt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie mich mit einem Beispiel aus der Geschichte die Predigt beenden: Als 1815 der englische General Wellington mit anderen europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten in der Schlacht von Waterloo den franz\u00f6sischen Kaiser Napoleon endg\u00fcltig besiegt hatte, sollte das Ergebnis der Schlacht mit Hilfe von Lichtsignalen \u00fcber den Kanal geschickt werden. Auf der anderen Seite des Kanals wurden die ersten Zeichen empfangen: \u201cWellington besiegt\u2026\u201c so entzifferte man in England und es brach gro\u00dfe Niedergeschlagenheit aus. Doch das war noch nicht die ganze Nachricht, dann wurde auch noch der zweite Teil \u00fcbermittelt: \u201e&#8230;den Feind\u201c, und sofort wich die Sorge dem Jubel: \u201eWellington besiegt den Feind!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sagt es auch Paulus: Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen! Jesus ist st\u00e4rker \u2013 und mit diesem Herrn d\u00fcrfen wir leben. Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber 2. 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