{"id":15506,"date":"2018-04-27T12:12:40","date_gmt":"2018-04-27T10:12:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15506"},"modified":"2018-05-03T11:12:08","modified_gmt":"2018-05-03T09:12:08","slug":"gemeinde-jesu-hat-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15506","title":{"rendered":"Gemeinde Jesu hat Zukunft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gemeinde Jesu hat Zukunft <\/strong><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie bzw. Ihr alle seid hoffentlich davon \u00fcberzeugt: Als Christen lebt ihr in einer Gemeinde mit Zukunft!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da mein Herz f\u00fcr die Gemeinde und das Gemeindepfarramt schl\u00e4gt, betrachte ich dieses Thema in einer praktischen Zugangsweise. Wer also eine dogmatische Darlegung von Gemeinde erwartet, den kann ich mit Freude auf die zahlreiche Literatur zu diesem Thema verweisen.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> Meinen Vortrag gliedere ich in f\u00fcnf \u201eSchlaglichter\u201c, die die Lage der Gemeinde Jesu in der volkskirchlichen Situation in Deutschland beleuchten:<!--more--><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gemeinde Jesu ist getragen und tr\u00e4gt<\/li>\n<li>Gemeinde Jesu ist bedr\u00e4ngt<\/li>\n<li>Gemeinde Jesu bleibt bewahrt<\/li>\n<li>Gemeinde Jesu wird reformiert<\/li>\n<li>Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verhei\u00dfung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Gemeinde Jesu ist getragen und tr\u00e4gt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie in den letzten Jahren die weltliche und kirchliche Presse verfolgt haben, dann \u00fcberschattet ein Wort die Landeskirchen &#8211; das Wort \u201eKrise\u201c.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Glaubenskrise: Nur noch 20 Prozent der Kirchenmitglieder glauben an die leibliche Auferstehung der Toten. Und 90 Prozent der Pfarrerschaft glaubt nicht mehr, was im Apostolischen Glaubensbekenntnis festgehalten ist.<\/li>\n<li>Mitgliederkrise: Bis 2030 verliert die Kirche weitere 20 Prozent ihrer Mitglieder. Schon heute geh\u00f6ren kaum mehr als 50% der deutschen Bev\u00f6lkerung zu den beiden gro\u00dfen Kirchen. In die Gottesdienste gehen weniger als 4% ihrer Mitglieder, und das bei einer noch besch\u00f6nigenden Z\u00e4hlweise.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/li>\n<li>Finanzkrise: Bis 2030 wird die Kirche die H\u00e4lfte ihrer Finanzkraft verlieren.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a> Schon jetzt zahlt nur 1\/3 der Kirchenmitglieder Kirchensteuer. Von hundert Euro Kirchensteuer kommt nur noch ein kleiner Teil in die Kirchengemeinde zur\u00fcck<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a>, nach der Berechnung eines Kollegen sind es kaum mehr als 7 \u20ac, also \u201e7% ihres Kirchensteueraufkommens bleiben, um eine \u00f6rtliche Gottesdienstkultur mit Kirche, Kirchendienst, Organist usw. aufrechterhalten zu sollen, was so nicht mehr m\u00f6glich ist\u201c.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/li>\n<li>Personalkrise: Nur noch 10 Pfarrer treten j\u00e4hrlich in den Dienst der Pf\u00e4lzischen Landeskirche, aber 25 in den Ruhestand. Gemeindepfarrstellen k\u00f6nnen zunehmend nicht mehr bzw. l\u00e4ngere Zeit nicht mehr besetzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wird es also mit Kirche und Gemeinde weitergehen? Kann Kirche und Gottesdienst die Menschen heute \u00fcberhaupt noch erreichen? Gibt es bald keine Gottesdienste und keine Gemeinde mehr? Haben wir als Gemeinde Jesu eine Zukunft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube \u2026 die heilige, christliche Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche Jesu, die Gemeinde Jesu<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> \u2013 ich benutzte beide Begriffe hier parallel \u2013 hat Zukunft, weil sie heilig ist. Gott ist heilig, und er hat sich seine Kirche ausgesondert. Und was zu Gott geh\u00f6rt, das ist heilig. Erworben hat sich diese Kirche Jesus Christus mit seinem Opfertod auf Golgatha. Am tiefsten Punkt der Weltgeschichte, als der Sohn Gottes ans Kreuz geschlagen wurde, dort ist das Fundament gelegt f\u00fcr die eine, heilige, christliche Kirche<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a>, die am ersten Pfingstfest durch den Heiligen Geist ins Leben gerufen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wahre Kirche Jesu Christi befindet sich deshalb auch nicht in den Pal\u00e4sten dieser Welt, nicht in den Schaltzentralen der M\u00e4chtigen, auch nicht in einer einzigen Konfession, auch nicht in den kirchlichen Beh\u00f6rden oder Dekanaten, sondern dort wo Menschen glauben, das hei\u00dft vom Heiligen Geist zum Umkehr gef\u00fchrt werden, getauft werden, Christus bekennen und ihm nachfolgen und sich Sonntag f\u00fcr Sonntag unter Gottes Wort versammeln und das Heilige Abendmahl gem\u00e4\u00df der Einsetzung Jesu miteinander feiern.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle k\u00f6nnte man jetzt theologisch reflektieren: \u00fcber die sichtbare und unsichtbare Kirche; \u00fcber verschiedene Konfessionen und die \u00d6kumene; \u00fcber Kirche als corpus permixtum, bestehend aus Gl\u00e4ubigen und Heuchlern. Und wer die auch \u00e4u\u00dferlich perfekte Gemeinde f\u00fcr sich sucht, der wird sie nicht finden, weil wir in dieser Welt noch zugleich gerecht und S\u00fcnder sind \u2013 simul justus et peccator.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch gilt: Die Gemeinde Jesu ist heilig, sie ist himmlisch, sie ist aber auch geerdet und sie ist getragen und sie tr\u00e4gt, weil sie auf den festen Grund- und Eckstein Jesus Christus erbaut ist.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> Deshalb muss sie auch nicht vor Krisenzahlen erstarren<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a>, ihre entscheidende Blickrichtung geht weder auf die Finanzen, noch auf die gesellschaftliche Anerkennung, noch auf die Mitgliederzahl. Und auch die Jugend ist nicht die Zukunft der Kirche, wie von manchen Kirchenleuten immer wieder behauptet wird. Dietrich Bonhoeffer sagte in seinen 8 Thesen \u00fcber die Jugendarbeit in der Kirche: \u201e<em>Die Zukunft der Kirche ist nicht die Jugend, sondern der Herr Jesus Christus allein.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb finden wir im <em>\u201aGottesdienst der feiernden Gemeinde Jesu\u2018<\/em> die Antwort auf die Frage, ob die Gemeinde Jesu eine Zukunft hat. Wir sind die Kirche: Die sonnt\u00e4gliche Versammlung der Heiligen im Gottesdienst ist der Leib Christi und Christus selbst ist unser Haupt.<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a> Dank sei Gott, dass wir pers\u00f6nlich erleben d\u00fcrfen: Die Gemeinde Jesu ist getragen und tr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Gemeinde Jesu ist bedr\u00e4ngt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie diese \u00dcberschrift h\u00f6ren, fallen Ihnen sicherlich viele bedr\u00e4ngte Christen ein. Angefangen bei den Aposteln, im Mittelalter vielleicht Jan Hus oder Martin Luther, w\u00e4hrend der Nazidiktatur Dietrich Bonhoeffer, aktuell vielleicht Pastoren, die weltweit in Gef\u00e4ngnissen sitzen. Open Doors, die Hilfsaktion M\u00e4rtyrerkirche und idea-Spektrum weisen immer wieder darauf hin. Setzen wir uns f\u00fcr diese Glaubensgeschwister ein und beten wir f\u00fcr sie!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte aber jetzt nicht das ganz gro\u00dfe Rad drehen, sondern einmal schauen, wie und wodurch die Gemeinde Jesu Christi mitten unter uns bedr\u00e4ngt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst hinf\u00fchrend ein Zitat: \u201e<em>Nicht daran krankt unsere Kirche, dass wir das unfehlbare Lehramt eines Papstes ablehnen, sondern daran, dass wir zu viele in unseren Reihen haben, die dieses unfehlbare Lehramt gerne aus\u00fcben m\u00f6chten. Bei uns ist fast jeder Pfarrer, ja fast jedes Kirchenglied ein unfehlbarer Papst. Denn jeder tut, was er will. Jeder glaubt, was er will. Jeder bekennt, was er will. Und jeder liest und versteht seine Bibel, wie er will. Und wir glauben, dass dieser Zustand dem entspricht, was wir als Kronerbe unserer reformatorischen V\u00e4ter in dieser Welt zu vertreten haben: Die Gewissensfreiheit des Christenmenschen. Auf Grund dieses Zustandes erhebt sich in unserer Kirche ein vielz\u00e4hliges und vieldeutiges Stimmengewirr und in diesem Stimmengewirr geht die eine Stimme unter, die wir allein zu h\u00f6ren haben.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich dieses Zitat zum ersten Mal las, dachte ich: Ja genau, hier ist unsere Situation zutreffend beschrieben. \u00dcberrascht war ich dann allerdings, als ich las, dass dieses Zitat \u00fcber 70 Jahre alt ist. Es stammt von Pfarrer Heinz Wilhelmy, aus der Predigt zur Er\u00f6ffnung der vorl\u00e4ufigen Landessynode in der Pfalz im August 1946.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gewissen, die nicht mehr an Gottes Wort gebunden sind, sondern eine beliebig gewordene Freiheit des Einzelnen legitimieren sollen &#8211; das ist bis heute unser Problem. Ebenso wie das \u00dcberh\u00f6ren der einen Stimme &#8211; wir k\u00f6nnten auch sagen, das Bestreiten der einen Wahrheit.<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau dieses Ph\u00e4nomen hat Ulrich Parzany in seinem neuesten Buch \u201eWas nun, Kirche?\u201c beschrieben: \u201e<em>Die Pfarrer bringen ihre unterschiedlichen, oft sogar gegens\u00e4tzlichen theologischen Unterschiede \u2026 ein. Ich rede jetzt nicht von geringf\u00fcgigen Unterschieden \u2026 Es geht um die Grundfragen \u2026: Ist die Bibel Gottes Wort? Ist Jesus tats\u00e4chlich auferstanden? War sein Grab leer? Wurde Jesus von der Jungfrau Maria geboren? Trug Jesus am Kreuz stellvertretend f\u00fcr uns das Gericht Gottes? Gelten die Gebote Gottes heute? Wird Jesus wiederkommen zur Auferweckung der Toten, zum Weltgericht und zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde?<\/em>\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat diese Unterschiedlichkeiten innerhalb der Kirche mit der These zusammengefasst \u201e<em>Das Christentum hat sich von der Wahrheit verabschiedet.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich im letzten Sommerurlaub dann \u201eDas Buch der Mitte\u201c von Vishal Mangalwadi (indischer Christ, Philosoph und Theologieprofessor) gelesen habe, ist mir sehr deutlich geworden, dass die Frage nach der Wahrheit ganz eng verkn\u00fcpft ist mit der Frage nach der Macht. Mangalwadi beschreibt, wie \u201e<em>aus der frommen Kirche Christi die m\u00e4chtige Kirche Roms geworden<\/em>\u201c<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a> ist, ausgestattet mit kirchlicher und weltlicher Macht. \u201e<em>Diese Macht<\/em> <em>verblendete die Kirchenf\u00fchrung derart, dass sie begann, die Nachfolger Christi genauso zu verfolgen, wie es \u00fcber tausend Jahre zuvor die r\u00f6mischen Herrscher getan hatten. Die Pal\u00e4ste der Bisch\u00f6fe wurden zu Folterkammern f\u00fcr hingegebene Christen.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das soll jetzt keine Katholikenschelte sein, sondern mir ist klar geworden, wie vergleichbar in vielen evangelischen Kirchen die Macht \u00fcber der Wahrheit dominiert, wenn auch mit anderen Mitteln.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a> Mangalwadi \u00f6ffnet uns den Blick daf\u00fcr, dass es den kirchlichen Machtapparaten nicht in erster Linie um das Evangelium und die Wahrheit geht, sondern eben um die Macht, um das Eigene. Deshalb ist man auch bereit, sich dem Zeitgeist anzupassen, sich politisch anzubiedern, den eigenen Verstand h\u00f6her zu setzen als Gottes Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mangalwadi schreibt: \u201e<em>Die Bibel bleibt eine Bedrohung f\u00fcr alle, die wollen, dass der Mensch mehr Macht hat als Gott.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Deshalb wird die Bibel bis heute bek\u00e4mpft. Wenn Kirchenleitungen und Synoden das Wort Gottes umdeuten oder f\u00fcr nicht mehr g\u00fcltig erkl\u00e4ren, dann geht es letzten Endes darum, keine Autorit\u00e4t \u00fcber sich haben zu wollen und Macht auszu\u00fcben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht an ihrem \u00e4u\u00dferen Schein und ihrer Anerkennung in der Gesellschaft kann man den Zustand von Kirchen ablesen, sondern an ihrer Treue zum Wort Gottes und am Hochhalten seiner Gebote. Allein daran kann man erkennen, ob eine Kirche wahre oder falsche Kirche ist. Dies hat auch Prof. Reinhard Slenczka in einem Gutachten dargelegt: \u201e<em>Es gibt nur den Anspruch und Nachweis, wahre Kirche Jesu Christi in der \u00dcbereinstimmung mit Schrift und Bekenntnis zu sein.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einigen aktuellen Beispielen will ich nun aufzeigen, dass in Deutschland die eigentliche Bedr\u00e4ngnis nicht von au\u00dfen, aus der Gesellschaft, kommt. Nein, es ist eine Bedr\u00e4ngnis von innen.<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a> Indem innerhalb der Kirche die Wahrheit und damit Jesus Christus in Frage gestellt wird<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a>, beginnt die Verf\u00fchrung<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a> und Bedr\u00e4ngung<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a> der Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erw\u00e4hne noch einmal das Apostolische Glaubensbekenntnis als Beispiel. Es gibt fast keine Zeile mehr darin, die innerhalb der Pfarrerschaft nicht umstritten ist bzw. von einem gro\u00dfen Teil abgelehnt wird. Wie weit verbreitet der Unglaube in der Kirche ist, erkennt man auch an Aussagen der Reformationsbotschafterin Margot K\u00e4\u00dfmann. In einem Spiegel-Interview hatte sie u.a. gesagt \u201e<em>Ich denke, dass Josef im biologischen Sinne der Vater Jesu war<\/em>\u201c<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a>. Damit erkl\u00e4rt sie mindestens zwei Aussagen des Glaubensbekenntnisses f\u00fcr falsch: a) Empfangen durch den Heiligen Geist, b) Geboren von der Jungfrau Maria. Und das Schlimmste daran ist nicht, dass Frau K\u00e4\u00dfmann dies bestreitet und die Bibel als Wort Gottes damit als L\u00fcge bezeichnet. Nein, das Schlimmste ist, dass die Kirchenleitungen und Synoden ihr nicht widersprachen und ihr die Beauftragung als Reformationsbotschafterin nicht aberkannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch das \u201esola scriptura\u201c hat in der evangelischen Kirche keine G\u00fcltigkeit mehr. In der EKD-Schrift zur Reformation hei\u00dft es: \u201e<em>Seit dem siebzehnten Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb k\u00f6nnen sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als \u00bbWort Gottes\u00ab verstanden werden. Die Reformatoren waren ja grunds\u00e4tzlich davon ausgegangen, dass die biblischen Texte wirklich von Gott selbst gegeben waren. Angesichts von unterschiedlichen Versionen eines Textabschnitts oder der Entdeckung verschiedener Textschichten l\u00e4sst sich diese Vorstellung so nicht mehr halten. Damit aber ergibt sich die Frage, ob, wie und warum sola scriptura auch heute gelten kann.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich Parzany hatte im November 2017 bei unserer NbC-Profil-konferenz in Neustadt-Lachen darlegt, dass ohne das \u201esola scriptura\u201c auch das \u201esolus christus\u201c keinen Bestand mehr hat.<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese ganze Infragestellung der Wahrheit von Gottes Wort und damit von Jesus Christus selbst<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a> wird deutlich im Umgang und in der Bewertung des Islam. Ich will an dieser Stelle gar nicht das Thema Islam vertiefen; das ist heute nicht mein Thema und Sie finden dazu gen\u00fcgend gute B\u00fccher und Artikel.<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[32]<\/a> Ich will vielmehr eine zeichenhafte Tat in Erinnerung rufen, die vor \u00fcber einem Jahr hohe Wellen geschlagen hatte. Am 20. Oktober 2016 hatten der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx den Tempelberg in Jerusalem besucht und beim Gang zur Klagemauer und Al-Aksa-Moschee ihre Amtskreuze vorher abgelegt.<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war kein Missgeschick. Selbst wenn man ihnen den Respekt im Umgang mit anderen Religionen als Motiv zugute h\u00e4lt, so wird in ihrem Verhalten dennoch die theologisch-geistliche Not unserer gro\u00dfen Kirchen im Lande sichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn: Man hat Jesus Christus als die Wahrheit verloren. 500 Jahre nach der Reformation hat das \u201esolus Christus \u2013 allein Christus\u201c sein Alleinstellungsmerkmal verloren und ist von der Hauptsache zur Nebensache geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hatte Martin Luther in seiner Schrift \u201eVon der Freiheit eines Christenmenschen\u201c die Erl\u00f6sung und Befreiung des Menschen noch einzig im S\u00fchneopfer Jesu durch seinen Kreuzestod auf Golgatha und der dort geschehenen Rechtfertigung des S\u00fcnders gesehen<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[34]<\/a>, so entwickelt heute die Kirche den Freiheitsgedanken aus der Sch\u00f6pfung Gottes: Da alle Menschen Gesch\u00f6pfe Gottes sind, sind alle Gottes Kinder.<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierbei geschieht eine theologische Verschiebung vom zweiten zum ersten Glaubensartikel. Dabei wird der S\u00fcndenfall ausgeblendet, ebenso Christus und sein Heilswerk, das ja auch nicht mehr gebraucht wird, wenn man den S\u00fcndenfall nicht ernst nimmt. Und so wird aus der Rechtfertigung des S\u00fcnders die Rechtfertigung des Menschen an sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die postmoderne Theologie bezieht sich in gerader Linie zur\u00fcck auf die Sch\u00f6pfung. Und was kommt dabei heraus? Verk\u00fcrzt und zugespitzt: Weil Gott alle Menschen geschaffen hat und alle Menschen liebt, werden auch alle in den Himmel kommen, jeder nach seiner Fa\u00e7on und Religion. Und wenn das \u201eSolus Christus\u201c gefallen ist, kann man Abraham zum gemeinsamen Stammvater von Juden, Christen und Muslimen erkl\u00e4ren und davon ableiten, gemeinsam Gottesdienste zu feiern und zu beten, eben jeder auf seine Weise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der theologische Preis, den man daf\u00fcr bezahlt, ist hoch. Denn der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der durch die Erw\u00e4hlung seines Volkes Israel und durch seinen Sohn Jesus Christus die Rettung und das Heil f\u00fcr alle Menschen erwirkt hat und ihnen anbietet, hat in einer solchen Theologie keinen zentralen Platz mehr.<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[36]<\/a> Durch die Verschiebung \u2013 man k\u00f6nnte auch sagen: Aufl\u00f6sung \u2013 der Christologie in die Sch\u00f6pfungstheologie hinein, konstruiert man eine Offenheit und G\u00fcltigkeit f\u00fcr alle und alles, weil es ja so von Gott geschaffen und gewollt sei. Wenn so das S\u00fchneopfer Jesu am Kreuz seine Bedeutung verliert, dann hat es eben auch keine gro\u00dfe Bedeutung mehr, wenn man das Kreuz vor dem Gang zur Klagemauer und Al-Aksa-Moschee ablegt. Und auch das h\u00e4ngt wieder mit der Machtfrage zusammen. Wenn man Christus und damit Gott entmachtet hat, dann hat der Mensch die Macht; so meint man.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Aufl\u00f6sung der Christologie wird die Wahrheit geleugnet und alle Verk\u00fcndigung zur Unwahrheit. Den Menschen wird ihre Rettung aus Gnade und Glaube vorenthalten. In meiner fr\u00fcheren Gemeinde Schweigen-Rechtenbach gibt es ein Wegekreuz, auf dem steht \u201eIm Kreuz ist Heil\u201c; wer das erkannt hat, der wird sein Kreuz niemals \u00f6ffentlich ablegen. Die Aufl\u00f6sung der Christologie ist weder biblisch noch reformatorisch, sondern Ausdruck eines postmodernen Zeitgeistes, der von \u201eder Wahrheit\u201c nichts mehr wissen will.<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich Parzany schreibt: \u201e<em>Wenn in den Kirchen die Autorit\u00e4t der Bibel als Wort Gottes infrage gestellt wird, verschwindet auch das Evangelium \u201aChristus allein\u2018. Jeder bastelt sich seinen Jesus nach eigener religi\u00f6ser Meinung.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[38]<\/a> Man k\u00f6nnte auch sagen, in der Evangelischen Kirche sind aus den vier \u201eSoli\u201c der Reformation lauter \u201eSolisten\u201c geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es deutlich zu sagen: Es geht bei den Unterschieden innerhalb der Kirche nicht um Formen, Methoden oder Fr\u00f6mmigkeitsstile, wie so oft behauptet wird. Es geht um die Wahrheit und das Sein als Kirche Jesu Christi an sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der ehemalige bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Hermann Dietzfelbinger hat bereits 1971 in prophetischer Weitsicht formuliert: \u201eWenn nicht alles t\u00e4uscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, einem Kirchenkampf, gegen\u00fcber dem der Kirchenkampf im \u00b4Dritten Reich\u00b4 nur ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche dabei ist, dass dieser heutige Kampf vielfach kaum erkannt, ja allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie Pluralismus voranschreitet.\u201c <a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben nun die vielen Feierlichkeiten zum Reformationsjubil\u00e4um die Kirche wieder n\u00e4her zu Christus gef\u00fchrt? Ich kann das leider nicht erkennen. Im \u201eEvangelischen Kirchenboten\u201c<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[40]<\/a>, unmittelbar vor dem Reformationsjubil\u00e4um, ist eine ganzseitige Andacht unseres Kirchenpr\u00e4sidenten Christian Schad \u00fcber die Noahgeschichte abgedruckt. Es geht um das b\u00f6se Herz des Menschen, um Gottes Zuwendung und Rettung. Auffallend ist, dass Schad dabei g\u00e4nzlich ohne Jesus Christus auskommt. In der gleichen Ausgabe zieht der Kirchenpr\u00e4sident Bilanz des 500. Reformationsjubil\u00e4ums. Wieder eine ganze Seite, wieder ohne Jesus Christus. Wie weit ist das weg von der Reformation mit ihrem \u201eSolus Christus\u201c?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir ben\u00f6tigen eine neue Reformation, ein zur\u00fcck zu den Wurzeln von Bibel und Bekenntnis, so wie es vor 500 Jahren seinen Ausdruck gefunden hat in den vier \u201esoli\u201c: allein Christus, allein die Schrift, allein aus Gnade und allein durch Glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man die Hintergr\u00fcnde vergleicht, wie die Kirche vor 500 Jahren zur Sicherung ihrer Macht und ihrer Finanzen gegen die reformatorische Bewegung gek\u00e4mpft hat und wie die Situation heute ist, dann fallen viele \u00c4hnlichkeiten auf.<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jedem von Ihnen fallen sicherlich Beispiele aus seiner Umgebung ein, wie gegen bibeltreue Gemeinde gek\u00e4mpft wird. Ich habe das selbst erlebt. 13 Jahre lang durfte ich als Gemeindepfarrer mit meiner Familie in der d\u00f6rflichen Kirchengemeinde Schweigen-Rechtenbach wirken, gemeinsam mit dem Presbyterium, mit vielen Ehrenamtlichen in Gruppen, Kreisen und Diensten. Wir taten alles mit den Gaben, die uns geschenkt waren, nach bestem Wissen und Verm\u00f6gen. Wichtig war uns, dass Predigt, Lehre und Gemeindeaufbau gem\u00e4\u00df Gottes Wort geschah, auch \u00f6ffentlich sind wir f\u00fcr Schrift und Bekenntnis eingetreten. Der HErr schenkte uns viel Gelingen, einen feierlichen Gottesdienst, zu dem auch viele Menschen von au\u00dferhalb der Gemeinde kamen. Wir hatten unter der Woche die unterschiedlichsten Angebote f\u00fcr Jung und Alt, wir konnten Kirchen und Geb\u00e4ude sanieren und bekamen au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Spenden. Es gab auch Misslungenes und Unvollst\u00e4ndiges und es gab von Anfang an Auseinandersetzungen mit dem Dekan und dem Kirchenbezirk \u00fcber die Inhalte und Formen in Verk\u00fcndigung und Gemeindeaufbau. Am Ende wurden dann Hirte und Gemeinde mit einem Verwaltungstrick<a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[42]<\/a> gegen ihren beiderseitigen Willen getrennt. Das ist eine l\u00e4ngere Geschichte, die vielen bekannt und gut dokumentiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ich das erw\u00e4hne? Hinterher hat ein Pfarrer in hoher Funktion der Landeskirche zu uns in einem kleinen Kreis gesagt: \u201a<em>Die Landeskirche ist ein sinkendes Schiff; damit es wieder auf Kurs kommt, gilt es Ballast abzuwerfen.<\/em>\u2018 Ohne uns als Gemeinde zu benennen, machte er \u00fcberdeutlich klar, dass mit dem Ballast unsere lebendige Gemeinde gemeint war, die an Bibel und Bekenntnis festhielt. Statt die verbliebenen Verbindungen zur Wurzel zu st\u00e4rken, will man sich am liebsten auch noch von denen trennen, die weiter daran festhalten; sie st\u00f6ren ja den religi\u00f6sen Betrieb. So scheint die Sichtweise von Landeskirchen zu sein, denen es um einen reibungslosen Erhalt von Macht und Finanzen geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was auf einem sinkenden Schiff notwendig ist, dazu nachher mehr. Wir m\u00fcssen aber damit rechnen, dass ein schweres und sinkendes Schiff von sich aus nicht in der Lage ist, wieder Fahrt aufzunehmen und auf den richtigen Kurs zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn dann zudem Reformation nicht als \u201ezur\u00fcck zu den Wurzeln\u201c verstanden wird, sondern als ein st\u00e4ndiges weiter Voranschreiten, sich f\u00fcr alles \u00d6ffnen, sich an die Welt Anpassen, alles dabei St\u00f6rende als Ballast Abwerfen, dann sieht es f\u00fcr diese Kirche d\u00fcster aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Evangelischen Gesangbuch, Lied 198, hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>denn ich zieh es aller Habe und dem gr\u00f6\u00dften Reichtum f\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,<br \/>\nworauf soll der Glaube ruhn?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mir ist\u2019s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne die Treue zu Gottes Wort helfen alles Ballast Abwerfen und auch alle Reform- und Strategiepapiere nichts. Prof. Christian M\u00f6ller hat 2012 auf der NbC-Profilkonferenz in Speyer einen Vortrag gehalten zu dem Strategiepapier der Pf\u00e4lzischen Landessynode vom Mai 2011. Er beginnt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAm meisten \u2026 hat mich der erste Satz des Strategiepapiers beeindruckt: \u201aDie Kirche lebt aus dem Geist Gottes.\u2018 \u2026 Im Licht dieser programmatischen Ansage erschienen mir nun auch die drei thematischen Schritte des Strategiepapiers verhei\u00dfungsvoll: In der Kraft des Geistes \u201amutig voranschreiten\u2018, geleitet vom Geist \u201aden Wandel gestalten\u2018, erf\u00fcllt vom Heiligen Geist \u201aGott vertrauen\u2018. So stelle ich mir eine Kirche vor, die aus dem Geist Gottes lebt, sei es in der Pfalz oder anderswo.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich begann jedoch zu stutzen, als ich das Strategiepapier mit der Frage durchging, wie sich die Kirche dem Wirken des Geistes nun im Detail zur Verf\u00fcgung stellt. Von den Verhei\u00dfungen des Geistes oder von der Unterscheidung der Geister ist aber in den drei Hauptteilen des Papiers keine Rede mehr. Stattdessen hei\u00dft es immer wieder: \u201aWir wollen \u2026\u2018 \u201aWir wollen Kirche f\u00fcr andere und f\u00fcr alle sein und bleiben.\u2018 \u201aWir wollen in diesem Sinne Volkskirche bleiben.\u201c<\/em><a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann stellt M\u00f6ller die Frage: <em>\u201eWill das denn auch der Heilige Geist, oder sind das nur gut gemeinte Vors\u00e4tze von Menschen?\u201c<\/em><a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[44]<\/a> Danach zeigt er auf, dass die Krisen der Landeskirche eben nicht mit Zwangsfusionen<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[45]<\/a> von Pfarr\u00e4mtern und mit landeskirchlich verordneten Kooperationen von Kirchengemeinden zu l\u00f6sen sind, weil diese Dinge nicht der \u201eKirche des Geistes und der Freiheit\u201c entsprechen, sondern als landeskirchliches Gesetz Macht aus\u00fcben und lebendige Gemeinden zerst\u00f6ren. In solchen Konstrukten k\u00f6nnen bekennende Gemeinden nicht mehr glaubw\u00fcrdig arbeiten, wenn sie mit Kollegen und Presbyterien verbunden werden, die nicht mehr an Schrift und Bekenntnis festhalten und somit ein anderes Evangelium (Gal.1,8) verk\u00fcnden.<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So regiert in den Kirchen eben nicht unbedingt der Geist Gottes, sondern Gesetz und Verwaltung. Unsere Kirchengemeinden sind weitgehend theologisch und finanziell entm\u00fcndigt und durch Zentralismus und Verwaltung gel\u00e4hmt. Es verwundert deshalb nicht, dass sonntags die Kirchenb\u00e4nke weitgehend leer bleiben, in immer mehr Gemeinden an Sonn- und Feiertagen kein Gottesdienst mehr stattfindet, in immer mehr Pfarrh\u00e4usern das Licht ausgeht und bei nicht wenigen Pfarrern und Kirchengemeinden die theologischen<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[47]<\/a> und ethischen<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a> Grundlagen nicht mehr eingehalten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Jahr feiert die Evangelische Kirche der Pfalz ihr 200-j\u00e4hriges Unionsjubil\u00e4um, also den Zusammenschluss von Lutheranern und Reformierten. In der Unionsurkunde von 1818 hei\u00dft es: Es geh\u00f6rt \u201e<em>zum innersten Wesen des Protestantismus \u2026. immerfort auf der Bahn<\/em><em> wohlgepr\u00fcfter Wahrheit \u2026 mutig voranzuschreiten<\/em>\u201c<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[49]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Feststellung vom \u201esinkenden Schiff\u201c zutreffend ist, wie sie jener Kirchenmann ge\u00e4u\u00dfert hat, w\u00e4re hingegen ein Umdenken, Bu\u00dfe und Umkehr dringend notwendig und nicht ein \u201eWeiter so\u201c. In einer solchen Situation weiterhin \u201e<em>mutig voranschreiten zu wollen<\/em>\u201c kann schnell lebensbedrohlich werden, wenn man am Abgrund steht bzw. kurz davor ist, auf Grund zu laufen und zu zerbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserer Landeskirche wird im Jubil\u00e4umsjahr gerade dar\u00fcber gestritten, ob sie \u00fcberhaupt ein verbindliches Bekenntnis hat. Auf der einen Seite stehen die Bef\u00fcrworter, wie z.B. der Pfarrer und Historiker Dr. Bernhard Bonkhoff, mit der Auffassung, dass neben den altkirchlichen Bekenntnissen die Confessio Augustana Variata von 1540 G\u00fcltigkeit hat. So ist es auch im Anhang unseres Gesangbuches festgehalten.<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite vertritt z.B. der fr\u00fchere Kirchenpr\u00e4sident Eberhardt Cherdron die Meinung, dass unsere Landeskirche \u00fcberhaupt kein Bekenntnis hat, sondern alle Bekenntnisse, wie in der Unionsurkunde formuliert, nur \u201ein geb\u00fchrender Achtung\u201c zu halten seien. Die Frage, was \u201ein geb\u00fchrender Achtung\u201c konkret bedeutet, bleibt bis heute offen. Statt einer vom Heiligen Geist geleiteten \u00dcbereinkunft, was Glaubens- und Lehrnorm in der Kirche sei, triumphiert mit dem Rationalismus seit dem 19. Jahrhundert auch in der Kirche die autonome Vernunft und Religionskritik \u00fcber Bibel und Bekenntnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie auch immer die Auseinandersetzung historisch und kirchenrechtlich zu entscheiden ist, es bleibt die Frage: Was bleibt von einer Kirche ohne Bekenntnis \u00fcbrig?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erlanger Systematiker Prof. Dr. Werner Thiede hat aktuell ein Buch mit dem Titel ver\u00f6ffentlicht: \u201eEvangelische Kirche \u2013 Schiff ohne Kompass?\u201c. Darin stellt er die Anfrage: Droht nicht eine Kirche ohne Volk, eine Kirche ohne Bekenntnis, ohne Mission und ohne Heiligkeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei unserer diesj\u00e4hrigen NbC-Profilkonferenz am 27. Oktober 2018 in Neustadt-Lachen werden sich Prof. Daniel von Wachter und Pfarrer Olaf Latzel genau mit dieser Frage auseinandersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Gemeinde Jesu bleibt bewahrt<\/strong> <a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn hatte ich auf die dramatisch zur\u00fcckgehende Mitgliederzahl in den Kirchen verwiesen. Solche Zahlen und Hochrechnungen der EKD hat Prof. Michael Welker einmal in die Zukunft hochgerechnet und fand heraus, dass dann in 100 Jahren alle evangelische Christen verschwunden sein werden und in 150 Jahren alle Deutschen.<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. M\u00f6ller hatte in seinem Vortrag den Umgang der EKD mit den Zahlen und mit der Zukunft problematisiert: \u201e<em>als st\u00fcnde uns die Zukunft zur Verf\u00fcgung und sei nicht Sache des Geistes, der uns in alle Wahrheit und so auch in die Zukunft f\u00fchren wird<\/em>\u201c.<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\">[53]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch alle die negativen Zahlen und vorhandenen Krisen d\u00fcrfen uns nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren lassen, denn: Die Gemeinde Jesu hat Zukunft!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. M\u00f6ller pl\u00e4diert deshalb f\u00fcr einen anderen Umgang mit Zukunft; er nennt ihn den \u201eadventlichen Umgang\u201c. Ich zitiere: <em>\u201eZukunft wird hier das, was sie schon rein sprachlich ist: das, was uns zukommt. \u201aTrachtet zuerst nach dem, was euch als Reich Gottes zukommt, so wird euch das andere alles zufallen\u2018 (Mt 6,34). Wie sieht ein Mensch aus, der diesen Umgang mit Zukunft als dem uns Zukommenden praktiziert? Der d\u00e4nische Philosoph S\u00f6ren Kierkegaard, der sich diesem Kapitel der Bergpredigt \u2026 wieder und wieder zugewandt hat, umrei\u00dft das Bild eines Ruderers, der sich dem Ziel entgegenarbeitet, indem er ihm den R\u00fccken umgekehrt hat.<\/em><a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[54]<\/a><em> Dagegen k\u00f6nne es einen Menschen nur zerstreuen, wenn er jeden Augenblick ungeduldig nach dem Ziel sehe. \u201aNein, sei f\u00fcr ewig und im Ernst entschlossen, so wendest du dich ganz deiner Arbeit zu und dem Ziel den R\u00fccken. So ist man gestellt, wenn man ein Boot rudert, und so ist man gestellt, wenn man glaubt. Der Glaube wendet dem Ewigen den R\u00fccken zu, um es gerade an dem heurigen Tag bei sich zu haben.\u2018\u201c<\/em><a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[55]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter sagt M\u00f6ller: <em>\u201eEs ist auch das wahrhaft Zukunftsf\u00e4hige, denn nur der ist wirklich der Zukunft f\u00e4hig, wer den Augenblick in Acht nimmt und ihn geistesgegenw\u00e4rtig gestaltet, weil er die Zukunft als Gottes Zeit kommen l\u00e4sst, die dem Menschen und seinen Zukunftspl\u00e4nen nicht verf\u00fcgbar ist. Zu dieser Art von \u201aZukunftsf\u00e4higkeit\u2018 geh\u00f6rt auch ein Planen, Gestalten und Rechnen mit der Zukunft, das nicht im Zeichen der Sorge um die Zukunft steht, sondern den Charakter von t\u00e4glicher, allt\u00e4glicher Besorgung hat.\u201c<\/em><a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[56]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adventlicher Umgang bedeutet also Vorbereiten, Besorgen, Bu\u00dfe Tun und Freude auf das, was kommt! Als Gemeinde Jesu d\u00fcrfen wir adventlich leben, denn wir haben ja l\u00e4ngst die Zukunft im R\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was das allerdings konkret f\u00fcr die Zukunft unserer beiden gro\u00dfen Institutionen Kirche in Deutschland bedeutet, wer vermag das genau zu sagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon Luther mahnte mit Nachdruck: \u00bb<em>Denn das sollt ihr wissen, Gottes Wort und Gnade ist ein fahrender Platzregen, der nicht wiederkommt, wo er einmal gewesen ist. Ihr Deutschen d\u00fcrft nicht denken, dass ihr ihn ewig haben werdet; denn Undank und Verachtung wird ihn nicht lassen bleiben. Drum greift zu und haltet zu, wer greifen und halten kann!<\/em>\u00ab<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\">[57]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man weltweit schaut, dann gibt es mutmachende geistliche Aufbr\u00fcche und Wachstum in der Christenheit, gerade auch in islamischen L\u00e4ndern. Das darf uns dankbar machen und hoffnungsvoll. Es gibt aber auch geistliche Verflachung und Irrlehre mitten in gro\u00dfen Aufbr\u00fcchen und Megakirchen. Wir brauchen die Gabe, die Geister zu unterscheiden.<a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\">[58]<\/a> Das entscheidende Kriterium hierf\u00fcr ist und bleibt das Kreuz.<a href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\">[59]<\/a> Solange wir als Christen in diese Welt gestellt sind, ist Kirche nicht triumphierende Kirche, sondern vielmehr k\u00e4mpfende und umk\u00e4mpfte Kirche.<a href=\"#_edn60\" name=\"_ednref60\">[60]<\/a> Kirche lebt im Schatten des Kreuzes Christi. Und nur hier ist und bleibt sie bewahrt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der verstorbene Pf\u00e4lzische Kirchenpr\u00e4sident Theo Schaller hat 1969 gesagt: \u201e<em>Die Kirche wird lernen m\u00fcssen, da\u00df sie in der Welt Diaspora ist, das hei\u00dft vereinsamt steht.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn61\" name=\"_ednref61\">[61]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Schatten des Kreuzes, in dieser Welt, wie sie ist, in dieser Kirche, wie sie ist, da haben wir unseren Auftrag. Und solange wir das Evangelium frei bekennen und weitersagen k\u00f6nnen, haben wir, jeder an seinem Platz, auch die Verpflichtung dazu. Allzu schnell wird heutzutage von frommen Gemeindegliedern ein Gemeindehopping betrieben, oftmals aus nebens\u00e4chlichen Gr\u00fcnden.<a href=\"#_edn62\" name=\"_ednref62\">[62]<\/a> Allerdings wird es f\u00fcr Gemeindeglieder zunehmend schwierig bis unm\u00f6glich, in einer Gemeinde zu bleiben, in der die grundlegende biblisch-reformatorische Wahrheit keine Beachtung mehr findet und ein anderes Evangelium gepredigt wird.<a href=\"#_edn63\" name=\"_ednref63\">[63]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Pfarrer und Gemeindeleiter muss man die Grenze anders ziehen. Solange sie noch das Wort Gottes treu verk\u00fcnden k\u00f6nnen und ihre Gewissen nicht durch Dinge belastet werden, die ihnen aufgetragen werden, die aber gegen Gottes Wille und Gebot sind, solange k\u00f6nnen bzw. m\u00fcssen sie bei ihrer anvertrauten Herde bleiben und d\u00fcrfen nicht fliehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu nur ein paar kurze Hinweise:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Jona hatte von Gott einen Auftrag &#8211; einen menschlich gesehen sehr unangenehmen Auftrag, aber er konnte sich nicht dauerhaft verweigern. Gott lie\u00df nicht zu, dass Jona vor seinem Auftrag floh.<\/li>\n<li>Oder Mose: Ihm war das Volk Gottes anvertraut. Was f\u00fcr eine Aufgabe, ein solch wankelm\u00fctiges und undankbares Volk auch geistlich zu leiten! Menschlich gesehen h\u00e4tte Mose viele Gr\u00fcnde gehabt, zu verzweifeln und davonzulaufen. Und wie oft hat Mose an diesem Volk gelitten. Aber Gott entlie\u00df ihn nicht aus seinem Auftrag, und er musste die Last des Volkes tragen.<\/li>\n<li>Der Apostel Paulus hatte eine ganze Reihe Gemeinden gegr\u00fcndet und mit aufgebaut. Wieviel Anfeindung, Anfechtung, Streit und Missgunst sind ihm entgegengeschlagen. Welch gef\u00e4hrliche Zust\u00e4nde und falsche Verhaltensweisen hatten sich in diesen Gemeinden zum Teil breit gemacht. Aber Paulus hat diese Gemeinden nicht im Stich gelassen oder gar verflucht. Nein, er hat sich wie der gute Hirte um seine Herde gek\u00fcmmert, alles im Namen des HErrn Jesus Christus.<\/li>\n<li>An vorbildhaften Hirten habe ich selbst begreifen lernen, wie wichtig es ist, standhaft zu bleiben. Lesen Sie etwa die Lebensbiographien von Paul Gerhard<a href=\"#_edn64\" name=\"_ednref64\">[64]<\/a>, von Wilhelm L\u00f6he<a href=\"#_edn65\" name=\"_ednref65\">[65]<\/a>, von Paul Schneider<a href=\"#_edn66\" name=\"_ednref66\">[66]<\/a>, von Dietrich Bonhoeffer<a href=\"#_edn67\" name=\"_ednref67\">[67]<\/a> und Theo Lehmann<a href=\"#_edn68\" name=\"_ednref68\">[68]<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Gemeinde Jesu wird reformiert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ist die Gemeinde Jesu gerade auch in Bedr\u00e4ngnis und Verfolgung nicht hoffnungslos? Pfarrer Dr. Bernhard Bonkhoff schreibt in seiner Pf\u00e4lzischen Kirchengeschichte: \u201e<em>Doch in der Bedrohung w\u00e4chst auch die Rettung, denn Gott, der Herr, l\u00e4\u00dft seine durch das Blut seines Sohnes begr\u00fcndete und erhaltene Herde nicht ohne seine Hilfe in der Welt zur\u00fcck.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn69\" name=\"_ednref69\">[69]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darauf d\u00fcrfen wir uns verlassen. Und wenn jener Pfarrer und Kirchenfunktion\u00e4r behauptet: \u201a<em>Die Landeskirche ist ein sinkendes Schiff<\/em><em>;<\/em><em> damit es wieder auf Kurs kommt, gilt es Bal<\/em><em>l<\/em><em>ast abzuwerfen<\/em>\u2018 &#8211; also die Frommen und Bibeltreuen loszuwerden &#8211; so haben wir uns mit dieser Situation zu besch\u00e4ftigen und zu beten und zu fragen, was der HErr von uns will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir einmal an, er hat mit dem \u201esinkenden Schiff\u201c recht &#8211; vieles spricht ja auch daf\u00fcr &#8211; dann muss man analysieren, warum das Schiff sinkt. Ich bin nicht der \u00dcberzeugung, dass die 5 bis 10 Prozent Frommen das Schiff zum Sinken bringen. Ich h\u00f6re nicht auf das Gerede vom \u201eBallast\u201c. Die Frommen waren doch all die Jahre diejenigen, die das Schiff lebendig, sichtbar und erkennbar gemacht haben. Das Schiff sinkt deshalb, weil es einen riesengro\u00dfen Riss im Rumpf hat. So wie die Titanic durch einen Eisberg aufgeschlitzt wurde, so konnten die feindlichen M\u00e4chte das Kirchenschiff leckschlagen, weil man nicht Kurs gehalten hatte mit Gottes Wort und in seinem Geist. Und so wie viele damals die Titanic aufgrund ihrer Konstrukteurskunst f\u00fcr unsinkbar gehalten hatten, so hatten auch viele geglaubt, mit Macht, Geld und gesellschaftlicher Anerkennung w\u00e4re die Kirche gesichert und man k\u00f6nne sie \u00fcberall hinsteuern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschliches Denken ist aber nicht unfehlbar, und wenn Hochmut und Gottvergessenheit dazukommen, dann bleibt die Katastrophe nicht aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Titanic hatte man aus Hochmut zu wenig Rettungsboote und diese auch nicht rechtzeitig vorbereitet und startklar gemacht. Dieser Fehler sollte uns nicht unterlaufen. Ich denke, es ist notwendig, Rettungsboote bereitzuhalten, diese zu vernetzen und zu \u00fcberlegen, wie sie weiter zusammenbleiben k\u00f6nnen, selbst wenn das Mutterschiff sinken und auf dem Grund zerbrechen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob, wann und wie das geschieht, bleibt unserem HErrn \u00fcberlassen. Ein guter Kapit\u00e4n geht als letzter von Bord, d.h. die Schw\u00e4chsten sind zuerst zu versorgen. Der gute Hirte hat f\u00fcr die Schafe zu sorgen und die Herde zusammenzuhalten. Und solange die Blaskapelle an Bord noch spielt, sollten wir nicht unt\u00e4tig sein, sondern die Zeit auskaufen.<a href=\"#_edn70\" name=\"_ednref70\">[70]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht dass Sie meinen, ich oder irgendjemand anderer h\u00e4tte einen fertigen Plan, den man nur abarbeiten m\u00fcsste. Nein, ich glaube, dass der HErr uns immer nur den n\u00e4chsten Schritt zeigt und nicht gleich den kompletten Rettungsplan. Aber so wie die Jungfrauen das \u00d6l f\u00fcr ihre Lampen bereithalten sollen<a href=\"#_edn71\" name=\"_ednref71\">[71]<\/a>, so ist es unsere Aufgabe, die entsprechenden Vorbereitungen und Schritte zu tun. Und ich habe den Eindruck, dass Gott l\u00e4ngst dabei ist, mit uns Schritte zu gehen, die in unterschiedlichen Regionen durchaus auch unterschiedlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr unseren Bereich in der Pfalz haben wir den Eindruck, dass es an der Zeit ist, kleine Zellen, die in der Kirche zum Teil heimatlos geworden sind, miteinander zu verbinden. Das k\u00f6nnen Hauskreise, Gemeinschaften, Gemeinden sein &#8211; was auch immer, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind<a href=\"#_edn72\" name=\"_ednref72\">[72]<\/a>. Diese sind nicht zu einer neuen gro\u00dfen Einheit, sondern in ihrer jeweiligen Struktur miteinander zu vernetzen<a href=\"#_edn73\" name=\"_ednref73\">[73]<\/a>, zu st\u00e4rken, zu tr\u00f6sten und zuzur\u00fcsten mit der geistlichen Waffenr\u00fcstung<a href=\"#_edn74\" name=\"_ednref74\">[74]<\/a>. Und so wie Petrus auf dem See dem Ruf von Jesus gefolgt ist, so auch wir. Von Petrus m\u00fcssen wir aber auch lernen, nicht auf die bedrohlichen Wellen zu schauen, sondern auf unseren HErrn Jesus Christus, der uns entgegenkommt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zu ihrer Entr\u00fcckung bleibt die Gemeinde Jesu \u201asemper eccelsia reformanda\u2018!<a href=\"#_edn75\" name=\"_ednref75\">[75]<\/a> In einem solchen Prozess sind wir gerade verst\u00e4rkt drin. Die Katholische Kirche hat sich bereits offiziell davon verabschiedet, \u201eVolkskirche\u201c zu sein. Die Evangelischen Landeskirchen haben noch nicht diese Einsicht, obwohl die Fakten l\u00e4ngst eine andere Sprache sprechen. Der fr\u00fchere Bundesfinanzminister Hans Apel hatte bereits 2003 ein Buch geschrieben mit dem Titel: \u201eVolkskirche ohne Volk\u201c<a href=\"#_edn76\" name=\"_ednref76\">[76]<\/a>. Aber unsere Landeskirche weigert sich hartn\u00e4ckig, einen Plan B zu entwicklen.<a href=\"#_edn77\" name=\"_ednref77\">[77]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Notwendig w\u00e4re beispielsweise auch, so wie in anderen Landeskirchen, ganz bewusst und gezielt Profilgemeinden als Rettungsboote zu genehmigen bzw. zu gr\u00fcnden. Wir brauchen missionarische, lebendige, bekennende Gemeinden. Der HErr selbst hat ja seine Zusage der Bewahrung an den Missionsbefehl gebunden.<a href=\"#_edn78\" name=\"_ednref78\">[78]<\/a> In jedem Kirchenbezirk m\u00fcsste es zumindest 1 bibel- und bekenntnistreue Gemeinde geben, die von inhaltlichen und strukturellen Fesseln befreit ist. Daf\u00fcr spricht sich Ulrich Parzany aus, ebenso Prof. Christian M\u00f6ller aus Heidelberg wie auch Prof. Michael Herbst aus Greifswald<a href=\"#_edn79\" name=\"_ednref79\">[79]<\/a>. Sogar das Impulspapier der EKD \u201eKirche der Freiheit\u201c h\u00e4lt dies f\u00fcr erforderlich<a href=\"#_edn80\" name=\"_ednref80\">[80]<\/a>, aber in der Pfalz wird dies beharrlich verwehrt und zugeschaut, wie viele Gl\u00e4ubige, gerade auch junge Erwachsene und Familien, verloren gehen oder in Freikirchen abwandern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der entscheidende Punkt ist, dass es trotz gegenteiliger Behauptung der Landeskirchen eben nicht nur um unterschiedliche Fr\u00f6mmigkeitsstile geht, sondern um unterschiedliche Standpunkte zur biblischen Wahrheit.<a href=\"#_edn81\" name=\"_ednref81\">[81]<\/a> Das will man sich nicht eingestehen, und deshalb werden alle Kirchengemeinden und Pfarrer mit Macht und Geld in sogenannte Regionen und Kooperationszonen eingebunden, statt die lebendige Selbst\u00e4ndigkeit von Gemeinden zu f\u00f6rdern. Weiter gedacht, wird es am Ende gar keine Zuordnung von Pfarrer und Gemeinde, von Hirte und Herde mehr geben, sondern Kirchenbezirke oder Verbandspfarreien werden zu regionalen religi\u00f6sen Dienstleistern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch aus einem weiteren praktischen Grund braucht es dringend Profilgemeinden, um nachhaltig lebendige Gemeinden bauen zu k\u00f6nnen. Es muss damit endlich das alte Prinzip der Kirchenleitungen beerdigt werden, dass nach einem \u201efrommen\u201c Pfarrer ein \u201eliberaler\u201c Pfarrer in die Gemeinde geschickt wird, mit dem Argument, man m\u00fcsse es ja allen Recht machen. Herausgekommen sind aber meist verst\u00f6rte Gemeinden, deren Lebendigkeit und Wirksamkeit verloren ging. Ich kenne Gemeinden, in denen Pfarrer bis zu 35 oder 40 Jahren segensreich gewirkt hatten und unter deren Nachfolger die Treue zu Bibel und Bekenntnis untergraben wurde und innerhalb k\u00fcrzester Zeit der Gottesdienst und das Gemeindeleben einer Intensivstation glich, wo k\u00fcnstlich versucht wurde, noch etwas am Leben zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Semper eccelsia reformanda! Zur\u00fcck zu den Wurzeln! Zur\u00fcck zu Bibel und Bekenntnis!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Zur\u00fcck in die Zukunft<\/em>\u201c &#8211; so hie\u00df ein Kinofilm in den 80er Jahren, und das w\u00e4re ein gutes Motto f\u00fcr die Kirche. Die geistlich-theologischen Grundlagen von Kirche bleiben n\u00e4mlich die gleichen und sind in den meisten Kirchenverfassungen auch noch in guter Weise erhalten. Sie m\u00fcssen aber in der Verk\u00fcndigung, in der Praxis, im Gemeindeleben wieder Relevanz gewinnen. Und wo dies in den gegenw\u00e4rtigen Strukturen nicht m\u00f6glich ist, dort m\u00fcssen nicht die Inhalte, sondern die Strukturen gewechselt werden. Wir brauchen eine geistliche Erneuerung, eine \u201e<em>Reformation gegen die Deformation von Kirche<\/em>\u201c, wie es Prof. Reinhard Slenczka ausgedr\u00fcckt hat.<a href=\"#_edn82\" name=\"_ednref82\">[82]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Kenner der europ\u00e4ischen Kirchengeschichte schrieb bereits 1957: \u201e<em>Die Zukunft der evangelischen Kirchen der Welt wird sich daran entscheiden, ob sie in freier Zustimmung die Botschaft ihrer Vergangenheit, die Botschaft der Reformation von der Norm biblischer Offenbarung und der S\u00fcnde und freier Kreuzesgnade wiederum aufnimmt, oder ob sie das Verm\u00e4chtnis der Reformation endg\u00fcltig in die Vergangenheit entl\u00e4\u00dft und damit, innerlich entwurzelt und entm\u00e4chtigt, stromabw\u00e4rts in die Zukunft treibt.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn83\" name=\"_ednref83\">[83]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz allem stimme ich Ulrich Parzany zusammenfassend zu: \u201e<em>Auch in den Landeskirchen baut Jesus Christus seine Gemeinde. Das ist nicht nur meine Erfahrung. Das bleibt meine \u00dcberzeugung und Hoffnung. Dabei d\u00fcrfen wir mitwirken. \u2026 Wir schauen auf eine reiche Segensgeschichte zur\u00fcck.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn84\" name=\"_ednref84\">[84]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verhei\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinem Vortrag d\u00fcrfte klar geworden sein, dass man \u00fcber die Zukunft der \u201everfassten Kirche\u201c nur schwer verl\u00e4ssliche Aussagen machen kann. Die \u201eGemeinde Jesu\u201c hingegen hat auf jeden Fall eine Zukunft, und das nicht nur als eine M\u00f6glichkeit, sondern zugesagt als Verhei\u00dfung. Und zwar eine zweifache Zukunft: hier auf Erden bis zu ihrer Entr\u00fcckung in den Himmel<a href=\"#_edn85\" name=\"_ednref85\">[85]<\/a> und dort dann eine ewige Zukunft in Gottes Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlie\u00dfe mit Verhei\u00dfungen zu den 5 Schlaglichtern:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Gemeinde Jesu wird getragen und tr\u00e4gt<\/strong>, weil Gottes Wort Bestand hat. \u201e<em>Denn \u201aalles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit\u2018 (Jesaja 40,6-8)<\/em>\u201c.<a href=\"#_edn86\" name=\"_ednref86\">[86]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der HErr macht uns gewiss und sagt uns zu: \u201e<em>Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel f\u00e4llt und nicht wieder dahin zur\u00fcckkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und l\u00e4sst wachsen, dass sie gibt Samen zu s\u00e4en und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es wird nicht wieder leer zu mir zur\u00fcckkommen, sondern wird tun, was mir gef\u00e4llt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn87\" name=\"_ednref87\">[87]<\/a><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Gemeinde Jesu ist bedr\u00e4ngt.<\/strong> Darauf hat uns Christus vorbereitet und Seligkeit verhei\u00dfen: \u201e<em>Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verf\u00fchren. Und weil die Missachtung des Gesetzes \u00fcberhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis f\u00fcr alle V\u00f6lker, und dann wird das Ende kommen.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn88\" name=\"_ednref88\">[88]<\/a><\/li>\n<li><strong> Gemeinde Jesu bleibt bewahrt<\/strong>, weil Christus es den Seinen von Anfang an versprochen hat: \u201e<em>Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der H\u00f6lle sollen sie nicht \u00fcberw\u00e4ltigen.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn89\" name=\"_ednref89\">[89]<\/a><\/li>\n<li><strong> Gemeinde Jesu wird reformiert.<\/strong> Sie wird immer wieder zu ihren Wurzeln, zu den Quellen lebendigen Wassers gef\u00fchrt, weil Christus derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit: \u201e<em>Einen andern Grund kann niemand legen au\u00dfer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn90\" name=\"_ednref90\">[90]<\/a><\/li>\n<li><strong> Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verhei\u00dfung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie der Sohn Gottes sich selbst ent\u00e4u\u00dferte und Knechtsgestalt annahm<a href=\"#_edn91\" name=\"_ednref91\">[91]<\/a> bis hin zum Tod am Kreuz, so leidet auch die Gemeinde, als sein Leib, unter den M\u00e4chten dieser Welt. Dies geschieht aber in der Gewi\u00dfheit, dass Gott ihn erh\u00f6ht hat und \u201e<em>ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist<\/em>\u201c<a href=\"#_edn92\" name=\"_ednref92\">[92]<\/a>. Und \u201e<em>alles, was aus Gott geboren ist, \u00fcberwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt \u00fcberwunden hat.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn93\" name=\"_ednref93\">[93]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil wir hier in dieser Welt \u201e<em>Fremdlinge und Pilger<\/em>\u201c sind<a href=\"#_edn94\" name=\"_ednref94\">[94]<\/a> und unser tats\u00e4chliches B\u00fcrgerrecht im Himmel ist<a href=\"#_edn95\" name=\"_ednref95\">[95]<\/a>, deshalb haben wir \u201e<em>hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir<\/em>\u201c<a href=\"#_edn96\" name=\"_ednref96\">[96]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ulrich J. Hauck, Pfarrer<\/em><br \/>\n<em>Im gro\u00dfen Sand 8<\/em><br \/>\n<em>76889 Barbelroth<\/em><br \/>\n<em>Telefon: 06343-9395286<\/em><br \/>\n<em>Mobil: 0151-22122180<\/em><br \/>\n<em>E-Mail: ulrich-xp@t-online.de<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Den Vortrag \u201e<em>Gemeinde Jesu hat Zukunft<\/em>\u201c habe ich beim Jubil\u00e4umskongress des Gemeindehilfsbundes in Krelingen am 4. November 2017 und am 1. Februar 2018 beim \u201eNetzwerk bekennender Christen &#8211; Pfalz\u201c in Landau-M\u00f6rzheim gehalten. F\u00fcr die schriftliche Fassung habe ich den m\u00fcndlichen Vortragsstil weitgehend beibehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Leicht verst\u00e4ndlich: Karl Baral, Handbuch der biblischen Glaubenslehre, H\u00e4nssler 2001.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Die folgenden Angaben erinnere ich aus diversen Zeitungsartikeln und aus Angaben in kirchlichen Papieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Die 5 Z\u00e4hlsonntage sind Invokavit, Karfreitag, Erntedank, 1.Advent, Heiligabend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Bemerkenswert bleibt, dass die seit Jahren negativen Finanzprognosen im Widerspruch stehen zu den jedes Jahr steigenden Kirchensteuereinnahmen. Hat man eventuell die Kirchengemeinden mit den Prognosen und Instandhaltungsr\u00fccklagen bewusst arm gerechnet und als nicht zukunftsf\u00e4hig hingestellt, um die mittlere Ebene, Regionalisierungen und danach die Aufl\u00f6sung der Ortskirchengemeinden mit eigenem Pfarrer als \u201ealternativlos\u201c durchzuf\u00fchren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Prof. Christian M\u00f6ller hatte in einer Aussprache ge\u00e4u\u00dfert, dass die Kirche wieder vom Kopf auf die F\u00fcsse gestellt werden muss; das geschieht erst dann, wenn die Finanzhoheit in der Gemeinde liegt und diese nicht mehr Empf\u00e4nger und Bittsteller ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Dr. Karl Richard Ziegert, \u201eDas Spiel ist aus \u2013 \u00fcber das verdr\u00e4ngte Sterben der EKD-Kirchenwelt\u201c, Deutsches Pfarrerblatt 2014\/10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> ekklesia tou theou. Im neutestamentlichen Sprachgebrauch gibt es keinen Unterschied zwischen \u201eKirche\u201c und \u201eGemeinde\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Niz\u00e4nisches Glaubensbekenntnis: \u201edie eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Confessio Augustana, 1530, Artikel VII: \u201eEs wird auch gelehret, da\u00df alle Zeit m\u00fcsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gl\u00e4ubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heilige Sacrament laut des Evangelii gereicht werden.<br \/>\nDenn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, da\u00df da eintr\u00e4chtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sacrament dem g\u00f6ttlichen Wort gem\u00e4\u00df gereicht werden. Und ist nicht Not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, da\u00df allenthalben gleichf\u00f6rmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht Ephes 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaub, ein Taufe.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Epheser 2, 20<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> \u201eDie gegenw\u00e4rtigen kirchlichen Reformvorhaben setzen beim Mangel an. Sie setzen an beim Mitglieder- und Kirchensteuermangel. Sie fangen mit der Angst an, mit der Angst vor Bedeutungsverlust. Sie fangen mit dem Ziel an, den Mangel zu beheben, den angeblichen Mangel an Geld, den Mangel an Mitgliedern, den Mangel an Religiosit\u00e4t, den Mangel an christlichem Wissen \u2026 Eine Reformation aber hat ihren Anfang in der Gewissheit und in der Leidenschaft. Reformation f\u00e4ngt damit an, dass Menschen f\u00fcr etwas brennen, dass der Glaube bei ihnen z\u00fcndet.\u201c S\u00fcddeutsche Zeitung 21.10.2017, zitiert in idea-Spektrum 43.2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Bonhoeffers 8 Thesen \u00fcber die Jugendarbeit in der Kirche 1933, <em>in Eberhard Bethge (Hrsg.), Dietrich Bonhoeffer, Theologie \u2013 Gemeinde, Vorlesungen. Briefe. Gespr\u00e4che. 1927 bis 1944 in Dietrich Bonhoeffer \u2013 Gesammelte Schriften, Dritter Band, M\u00fcnchen: Chr. Kaiser Verlag, 1960, S. 292f.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Epheser 4, 15<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Pfarrer Heinz Wilhelmy, 1946 auf der Landessynode in der Pfalz; in Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 452.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Das entspricht ganz dem postmodernen Denken, das die Wahrheit an sich aufl\u00f6sen bzw. subjektiv verorten will. Auch Pontius Pilatus fragte: \u201eWas ist Wahrheit?\u201c (Joh.18,38) Die Antwort ist Jesus in Person (Joh.14,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 119<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 119<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.209<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.209<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Katholisch: Tradition, Hierarchie. Evangelisch: Anpassung, Zeitgeist, Pseudodemokratie.<br \/>\nEs wird keine theologische Auseinandersetzung gef\u00fchrt, sondern mit Kirchengesetzen, wie z.B. dem \u201eUngedeihlichkeitsparagraphen\u201c, die Wahrheit in die Schranken gewiesen. So kann eine Handvoll Unzufriedener bewirken, dass ein Pfarrer seine Stelle verliert. Kritik daran u.a. von Prof. Gisela Kittel, \u201eErneuerung der Kirche \u2013 unser Werk? Kritische Fragen zum gegenw\u00e4rtigen Reformprozess\u201c, Deutsches Pfarrerblatt 4\/2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.228<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Dogmatisches Gutachten zu der von Pfarrer Dr. Joachim Cochlovius f\u00fcr das Gemeindenetzwerk gestellten Frage \u201eWann der Punkt erreicht ist, dass ein bibel- und bekenntnisgebundener Pfarrer in der Landeskirche bei uns in Deutschland nicht mehr mit gutem Gewissen seinen Dienst tun kann?\u201c, Erlangen 2007<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Selbst bei staatlichen Gesetzen gegen Gottes Ordnung ist die Kirche Vorreiter, Unterst\u00fctzer oder Handlanger gewesen, so z.B. beim Gesetz \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c und der F\u00f6rderung des Islam (Religionsunterricht u.a.).<br \/>\nIm Gegensatz dazu hei\u00dft es in der Theologischen Erkl\u00e4rung von Barmen, 1934, These III: \u201eWir verwerfen die falsche Lehre, als d\u00fcrfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen \u00dcberzeugugen \u00fcberlassen.\u201c<br \/>\nAnschaulich auch unser offener Brief an den Kirchenpr\u00e4sidenten zum Thema \u201eEvangelisches Profil in Kindertagesst\u00e4tten\u201c, in NbC-Rundbrief 1\/2017, www.nbc-pfalz.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> So war es bereits auch im Alten Bund. Der Prophet Hesekiel wurde vom HErrn berufen und beauftragt mit den Worten: \u201eUnd du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht f\u00fcrchten noch vor ihren Worten f\u00fcrchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um dich, und du wohnst unter Skorpionen; aber du sollst dich nicht f\u00fcrchten vor ihren Worten und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen \u2013 denn sie sind ein Haus des Widerspruchs \u2013, sondern du sollst ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.\u201c (Hes.2,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Jer.23,13; 50,6; Mt.18,6, 1.Petr.4,12-19<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> R\u00f6m.5,3; Jak.1,2 u.v.a.m.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> Interview im SPIEGEL 22.7.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Grundlagentext des Rates der EKD 2014, Rechtfertigung und Freiheit, 500 Jahre Reformation 2017, S. 83f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> Ulrich Parzany, 500 Jahre: Zwischenbilanz der Reformation \u2013 Was bleibt zu tun?, \u201eNetzwerk bekennender Christen-Pfalz\u201c, Profilkonferenz, 21. Oktober 2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh.1,14.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> Christine Schirrmacher, Islam und christlicher Glaube, H\u00e4nssler 2008; Eberhard Tr\u00f6ger, Der Islam und die Gewalt, Brunnen 2016; u.a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> Als noch weiter gehende Verleugnung des Glaubens und Bekennens k\u00f6nnten hier die zahlreichen gemeinsamen Gottesdienste in Kirchen genannt werden, in denen die Muslime \u201eAllahu Akbar\u201c rufen. \u00dcbertretung des 1. Gebotes!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> \u201eChristus ist ja Gott und Mensch, der noch nie ges\u00fcndigt hat, und seine Rechtschaffenheit ist un\u00fcberwindlich, ewig und allm\u00e4chtig. Wenn nun er die S\u00fcnden der gl\u00e4ubigen Seele durch ihren Brautring (d.h. den Glauben) sich selbst zu eigen macht und geradeso tut, als h\u00e4tte er sie getan, so m\u00fcssen die S\u00fcnden in ihm verschlungen und ers\u00e4uft werden; denn seine un\u00fcberwindliche Gerechtigkeit ist allen S\u00fcnden zu stark.\u201c Von der Freiheit eines Christenmenschen, GTB Siebenstern 1983, Abschnitt Zw\u00f6lftens, S. 169.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> Hierzu nur zwei Beispiele: Familiengottesdienst zu Gal 4,28 \u201eIhr seid alle Gottes Kinder\u201c. In dieser Bibelstelle hei\u00dft es aber richtig: Ihr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verhei\u00dfung.<br \/>\nhttps:\/\/hulbee.com\/?query=EKD%20alle%20menschen%20sind%20gottes%20kinder&#038;region=browser&#038;uiLanguage=browser&#038;page=11<br \/>\nPapst Franziskus: \u201eWir aber m\u00fcssen zur Begegnung kommen und mit unserem Glauben eine \u00bbKultur der Begegnung \u00ab schaffen, eine Kultur der Freundschaft, eine Kultur, in der wir Br\u00fcder und Schwestern finden, wo wir auch mit denen sprechen k\u00f6nnen, die nicht so denken wie wir, auch mit denen, die einen anderen Glauben haben, die unseren Glauben nicht teilen. Alle haben etwas mit uns gemeinsam: Sie sind Ebenbilder Gottes, sind Kinder Gottes.\u201c <em>Petersplatz , Samstag, 18. Mai 2013; http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2013\/may\/documents\/papa-francesco_20130518_veglia-pentecoste.html<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> Den Zusammenhang zwischen Altem und Neuem Bund, zwischen Israel und Gemeinde, mit ihren jeweiligen Verhei\u00dfungen, muss beachtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[37]<\/a> Vgl. auch 1.Joh.2,18ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 88<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> Hermann Dietzfelbinger, Ver\u00e4nderung und Best\u00e4ndigkeit. Erinnerungen, Claudius Verlag 1984, S. 304<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[40]<\/a> Evangelischer Kirchenbote zum 29.10.2017, Nr.44\/2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[41]<\/a> Z.B. in Bezug auf falsche Lehre, falsches ethisches Verhalten in den Kirche, keine inhaltliche \u00dcberzeugung, kein Gewissensschutz, Machtstrukturen, Pers\u00f6nliche Vorteile und Karrieren, staatliche Anerkennung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> Dazu Bernd Dietsche, Nachtrag zu Schweigen und Rechtenbach &#8211; der Prozess, Pf\u00e4lzisches Pfarrerblatt 2017\/3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> Prof. Dr. Christian M\u00f6ller, Gemeinden beginnen den Aufbruch, indem sie mit Gottes Geist rechnen, Vortrag beim \u201eNetzwerk bekennender Christen \u2013 Pfalz\u201c, Speyer, 17.11.2012<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a> ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> Bei den anstehenden Zwangszusammenlegungen von Pfarr\u00e4mtern im Dekanat Bad Bergzabern hatte man am Vormittag Prof. M\u00f6ller eingeladen, um seine geistgeleiteten Perspektiven anzuh\u00f6ren. Es gab gro\u00dfe Zustimmung, anschlie\u00dfend Mittagessen, danach ging es dann um die konkrete Umsetzung der landeskirchlichen Stellenk\u00fcrzung. Nun wurde nur mit Zahlen, Verwaltung und Strukturvorgaben diskutiert, als h\u00e4tte beides nichts miteinander zu tun. Das \u201eWehen des Geistes\u201c lie\u00df man au\u00dfen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> \u201eNicht, \u201awas Gottes Wille ist\u2018 R\u00f6m 12,2, scheint im Vordergrund der \u00dcberlegungen und Planungen zu stehen, sondern wie sie sich selbst zu einer \u00f6ffentlichen Gr\u00f6\u00dfe machen kann, die gesellschaftliche Anerkennung, \u00f6ffentliche Wahrnehmung und Bedeutung erlangt und so ihre Zukunft sichert. Doch wird eine solche Kirche auch in den Augen Gottes eine Zukunft haben? Wird sie, derart auf sich selbst ausgerichtet, Menschen zu Jesus Christus f\u00fchren und, wie behauptet, missionarisch wirken k\u00f6nnen? Ja, ist sie selber noch die Gemeinde des Gekreuzigten, bereit, zu ihm aus dem Lager hinauszugehen, um seine Schmach zu tragen? (Hebr 13,13)\u201c, Prof. Gisela Kittel, \u201eErneuerung der Kirche \u2013 unser Werk?, Kritische Fragen zum gegenw\u00e4rtigen Reformprozess\u201c, Deutsches Pfarrerblatt 4\/2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> Gal.1,8<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> 1.Tim.3,1-12<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> Evangelische Kirche der Pfalz, Unionsurkunde 1818<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[50]<\/a> Die Generalsynode der Landeskirche hat 1853 in Speyer die CA Variata (1540) als Konsensbekenntnis zwischen Lutheranern und Reformierten beschlossen. Damit sollte einem Zerfall der jungen Unionskirche zu einer reinen Verwaltungsunion vorgebeugt werden. Dieser Beschluss ist bis heute g\u00fcltig. Dies wird auch im Evangelischen Gesangbuch best\u00e4tigt; dort hei\u00dft es: \u201eIn unserer Pf\u00e4lzischen Landeskirche gilt das Augsburger Bekenntnis in der Fassung von 1540.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[51]<\/a> Erg\u00e4nzend m\u00fcsste der Abschnitt hei\u00dfen \u201e\u2026 und wirkt\u201c; mit einer Darlegung von Mission, Diakonie, Seelsorge, Unterricht u.a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[52]<\/a> Kirche ohne Kurs? Aus Anlass der EKD-Studie \u201eChrist-Sein gestalten\u201c, Neukirchen 1987, S.11<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[53]<\/a> s. Anm. 43<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[54]<\/a> S\u00f6ren Kierkegaard, Christliche Reden 1848, Jena 1929, S.65f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[55]<\/a> s. Anm. 43<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[56]<\/a> s. Anm. 43<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[57]<\/a> Luther, Martin &#8211; An die Burgermeister und Ratherrn allerlei St\u00e4dte in deutschen Landen, da\u00df sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen. 1524<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[58]<\/a> 1.Kor.12,10<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[59]<\/a> 1.Kor.1,18ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref60\" name=\"_edn60\">[60]<\/a> \u201eUnd wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.\u201c Mt.10,38<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref61\" name=\"_edn61\">[61]<\/a> Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 462<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref62\" name=\"_edn62\">[62]<\/a> Leider fehlen in den meisten Gemeinden die m\u00fcndigen Presbyterien und \u00c4ltestenkreise, die das Recht und die Pflicht der Gemeinde wahrnehmen, welche Martin Luther 1523 darlegte in der Schrift: \u00bbDass eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen.\u00ab Schon vor dieser Schrift gab Luther der Gemeinde ein Doppeltes: die Macht, eigene Lehrer zu berufen, und das Recht, diese, sofern sie Irrlehren verbreiten, auch wieder abzusetzen. Nur \u2013 und das ist entscheidend &#8211; kein Recht r\u00e4umte Luther der Christengemeinde ein, ihren Seelsorger auch aus anderen Gr\u00fcnden abzuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref63\" name=\"_edn63\">[63]<\/a> 2.Kor.11,4; Gal.1,8f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref64\" name=\"_edn64\">[64]<\/a> Karl Hesselbacher, Paul Gerhardt. Sein Leben &#8211; seine Lieder, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2007<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref65\" name=\"_edn65\">[65]<\/a> Erika Geiger, Wilhelm L\u00f6he 1808-1872, Leben-Werk-Wirkung, Freimund-Verlag 2003<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref66\" name=\"_edn66\">[66]<\/a> Margarete Schneider, Paul Schneider \u2013 Der Prediger von Buchenwald, SCM-H\u00e4nssler 2009<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref67\" name=\"_edn67\">[67]<\/a> Eric Metaxas, Bonhoeffer \u2013 Pastor, Agent, M\u00e4rtyrer und Prophet, SCM-H\u00e4nssler 2011<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref68\" name=\"_edn68\">[68]<\/a> Theo Lehmann, Freiheit wird dann sein, Aussaat 2005<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref69\" name=\"_edn69\">[69]<\/a> Dr. Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 464<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref70\" name=\"_edn70\">[70]<\/a> Eph.5,16; Kol.4,5<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref71\" name=\"_edn71\">[71]<\/a> Mt.25,1ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref72\" name=\"_edn72\">[72]<\/a> Mt.18,20<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref73\" name=\"_edn73\">[73]<\/a> Regional, z.B. im NbC-Pfalz und EKD-weit im \u201eNetzwerk Bibel und Bekenntnis\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref74\" name=\"_edn74\">[74]<\/a> Eph.6,10ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref75\" name=\"_edn75\">[75]<\/a> Dazu interessante Erl\u00e4uterungen unter https:\/\/landeskirchenforum.ch\/ecclesia-semper-reformanda; ebenso Prof. Gisela Kittel, \u201eErneuerung der Kirche \u2013 unser Werk?, Kritische Fragen zum gegenw\u00e4rtigen Reformprozess\u201c, Deutsches Pfarrerblatt 4\/2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref76\" name=\"_edn76\">[76]<\/a> Hans Apel, Volkskirche ohne Volk, Brunnen-Verlag 2003<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref77\" name=\"_edn77\">[77]<\/a> Z.B. das Schweizer Kirchenmodell: keine mittlere Ebene, hohe Eigenst\u00e4ndigkeit und Verantwortung der Gemeinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref78\" name=\"_edn78\">[78]<\/a> Mt.28,18-20<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref79\" name=\"_edn79\">[79]<\/a> Michael Herbst, My God is mighty to save, Deutsches Pfarrerblatt 9\/2017, S.523<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref80\" name=\"_edn80\">[80]<\/a> Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.124<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref81\" name=\"_edn81\">[81]<\/a> Diese Position vertritt das \u201eNetzwerk bekennender Christen \u2013 Pfalz\u201c bereits in seiner \u201eTheologischen Erkl\u00e4rung\u201c anl\u00e4sslich seiner Gr\u00fcndung; gleicher Meinung Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.122f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref82\" name=\"_edn82\">[82]<\/a> Prof. Reinhard Slenczka, Reformation gegen Deformation in der Kirche, Sonderdruck der Bekenntnisbewegung \u201eKein anderes Evangelium\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref83\" name=\"_edn83\">[83]<\/a> Joseph Chambon, Was ist Kirchengeschichte? Ma\u00dfst\u00e4be und Einsichten, G\u00f6ttingen 1957, S. 106, zitiert in Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 465<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref84\" name=\"_edn84\">[84]<\/a> Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.114<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref85\" name=\"_edn85\">[85]<\/a> Joachim Cochlovius, Siehe, ich mache alles neu, S.14ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref86\" name=\"_edn86\">[86]<\/a> 1.Petr.1,24f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref87\" name=\"_edn87\">[87]<\/a> Jes.55,10f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref88\" name=\"_edn88\">[88]<\/a> Mt.24,11ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref89\" name=\"_edn89\">[89]<\/a> Mt.16,18<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref90\" name=\"_edn90\">[90]<\/a> 1.Kor.3,11<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref91\" name=\"_edn91\">[91]<\/a> Phil.2,7<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref92\" name=\"_edn92\">[92]<\/a> Phil.2,9<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref93\" name=\"_edn93\">[93]<\/a> 1.Joh.5,4<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref94\" name=\"_edn94\">[94]<\/a> 1.Petr.2,11<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref95\" name=\"_edn95\">[95]<\/a> Phil.3,20<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref96\" name=\"_edn96\">[96]<\/a> Hebr.13,14<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinde Jesu hat Zukunft [1] Sie bzw. 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