{"id":15495,"date":"2018-04-21T11:25:55","date_gmt":"2018-04-21T09:25:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15495"},"modified":"2018-04-20T11:26:08","modified_gmt":"2018-04-20T09:26:08","slug":"vergesst-die-gastfreundschaft-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15495","title":{"rendered":"Vergesst die Gastfreundschaft nicht!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eVergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.\u201c (Hebr\u00e4er 13,2)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hebr\u00e4erbrief, aus dem unser biblisches Wort entnommen ist, bewegt sich noch sehr nahe bei dem alttestamentlichen Opferkult. Es war ein starker, wirkungskr\u00e4ftiger Traditionsstrom, der die Fr\u00f6mmigkeit in Israel pr\u00e4gte. Die vielen Weisungen zu Opfern aller Art, als S\u00fcndopfer, Dankopfer, Reinigungsopfer, durch das Opfern von Tieren oder auch durch Speisopfer, waren den Menschen in Israel sehr pr\u00e4sent. Und auch als der r\u00f6mische Feldherr Titus im Jahr 70 n. Christus Jerusalem erobert hatte und den Tempel zerst\u00f6ren lie\u00df, waren doch die vielen Kapitel aus den B\u00fcchern Moses in der Thora nachzulesen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber 1000 Jahre und mehr pr\u00e4gten Altar und Tempel als Kultusfr\u00f6mmigkeit die Gl\u00e4ubigen in Israel. Dort empfing man Vergebung, Loskauf von strafw\u00fcrdigen Taten, man wurde wieder rein und w\u00fcrdig, um in der gottesdienstlichen Gemeinde Gott zu ehren. Denn \u00fcber allem stand das<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gebot: \u201eIch bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir.\u201c (2. Mose 20. 2-3). Das Heidentum mit seinen G\u00f6tzen, seinen faszinierenden Riten und in Ekstase jegliche Grenzen \u2013 wie sie die Gebote kennzeichnen \u2013 \u00fcberschreitend, war eine stetige Versuchung f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen Israels.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Versuchungen heute greifen in verschiedenen Ideologien nach dem Gewissen und dem Denken der Christen in unserer Gegenwart. Sie sind in ihrer Propaganda einer g\u00e4nzlich unbegrenzten Freiheit und einer totalen Selbstbestimmung ohne Gottesverantwortung ebenfalls f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung attraktiv, verf\u00fchrerisch, irreleitend. Da st\u00f6rt nur die Frage: \u201eVerliere ich dabei meine ewige Bestimmung, mein Heimatrecht in der ewigen Welt Gottes?\u201c Die ausschlie\u00dfliche Ausrichtung Vieler nur auf das Diesseits, auf die begrenzte Lebenszeit, verdr\u00e4ngt diese Frage. Man ist mit Lebenshunger, ja mit Lebensgier ganz ausgef\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hebr\u00e4erbrief richtet seine Leserschaft ganz und gar auf Christus aus. Er ist in seiner Hingabe zum Leiden und Sterben am Kreuz das abschlie\u00dfende Opfer \u2013 ein f\u00fcr alle mal. Christus ist der Hohepriester, der aus der ewigen Welt kommt und f\u00fcr die Erl\u00f6sung zur ewigen Welt stellvertretend f\u00fcr die Menschen eintritt. Das ist und bleibt einmalig. Er schafft den Zugang zu Gott in der Lebenszeit und f\u00fcr die Ewigkeit. Zu Recht weist der Hebr\u00e4erbrief darauf hin, dass die alttestamentlichen Opfer immer wieder erneut wiederholt werden mussten. Auch der Hohepriester im Tempel musste j\u00e4hrlich neu ein S\u00fcndopfer f\u00fcr seine eigene pers\u00f6nliche S\u00fcndhaftigkeit, Versuchlichkeit und Unvollkommenheit darbringen. Christus aber ist der Schuldlose, der von Gott selbst gesandte, der letztlich nicht in die Verstrickungen einer irdischen Existenz Verfangene. Er bricht die M\u00e4chte der Finsternis, das B\u00f6se mit seiner Versuchungskraft und die Verg\u00e4nglichkeit. Daraus geht er siegreich hervor und bahnt in der Auferstehung f\u00fcr die Glaubenden den Weg zur himmlischen Welt. Wer an ihn glaubt wird in seiner Pers\u00f6nlichkeit geheiligt, das hei\u00dft von allem entledigt, was von dem lebendigen, heiligen Gott trennt. Unsere Lebensf\u00fchrung in unserer Erdenzeit ist dann frei von jeglichen Verdienstgedanken, sondern versteht sich umfassend als Dank an Gott und Christus. So finden sich in dem abschlie\u00dfenden Kapitel 13 des Hebr\u00e4erbriefs einige Weisungen zur Lebensf\u00fchrung der Christen. Worte zum liebevollem Umgang untereinander, die Ehe soll in Ehren gehalten werden, Geldgier sei zu meiden, die Lehrer des christlichen Glaubens sollen geachtet werden, die Gebete der Christen sind Lobopfer vor Gott und das Bekenntnis zu ihm ebenfalls .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn dieser Weisungen findet sich auch die Aufforderung \u201eGastfrei zu sein, vergesst nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war in den biblischen Zeiten ein sehr hohes ethisches Gut, wenn Christen eine Reise machen mussten, ihnen auf Zeit Unterschlupf zu gew\u00e4hren. Die Missionare der ersten Jahrhunderte brauchten die Gastfreundschaft sehr dringend. Sie war die Voraussetzung, um mit dem Evangelium in Gebiete und Regionen vorzusto\u00dfen, in denen Jesus Christus noch nicht als der alleinige Herr und Erl\u00f6ser bekannt gemacht worden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unseren Jahren ist bereits viel getan worden und viel nachgedacht worden zu der gro\u00dfen Herausforderung von Migranten, Fl\u00fcchtlingen, Asylsuchenden. Es ist aber auch wichtig an die Menschen bei uns zu denken, die alt geworden sind, sich zur\u00fcckgezogen haben, an mancherlei Beschwernissen leiden. Da wendet sich die Mahnung zur Gastfreundschaft hin zu dem Gedanken, wen besuche ich oder auch wen lade ich ein. Es ist eine Anfrage an die Kraft der Zuwendung, die bei uns Christen wachgerufen werden kann. Wir lesen von der wachsenden Zahl von einsamen Menschen unter uns. Menschen, die sich zur\u00fcckziehen, ihre Kontakte einschlafen lassen, jedoch ihr Alleinsein als Last und seelische Not empfinden. Sie sind auch eine Aufgabe f\u00fcr die christliche Gemeinde, f\u00fcr eine biblisch begr\u00fcndete Gemeinschaft. Wenn wir nur einige auf unsere Gottesdienste, unsere Gruppen und Kreise hin neu ausrichten k\u00f6nnen, dann haben wir Gutes getan. Sodass eine neue Gastfreundschaft unter Glaubenden entsteht. Wenn dann bei Besuchen oder Einladungen auch vom christlichen Glauben selbst gesprochen wird, ein Gebet das Gespr\u00e4ch beschlie\u00dft, dann ergibt sich auch ein Bezug zu der Anspielung, die der Hebr\u00e4erbrief aufgreift, dass Abraham und Lot Engel \u2013 also Gottesboten \u2013 aufgenommen haben. Das kann auch heute geschehen, wenn Jesus, unser Heiland, im Gespr\u00e4ch aufleuchtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Heinrich Herrmanns, Landesbischof i. R., Memmingen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.\u201c (Hebr\u00e4er 13,2) Der Hebr\u00e4erbrief, aus dem unser biblisches Wort entnommen ist, bewegt sich noch sehr nahe bei dem alttestamentlichen Opferkult. Es war ein starker, wirkungskr\u00e4ftiger Traditionsstrom, der die Fr\u00f6mmigkeit in Israel pr\u00e4gte. 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