{"id":15454,"date":"2018-03-29T20:04:58","date_gmt":"2018-03-29T18:04:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15454"},"modified":"2018-03-29T20:04:58","modified_gmt":"2018-03-29T18:04:58","slug":"die-wunder-des-todes-unseres-herrn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15454","title":{"rendered":"Die Wunder des Todes unseres Herrn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eAber Jesus schrie abermal laut, und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerri\u00df in zwei St\u00fccke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gr\u00e4ber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gr\u00e4bern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen.\u201c<\/strong>\u00a0(Mt. 27, 50-53)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tod unsres Herrn ist ein Wunder und gleich einem kostbaren Edelstein von einer Anzahl andrer Juwelen-Wunder eingefa\u00dft. Wie die Sonne inmitten der sie umgebenden Planeten dieselben weit \u00fcberstrahlt, so ist der Tod Christi wundervoller als die Wunder, welche sich zur selben Zeit zutrugen. Doch nachdem wir die Sonne gesehen haben, macht es uns Freude, auch die Planeten zu studieren; ebenso finden wir, die wir an den einzigartigen Tod Christi glauben und auf Ihn, als auf den Gekreuzigten, unser Vertrauen setzen, gro\u00dfes Vergn\u00fcgen daran, im einzelnen jene vier planetenartigen Wunder zu pr\u00fcfen, die im Text erw\u00e4hnt sind und die gro\u00dfe Sonne des Todes des Herrn selbst umgeben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind sie: der Vorhang im Tempel wurde zerrissen; die Erde erbebte; die Felsen zerrissen; die Gr\u00e4ber thaten sich auf.<\/p>\n<p><strong>Das erste Wunder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir beginnen mit dem ersten dieser Wunder. Ich kann mich des Weiteren dar\u00fcber nicht ergehen, sondern w\u00fcnsche nur Gedanken anzuregen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beachtet den zerrissenen Vorhang, oder Geheimnisse aufgedeckt. Durch den Tod Christi zerri\u00df der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei St\u00fccke, und die Geheimnisse, welche lange Zeiten hindurch im Allerheiligsten verborgen gewesen waren, wurden dem Blick aller Gl\u00e4ubigen enth\u00fcllt. Gleichsam oben in der Gottheit Christi beginnend, wurde der Vorhang bis hinab zu dem unteren Teil der Menschheit Christi zerrissen, und jedem geistlichen Auge wurde alles aufgedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Dies war das erste Wunder Christi nach dem Tode. Das erste Wunder Christi im Leben war bedeutungsvoll und lehrte uns vieles. Er verwandelte Wasser in Wein, als wollte Er zeigen, da\u00df Er das gew\u00f6hnliche Leben zu einem h\u00f6heren Grade erheben und in alle Wahrheiten eine Kraft und K\u00f6stlichkeit lege, die ohne Ihn nicht h\u00e4tte darin sein k\u00f6nnen. Aber dieses sein erstes Wunder nach dem Tode steht \u00fcber dem ersten Wunder seines Lebens, weil jenes in seiner Gegenwart gewirkt wurde. Aber im Tempel war Jesus als Mensch nicht. Das Wunder geschah in seiner Abwesenheit und wurde dadurch erh\u00f6ht. Beide Ereignisse waren gleich wunderbar, aber bei diesem zweiten zeigt sich ein auffallender Zug: Er war nicht da, um zu sprechen und so den Vorhang zu zerrei\u00dfen. Seine Seele hatte seinen Leib verlassen, und weder sein Leib noch seine Seele befand sich in dem geheimen Zelt des Allerh\u00f6chsten, und doch gen\u00fcgte sein Wille, aus der Entfernung den dicken kunstvoll gewirkten Vorhang zu zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wunder der Verwandlung des Wassers in Wein wurde in einem Privathause, inmitten der Familie und der damit befreundeten J\u00fcnger gewirkt; aber dieses Wunder geschah im Tempel Gottes. Es war daran so etwas besonders Heiliges, weil es eine Wunderthat an dem erhabensten und geheimnisvollsten Ort, dem Mittelpunkt geheiligter Anbetung, der Wohnung Gottes, war. Sieh\u2019! Er stirbt und am Eingange zu Gottes hohem Heiligtum rei\u00dft Er den Vorhang entzwei. Es ist etwas so Feierliches in diesem Wunder, das vor Jehovah gewirkt wurde, , da\u00df ich es nicht in Worte kleiden kann; aber ihr werdet es in euren Seelen empfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergesset auch nicht, da\u00df es von dem Heiland nach seinem Tode gewirkt wurde, und dieser Umstand stellt das Wunder in ein merkw\u00fcrdiges Licht. Er zerrei\u00dft den Vorhand im Augenblick des Todes. Jesus gab den Geist auf, und siehe, der Vorhang des Tempels zerrei\u00dft. Drei\u00dfig Jahre lang schien er sich auf das erste Wunder seines Lebens vorbereitet zu haben; sein erstes Wunder nach dem Tode wirkt Er im Augenblick des Sterbens. In demselben Augenblick, da seine Seele von seinem Leibe schied, ergriff unser geliebter Herr den gro\u00dfen Vorhang des symbolischen Hauses seines Vaters und ri\u00df ihn in zwei St\u00fccke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Dieses erste Wunder nach dem Tode steht an einer solchen Stelle, da\u00df wir ohne ernste Gedanken nicht daran vor\u00fcbergehen k\u00f6nnen. Als an der Spitze von dem stehend, was ich eine neue Einrichtung (Dispensation) nennen m\u00f6chte, war es sehr bezeichnend. Was meint es?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meint es, da\u00df der Tod Christi die Offenbarung und Erkl\u00e4rung von Geheimnissen ist? Alle Vorbilder und Schatten des Zeremonialgesetzes verschwinden, weil sie in dem Tode Christi erf\u00fcllt und erkl\u00e4rt sind. Der Tod des Herrn Jesu ist der Schl\u00fcssel aller wahren Philosophie: Gott ward Fleisch und starb f\u00fcr Menschen \u2013 wenn das ein Geheimnis nicht erkl\u00e4rt, kann es nicht erkl\u00e4rt werden. Der Tod Christi ist der gro\u00dfe Zerrei\u00dfer des Vorhangs, der gro\u00dfe Offenbarer der Geheimnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist auch der gro\u00dfe Er\u00f6ffner der Eing\u00e4nge. Da war kein Weg in das Heilige, bis der sterbende Jesus den Vorhang zerri\u00df; der Weg ins Allerheiligste war bis zu seinem Tode nicht offenbar geworden. Wenn ihr Gott zu nahen w\u00fcnscht \u2013 der Tod Christi ist der Weg zu Ihm. Wenn ihr Zutritt zu der innigsten Gemeinschaft haben wollt, die ein Mensch mit seinem Gott haben kann, siehe, das Opfer Christi offenbart euch den Weg. Jesus sagt nicht nur: \u201eIch bin der Weg,\u201c sondern Er macht auch den Weg, indem Er den Vorhang zerrei\u00dft. Nachdem der Vorhang seines Fleisches zerrissen, ist der Weg zu Gott jeder gl\u00e4ubigen Seele sehr klar gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner ist das Kreuz die Beseitigung aller Hindernisse. Christus hat durch den Tod den Vorhang zerrissen. Dann bleibt zwischen seinem Volke und dem Himmel kein Hindernis, oder wenn da solche sind, die neue Bef\u00fcrchtungen erfinden, so f\u00e4hrt Christus fort, sie zu beseitigen. Er zerbricht die ehernen Thore und die eisernen Riegel. Siehe in seinem Tode \u201eden Durchbrecher vor ihnen herauf fahren.\u201c Er hat den Weg gebahnt und sein erw\u00e4hltes Volk kann Ihm zu dem herrlichen Throne Gottes folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist bezeichnend f\u00fcr den Geist des Zeitalters, in welchem wir jetzt leben. Die Hindernisse sind beseitigt; die Schwierigkeiten sind gel\u00f6st; der Himmel steht allen Gl\u00e4ubigen offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Das Wunder war Christi w\u00fcrdig. Halt einen Augenblick inne und bete deinen sterbenden Herrn an. Zeichnet Er seinen Tod durch solch ein Wunder aus? Beweist das nicht seine Unsterblichkeit? Es ist wahr, Er hat sein Haupt im Tode geneigt. Dem Willen seines Vaters gehorsam, beugte Er sein Haupt in williger Ergebung, als Er wu\u00dfte, da\u00df die Zeit des Sterbens f\u00fcr Ihn gekommen war; aber in dem Augenblick, da ihr Ihn als tot bezeichnet, zerrei\u00dft Er den Vorhang des Tempels. Ist in Ihm nicht Unsterblichkeit, obgleich Er stirbt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und neben der Kraft, welche Er in seiner \u00e4u\u00dfersten Schw\u00e4che offenbart, siehe seine Weisheit, denn in diesem Augenblick er\u00f6ffnet Er uns, die wir die That geistlich betrachten, alle Weisheit und legt die Geheimnisse blo\u00df. Die Decke, welche Moses vor sein Angesicht nahm, beseitigte Christus im Augenblick seines Todes. Die wahre Weisheit hielt in ihrem Sterben ihre erhabenste Predigt, indem sie wegnahm, was die h\u00f6chste Wahrheit vor dem Blick aller gl\u00e4ubigen Augen verbarg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geliebte, wenn Jesus dies in seinem Tode f\u00fcr uns thut, dann werden wir sicherlich durch sein Leben selig werden. Jesus, welcher starb, ist lebendig, und wir vertrauen Ihm, da\u00df Er uns in das Heilige f\u00fchren werde, \u201edas nicht mit H\u00e4nden gemacht ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das zweite Wunder<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gehen wir nun zu dem zweiten Wunder \u00fcber: \u201cDie Erde erbebte. Das Unbewegliche wurde durch den Tod Christi erregt. Christus ber\u00fchrte die Erde nicht; Er war an dem Kreuze aufgerichtet. Er starb, aber selbst im Akt des Sterbens, als Er seine Kraft niederlegte, machte Er die Erde unter Ihm erzittern. Was lehrt das?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meinte das nicht zun\u00e4chst, da\u00df das physische Universum die letzte schreckliche Ersch\u00fctterung seines Urteils im voraus f\u00fchlte? Der Tag wird kommen, da der Christus auf Erden kommen wird, und da zu seiner Zeit alles, was da ist, gleich abgetragenen Kleidern zusammengerollt und abgethan werden wird. Noch einmal will Er sprechen, und dann will Er nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel bewegen. Was nicht bewegt werden kann, wird bleiben, aber dazu geh\u00f6rt diese Erde nicht; sie wird von ihrem Platz bewegt werden. \u201eDie Erde und die Werke, so darinnen sind, werden verbrennen. Nichts wird vor Ihm bestehen. Er allein ist! Diese andren Dinge scheinen nur zu sein, und vor dem Schrecken seines Angesichts werden alle Menschen zittern, und der Himmel und die Erde werden davor fliehen. So schien die Erde, als Er starb, ihr Urteil im voraus zu empfinden, und sie zitterte vor Ihm. Wie wird sie zittern, wenn Er, der da lebt, mit all der Herrlichkeit Gottes wieder kommen wird! Wie wirst du erbeben, mein Zuh\u00f6rer, wenn du in der zuk\u00fcnftigen Welt ohne einen Heiland erwachen solltest! Wie wirst du zittern an dem Tage, da Er kommen wird, um die Welt in Gerechtigkeit zu richten und da du vor dem Heiland erscheinen mu\u00dft, den du verachtet hast! Ich bitte dich, denke dar\u00fcber nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meinte dies Wunder nicht auch, da\u00df die geistliche Welt durch das Kreuz Christi bewegt werden soll? Er stirbt am Kreuz und ersch\u00fcttert die materielle Welt als eine Prophezeiung davon, da\u00df sein Tod die Welt ersch\u00fcttern werde, die im Argen liegt und da\u00df er Ersch\u00fctterungen im moralischen Reiche herbeif\u00fchren werde. Br\u00fcder, bedenkt das. Wir sagen von uns: \u201eWie werden wir je die Welt bewegen?\u201c Die Apostel warfen diese Frage nicht auf. Sie hatten Vertrauen auf das Evangelium, welches sie predigten. Die sie h\u00f6rten, merkten das Vertrauen, und als sie ihren Mund aufthaten, sagten sie: \u201eDiese, die den ganzen Weltkreis erregen, sind auch hergekommen.\u201c Die Apostel glaubten, da\u00df die Welt unter der einf\u00e4ltigen Predigt des Evangeliums erbeben werde. Glauben wir das doch auch. Wird das Kreuz Christi Einflu\u00df auf die ungeheuren Regionen Chinas, Indiens, Afrikas haben? Ja, mein Bruder, denn es hat die Erde erbeben gemacht, und es wird noch die gro\u00dfen Massen der Menschheit ersch\u00fcttern. Wenn wir nur Glauben daran und Ausdauer in der Predigt des Wortes haben, so ist es nur eine Frage der Zeit, da der Name Jesu allen Menschen bekannt sein wird, und da jedes Knie sich vor Ihm beugt, und jede Zunge bekennt, da\u00df Er Christus ist, zur Ehre Gottes des Vaters. Die Erde erbebte unter dem Kreuz und es wird wieder geschehen. Der Herr sei daf\u00fcr gepriesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese alte Welt \u2013 ich kann nicht sagen, wie viele Jahre sie existiert hatte, denn von dem im ersten Verse der Bibel erw\u00e4hnten Anfang k\u00f6nnen wir nicht Berechnungen anstellen. Aber wie alt sich auch war, sie mu\u00dfte erbeben, als der Erl\u00f6ser starb. Dies tr\u00e4gt uns \u00fcber eine andre Schwierigkeit hinweg. Das System des B\u00f6sen ist so alt und grau, da\u00df wir oft zu uns sagen: \u201eWir k\u00f6nnen gegen so alte Vorurteile nicht viel thun.\u201c Aber es war die alte, alte Erde, die unter dem sterbenden Christus zitterte und bebte, und so wird es wieder geschehen. Gro\u00dfartige Systeme, die durch Philosophie und Poesie aufrecht erhalten werden, m\u00fcssen der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig neuen Lehre des Kreuzes nachgeben. Sie wird neu genannt, ist es aber nicht, sondern ist \u00e4lter, als die Erde selbst. Es ist Gottes eignes, ewiges Evangelium. So wahr der Herr lebt, wird es das Alte und Ehrw\u00fcrdige ersch\u00fcttern, und die Prophezeiung davon sehe ich in dem Erbeben der Erde unter dem Kreuze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Scheint es nicht unm\u00f6glich, da\u00df die blo\u00dfe Predigt Christi das thun kann? Und deshalb m\u00fcssen gewisse M\u00e4nner die Predigt Christi mit den Hilfsmitteln der Musik und andren Dingen verbinden, bis das Kreuz Christi unter menschlichen Erfindungen erstickt und unter Menschenweisheit begraben wird. Aber was war es, das die Erde erbeben machte? Einfach der Tod unsres Herrn und keine Beigabe von menschlicher Kraft oder Weisheit. Das schien ein unangemessenes Mittel, ein so gro\u00dfes Resultat zu erzeugen; aber es war hinl\u00e4nglich, denn \u201edie g\u00f6ttliche Schwachheit ist st\u00e4rker, denn die Menschen sind und die g\u00f6ttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind,\u201c und Christus in seinem Tode reicht aus, die Erde unterm Kreuz erzittern zu machen. La\u00dft uns keine Waffe, als das Evangelium, keine Streitaxt, als das Kreuz gebrauchen. K\u00f6nnten wir es nur glauben, da\u00df die alte, alte Geschichte die einzige Geschichte ist, die erz\u00e4hlt werden mu\u00df, um die Menschen mit Gott zu vers\u00f6hnen! Christus starb an der S\u00fcnder Statt, der Gerechte f\u00fcr die Ungerechten \u2013 eine gl\u00e4nzende Darstellung der Gnade und Gerechtigkeit in einem einzigen Akt. K\u00f6nnten wir uns nur daran halten, so w\u00fcrden wir sehen, wie unsrem \u00fcberwindenden Herrn der Sieg bald werden mu\u00df.<\/p>\n<p><strong>Das dritte Wunder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur einige Andeutungen \u00fcber das dritte Wunder: die Felsen zerrissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man hat mir gesagt, da\u00df in Jerusalem noch bis zum heutigen Tage gewisse Felsenzerrei\u00dfungen der ungew\u00f6hnlichsten Art zu sehen seien. Reisende haben erz\u00e4hlt, da\u00df es nicht derartige seien, wie sie gew\u00f6hnlich durch Erdbeben oder andre Ursachen entstehen. Dar\u00fcber will ich nur wenig sagen, aber es ist wunderbar, da\u00df, als Jesus starb, als seine Seele von seinem Leibe gerissen wurde, als der Vorhang im Tempel zerri\u00df, auch die Erde, und zwar der felsige und festeste Teil derselben, in einem einzigen Augenblick zerkl\u00fcftete. Was zeigt uns dies Wunder anders, als da\u00df das Gef\u00fchllose erschrak? Wie, konnten Felsen f\u00fchlen? Und doch zerrissen sie angesichts des Todes Christi. Menschenherzen erwiderten nichts auf die Angstrufe des sterbenden Erl\u00f6sers, aber die Felsen antworteten: die Felsen zerrissen. Er starb nicht f\u00fcr Felsen, und doch schienen Felsen z\u00e4rtlicher als die Herzen der Menschen, f\u00fcr die Er sein Blut vergo\u00df. Felsen konnten zerspringen, aber mancher Menschen Herzen \u00f6ffnen sich beim Anblick des Kreuzes nicht. Jedoch, Geliebte, hier ist der Punkt, den ich hier gleichsam sehen kann: da\u00df Hartn\u00e4ckigkeit und Verstockung durch den Tod Christi \u00fcberwunden wird. Ihr m\u00f6gt einem Menschen \u00fcber den Tod predigen, und er mag trotz der Gewi\u00dfheit und des Ernstes desselben nicht zittern; doch versucht es damit bei ihm. Ihr m\u00f6gt einem Menschen \u00fcber die H\u00f6lle predigen; er aber will gleich Pharao sein Herz gegen das Gericht des Herrn verh\u00e4rten; doch versucht es damit bei ihm. Alles, das einen Menschen bewegen kann, sollte angewandt werden. Aber das, was auch die Verstocktesten und Halsstarrigsten r\u00fchrt, ist die gro\u00dfe Liebe Gottes, die sich so eigenartig in dem Tode des Herrn Jesu Christi zeigt. Ich will mich dabei nicht aufhalten, euch zu zeigen, wie das zugeht, aber ich erinnere euch daran, da\u00df es so ist. Dies war es, was vielen von uns Thr\u00e4nen der Bu\u00dfe in die Augen trieb und was uns dahin brachte, uns dem Willen Gottes zu unterwerfen. Ich wei\u00df, da\u00df das bei mir der Fall gewesen ist. Ich blickte auf tausend Dinge und zerschmolz nicht; aber als ich Einen blutend am Kreuze sah, der f\u00fcr mich starb, da schlug ich an meine Brust und ich trauerte, wie jemand, der \u00fcber seinen Erstgebornen trauert. Ich bin sicher, eure eignen Herzen bekennen, da\u00df der gro\u00dfe Felsenzerrei\u00dfer der sterbende Heiland ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie es bei euch ist, so werdet ihr es auch bei andren Menschen finden. Wenn ihr euer Bestes gethan und keinen Erfolg gehabt habt, so bringet diesen letzten Hammer: das Kreuz Christi. Ich habe auf Teilen von Kanonen oft diese Inschrift in lateinischen Worten gesehen: \u201eDer letzte Beweisgrund der K\u00f6nige.\u201c Das hei\u00dft, da\u00df Kanonen der letzte Beweisgrund der K\u00f6nige sind. Aber das Kreuz ist der letzte Beweisgrund Gottes. Wenn ein sterbender Heiland dich nicht bekehrt, was wird es dann thun? Wenn die blutenden Wunden dich nicht zu Gott hinziehen, was wird dann im stande sein, es zu thun? Wenn Jesus unsre S\u00fcnden an seinem Leibe auf das Holz wegtr\u00e4gt und wenn dich das nicht mit dem Bekenntnis der S\u00fcnde und dem Ha\u00df gegen sie zu Gott f\u00fchrt, dann bleibt nichts andres mehr f\u00fcr dich \u00fcbrig. \u201eWie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten?\u201c Das Kreuz ist der Felsenzerrei\u00dfer. Br\u00fcder und Schwestern, fahret fort, die Liebe des sterbenden Sohnes Gottes zu lehren. Ihr werdet damit f\u00fcr Christum den Eingang in die innersten Herzen der Menschen finden, obgleich sie so hart sind, wie Diamant; und dies geschieht durch die Predigt des Kreuzes in der Kraft des Heiligen Geistes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">IV. Aber nun schlie\u00dfe ich mit dem letzten Wunder. Diese Wunder h\u00e4ufen sich, und eines hanget von dem andren ab. Das Erdbeben der Erde bewirkte ohne Zweifel das Zerrei\u00dfen der Felsen, und dieses wieder half zu dem vierten Wunder. \u201cDie Gr\u00e4ber thaten sich auf.\u201c Die Gr\u00e4ber thaten sich auf, &#8211; und die Toten wurden lebendig. Das ist unser vierter Teil. Es ist die gro\u00dfe Folge des Todes Christi. Die Gr\u00e4ber thaten sich auf. Der Mensch ist das einzige animalische Wesen, das um ein Grab sorgt. Manche Personen plagen sich dar\u00fcber, wie sie begraben werden sollen. Das ist nun das letzte, das mir in den Sinn kommen kann. Dar\u00fcber brauchen wir uns keine Sorge machen. Aber der Mensch hat durch sein Grab oft seinen Stolz gezeigt. Das ist ein seltsames Ding. Einen Galgen mit Blumen schm\u00fccken ist meines Wissens wohl noch nicht vorgekommen; aber Marmor und k\u00f6stliche Statuen auf dem Grabe errichten \u2013 was ist das anders als einen Galgen schm\u00fccken, oder des Menschen gro\u00dfe Erhabenheit zu zeigen, wo allein seine Kleinheit offenbar wird. Staub, Asche, Verwesung, F\u00e4ulnis, und dann eine Statue und allerlei feine Dinge, um euch denken zu machen, da\u00df das Gesch\u00f6pf, das zum Staube zur\u00fcckkehrt, nach allem etwas Gro\u00dfes ist. Nun, als Jesus starb, wurden Gr\u00e4ber aufgethan und die Toten wurden blo\u00df gelegt; was meint das?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, wir haben in diesem letzten Wunder \u201edie Geschichte eines Menschen.\u201c Da liegt er, tot, verderbt, tot in \u00dcbertretung und S\u00fcnden. Aber welch ein sch\u00f6nes Grab ist es, darinnen er liegt! Er ist ein Kirchg\u00e4nger oder ein Dissident \u2013 wie ihr wollt. Er ist ein sehr moralischer Mensch, ein B\u00fcrger, ein Herr, der eines Tages B\u00fcrgermeister wird; er ist so gut \u2013 o, so gut! Und doch hat er keine Gnade in seinem Herzen, keinen Christus in seinem Glauben, keine Liebe zu Gott. Ihr seht, in welchem Grabe er liegt \u2013 eine tote Seele in einem vergoldeten Grabe. Durch sein Kreuz spaltet der Herr dies Grab und zerst\u00f6rt es. Was sind unsre Verdienste angesichts des Kreuzes wert? Der Tod Christi ist der Tod der Selbstgerechtigkeit. Jesu Tod ist etwas \u00dcberfl\u00fcssiges, wenn wir uns selbst selig machen k\u00f6nnen. Wenn wir so gut sind, da\u00df wir des Heilandes nicht bed\u00fcrfen, warum verblutete dann Jesus sein Leben am Holze? Das Kreuz bricht die Gr\u00e4ber der Heuchelei, des Formenwesens und der Selbstgerechtigkeit auf. Die Erde teilt sich. Da liegt der tote Mensch; er wird dem Lichte offenbar. Das Kreuz Christi thut das! Der Mensch ist noch nicht durch die Gnade lebendig gemacht, aber er ist sich selbst aufgedeckt. Er wei\u00df, da\u00df er in dem Grabe seiner S\u00fcnde liegt; er ist nicht gleich der Leiche, die mit Marmor bedeckt ist, sondern gleich der, von welcher der Totengr\u00e4ber den Rasen und die Erde weggenommen, die er nackt dem Tageslicht \u00fcberlassen hat. O, es ist etwas Gro\u00dfes, wenn das Kreuz so die Gr\u00e4ber \u00f6ffnet! Ihr k\u00f6nnt Menschen nicht anders von der S\u00fcnde \u00fcberzeugen, als durch die Predigt von einem gekreuzigten Heiland. Der Speer, mit welchem wir die Herzen der Menschen erreichen, ist derselbe Speer, der des Heilandes Herz durchstach. Wir m\u00fcssen die Kreuzigung gebrauchen als das Mittel, die Selbstgerechtigkeit zu kreuzigen und den Menschen zu dem Bekenntnis zu bringen, da\u00df er tot in S\u00fcnden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was folgt, nachdem die Gr\u00e4ber erbrochen und ge\u00f6ffnet sind? Es wurde Leben mitgeteilt. \u201eUnd standen auf viele Leiber der Heilligen, die da schliefen.\u201c Sie waren zu Staub geworden; aber wenn ihr ein Wunder habt, so k\u00f6nnt ihr ebensogut ein gro\u00dfes haben. Ich wundere mich dar\u00fcber, da\u00df Leute, die ein Wunder glauben k\u00f6nnen, hinsichtlich eines andren Schwierigkeiten machen. La\u00df die Allmacht handeln, und die Schwierigkeiten haben aufgeh\u00f6rt. So in diesem Wunder. Die Lieber kamen pl\u00f6tzlich zusammen und sie waren vollst\u00e4ndig da und fertig zum Auferstehen. Welch ein wunderbares Ding ist die Einpflanzung des Lebens! Ich m\u00f6chte davon in ein totes Herz hineinsprechen. O Gott, sende Dein Leben in diesem Augenblick, da ich spreche, in etliche tote Herzen! Das, was Leben in tote Seelen bringt, ist der Tod Jesu. W\u00e4hrend wir das S\u00fchnopfer sehen und den Herrn betrachten, wie Er an unsrer Statt blutet, wirkt der Heilige Geist auf die Menschen ein und haucht das Leben in sie. Er nimmt das steinerne Herz hinweg und gibt ein fleischernes, das in einem neuen Leben schl\u00e4gt. Dies ist das Wunderwerk des Kreuzes: durch den Tod unsres Herrn wird Menschen die Wiedergeburt zu teil. Ohne diesen einen Tod g\u00e4be es keine neuen Geburten. Wenn Jesus nicht gestorben w\u00e4re, h\u00e4tten wir tot bleiben m\u00fcssen. Wenn Er sein Haupt nicht gebeugt h\u00e4tte, w\u00fcrde keiner von uns sein Haupt aufrichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun geht weiter, und ihr werdet sehen, wie jene Personen, welche Leben empfingen, zu seiner Zeit ihre Gr\u00e4ber verlie\u00dfen. Es steht geschrieben, da\u00df sie aus den Gr\u00e4bern gingen. Nat\u00fcrlich thaten sie das. Welcher lebende Mensch wollte w\u00fcnschen, in seinem Grabe zu bleiben? Und ihr, meine lieben Zuh\u00f6rer, werdet, wenn der Herr euch lebendig macht, nicht in euren Gr\u00e4bern bleiben. Wenn ihr an starke Getr\u00e4nke oder an andre anklebende S\u00fcnden gew\u00f6hnt waret, werdet ihr sie aufgeben, ihr werdet keine Anh\u00e4nglichkeit an euer Grab empfinden. Wenn ihr in gottloser Gesellschaft gelebt und an zweifelhaften Pl\u00e4tzen Vergn\u00fcgen gefunden habt, werdet ihr euch in euren Gr\u00e4bern nicht aufhalten. Wir werden nicht n\u00f6tig haben, euch nachzugehen, um euch von euren alten Verbindungen hinwegzuholen. Ihr werdet selber eilen, davon loszukommen. Wenn jemand hier lebendig begraben sein und in seinem Sarge entdeckt werden sollte, ehe er den letzten Atem ausgehaucht hat, so bin ich sicher, da\u00df er, sobald der Rasen beseitigt und der Sargdeckel abgenommen ist, nicht erst n\u00f6tig hat, viel darum gebeten zu werden, aus seinem Grabe herauszukommen. Das Leben liebt das Gef\u00e4ngnis des Todes nicht. M\u00f6chte denn Gott geben, da\u00df der sterbende Heiland euch aus den Gr\u00e4bern hole, in welchen ihr noch lebt, und wenn Er euch lebendig macht, bin ich dessen gewi\u00df, da\u00df der Tod unsres Herrn euch veranlassen wird, zu achten, da\u00df, so einer f\u00fcr alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und da\u00df Er darum f\u00fcr alle gestorben ist, auf da\u00df die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern Dem, der f\u00fcr sie gestorben und auferstanden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welchen Weg schlugen diese Leute ein, nachdem sie aus ihren Gr\u00e4bern gekommen waren? Uns wird gesagt: \u201cSie kamen in die heilige Stadt.\u201c Genau so. Und wer die Kraft des Kreuzes empfunden hat, mag wohl den Weg zur Heiligkeit einschlagen. Er wird sich sehnen, sich mit dem Volke Gottes verbinden zu k\u00f6nnen; er wird w\u00fcnschen, zum Hause Gottes ziehen und Gemeinschaft mit dem dreimal heiligen Gott haben zu k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde nicht erwarten, da\u00df Lebendiggewordene anders wohin gehen. Jedes Gesch\u00f6pf geht zu seinesgleichen, das Raubtier zu seinem Lager, der Vogel zu seinem Nest, und die Wiedergebornen bahnen sich den Weg zur heiligen Stadt. Zieht nicht das Kreuz hin zur Gemeinde Gottes? Ich m\u00f6chte nicht w\u00fcnschen, da\u00df einer aus einem Beweggrunde sich der Gemeinde anschlie\u00dft, der nicht von den Wunden und der blutenden Seite Jesu hergeleitet ist. Wir geben uns zuerst Christo und dann um seinetwillen seinem Volke. Es ist das Kreuz, welches dazu veranla\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird uns gesagt \u2013 um diese wunderbare Geschichte zu schlie\u00dfen \u2013 da\u00df sie in die heilige Stadt gingen \u201cund erschienen vielen\u201c. Ich zweifle nicht daran, da\u00df manche von denen, welche von den Toten auferweckt worden waren, ihren Weibern erschienen. Welche Entz\u00fccken, als diese die geliebten M\u00e4nner wiedersahen! Es mag sein, da\u00df manche dem Vater und der Mutter erschienen, und ich zweifle nicht daran, da\u00df manche lebendig gemachte Mutter oder mancher Vater zuerst den eignen Kindern erschien. Was lehrt uns das anders, als da\u00df, wenn des Herrn Gnade uns von den Toten auferweckt, wir Sorge tragen m\u00fcssen, das kundzugeben? La\u00dft uns vielen erscheinen. La\u00dft das Leben, das Gott uns gegeben hat, offenbar werden. La\u00dft es uns nicht verbergen, sondern la\u00dft uns zu unsren fr\u00fcheren Freunden gehen und ihnen erscheinen, wie Christus es gethan hat. Um seiner Ehre willen la\u00dft uns sein Leben andren offenbaren. Ehre sei dem sterbenden Heilande! Alles Lob sei dem gro\u00dfen S\u00fchnopfer!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O, da\u00df diese meine armen, schwachen Worte euer Interesse f\u00fcr meinen sterbenden meister wach rufen m\u00f6chten! Seid bereit, f\u00fcr Ihn zu sterben. Und ihr, die ihr Ihn nicht kennt \u2013 gedenket dieses gro\u00dfen Geheimnisses, da\u00df Gott eure Natur annehmen und Mensch werden und sterben mu\u00dfte, damit ihr davon frei werden k\u00f6nntet. Kommt und vertraut heute meinem Herrn, ich bitte euch. W\u00e4hrend das Volk Gottes sich zum Brotbrechen um den Tisch schart, la\u00dft eure Seelen eilen, nicht zum Tisch und Sakrament, sondern zu Christo selbst und zu seinem Opfer. Amen.<\/p>\n<p>\u201eSeel\u2019 und Leben, Leib und Glieder<br \/>\nGiebst Du alles f\u00fcr mich hin:<br \/>\nSollt\u2019 ich Dir nicht schenken wieder<br \/>\nAlles, was ich hab\u2019 und bin?<br \/>\nIch bin Deine ganz alleine!<br \/>\nDir verschreib\u2019 ich Herz und Sinn.<\/p>\n<p>Zieh\u2019 durch Deines Todes Kr\u00e4fte<br \/>\nMich in Deinen Tod hinein!<br \/>\nLa\u00df mein Fleisch und sein Gesch\u00e4fte<br \/>\nMit Dir angenagelt sein,<br \/>\nDa\u00df mein Wille sanft und stille,<br \/>\nUnd die Liebe werde rein.\u201c<\/p>\n<p><em>Charles Haddon Spurgeon<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: www.glaubensstimme.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAber Jesus schrie abermal laut, und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerri\u00df in zwei St\u00fccke, von oben an bis unten aus. 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