{"id":1542,"date":"2007-10-05T11:10:54","date_gmt":"2007-10-05T09:10:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1542"},"modified":"2009-09-06T10:39:03","modified_gmt":"2009-09-06T08:39:03","slug":"wuestenstrom-e-v-%e2%80%93-christliche-beratungsarbeit-unter-beschus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1542","title":{"rendered":"W\u00fcstenstrom e.V. \u2013 Christliche Beratungsarbeit unter Beschu\u00df"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stefan Schmidt<br \/>\nChristliche Beratungsarbeit unter Beschu\u00df<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber einen Kongre\u00df und \u00fcber die Ziele der Presse, wenn es um Homosexualit\u00e4t und Ver\u00e4nderung geht Wuestenstrom e.V. ist eine Organisation, die auf dem spannenden Gebiet von Identit\u00e4tsfragen und Sexualit\u00e4t nun seit rund zehn Jahren in den sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldern Beratung, Seelsorge, Konzeptentwicklung und Fortbildung Hilfsangebote macht. Die Presse hat sich in dieser zehnj\u00e4hrigen Geschichte h\u00e4ufig f\u00fcr unsere Arbeit interessiert. Insbesondere das Zeugnis der pers\u00f6nlich erlebten Ver\u00e4nderung im Bereich der homosexuellen Orientierung wurde dabei regelm\u00e4\u00dfig Thema und zum Stein des Ansto\u00dfes. Meistens richtet sich die Kritik direkt gegen die Person Markus Hoffmann, der die Arbeit leitet und mit seinem pers\u00f6nlichen Lebenszeugnis f\u00fcr eine Ver\u00e4nderbarkeit sexueller Orientierung steht. Hierzu geh\u00f6rt auch der j\u00fcngste Vorfall mit dem Ergebnis, da\u00df der \u00f6ffentliche Druck von Lobbygruppen zusammen mit der Presse unsere Teilnahme an einem Kongre\u00df in Graz in \u00d6sterreich unm\u00f6glich gemacht hat. Wie ist es dazu gekommen?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kongre\u00df \u201eReligiosit\u00e4t in Psychiatrie und Psychotherapie\u201c in Graz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die APS (Akademie f\u00fcr Psychotherapie und Seelsorge) sprach im Laufe des letzten Jahres alle Referenten, die regelm\u00e4\u00dfig auf den Kongressen der Akademie referieren, auf die M\u00f6glichkeit an, im Rahmen des in Graz vom 11.-13. Oktober stattfindenden Kongresses \u201eReligiosit\u00e4t in Psychiatrie und Psychotherapie\u201c zu sprechen. Da Markus Hoffmann zu den Referenten geh\u00f6rt, die in der Vergangenheit einen Workshop auf solchen Kongressen abgehalten hat, wurde auch er zu einer Bewerbung f\u00fcr den Kongre\u00df ermutigt. Hoffmann reichte auch zwei Workshopbeitr\u00e4ge ein, die beide angenommen wurde. Der erste Workshop \u00fcber das von Markus Hoffmann verfa\u00dfte Gruppenseelsorgekonzept \u201eAufbruch Leben\u201c (derzeit wird dieses Konzept in rund 40 christlichen Gemeinden in Deutschland, \u00d6sterreich und der deutschsprachigen Schweiz von rund 350 ehrenamtlichen Mitarbeitern durchgef\u00fchrt) wurde in der Folge ebenso angenommen, wie der Workshop zum Thema \u201eUmgang mit Homosexualit\u00e4t in der Psychotherapie\u201c. Um sich innerhalb der korrekten psychiatrischen Diagnostik auszudr\u00fccken, vereinbarte die Kongre\u00dfleitung in der Person von Priv. Dozent Dr. Bonelli mit Markus Hoffmann die Ver\u00e4nderung des Workshop-Titels. Er wurde in \u201eich-dystone Sexualorientierung\u201c umbenannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine sexuelle Orientierung zu haben, die man als nicht zu sich geh\u00f6rend empfindet, ist n\u00e4mlich eine offizielle St\u00f6rungsdiagnose nach ICD-10. Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse sollten so vermieden werden, wie zum Beispiel der jetzt erhobene Vorwurf, die Zulassung und Durchf\u00fchrung des Workshops beinhalte automatisch die ethische Entscheidung, Homosexualit\u00e4t sei von vornherein etwas, das man therapieren m\u00fcsse \u2013 also eine Krankheit. War doch Homosexualit\u00e4t 1992 von der Weltgesundheitsorganisation aus politischen Gr\u00fcnden aus dem Diagnoseregister psychischer Erkrankungen (ICD) gestrichen worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum war der Workshop zur \u201eich-dystonen Sexualorientierung\u201c im Kongre\u00dfprogramm ver\u00f6ffentlicht, meldeten sich verschiedene Homosexuellenverb\u00e4nde, insbesondere aus Deutschland und den USA zu Wort, da sie sich durch diesen Kongre\u00dfbeitrag diskriminiert sahen. Die Bef\u00fcrchtung der Protestierenden war, da\u00df wenn jemand \u00fcber ein solches Thema oder gar \u00fcber Homosexualit\u00e4t und deren Ver\u00e4nderbarkeit auf einem psychiatrischen Kongre\u00df reden w\u00fcrde, da\u00df es dann nur ein kleiner Schritt sei, Homosexualit\u00e4t wieder zur Krankheit zu erkl\u00e4ren. Dies sei Diskriminierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dieser Argumentation der Emp\u00f6rung schrieben unterschiedliche, sich als homosexuell bezeichnende Studenten an Professoren, die beim Kongre\u00df sprechen sollten, um sie zum Protest zu bewegen. Daneben formulierten mehrere Psychologen, die sich in der Homosexuellen-Bewegung engagieren, ihren Einspruch gegen den Workshop gegen\u00fcber der Kongre\u00dfleitung. Zeitgleich wurden auch Pharmakonzerne angeschrieben, die den Kongre\u00df als Sponsoren unterst\u00fctzen, und zum R\u00fcckzug vom Kongre\u00df gedr\u00e4ngt. Politisch wurde auch der Landeshauptmann Franz Voves von der Partei SP\u00d6 zum Beispiel von den \u00f6sterreichischen Gr\u00fcnen unter Druck gesetzt, den Ehrenschutz (entspricht der Schirmherrschaft) f\u00fcr den Kongre\u00df abzulehnen. Tats\u00e4chlich erreichten die Proteste ihr Ziel: mehrere Referenten drohten damit, ihren Beitrag zur\u00fcckzuziehen, ebenso drohten Pharmakonzerne und der SP\u00d6-Politiker Voves damit, den Kongre\u00df nicht l\u00e4nger zu unterst\u00fctzen, wenn Hoffmann k\u00e4me. Daher einigten sich schlie\u00dflich Markus Hoffmann und die Veranstalter darauf, da\u00df Markus Hoffmann seinen Beitrag am Kongre\u00df zur\u00fcckzieht, \u201eda ihm eine geordnete wissenschaftliche Diskussion nicht mehr m\u00f6glich erschien\u201c. Bei genauer Lesart aber wurde Markus Hoffmann durch einen wohl organisierten Protest aus den Reihen der Schwulen- und Lesbenbewegung aus dem Kongre\u00df gemobbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erfahrungen mit der Presse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Vorgang ist nur einer von vielen Angriffen in der Geschichte des Vereins wuestenstrom e.V. In jedem dieser Angriffe wiederholt sich ein Muster desselben Verhaltens von Seiten der Presse. So treten seit Jahren immer wieder Journalisten von unterschiedlichen Zeitungen und Fernsehsendungen an uns heran und versprechen, gro\u00dfes Interesse und Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber unserer Arbeit zu haben. Sie geben vor, ganz unvoreingenommen \u00fcber unterschiedliche Ans\u00e4tze des Erlebens oder auch der Begleitung von Menschen mit homosexuellen Empfindungen berichten zu wollen. Sind wir nicht zu einem Interview oder ausschlie\u00dflich zur schriftlichen Beantwortung von Interviewfragen bereit, wird h\u00e4ufig ausschlie\u00dflich auf (diffamierendes) Archivmaterial oder auf die Aussagen von militanten Gegnern unserer Arbeit zur\u00fcckgegriffen. Wenn wir zu einem Interview bereit sind, wie sehr ausf\u00fchrlich f\u00fcr die ZEIT f\u00fcr deren im Januar ver\u00f6ffentlichten Artikel \u201eHeilung in Gottes Namen\u201c, beschreiben wir dann gern differenziert unsere sehr unterschiedlichen Arbeitsfelder, erkl\u00e4ren unser Vorgehen in der Beratung von Menschen mit homosexuellen Empfindungen (die f\u00fcr die Presse nat\u00fcrlich besonders interessant scheinen), erz\u00e4hlen die Geschichte unseres Vereins, grenzen uns von Umpolungs-, Konversions- und solchen Angeboten ab, die magische \u201eHeilungen\u201c versprechen usw. Regelm\u00e4\u00dfig verweisen wir auf unsere ausf\u00fchrliche Selbstverpflichtung, die wir als Ethik formuliert haben, und die von unterschiedlichen Fachpersonen (Therapeuten und Therapieforschern) als vorbildlich bezeichnet wird. Auch erkl\u00e4ren wir gern, wie wir die Ethik und Professionalit\u00e4t unseres Beratungsangebots (z.B. die Ergebnisoffenheit) unter anderem durch fachliche Supervision gew\u00e4hrleisten. All diese Informationen befinden sich auch zum Nachlesen auf unserer Webseite. Wir haben schlie\u00dflich nichts zu verbergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Berichte, die dann von solchen Journalisten, zum Beispiel Frau Karin Kontny von der ZEIT, schlie\u00dflich ver\u00f6ffentlicht wurden, enthielten aber grunds\u00e4tzlich keine dieser Informationen oder Differenzierungen. Versehen mit vielen Unterstellungen und Falschinformationen, die insbesondere die Person Markus Hoffmann diskreditieren sollten, wurde kurzerhand wahlweise von \u201eSekte\u201c oder \u201eevangelikal-fundamentalistischer\u201c Organisation gesprochen, betrieb wuestenstrom \u201eUmpolung\u201c oder \u201eKonversionstherapie\u201c (meist mit dem Hinweis auf \u201ebekannterma\u00dfen\u201c grausame Methoden) und versprachen wir gegen immense Geldsummen \u201eHeilung\u201c von der \u201eKrankheit\u201c oder der \u201eS\u00fcnde\u201c Homosexualit\u00e4t. Unsere Darstellungen wurden dabei ignoriert oder als Unwahrheiten eingestuft. Letztlich wurde auf diese Weise eine Organisation \u2013 egal, was sie sonst anbietet oder sagt \u2013 allein deshalb als \u201emenschenverachtend\u201c dargestellt, weil sie Anfragen an das Ph\u00e4nomen Homosexualit\u00e4t hat und Ver\u00e4nderungen in diesem Bereich sexueller Orientierung schildert. Offenbar erschien es als \u00fcberfl\u00fcssig oder unangemessen, eine solche Organisation in ihrer W\u00fcrde und in den Pers\u00f6nlichkeitsrechten ihrer Mitarbeiter und den betreuten Ratsuchenden zu sch\u00fctzen oder auch nur ihre Aussagen korrekt wiederzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie k\u00f6nnen wir uns ein solches Ph\u00e4nomen erkl\u00e4ren? Sicherlich gibt es unterschiedliche Ans\u00e4tze, so etwas zu verstehen. Nat\u00fcrlich verkaufen sich in der \u00d6ffentlichkeit Skandale (von Diskriminierungen und sektiererischen Vereinigungen, die Menschen in ihre F\u00e4nge bekommen) besser, als allzu differenzierte Informationen. Und sicherlich haben auch diejenigen nicht Unrecht, die auf den mittlerweile gro\u00dfen Einflu\u00df \u201ehomosexueller Lobby-Gruppen\u201c hinweisen. Schlie\u00dflich sind es gerade solche Interessengruppen, die auf unterschiedlichen Ebenen von Medien, Politik, Kirche und anderen gesellschaftlichen Gruppen massiv gegen unseren Verein vorgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unwissenschaftliche Grundentscheidung<br \/>\neiner \u201ehomosexuellen Identit\u00e4t\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die Vorg\u00e4nge aber auf der Grundlage der Wissenssoziologie betrachten, nehmen wir noch eine ganz andere, letztlich philosophische Dimension wahr. Wir beobachten, da\u00df in weiten Teilen der \u00f6ffentlichen Diskussion und damit auch von den Medien in der Regel eine Grundentscheidung vorausgesetzt wird. Diese Grundentscheidung, die von Sozialwissenschaftlern essentialistisch genannt wird, geht von der Existenz eines per se \u201ehomosexuellen Menschen\u201c aus. Ein solcher Mensch habe eine angeborene \u201ehomosexuelle Natur\u201c oder ein \u201ehomosexuelles Wesen\u201c, wie andere ein heterosexuelles Wesen h\u00e4tten. Im christlichen Kontext wird auf derselben Grundlage manchmal von einer Sch\u00f6pfungsvariante gesprochen. Diese philosophisch anthropologische Formulierung einer speziellen Natur oder eines speziellen Wesens nun wird zur Grundlage des ethischen, gesellschaftlichen, politischen Umgangs mit dem Ph\u00e4nomen Homosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Sichtweise hat sich in der \u00d6ffentlichkeit durchgesetzt, soda\u00df die Medien auf der einen, aber durchaus auch unterschiedliche Wissenschaftler auf der anderen Seite von diesem Essentialismus der Festschreibung einer \u201ehomosexuellen Identit\u00e4t\u201c ausgehen. Wer diese angeborene Identit\u00e4t zum Beispiel durch die Beobachtung von Ver\u00e4nderbarkeit hinterfragt, m\u00fcsse nach dieser Logik fundamentalistisch religi\u00f6se und homophobe Motive haben und diskriminiere automatisch Menschen, die diese \u201espezielle Natur\u201c ausgepr\u00e4gt h\u00e4tten. In diesem Kontext war unser Versuch, mit der Arbeitsgruppe HuK (Homosexuelle und Kirche) ins Gespr\u00e4ch zu kommen, zum Scheitern verurteilt. Unsere differenzierte Haltung konnten die Beteiligten der HuK in ihrem Denkhorizont nicht verstehen: Wir sprachen ihnen ihr Christsein nicht ab, obwohl wir f\u00fcr uns pers\u00f6nlich zu anderen ethischen Entscheidungen in Bezug auf die Homosexualit\u00e4t gekommen waren. Ebenso redeten wir sie nicht von vornherein krank, und sprachen doch eindeutig von Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten der sexuellen Orientierung. Mit dieser Haltung wollten wir ins Gespr\u00e4ch kommen. F\u00fcr die Vertreter der HuK war aber nur interessant: unterst\u00fctzen wir die Ansicht der unab\u00e4nderlichen, unhinterfragbaren homosexuellen Identit\u00e4t und sind damit politisch auf ihrer Seite, oder haben wir Anfragen und andere ethische Haltungen und sind damit ihre Gegner? So wurde deutlich, da\u00df f\u00fcr die HuK ein Gespr\u00e4ch nur zustande kommen kann, wenn man sich von deren politischen Zielen vereinnahmen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorhandensein einer unver\u00e4nderbaren homosexuellen Identit\u00e4t entspricht aber weder unseren Erfahrungen im eigenen Erleben und in der Begleitung von betroffenen Menschen, noch entspricht es unserem Menschenbild, das j\u00fcdisch-christlich von der Ebenbildlichkeit von Mann und Frau gemeinsam ausgeht, die aufeinander hin geschaffen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die sexualwissenschaftliche Sicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch alle sozialwissenschaftlichen Sexualforscher Deutschlands (z.B. Gunter Schmidt, Volkmar Sigusch, Erwin Haeberle, Rolf Gindorf) bestreiten das Vorhandensein einer per se \u201ehomosexuellen Natur\u201c in diesen Menschen. \u00c4hnlich wie der Herausgeber des renommierten \u201eJournal of Homosexuality\u201c in den USA, John P. De Cecco, beschreiben zum Beispiel Rolf Gindorf oder auch Erwin Haeberle die Geschichte der \u201ehomosexuellen Identit\u00e4t\u201c als politische Propaganda einer sich radikalisierenden \u201eSchwulen-Lobby\u201c, die jenseits wissenschaftlicher Empirie den Beweis der \u201eNat\u00fcrlichkeit\u201c ihrer sexuellen Orientierung zur Grundlage ihres \u201eBefreiungskampfes\u201c hin zur vollst\u00e4ndigen Anerkennung macht. Diese Sexualwissenschaftler kritisieren denn auch das nachhaltige Desinteresse vieler Wissenschaftler am Forschungsgegenstand \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c. So werde der aktuelle Diskurs denn auch jenseits wissenschaftlicher Redlichkeit gef\u00fchrt und zum Beispiel die angeborene sexuelle Identit\u00e4t selbst im Bereich von Psychologie und Psychiatrie einfach &#8211; im Sinne des Essentialismus &#8211; vorausgesetzt. Selbst der R\u00fcckgriff auf Beobachtungen im Tierreich wird nicht gescheut, um in scheinbar direkter Entsprechung die \u201eNat\u00fcrlichkeit\u201c und damit \u201eNormalit\u00e4t\u201c und damit \u201eGleichwertigkeit\u201c einer \u201ehomosexuellen Identit\u00e4t\u201c nachzuweisen (vgl. Berichte \u00fcber \u201eschwule Schw\u00e4ne\u201c, \u201eschwule Schafe\u201c, \u201eschwule Pinguine\u201c und \u00e4hnliches). \u201eHomosexuelle Menschen\u201c gebe es dem Wort nach, aber auch als unterscheidbare Gruppe von Individuen erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Davor gab es die Vorstellung einer abgrenzbaren (homo-)sexuellen Orientierung oder gar sexuellen Identit\u00e4t nicht. Auch die rechtlich schwierige Kategorie einer sexuellen Identit\u00e4t machen die Forscher bewu\u00dft: heute kann sich jeder, der daraus Gewinn schlagen kann, per Selbstzuschreibung einer homosexuellen Identit\u00e4t zu einer diskriminierten Minderheit z\u00e4hlen und Sonderrechte f\u00fcr sich einfordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn wir sie hier zitieren, ist darauf hinzuweisen, da\u00df die Sexualwissenschaftler eine willentliche Ver\u00e4nderung von sexueller Orientierung nicht vorschlagen. Sie beschreiben zwar, da\u00df es (nat\u00fcrliche) und auch willentliche Ver\u00e4nderung und Flexibilit\u00e4t der Sexualit\u00e4t gibt, verpflichten sich aber der Ethik, da\u00df sie als Forscher einer deskriptiven Wissenschaft keine normativen Aussagen \u00fcber gesunde und nicht gesunde Sexualit\u00e4t treffen k\u00f6nnen. Somit schlagen sie allein die Aushandlungsethik vor (zum Beispiel Gunter Schmidt), wonach jegliche Sexualit\u00e4t als gesund zu betrachten sei, die zwischen erwachsenen Menschen einm\u00fctig vereinbart werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drei Motive: Eigeninteresse, Essentialismus, politischer Druck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von all diesen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen nun wissen die Journalisten aber nichts oder wollen nicht davon wissen. Sie scheinen bestimmte Ziele und Motive zu haben, die jenseits blo\u00dfer Information liegen. Die meisten von ihnen zitieren Psychologen, die sich selbst als \u201eHomosexuelle\u201c bezeichnen welche deshalb verst\u00e4ndlicherweise auch deutlich mehr politische als wissenschaftliche Ziele haben. Besonders gern werden Psychologen aus dem politisch arbeitenden Verband lesbischer Psychologinnen und schwuler Psychologen (VLSP) f\u00fcr Interviews angefragt. Interessanterweise wird aber gerade diese Vorentscheidung f\u00fcr eine Lobbygruppe in den Artikeln der Journalisten verschwiegen. Dort sind es dann schlicht Psychologen (gern mit Doktor-Titeln), die sich aus scheinbar fachlichen Gr\u00fcnden mit dem Thema Sexualit\u00e4t und mit uns als Organisation auseinandergesetzt haben. Doch in der Regel geh\u00f6rt das Thema Sexualit\u00e4t nicht zur Ausbildung oder gar zum Arbeitsschwerpunkt dieser \u201eFachleute\u201c und keiner dieser bislang zitierten Psychologen kennt uns oder unsere Arbeit tats\u00e4chlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicherlich ist aber auch mit der oben genannten Grundentscheidung, da\u00df es den homosexuell geborenen Menschen g\u00e4be, die Basis einer Ethik, die unsere Fragen und unsere Angebote diskriminierend erscheinen lassen. So f\u00fchlen sich Menschen, die uns verleumden, meist ohne uns zu kennen, im Recht und auf der Seite der Menschenrechte. Auf derselben Grundlage werden derzeit im \u00dcbrigen offenbar auch die Ergebnisse einer vom deutschen Lesben- und Schwulenverband in Auftrag gegebene Studie bewertet. Danach h\u00e4tten viele, insbesondere m\u00e4nnliche Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren (nahezu 50% mit deutschen Eltern und nahezu 80% mit Migrationshintergrund) es als absto\u00dfend bezeichnet, wenn zwei M\u00e4nner sich in der \u00d6ffentlichkeit k\u00fc\u00dften. Diese Gef\u00fchls\u00e4u\u00dferung von jungen Menschen wird nun \u2013 der vorausgesetzten Ethik gem\u00e4\u00df \u2013 direkt als Diskriminierung, Homophobie und als ersten Schritt zur Gewalt gegen \u201eSchwule und Lesben\u201c gewertet. Und selbstverst\u00e4ndlich wird gefordert, da\u00df die Aufkl\u00e4rungsarbeit, insbesondere auch bei der Integration von Ausl\u00e4ndern noch deutlich intensiviert werden m\u00fcsse. Solche Gef\u00fchle von Jugendlichen d\u00fcrfen nicht sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich ist aber vielleicht heute auch der gesellschaftliche Druck auf Einzelpersonen und Organisationen tats\u00e4chlich so gro\u00df, da\u00df es Vielen n\u00fctzlicher oder gar als einzige M\u00f6glichkeit erscheint, dem politisch massiv auftretenden Teil der \u201eGruppe der Homosexuellen\u201c m\u00f6glichst viele Zugest\u00e4ndnisse zu machen. Wer m\u00f6chte schon, wie j\u00fcngst eine B\u00fcrgermeisterin, die zum Christover-Street-Day keine Regenbogenfahne im Rathaus aufh\u00e4ngen wollte, unter massiven Druck und R\u00fccktrittsforderungen geraten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wuestenstrom wird weiterhin Zeugnis geben von der Ver\u00e4nderung (auch im Bereich sexueller Orientierung), die wir erlebt haben und immer wieder erleben und darin Menschen begleiten. Dem Meinungsdiktat einer nur scheinbar freiheitlichen \u00d6ffentlichkeit wollen wir uns entgegenstellen. Nicht zuletzt schulden wir diese ausf\u00fchrliche Auseinandersetzung den vielen Ratsuchenden, die uns vertrauen, in die Zusammenarbeit mit uns ihre Hoffnung setzen und durch die \u00f6ffentlichen Verleumdungen unserer Arbeit und von Markus Hoffmann als Person immer wieder in ihrem schwierigen psychischen Prozess verunsichert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefan Schmidt Christliche Beratungsarbeit unter Beschu\u00df \u00dcber einen Kongre\u00df und \u00fcber die Ziele der Presse, wenn es um Homosexualit\u00e4t und Ver\u00e4nderung geht Wuestenstrom e.V. ist eine Organisation, die auf dem spannenden Gebiet von Identit\u00e4tsfragen und Sexualit\u00e4t nun seit rund zehn Jahren in den sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldern Beratung, Seelsorge, Konzeptentwicklung und Fortbildung Hilfsangebote macht. 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