{"id":15311,"date":"2018-02-08T09:58:28","date_gmt":"2018-02-08T08:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15311"},"modified":"2018-02-08T10:07:53","modified_gmt":"2018-02-08T09:07:53","slug":"das-kreuz-stolperstein-der-theologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15311","title":{"rendered":"Das Kreuz \u2013 Stolperstein der Theologie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der stellvertretende Opfertod Jesu ist der innerste Kern des Evangeliums. Die theologische Verwirrung um die Bedeutung des Kreuzes zeigt, wie sehr das vorherrschende Schriftverst\u00e4ndnis der Kirche schadet.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eHeute geht\u2019s ans Eingemachte.\u201c<\/em> Mit diesen Worten beginnt Dr. Thomas Breuer seinen <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/2-4-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Worthaus-Vortrag \u00fcber die Bedeutung des Kreuzestodes<\/a>.<sup>1<\/sup> Auch der ehemalige Pr\u00e4ses der EKD, Nikolaus Schneider, sieht in der Kreuzestheologie den <em>\u201eEckstein und Stolperstein\u201c<\/em> der Theologie- und Kirchengeschichte.<sup>2<\/sup> Der Theologe Werner Thiede spricht gar vom <em>\u201eKernbestand\u201c<\/em> und <em>\u201einnersten Heiligtum aller gro\u00dfen Konfessionen\u201c<\/em>.<sup>3<\/sup> Ihnen allen ist also klar: Beim Kreuz geht es um den innersten Kern des Evangeliums. Wer die Kreuzestheologie \u00e4ndert, verpasst dem Christentum keinen neuen Haarschnitt \u2013\u00a0 er nimmt eine Herztransplantation vor.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umso seltsamer wirkt es auf mich, wenn immer wieder behauptet wird: Ein liberales Schriftverst\u00e4ndnis \u00e4ndere doch gar nichts an den Kernaussagen des Evangeliums. In den wesentlichen Dingen seien sich doch alle einig.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3887#a4\"><sup>4<\/sup><\/a> Nirgendwo wird diese Behauptung deutlicher widerlegt als bei der Frage nach der Bedeutung des Kreuzestodes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weshalb ist Jesus am Kreuz gestorben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jahrzehntelang war f\u00fcr mich die Antwort auf diese Frage simpel und sonnenklar: F\u00fcr mich! Um meiner Vergehen willen! Die <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Jesaja53%2C5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strafe liegt auf ihm, damit ich Frieden habe<\/a>. Sein Opfer hat meine Schuld bezahlt (\u201eges\u00fchnt\u201c). Mein <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Kolosser2%2C14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schuldschein h\u00e4ngt am Kreuz<\/a>. Deshalb habe ich freien Zugang zu Gott und mein Name steht im Buch des Lebens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nie w\u00e4re ich auf die Idee gekommen, dass es bei diesen allerzentralsten Aussagen des Christentums irgendetwas zu diskutieren g\u00e4be. Weit gefehlt! Vor einigen Jahren wurde ich erstmals mit einer theologischen Welt konfrontiert, in der bei dieser Frage \u00fcberhaupt gar nichts klar ist, im Gegenteil: Ein ganzer Wust an \u201eDeutungen\u201c des Kreuzestodes schwappte mir entgegen.<sup>5<\/sup> Nur eines war f\u00fcr einige dieser Theologen ganz sicher: Meine simple S\u00fchneopfererkl\u00e4rung sei jedenfalls grundverkehrt<sup>6<\/sup>, denn:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eGott braucht kein Opfer und schon gar kein Blut\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So formuliert es sowohl der Theologieprofessor Wilfried H\u00e4rle<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3887#a7\"><sup>7<\/sup><\/a> als auch Dr. Breuer in seinem <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/2-4-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Worthaus-Vortrag<\/a><sup>1<\/sup>. Prof. H\u00e4rle erg\u00e4nzt: <em>\u201eWird diese Einsicht verloren wird alles vom Ansatz her falsch.\u201c<\/em> Und Dr. Breuer legt in seiner vernichtenden Kritik der S\u00fchneopfertheologie nach: <em>\u201eEin Gott der Menschenopfer braucht ist nicht der g\u00fctige Vater, es ist nicht Jahwe, es ist der Gott Moloch. Es ist kein Gott dem man vertrauen kann.\u201c \u201eJesu Tod an sich ist sinnlos.\u201c \u201eErl\u00f6send ist nicht der Tod am Kreuz, erl\u00f6send ist allein die Liebe Gottes.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei solchen S\u00e4tzen atme ich tief durch. <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3594\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Worthaus ist schlie\u00dflich kein ultraliberales Skeptikerportal, sondern wird von Christen quer durch alle Denominationen und Pr\u00e4gungen geh\u00f6rt und gesch\u00e4tzt.<\/a> Und Dr. Breuer ist mit dieser Sichtweise ja nicht allein. Gebahnt wurde diese Entwicklung schon lange vor ihm von pr\u00e4genden protestantischen Theologen wie Friedrich Schleiermacher<sup>8<\/sup> oder Rudolf Bultmann<sup>9<\/sup>, die sich damit deutlich von der reformatorischen Kreuzestheologie<sup>10<\/sup> absetzten. 1986 erkl\u00e4rte der Theologe Christoph Blank, dass keine Lehre des Christentums gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten begegne als die Lehre vom stellvertretenden S\u00fchnetod.<sup>11<\/sup> Inzwischen h\u00e4lt Christoph Wiesing die S\u00fchneopfertheologie im protestantischen Raum <em>\u201eaus guten Gr\u00fcnden f\u00fcr weitgehend abgel\u00f6st.\u201c<\/em> Selbst engagierte Pfarrer w\u00fcrden ihm sagen: <em>\u201eDas glaubt bei uns keiner mehr.\u201c<\/em> <sup>12<\/sup> In der Tat <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article3449058\/Warum-Theologen-am-Suehnetod-Jesu-zweifeln.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichtete \u201aDie Welt\u2018 schon 2009 dar\u00fcber<\/a>, wie auch f\u00fchrende Theologen und Kirchenleiter die S\u00fchnetheologie verworfen haben. Was ist da nur passiert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was spricht gegen die Lehre vom stellver\u00adtre\u00adtenden S\u00fchneopfer?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Argumente, die von verschiedensten Seiten vorgebracht werden, sind vielf\u00e4ltig. Die gel\u00e4ufigsten lauten in etwa wie folgt:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Bibel selbst kenne eine Reihe von \u201eDeutungen\u201c f\u00fcr Jesu Kreuzestod. Die Deutung als S\u00fchneopfer bzw. als stellvertretender Opfertod sei nicht einmal die wichtigste. Insbesondere in den Evangelien komme sie kaum vor, ebenso wenig in den altkirchlichen Bekenntnissen.<\/li>\n<li>Jesus selbst habe seinen Tod nicht als stellvertretendes Opfer gesehen. Seine Aussagen beim Abend\u00admahl seien ihm erst nachtr\u00e4glich in den Mund gelegt worden.<\/li>\n<li>Die S\u00fchneopfertheologie h\u00e4tte sich letztlich erst durch die \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Satisfaktionslehre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Satisfaktionslehre<\/a>\u201c des mittelalterlichen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anselm_von_Canterbury\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theologen Anselm von Canterbury<\/a> (1033 bis 1109) durchgesetzt. Sie beruhe auf einem mittelalterlichen Rechtsverst\u00e4ndnis.<\/li>\n<li>Dass das Leben eines Anderen (egal ob Tier oder Mensch) f\u00fcr unsere Vergehen s\u00fchnen k\u00f6nne, sei f\u00fcr heutige Menschen nicht nachvollziehbar. Ein gro\u00dfer Prozentsatz heutiger Christen k\u00f6nne damit nichts mehr anfangen.<\/li>\n<li>Sowohl das Alte wie das Neue Testament zeuge davon: Gott brauche das Kreuz nicht, um S\u00fcnden zu vergeben. Jesus konnte z.B. dem Gel\u00e4hmten auch vor seinem Kreuzestod S\u00fcndenvergebung zusprechen (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Matth%C3%A4us9%2C2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Matth. 9,2<\/a>). Es w\u00e4re ja auch seltsam, wenn Gott einen Opfertod ben\u00f6tigen w\u00fcrde, w\u00e4hrend wir Menschen einander einfach so vergeben k\u00f6nnen (und sollen!). Dann k\u00f6nnten wir Menschen ja mehr als Gott.<\/li>\n<li>Die S\u00fchneopfertheologie f\u00fchre zu einem sehr problematischen Gottesbild von einem gewaltt\u00e4tigen Gott, der Blut sehen will, um seinen Zorn stillen zu k\u00f6nnen. Das st\u00fcnde im klaren Widerspruch zu Jesu Lehre von der Feindesliebe. Ein Gott, der gleichzeitig seinen Feinden vergibt (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Lukas23%2C34\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Luk.23,34<\/a>) und Menschenopfer f\u00fcr die Vergebung braucht, w\u00e4re schizophren. Dr. Breuer kommentiert: <em>\u201eDas ist kein Gottesbild, das ich heute akzeptieren kann.\u201c<\/em> <sup>1<\/sup><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon diese Aufz\u00e4hlung zeigt: Die Argumente gegen das S\u00fchneopfer sind nicht prim\u00e4r eine Folge von intensivem Bibelstudium, sondern im Wesentlichen intellektueller und philosophischer Natur.<sup>13<\/sup> Das ist auch nicht verwunderlich. Denn kaum eine Lehre in der Bibel ist so vielf\u00e4ltig, eindeutig und klar belegt wie die Lehre vom stellvertretenden S\u00fchneopfer Jesu:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15316\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bibelstellenstapel-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"563\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bibelstellenstapel-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bibelstellenstapel-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bibelstellenstapel-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bibelstellenstapel.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aigg.de\/resources\/Bibelstellenstapel.pdf\"><strong>Das stellvertretende S\u00fchneopfer: Eine der bestbezeugten Lehren der Bibel<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Riesige Stapel von Bibelstellen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War der Tod Jesu sinnlos, wie Dr. Breuer behauptet? In der Tat gibt es einige Verse im Neuen Testament, die Parallelen nahelegen zwischen dem Tod Jesu und dem Tod der alttestamentlichen Propheten<sup>14<\/sup>. Die meisten Theologen r\u00e4umen aber ein, dass dem Tod Jesu im Neuen Testament dar\u00fcber hinaus eine einzigartige Heilsbedeutung zugeschrieben wird. Walter Klaiber \u00e4u\u00dfert sogar: Wer die Heilsbedeutung des Todes Jesu <em>\u201estreichen wollte, bek\u00e4me ein d\u00fcnnes neues Testament\u201c<\/em>.<sup>15<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass er damit recht hat l\u00e4sst sich leicht beweisen. Als \u201eBibelstellenstapler\u201c werden ja heute gerne diejenigen verspottet, die ihre Meinung mit Bibelstellen beweisen wollen. Bei der Frage nach der Heilsbedeutung des Kreuzestodes nehmen diese Stapel geradezu schwindelerregende H\u00f6hen an. So spricht das Neue Testament im Blick auf das Kreuz vielfach von S\u00fchne<sup>16<\/sup> und Vers\u00f6hnung<sup>17<\/sup>, vom Opfer<sup>18<\/sup>, vom (geschlachteten) Opferlamm<sup>19<\/sup> und vom f\u00fcr uns vergossenen Blut<sup>20<\/sup>. Dar\u00fcber hinaus lesen wir, dass wir mit Jesu Leben als \u201eL\u00f6segeld\u201c und mit seinem Blut \u201eerkauft\u201c, \u201elosgekauft\u201c bzw. \u201eteuer erkauft\u201c wurden<sup>21<\/sup>. Wir lesen, dass er \u201ef\u00fcr uns\u201c stellvertretend starb und hingegeben wurde, ja dass er f\u00fcr uns zur S\u00fcnde und zum Fluch gemacht wurde<sup>22<\/sup>. Das Neue Testament macht au\u00dferdem vielfach deutlich, dass der Tod Jesu kein Zufall oder Unfall war. Jesus musste sterben. Der Kreuzestod war ein aktiver Hingabeakt, den Gott vorausgesagt und von langer Hand geplant hatte<sup>23<\/sup> (was klar gegen die von Dr. Breuer und Prof. Zimmer vertretene \u00dcberzeugung spricht, dass Jesus bis zuletzt nicht klar gewesen sei, ob er stirbt<sup>24<\/sup>). Und schlie\u00dflich d\u00fcrfen wir nicht vergessen: Es gibt nicht nur einzelne Verse sondern ganze Kapitel im Neuen Testament, in denen die Heilsbedeutung des Kreuzes ausf\u00fchrlich entwickelt und entfaltet wird, vor allem in R\u00f6mer 3 sowie im Hebr\u00e4erbrief in den Kapiteln 2 bis 10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein engmaschiges Netz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist allerdings: Warum enth\u00e4lt das Neue Testament zur Deutung des Kreuzestodes so viele verschiedene Bilder, Begriffe und Metaphern aus v\u00f6llig unterschiedlichen Bildwelten?\u00a0 Haben die Apostel und die ersten Christen wom\u00f6glich wild herumger\u00e4tselt, um Jesu Tod zu verdauen? Hat jeder seine eigene Theorie zur Bedeutung des Kreuzestods entwickelt? K\u00f6nnen wir uns somit heute aussuchen, welche uns am ehesten zusagt?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15319\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Tabelle-Kreuzesdeutungen.jpg\" alt=\"\" width=\"526\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Tabelle-Kreuzesdeutungen.jpg 1022w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Tabelle-Kreuzesdeutungen-300x101.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Tabelle-Kreuzesdeutungen-768x259.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 526px) 100vw, 526px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man das Neue Testament genauer analysiert f\u00e4llt auf: Viele Bibelverse enthalten mehrere dieser Bilder und Begriffe gleichzeitig! Sie beziehen diese Metaphern ganz direkt aufeinander! Grafisch aufbereitet zeigt sich: Die unterschiedlichen Begriffe und Metaphern sind so engmaschig und vielf\u00e4ltig miteinander vernetzt, dass man sie unm\u00f6glich isoliert betrachten kann, im Gegenteil: Sie h\u00e4ngen alle mit\u00adein\u00adander zusammen! Sie erg\u00e4nzen und erl\u00e4utern sich gegenseitig.<sup>26<\/sup> Der Theologe John Stott schreibt dazu: Auch wenn die Bilder teils ganz verschiedene Bildwelten von Recht und Handel heraufbeschw\u00f6ren, sind sie trotzdem <em>\u201enicht alternative Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das Kreuz, die uns eine Bandbreite liefern, aus der wir ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen, sondern sie erg\u00e4nzen einander, indem jedes einen entscheidenden Teil zum Ganzen beitr\u00e4gt.\u201c <\/em>John Stott weist au\u00dferdem nach: Das stellvertretende Blutvergie\u00dfen Jesu ist die gemeinsame Basis aller dieser Begriffe: <em>\u201eWenn Gott in Christus nicht an unserer Stelle gestorben w\u00e4re, k\u00f6nnte es weder S\u00fchnung noch Erl\u00f6sung, weder Rechtfertigung noch Vers\u00f6hnung geben.\u201c<\/em> <sup>25<\/sup><em> (siehe auch Tabelle S.3)<\/em> Somit ist auch klar, dass die Lehre vom stellvertretenden S\u00fchneopfer tats\u00e4chlich zentral ist im Neuen Testament, wie der Theologe Thomas Kn\u00f6ppler best\u00e4tigt: <em>\u201eEs ist kaum zu bestreiten, dass die S\u00fchneaussagen eine enorme Verbreitung und in fast allen neutestamentlichen Schriften ihren Niederschlag gefunden haben.\u201c <\/em><sup>27<\/sup><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15327\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/VernetzungKreuzesdeutungen-907x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"590\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/VernetzungKreuzesdeutungen-907x1024.jpg 907w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/VernetzungKreuzesdeutungen-266x300.jpg 266w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/VernetzungKreuzesdeutungen-768x867.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/VernetzungKreuzesdeutungen.jpg 997w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.aigg.de\/resources\/VernetzungKreuzesdeutungen.pdf\"><em>Die \u201eDeutungen\u201c des Kreuzestodes h\u00e4ngen eng miteinander zusammen<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich finden wir das stellvertretende S\u00fchneopfer nicht erst im Neuen Testament. Es zieht sich vielmehr wie ein roter Faden durch die ganze Bibel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Endlose rote F\u00e4den <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zeigt sich z.B. am Motiv des Lammes, das stellvertretend f\u00fcr Menschen stirbt. Als Abraham beinahe seinen Sohn geopfert h\u00e4tte, starb ein Schaf an Isaaks Stelle (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Mose22%2C1-14\">1.Mo.22,1-14<\/a>). Erstaunlich: Abraham wurde extra nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tempelberg#Moriah\">\u201eMoriah\u201c geschickt, dem sp\u00e4teren Ort des Tempelbergs<\/a>, an dem der himmlische Vater tats\u00e4chlich seinen Sohn blutig sterben sah. Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, hier keinen Zusammenhang zu sehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch pr\u00e4gnanter ist die Geschichte vom Auszug Israels aus \u00c4gypten, in der Gott gleichzeitig als Richter und als Erl\u00f6ser auftritt, der die Kinder Israels durch das Blut eines geschlachteten Lammes vor seinem t\u00f6dlichen Gericht bewahrt (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/2.Mose12\">2.Mos.<br \/>\n12<\/a>). Israel feiert dieses Ereignis bis heute mit dem Passafest. Und bezeichnend ist: Nach der Chronologie des Johannes hing Jesus genau in dem Moment am Kreuz, als die L\u00e4mmer f\u00fcr das Passafest geschlachtet wurden. Ganz ehrlich: Kann das \u00fcberhaupt Zufall sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nat\u00fcrlich sind die vielen alttestamentlichen Opferrituale (beginnend bereits <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Mose4%2C3\">bei Kain<\/a> und Abel) klare Motive f\u00fcr das im Neuen Testament aufgenommene Bild des stellvertretenden Blutvergie\u00dfens.<sup>28<\/sup> Genau wie im alten Bund, in dem <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/2.Mose24%2C8\">das Volk mit dem Blut der Opfertiere gereinigt<\/a> wurde, so stehen in der Offenbarung Menschen vor dem Thron Gottes, die <em>\u201eihre Kleider im Blut des Lammes gewaschen und wei\u00df gemacht haben\u201c<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Offenbarung7%2C14\">Offb.7,14<\/a>). Besonders eindr\u00fccklich ist der Bezug zum gro\u00dfen j\u00e4hrlichen j\u00fcdischen Vers\u00f6hnungsfest (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jom_Kippur\">Jom Kippur<\/a>)<sup>29<\/sup>, an dem der Hohepriester den Deckel der Bundeslade (\u201e<a href=\"http:\/\/www.bibelthemen.ch\/index.php\/home\/archiv\/archiv-a-b-c-d\/20-der-gnadenthron\">S\u00fchnedeckel<\/a>\u201c) mit Opferblut bespritzte, um stellvertretend S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnden des Volkes zu erwirken.<sup>30<\/sup> Das Neue Testament bezeichnet Jesus als Hohepriester, der die S\u00fchnung der S\u00fcnden durch das Vergie\u00dfen seines eigenen Bluts bewirkt.<sup>31<\/sup> Das Kreuz ist f\u00fcr Paulus der \u201eS\u00fchnedeckel\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer3%2C25\">R\u00f6m.3,25<\/a>), also der neue Ort, an dem unsere S\u00fcnden ges\u00fchnt werden. Dass Jesus dort f\u00fcr uns auch den Fluch des Gesetzes auf sich genommen hat (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Galater3%2C13\">Gal 3,13<\/a>) basiert auf der alttestamentlichen Lehre, dass ein \u201eam Holz\u201c aufgeh\u00e4ngter Verbrecher ein Fluch Gottes ist (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/5.Mose21%2C22\">5.Mo.21,22-23<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Lamm, das Blut, die Opfer, der Fluch, der S\u00fchnedeckel, der Hohepriester, das Fluchholz: So unglaublich viele Bilder ziehen sich wie rote F\u00e4den quer durch die ganze Bibel! Allesamt unterstreichen und illustrieren sie die Lehre vom stellvertretenden S\u00fchneopfer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15324\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/RoterFadenLammGottes-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"536\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/RoterFadenLammGottes-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/RoterFadenLammGottes-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/RoterFadenLammGottes-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/RoterFadenLammGottes.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.aigg.de\/resources\/RoterFadenLammGottes.pdf\"><br \/>\n<em>Von Mose bis zur Offenbarung: Das stellvertretend geschlachtete Lamm<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das ist immer noch nicht alles. Das vielleicht st\u00e4rkste Argument f\u00fcr die Lehre vom stellvertretenden Opfertod stammt vom Propheten Jesaja:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Lange schon vorhergesagt<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine \u201eDeutung\u201c ist immer etwas Nachtr\u00e4gliches. Die S\u00fchneopferlehre kann aber schon deshalb keine \u201eDeutung\u201c sein, weil sie schon hunderte Jahre vor Jesus aufgeschrieben wurde! In dem unglaublichen Kapitel <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Jesaja53\">Jesaja 53<\/a> werden nicht nur viele Details der Kreuzigung vorhergesagt, auch der stellvertretende Opfercharakter dieses Todes wird vielfach und eindeutig beschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eF\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier taucht das Bild des geschlachteten Lammes auf, das stellvertretend unsere S\u00fcnden tr\u00e4gt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAls er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird\u2026\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat\u2026\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e\u2026denn er tr\u00e4gt ihre S\u00fcnden.\u201c\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e\u2026 dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den \u00dcbelt\u00e4tern gleichgerechnet ist und er die S\u00fcnde der Vielen getragen hat\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlicher kann man die Lehre vom stellvertretenden Opfertod nicht vortragen \u2013 und das lange vor Jesus!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Zu allen Zeiten von der Kirche gelehrt und bekannt<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser F\u00fclle an biblischen Belegen ist es kein Wunder, dass die Lehre vom stellvertretenden S\u00fchneopfer nat\u00fcrlich auch bereits in den altkirchlichen Bekenntnissen<sup>32<\/sup> und bei den ersten Kirchenv\u00e4tern<sup>33<\/sup> erscheint. Der Theologe Ron Kubsch stellt fest: <em>\u201eDas Verst\u00e4ndnis von Jesu Tod als stellvertretende S\u00fchne war seit jeher in der Kirchengeschichte das allgemeine Verst\u00e4ndnis der biblischen Texte.\u201c<\/em> <sup>34<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein (theologisches) Ungl\u00fcck kommt selten allein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehre vom stellvertretenden Opfertod Jesu am Kreuz ist somit ein gutes Beispiel f\u00fcr die \u201e<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=2190\">Klarheit der Schrift<\/a>\u201c, also die reformatorische Erkenntnis, dass die wesentlichen biblischen Lehren so eindeutig sind, dass jeder sie verstehen kann.<sup>35<\/sup> Aber warum ist sie dann so umk\u00e4mpft? Wenn man sich die Argumente anschaut merkt man: Die S\u00fchneopferlehre liegt auch deshalb in Tr\u00fcmmern, weil weitere wichtige theologischen Fundamente vernachl\u00e4ssigt oder vernebelt worden sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Verdr\u00e4ngt: Der Zorn und das Gerichtshandeln Gottes<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird behauptet: Nicht Gott, sondern allein der Mensch brauche Vers\u00f6hnung.<sup>36<\/sup> Die S\u00fchne sei dazu da, dass WIR unsere Schuld nicht mehr auf andere Menschen verschieben m\u00fcssen und damit WIR UNSER schlechtes Gewissen mit Gottes Hilfe verarbeiten k\u00f6nnten. Aber f\u00fcr Gott w\u00e4re dieses Opfer nicht n\u00f6tig gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da frage ich mich: Vergessen diese Theologen denn ganz, dass Gott quer durch die Bibel als Richter auftritt, der die S\u00fcnde und Rebellion des Menschen mit hartem Gerichtshandeln bestraft? Denken wir nur an die Sintflut, an Sodom und Gomorra, an die weltweite Zerstreuung Israels bis hin zu den schrecklichen Weltgerichtsbeschreibungen in der Offenbarung! Nein, Gott ist wahrlich kein netter Opa im Himmel, dem es nur darum geht, dass die Kinder sich gut f\u00fchlen und nicht miteinander streiten. Er ist ein heiliger Gott, ein verzehrendes Feuer. Er hasst die S\u00fcnde. Sein Zorn ist eine Realit\u00e4t, die sich quer durch die ganze Bibel zieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das sollte eigentlich auch niemand \u00fcberraschen. Denn Liebe und Zorn geh\u00f6ren nun einmal untrennbar zusammen. Welcher liebende Vater w\u00fcrde denn nicht zornig werden, wenn er sich ungefiltert anschauen muss, wie seine geliebten Gesch\u00f6pfe vernachl\u00e4ssigt, betrogen, gemobbt, beraubt, vergewaltigt, get\u00f6tet, vertrieben, beschimpft und gedem\u00fctigt werden. Ein Vater, der da nicht zornig werden w\u00fcrde, w\u00e4re dumpf, gleichg\u00fcltig und zynisch. Fehlender Zorn w\u00fcrde fehlende Liebe beweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nat\u00fcrlich geh\u00f6rt auch Gerechtigkeit zur Liebe. Kein Vater, der seine Kinder liebt, w\u00fcrde ihr Grundbed\u00fcrfnis\u00a0 nach Gerechtigkeit missachten. Im Kreuz kommt deshalb zusammen, was sich gar nicht voneinander trennen l\u00e4sst: Gottes Zorn, Gerechtigkeit und Liebe.<sup>37<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Verharmlost: Das Ausma\u00df unserer S\u00fcnde<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber warum \u201ebraucht\u201c Gott ein S\u00fchneopfer? Warum kann er nicht einfach so vergeben, so wie auch wir unseren Kindern einfach so vergeben und \u201eSchwamm dr\u00fcber\u201c sagen k\u00f6nnen? Wer so fragt, scheint ein unterentwickeltes Verst\u00e4ndnis vom Ausma\u00df unserer S\u00fcnde zu haben. Wir d\u00fcrfen ja z.B. nicht vergessen, dass S\u00fcnde ja auch Gesch\u00e4digte erzeugt!<sup>38<\/sup> Wenn mein Sohn die Tochter des Nachbarn vergewaltigt h\u00e4tte: Was w\u00fcrde mein Nachbar sagen, wenn ich ihm berichte, dass ich meinem Sohn vergeben habe und die Sache deshalb ruhen lasse? Er w\u00e4re zu Recht unfassbar w\u00fctend. Und ein Richter w\u00fcrde sich sogar vor dem Gesetz schuldig machen, wenn er meinem Sohn einfach so die Schuld erl\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel sagt zwar: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Johannes4%2C8\">Gott IST Liebe<\/a>. Aber auch seine Ehre, sein vollkommenes Gesetz und seine absolute Gerechtigkeit sind Teil seines Wesens. Weil Gott sich nicht selbst verleugnen kann (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/2.Timotheus2%2C13\">2.Tim.2,13<\/a>) wird sein Handeln immer auch diesen Aspekten seines Wesens Gen\u00fcge tun.<sup>39<\/sup> Deshalb musste Gott einen Weg zum Umgang mit unserer S\u00fcnde finden, der sowohl seiner Liebe und Gnade wie auch seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit entspricht. Er musste einen Weg finden, durch den wir leben k\u00f6nnen, ohne dass die <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/R%C3%B6mer6%2C23\">t\u00f6dliche Konsequenzen unserer S\u00fcnde<\/a> ignoriert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Vernebelt: Die G\u00f6ttlichkeit Jesu<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber musste es denn gleich ein Menschenopfer sein? Dazu noch der eigene Sohn? Wird nicht im ganzen Alten Testament jegliches Menschenopfer als Greuel strikt verurteilt? John Stott schreibt dazu: <em>\u201eAn der Wurzel jeder Karikatur des Kreuzes steckt eine verzerrte Christologie\u201c<\/em> (S. 205), also ein falsches Bild davon, wer Jesus eigentlich war. Gott opferte ja gerade nicht irgendeinen Menschen. Jesus war zwar ganz Mensch, aber zugleich auch voll und ganz Gott! Im Kreuzesgeschehen handelt Gott als Richter, der die gerechte Strafe f\u00fcr unsere S\u00fcnde vollstreckt, aber gleichzeitig auch als gn\u00e4diger Erl\u00f6ser, der selbst diese gerechte Strafe auf sich nimmt! <em>\u201eEs ist ein und derselbe Gott, der uns durch Christus vor sich selbst rettet\u201c<\/em>.<sup>40<\/sup> Nur wenn die G\u00f6ttlichkeit Jesu vernebelt wird<sup>41<\/sup>, wird aus diesem unglaublichen Liebesakt der Selbstaufopferung ein grausamer Racheakt eines blutr\u00fcnstigen Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Probleme mit dem stellvertretenden Opfertod resultieren also oft aus einem falschen Verst\u00e4ndnis von Christus, von der Heiligkeit und Majest\u00e4t Gottes und vom Ausma\u00df unserer S\u00fcnde. Ein Ungl\u00fcck kommt selten allein \u2013 das gilt gerade auch in der Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fehlende Demut und die Suche nach Anerkennung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist und bleibt beim Kreuzesgeschehen Einiges schwer zu verstehen. Schlie\u00dflich wimmelt es nur so von scheinbar paradoxen Gegens\u00e4tzen: Gott ist Vater und Sohn zugleich. Jesus ist zugleich ganz Gott und ganz Mensch. Gott ist allm\u00e4chtig und zugleich am Kreuz scheinbar ohnm\u00e4chtig. Der Gott des Lebens stirbt einen furchtbaren Tod. Da kann man schon einen Knoten im Hirn bekommen. Kein Wunder, dass Paulus sagt: Das Wort vom Kreuz ist und bleibt eine Torheit und ein \u00c4rgernis (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Korinther1%2C23\">1.Kor. 1,23<\/a>).\u00a0 Es lag mit dem intellektuellen Mainstream schon immer \u00fcber Kreuz. Aber ist es deshalb falsch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es zeugt von Anma\u00dfung und menschlicher Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, wenn wir schwierige biblische Lehren nur deshalb ablehnen, weil unser menschlicher Verstand sie nicht begreifen kann. Wenn unser Kopf mit der Bibel kollidiert und es hohl klingt, dann muss das ja nicht an der Bibel liegen! Gute Theologie akzeptiert, dass Gott gr\u00f6\u00dfer ist als unser Verstand. Der massive intellektuelle Zweifel am stellvertretenden S\u00fchneopfer ist eben auch ein Beleg daf\u00fcr, dass die Sehnsucht nach Anerkennung durch die s\u00e4kularen intellektuellen Eliten eine reale Triebkraft der modernen Theologie darstellt (wie Prof. Werner Thiede mit drastischen Worten beklagt<sup>42<\/sup>), die f\u00fcr die\u00a0 Preisgabe so mancher biblischer Sichtweisen verantwortlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das S\u00fchneopfer: Heute noch vermittelbar?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die auch damals schon schwer verst\u00e4ndlichen Paradoxe und das \u00c4rgernis des verfluchten Kreuzestodes haben die ersten Christen nicht davon abgehalten, das Wort vom Kreuz mit gewaltigem Erfolg weiterzugeben. Warum also sollte das heute nicht mehr gelingen? Ulrich Parzany schildert eine eindr\u00fcckliche Geschichte, mit der er die Lehre vom stellvertretenden Opfertod gerne veranschaulicht<sup>43<\/sup>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Ehepaar muss miterleben, wie ihre Tochter an Leuk\u00e4mie sterben muss. Welch unendlicher Schmerz! Wie gro\u00df w\u00e4re der Wunsch der Eltern, dem Kind den Schmerz und den Tod abnehmen zu k\u00f6nnen. Sie w\u00fcrden lieber selber sterben, wenn dadurch das Kind weiterleben k\u00f6nnte. So etwas m\u00f6chte menschliche Liebe. Aber wir sind einfach nicht in der Lage dazu. Wir sterben alle unseren eigenen Tod. Gott allein ist dieser Begrenzung nicht ausgesetzt. Als er unsere t\u00f6dliche Krankheit sah, unsere S\u00fcnde, die zum Tod f\u00fchrt (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/R%C3%B6mer6%2C23\">R\u00f6m.6,23<\/a>), zog er sich unser Leben an und starb stellvertretend f\u00fcr uns, damit wir das Leben haben. Ist das nicht wundervoll?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist nur ein Beispiel, das zeigt: Wir brauchen uns dieser Botschaft auch heute nicht zu sch\u00e4men. Sie ist Gottes Kraft, die alle selig macht, die daran glauben (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/R%C3%B6mer1%2C16\">R\u00f6m. 1, 16<\/a>). Es ist die Aufgabe der Theologie, die Kirche gerade auch bei solchen anspruchsvollen Themen sprachf\u00e4hig zu machen. Umso schlimmer ist es, wenn sie genau das Gegenteil tut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es geht um weit mehr als um einen Theologenstreit!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer christlichen Buchhandlung fiel mir neulich etwas auf: Da gab es Regale zu \u201eLebensberatung\u201c, \u201egelebtes Christsein\u201c, \u201eAutobio\u00adgra\u00adfien\u201c, \u201eErz\u00e4hlungen\u201c und einiges mehr. Nur ein Regal fehlte: \u201eTheologie\u201c! Ist das f\u00fcr uns Christen denn nicht mehr interessant? Denken wir, dass theologische Auseinandersetzungen nichts mit unserem christlichen Alltag und der Entwicklung der Kirche zu tun h\u00e4tten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts k\u00f6nnte verkehrter sein als das. In Wahrheit werden genau hier die Schlachten geschlagen, die am langen Ende \u00fcber das Wohl und Wehe der Kirche und somit auch \u00fcber das Schicksal unz\u00e4hliger Menschen entscheiden. Nicht umsonst konnte <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3794\">Paulus unglaublich scharf werden, wenn es um den Inhalt des Evangeliums<\/a> geht. Gerade beim Streit um die Kreuzestheologie steht unglaublich viel auf dem Spiel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sinnentleertes Abendmahl: <\/strong>Ohne die S\u00fchneopferlehre wird diese zentrale Handlung, die eigentlich alle Christen verbinden sollte, weitgehend sinnentleert.<sup>44<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verlorene Autorit\u00e4t und Klarheit der Bibel: <\/strong>Wenn selbst derart eindeutige und klare biblische Lehren nicht stimmen, dann ist nichts mehr klar in der Bibel. Tats\u00e4chlich gibt es an den Universit\u00e4ten praktisch keine Lehre mehr, die nicht irgendjemand bestreiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verlorene Einheit: <\/strong>Wenn Alles in Frage gestellt ist, dann gibt es auch keine gemeinsamen Glaubensgrundlagen und -gewissheiten mehr. Dann wird die Einheit der Kirche von innen ausgeh\u00f6hlt. Dann bleibt \u00a0nur noch die \u00e4u\u00dfere Organisation als notd\u00fcrftiges Bindemittel, das immer schlechter funktioniert und bald zerbricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bibelentfremdung: <\/strong>Wenn selbst Bibelwissenschaftler sich \u00fcber nichts mehr in der Bibel einig sind, dann ist es kein Wunder, dass Laien das Interesse an der Bibel verlieren, weil sie aus ihr ohnehin keine verl\u00e4sslichen Botschaften entnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Austrocknung von Mission und Evangelisation:<\/strong> Wenn selbst \u00fcber so zentrale Lehren keine Einigkeit besteht ist es kein Wunder, wenn Kirchenleiter bei der Frage nach der zentralen Botschaft der Kirche oft nur noch mit verschwurbelten Gutmenschens\u00e4tzen antworten<sup>45<\/sup>. Dann ist es auch kein Wunder, dass die Kirche sich auf Dialog beschr\u00e4nkt statt zu evangelisieren. Kein Wunder ist es dann auch, dass die <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3004\">n\u00e4chste Generation keinerlei Bindung mehr an die Kirche<\/a> hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine oberfl\u00e4chliche Kirche:<\/strong> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3836\">John Stott stellt fest<\/a>, dass die weit verbreitete Seichtigkeit und fehlende Gottesfurcht in der westlichen Kirche die direkte Folge einer Theologie ist, die Gottes Zorn und seinen Hass auf das B\u00f6se ignoriert.<sup>46<\/sup> Das Glattb\u00fcgeln der Kreuzestheologie und unseres Gottesbilds raubt dem Evangelium zwar den Ansto\u00df, aber auch seine erneuernde Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zeit f\u00fcr eine theologische Erneuerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesunde Theologie muss deshalb in aller Deutlichkeit auf der biblischen Lehre bestehen, dass das Kreuz nicht nur f\u00fcr uns Menschen notwendig war, sondern auch, um dem heiligen Charakter Gottes Gen\u00fcge zu tun. James Denney schreibt dazu: <em>\u201eEs ist die Erkenntnis dieser g\u00f6ttlichen Notwendigkeit, oder das Vers\u00e4umnis, sie zu erkennen, welche die Ausleger des Christentums letzten Endes in Evangelikale und Nichtevangelikale scheidet, solche die dem Neuen Testament treu sind, und solche die es nicht verdauen k\u00f6nnen.\u201c<\/em> <sup>47<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirren um die Kreuzestheologie und die verheerenden Folgen f\u00fcr die Kirche belegen, wie berechtigt die Diagnose von Ulrich Parzany ist: <strong>Die Bibelkritik ist der Krebsschaden der Kirche!<\/strong><sup>48<\/sup> Solange unsere theologischen Ausbildungsst\u00e4tten selbst bei Kernaussagen des Evangeliums mehr Verwirrung statt Klarheit stiften, kann es f\u00fcr die Kirche nur weiter bergab gehen. Ohne eine grundlegende theologische Erneuerung bleiben alle sonstigen Reformbem\u00fchungen der Kirche zwangsl\u00e4ufig zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Markus Till, Weil im Sch\u00f6nbuch, ver\u00f6ffentlicht im Januar 2018 auf www.blog.aigg.de.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Danke<\/em><\/strong><em> an Ron Kubsch, Dr. Gerrit Hohage und Martin Till\u00a0 f\u00fcr wichtige Anregungen zu diesem Artikel. Um die L\u00e4nge zu begrenzen wurden viele wichtige Erl\u00e4uterungen in die nachfolgenden Anh\u00e4nge und Quellenhinweise ausgelagert. Ich m\u00f6chte sie allen Lesern deshalb ausdr\u00fccklich ans Herz legen. Am wichtigsten ist mir jedoch eine <strong>Buchempfehlung<\/strong>: In <\/em><a href=\"https:\/\/www.francke-buch.de\/main.php?hk=0&amp;uk=0&amp;aid=1493&amp;suche=das+kreuz&amp;start=0\"><em>\u201eDas Kreuz: Zentrum des christlichen Glaubens\u201c<\/em><\/a><em> erl\u00e4utert John Stott das Kreuzesgeschehen in einer Tiefe, die ich sonst nirgends gefunden habe. Trotz der theologischen Pr\u00e4zision ist der Text auch f\u00fcr Laien gut und verst\u00e4ndlich zu lesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser <a href=\"http:\/\/www.aigg.de\/resources\/DasKreuzStolpersteinderTheologie180111.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel kann hier auch als PDF heruntergeladen werden<\/a><\/em><\/p>\n<p>______________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anmerkungen und Quellenangaben:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1:\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/2-4-1\/\">Dr. Thomas Breuer: Die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu aus heutiger Perspektive<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2:\u00a0\u00a0 Im <a href=\"http:\/\/www.ekir.de\/www\/downloads-archiv\/P-2009-06-10-kreuzestheologie-orthodoxie.pdf\">Vortrag \u201eWas bedeutet der Kreuzestod Jesu\u201c<\/a> vom damaligen Pr\u00e4ses Nikolaus Schneider, gehalten am 10.6.2009 (Seite 1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3:\u00a0\u00a0 In <a href=\"http:\/\/www.hospitalkirche-hof.de\/downloadthema\/thiedezeitzeichen10.04.pdf\">Werner Thiedes Artikel \u201eWiderw\u00e4rtiger D\u00fcnkel\u201c in Zeitzeichen 2010<\/a> Seite 1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4:\u00a0\u00a0 In <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/warum-das-fundamentalistische-bibelverstandnis-nicht-uberzeugen-kann-4-5-1\/\">Prof. S. Zimmer: Warum das fundamentalistische Bibelverst\u00e4ndnis nicht \u00fcberzeugen kann<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5:\u00a0\u00a0 Der Theologe Tobias Faix pr\u00e4sentiert in seinem Blog ein \u201eKleines Karfreitagsmedley: Von Banks bis Schrupp und immer dieselbe Frage: Warum ist Jesus gestorben?\u201c mit zahlreichen unterschiedlichen Deutungen des Kreuzestodes. Zwar gibt es dort mit <a href=\"http:\/\/lahayne.lt\/2013\/12\/28\/warum-musste-jesus-sterben\/\">Holger Lahayne<\/a> auch einen Bef\u00fcrworter des S\u00fchneopfers, die S\u00fchneopferkritik ist jedoch klar in der Mehrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6:\u00a0 So meint <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/2-4-1\/\">Dr. Breuer in seinem Vortrag<\/a>: Angesichts der unterschiedlichen Deutungen des Kreuzestodes im NT g\u00e4be es auch heute noch eine legitime Bandbreite. Zwei Aussagen seien jedoch <em>\u201edem Glauben nicht f\u00f6rderlich\u201c<\/em> <em>\u201enicht angemessen\u201c<\/em>, ja sogar <em>\u201ev\u00f6llig absurd\u201c<\/em> und <em>\u201etun dem Menschen nicht gut\u201c<\/em>, weil sie der Lehre Jesu v\u00f6llig widersprechen w\u00fcrden: 1. Die Lehre, dass das Kreuz das Ende der Tieropfer bedeute, weil Jesus das perfekte Opfer war (<em>\u201eWelchen religi\u00f6sen Sinn sollte das haben? War Jesus denn der erste M\u00e4rtyrer der Tierrechtsbewegung? Diese Vorstellung k\u00f6nnen wir beruhigt ad acta legen.\u201c<\/em>). 2. <em>\u201eGef\u00e4hrlicher\u201c<\/em> noch sei der <em>\u201erelativ weit verbreitete\u201c<\/em> <em>\u201eGedanke, dass Gott der Vater erst durch den blutigen Opfertod seines Sohnes mit der schuldbeladenen Menschheit vers\u00f6hnt werden k\u00f6nnte.\u201c<\/em> Breuer antwortet darauf mit Anselm Gr\u00fcn: \u201e<em>Was ist das f\u00fcr ein Gott, der den Tod des Sohnes n\u00f6tig hat, um uns vergeben zu k\u00f6nnen?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7:\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.w-haerle.de\/texte\/Gestorben_fuer_unsere_Suende.pdf\">Prof. Wilfried H\u00e4rle in \u201e\u2026gestorben f\u00fcr unsere S\u00fcnden \u2013 Die Heilsbedeutung des Todes Jesu Christi\u201c<\/a> S. 11 unten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8:\u00a0\u00a0 Nikolaus Schneider fasst <a href=\"http:\/\/www.ekir.de\/www\/downloads-archiv\/P-2009-06-10-kreuzestheologie-orthodoxie.pdf\">in seinem Vortrag<\/a> die Kreuzestheologie von Fridrich Schleiermacher wie folgt zusammen: <em>\u201eF\u00fcr Schleiermacher liegt S\u00fcnde darin, dass die Reifung der Pers\u00f6nlichkeit zur sittlichen und religi\u00f6sen Vollkommenheit gehemmt wird. Erl\u00f6sung ist dementsprechend f\u00fcr ihn der Prozess wachsender Befreiung von dieser Hemmung. Jesus ist in seiner Lehre und seinem Leben das Vorbild derartiger Reifung zur Vollkommenheit. In seinem Leiden und Sterben w\u00e4chst und reift er zur Vollkommenheit. In beidem bew\u00e4hrt er sein Gottesbewusstsein und damit das, was er gelehrt hat. Und daf\u00fcr stirbt er. Das ist \u201eVorbild<\/em><em>\u2010<\/em><em>Christologie\u201c.\u201c <\/em>(Seite 5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9:\u00a0\u00a0 Rudolf Bultmann: <em>\u201eWie kann meine Schuld durch den Tod eines Schuldlosen (wenn man von einem solchen \u00fcberhaupt reden darf) ges\u00fchnt werden? Welche primitiven Begriffe von Schuld und Gerechtigkeit liegen solcher Vorstellung zugrunde? Welch primitiver Gottesbegriff? Soll die Anschauung vom s\u00fcndentilgenden Tode Christi aus der Opfervorstellung verstanden werden: Welch primitive Mythologie, dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die S\u00fcnden der Menschen s\u00fchnt! Oder aus der Rechtsanschauung, so dass also in dem Rechtshandel zwischen Gott und Mensch durch den Tod Christi den Forderungen Gottes Genugtuung geleistet w\u00e4re: dann k\u00f6nnte die S\u00fcnde ja nur juristisch als \u00e4u\u00dferliche Gebots\u00fcbertretung verstanden sein, und die ethischen Ma\u00dfst\u00e4be w\u00e4ren ausgeschaltet!\u201c<\/em>\u00a0 (RUDOLF BULTMANN, Neues Testament und Mythologie: das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verk\u00fcndigung, 3. Aufl., M\u00fcnchen 1988, Beitr\u00e4ge zur ev. Theologie 96, 19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10: Die Reformatoren bekannten sich eindeutig zur S\u00fchneopfertheologie. So schreibt Martin Luther in seinem \u201eKleinen Katechismus\u201c: <em>\u201eIch glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott \u2026 und auch wahrhaftiger Mensch \u2026 , sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erl\u00f6set hat, erworben, gewonnen von allen S\u00fcnden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; damit ich sein eigen sei\u2026\u201c<br \/>\n<\/em>Der reformatorische \u201eHeidelberger Katechismus\u201c bekennt: <em>\u201eEr hat mit seinem teuren Blut f\u00fcr alle meine S\u00fcnden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erl\u00f6st. \u2026 Er hat uns mit Leib und Seele von der S\u00fcnde und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erl\u00f6st und erkauft, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut, indem er sein Leben f\u00fcr uns gab.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11: <em>\u201eWahrscheinlich begegnet heute keine Lehre des Christentums gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten als die traditionelle Lehre, dass uns Jesus Christus durch seinen stellvertretenden S\u00fchnetod am Kreuz von unseren S\u00fcnden erl\u00f6st hat.\u201c<\/em>, in Josef Blank \u201eWei\u00dft Du, was Vers\u00f6hnung hei\u00dft? Der Kreuzestod Jesu als S\u00fchne\u201c, in: Josef Blank u. J\u00fcrgen Werbick (Hg.), S\u00fchne und Vers\u00f6hnung, D\u00fcsseldorf 1986, 21\u201091: 21.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12: Christoph Wiesing in <a href=\"http:\/\/hossa-talk.de\/34-das-kreuz-wofuer-starb-jesus-teil-1\/\">Hossa Talk #34 Das Kreuz: Wof\u00fcr starb Jesus? (Teil 1)<\/a> ab 36:12: <em>\u201eIch hab einen Vortrag bei Pfarrern gehalten, sehr engagierten Pfarrern (also das wo andere sagen w\u00fcrden: Das sind die gl\u00e4ubigen Pfarrer) \u00fcber die Frage Satisfaktion und Anselm von Canterbury, und als ich das so vorgestellt habe haben die alle gesagt: Nee, also das glaubt ja bei uns keiner mehr. Deswegen, ich glaube: In der protestantischen Welt ist dieses Modell schon aus guten Gr\u00fcnden weitgehend abgel\u00f6st.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13: Das unterstreicht der Theologe Ron Kubsch: <em>\u201eEs ist eben nicht ein tieferes Textverst\u00e4ndnis, das den modernen Theologen dazu bringt, die bisherige Vorstellung der S\u00fchnetheologie abzulehnen; es sind vielmehr Vorurteile, die die klaren Texte nicht stehenlassen k\u00f6nnen und sie zum Schweigen bringen wollen.\u201c<\/em> (aus dem <a href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/ressourcen\/jesu-tod-als-stellvertretendes-suehnopfer\">Artikel \u201eJesu Tod als stellvertretendes S\u00fchneopfer\u201c<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14: So wird Jesu Leiden als \u201eVorbild\u201c (z.B. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Petrus2%2C21\">1.Petr.2,21<\/a>), als \u201eProphetengeschick\u201c (z.B. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Apostelgeschichte7%2C52\">Apg.7,52<\/a>) oder als das \u201eLeiden eines Gerechten\u201c dargestellt (ein Motiv, das oft in Psalmen erscheint, z.B. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Psalm34%2C20\">Ps.34,20<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15: In Walter Klaiber \u201eJesu Tod und unser Leben\u201c; Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2. korr. Auflage 2014, S. 188<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">16: Der Kreuzestod als S\u00fchne und Erlass f\u00fcr unsere Schuld: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer3%2C25\">R\u00f6m.3,25<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NG%C3%9C\/Kolosser2%2C14\">Kol.2,14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er2%2C17\">Hebr.2,17<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Johannes2%2C2\">1.Joh.2,2<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Johannes4%2C10\">1.Joh.4,10<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17: Der Kreuzestod dient zur Vers\u00f6hnung: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/R%C3%B6mer5%2C10+11\">R\u00f6m.5,10+11<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/2.Korinther5%2C18-20\">2.Kor.5,18-20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Epheser2%2C16\">Eph.2,16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Kolosser1%2C20-22\">Kol.1,20+22<\/a>;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">18: Der Kreuzestod als Opfer: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Epheser5%2C2\">Eph 5,2<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er9%2C12-14\">Hebr.9,12+14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er9%2C26\">Hebr 9,26+28<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er10%2C10\">Hebr 10,10+12+14<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19: Er ist das (geschlachtete) Opfer- bzw. Passalamm: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Johannes1%2C29\">Joh.1,29<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Johannes1%2C36\">Joh.1,36<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Apostelgeschichte8%2C32\">Apg.8,32<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Korinther5%2C7\">1.Kor.5,7<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Petrus1%2C19\">1.Petr. 1,19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung5%2C6\">Offb.5,6<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung5%2C12\">Offb.5,12+13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung6%2C1-16\">Offb.6,1+16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung7%2C9-17\">Offb.7,9+10+14+17<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung12%2C11\">Offb.12,11<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung13%2C8\">Offb.13,8<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung14%2C4\">Offb.14,4+10<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung15%2C3\">Offb 15,3<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung17%2C14\">Offb 17,14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung19%2C7\">Offb 19,7+9<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung21%2C9\">Offb.21,9+14+22+23+27<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung22%2C1\">Offb 22,1<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">20: Sein Blut wurde f\u00fcr uns vergossen: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Matth%C3%A4us26%2C28\">Mt.26,28<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Markus14%2C24\">Mk.14,24<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Lukas22%2C20\">Lk.22,20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Johannes6%2C53\">Joh.6,53-56<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer3%2C25\">R\u00f6m.3,25<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer5%2C9\">R\u00f6m.5,9<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther11%2C25\">1.Kor.11,25<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Epheser1%2C7\">Eph.1,7<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Epheser2%2C13\">Eph.2,13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Kolosser1%2C20\">Kol 1,20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er9%2C12\">Hebr.9,12+14+20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er10%2C19\">Hebr.10,19+29<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er12%2C24\">Hebr.12,24<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Hebr%C3%A4er13%2C12\">Hebr.13,12+20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Petrus1%2C2\">1.Petr.1,2+19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Johannes1%2C7\">1.Joh 1,7<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung1%2C5\">Offb.1,5<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung5%2C9\">Offb.5,9<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung7%2C14\">Offb.7,14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung12%2C11\">Offb.12,11<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21: Wir sind mit Jesu Leben als \u201eL\u00f6segeld\u201c und mit seinem Blut \u201eerkauft\u201c, \u201elosgekauft\u201c bzw. \u201eteuer erkauft\u201c: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Matth%C3%A4us20%2C28\">Mt.20,28<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Markus10%2C45\">Mk.10,45<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther6%2C20\">1.Kor 6,20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther7%2C23\">1.Kor.7,23<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Galater3%2C13\">Gal.3,13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Galater4%2C5\">Gal.4,5<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Timotheus2%2C6\">1.Tim 2,6<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/SLT\/1.Petrus1%2C18\">1.Petr 1,18-19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung5%2C9\">Offb.5,9<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Offenbarung14%2C4\">Offb.14,3+4<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">22: Jesus wurde (stellvertretend) \u201ef\u00fcr uns\u201c (bzw. f\u00fcr die Menschen) und unsere S\u00fcnde hingegeben, ja zur S\u00fcnde und zum Fluch gemacht: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Johannes3%2C16\">Joh.3,16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Johannes11%2C50-52\">Joh.11,50-52<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Johannes18%2C14\">Joh.18,14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer5%2C6-8\">R\u00f6m.5,6+8<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer8%2C32\">R\u00f6m 8,32<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/R%C3%B6mer14%2C15\">R\u00f6m.14,15<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther1%2C13\">1.Kor.1,13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther8%2C11\">1.Kor.8,11<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther11%2C24\">1.Kor.11,24<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther15%2C3\">1.Kor.15,3<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/2.Korinther5%2C14-21\">2.Kor.5,14+15+21<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Galater1%2C4\">Gal.1,4<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Galater2%2C20\">Gal.2,20<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Galater3%2C13\">Gal.3,13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Epheser5%2C2\">Eph.5,2<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Thessalonicher5%2C10\">1.Thess.5,10<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/Titus2%2C14\">Tit.2,14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1.Petrus2%2C21\">1.Petr.2,21<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Johannes3%2C16\">1.Joh.3,16<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23: Der Tod Jesu war von Jesus und dem AT vorausgesagt, von Gott geplant, Jesus \u201emusste\u201c sterben, sein Tod war ein aktiver Hingabeakt: <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Matth%C3%A4us26%2C24\">Mt.26,24<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Matth%C3%A4us26%2C54\">Mt.26,54<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Markus8%2C31\">Mk 8,31<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Lukas17%2C25\">Lk 17,25<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Lukas24%2C26\">Lk 24,7+26<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Johannes3%2C13\">Joh 3,13-15<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Johannes10%2C15\">Joh.10,15+17<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/Johannes12%2C32-33\">Joh.12,32-33<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/R%C3%B6mer8%2C32\">R\u00f6m.8,32<\/a><em>; <\/em><a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Apostelgeschichte2%2C23\">Apg.2,23<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Apostelgeschichte17%2C3\">Apg.17,3<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Apostelgeschichte4%2C28\">Apg.4,28<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Korinther15%2C3\">1.Kor 15,3<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/NLB\/Galater1%2C4\">Gal.1,4<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">24: <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/2-4-1\/\">In seinem Vortrag<\/a> \u00e4u\u00dfert Dr. Breuer (ab 1:09:15), dass er sich mit Prof. Zimmer darin einig sei, dass Jesus fr\u00fchestens in Jerusalem zu der \u00dcberzeugung gelangte, dass sein Tod offenbar unausweichlich sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">25: In John Stott \u201eDas Kreuz\u201c, SMD Edition, S. 259<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">26: Walter Klaiber schreibt zu den vielf\u00e4ltigen Verkn\u00fcpfungen und Verbindungen zwischen den verschiedenen neutestamentlichen Metaphern zur Deutung des Kreuzes: <em>\u201ePaulus kann also verschiedene Vorstellungsebenen kombinieren, um die Bedeutung des Todes Jesu zu erkl\u00e4ren, auch wenn diese aus unterschiedlichen Zusammenh\u00e4ngen stammen\u201c<\/em> (in \u201eJesu Tod und unser Leben\u201c S. 65). <a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/54040\/\">Prof. Dormeyer schreibt in seiner Abhandlung \u00fcber den Tod Jesu<\/a>, dass in R\u00f6mer 3, 24-25 sowohl der rechtlich\/juristische \u201eLoskauf\u201c als auch der kultische S\u00fchnebegriff auf Jesu Blut angewendet wird: <em>\u201eDie Erl\u00f6sung umschreiben zwei Begriffe: rechtlich Loskauf (gr. apol\u00fdtrosis) (<\/em><a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/bibeltext\/R%C3%B6m%203%2C24\/bibel\/text\/lesen\/ch\/29ca9159a43aa418dcd798df34087b22\/\"><em>R\u00f6m 3,24<\/em><\/a><em>) und kultisch S\u00fchnopfer (gr. hilast\u00e9rion) (<\/em><a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/bibeltext\/R%C3%B6m%203%2C25\/bibel\/text\/lesen\/ch\/c6d74ffd100ddec024b3e33cc1701578\/\"><em>R\u00f6m.3,25<\/em><\/a><em>)\u201c <\/em>Auch im AT sei die rechtliche und kultische Dimension der S\u00fchne eng verkn\u00fcpft, wenn ein Schuldiger von der Todesstrafe durch ein \u201eS\u00fchnegeld\u201c losgekauft werden kann (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/2.Mose21%2C30\">2.Mos.21,30<\/a>). Nikolaus Schneider berichtet <a href=\"http:\/\/www.ekir.de\/www\/downloads-archiv\/P-2009-06-10-kreuzestheologie-orthodoxie.pdf\">in seinem Vortrag<\/a> von einer <em>\u201eF\u00fclle von Begriffen, Bildern und Zug\u00e4ngen zum Vers\u00f6hnungswerk von Jesus Christus\u201c<\/em>, r\u00e4umt dazu jedoch ein, dass diese <em>\u201eZug\u00e4nge\u201c<\/em> und <em>\u201eErkl\u00e4rungen\u201c<\/em> alle <em>\u201ein einem inneren Zusammenhang zueinander stehen.\u201c<\/em> (Seite 11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27: Weiter schreibt <a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/53994\/\">Pfr. PD Dr. Thomas Kn\u00f6ppler in seiner Abhandlung \u201eS\u00fchne (NT)\u201c<\/a>: <em>\u201eTrotz der seltenen Verwendung des f\u00fcr explizite S\u00fchneaussagen charakteristischen Wortes \u201es\u00fchnen etc.\u201c (\u1f31\u03bb\u1f71\u03c3\u03ba\u03b5\u03c3\u03b8\u03b1\u03b9 \u03ba\u03c4\u03bb) ist unter Heranziehung weiterer, Begriff und Sache der S\u00fchne in den Blick nehmender W\u00f6rter und Wendungen eine gewichtige Rolle der S\u00fchnethematik im Rahmen der neutestamentlichen Soteriologie festzustellen. Insofern das Geschehen des Kreuzestodes Jesu in der Regel als Ausgangspunkt der neutestamentlichen Soteriologie und durchweg als Bezugspunkt der neutestamentlichen Rede von der S\u00fchne fungiert, ist die S\u00fchnethematik im Zentrum der Christologie und Soteriologie verankert.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">28: Gut erl\u00e4utert im <a href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/ressourcen\/das-opfer-jesu-als-erfuellung-der-alttestamentlichen-opfer\">Artikel von Ron Kubsch: \u201eDas Opfer Jesu als Erf\u00fcllung der alttestamentlichen Opfer\u201c<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">29:\u00a0 Der Theologe Stefan Mei\u00dfner spricht deshalb in seinem <a href=\"http:\/\/www.imdialog.org\/bp2012\/03\/02.html\">Beitrag \u201eWarum musste Jesus sterben\u201c<\/a> vom Karfreitag als dem <em>\u201eeschatologischen Jom Kippur\u201c<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">30: T.J. Crawford bekr\u00e4ftigt den stellvertretenden Charakter des Opferrituals: \u201e<em>Der Text lehrt also seinem klaren und offensichtlichen Sinn nach den stellvertretenden Charakter des Opferrituals. Leben wurde f\u00fcr Leben gegeben\u201c<\/em>, <em>\u201edas Leben des unschuldigen Opfers f\u00fcr das Leben des s\u00fcndigen Opfernden.\u201c<\/em> In: \u201eDoctrine of Holy Scripture\u201c, S. 237, 241; zitiert in John Stott \u201eDas Kreuz\u201c S. 175\/176. John Stott erg\u00e4nzt: <em>\u201eWenn wir all dieses alttestamentliche Material (das Vergie\u00dfen und Versprengen des Blutes, das S\u00fcndenopfer, das Passa, die Bedeutung des \u201eS\u00fcndentragens\u201c, den S\u00fcndenbock und Jesaja 53) betrachten und bedenken, dass all dies im Neuen Testament auf den Tod Christi bezogen wird, k\u00f6nnen wir uns dem Schluss nicht entziehen, dass das Kreuz ein stellvertretendes Opfer war.\u201c<\/em> (S. 190)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">31: Siehe Hebr\u00e4er Kapitel 5 bis 7. Bezeichnend ist, dass der Priester Melchisedek, der im Heb\u00e4erbrief als Urbild f\u00fcr die Priesterschaft Jesu dargestellt wird, Abraham direkt am Ort des sp\u00e4teren Tempelbergs in Jerusalems entgegentritt (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ELB\/1.Mose14%2C17-18\">1.Mos.14,17-18<\/a>). Also kommt auch hier genau wie beim Opfer Isaaks zu den vielen inhaltlichen Parallelen auch noch die geographische hinzu!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">32: W\u00e4hrend das Apostolische Glaubensbekenntnis auf jegliche Deutung des Kreuzestodes verzichtet hei\u00dft es im Glaubensbekenntnis von Niz\u00e4a-Konstantinopel (325 n.Chr.): \u201eEr wurde <u>f\u00fcr uns<\/u> gekreuzigt unter Pontius Pilatus.\u201c Im Athanasianischen Glaubensbekenntnis (7. Jahrhundert) lesen wir: \u201eDer gelitten hat f\u00fcr unser Heil\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">33: So schrieb beispielsweise Athanasius (298\u2013373 n. Chr.): <em>\u201eEr wurde um unsertwillen Fleisch, damit er sich an unserer statt opfern und uns durch seine Hingabe und Opferung erl\u00f6sen konnte\u201c<\/em> (Athanasius \u201eFestbrief X\u201c).\u00a0 Der Kirchenvater Augustinus (354\u2013430 n. Chr.) schreibt: <em>\u201eIndem er durch seinen Tod ein einmaliges, ganz wahrhaftiges Opfer f\u00fcr uns darbrachte, hat er alles, was Schuld hie\u00df \u2026 getilgt, fortgewischt, ausgel\u00f6scht.\u201c<\/em> (A. Augustinus, \u201e\u00dcber den Dreieinigen Gott, M\u00fcnchen, 1951, S. 61), zitiert bei Ron Kubsch \u201eDie Strafe liegt auf ihm\u2026\u201c Das stellvertretende S\u00fchneopfer, Martin Bucer Seminar 2017)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">34: in Ron Kubsch: <a href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/ressourcen\/jesu-tod-als-stellvertretendes-suehnopfer\">\u201eJesu Tod als stellvertretendes S\u00fchneopfer\u201c<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">35: Zum wichtigen Thema der \u201eKlarheit der Schrift\u201c ist der <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=2190\">Vortrag von Kevin deYoung vom M\u00e4rz 2016<\/a> sehr zu empfehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">36: Ein typisches und sehr lesenswertes Beispiel dazu ist <a href=\"http:\/\/lahayne.lt\/2013\/12\/28\/warum-musste-jesus-sterben\/\">Holger Lahaynes Analyse<\/a> des <a href=\"http:\/\/www.reformiert-info.de\/5655-0-56-3.html\">Vortrags von Prof. Georg Plasger \u201eF\u00fcr uns gestorben?\u201c<\/a>: <em>\u201ePlasger schwenkt um auf ein subjektives Verst\u00e4ndnis des S\u00fchnehandelns: \u201eGott muss nicht vers\u00f6hnt werden. Gott braucht das Kreuz nicht, er braucht kein Menschenopfer, um bes\u00e4nftigt, um vers\u00f6hnt zu werden.\u201c [\u2026] Dies sei \u201edie zentrale Aussage des Neuen Testaments, wenn es den Kreuzestod Jesu Christi als \u2018f\u00fcr uns geschehen\u2019 interpretiert. \u2026 Jesus starb nicht, um\u00a0Gottes\u00a0Haltung zu mir, sondern um\u00a0unsere\u00a0Haltung zu Gott zu \u00e4ndern. Dem ist zu entgegnen, dass sich der S\u00fcnder nat\u00fcrlich \u00e4ndern muss und auch von Gott ver\u00e4ndert wird. Doch die objektive Vers\u00f6hnung Gottes ist Grundlage dieses subjektiven Geschehens!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">37: John Stott erl\u00e4utert dazu: <em>\u201eDie Bibel enth\u00e4lt eine Reihe weiterer Formulierungen, die auf unterschiedliche Weise diese \u201eDualit\u00e4t\u201c im Innern Gottes ausdr\u00fccken. Er ist \u201eGott, barmherzig und gn\u00e4dig\u201c, der aber \u201eSchuld, Vergehen und S\u00fcnde \u2026 keineswegs ungestraft l\u00e4sst\u201c; in ihm sind sich \u201eGnade und Wahrheit \u2026 begegnet\u201c, haben sich \u201eGerechtigkeit und Frieden \u2026 gek\u00fcsst\u201c; er nennt sich selbst \u201eeinen gerechten und rettenden Gott\u201c; \u2026 und im Zorn erinnert er sich seiner Barmherzigkeit. Johannes beschreibt \u2026 den Sohn des Vaters als \u201evoller Gnade und Wahrheit\u201c; und Paulus l\u00e4dt uns \u2026 dazu ein, \u201edie G\u00fcte und Strenge\u201c Gottes zu bedenken.\u201c<\/em> In John Stott \u201eDas Kreuz\u201c, S. 165<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">38: Auf dieses Problem weist auch der ehem. Bischof Dr. Walter Klaiber hin: <em>\u201eEs gibt einen Zusammenhang zwischen b\u00f6ser Tat und unheilvoller Folge, der verhindert, dass geschehenes Unrecht einfach ungeschehen gemacht werden kann.\u201c<\/em> In: Walter Klaiber \u201eJesu Tod und unser Leben\u201c; Ev. Verlagsanstalt Leipzig, 2. korr. Auflage 2014, S. 42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">39: Kaum ein Begriff ist in der Kreuzestheologie so angegriffen worden wie der Begriff \u201egen\u00fcge tun\u201c oder \u201eGenugtuung\u201c. John Stott geht in seinem Buch \u201eDas Kreuz\u201c ausf\u00fchrlich darauf ein. Er distanziert sich dabei von einem Genugtuungs-Verst\u00e4ndnis, wie Anselm von Canterbury es verbreitet hat und <em>\u201ean einen Feudalherrn erinnert, der Ehre fordert und Unehrerbietigkeit bestraft\u201c<\/em>. (S. 152) Trotzdem verteidigt er den Begriff \u201eGenugtuung\u201c intensiv. Ich zitiere dies hier ausf\u00fchrlich, weil John Stott hier eine Reihe von Missverst\u00e4ndnissen und Karikaturen des stellvertretenden S\u00fchneopfers abr\u00e4umt: <em>\u201eDarum weisen wir jede Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Tod Christi entschieden zur\u00fcck, in deren Mittelpunkt nicht das Prinzip der \u201eGenugtuung durch Stellvertretung\u201c steht, ja der g\u00f6ttlichen Genugtuung seiner selbst durch die g\u00f6ttliche Stellvertretung durch ihn selbst. Das Kreuz war kein Tauschhandel mit dem Teufel \u2026 ebenso wenig ein exaktes \u00c4quivalent, \u2026 um einen Ehrenkodes oder einer juristischen Spitzfindigkeit Gen\u00fcge zu tun; ebenso wenig eine notgedrungene Unterordnung Gottes unter eine moralische Autorit\u00e4t \u00fcber ihm, den er auf andere Weise nicht h\u00e4tte entkommen k\u00f6nnen; ebenso wenig die Bestrafung eines sanftm\u00fctigen Christus durch einen strengen und rachs\u00fcchtigen Vater; ebenso\u00a0 wenig ein Abringen des Heils von einem gemeinen und widerwilligen Vater durch einen liebenden Christus; ebenso wenig ein Handeln des Vaters, das Christus als den Mittler aussparte. Stattdessen erniedrigte sich der gerechte, liebende Vater selbst, indem er in \u2026 und durch seinen einzigen Sohn Fleisch, S\u00fcnde und Fluch f\u00fcr uns wurde, um uns zu erl\u00f6sen, ohne seinen eigenen Charakter zu kompromittieren. Die theologischen Begriffe \u201eGenugtuung\u201c und \u201eStellvertretung\u201c m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig definiert und geh\u00fctet werden, denn sie k\u00f6nnen unter keinen Umst\u00e4nden aufgegeben werden. Das biblische Evangelium der S\u00fchne ist, dass Gott sich selbst Gen\u00fcge tat, indem er selbst an unsere Stelle trat.\u201c<\/em> (S. 204)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">40: In John Stott \u201eDas Kreuz\u201c, SMD Edition, S. 205<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">41: So vertreten es die verschiedenen Str\u00f6mungen des \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adoptianismus\">Adoptianismus<\/a>\u201c: Jesus sei nicht wesenhaft Gott, sondern nur ein zum Gottessohn adoptierter Mensch gewesen. Nicht zuletzt die <a href=\"http:\/\/www.idea.de\/glaube\/detail\/kaessmann-ueber-jungfrauengeburt-maria-war-eine-junge-frau-103645.html\">weit verbreitete Ablehnung der Jungfrauengeburt<\/a> deutet darauf hin, dass diese theologische Fehlentwicklung auch heute verbreitet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">42: <em>\u201eOffen gestanden: Er widert mich inzwischen nur noch an \u2013 dieser zeitgeistbeflissene D\u00fcnkel all jener Theologinnen und Theologen, die dem Kreuzestod Jesu den \u00fcberlieferten Tiefensinn rationalistisch absprechen. Dieses arrogante Kaputtreden der \u00fcberkommenen Heilsbotschaft, das sich \u00fcber den Glauben der V\u00e4ter und M\u00fctter der letzten beiden Jahrtausende so erhaben d\u00fcnkt, dass es ihn nur noch verabschieden m\u00f6chte. Dieses Kokettieren mit der intellektuellen Redlichkeit, die Andersdenkenden in Theologie und Kirche zumindest indirekt abgesprochen wird, aber mit merkw\u00fcrdigen Alternativen zum Ganz- und Heilwerden des Menschen oft kompatibel genug zu sein scheint.\u201c<\/em> Prof. Werner Thiede in seinem <a href=\"http:\/\/www.hospitalkirche-hof.de\/downloadthema\/thiedezeitzeichen10.04.pdf\">Artikel \u201eWiderw\u00e4rtiger D\u00fcnkel\u201c ver\u00f6ffentlicht in \u201eZeitzeichen\u201c<\/a> 2010<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">43: Nachzuh\u00f6ren in <a href=\"http:\/\/www.sthbasel.ch\/de\/medien\/videos\/gastvortrag-ulrich-parzany.html\">Ulrich Parzanys Vortrag: \u201eDen S\u00e4kularen ein S\u00e4kularer\u201c<\/a>, gehalten am 24.11.2017 in der STH Basel (ab 53:30)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">44: So erw\u00e4hnt Prof. Zimmer in seinem Vortrag <a href=\"http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/vom-sinn-des-abendmahls-markus-1417-19-22-26-3-8-1\/\">\u201eVom Sinn des Abendmahls\u201c<\/a> die s\u00fchnende Wirkung des stellvertretenden Opfertods mit keinem Wort. Stattdessen lehrt er, dass wir im Abendmahl die \u201eKontaktfreudigkeit\u201c und \u201eZuwendungslust\u201c Jesu feiern w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">45: Ein trauriges Beispiel ist das <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute-journal\/gespraech-bischof-droege-100.html\">ZDF-heute-Journal-Interview mit Bischof Markus Dr\u00f6ge<\/a> anl\u00e4sslich des 500-j\u00e4hrigen Reformationsjubil\u00e4ums. Auf die Kritik, im Reformationsjahr habe es viel Event und wenig Botschaft gegeben, antwortet er: Die zentrale Botschaft der Reformation sei deutlich geworden, n\u00e4mlich die \u201eDoppelheit von Vertrauen zu finden und sich zu engagieren f\u00fcr das Allgemeinwohl\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">46: In John Stott \u201eDas Kreuz\u201c, SMD Edition, S. 137-139, siehe Artikel im AiGG-Blog <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3836\">http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3836<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">47: James Denney, Atonement, S. 82, zitiert von John Stott in \u201eDas Kreuz\u201c, S. 169<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">48: In <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=3378\">Ulrich Parzany \u201eWas nun, Kirche?\u201c<\/a>, SCM-H\u00e4nssler, S. 49<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der stellvertretende Opfertod Jesu ist der innerste Kern des Evangeliums. 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