{"id":15308,"date":"2018-02-06T10:35:06","date_gmt":"2018-02-06T09:35:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15308"},"modified":"2018-02-06T10:35:06","modified_gmt":"2018-02-06T09:35:06","slug":"reformation-aktuell-die-muendigkeit-aller-christen-alle-lehre-zu-beurteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15308","title":{"rendered":"Reformation aktuell: Die M\u00fcndigkeit aller Christen, alle Lehre zu beurteilen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ist m\u00fcndiges Christsein heute tats\u00e4chlich erw\u00fcnscht? Zwei Beispiele aus eigener Erfahrung sollen zun\u00e4chst verdeutlichen, dass man davon nicht immer ausgehen kann: Der Gottesdienst unserer Kirchengemeinde wurde regelm\u00e4\u00dfig von vielen Jugendlichen besucht, die zum Glauben an Jesus gekommen waren. Sie h\u00f6rten dort von sehr verschiedenen Pastoren sich teilweise widersprechende Predigten. Eines Sonntags riefen sie bei einer Predigt laut dazwischen: &#8222;H\u00f6rt, h\u00f6rt!&#8220; Das Presbyterium reagiert ver\u00e4rgert, statt sich \u00fcber den Gottesdienstbesuch der jungen Leute zu freuen, die sich entsprechend ihrer Bibelkenntnis ein eigenes Urteil bildeten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Kurstadt findet ein Vortrag des popul\u00e4ren katholischen Bestsellerautors Eugen Drewermann statt. Der evangelische Pastor begr\u00fc\u00dft den beliebten Redner vor etwa tausend Zuh\u00f6rern: &#8222;Lieber Bruder Drewermann, bei keinem anderen h\u00f6re ich die Stimme Jesu so deutlich wie bei Ihnen!&#8220; Zu meinem Erstaunen regt sich keinerlei Widerspruch, obwohl dieser Vertreter einer neugnostischen Religiosit\u00e4t permanent die zentralen Wahrheiten des christlichen Glaubens, n\u00e4mlich Kreuz und Auferstehung, in Frage stellt. Tats\u00e4chlich wird seine &#8222;tiefenpsychologische Interpretation&#8220; der Bibel auch von Fachpsychologen angezweifelt. Als ich hinterher als Einziger eine Gegenposition vertrete, gibt es gro\u00dfes Murren auf den R\u00e4ngen. Am n\u00e4chsten Tag ist in der Zeitung die Aussage des evangelischen Pfarrers zu lesen, unter den Zuh\u00f6rern w\u00e4re jemand gewesen, der &#8222;kein gesundes Gramm Brot zu backen&#8220; imstande sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird sichtbar: Die Unterscheidung von Lehre und Irrlehre ist heute nicht popul\u00e4r, sie wird schnell als Rechthaberei diskreditiert. Nat\u00fcrlich streben wir zu Recht nach der Einheit aller Christen und es ist deshalb n\u00f6tig, in vielen Fragen tolerant zu sein. Konfessionelle Besonderheiten (z. B. lutherischer oder reformierter Auspr\u00e4gung) sollen nicht \u00fcber das Gemeinchristliche gestellt werden. Andererseits gibt es Fragen, die die Kernwahrheiten des christlichen Glaubens ber\u00fchren, in denen Unterscheidung und Auseinandersetzung notwendig sind. Hier geht es nicht um Rechthaberei oder Randfragen, sondern um den Kern des Evangeliums und der Reformation. Es geht um die Rettung, um das, was im Leben und in Ewigkeit tr\u00e4gt. Jesus kennt die M\u00f6glichkeit, dass durch eine verf\u00e4lschte Verk\u00fcndigung das Himmelreich f\u00fcr die Menschen verschlossen werden kann (vgl. Mt 23,13: &#8222;. die ihr das Himmelreich zuschlie\u00dft vor den Menschen&#8220;). Deshalb brauchen wir m\u00fcndige Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hei\u00dft &#8222;M\u00fcndigkeit&#8220;?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer allgemeinen Definition (abgeleitet von &#8222;die Mund&#8220;, d. h. Schutz, Vormundschaft) wird unter einem M\u00fcndigen der nicht unter Vormundschaft Stehende verstanden. Eine vorl\u00e4ufige Definition von &#8222;evangelischer M\u00fcndigkeit&#8220; beinhaltet dann, nicht mehr unter der Vormundschaft kirchlicher Autorit\u00e4ten und Theologen zu stehen, sondern die Freiheit zu haben, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dabei geht es nicht um eine abstrakte Freiheit, sondern um die Freiheit und W\u00fcrde aus dem H\u00f6ren und Tun des Wortes Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00fcndigkeit nach dem Neuen Testament<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anhand einiger ausgew\u00e4hlter Stellen soll die neutestamentliche Sicht verdeutlicht werden: Lk 7,31-35 und Eph 4,14 nennen als Kennzeichen der Unm\u00fcndigkeit die Unbest\u00e4ndigkeit, der Mensch wird &#8222;hin- und hergeworfen&#8220;. Er richtet sich nach den W\u00fcnschen der Leute, nach dem Wind des Zeitgeistes, nach der jeweils popul\u00e4ren Lehrmeinung. Dagegen sollen die Nachfolger Jesu der Weisheit folgen, gegr\u00fcndet und gereift sein (Eph 4,11-13). Es ist die Aufgabe der &#8222;\u00c4mter&#8220; (also der &#8222;Hauptamtlichen&#8220;; Eph 4,12) in der Gemeinde, alle Gemeindeglieder zur M\u00fcndigkeit auszur\u00fcsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 1Kor 3,1-4 und Hebr 5,12-14 f\u00e4llt ein weiteres Kennzeichen auf: Die Christen sind hier im Stadium von unm\u00fcndigen Kindern stehengeblieben, ihr Wachstum stagniert, sie sollten eigentlich schon weiter sein. Warum? Sie h\u00e4ngen sich an bestimmte Personen, damals an Apostel, heute k\u00f6nnen das vielleicht Lieblingsprediger, Theologen oder Pastoren sein. Auf diese berufen sie sich mehr als auf Christus und sein Wort. Hier scheint es aber wenigstens so zu sein, dass diese unterschiedlichen &#8222;Diener&#8220; oder &#8222;Mitarbeiter&#8220; keine Irrlehren verbreiten, sondern\u00a0 jeweils mit ihren Gaben zum Wachstum bzw. Bau der Gemeinde beitragen (vgl. 1Kor 3,5-10). In Hebr 5 wird ein &#8222;unm\u00fcndiges Kind&#8220; (E\u00dc) charakterisiert als eine Person, die \u00fcber die &#8222;Anfangsgr\u00fcnde&#8220; der Lehre (vgl. Hebr 6,1b-2) nicht hinausgekommen ist. Dies bezieht sich nicht nur auf Wissen, sondern beinhaltet auch &#8222;ge\u00fcbte Sinne&#8220; zur Unterscheidung des Guten und B\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zu verwechseln ist diese Art von Unm\u00fcndigkeit (im Sinne von Unreife; Zur\u00fcckbleiben hinter dem Stand, den man schon erreicht haben sollte) mit den &#8222;Unm\u00fcndigen&#8220;, um derentwillen Jesus den Vater lobt: &#8222;Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du all das den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unm\u00fcndigen offenbart.&#8220; (Mt 11,25) Dies entspricht der Aufforderung Jesu, wie die Kinder zu werden, die ganz auf den Vater vertrauen und nicht auf ihre eigene Klugheit und Fr\u00f6mmigkeit. Das ist aber etwas ganz anderes als jene Unm\u00fcndigkeit, die es zu \u00fcberwinden gilt, n\u00e4mlich ein Steckenbleiben in den Anfangsstufen des Christseins, das sich in mangelnder Unterscheidungsf\u00e4higkeit und gef\u00e4hrlicher Abh\u00e4ngigkeit \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Neue Testament nennt auch positive Beispiele f\u00fcr m\u00fcndige Christen, die keine Apostel und keine Theologen sind. Besonders beeindruckend ist hier das Ehepaar Prisca und Aquila, die sogar dem beredten Apollos Nachhilfeunterricht im Glauben geben (vgl. Apg 18,24-28).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die M\u00fcndigkeit der Christen nach Martin Luther<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grundlage f\u00fcr christliche M\u00fcndigkeit ist die reformatorische Lehre vom allgemeinen Priestertum aller Gl\u00e4ubigen. Luther schreibt schon in seiner Fr\u00fchschrift An den christlichen Adel deutscher Nation:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Alle Christen sind doch wahrhaftig geistlichen Stands, und es besteht kein Unterschied zwischen ihnen als nur des Amts halber&#8220;, wir werden &#8222;allesamt durch die Taufe zu Priestern geweiht&#8220;.[i]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses allgemeine Priestertum beinhaltet, dass jeder f\u00fcr andere beten und die Beichte abnehmen darf, dass er unter bestimmten Bedingungen das Wort Gottes verk\u00fcndigen und Verk\u00fcndiger berufen darf. Eine spezielle Auspr\u00e4gung ist die F\u00e4higkeit und Pflicht zur Unterscheidung rechter und falscher Lehre. Hier sind besonders zwei Schriften von Martin Luther grundlegend:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Da\u00df eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen&#8220; (1523)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als das kleine s\u00e4chsische St\u00e4dtchen Leisnig angesichts einer Pfarrvakanz bei Luther anfragte, ob es von Rom bzw. dem Bischof einen Priester eingesetzt bek\u00e4me oder ob es nach Anh\u00f6rung der Kandidaten selbst einen Pfarrer berufen d\u00fcrfe, antwortete er mit dieser Schrift. Die Antworten Luthers waren radikal, weil sie die bisherige Ordnung der Kirche umkehrten: Die Gemeinde d\u00fcrfe nach biblischen Ma\u00dfst\u00e4ben selber urteilen, w\u00e4hlen, ordnen und verwalten. Der wichtigste Wesenszug der Gemeinde ist dabei, dass die Schafe Jesu nach Joh 10,27 seine Stimme h\u00f6ren und ihr folgen, nicht der Stimme des Fremden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Hier siehst du ja klar, wer das Recht hat, die Lehre zu beurteilen: Bischof, Papst, Gelehrte und jedermann hat Macht zu lehren; aber die Schafe sollen urteilen, ob sie Christus Stimme lehren oder der Fremden Stimme.&#8220;[ii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Luther \u00fcber die Deutungshoheit der Bisch\u00f6fe und Gelehrten sagt, ist von h\u00f6chster Aktualit\u00e4t im Hinblick auf manche Kirchenleitungen und Theologieprofessoren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Menschenwort und -lehre haben gesetzt und verordnet, man solle die Lehre zu beurteilen nur den Bisch\u00f6fen und Gelehrten und den Konzilien \u00fcberlassen. Was dieselben beschl\u00f6ssen, solle alle Welt f\u00fcr Recht und f\u00fcr Artikel des Glaubens halten [.].&#8220;[iii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen gebe das Wort Gottes allen Christen diese Vollmacht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Denn Christus behauptet gerade das Gegenteil und nimmt den Bisch\u00f6fen, Gelehrten und Konzilien beides, Recht und Macht, die Lehre zu beurteilen und gibt sie jedermann und allen Christen insgemein [.].&#8220;[iv]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther l\u00e4sst sich dabei von vier Bibelstellen leiten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joh 10,27: &#8222;Meine Schafe kennen meine Stimme&#8220;, und: &#8222;Meine Schafe folgen den Fremden nicht, sondern fliehen vor ihnen; denn sie kennen nicht der Fremden Stimme.&#8220; (Joh 10,5)[v]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Matth. 7,15: &#8218;H\u00fctet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig sind sie aber rei\u00dfende W\u00f6lfe.&#8216; Siehe, hier gibt Christus nicht den Propheten und Lehrern, sondern den Sch\u00fclern und Schafen das Urteil.&#8220;[vi]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;1. Thess. 5,21: &#8218;Pr\u00fcfet alles; was gut ist, das behaltet.&#8216; Siehe, hier will er keine Lehre noch Satzung gehalten haben, es werde denn von der Gemeinde, die es h\u00f6rt, gepr\u00fcft und f\u00fcr gut erkannt. Denn dies Pr\u00fcfen geht ja nicht die Lehrer an, sondern die Lehrer m\u00fcssen zuvor sagen, was man pr\u00fcfen soll. So ist auch hier unter den Christen das Urteil den Lehrern genommen und den Sch\u00fclern gegeben [.].&#8220;[vii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Matth. 24,4f: &#8218;Sehet zu, da\u00df euch niemand verf\u00fchre. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele verf\u00fchren.&#8216; Summa, was ist&#8217;s not, mehr Spr\u00fcche anzuf\u00fchren?&#8220;[viii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus zieht Luther den radikalen Schluss, dass &#8222;eine christliche Gemeinde [.], die das Evangelium hat&#8220;, nicht nur das Recht, sondern &#8222;bei der Seelen Seligkeit&#8220; sogar die Pflicht hat, solche Kirchenleitungen und Einrichtungen &#8222;zu meiden, zu fliehen, abzusetzen, sich zu entziehen&#8220;, die &#8222;gegen Gott und sein Wort lehren und regieren&#8220;.[ix] Aber weil die Gemeinde dennoch Lehrer und Prediger ben\u00f6tigt, so muss sie &#8222;diejenigen, die man daf\u00fcr geeignet findet und die Gott mit Verstand erleuchtet und mit Gaben dazu geziert hat, selbst unter uns berufen und setzen&#8220;.[x]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierzu trifft Luther eine Unterscheidung: Einerseits gilt grunds\u00e4tzlich das allgemeine Priestertum aller Gl\u00e4ubigen, &#8222;da\u00df ein jeglicher Christ Gottes Wort hat und von Gott zum Priester gelehrt und gesalbt ist&#8220;[xi], unter Berufung auf Joh 6,45: &#8222;Sie werden alle von Gott gelehrt sein&#8220; oder 1Petr 2,9: &#8222;Ihr seid das k\u00f6niglich Priestertum, da\u00df ihr verk\u00fcndigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.&#8220;[xii] So sei jeder Christ &#8222;auch schuldig, dasselbe [Gottes Wort] zu bekennen, zu lehren und auszubreiten, wie Paulus sagt, 2. Kor. 4,13: &#8218;Wir haben auch denselben Geist des Glaubens; darum reden wir auch&#8216;, [.] so da\u00df es abermals hier gewi\u00df ist, da\u00df ein Christ nicht allein Recht und Macht hat, das Gotteswort zu lehren, sondern schuldig ist, dasselbe zu tun bei seiner Seele Verlust und Gottes Ungnade.&#8220;[xiii] Wenn er sich an einem Ort befindet, &#8222;wo keine Christen sind, so bedarf er keiner anderen Berufung, als da\u00df er ein Christ ist, inwendig von Gott berufen und gesalbt. Da ist er aus br\u00fcderlicher Liebe schuldig, den irrenden Heiden oder Nichtchristen zu predigen und das Evangelium zu lehren, wenn ihn auch kein Mensch dazu beruft.&#8220;[xiv] Als Beispiele werden Stephanus, Philippus und Apollos genannt, die jeweils ohne besondere Berufung gepredigt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite gilt: wenn jemand an einem Ort ist, wo Christen sind, &#8222;die mit ihm gleiche Macht und Recht haben, soll er sich nicht selbst hervortun, sondern sich berufen und hervorziehen lassen, da\u00df er anstatt und auf Befehl der andern predige und lehre.&#8220;[xv] Doch selbst unter Christen kann es angebracht sein, nicht auf eine Berufung zu warten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ja, ein Christ hat so viel Macht, da\u00df er auch mitten unter den Christen, unberufen durch Menschen, auftreten und lehren kann und soll, wo er sieht, da\u00df der Lehrer daselbst fehlt, doch so, da\u00df es ordentlich und anst\u00e4ndig zugehe. Das hat S. Paulus klar beschrieben, wenn er l. Kor. 14,30 spricht: &#8218;Wird dem, der da sitzt, etwas offenbart, so soll der erste schweigen.&#8216; Da sieh&#8216;, was hier Paulus tut! Er hei\u00dft den schweigen und abtreten mitten unter den Christen, der da lehrt, und den auftreten, der da zuh\u00f6rt &#8211; auch unberufen. Das alles darum, weil Not kein Gebot hat.&#8220;[xvi]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch deutlicher \u00e4u\u00dfert sich Luther in einer seiner wichtigsten Fr\u00fchschriften:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier spricht er von drei Mauern, die &#8222;die R\u00f6mlinge&#8220;[xvii], d. h. der Papst und seine Anh\u00e4nger, gegen eine Reformation der Kirche um sich gezogen haben. Die zweite Mauer ist die Behauptung der Papisten, &#8222;da\u00df sie allein wollen Meister der Schrift sein&#8220;[xviii]. Luther sagt es drastisch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Denn weil sie es meinen, der heilige Geist verlasse sie nicht, sie seien so ungelehrt und b\u00f6se, wie sie k\u00f6nnen, werden sie k\u00fchn, festzusetzen, was sie nur wollen. Und wo das w\u00e4re, wozu w\u00e4re dann die Heilige Schrift n\u00f6tig oder n\u00fctzlich? La\u00dft sie uns verbrennen und uns mit den ungelehrten Herren zu Rom begn\u00fcgen [.].&#8220;[xix]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnliches k\u00f6nnte man auch heute von manchen (keineswegs allen!) Kirchenleitungen, Theologenprofessoren und Pfarrern sagen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sind so k\u00fchn, zu behaupten, was sie nur wollen, auch wenn es der Heiligen Schrift krass widerspricht. Da wird etwa von der Lutherbotschafterin Margot K\u00e4\u00dfmann entgegen Jesu klaren Aussagen behauptet, dass es dem Geist Jesu widerspr\u00e4che, vom Gericht Gottes und der Verlorenheit des Menschen zu sprechen.[xx] Dabei lassen sich gegen sie und viele weitere Theologen, die Jesus gegen andere neutestamentliche Aussagen ausspielen wollen, viele Beispiele aus Jesu eigenem Mund nennen, die diese Behauptung entkr\u00e4ften. Hier seien nur zwei angef\u00fchrt, n\u00e4mlich Mt 10,28: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten, doch die Seele nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen, f\u00fcrchtet vielmehr den, der Leib und Seele verderben kann in die H\u00f6lle.&#8220;, au\u00dferdem die Warnung im Bildwort von der engen Pforte, durch die viele nicht hindurch kommen werden (Lk 13,24), das in die deutliche Mahnung m\u00fcndet: &#8222;Es wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappern, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgesto\u00dfen.&#8220; (Lk 13,28)[xxi]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hinblick auf unhaltbare Lehrer folgert Luther mit erneutem Bezug auf Joh 6,45 (&#8222;. da\u00df alle Christen von Gott gelehrt werden sollen&#8220;[xxii]):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es kann also wohl geschehen, da\u00df der Papst und die Seinen [hier k\u00f6nnten wir manche heutigen Theologen einsetzen] b\u00f6se und nicht rechte Christen sind, noch von Gott gelehrt, das rechte Verst\u00e4ndnis haben, und da\u00df andererseits ein geringer Mensch das rechte Verst\u00e4ndnis hat. Warum sollte man ihm dann nicht folgen? Hat nicht der Papst vielmals geirrt?&#8220;[xxiii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beherzigenswert f\u00fcr uns alle ist auch sein praktischer Rat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Aus all diesen und vielen anderen Spr\u00fcchen sollen wir mutig und frei werden und den Geist der Freiheit, wie ihn Paulus nennt (2. Kor. 3,17), nicht mit erdichteten Worten der P\u00e4pste verscheuchen lassen, sondern frisch hindurch alles, was sie tun oder lassen, nach unserem gl\u00e4ubigen Verst\u00e4ndnis der Schrift richten und sie zwingen, dem besseren und nicht ihrem eigenen Verst\u00e4ndnis zu folgen.&#8220;[xxiv]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das k\u00f6nnte f\u00fcr uns bedeuten, dass wir uns nicht von Einsch\u00fcchterungen der Kirchenleitungen oder der Arroganz besserwisserischer Professoren abschrecken lassen, sondern dass wir mutig widersprechen und unseren Glauben mit guten Gr\u00fcnden bekennen.[xxv]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fcndigkeit setzt dabei freilich voraus, wie Luther zuvor betont hat, dass die Christen und Gemeinden auf die Stimme des guten Hirten h\u00f6ren und sie von der Stimme des Mietlings unterscheiden k\u00f6nnen, ebenso die der rechten von den falschen Propheten. Nicht der gesunde Menschenverstand (der an seinem Ort n\u00fctzlich ist), schon gar nicht die Mehrheitsmeinung der Gesellschaft oder einer Volkskirche schaffen diese M\u00fcndigkeit, sondern das regelm\u00e4\u00dfige H\u00f6ren und Studieren des Wortes Gottes und der Austausch mit anderen Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktuelle Beispiele<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch heute ist christliche M\u00fcndigkeit unverzichtbar, was nachfolgend an einigen Beispielen verdeutlicht werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Siegfried Zimmer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der so sympathisch erscheinende Prof. Siegfried Zimmer, der bereits mehrfach beim Gemeindeferienfestival SPRING und anderen Allianzveranstaltungen auftrat, r\u00fcckt den Umgang konservativer Christen mit der Bibel in die direkte Nachbarschaft dessen, wie islamische Salafisten mit dem Koran umgehen.[xxvi] In seinen Vortr\u00e4gen verbreitet er die Sicht, dass es keine guten Gr\u00fcnde gebe, die homosexuelle Praxis abzulehnen[xxvii] und dass f\u00fcr Christen vorehelicher Geschlechtsverkehr kein Problem sei, schlie\u00dflich bestehe doch ein riesiger Unterschied zwischen den Paarbeziehungen in antiken und in modernen Gesellschaften.[xxviii] Seine Reden enthalten dabei viele historische Fehler und Schwachpunkte (wie z.B. Prof. Armin D. Baum nachgewiesen hat[xxix]), so dass sie nicht als wissenschaftliche Argumentation betrachtet werden k\u00f6nnen, sondern im Gegenteil als sehr populistische.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem aber verharmlost er die Voraussetzungen und die Folgen der sog. historisch-kritischen Forschung, so etwa in seinem auch bei SPRING oft verkauften Buch Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?[xxx]. Schon der Titel des Buches ist irref\u00fchrend, denn die Bibelwissenschaft gibt es nicht. Es existieren sehr gro\u00dfe Unterschiede, wie stark eine sich wissenschaftlich nennende Bibelauslegung weltanschaulich bestimmt ist.[xxxi] Aus eigener, mehr als zwanzigj\u00e4hriger Erfahrung in wissenschaftlich-exegetischer Arbeit kann ich hier nur kurz feststellen, dass ein Gro\u00dfteil der sog. historisch- kritischen Forschung in Wirklichkeit unhistorisch und unkritisch, vielmehr spekulativ ist. Bei dem Religionsp\u00e4dagogen Zimmer, der selbst keine eigene exegetische Forschung betrieben hat, vermisst man das Problembewusstsein f\u00fcr die Irrt\u00fcmer und gef\u00e4hrlichen Voraussetzungen vieler neuerer Exegeten. Dagegen ist ein solches Problembewusstsein ebenso wie Selbstkritik bei bedeutenden Vertretern der historischen Bibelwissenschaft (etwa bei den Professoren Ulrich Wilckens, Peter Stuhlmacher, Klaus Haacker oder Klaus Berger) zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der S\u00fchnetod Jesu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der S\u00fchnetod von Jesus Christus wird heute gern umgedeutet. So h\u00f6rte ich im Urlaub in einer kleinen Kirche am Rhein in der Karfreitagspredigt eines jungen Pfarrers, dass dieser Glaube an den Tod Jesu f\u00fcr uns doch nur eine von vielen Deutungsm\u00f6glichkeiten des Sterbens Jesu sei und wir keineswegs daran glauben m\u00fcssten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Widerstand gegen die christliche Botschaft von der Vers\u00f6hnung durch das stellvertretende Sterben Jesu ist nichts Neues. F\u00fcr die M\u00fcndigkeit des Christen ist es u. a. n\u00fctzlich, nach Parallelen und Vorl\u00e4ufern einer Irrlehre zu fragen. So stellt zu diesem Thema schon Paulus fest, dass die Botschaft vom Kreuz &#8222;den Juden ein \u00c4rgernis und den Griechen eine Torheit&#8220; ist (1Kor 1,23). Es war also schon damals anst\u00f6\u00dfig, dass die Erl\u00f6sung durch jemanden geschehen sollte, der wie ein verfluchter Verbrecher die abscheulichste Strafe der R\u00f6mer erdulden musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die modernen Vertreter dieser Lehre finden auch in der Kirchengeschichte ber\u00fchmte Vorl\u00e4ufer, die das stellvertretende Opfer Jesu als entw\u00fcrdigend f\u00fcr uns ablehnten. Es seien hier nur einige kurz erw\u00e4hnt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon zur Zeit der Reformation gab es die Sozinianer oder &#8222;polnischen Br\u00fcder&#8220;, die nicht nur die Trinit\u00e4t und damit die Gottessohnschaft Jesu ablehnten, sondern auch den stellvertretenden Tod Jesu. Dies st\u00fcnde im Widerspruch zu Vernunft und Gerechtigkeit. Gott k\u00f6nne den Menschen ohne stellvertretendes Opfer vergeben und sie zur Bu\u00dfe und Reue f\u00fchren. Damit waren die Sozinianer Vorl\u00e4ufer der Aufkl\u00e4rung und nahmen das Argument Immanuel Kants vorweg, dass Schuld nicht stellvertretend von einem anderen \u00fcbernommen werden k\u00f6nne. Das sei eine f\u00fcr den sittlichen Menschen entw\u00fcrdigende Vorstellung und der Mensch d\u00fcrfe dies nicht einmal wollen.[xxxii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 19. und 20. Jahrhundert fand dieses Gedankengut durch einflussreiche Theologen weite Verbreitung. Hier sei zun\u00e4chst Daniel Friedrich Schleiermacher genannt, der davon ausging, dass das Sterben Jesu keine Bedeutung f\u00fcr die Erl\u00f6sung habe. Es sei f\u00fcr uns nur ein Vorbild, wie man im Leiden und Sterben zu dieser Vollkommenheit reifen k\u00f6nne. Die Erl\u00f6sung finde im Selbstbewusstsein des Menschen statt, als fortschreitende Reifung zur vollkommenen Pers\u00f6nlichkeit.[xxxiii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rudolf Bultmann, dessen Theologie so viele Pfarrer beeinflusst hat, meinte: &#8222;Wie kann meine Schuld durch den Tod eines Schuldlosen (wenn man von einem solchen \u00fcberhaupt reden darf) ges\u00fchnt werden? Welche primitiven Begriffe von Schuld und Gerechtigkeit liegen solcher Vorstellung zugrunde? Welch primitiver Gottesbegriff? Soll die Anschauung vom s\u00fcndentilgenden Tode Christi aus der Opfervorstellung verstanden werden: welch primitive Mythologie, dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die S\u00fcnden der Menschen s\u00fchnt!&#8220;[xxxiv]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch heute gibt es bekannte Theologen, die radikal die Stellvertretung Jesu f\u00fcr uns ablehnen und die begeistert aufgenommen werden. Hier w\u00e4re erneut Eugen Drewermanns gnostische Theologie zu nennen.[xxxv] Seine Arroganz und Unkenntnis hinsichtlich der wirklichen Bedeutung des Kreuzestodes kommt in erschreckender Weise in den folgenden S\u00e4tzen zum Ausdruck: Alle aufwendigen Erkl\u00e4rungsversuche machten nicht im Geringsten verst\u00e4ndlich &#8222;warum es der scheu\u00dflichen Qual von Kreuz und Hinrichtung bed\u00fcrfen soll, um irgendeine Schuld vor Gott zu s\u00fchnen! Was f\u00fcr ein Moloch von Gott braucht denn solche &#8218;S\u00fchneopfer&#8216;? [.] Welch ein Mensch von etwas Sensibilit\u00e4t will denn \u00fcberhaupt auf eine solche Weise &#8218;erl\u00f6st&#8216; werden!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele feministische Theologinnen, z. B. Joanna Carlson Brown und Rebecca Parker, kritisieren die Kreuzestheologie ebenfalls, n\u00e4mlich als &#8222;sadomasochistische Theologie eines &#8218;beleidigten&#8216; Gottes&#8220;, der nur durch das Bezahlen mit unschuldigem Blut wieder beschwichtigt werden kann.[xxxvi]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der (sogar in evangelikalen Kreisen) sehr gesch\u00e4tzte Benediktinerpater Anselm Gr\u00fcn vertritt die Auffassung: Ein &#8222;Gott, der den Tod seines Sohnes braucht, um uns vergeben zu k\u00f6nnen, w\u00e4re ein sadistischer Gott . das Kreuz ist nicht die Bedingung, dass Gott uns vergibt.&#8220;[xxxvii] &#8222;Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gn\u00e4dig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.&#8220;[xxxviii]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen kann zun\u00e4chst eingewendet werden, dass die Stellvertretung f\u00fcr einen anderen Menschen schon im rein menschlichen Bereich eine wichtige Rolle spielt. Und es ist uns auch nicht v\u00f6llig fremd, dass einer sein Leben gibt, um andere zu retten.[xxxix] M\u00fctter opfern sich f\u00fcr ihre Kinder, manche Menschen opfern sich f\u00fcr ihre Freunde oder sogar Fremde. Besonders eindrucksvoll ist das bekannte Beispiel von Pater Maximilian Kolbe, der freiwillig im KZ Auschwitz in den Hungerbunker ging. Er bot sich als Austausch f\u00fcr den jungen Familienvater Franciszek Gajowniczek an, als der SS-Hauptsturmf\u00fchrer Karl Fritzsch zur Vergeltung f\u00fcr die Flucht eines H\u00e4ftlings Ende Juli 1941 zehn M\u00e4nner zum Hungertod in die Todeszelle sperren lie\u00df. &#8222;Ich m\u00f6chte f\u00fcr einen der H\u00e4ftlinge in den Tod gehen. Ich bin katholischer Priester und habe keine Familie&#8220;, soll Kolbe zu dem Stellvertreter von KZ-Kommandant Rudolf H\u00f6\u00df gesagt haben. Fritzsch akzeptierte den Austausch. Weil Kolbe die Qualen im Hungerbunker zwei Wochen lang \u00fcberlebte, wurde er schlie\u00dflich durch Gift ermordet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stellvertretung Jesu muss aber doch von solchen menschlichen Beispielen unterschieden werden. Hier geht es um die \u00dcbernahme der Schuld und des Gerichts. Das kann kein Mensch, denn das vermochte nur der eine, der ohne Schuld war. Die Bibel beschreibt diese Stellvertretung immer wieder, z. B. &#8222;Der gute Hirte gibt sein Leben f\u00fcr die Schafe.&#8220; (Joh 10,11), oder mit dem Bild des Gerichts: &#8222;Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten&#8220;(Jes 53,5). Auch das Bild von der Ausl\u00f6sung aus der Versklavung an Tod und S\u00fcnde geh\u00f6rt dazu, das Jesus in dem geheimnisvollen Wort ausgedr\u00fcckt: &#8222;Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.&#8220; (Mk 10,45) Das bedeutet, dass Jesus gekommen ist als eine Ausl\u00f6sung von der Schuldverfallenheit, denn die &#8222;vielen&#8220; (d. h. alle) haben ihr Leben verwirkt. In Mk 8,37 macht Jesus klar, dass niemand sein verwirktes Leben selbst ausl\u00f6sen kann. Erl\u00f6sung (oder: Aus-l\u00f6sung) ist mehr als einfach nur Vergebung mit Worten. Hier wird ein hoher Preis gezahlt, wie Paulus mehrfach betont, z. B. in 1Kor 6,20: &#8222;Ihr seid teuer erkauft&#8220;, und daraus zieht er die Konsequenz: &#8222;darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder ist dann der Einwand zu h\u00f6ren: &#8222;Zur Befreiung von der S\u00fcnde braucht Gott doch keinen Tod seines Sohnes am Kreuz. Ein liebevoller Gott kann doch durch sein blo\u00dfes Wort vergeben, gewisserma\u00dfen: &#8218;Ich bin dir wieder gut.'&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch mit diesem Ansatz wird weder die S\u00fcnde des Menschen ernst genommen noch die Liebe Gottes als wirkliches Handeln. Hier k\u00f6nnen uns profilierte Theologen Gedankenanst\u00f6\u00dfe zur m\u00fcndigen Auseinandersetzung liefern:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der mittelalterliche Kirchenlehrer Anselm von Canterbury antwortet auf einen \u00e4hnlichen Einwand (ohne dass man seiner mittelalterlich-juridischen Vers\u00f6hnungslehre folgen muss): &#8222;Du hast noch nicht ermessen, welches Gewicht die S\u00fcnde hat.&#8220;[xl] Denn S\u00fcnde besteht nicht nur in Schuldgef\u00fchlen, sondern in der Schuld, die Folgen hat. Sie ist Abkehr von Gott, die unser Leben sch\u00e4digt. Mit dem Altbischof und emeritierten Theologieprofessor Ulrich Wilckens kann man feststellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Schuldgef\u00fchle lassen sich durch Einsicht beseitigen. [.] angerichtete Schuld kann nur mitgetragen werden. Und aus partnerschaftlicher Erfahrung wei\u00df man, wieviel stellvertretendes Auf-sich-Nehmen dessen, was der Partner einem angetan hat, zu gemeinsamer Schuldbew\u00e4ltigung oft n\u00f6tig ist.&#8220; Von hier aus kann man ein wenig ermessen, wie unendlich gro\u00df das Gewicht war, das Gottes Liebe sich zugemutet hat. Denn sie nahm die S\u00fcnde als reale Abkehr der gesamten Menschheit stellvertretend auf sich, um sie zu \u00fcberwinden und &#8222;die Verderbnis des Lebens der S\u00fcnder aufzuheben und zu heilen&#8220;.[xli]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die biblische Auffassung von Vergebung ist auch die S\u00fchne konstitutiv. Durch S\u00fchne wird das Unheil, das die Menschen angerichtet haben, beseitigt. Entscheidend wichtig ist: Nicht Gott braucht die S\u00fchne (!), sondern der S\u00fcnder und die menschliche Gemeinschaft. Durch S\u00fchne wird der Zusammenhang zwischen sch\u00e4dlichem Verhalten (S\u00fcnde) und dem daraus sich ergebenden Unheil unterbrochen. Der fr\u00fchere methodistische Bischof Walter Klaiber vergleicht die S\u00fchnehandlung\u00a0 mit einer Situation, &#8222;in der durch unsachgem\u00e4\u00dfe Arbeit mit giftigen Substanzen der Boden belastet und vergiftet ist. Es gen\u00fcgt nicht, dann zu sagen: lasst uns einen neuen Anfang mit besseren Verfahren machen. Zuerst m\u00fcssen die Altlasten entsorgt werden.&#8220;[xlii] F\u00fcr biblisches Denken sind die S\u00fcnde und lebensfeindliche Verfehlungen vergleichbar mit solchen giftigen Altlasten, die entsorgt werden m\u00fcssen. Der Einwand, Gott k\u00f6nne doch &#8222;einfach so&#8220; mit einem Federstrich die S\u00fcnde vergeben, ist naiv und nimmt die Folgen der S\u00fcnde (sozusagen die Vergiftung) nicht ernst. Gott bietet Ents\u00fchnung, &#8222;um die Folgen der S\u00fcnde von den Menschen abzuwenden und den Weg zu einer heilen Gemeinschaft zu erm\u00f6glichen&#8220;[xliii]. Paulus schreibt in R\u00f6m 3,25: &#8222;Ihn [Christus] hat Gott dazu bestimmt, S\u00fchne zu leisten mit seinem Blut, S\u00fchne wirksam durch Glauben. Damit erweist er seine Gerechtigkeit [.]&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das fundamentale Missverst\u00e4ndnis beim Thema &#8222;S\u00fchne&#8220; besteht darin, dass man das S\u00fchneopfer Jesu aus dem allgemeinen religi\u00f6sen Opferkult zu erkl\u00e4ren versucht &#8211; so, als m\u00fcsse der Mensch Gott ein S\u00fchnopfer darbringen, um ihn gn\u00e4dig zu stimmen. &#8222;Die Deutung des Opfertods Jesu kn\u00fcpft zwar an diesen Opferkult an, stellt ihn aber &#8218;auf den Kopf&#8216; [.] Nicht der Mensch bringt Gott ein Opfer dar, sondern Gott opfert sich f\u00fcr den Menschen&#8220;, nicht Gott &#8222;bedarf der Vers\u00f6hnung, sondern der Mensch muss mit Gott vers\u00f6hnt werden (2Kor 5,19).&#8220;[xliv]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend kann festgestellt werden: Wenn christliche M\u00fcndigkeit erreicht und gelebt werden soll, ist es wichtig, die Heilige Schrift zu kennen und dann die Dinge, die uns begegnen, von der Schrift her zu beurteilen. Der Apostel Paulus warnte schon vor fast zwei Jahrtausenden: &#8222;Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gel\u00fcsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.&#8220; (2Tim 4,3-4) M\u00fcndige Christen lassen sich nicht in die Irre f\u00fchren, sondern werden an der heilsamen Lehre festhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Dr. Wolfgang Reinhardt, 26.01.2018<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Wolfgang Reinhardt (Kassel) war Pfarrer im missionarischen. Gemeindeaufbau in Herne und schrieb dort seine Dissertation \u00fcber \u201eBiblische Theologie des Gemeindewachstums\u201c. Sp\u00e4ter war er Theologie-Dozent. Seit 20 Jahren ist er Aktivist f\u00fcr \u00dcberlebende des Genozids an den Tutsi in Ruanda. Sein Forschungsschwerpunkt: Erweckungsbewegungen und Evangelikalismus. Er ist Mitglied des Netzwerks Bibel und Bekenntnis.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[i] Kurt Aland (Hrsg.). Martin Luther: Die Hauptschriften. Berlin: Christlicher Zeitschriftenverlag, 19512. S. 210-201.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[ii] Ebd. S. 140.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[iii] Ebd., dort weiter: &#8222;Denn man h\u00f6rt von ihnen fast nichts denn solchen Ruhm, da\u00df bei ihnen die Gewalt und das Recht stehe zu beurteilen, was christlich oder ketzerisch sei, und der gew\u00f6hnliche Christenmann solle auf ihr Urteil warten und sich an dasselbe halten. Sieh&#8216;, wie unversch\u00e4mt und n\u00e4rrisch dieser Ruhm [.].&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[iv] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[v] Bibelverse zitiert nach ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[vi] Ebd. S. 140-141.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[vii] Ebd. S. 141.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[viii] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[ix] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[x] Ebd. S. 142.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xi] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xii] Bibelverse zitiert nach ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xiii] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xiv] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xv] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xvi] Ebd. S. 142-143.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xvii] Ebd. S. 210.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xviii] Ebd. S. 214.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xix] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xx] HNA vom 19.11.2016. Eine beliebte Methode der Diskreditierung ist es, biblische Aussagen zu \u00fcbertreiben und zu karikieren: &#8222;Die mittelalterliche Drohung mit endlosem Fegfeuer und H\u00f6llenqualen haben wir theologisch \u00fcberwunden. Die Vorstellung vom strafenden Donnergott, der Menschen B\u00f6ses tun will, ist jedenfalls nicht das jesuanische Gottesbild.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxi] Aus der Bergpredigt k\u00f6nnen weitere Belege angef\u00fchrt werden: &#8222;Wer zu seinem Bruder [.] sagt: Du Narr!, der ist des h\u00f6llischen Feuers schuldig.&#8220; (Mt 5,22), und: &#8222;Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen&#8220; (Mt 7,21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxii] K. Aland (Hrsg.), Luther: Hauptschriften, 1951,\u00a0 S. 214.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxiii] Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxiv] Ebd. S. 215.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxv] Auf den Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes unter Berufung auf Petrus kontert Luther: &#8222;Auch Sankt Paulus straft Sankt Peter als einen Irrenden, Gal. 2,11ff. Darum geb\u00fchrt sichs f\u00fcr einen jeglichen Christen, da\u00df er sich des Glaubens annehme, ihn zu verstehen und zu verfechten und alle Irrt\u00fcmer zu verdammen.&#8220; (ebd.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxvi] Siegfried Zimmer. Die schwule Frage &#8211; Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle (5.1.1). URL: http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/die-schwule-frage-die-bibel-die-christen-und-das-homosexuelle-5-1-1\/ [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxvii] Ebd. Siehe auch Michael Kotsch. Diffamierung als &#8222;bestes&#8220; Argument. URL: https:\/\/bibelbund.de\/2015\/05\/diffamierung-als-bestes-argument\/\u00a0 [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxviii] Siegfried Zimmer. Christliche Sexualethik &#8211; Der Unterschied in den Paarbeziehungen zwischen antiken und modernen Gesellschaften (5.8.1). URL: http:\/\/worthaus.org\/mediathek\/christliche-sexualethik-der-unterschied-in-den-paarbeziehungen-zwischen-antiken-und-modernen-gesellschaften\/ [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxix] Armin Baum. Vorehelicher Geschlechtsverkehr in der Antike und in der Bibel: Siegfried Zimmer und die biblische Sexualethik. URL: https:\/\/www.weisses-kreuz.de\/mediathek\/weitere-veroeffentlichungen\/vorehelicher-geschlechtsverkehr-in-der-antike-und-in-der-bibel [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxx] Siegfried Zimmer. Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? Kl\u00e4rung eines Konflikts. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht,\u00a0 2012 (4., durchgehend \u00fcberarbeitete Auflage).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxi] Siehe auch die Stellungnahme zum Buch: Armin D. Baum. &#8222;Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? Zu einem bemerkenswerten Buch von Siegfried Zimmer&#8220;. In: Theologische Beitr\u00e4ge 39\/1 (2008), S. 53-55; au\u00dferdem seinen Dialog mit Siegfried Zimmer in: ichthys 46 (2008), nachzulesen: Armin D. Baum. Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? Eine R\u00fcckmeldung an Siegfried Zimmer. URL: http:\/\/www.armin-baum.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/A.-D.-Baum-Eine-R%C3%BCckmeldung-an-Siegfried-Zimmer-Ichthys-46-2008-79-87.pdf [Stand: 22.11.2017], sowie: Armin D. Baum. Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? Fortsetzung eines schwierigen Gespr\u00e4chs. URL: http:\/\/www.armin-baum.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/A.-D.-Baum-Fortsetzung-eines-schwierigen-Gespr%C3%A4chs-Ichthys-46-2008.pdf [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxii] Kant erkennt mit seinem f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung typischen, optimistischen Menschenbild die Tiefe der S\u00fcnde nicht. Er ist \u00fcberzeugt, dass der Mensch seine als gut erkannte Pflicht auch erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxiii] S\u00fcnde ist f\u00fcr ihn &#8222;Hemmung der Reifung der Pers\u00f6nlichkeit zur sittlich-religi\u00f6sen Vollkommenheit&#8220;. Geschichtliche Darstellung nach der Zusammenfassung bei Ulrich Eibach. &#8222;Gestorben f\u00fcr unsere S\u00fcnden nach der Schrift: Zur Diskussion um die Heilsbedeutung des Todes Jesu Christi&#8220;. In: Volker Hampel, Rudolf Weth (Hrsg.). F\u00fcr uns gestorben: S\u00fchne &#8211; Opfer &#8211; Stellvertretung. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 2010. S. 167.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxiv] Rudolf Bultmann. Neues Testament und Mythologie: Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verk\u00fcndigung. M\u00fcnchen: Kaiser, 19883. S. 19.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxv] Ausf\u00fchrlicher dazu in meinen &#8222;Thesen und Anfragen zu Eugen Drewermanns tiefenpsychologischer Interpretation der Bibel&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxvi] Joanna Carlson Brown, Rebecca Parker. &#8222;For God So Loved the World?&#8220; In: Joanna Carlson Brown, Carole R. Bohn (Hrsg.). Christianity, Patriarch and Abuse: A Feminist Critique. New York: Pilgrim Press, 1989. S. 1-30. Vgl. zur feministischen Theologie auch Wolfgang Nestvogel. &#8222;Die Bibel fasziniert mich . weil sie mir den Weg zu Jesus zeigt: Aufkl\u00e4rung in der aktuellen Diskussion um seinen S\u00fchnetod&#8220;. In: Maleachi-Kreis (Hrsg.). Die Bibel fasziniert mich . Bielefeld: CLV, 2012. S. 128: &#8222;Die Lehre von der Rechtfertigung des S\u00fcnders [.] sei typisch m\u00e4nnliche Theologie &#8211; bedingt durch den \u00d6dipuskomplex. Repr\u00e4sentativ f\u00fcr diese Ideologie ist ein Aufsatz mit dem Titel &#8218;Vom Kreuz mit dem Kreuze. Feministisch-kritische Blicke auf die Kreuzestheologie&#8216; (2006). Darin fordert die Autorin, &#8218;die Deutung des Kreuzestodes Jesu als von Gott gewollte Heilstat um der Erl\u00f6sung von der S\u00fcnde willen [ist] abzulehnen&#8216;. Nur Jesu Leben und Auferstehung seien Heil bringend, nicht aber sein Tod.&#8220; Siehe: Doris Strahm. Vom Kreuz mit dem Kreuze: Feministisch-kritische Blicke auf die Kreuzestheologie. URL: http:\/\/www.yumpu.com\/de\/document\/view\/18284592\/vom-kreuz-mit-dem-kreuze-feministisch-kritische-blicke-auf-die- [Stand: 22.11.2017].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxvii] Anselm Gr\u00fcn. Erl\u00f6sung: Ihre Bedeutung in unserem Leben. Freiburg: Kreuz-Verlag, 2004. S. 65 u. 67. Zitiert nach: W. Nestvogel, &#8222;Die Bibel fasziniert mich&#8220;, in: Maleachi-Kreis (Hrsg.), Die Bibel fasziniert mich, 2012, S. 127.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxviii] In der Zeitschrift Aufatmen 2 (2000). S. 44. Zitiert nach: W. Nestvogel, &#8222;Die Bibel fasziniert mich&#8220;, in: Maleachi-Kreis (Hrsg.), Die Bibel fasziniert mich, 2012, S. 127-128.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xxxix] Staudenmaier schrieb schon 1846: &#8222;Da keiner f\u00fcr den andern stellvertretend sterben kann; so kann auch Christus nicht f\u00fcr die ganze Menschheit stellvertretend sterben. Sein Leiden und Tod ist nur Zeichen, Symbol\u00f6 und Beispile was an Allen, in Allen und durch Alle zu geschehen hat.&#8220; Franz Anton Staudenmaier. Zum religi\u00f6sen Frieden der Zukunft: mit R\u00fccksicht auf die religi\u00f6s-politische Aufgabe der Gegenwart. Freiburg: Wagner, 1846. S. 91.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xl] Anselm von Canterbury. Cur Deus Homo. Kap. 21; siehe URL: http:\/\/12koerbe.de\/pan\/curdeus4.htm [Stand: 22.11.2017]: &#8222;Nondum considerasti quanti ponderis sit peccatum&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xli] Ulrich Wilckens. &#8222;Das Kreuz Christi, die Mitte des Glaubens aller Christen&#8220;. In: V. Hampel, R. Weth (Hrsg.), F\u00fcr uns gestorben, 2010, S.\u00a0 29.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xlii] Walter Klaiber. &#8222;Das Wort vom Kreuz: Skandal oder Herzst\u00fcck des Evangeliums&#8220;. In: V. Hampel, R. Weth (Hrsg.), F\u00fcr uns gestorben, 2010, S. 36.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xliii] Ebd. S. 37. Wenn der Priester seine Hand auf den Kopf des Stieres legte, dann \u00fcbertrug er nicht nur die zu s\u00fchnenden Schuld auf das Tier sondern er identifizierte den, der das Opfer darbrachte mit dem Tier. &#8222;Indem das Tier den Tod dessen stirbt, der sein Leben verwirkt hat, wird das Todesverh\u00e4ngnis von ihm genommen und damit auch die Gemeinschaft vom Verwesungsgift unges\u00fchnter Schuld befreit.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[xliv] U. Eibach, &#8222;Gestorben f\u00fcr unsere S\u00fcnden nach der Schrift&#8220;, in: V. Hampel, R. Weth (Hrsg.), F\u00fcr uns gestorben, 2010, S. 160.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist m\u00fcndiges Christsein heute tats\u00e4chlich erw\u00fcnscht? Zwei Beispiele aus eigener Erfahrung sollen zun\u00e4chst verdeutlichen, dass man davon nicht immer ausgehen kann: Der Gottesdienst unserer Kirchengemeinde wurde regelm\u00e4\u00dfig von vielen Jugendlichen besucht, die zum Glauben an Jesus gekommen waren. Sie h\u00f6rten dort von sehr verschiedenen Pastoren sich teilweise widersprechende Predigten. Eines Sonntags riefen sie bei einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":599,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15308"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/599"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15308"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15310,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15308\/revisions\/15310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}