{"id":15282,"date":"2018-01-30T09:18:19","date_gmt":"2018-01-30T08:18:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15282"},"modified":"2018-01-30T15:00:38","modified_gmt":"2018-01-30T14:00:38","slug":"kirche-verbietet-moslem-mission-wie-kirche-zum-gesellschaftspolitischen-foerderverein-mutiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15282","title":{"rendered":"Kirche verbietet Moslem-Mission &#8211; wie Kirche zum gesellschaftspolitischen F\u00f6rderverein mutiert"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am 12. Januar 2018 eine vorgelegte \u201eTheologische Positionsbestimmung f\u00fcr die Begegnung mit Muslimen\u201c und eine Arbeitshilfe \u201eWeggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen\u201c mit gro\u00dfer Mehrheit, bei 7 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen, beschlossen. Darin ist u.a. ausgef\u00fchrt: \u201eDer Dialog zielt auf das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Handeln, das Aushalten von Differenzen sowie eine vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Traditionen, nicht aber auf eine Konversion zur jeweils anderen Religion\u201c (aus Positionsbestimmung Nr. 3).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Evangelische Kirche im Rheinland h\u00e4lt diesen Dialog f\u00fcr einen kirchlichen Auftrag und ermutigt alle, die sich in Gemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen in der Dialogarbeit engagieren, diese bereichernden Gespr\u00e4che, Kooperationen und Modelle gemeinsamen Lebens und Arbeitens weiter zu entwickeln. In unserer s\u00e4kularen und demokratischen Gesellschaft stehen Christen und Christinnen und Muslime und Musliminnen in der Verantwortung f\u00fcr eine positive Gestaltung des Gemeinwesens\u201c (aus Positionsbestimmung Nr. 4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDamit erscheint auch der sog. \u201eTaufbefehl\u201c in einem anderen Licht. Es ist eben nicht damit gemeint, dass eine Begegnung von Christen mit Menschen anderer Religion grunds\u00e4tzlich das Ziel der Bekehrung des anderen hat\u201c (aus Arbeitshilfe, Seite 16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine strategische Islammission oder eine Begegnung mit Muslimen in Konversionsabsicht bedroht den innergesellschaftlichen Frieden und widerspricht dem Geist und Auftrag Jesu Christi und ist entschieden abzulehnen.\u201c (aus Arbeitshilfe, Seite 18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kommentar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit welcher Leichtfertigkeit der Missionsauftrag Jesu Christi und damit der Kernauftrag der Kirche beiseite geschoben wird, l\u00e4sst entsetzen. Welch verirrte N\u00e4chstenliebe, die die Einladung zum Heil in Jesus Christus aus R\u00fccksichtnahme oder mangelnder Courage nicht aussprechen will und den Missions- und Taufauftrag Jesu ins Gegenteil verkehrt. Oder liegt es an mangelnder pers\u00f6nlicher Selbstgewissheit des Glaubens und Selbstzweifeln an der eigenen kirchlichen Verk\u00fcndigung und der christlichen Botschaft? Mangelnde Authentizit\u00e4t muss naturgem\u00e4\u00df das religi\u00f6se \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl der selbstbewussten muslimischen Dialogpartner best\u00e4tigen und best\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sich vergr\u00f6\u00dfernde geistliche Vakuum, wie die immer geringere Kenntnis des christlichen Glaubens, mangelnde Kirchbesuche und konstante Austritte, soll kompensiert werden \u00fcber gesellschaftliche Anpassung, gesellschaftspolitisches Korrekt-sein und Anbiedern. Aber mit solchen Mitteln wird Kirche nicht erhalten, geschweige denn wachsen. So wird Kirche nicht Kirche bleiben und sukzessive schwindet die geistliche Vollmacht der Leitungsorgane \u2013 Kirche mutiert zum gesellschaftspolitischen F\u00f6rderverein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist eine \u201epositive Gestaltung des Gemeinwesens\u201c und die Gestaltung des \u201einnergesellschaftlichen Friedens\u201c notwendig und zu unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rt die Garantie der ungehinderten Religions- und Meinungsfreiheit und ein gewaltfreies Zusammenleben und Zusammenwirken. Das zu garantieren und zu f\u00f6rdern ist Kernauftrag des Staates. Dass ein Christ in seiner Eigenschaft als Staatsb\u00fcrger mit in diese Pflicht hineingenommen ist, bedarf keiner Diskussion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche aber hat, unbeachtet aller gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, staatlichen W\u00fcnschen und Aufgaben, vor allem ihren Kernauftrag wahrzunehmen \u2013 den Auftrag Jesu (Mt 28,19.20): \u201eMachet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: \u201eTaufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feststellung der Kirchensynode, dass wer dem Missionsauftrag Jesu nachkommt, den innergesellschaftlichen Frieden bedrohe und dieses dem Auftrag Jesu widerspr\u00e4che und es damit entschieden abzulehnen sei, ist schlicht\u00a0 antichristlich. Solchen Satz hat man bisher nur von militanten antikirchlichen Organisationen geh\u00f6rt und nicht aus kirchlichen Verlautbarungen und Synodalbeschl\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Botschaft Christi auch auf Widerstand st\u00f6\u00dft, hat uns schon der Herr gesagt und ist die Erfahrung der Christenheit von Anbeginn. Hier aber soll die Botschaft Christi sogar von einer Kircheninstitution gehindert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Detlef L\u00f6hde, Januar 2018<br \/>\nVf. ist Pfarrdiakon der SELK in Hannover<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am 12. Januar 2018 eine vorgelegte \u201eTheologische Positionsbestimmung f\u00fcr die Begegnung mit Muslimen\u201c und eine Arbeitshilfe \u201eWeggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen\u201c mit gro\u00dfer Mehrheit, bei 7 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen, beschlossen. 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