{"id":15194,"date":"2017-12-20T14:31:13","date_gmt":"2017-12-20T13:31:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15194"},"modified":"2017-12-20T14:31:20","modified_gmt":"2017-12-20T13:31:20","slug":"deutschland-ist-kein-atheistisches-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15194","title":{"rendered":"Deutschland ist kein atheistisches Land"},"content":{"rendered":"<div data-module=\"text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur jeder vierte Deutsche (26 Prozent) ist sich sicher, dass es keinen Gott gibt. Nur \u00a016 Prozent der r\u00f6misch-katholischen Christen, 18 Prozent der evangelisch-landeskirchlichen Christen und 7 Prozent der evangelisch-freikirchlichen Christen zweifeln an der Existenz Gottes. Interessant: Am geringsten ist der Zuspruch f\u00fcr die These \u201eIch bin sicher, dass es keinen Gott gibt.\u201c bei W\u00e4hlern der Union (22 Prozent) und der FDP (25 Prozent), am h\u00f6chsten ist er bei W\u00e4hlern der Linken (40 Prozent). Jeweils jeder dritte W\u00e4hler von SPD (31 Prozent), AfD (32 Prozent) und der Gr\u00fcnen (35 Prozent) verneint die Existenz Gottes.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Instituts f\u00fcr Markt- und Sozialforschung, INSA-consulere (<a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Fwww.insa-consulere.de%2F&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=3285c8aa-4275-41bf-9598-cf5b6083f512&amp;signature=8f246ba6c50bf7a98c1c51f79da38e71a2e57cca9dd5488ca0942958f5145611\">www.insa-consulere.de<\/a>) im Auftrag des i-DAF. INSA-Chef Hermann Binkert folgert aus diesen Daten: \u201eDrei von vier Befragten wollen die Existenz Gottes nicht ausschlie\u00dfen. Deutschland ist kein atheistisches Land, auch wenn nur noch gut jeder zweite Deutsche einer der beiden christlichen Kirchen angeh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen den Altersgruppen gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Anders zwischen den Geschlechtern und regional. Mehr M\u00e4nner (31 Prozent) als Frauen (22 Prozent) und mehr Ostdeutsche (35 Prozent) als Westdeutsche (24 Prozent) rechnen nicht mit der Existenz Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Umfrage st\u00fctzt sich gedanklich auf die sogenannte Pascal\u2018sche Wette. Der bekannte franz\u00f6sische Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph Blaise Pascal, der im 17. Jahrhundert lebte, argumentierte so: Es ist stets besser, an Gott zu glauben, weil der Erwartungswert des Gewinns (ewige Gl\u00fcckseligkeit), der durch Glauben an einen Gott erreicht werden k\u00f6nne, stets gr\u00f6\u00dfer sei als der Erwartungswert im Fall des Unglaubens (ewige Verdammnis). Er ging davon aus, dass wir nicht wissen, ob Gott existiert oder nicht, und daher jeder Option eine 50-prozentige Chance zuzuordnen sei. Wer im Falle der Existenz Gottes fromm lebe, so Pascal, bekomme als unendlich gro\u00dfen Gewinn die ewige Gl\u00fcckseligkeit. Wenn Gott allerdings nicht existieren sollte, dann ist der Verlust relativ klein \u2013 das ist das Opfer oder Verlust der Fr\u00f6mmigkeit. Die mathematische Erwartung f\u00fcr den Lohn eines frommen Verhaltens w\u00e4re also \u00bd \u00a0mal unendlich (Gewinn, wenn Gott existiert) minus \u00bd mal Lebenszeit (Verlust, wenn Gott nicht existiert). Der erwartete Lohn f\u00fcr die Fr\u00f6mmigkeit ist somit positiv unendlich. Jeder vern\u00fcnftige Mensch, schlussfolgerte Pascal, sollte daher Gottes Gesetzen folgen. Gilt das auch heute noch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Erfurter Meinungsforschungsinstitut nun befragte am 28. und 29. November 2017 in einer repr\u00e4sentativen Online-Befragung insgesamt 1.061 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Die gro\u00dfe Mehrheit teilt Pascals Annahme, dass es mindestens genauso wahrscheinlich sei, dass Gott existiert, als dass er nicht existiert. Mehr noch: <strong>F\u00fcr drei von f\u00fcnf Befragten (59 Prozent) ist es mindestens genauso wahrscheinlich, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt. <\/strong>Fast jeder Dritte (30 Prozent) meint, es sei genauso wahrscheinlich, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt. F\u00fcr weitere 29 Prozent ist es sogar wahrscheinlicher, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt. Frauen (66 Prozent zu 34 Prozent) sind deutlich glaubensfester als M\u00e4nner (51 Prozent zu 49 Prozent). Nur bei den unter 30-J\u00e4hrigen (47 Prozent zu 53 Prozent) \u00fcberwiegen die Skeptiker. In allen anderen Altersgruppen h\u00e4lt eine deutliche Mehrheit (57 bis 65 Prozent) es f\u00fcr mindestens genauso wahrscheinlich, wenn nicht sogar wahrscheinlicher, dass es Gott gibt. Signifikant ist auch der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschen. Bei den Ostdeutschen (47 Prozent zu 53 Prozent) \u00fcberwiegen die Skeptiker, bei den Westdeutschen (62 Prozent zu 38 Prozent) ist es f\u00fcr eine gro\u00dfe Mehrheit mindestens genauso wahrscheinlich, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spannend ist auch der Vergleich zwischen Mitgliedern der christlichen Kirchen, Muslimen und Konfessionslosen. Bei den Mitgliedern der christlichen Kirchen (72 Prozent zu 28 Prozent) ist es f\u00fcr die deutliche Mehrheit mindestens genauso wahrscheinlich, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt. Bei den Konfessionslosen (34 Prozent zu 66 Prozent) \u00fcberwiegen die Skeptiker. Dass aber selbst f\u00fcr jeden dritten Konfessionslosen die Chance, dass Gott existiert, bei 50 Prozent und mehr liegt, ist eher \u00fcberraschend. Die geringsten Skeptiker im Blick auf die Existenz Gottes gibt es unter den Muslimen. Nur bei jedem Zehnten (90 Prozent zu 10 Prozent) \u00fcberwiegt die Skepsis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant auch der Blick in die politischen W\u00e4hlerschaften: Vor allem f\u00fcr die Anh\u00e4nger der Union (69 Prozent), der AfD (59 Prozent) und der FDP (55 Prozent) ist es mindestens genauso wahrscheinlich, dass es Gott gibt, als dass es ihn nicht gibt. Die W\u00e4hlerschaft der SPD (50 Prozent zu 50 Prozent) ist gespalten, bei den W\u00e4hlern von Linken (44 Prozent zu 56 Prozent) und der Gr\u00fcnen (40 Prozent zu 60 Prozent) sind die Skeptiker in der Mehrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem zweiten Schritt hat INSA die Fragen gestellt, in welchen F\u00e4llen die Befragten der Meinung sind, dass bei ihnen ein eher \u201erichtiges\u201c oder \u201efalsches\u201c Leben beschrieben wird. Die Skala der Fragen reichte von \u201ees gibt Gott und man versucht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben\u201c \u00fcber \u201ees gibt Gott und man versucht nicht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben\u201c und \u201ees gibt Gott nicht und man versucht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben\u201c bis zu \u201ees gibt Gott nicht und man versucht nicht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben\u201c. Immer waren es um die 40 Prozent aller Befragten, die sagten, es gehe f\u00fcr sie bei der jeweiligen Option weder um \u201erichtiges\u201c noch um \u201efalsches\u201c Leben. Interessant dabei: <strong>Signifikant ist vor allem das Ergebnis der Befragten zu der These \u201ees gibt Gott und man versucht nicht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben\u201c. 80 Prozent derjenigen, die sich hier zwischen \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c entschieden haben, sind der Meinung, dass man dann ein \u201efalsches\u201c Leben f\u00fchre. <\/strong>\u00dcbrigens v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, ob man einer christlichen Kirche angeh\u00f6rt oder nicht. Auch 79 Prozent der Konfessionslosen finden, dass man ein \u201efalsches\u201c Leben f\u00fchre, wenn es Gott gibt und man nicht versucht, zu glauben und gottgef\u00e4llig zu leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis folgt die gro\u00dfe Mehrheit der Befragten also auch heute noch der Pascal\u2018schen Logik. Deutschland ist kein atheistisches Land, auch wenn ein erheblicher Anteil der Bev\u00f6lkerung in Politik und Wirtschaft sich so verh\u00e4lt.<\/p>\n<p><em>Institut f\u00fcr Demographie, Allgemeinwohl und Familie, Nachricht und Zitat 12 \/ 2017 (www.i-daf.org)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15198\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-1.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-1.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15200\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-2.jpg\" alt=\"\" width=\"528\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-2.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15201\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-3.jpg\" alt=\"\" width=\"528\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-3.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-3-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15202\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-4.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-4.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-4-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-4-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15203\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-5.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-5.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-5-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/graf-5-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur jeder vierte Deutsche (26 Prozent) ist sich sicher, dass es keinen Gott gibt. 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