{"id":15091,"date":"2017-11-21T16:19:50","date_gmt":"2017-11-21T15:19:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15091"},"modified":"2017-11-21T16:20:15","modified_gmt":"2017-11-21T15:20:15","slug":"segnung-von-homoverbindungen-in-der-wuerttembergischen-landeskirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15091","title":{"rendered":"Segnung von Homoverbindungen in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vom 27. &#8211; 30.11.2017 tagt in Stuttgart die Evangelische Landessynode in W\u00fcrttemberg. Am Dienstag, 28.11., und am Mittwoch, 29.11., steht ein Punkt auf der Tagesordnung, der es in sich hat. Er hat das Potential, den k\u00fcnftigen Kurs der Landeskirche grundlegend zu ver\u00e4ndern. In der Zeitschrift \u201eF\u00fcr Arbeit und Besinnung\u201c, die alle Pfarr\u00e4mter der Landeskirche erreicht, findet sich im Heft 19 vom 1. Oktober 2017 ein Interview der Stuttgarter Zeitung mit Dr. Clemens H\u00e4gele (Rektor des Albrecht Bengelhauses T\u00fcbingen) und Pfarrer Matthias Hestermann von der Synodalgruppe \u201eOffene Kirche\u201c.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfarrer Hestermann sagte (daselbst S. 33): \u201eF\u00fcr die Offene Kirche ist die biblische Auffassung, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann, nicht mehr ma\u00dfgeblich.\u201c Es wird hier also offen eingestanden, dass eine Homoverbindung nach der Bibel keine Ehe sein kann, und gleichzeitig erkl\u00e4rt, dass dies f\u00fcr diese Synodalgruppe nicht mehr verbindlich ist, also dass die Bibel nicht mehr das Wort Gottes und dass das \u201eAllein die Schrift\u201c der Reformation aufgegeben ist. Hestermann weiter (aaO. S. 34): \u201eAuch Jesus wusste nicht, dass es nicht nur Mann und Frau gibt und dass Homosexualit\u00e4t eine nat\u00fcrliche Veranlagung ist.\u201c \u2013 Also sowohl die Bibel als auch Jesus selbst ist \u00fcberholt. Die Bibel ist \u201eGespr\u00e4chspartner unter anderen\u201c, wie junge 1968er-Theologen in T\u00fcbingen einst sagten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soll das tats\u00e4chlich im Gedenkjahr der Reformation kirchenamtlich best\u00e4tigt werden? Und was w\u00e4ren die Konsequenzen? Prof. W. Pannenberg kam nicht zuf\u00e4llig bei seiner Beurteilung dieser Frage zu dem Ergebnis: &#8222;In der Gesamtheit des biblischen Zeugnisses wird &#8230; praktizierte Homosexualit\u00e4t ausnahmslos zu den Verhaltensweisen gerechnet, in denen die Abwendung des Menschen von Gott besonders eklatant zum Ausdruck kommt&#8230; An dieser Stelle liegt die Grenze f\u00fcr eine christliche Kirche, die sich an die Autorit\u00e4t der Schrift gebunden wei\u00df. Wer die Kirche dazu dr\u00e4ngt, die Norm ihrer Lehre in dieser Frage zu \u00e4ndern, muss wissen, dass er die Spaltung der Kirche betreibt. Denn eine Kirche, die sich dazu dr\u00e4ngen lie\u00dfe, homosexuelle Bet\u00e4tigung nicht mehr als Abweichung von der biblischen Norm zu behandeln und homosexuelle Lebensgemeinschaften als eine Form pers\u00f6nlicher Liebesgemeinschaft neben der Ehe anzuerkennen, eine solche Kirche st\u00fcnde nicht mehr auf dem Boden der Schrift, sondern im Gegensatz zu deren einm\u00fctigem Zeugnis. Eine Kirche, die einen solchen Schritt tut, h\u00e4tte darum aufgeh\u00f6rt, evangelische Kirche in der Nachfolge der lutherischen Reformation zu sein&#8220; (Pannenberg: Ma\u00dfst\u00e4be zur kirchlichen Urteilsbildung \u00fcber Homosexualit\u00e4t, in: Wolfhart Pannenberg: Beitr\u00e4ge zur Ethik, G\u00f6ttingen 2004, S. 99ff.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landesbischof July will nun der Synode vorschlagen, eine Segnung zu beschlie\u00dfen, aber keine Trauung. Das klingt nat\u00fcrlich f\u00fcr manche Gemeindeglieder beruhigender, ist aber sachlich nichts anderes, da in der evangelischen Kirche (anders als in der kath. Kirche) die Eheschlie\u00dfung auf dem Standesamt geschieht, die Trauung ist eine Segnung. Deshalb wird, falls tats\u00e4chlich die Segnung beschlossen w\u00fcrde, sicherlich mit eben dieser Begr\u00fcndung bald auch die Trauung nachfolgen. Leider hat der Vorsitzende der Lebendigen Gemeinde \u2013 Christusbewegung in W\u00fcrttemberg, wie in idea-Spektrum 45-2017, S. 41, zu lesen ist, beim Gemeinschaftstag in Stuttgart gesagt: &#8222;Die Einf\u00fchrung einer &#8218;Trauung f\u00fcr alle&#8216; halten wir biblisch-theologisch f\u00fcr nicht geboten.&#8220; Damit bleibt er im Rahmen dessen, was der Landesbischof und der Oberkirchenrat der Synode vorschlagen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dass solch eine Einf\u00fchrung gegen die Bibel ist, gilt nicht nur f\u00fcr die Trauung, sondern auch f\u00fcr die Segnung, und es ist nicht nur &#8222;nicht geboten&#8220;, sondern nach der Bibel ist es nicht m\u00f6glich, wie der fr\u00fchere Landesbischof Theo Sorg einst sagte: &#8222;Was Gott nicht segnet, kann die Kirche nicht segnen.&#8220; \u2013 Eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit! Denn allein Gott kann Segen geben. Sein Segen l\u00e4sst sich auch nicht gegen Seinen Willen erzwingen. Maleachi 2,2 ist eine der Stellen, die den Ernst zeigen, um den es hier geht. Gott kann zu Priestern, die Ihn nicht h\u00f6ren und Ihm nicht gehorchen, sagen: &#8222;Verfluchen werde ich eure Segensspr\u00fcche&#8220;. Deren Segen w\u00e4re also kein Segen Gottes, im Gegenteil. Manche Pfarrer hoffen auf einen Gewissensschutz f\u00fcr sie, falls eine Einf\u00fchrung der Segnung von Homoverbindungen kommt. Aber dieser ist keine L\u00f6sung. Der Gewissensschutz f\u00fcr Pfarrer wird voraussichtlich nur f\u00fcr einige Zeit gelten. Eingestellt werden dann sicherlich auch keine Pfarrer mehr, die Homosegnung ablehnen. Damit ist die Spur gelegt, dass unsere Kirche sich ganz ver\u00e4ndert. Wenn sich wenigstens die Synodalen des Gespr\u00e4chskreises \u201eLebendige Gemeinde\u201c in der Ablehnung einer solchen Segnung einig w\u00e4ren, k\u00f6nnte die Homosegnung nicht kommen, da eine 2\/3-Mehrheit erforderlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber leider ist nicht einmal dies sicher. Dann ist zu hoffen, dass Juristen in der Landeskirche feststellen, dass ein solches Gesetz wegen Kirchenverfassungswidrigkeit nichtig ist, denn in \u00a7 1 des w\u00fcrttembergischen Kirchenverfassungsgesetzes hei\u00dft es: \u201eDie evangelisch-lutherische Kirche in W\u00fcrttemberg, getreu dem Erbe der V\u00e4ter, steht auf dem in der Heiligen Schrift gegebenen, in den Bekenntnissen der Reformation bezeugten Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn. Dieses Evangelium ist f\u00fcr die Arbeit und Gemeinschaft der Kirche unantastbare Grundlage.\u201c Dieses Evangelium ist gemeint in seinem Zuspruch und Anspruch, nicht ein Evangelium von der billigen Gnade, die Dietrich Bonhoeffer zurecht verworfen hat. Ein Gesetz, das gegen die Heilige Schrift und das bekenntniswidrig ist, ist danach also verfassungswidrig und damit nichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Karl Baral, Kusterdingen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Beitrag erscheint in der neuen Ausgabe des &#8222;Aufbruch &#8211; Informationen des Gemeindehilfsbundes&#8220; (November 2017), die ab dem 27. November kostenlos versandt wird. Bestellungen bitte an die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes, M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode (info@gemeindehilfsbund.de).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 27. &#8211; 30.11.2017 tagt in Stuttgart die Evangelische Landessynode in W\u00fcrttemberg. Am Dienstag, 28.11., und am Mittwoch, 29.11., steht ein Punkt auf der Tagesordnung, der es in sich hat. Er hat das Potential, den k\u00fcnftigen Kurs der Landeskirche grundlegend zu ver\u00e4ndern. In der Zeitschrift \u201eF\u00fcr Arbeit und Besinnung\u201c, die alle Pfarr\u00e4mter der Landeskirche erreicht, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":142,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15091"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/142"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15091"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15093,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15091\/revisions\/15093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}