{"id":15075,"date":"2017-11-15T09:08:01","date_gmt":"2017-11-15T08:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15075"},"modified":"2017-11-15T09:08:01","modified_gmt":"2017-11-15T08:08:01","slug":"martin-luthers-ehe-und-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15075","title":{"rendered":"Martin Luthers Ehe und Familie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">1524 legte Luther sein M\u00f6nchsgewand ab. Nachdem er die Sakramentalit\u00e4t der Ehe und die G\u00fcltigkeit der M\u00f6nchsgel\u00fcbde bestritten, den Z\u00f6libat abgeschafft und eine lebenslange Enthaltsamkeit f\u00fcr kaum lebbar erkl\u00e4rt hatte, entschloss er sich nach langem Z\u00f6gern selbst zur Ehe. Am 13. Juni 1525 heiratete er die 26j\u00e4hrige, ehemalige Nonne Katharina von Bora (1499 \u2013 1552), die 1523 aus dem Kloster Nimptschen bei Grimma nach Wittenberg geflohen war. Katharina war eine kluge, gebildete und \u00fcberaus t\u00fcchtige Frau, die f\u00fcr Luther zeitlebens in jeder Hinsicht eine gro\u00dfe St\u00fctze dargestellt hat; selbst f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Einkommen der Familie sorgte sie, indem sie im lutherschen Haus eine Studentenherberge unterhielt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ehe zwischen Katharina und Luther war im Ganzen gesehen von aufrichtiger, herzlicher Liebe und gegenseitiger Hochachtung gepr\u00e4gt. Eine konsequente, traditionell christliche Sexualethik war f\u00fcr beide selbstverst\u00e4ndlich. Der einzige und ausschlie\u00dfliche Ort f\u00fcr jede Aus\u00fcbung der Sexualit\u00e4t war f\u00fcr Luther die Ehe. Au\u00dferehelicher Geschlechtsverkehr, Selbstbefriedigung, geschweige denn homosexuelle Praktiken stellen in seinen Augen unbezweifelbar schwere S\u00fcden gegen das 6. Gebot dar. Bordelle mussten geschlossen, Prostitution bei Strafe verboten werden. Der coitus interruptus, die damals einzige Form der Verh\u00fctung, galt Luther, im Sinne von 1 Mos 38,9 als die schwere S\u00fcnde des Onan: als ein Mi\u00dfbrauch der Ehe und zugleich als eine Lieblosigkeit gegen\u00fcber der Frau (vgl. Genesisvorlesung 1538, WW 44, S. 316).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther hatte mit Katharina sechs Kinder, die alle in Wittenberg geboren wurden. Dar\u00fcber hinaus nahmen Katharina und er noch neun (!) weitere Kinder von verstorbenen Verwandten in ihre Familie mit auf. (Zu Luthers Ehe- und Familienleben vgl. ausf\u00fchrlich: Heinz Schilling, Martin Luther, M\u00fcnchen 2016, S. 322 ff.). Im Umgang mit den Kindern konnte Luther sehr z\u00e4rtlich und liebevoll sein, aber auch streng, schroff und hart. Besonders seinen S\u00f6hnen gegen\u00fcber wandte er im Kern die gleichen Erziehungsmethoden an, unter denen er selbst gelitten hatte. Hier war \u201eseine befreiende Gotteserfahrung vergessen: in der Erziehung herrschte nicht der gn\u00e4dige Gott, sondern der fordernde und strafende Gott\u201c (Schilling, a.a.O., S. 353f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Peter Blank ist Jurist und Theologe. Seit 1968 ist er katholischer Priester. Er wirkt heute als Studenten-sowie Familienseelsorger in M\u00fcnchen. Wir entnehmen den Auszug seinem Buch \u201eLuther und seine Zeit \u2013 Ein \u00dcberblick\u201c, das in diesem Fr\u00fchjahr im Christiana Verlag, Kisslegg, erschien. Das Buch hat 192 Seiten, die Passage findet sich auf den Seiten 145 \u2013 147. \u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Institut f\u00fcr Demographie, Allgemeinwohl und Familie, www.i-daf.org, Oktober 2017 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1524 legte Luther sein M\u00f6nchsgewand ab. 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