{"id":15027,"date":"2017-10-27T13:10:12","date_gmt":"2017-10-27T11:10:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15027"},"modified":"2017-10-27T13:11:04","modified_gmt":"2017-10-27T11:11:04","slug":"wie-sollte-die-biblische-reaktion-auf-500-jahre-reformation-aussehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=15027","title":{"rendered":"Wie sollte die biblische Reaktion auf 500 Jahre Reformation aussehen?\u00a0"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir denken in diesem Jahr zur\u00fcck an die gro\u00dfe geistliche Erweckung, die Gott mehreren L\u00e4ndern Europas vor 500 Jahren schenkte. Warum tun wir das? Die fr\u00fche Geschichte des Volkes Israel beantwortet diese Frage in Richter 2,6\u201311. Wenn das Volk Gottes die gro\u00dfen Heilstaten Gottes vergisst, vergisst es auch Gott und f\u00e4llt zur\u00fcck in Heidentum und G\u00f6tzendienst. Das ist in der protestantischen Christenheit geschehen, die von den gro\u00dfen Werken Gottes zur Zeit der Reformation nichts mehr wei\u00df oder wissen will.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abK\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens \u2026 bewahre das anvertraute Gut\u00bb (1.Tim 6,12.20). \u00abSo sch\u00e4me dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn noch meiner, seines Gefangenen, sondern leide Tr\u00fcbsal mit dem Evangelium, nach der Kraft Gottes\u00bb (2.Tim 1,8). \u00abSiehe, ich sende euch wie Schafe inmitten von W\u00f6lfen; so seid nun klug wie die Schlangen und einf\u00e4ltig wie die Tauben. H\u00fctet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch an Synedrien \u00fcberliefern und in ihren Synagogen euch gei\u00dfeln; und auch vor Statthalter und K\u00f6nige werdet ihr gef\u00fchrt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis\u00bb (Mt 10,16\u201318).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 18. April 1521 stand ein 38 Jahre alter Augustinerm\u00f6nch vor dem Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches deutscher Nation samt F\u00fcrsten des Reiches und W\u00fcrdentr\u00e4gern der Kirche und sprach folgende Worte:\u00a0\u00abWenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgr\u00fcnde \u00fcberwunden werde \u2013 denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilien allein, sintemal es am Tage ist, dass sie \u00f6fter geirrt und sich selber widersprochen haben \u2013 so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angef\u00fchrt habe, \u00fcberwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann ich und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der M\u00f6nch Martin Luther vor dem Reichstag erschien, waren die Augen von ganz Deutschland auf ihn gerichtet. Alle wollten wissen, wie der M\u00f6nch sich schlagen werde. Als er die eben zitierten Worte sprach, war der Durchbruch geschehen zu jener geistlichen Bewegung, die wir Reformation nennen, zu einer geistliche Erweckung, wie sie die Christenheit seit der ersten Generation der Christen nicht gesehen hatte. Diese \u00abzappelnde Weltminute\u00bb war, so k\u00f6nnen wir r\u00fcckblickend nun sagen, die Sternstunde der Reformation, zu jener Bibelerweckung, die alle L\u00e4nder Europas ersch\u00fctterte und einige von Grund auf ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hatte dahin gef\u00fchrt, dass der M\u00f6nch Martin Luther, Doktor der Theologie, Professor an der Universit\u00e4t Wittenberg, aufgefordert wurde, vor Kaiser und Reich zu seinen Schriften Stellung zu beziehen?\u00a01517 hatte Luther seine ber\u00fchmten 95 Thesen an die T\u00fcr der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen. Er versandte diese Thesen auch an Kardinal Albrecht von Mainz, den Auftraggeber Tetzels, und er legte diesen auch den Sermon von Gnade und Ablass bei. In diesem hatte er zusammenfassend gesagt: \u00abAn diesen Punkten habe ich keinen Zweifel, und sie sind hinl\u00e4nglich in der Schrift begr\u00fcndet.\u00bb Kardinal Albrecht leitete die Unterlagen nach Rom weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Jahr nach dem Thesenanschlag wurde Luther wegen der Thesen zum Verh\u00f6r nach Augsburg beordert (Oktober 1518). Der vom Papst beauftragte Kardinal Cajetan forderte: \u00abRevoca! Revoca! \u2013 Widerrufe!\u00bb Aber die sechs Buchstaben REVOCO konnte Luther nicht \u00fcber die Lippen bringen. Er bestand auf dem Schriftbeweis.\u00a0Neun Monate sp\u00e4ter erfolgte die Disputation mit Dr. Eck in Leipzig (Juni\u2013Juli 1519). Dabei antwortete Luther auf die entsprechende Frage, dass er die Autorit\u00e4t des Papstes und der Konzilien nicht anerkenne. Das war die zwingende Konsequenz aus dem, was er in seinem Sermon von Gnade und Ablass geschrieben hatte. Luther hatte die Weiche dort schon gestellt, und er konnte und wollte nicht zur\u00fcck: Die Schrift allein ist Quelle der Wahrheit und Richtschnur f\u00fcr Glauben und Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1520 erschienen Luthers Schriften \u00abVon dem Papsttum zu Rom\u00bb, \u00abAn den christlichen Adel deutscher Nation\u00bb, \u00abVon der babylonischen Gefangenschaft der Kirche\u00bb, \u00abVon der Freiheit eines Christenmenschen\u00bb, die, alle bauend auf die alleinige Autorit\u00e4t der Schrift, die Autorit\u00e4t des Papstes ablehnen und die Rechtfertigung aus dem Glauben lehren.\u00a0Im Juni 1520 erging an Luther die Bann(androhungs)bulle \u00abExsurge Domine\u00bb: \u00abErhebe dich, o Herr, und richte deine Sache, F\u00fcchse suchen deinen Weinberg zu verw\u00fcsten und ein sonderlich wilder Eber weidet ihn ab.\u00bb\u00a0Am 10. Dezember 1520 verbrannte Luther die Bulle vor dem Elstertor in Wittenberg. Im Januar 1521 erging die zweite Bannbulle \u00abDecet Romanum Pontificem\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf das alles hin wurde Luther vor den Reichstag zitiert. Am Abend des 18. April 1521 stand er vor dem Reichstag in Worms. B\u00fccher, die er geschrieben und die man in ganz Deutschland gelesen hatte, waren auf einem Tisch ausgelegt, und Luther musste auf die Frage antworten, ob er diese B\u00fccher als die seinen anerkenne und ob er sie widerrufen wolle. Seine Antwort lautete:\u00a0\u00abWenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgr\u00fcnde \u00fcberwunden werde \u2013 denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilien allein, sintemal es am Tage ist, dass sie \u00f6fter geirrt und sich selber widersprochen haben \u2013 so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angef\u00fchrt habe, \u00fcberwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann ich und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kernaussage ist eindeutig: Luther lie\u00df nur eine Autorit\u00e4t gelten, n\u00e4mlich die Bibel. Der m\u00fcssen alle sich beugen, an der m\u00fcssen alle sich messen lassen, auch der Papst und die Konzilien. Bereits in den 95 Thesen hatte Luther das in der 62. These angedeutet: \u00abDas Evangelium ist der wahre Schatz der Kirche \u2026\u00bb.\u00a0Doch die Thesen waren Lateinisch geschrieben und gedacht als eine Grundlage f\u00fcr eine wissenschaftliche Disputation unter Berufskollegen. Luther schrieb f\u00fcr das Volk den Sermon von Ablass und Gnade, und zwar auf Deutsch, und da steht, Bezug nehmend auf die 18 im Sermon formulierten Thesen der unerh\u00f6rte und anst\u00f6\u00dfige Satz: \u00abAn diesen Punkten habe ich keinen Zweifel, und sie sind hinl\u00e4nglich in der Schrift begr\u00fcndet. Darum sollt auch ihr keinen Zweifel haben. Lasst die scholastischen Doktoren Scholastiker sein.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was endete allen Zweifel? Wo fand Luther solche Gewissheit? Was er geschrieben hatte, war \u00abhinl\u00e4nglich in der Schrift begr\u00fcndet\u00bb. Was die Schrift sagt, ist verbindlich, und es ist \u00abhinl\u00e4nglich\u00bb, es gen\u00fcgt. Mehr muss der Mensch nicht wissen. Da m\u00f6gen die Scholastiker, die Lehrer der Kirche, lehren was sie wollen.\u00a0Dieser Satz enthielt die Sprengkraft, die das Papsttum ins Wanken bringen und in mehreren L\u00e4ndern st\u00fcrzen sollte. Es war ein \u00e4u\u00dferst anst\u00f6\u00dfiger Satz: Da behauptete einer, dass die Schrift alleinige Richtschnur sei. Das war eine offene Herausforderung an das Selbstverst\u00e4ndnis der unumschr\u00e4nkt herrschenden Papstkirche. Diese anerkannte zwar auch die Autorit\u00e4t der Bibel. Aber neben ihr seien da zwei weitere Quellen der Wahrheit: Die Traditionen und das Lehramt der Kirche. Und das bedeutete: Die Kirche bestimmte und legte fest, wie die Bibel zu verstehen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die These, dass die Schrift allein die Wahrheit festlegt und begr\u00fcndet, war es, die den Inquisitionsprozess in Gang setzte, der damit endete, dass Martin Luther zuerst in den Kirchenbann getan wurde und bald danach der Reichsacht verfiel.\u00a0Das war das \u00c4rgernis, und ist es bis heute geblieben: Die Bibel allein; und die Bibel in allen Fragen. An dieser Wahrheit stie\u00df sich die Antike, die Neuzeit, die Moderne wie auch die Postmoderne. An ihr sto\u00dfen sich Atheisten und Fromme, Denker und Leute, die gar nie denken \u2013 alle. Das ist allen unertr\u00e4glich: eine absolute, uneingeschr\u00e4nkte, nicht verhandelbare Wahrheit, schriftlich verfasst und eindeutig formuliert, f\u00fcr alle verbindlich. Nur die Bibel, und neben ihr nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bedeuten nun uns die Wahrheiten, die neben Luther auch Martin Bucer, Huldrych Zwingli und Heinrich Bullinger, Johannes Calvin und Wilhelm Farel, John Knox, dazu auch die T\u00e4ufer Balthasar Hubmaier, Michael Sattler, Menno Simons und andere im 16. Jahrhundert predigten?\u00a0Wir leben in einer Zeit, in der man sich m\u00fcht, alle Unterschiede der Religionen und Konfessionen einzuebnen. Wir leben in einer Zeit, in der man sich sofort unm\u00f6glich macht, wenn man klare Positionen bezieht und zwischen Wahrheit und Irrtum unterscheidet. Wir geh\u00f6ren zu einer Generation, in der die protestantischen Kirchen alles tun, um sich mit der R\u00f6misch-Katholischen Kirche zu verst\u00e4ndigen. Protestantische Theologen haben am 31. Oktober 1999 zusammen mit Katholischen Kollegen in Augsburg eine Erkl\u00e4rung unterzeichnet, nach der beide Konfessionen angeblich in der Lehre von der Rechtfertigung das gleiche glauben und bekennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und heuer sollen im Land der Reformation die h\u00f6chsten Vertreter der Katholischen und der Evangelischen Kirche das Reformationsjubil\u00e4um als ein gemeinsames Christfest feiern. So hat es kein Geringerer als der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Bedford Strohm, formuliert, und er hat pers\u00f6nlich den Papst im Vatikan aufgesucht und ihn dazu eingeladen.\u00a0Der Druck des Zeitgeistes ist massiv und der \u00f6kumenische Sog wird immer st\u00e4rker. Wer diesem Sog widersteht, gilt als Feind der Christenheit, als Feind des Friedens und damit letztlich als Feind der Menschen. Denn heute findet die erdr\u00fcckende Mehrheit, alle Z\u00e4une religi\u00f6ser und weltanschaulicher Art sollten eingerissen und alle trennenden Unterschiede eingeebnet werden. Reformation war doch Kirchenspaltung, dogmatische Streitigkeiten, die zu Religionskriegen f\u00fchrten. Nur das nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Doch: Was sagt die Schrift?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDenn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und sch\u00e4rfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens\u00bb (Hebr 4,12). \u2013 \u00abGott ist Licht, und gar keine Finsternis ist in ihm\u00bb (1.Joh 1,5). \u2013 \u00abSeid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungl\u00e4ubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche \u00dcbereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gl\u00e4ubiger mit einem Ungl\u00e4ubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit G\u00f6tzenbildern? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: \u2039Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.\u203a Darum geht aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr, und r\u00fchrt Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen\u00bb (2.Kor 6,14\u201317). \u2013 \u00abUnd ich h\u00f6rte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr [Babylon, der grossen Hure] hinaus, mein Volk, damit ihr nicht ihrer S\u00fcnden mitteilhaftig werdet, und damit ihr nicht empfangt von ihren Plagen\u00bb (Offb 18,4\u20135).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind scharfe Scheidungen, klare Unterschiede, eindeutige Befehle. Das Evangelium ist das Wort Gottes, und als solches die alleinige und ausschlie\u00dfliche Quelle der Wahrheit. Einzig aus der Bibel findet der Mensch die Erkenntnis \u00fcber die Errettung. Christus und keiner au\u00dfer Ihm ist Retter der Menschen. Aus Gnade allein und durch Glauben allein empf\u00e4ngt er Vergebung, Rechtfertigung und damit Leben. \u00dcber diese in der Bibel bezeugten Wahrheiten l\u00e4sst sich nicht verhandeln. Von Menschen und Kirchen, die sie nicht lehren und vertreten, m\u00fcssen wir uns abwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie antworten wir nun auf das Erbe der Reformation? Wir antworten auf die Reformation, indem wir entschlossen sind, wie es die Reformatoren auch waren, den Meinungen und M\u00e4chten der Zeit frontal entgegenzutreten. Wir sind entschlossen den Ideen der F\u00fcrsten in Philosophie, in Religion und in Politik direkt zu widersprechen. Wir sind entschlossen, die Wahrheit des einen uns von Gott gegebenen Evangeliums zu verteidigen, zu lehren und zu verk\u00fcndigen, so wahr Gott uns helfe. Denn das ist uns befohlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schrift ist K\u00f6nigin. Ihrem Urteil muss sich alles beugen. Allein, was die Schrift lehrt, ist f\u00fcr alle bindende Wahrheit. Der wahre Christ bekennt wie Luther in Worms, dass er \u00abdurch die Zeugnisse der Schrift \u00fcberwunden\u00bb ist. Und die Schrift bezeugt: Christus hat ihn berufen, gerecht gemacht und geheiligt. Er ist in Christus eine neue Kreatur (2.Kor 5,17), ein Werk Gottes (Eph 2,10). Nicht l\u00e4nger lebt er, sondern Christus lebt in ihm (Gal 2,20). Er ist \u00ab\u00fcberwunden im Gewissen, gefangen im Wort Gottes\u00bb. Er ist von Gottes Wahrheit und damit von Gott selbst \u00fcberwunden, besiegt, bezwungen. Er geh\u00f6rt nicht sich selbst (1.Kor 6,19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Schrift \u00abVom Unfreien Willen\u00bb schreibt Luther: \u00abWenn der Eine, der st\u00e4rker ist als der Satan, diesen angreift und \u00fcberwindet, dann geraten wir in die Gewalt dieses St\u00e4rkeren. Dann sind wir ebenfalls unfrei, Gefangene des Heiligen Geistes \u2026 Wir wollen und tun dann mit Lust, was Gott will.\u00bb\u00a0Die Lehre, das heisst, die biblische Wahrheit \u00fcber Gott, den Menschen und das Heil, hat Vorrang. Luther verstand, dass alles an der Lehre hing. Er setzte in seinem Arbeiten und Ringen nicht an beim Verfall der Sitten und der Verderbtheit der r\u00f6mischen Kleriker und des Papstes, sondern bei der verdorbenen Lehre des r\u00f6mischen Systems. In echt Luther\u2019scher Klarheit sagte er:\u00a0\u00abDas Leben ist bei uns b\u00f6se wie auch bei den Papisten. Darum streiten wir nicht um das Leben, sondern um die Lehre.\u00bb\u00a0Die Lehre, auf die kommt es an. Das lernen wir aus der Bibel. Nachdem Menschen durch die Predigt des Evangeliums am Pfingsttag zum Glauben gekommen waren, verharrten sie in der Lehre der Apostel (Apg 2,42). Denn es war die Aufgabe der Christen, das Evangelium zu verk\u00fcndigen und zu verteidigen. Die Gemeinde ist der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit (1.Tim 3,15). Sie ist dazu da, die Wahrheit vom Heil in Christus festzuhalten und in Lehre und Predigt hochzuhalten. Paulus schreibt an Timotheus:\u00a0\u00abDieses gebiete und lehre. Niemand verachte deine Jugend, sondern sei ein Vorbild der Gl\u00e4ubigen in Wort, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Keuschheit. Bis ich komme, halte an mit dem Vorlesen, mit dem Ermahnen, mit dem Lehren \u2026 Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Dingen; denn wenn du dieses tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, welche dich h\u00f6ren\u00bb (1.Tim 4,11\u201316).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Kirche sich nicht mehr an diese Weisungen h\u00e4lt, hat sie ihren Sinn verfehlt und die Daseinsberechtigung verloren. Sie ist degeneriert zum \u00absocial club\u00bb, wie Martyn Lloyd Jones einmal sagte, zum Verein f\u00fcr Geselligkeit. Oder zum Diskussionsforum, wo man sich austauscht \u00fcber die vielfa\u0308ltigen M\u00f6glichkeiten religi\u00f6sen Lebens und des Fr\u00f6mmigkeitsstils, was nun einmal Bestandteil unserer Zivilisation sei. Eine solche Kirche hat ihre Seele verkauft; sie ist zur Hure geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die Alternativen. Wir halten als die erw\u00e4hlte Braut Christi fest am Evangelium Gottes und trennen uns damit von allen, die das Evangelium verw\u00e4ssern, anpassen und umdeuten. Das hat uns Gott selbst befohlen:\u00a0\u00abSeid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungl\u00e4ubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? und welche \u00dcbereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gl\u00e4ubiger mit einem Ungl\u00e4ubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit G\u00f6tzenbildern?\u00bb (2.Kor 6,14\u201316).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entweder gehen wir mit wachsender Sehnsucht dem grossen Tag der Hochzeit des Lammes entgegen oder wir passen das Evangelium dem Geschmack der Leute an und treiben Hurerei mit den F\u00fcrsten dieses Zeitlaufs. Die grosse Hure wird untergehen in den Gerichten, die bald den Erdkreis heimsuchen werden.\u00a0Die Lehre muss gepredigt werden. Die Wahrheit \u00fcber das Heil in Christus muss bekannt gemacht werden. Gott hat es so bestimmt, dass die Rechtfertigung durch Christus allein und durch den Glauben allein geschieht. Darum m\u00fcssen Christus und die Erl\u00f6sung, die Er am Kreuz f\u00fcr uns gewirkt hat, gepredigt werden; denn Gott hat verf\u00fcgt, dass das Wort das eine Mittel ist, das Glauben schafft: \u00abAlso ist der Glaube aus der Verk\u00fcndigung, die Verk\u00fcndigung aber durch Gottes Wort\u00bb (R\u00f6m 10,17; siehe auch Joh 17,20).\u00a0Heiko Obermann sagt in seiner Luther-Biographie: \u00abDie Reformation konnte deshalb so tief ins Volk eindringen, weil Luther aus dem Schriftprinzip eine \u00fcberraschende Konsequenz gezogen hatte: Die Schrift muss gepredigt werden.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Schrift \u00abWider die himmlischen Propheten\u00bb von 1525 schrieb Luther zur Notwendigkeit, das Wort zu verk\u00fcndigen: \u00abDas Wort, das Wort, das Wort tut\u2019s. Denn wenn Christus gleich tausendmal f\u00fcr uns gegeben und gekreuzigt w\u00fcrde, w\u00e4re es alles umsonst, wenn nicht das Wort Gottes k\u00e4me und teilte es mir aus und schenkte es mir und spr\u00e4che: Das soll dein sein; nimm hin und behalte es dir.\u00bb\u00a0Gottes Wort und Wahrheit stehen immer in direktem Widerspruch zum W\u00fcnschen der Leute. Darum muss es Kampf absetzen. Nun muss man versuchen zu verstehen, wie Luthers Antwort vor dem Reichstag wirkte. Sie war eine Kampfansage, eine Kriegserkl\u00e4rung an die Ordnung, die seit dem fr\u00fchen Mittelalter gegolten hatte: Die Kirche vertrat den Himmel und der Kaiser stand f\u00fcr die Regierung der Welt. Die Welt will Ordnung, Frieden und Wohlfahrt, aber sie will das alles ohne Gott, ohne Gottes Wahrheit. Dagegen richtet Luther vor versammeltem Reichstag diese Worte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abMir ist es \u2026 von allen Erscheinungen die angenehmste zu sehen, dass wegen des Wortes Gottes Eifer und Streit entsteht. Dies ist n\u00e4mlich der Lauf, die Wirkung des Gotteswortes, wie Christus sagt: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Schwert ist eben das Wort Christi, das Evangelium des Heils, und dieses macht Familienangeh\u00f6rige zu Feinden, bisherige Freunde zu Gegnern. Doch dieses Wort ist die Kraft Gottes zum Heil. Darum muss es bezeugt werden, auch wenn das unausweichlich zu Emp\u00f6rung und Widerspruch f\u00fchrt.<br \/>\nVier Jahre nach Worms schrieb Luther an Erasmus, diesen hervorragenden Gelehrten, der alles vornehm ausbalancieren konnte, an diesen wohlmeinenden Humanisten, der um alles in der Welt keinen Streit und keine Unruhe wollte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDu [Erasmus] willst durch deinen Rat uns veranlassen, den P\u00e4psten und F\u00fcrsten zuliebe oder des irdischen Friedens wegen auf die Verk\u00fcndigung der Wahrheit eine Zeitlang zu verzichten \u2026 Hast du nicht gelesen und bemerkt, wie es von jeher das Los der Wahrheit gewesen ist, dass um ihretwillen die Welt in Aufruhr versetzt wird? Das behauptet auch Christus, indem er offen sagt \u2039Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert\u203a (Mt 10,34). Ferner: \u2039Ich bin gekommen, dass ich ein Feuer anz\u00fcnde auf Erden\u203a (Lk 12,49) \u2026 Lies in der Apostelgeschichte nach! Was alles geschieht in der Welt, allein weil Paulus predigt! Wie bringt der eine Mann Heiden und Juden in Bewegung! Wie erregt er den ganzen Erdkreis! Denn so sagen sogar seine Feinde (Apg 17,6).\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollen wir die Wahrheit unter dem Deckel halten, weil wir unsere Ruhe haben und den Frieden in der Welt retten wollen? Es geht um die einzige Botschaft des Heils; es geht um das ewige Schicksal von Seelen; es geht vor allem um die Ehre Gottes.\u00a0Luther wusste, was er sagen w\u00fcrde, wenn man ihn vor den Reichstag zitieren sollte, und ihm waren die Folgen klar. Er schrieb am 29. Dezember 1520 an Georg Spalatin:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abEin Ruf des Kaisers bedeutet, dass ich von Gott gerufen werde. Ferner: Wenn sie, was wahrscheinlich ist, Gewalt gegen mich anwenden \u2026 so muss die Sache dem Herrn befohlen werden \u2026 Hier darf es keine R\u00fccksicht auf Gefahr oder Wohl und Wehe geben; hier gibt es vielmehr nur eine Sorge: dass wir das Evangelium, mit dem wir angetreten sind, nicht dem Spott der Gottlosen preisgeben, dass wir den Feinden keinen Anlass zum Triumph \u00fcber uns gegeben, als wagten wir kein freies Bekenntnis zu unserer Lehre, dass wir uns nicht f\u00fcrchten, unser Blut f\u00fcr das Evangelium zu vergiessen. Vor solcher Feigheit und solchem Triumph bei ihnen bewahre uns Christus in seiner Barmherzigkeit. Amen!\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Luther vor dem Kaiser stand, wusste er, dass dieser nur ein Wort zu sprechen brauchte, und man h\u00e4tte den Ketzer gefangen genommen und nach Rom verfrachtet. Und das w\u00e4re sein Ende gewesen.\u00a0Glauben wir, dass die Bibel allein Gottes Wort ist und dass das Evangelium Gottes allein die Kraft Gottes ist zum Heil? Wenn ja, dann bekennen wir das auch und sind bereit, daf\u00fcr den Kopf hinzuhalten.\u00a0Den Kampf um die Wahrheit der Bibel und des biblischen Evangeliums haben alle Knechte Gottes k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Das wollen wir nun kurz an John Knox, Heinrich Bullinger und an Pfarrer Wilhelm Busch sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">John Knox, der Reformator Schottlands, geboren 1514, gestorben 1572. Durch sein rastloses Reisen und Predigen kreuz und quer durch Schottland hatte sich die Reformation ausgebreitet, und 1560 wurde die schottische Kirche auf die Confessio Scoticana, ein reformiertes Glaubensbekenntnis verpflichtet. Schottland war ein protestantischer Staat geworden. Aber es gab entschlossene Feinde der Reformation:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria Stuart war aus Frankreich nach Schottland gekommen, um als K\u00f6nigin dort den R\u00f6misch-Katholischen Glauben wieder einzuf\u00fchren. Am 24. August 1561, ihrem ersten Sonntag auf schottischem Boden, liess sie im Schloss Holyrood in Edinburgh das Messopfer feiern. Dazu konnte John Knox nicht schweigen; bei der allerersten sich bietenden Gelegenheit, \u00abden Sonntag nach dem ersten Hochamt in Holyrood h\u00f6ren die B\u00fcrger von Edinburgh den hallenden Fanfarenton seiner Stimme von der Kanzel: \u2039Furchtbarer ist eine Messe als wenn zehntausend bewaffnete Feinde im K\u00f6nigreich gelandet w\u00e4ren.\u203a\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Knox von der Messe hielt, hatte er bereits festgehalten in der Confessio Scoticana, im Schottischen Glaubensbekenntnis. Da heisst es im Kapitel 23: \u00abDiese Lehre ist eine Verl\u00e4sterung Christi Jesu und eine Leugnung der Genugsamkeit seines einmaligen Opfers \u2026 weshalb wir sie aufs \u00e4usserte verabscheuen, hassen und von uns weisen.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein ganzes Leben war gepr\u00e4gt vom warnenden Zeugnis gegen die Messe: \u00abIch will davon Rechenschaft geben, warum ich dauernd erkl\u00e4re, dass die Messe ist und immer gewesen ist G\u00f6tzendienst und Gr\u00e4uel \u2026 der gr\u00e4ulichste G\u00f6tzendienst, der je seit Anfang der Welt getrieben worden ist.\u00bb<br \/>\nJoseph Chambon bewertet dieses Urteil des schottischen Reformators mit folgenden Worten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDer Gedanke, dass ein Mensch sich unterfangen d\u00fcrfe \u2026 durch eigenes Handeln den heiligen Gott in Christus zu konkretisieren zur Anbetung dieser Substanz durch die Gemeinde, um dann durch diese Materie den S\u00fchnetod Christi am Kreuz jederzeit vollwertig und wirkungskr\u00e4ftig zu wiederholen, bringt sein Blut ohne Unterlass ins Kochen. \u2039Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt\u203a k\u00f6nnte man \u2026 unter das Leben von Knox schreiben. Dass der Protestantismus unserer Tage dieses sein Grausen vor der Messe kaum noch versteht, spricht entweder f\u00fcr die Messe, die sich aber nicht ver\u00e4ndert hat, oder gegen den Protestantismus, der sich ver\u00e4ndert h\u00e4tte.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Knox wurde sofort vor die K\u00f6nigin zitiert, um sich daf\u00fcr zu verantworten. Bald merkte sie, dass Knox nicht mit sich verhandeln liess. Da sagte die K\u00f6nigin: \u00abIch verstehe \u2013 meine Untertanen sollen euch gehorchen und nicht mir!\u00bb<br \/>\nDarauf Knox: \u00abIch schaffe daran, Majest\u00e4t, dass F\u00fcrsten und Untertanen Gott gehorchen.\u00bb<br \/>\nDie K\u00f6nigin: \u00abICH!\u00bb<br \/>\nKnox: \u00abGottes Werk!\u00bb<br \/>\nDa versuchte die junge und, wie es heisst, bezaubernd sch\u00f6ne K\u00f6nigin den Prediger des Evangeliums mit Tr\u00e4nen zu erweichen.<br \/>\nKnox: \u00abIch muss, wenn auch ungern, eher die Tr\u00e4nen ihrer Majest\u00e4t ertragen, als dass ich\u2019s wagte, mein Gewissen zu verletzen.\u00bb<br \/>\nDas Ergebnis: Nie ruhender, m\u00f6rderischer Hass dieser feinen Dame auf den Prediger des Evangeliums. Mit allen Mitteln versuchte sie, ihn aus der Welt zu schaffen. Doch nichts konnte John Knox aufhalten. Joseph Chambon spricht daher vom \u00abfast grauenhaft-unbeirrbaren, starren Willen des Mannes John Knox, die R\u00f6mische Irrlehre auszufegen und den evangelischen Glauben dem gesamten Land zum Heil durchzusetzen\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werfen wir einen Blick auf das zweite Zentrum der Reformation, auf Z\u00fcrich. Heinrich Bullinger (1504\u20131575) war der 20 Jahre j\u00fcngere Mitarbeiter von Huldrych Zwingli. Nach dessen Tod f\u00fchrte er die Reformation in Z\u00fcrich fort und festigte sie. 1567, neun Jahre vor seinem Tod, ver\u00f6ffentlichte er unter dem Titel \u00abReformationsgeschichte\u00bb eine ausf\u00fchrliche Darstellung der Reformation in der Schweiz. Im Vorwort schreibt er folgende S\u00e4tze \u00fcber den Zweck seiner \u00abReformationsgeschichte\u00bb:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abHierin wird der Leser \u2026 klar sehen, was an grosser Arbeit, Unruhe, Kosten, Angst und Not die Stadt Z\u00fcrich erlitten hat, ehe das g\u00f6ttliche Wort oder die Predigt des heiligen Evangeliums weit und breit in die Eidgenossenschaft gekommen ist \u2026 Viele der Wunderwerke Gottes wird der Leser finden, besonders den heftigen Streit der wahren Religion mit der falschen, und sie auch beide kennenlernen. Dabei wird auch, wer ein redliches Herz hat \u2026 einen ewigen Unwillen gegen die falsche Religion fassen und tragen.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss ein Beispiel aus neuerer Zeit. Der evangelische Pfarrer Wilhelm Busch (1897\u20131966) geh\u00f6rte zu den wenigen Christen, die dem NS-Regime Widerstand leisteten. 1935 schrieb er ein Flugblatt mit der \u00dcberschrift: \u00abDein Wort ist unseres Herzens Trutz \u2013 Ein Weckruf an die evangelische Christenheit\u00bb. In diesem stand unter anderem:\u00a0\u00abDie wahre Kirche Jesu Christi ist nicht eine Versicherungsanstalt, sondern ein Heerlager \u2026 In neuer Weise haben sich in unserem Volk M\u00e4chte des Unglaubens aufgemacht und ziehen gegen das Evangelium zu Felde \u2026 Ein neues Heidentum l\u00e4uft hasserf\u00fcllt Sturm gegen das Evangelium der Bibel \u2026 Aber wir greifen das moderne Heidentum an. Warum? Wir greifen das Heidentum an um seines G\u00f6tzendienstes willen.\u00bb\u00a0Busch wurde von der Gestapo vorgeladen. Am 17. Mai 1935 gab er der Gestapo zu Protokoll: \u00abDas Flugblatt \u2039Dein Wort ist unseres Herzens Trutz\u203a habe ich verfasst, weil ich als Prediger des Wortes Gottes verpflichtet bin, unsere Gemeinden vor allen Menschenlehren zu warnen, die sie von Christus trennen.\u00bb\u00a0Das Evangelium macht uns zu Sklaven Gottes. Wir waren als S\u00fcnder nicht frei; wir sind auch als Erl\u00f6ste nicht frei. Als S\u00fcnder waren wir gefangen in der S\u00fcnde und im Tod und damit frei von der Gerechtigkeit (R\u00f6m 6,20). Als Erl\u00f6ste sind wir frei von der S\u00fcnde und vom Tod und damit Sklaven der Gerechtigkeit (R\u00f6m 6,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Sklaven Christi schulden wir Ihm Gehorsam. Wir sind schuldig, die Wahrheit des Evangeliums zu bewahren, zu verteidigen und zu lehren, was auch kommen mag. Wir schulden es dem Volk Gottes heute, dass wir das Evangelium vom Heil bewahren, verteidigen und lehren. Wir schulden es unseren Mitmenschen, dass wir ihnen die rettende Botschaft vom Heil unverf\u00e4lscht und unverk\u00fcrzt verk\u00fcndigen. Und das heisst: Sola scriptura; und das wiederum heisst: die Schrift ist irrtumslos, die Schrift ist klar, die Schrift gen\u00fcgt, und die Schrift ist wirksam.\u00a0Was die Zeugen der Reformationszeit und einen Wilhelm Busch trieb und was uns treiben muss, ist das eine grosse, alles andere verdr\u00e4ngende Verlangen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soli Deo gloria! \u2013 Gott allein die Ehre!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Benedikt Peters<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Zeitschrift Mitternachtsruf 10\/2017<\/em><\/p>\n<div class=\"wp-menu-arrow\"><\/div>\n<div class=\"wp-menu-name\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir denken in diesem Jahr zur\u00fcck an die gro\u00dfe geistliche Erweckung, die Gott mehreren L\u00e4ndern Europas vor 500 Jahren schenkte. 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