{"id":14902,"date":"2017-09-08T10:46:07","date_gmt":"2017-09-08T08:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14902"},"modified":"2017-09-08T10:46:07","modified_gmt":"2017-09-08T08:46:07","slug":"predigt-ueber-markus-101-12-von-der-unaufloeslichkeit-der-ehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14902","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Markus 10,1-12: Von der Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und er machte sich auf und kam von dort in das Gebiet von Jud\u00e4a und jenseits des Jordans. Und abermals lief das Volk in Scharen bei ihm zusammen, und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er sie abermals. <\/em><em>2<\/em><em>\u00a0Und Pharis\u00e4er traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden d\u00fcrfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. <\/em><em>3<\/em><em>\u00a0Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? <\/em><em>4<\/em><em>\u00a0Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. <\/em><em>5<\/em><em>\u00a0Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens H\u00e4rte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; <\/em><em>6<\/em><em>\u00a0aber von Beginn der Sch\u00f6pfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. <\/em><em>7<\/em><em>\u00a0Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau h\u00e4ngen, <\/em><em>8<\/em><em>\u00a0und die zwei werden &#8222;ein&#8220; Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern &#8222;ein&#8220; Fleisch. <\/em><em>9<\/em><em>\u00a0Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden. <\/em><em>10<\/em><em>\u00a0Und daheim fragten ihn abermals seine J\u00fcnger danach. <\/em><em>11<\/em><em>\u00a0Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegen\u00fcber die Ehe; <\/em><em>12<\/em><em>\u00a0und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe. (Markus 10,1-12)<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Ehe unter Beschuss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Scheidebrief <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mose hatte im sinaitischen Bund die Scheidung im Ausnahmefall erlaubt: \u201eWenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Sch\u00e4ndliches (hebr. <em>ervah<\/em>) an ihr gefunden hat, und er einen Scheidebrief (hebr. <em>sefer keritut<\/em>) schreibt und ihr in die Hand gibt\u2026\u201c (5 Mose 24,1), dann durfte er sich von ihr scheiden lassen. Auch wenn unklar blieb, was Mose mit \u201eSch\u00e4ndliches\u201c gemeint hat, so war doch klar geregelt, dass eine Scheidung m\u00f6glich war. So stand es in der Thorah. Entsprach also die Ehescheidung dem Willen Gottes? Mit dieser Frage wollten die Pharis\u00e4er Jesus eine Falle stellen und ihn m\u00f6glichst zu einer un\u00fcberlegten Antwort verf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die harten Herzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort Jesu ist eine Offenbarung \u00fcber den Zustand unserer Herzen: \u201eUm eures Herzens H\u00e4rte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben\u201c (Mt 10,5). Jesus offenbarte in seiner Antwort, dass der Scheidebrief nicht dem urspr\u00fcnglichen Willen Gottes entsprach. Doch weil die Herzen hart und kalt sind, erlaubte Gott die Ausstellung eines solchen Scheidebriefes. Der Herr erforscht unsere Herzen und kennt unsere Bosheit. Darum wusste er, dass solch ein Scheidebrief n\u00f6tig war. Wir k\u00f6nnen einander nicht dauerhaft lieben. Der Scheidebrief war eine sogenannte Notverordnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ehe-Vielfalt des AT<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die S\u00fcnde, die Adam und Eva in die Welt brachten brachte harte Herzen hervor. Diese harten Herzen erwiesen sich unf\u00e4hig, die Ehe so zu gestalten, wie Gott es sich vorgestellt hatte. Wir sehen das in der Ehe von Abraham und Sarah, wir sehen das bei Isaak und Rebekka oder bei Jakob, Lea und Rahel. Wir sehen die Vielehe bei David, der dadurch seine Thronfolge sicherte, und Salomo, der die Frauen so sehr liebte, dass er es auf 700 Haupt- und 300 Nebenfrauen brachte. Die Ehe-Vielfalt im Alten Israel war Ausdruck der Herzensh\u00e4rte, dort hatte sie ihren Ursprung, von dort her muss sie verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EKD hat bereits in ihrer Schrift \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit\u201c (2013) diese Vielfalt als Grundlage f\u00fcr die Erweiterung des Eheverst\u00e4ndnisses auch in den evangelischen Kirchen herangezogen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAngesichts der Vielfalt biblischer Bilder und der historischen Bedingtheit des familialen Zusammenlebens bleibt entscheidend, wie Kirche und Theologie die Bibel auslegen und damit Orientierung geben. Ein normatives Verst\u00e4ndnis der Ehe als \u201eg\u00f6ttliche Stiftung\u201c und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Sch\u00f6pfungsordnung entspricht nicht der Breite des biblischen Zeugnisses.\u201c (Zwischen Autonomie und Angewiesenheit, S. 54)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Breite des biblischen Zeugnisses weist tats\u00e4chlich eine gro\u00dfe Vielfalt \u201efamilialen Zusammenlebens\u201c auf. Wer wollte das bestreiten. Doch die Bibel beschreibt auch Mord und Totschlag, ohne dies zur Norm machen zu wollen. Die Bibel verschweigt die \u201eharten Herzen\u201c und die daraus resultierende Unf\u00e4higkeit des Menschen, das Miteinander von Mann und Frau in der g\u00f6ttlichen Eheordnung zu leben, eben nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch sie stellt dieser s\u00fcndhaften Vielfalt auch die g\u00f6ttliche Ordnung und Norm entgegen: \u201eAm Anfang hat Gott sie geschaffen als Mann und als Frau.\u201c Das ist die Norm, an der wir uns orientieren sollten. Die EKD dagegen will die von der S\u00fcnde verursachte Vielfalt zur Norm erheben. Und weil sie diese Vielfalt eben auch in der Bibel findet, m\u00f6chte sie damit eine neue \u201eEthik der Vielfalt\u201c begr\u00fcnden. Eine teuflische Verkehrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Demontage der Ehe durch den Bundestag und die EKD<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 30. Juni stimmten 393 Abgeordnete des Deutschen Bundestages bei 226 Gegenstimmen und vier Enthaltungen f\u00fcr die Einf\u00fchrung der sogenannten \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c. Ein schwarzer Tag f\u00fcr unser Land. Vier Tage zuvor, am 26.6.2017, hatte Angela Merkel in einem \u00f6ffentlichen Interview mit der Zeitschrift Brigitte gesagt, dass die Frage nach einer \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare eher durch eine Gewissenfrage im Bundestag entschieden werden sollte, als dass \u201esie jetzt mit irgendeinem Mehrheitsbeschluss etwas durchpauken wolle\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit hatte sie den Weg frei gemacht f\u00fcr einen Bundestagsbeschluss unter Aufhebung des Fraktionszwanges. In ihrer Antwort erw\u00e4hnte Sie, dass Sie der \u00dcberzeugung sei, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften die gleichen Werte wie z. B. \u201eVerbindlichkeit\u201c gelebt w\u00fcrden, wie in herk\u00f6mmlichen Ehen. Allein die Wortwahl (\u201eVerbindlichkeit\u201c) verr\u00e4t die geistige Vorarbeit der EKD, die seit Jahren die Begriffe \u201eVerbindlichkeit, Verl\u00e4sslichkeit, und Treue\u201c als die eigentlich konstitutiven Wesensmerkmale einer Ehe propagiert. Damit hat die EKD die \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare geistig und argumentativ vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur zwei Tage nach dem Brigitte-Interview und zwei Tage vor der Abstimmung im Bundestag kam noch einmal Sch\u00fctzenhilfe vom Rat der EKD in Hannover:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eF\u00fcr die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind Vertrauen, Verl\u00e4sslichkeit und die \u00dcbernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung.\u00a0Aus Sicht der EKD bietet die Ehe daf\u00fcr beste Voraussetzungen und ist deshalb ein Zukunftsmodell. Sie bildet den rechtlichen Rahmen f\u00fcr ein Zusammenleben von zwei Menschen, das auf lebenslanger Treue beruht. Dass auch f\u00fcr gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollst\u00e4ndig ge\u00f6ffnet wird, in dem Vertrauen, Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen gesch\u00fctzt und unterst\u00fctzt werden, begr\u00fc\u00dft die EKD. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschm\u00e4lert. Im Gegenteil \u2013 sie wird noch einmal unterstrichen.\u201c (Pressemeldung vom 28.6.2017)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Argumentationslinien von Kirche und Politik sind v\u00f6llig gleichgeschaltet. Der Gesetzestext sagt dann auch: <em>\u201eDie Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.\u201c<\/em> (Erg\u00e4nzung von \u00a7 1353 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verfassungsbruch und Aufl\u00f6sung der Ordnungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundestag hat mit dieser Entscheidung gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik versto\u00dfen und damit Verfassungsbruch begangen. Dort wird die Ehe unter den besonderen Schutz des Staates gestellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEhe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.\u201c (Artikel 6, Absatz 1, GG).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die V\u00e4ter der Verfassung dachten hierbei selbstverst\u00e4ndlich an eine Ehe von Mann und Frau, was nicht extra ausgef\u00fchrt werden musste. Das Verfassungsgericht hatte noch 2002 geurteilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Ehe ist \u201edie Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft\u2026 Sie kann \u201enur mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts geschlossen werden, da ihr als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner innewohnt\u201c (BVerfG am 17.7.2002).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind l\u00e4ngst in einem Staatswesen angelangt, in dem Recht verdreht und gebeugt wird. Die Kirche ist zum willigen Helfershelfer geworden und bereitet die Aufl\u00f6sung der Gebote und Zerst\u00f6rung der Ordnungen Gottes vor. Gottes Wort warnt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWeh denen, die B\u00f6ses gut und Gutes b\u00f6se nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer s\u00fc\u00df und aus s\u00fc\u00df sauer machen\u201c (Jesaja 5,20).<br \/>\n<strong><br \/>\n<\/strong><\/em>Die Geschichte des Volkes Gottes lehrt uns, dass die Aufl\u00f6sung der g\u00f6ttlichen Ordnungen Chaos, Willk\u00fcr, Gesetzlosigkeit, Lieblosigkeit, Grausamkeit und schlie\u00dflich das Gericht Gottes nach sich ziehen wird. Der Bundestag hat per Beschluss eine g\u00f6ttlich gesetzte Ordnung angegriffen und so der sexuellen Verirrung den Anstrich der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit gegeben. Wir sind auf dem Weg nach Sodom und Gomorrha. Wir sind auf dem Weg ins Gericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ehe und ihre Wesensmerkmale<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ehe ist eine Stiftung Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Wesensmerkmal der Ehe ist, dass sie eine Stiftung Gottes ist: \u201eaber von Beginn der Sch\u00f6pfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.\u201c Jesus erinnert hier an den sechsten Tag der ersten Weltwoche: \u201eUnd Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und er schuf sie als Mann und als Frau\u201c (1 Mose 1,27). Gott selbst stiftet die Ehe, indem er den Mann aus Erde und aus der Seite des Mannes die Frau schafft. Alle Initiative geht von Gott aus. Gott ist der Handelnde: Gott schuf! Er hat sich den Menschen als ein in Mann und Frau geteiltes Wesen erdacht und hat diesen Gedanken auch so umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EKD dagegen lehrt: \u201eEin normatives Verst\u00e4ndnis der Ehe als \u201eg\u00f6ttliche Stiftung\u201c und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Sch\u00f6pfungsordnung entspricht nicht der Breite des biblischen Zeugnisses.\u201c (Zwischen Autonomie und Angewiesenheit)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus jedoch unterstreicht hier genau dieses \u201enormative Verst\u00e4ndnis\u201c des Sch\u00f6pfungsberichtes. Die biblische Norm macht sich an der Sch\u00f6pfungsordnung fest. Darum ist es auch so wichtig, dass wir an der Historizit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsberichtes festhalten. Jesus f\u00fchrt uns von der Realit\u00e4t ehelicher Vielfalt hin zur Norm, die Gott von Anfang an beabsichtigt hatte: \u201eAber von Beginn der Sch\u00f6pfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.\u201c Das ist die g\u00f6ttliche Norm, an der wir uns orientieren sollen. Gott stiftet die Ehe von Mann und Frau als eine gute, hilfreiche und segensreiche Ordnung in diese Sch\u00f6pfung hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ehe als Bund von Mann und Frau <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAber von Beginn der Sch\u00f6pfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.\u201c <\/em>Gott hat den Menschen ganz bewusst in dieser Zweipoligkeit geschaffen. Und in dieser Zweipoligkeit repr\u00e4sentieren beide die Ebenbildlichkeit Gottes. Gottes Ebenbild ist eben nicht nur im Mann oder nur in der Frau oder in zwei M\u00e4nnern oder zwei Frauen zu finden, sondern in der Erschaffung von Mann und Frau. Beide zusammen in dieser Zweipoligkeit sind Ebenbild Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zweipoligkeit des Ehebundes ist ein konstitutives Wesensmerkmal der Ehe. Nicht die in der Ehe gelebten und ver\u00e4nderlichen Eigenschaften wie Treue, Verbindlichkeit oder Verl\u00e4sslichkeit konstituieren die Ehe, sondern die gesch\u00f6pfliche Vorgabe der Zweigeschlechtlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese von Gott vorgegebene Zweigeschlechtlichkeit steht heute massiv unter Beschuss. Die Wirklichkeit wird durch zwei gro\u00dfe L\u00fcgen entstellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.1\u00a0\u00a0\u00a0 Die Gender-L\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Simone Beauvoir hatte behauptet: \u201eEine Frau wird nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht\u201c. Die Ideologie des Gender-Mainstreaming baut auf der Vorstellung auf, dass die Sexualit\u00e4t des Menschen nur eine kulturelle Rolle sei, die ihm von au\u00dfen aufgezw\u00e4ngt werde. In der Weiterentwicklung dieser Gedanken (z. B. bei Judith Butler) wird davon ausgegangen, dass es nicht nur zwei Geschlechter, sondern viele Geschlechter gibt und die Grenzen zwischen den Geschlechtern flie\u00dfend sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Frage: \u201eWie viele Geschlechter gibt es?\u201c antwortet der Biologe und Sozialwissenschaftler \u201eHeinz-J\u00fcrgen Vo\u00df\u201c im Chrismon-Interview (September 2013): \u201eUnz\u00e4hlige\u201c. Auf die Frage des Journalisten \u201eIst das der neueste Stand der Forschung?\u201c folgt die v\u00f6llig abstruse Antwort: \u201eBis in die 1920er Jahre sprach man von Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologischen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung l\u00e4ngst weiter ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.2\u00a0\u00a0\u00a0 Die &#8222;Ehe f\u00fcr alle&#8220;-L\u00fcge<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist die L\u00fcge, dass auch eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft eine Ehe sei, wie es Bundestag und EKD-F\u00fchrung vertreten. Wenn ein schwules oder lesbisches Paar verl\u00e4sslich und verbindlich Ja zueinander sage, dann k\u00f6nne auch diese Verbindung als Ehe bezeichnet werden. Jesus dagegen zeigt uns mit Blick auf den Sch\u00f6pfungsbericht, dass der Ehebund zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen wird. Eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft kann keine Ehe sein, weil ihr die Zweigeschlechtlichkeit fehlt. Die Ebenbildlichkeit zu Gott wird in entscheidender Weise durch die geschlechtliche Bipolarit\u00e4t des Ehepaares zum Ausdruck gebracht. Au\u00dferdem kann ein gleichgeschlechtliches Paar kein Ehepaar im eigentlichen Sinne sein, weil es sich schon aus biologischen Gr\u00fcnden dem Segen der Fruchtbarkeit verschlie\u00dft. Niemals kann ein homosexuelles Paar einen Ehebund schlie\u00dfen, weil die konstitutiven (Stiftung Gottes, Zweigeschlechtlichkeit, Fruchtbarkeit) Merkmale der Ehe fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ehebund ist ein von Gott gestifteter Bund zwischen einem Mann und einer Frau, die gemeinsam offen sind f\u00fcr den Segen der Fruchtbarkeit. Niemand hat das Recht, diesen von Gott eingesetzten Bund beliebig zu ver\u00e4ndern, zu erweitern und umzudefinieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Verlassen der Herkunftsfamilie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDarum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau h\u00e4ngen.\u201c <\/em>Es ist Aufgabe des Mannes und der Frau, das Elternhaus zu verlassen, und es ist Aufgabe der Eltern, die Kinder loszulassen. Wenn diese Losl\u00f6sung vom Elternhaus nicht gelingt, besteht die Gefahr, dass die Ehe darunter leidet oder sogar zerst\u00f6rt wird. Der Mann soll an seiner Frau \u201eh\u00e4ngen\u201c oder \u201ekleben\u201c und eben nicht mehr an seinem Elternhaus. Wenn der Mann an seiner Frau \u201eh\u00e4ngt\u201c oder \u201eklebt\u201c, dann ist hier von einer dauerhaften Verbindung die Rede. Beide sind untrennbar miteinander verbunden. Das ist die gute g\u00f6ttliche Norm, die uns der Sch\u00f6pfungsbericht vermittelt und die wir als Christen anstreben sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die k\u00f6rperliche Einheit und der Segen der Fruchtbarkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e\u2026 und die zwei werden &#8222;ein&#8220; Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern &#8222;ein&#8220; Fleisch.\u201c <\/em>Mann und Frau werden in der Ehe \u201eein Fleisch\u201c. Es ist wichtig, dass dieses \u201eEin-Fleisch-Werden\u201c in der Ehe geschieht. Nicht vor der Ehe und nicht au\u00dferhalb der Ehe. Gott gibt das Geschenk der Sexualit\u00e4t in den Ehebund hinein. Hier in der Geborgenheit einer lebenslangen Treuebeziehung soll das Geschenk der Sexualit\u00e4t und der Fruchtbarkeit gelebt und empfangen werden: <em>\u201eU<\/em><em>nd Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan\u201c (1 Mose 1,27.28)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die k\u00f6rperliche Einheit kommt im \u201eEin-Fleisch-Werden\u201c zum Ausdruck. Mann und Frau werden zu einer k\u00f6rperlichen Einheit. Sie verlassen ihre Herkunftsfamilien und gr\u00fcnden ihre eigene Familie. Sie leben im selben Haus, sie gehen dieselben Wege, verfolgen dieselben Ziele, sie geh\u00f6ren einfach zusammen. Es liegt auf der Hand, dass mit dem \u201eEin-Fleisch-Werden\u201c auch die k\u00f6rperliche Einheit im Blick ist. Sie werden eben auch k\u00f6rperlich eins (hebr. <em>echad<\/em>). Es ist ein einzigartiges Wunder, dass die K\u00f6rper von Mann und Frau so erschaffen wurden, dass eine geschlechtliche Verschmelzung anatomisch m\u00f6glich ist, die zugleich die Zeugung von Kindern erm\u00f6glicht. Ein geniales Wunder eines sch\u00f6pferischen Gottes \u00fcber das wir kaum noch staunen, weil es uns so selbstverst\u00e4ndlich erscheint. In einer homosexuellen Beziehung ist eine solche k\u00f6rperliche Verschmelzung auch aus anatomischen Gr\u00fcnden ausgeschlossen. Es gibt nur eine Nach\u00e4ffung, die ganz offensichtlich nicht der urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6pferabsicht entspricht. Nur wenn Mann und Frau k\u00f6rperlich \u201eein Fleisch\u201c werden, besteht auch die M\u00f6glichkeit, dass Leben weitergegeben und ein Kind entstehen kann. Auch dies ist ein konstitutives Merkmal f\u00fcr den Ehebund. Darum handelt es sich bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht um Ehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Verbot der Ehescheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWas nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden. <\/em><em>10<\/em><em>\u00a0Und daheim fragten ihn abermals seine J\u00fcnger danach. <\/em><em>11<\/em><em>\u00a0Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegen\u00fcber die Ehe; <\/em><em>12<\/em><em>\u00a0und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier wird noch einmal deutlich: Gott hat Mann und Frau zu einem Treuebund zusammengef\u00fcgt. Der Mensch hat nicht das Recht, diesen Bund aufzul\u00f6sen. Viel zu leichtfertig gehen wir heute mit dem Geschenk der Ehe um. Jesus sagt: Es soll nicht sein. Gott hat es zusammengef\u00fcgt, der Mensch soll es nicht scheiden. Jesus verbietet die Ehescheidung an dieser Stelle ohne Ausnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies gilt im Zusammenhang mit der sogenannten \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c auch im \u00fcbertragenen Sinn: Was Gott als Ehebund zusammengef\u00fcgt hat, n\u00e4mlich einen Mann und eine Frau, dass darf der Mensch nicht aufl\u00f6sen, uminterpretieren und beliebig erweitern. Es ist Gottes Zusammenf\u00fcgung, die nicht durch Mehrheitsbeschl\u00fcsse ge\u00e4ndert und uminterpretiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Harte Herzen brauchen Gottes Geist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Harte Herzen brechen Ehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus sagt uns, dass unsere harten Herzen das Problem sind. \u201e<em>Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens H\u00e4rte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben<\/em>.\u201c Weil unsere Herzen hart sind, wird unsere Liebe kalt, erheben wir uns \u00fcber den anderen, werden wir undankbar, \u00fcbersehen wir die eigenen Fehler und sto\u00dfen uns an den Fehlern des anderen. Unsere harten Herzen sind der Grund, warum wir es uns gegenseitig so schwer machen in unseren Ehen. Weil unsere Herzen hart sind, verkehren wir die guten Sch\u00f6pfungsabsichten Gottes in ihr Gegenteil. Weil die Herzen hart sind, verlassen wir Gottes gute Ordnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir brauchen ver\u00e4nderte Herzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen also bei uns anfangen. Wir m\u00fcssen bei unseren Herzen anfangen. Die harten Herzen m\u00fcssen weiche Herzen werden, die durchl\u00e4ssig sind f\u00fcr Gottes Liebe, seinen Geist und seinen guten Sch\u00f6pferwillen. Gottes Wort ruft uns zur Umkehr. Nur wenn wir die selbstgew\u00e4hlten Irrwege verlassen, S\u00fcnde bekennen und Gottes Vergebung in Jesus Christus in Anspruch nehmen, werden unsere harten Herzen weich. Nur dann k\u00f6nnen unsere Ehen heil und stark werden. Nur dann k\u00f6nnen auch unsere sexuellen Fehlorientierungen ver\u00e4ndert werden. Wir haben solch eine wundersch\u00f6ne Jahreslosung, an die ich hier noch einmal erinnern m\u00f6chte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.\u201c (Hesekiel 36,26.27)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bitten f\u00fcr ver\u00e4nderte Herzen und erneuerte Ehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen Jesus Christus bitten, dass er anf\u00e4ngt, unsere Herzen zu ver\u00e4ndern, dass er uns die harten Herzen von S\u00fcnden reinigt und diese weich macht und mit Liebe erf\u00fcllt, damit wir in unseren Ehen so leben k\u00f6nnen, wie Gott es sich von Anfang an vorgestellt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen Jesus Christus auch f\u00fcr die Ehen bitten in unserem Umfeld, die angefochten sind und die drohen, an harten Herzen zu zerbrechen. Beten wir, dass der Herr diesen Eheleuten hilft, wieder zueinander zu finden. Wir beten, dass der Herr kaputte Ehen heil macht und erneuert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen Jesus Christus bitten, dass er den Menschen hilft, die gegen ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen k\u00e4mpfen, diese durch den Geist Gottes zu \u00fcberwinden. Wir wollen beten, dass Gott denen die Augen \u00f6ffnet, die sich auf Irrwegen verlaufen und in L\u00fcgen verstrickt haben. Wir wollen beten f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen, dass es ihnen gelingt, eine gesunde m\u00e4nnliche und weibliche Identit\u00e4t zu entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen beten f\u00fcr unser Land und unsere Kirchen und daf\u00fcr eintreten, dass Verantwortungstr\u00e4ger falsche Beschl\u00fcsse zur\u00fccknehmen und Gottes Ordnungen wieder eingesetzt und aufgerichtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Predigt im Abendmahlsgottesdienst in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes am 3.9.2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und er machte sich auf und kam von dort in das Gebiet von Jud\u00e4a und jenseits des Jordans. 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