{"id":14851,"date":"2017-08-23T15:43:49","date_gmt":"2017-08-23T13:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14851"},"modified":"2017-08-23T15:44:44","modified_gmt":"2017-08-23T13:44:44","slug":"ehe-bleibt-ehe-eine-stellungnahme-der-bekenntnisbewegung-kein-anderes-evangelium-zu-der-sogenannten-ehe-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14851","title":{"rendered":"Ehe bleibt Ehe &#8211; Eine Stellungnahme der Bekenntnisbewegung \u201eKein anderes Evangelium\u201c zu der sogenannten \u201eEhe f\u00fcr Alle\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 30. Juni 2017, hat der Deutsche Bundestag eine Erg\u00e4nzung von \u00a7 1353 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beschlossen, der jetzt lautet: \u201eDie Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.\u201c\u00a0Diese Entscheidung wurde von Seiten der evangelischen Kirchen ma\u00dfgeblich vorbereitet und bereits im Voraus \u00f6ffentlich begr\u00fc\u00dft.\u00a0Der Vorgang kann in seinen beiden Aspekten, dem staatlichen wie dem kirchlichen, nur als katastrophal bezeichnet werden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Etikettenschwindel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bundestagsentscheidung \u00fcbertr\u00e4gt die Bezeichnung \u201eEhe\u201c auf etwas, das nicht Ehe ist. Das f\u00fchrt den Sinn von Sprache ad absurdum. Ein Ding wird nicht etwas anderes, indem man es anders benennt.\u00a0Die Ehe ist \u201edie Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft\u201c (BVerfG am 17.7.2002). Als solche ist sie nicht vom Staat erschaffen, sie ist ihm vielmehr \u2013 von Gott, mit der Erschaffung des Menschen \u2013 vorgegeben (Gen\u00a01,27f; 2,18-25). Der Gesetzgeber kann Ehe darum nicht nach dem Geschmack wechselnder Mehrheiten definieren. Er kann sie nur als gegeben voraussetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Umdefinition der Ehe ist logisch so legitim und so sinnvoll wie der Satz: \u201eEin Wassermolek\u00fcl besteht aus einem Sauerstoffatom sowie zwei Wasserstoffatomen oder einem Kohlenstoffatom\u201c. Damit h\u00e4tte man giftiges Kohlenmonoxid (CO) zu gesundem Wasser (H2O) umdefiniert. Das kann man gesetzlich beschlie\u00dfen. Aber an Wesen und Wirkung des Kohlenmonoxids w\u00fcrde das nichts \u00e4ndern.\u00a0Gleiches gilt f\u00fcr die Ehe. Sie kann \u201enur mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts geschlossen werden, da ihr als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner innewohnt\u201c (ebenfalls BVerfG am 17.7.2002).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das schlie\u00dft nicht aus, da\u00df Menschen auch andere Gemeinschaften schlie\u00dfen und da\u00df der Gesetzgeber solche anderen Gemeinschaften mit gleichen Rechten ausstattet. Aber damit werden solche anderen Gemeinschaften nicht zur Ehe. Und sie als Ehe zu bezeichnen ist semantischer Betrug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Kulturbruch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sehr die Ehe in der Sch\u00f6pfung des Menschen gegeben und in seiner Biologie angelegt ist, so zeigt doch die biblische Offenbarung ebenso wie die historische Beobachtung, da\u00df ihre Realisierung erst am Ende jahrhundetelanger kultureller Arbeit stand. Sie hat sich durchgesetzt, weil sie dem Wesen des Menschen entspricht und weil sie sich als Keimzelle der Gesellschaft, als Ort der Solidarit\u00e4t, Reproduktion, Sozialisation und Tradition besser bew\u00e4hrt hat als jede andere Form des Zusammenlebens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum war die lebenslange Ehe eines Mannes und einer Frau als Kern einer Familie aus Eltern und Kindern jahrtausendelang das Fundament menschlicher Kultur auch weit \u00fcber den von j\u00fcdisch-christlicher Religion bestimmten Bereich hinaus \u2013 auch wenn sie st\u00e4ndig gegen regressive Tendenzen ungeordneter, entfesselter Sexualit\u00e4t verteidigt werden mu\u00dfte, wie es schon die Auseinandersetzung des Apostels Paulus mit den Sexualpraktiken seiner Zeit beweist (z.\u00a0B.\u00a0R\u00f6mer\u00a01;\u00a01.\u00a0Kor. 6,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beschluss des Bundestages bricht mit diesem Kernst\u00fcck abendl\u00e4ndischer Kultur. Die gesellschaftlichen Folgen sind ebenso absehbar wie katastrophal: Entsolidarisierung auf der einen und demographischer Kollaps auf der anderen Seite.\u00a0Heranwachsende werden im Prozess der Identifikation mit ihrem biologischen Geschlecht verunsichert, wenn ihnen vorgespiegelt wird, da\u00df Menschen gleichen Geschlechtes \u201eheiraten\u201c. Die Ausbildung stabiler mit sich selbst identischer Pers\u00f6nlichkeiten wird behindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Sakrileg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut der Heiligen Schrift ist die Erg\u00e4nzung der unterschiedlichen Geschlechter zu einer sch\u00f6pferischen Einheit in der Ehe Ausdruck der Bestimmung des Menschen zum Ebenbild des dreieinigen Gottes (1.\u00a0Mose\u00a01,27f in Verbindung mit 2,18-25; Epheser 5,25-32).\u00a0Demgem\u00e4\u00df bewertet der Apostel Paulus die Abwendung von der sch\u00f6pfungsm\u00e4\u00dfigen Zuordnung der Geschlechter als Abwendung vom Sch\u00f6pfer und Verkehrung seines Bildes, mithin als G\u00f6tzendienst (R\u00f6mer\u00a01,21-27).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Folgerungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Lehre und Praxis der christlichen Kirche sind staatliche Entscheidungen, gesellschaftliche Mehrheiten und Trends ohne Bedeutung. Sie orientiert sich ausschlie\u00dflich am Wort Gottes, wie es in Christus offenbart und in der Heiligen Schrift bezeugt ist. Hierin ist das Bekenntnis der Bekennenden Kirche vom 31. Mai 1934 in Barmen von bleibender G\u00fcltigkeit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.\u201c (Barmer Theologische Erkl\u00e4rung, These\u00a0I)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir verwerfen die falsche Lehre, als d\u00fcrfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen \u00dcberzeugungen \u00fcberlassen.\u201c (Barmer Theologische Erkl\u00e4rung, These\u00a0III)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Kirche bleibt die Sch\u00f6pfungsordnung Gottes, wie sie von Christus best\u00e4tigt wurde (Markus\u00a010,6-9), ungeachtet des Wechsels politischer Mehrheiten und gesetzlicher Regelungen unver\u00e4ndert g\u00fcltig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine kirchliche Segnung und erst recht Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ist somit in sich unm\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum ermutigen wir alle Pfarrer, die sich an ihr Ordinationsgel\u00fcbde gebunden wissen, sich allen dahingehenden Forderungen zu verweigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bitten alle Gemeindeleitungen, die sich der Heiligen Schrift und den Bekenntnissen der evangelischen Kirche verpflichtet wissen, ihre Pfarrer darin zu unterst\u00fctzen und derartige Trauungen und Segnungen f\u00fcr ihre Gemeinden durch formellen Beschluss auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bitten alle an den Auseinandersetzungen Beteiligten, stets daran zu denken, da\u00df auch der anders Denkende, ja auch der nach unserer tiefsten \u00dcberzeugung Irrende, Ebenbild Gottes ist und gleichen Anspruch auf W\u00fcrde und Respekt hat, wie wir selbst.<\/p>\n<p><em>Bekenntnisbewegung \u201eKein anderes Evangelium\u201c im August 2017<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 30. 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