{"id":14784,"date":"2017-07-28T19:36:43","date_gmt":"2017-07-28T17:36:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14784"},"modified":"2017-07-28T19:37:45","modified_gmt":"2017-07-28T17:37:45","slug":"komplett-geborgen-predigt-ueber-ps-1395","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14784","title":{"rendered":"&#8222;Komplett geborgen&#8220;. Predigt \u00fcber Ps. 139,5"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Psalm 139,5: \u201eVon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern, diese steile Treppe zur Kanzel hier erinnert mich an eine Geschichte von einem jungen Pfarrer, der zum ersten Mal Dienst zu tun hatte in einem Gef\u00e4ngnis. Da waren 500 Strafgefangene versammelt. Und da war auch so eine steile Treppe zur Kanzel. Die Versammelten warteten nat\u00fcrlich auf alles andere, aber nicht auf das Wort Gottes. Da geht der Pfarrer die steile Treppe hoch und tritt aus Versehen auf seinen Talar, was ich jetzt tunlichst vermieden habe, und rutscht die ganze Treppe wieder hinunter mit einem gro\u00dfen Krach. Der ganze Saal tobt! Das war genau die Gaudi, die man sich\u00a0erhofft hatte. Dann geht der Pfarrer wieder die Treppe hoch, beugt sich \u00fcber die Br\u00fcstung und sagt zu den Leuten: \u201eGenau deswegen bin ich heute hierher zu euch gekommen, um euch zu sagen und zu zeigen: Ein Mensch kann fallen, aber er kann auch wieder aufstehen.\u201c Da hatte er die Situation genial gerettet und hat ihnen noch eine gute Botschaft mitgegeben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir, das ist f\u00fcr mich ein Wort k\u00f6stlicher g\u00f6ttlicher, geistlicher Geborgenheit in einer ungeborgenen Zeit, in einer ungeborgenen Welt. Wenn es das gibt, dann kann man ruhig die Frage stellen, was gibt es eigentlich K\u00f6stlicheres, als geborgen zu sein in einer ungeborgenen Zeit und einer ungeborgenen Welt. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man sagen, so fromm wie David, von dem dieser Psalm ja stammt, bin ich leider nicht. Das werde ich wohl nie so intensiv erfahren k\u00f6nnen wie er. Aber das w\u00e4re ein gro\u00dfer Trugschluss! Diese Geborgenheit, die ist f\u00fcr jeden erlebbar, sie ist wirklich greifbar, und Gott will sie durch den Heiligen Geist uns allen geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben jetzt eine lange Reise hinter uns. Heute geht es wieder nach Hause. Wir waren drei Wochen unterwegs, hatten manche Vortragsdienste, aber zwischendurch auch ein paar Urlaubstage. Der erste Dienst war in Wei\u00dfenfels in Sachsen-Anhalt. Dort stehen wir in Verbindung mit einem Ehepaar, die hatten das arrangiert. Die hatten mich irgendwann einmal bei Bibel TV gesehen und hatten dann Kontakt aufgenommen und wir kamen per eMail ins Gespr\u00e4ch. Dieser Dienst war schon fast ein halbes Jahr vorher eingef\u00e4delt worden, und dann schrieb sie ein paar Wochen vorher, es h\u00e4ngt alles noch an einem seidenen Faden. Der Mann war schwer erkrankt und hatte eine lebensgef\u00e4hrliche Operation, Prostata-Entfernung, alles, aber noch viel mehr. Wenige Tage nach der Operation schrieb sie mir. Ich lese mal ein paar S\u00e4tze aus dieser Mail vor:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein Mann war w\u00e4hrend dieser Zeit oft so ersch\u00f6pft und mutlos, dass er am liebsten sterben wollte. Aber ich wollte das nicht zulassen, dass er so resigniert. Ich wei\u00df, wie das ist, wenn man in ein tiefes Loch f\u00e4llt. H\u00e4rter als ich wollte sagte ich ihm eines Tages: Ich hei\u00dfe nicht Frau Hiob, die ihrem armen Mann den dummen Rat gab, seinem Gott abzusagen und zu sterben. Ich hei\u00dfe Frau \u2026, die dir jetzt sagt: Pack die Hand deines Herrn fester und warte auf seinen Zeitpunkt zum Sterben! Ich wei\u00df nicht, ob das richtig war. Jedenfalls war es nicht lieblos gemeint. Und nun freue ich mich, dass er heute nach Hause kommt. Soeben bekam ich die telefonische Best\u00e4tigung. Ich glaube und sp\u00fcre, dass solche schlimmen Erfahrungen Jesus-Nachfolger im Glauben st\u00e4rken k\u00f6nnen. Was auch kommt, wir wollen ihm weiter angeh\u00f6ren und vertrauen, seine Zeugen sein im Leben und Sterben mit dem gr\u00f6\u00dften Beistand, den es \u00fcberhaupt gibt, mit Gottes Kraft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So spricht jemand, der diese Geborgenheit kennt. Die w\u00fcnsche ich uns allen. Und deswegen soll diese Predigt dazu dienen, dass wir uns \u00f6ffnen f\u00fcr die Geborgenheit Gottes in einer ungeborgenen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man ja sagen, der David, der hatte es ja gut, der K\u00f6nig von Israel, dem so viele dienten. Ein Gl\u00fcckskind. Wenn der von Geborgenheit spricht, dann kann man das ja nachvollziehen. Gott war doch von fr\u00fch bis Abend bei ihm. Wer so denkt, der kennt wahrscheinlich die David-Geschichte gar nicht. Die David-Geschichte ist n\u00e4mlich voll von lauter Ungeborgenheiten. Und jetzt kommt uns dieser Mann pl\u00f6tzlich ganz nahe, wenn wir sein konkretes Leben einmal betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fangen wir bei seiner Kindheit an. Der eigene Vater vergisst ihn. Wir kennen ja vielleicht Davids Biographie. Da kommt der Prophet Samuel und will den K\u00f6nig von Israel salben aus der ganzen Schar der S\u00f6hne. Und dann marschieren sie alle an, einer selbstbewusster als der andere, jeder in der \u00dcberzeugung, dass er es doch sein m\u00fcsste. Und alle laufen vorbei, aber Samuel sagt nichts. Da ist der K\u00f6nig von Israel nicht dabei. Und dann fragt er den Vater: \u201eHast du nicht noch mehr S\u00f6hne?\u201c Und erst da erinnert sich der Vater: \u201eJa, stimmt ja. Da ist ja noch einer drau\u00dfen auf dem Feld. Soll ich den wirklich holen? Ein Hirtenjunge, der stinkt.\u201c Und Samuel sagt: \u201eHol ihn!\u201c Man k\u00f6nnte meinen, das sei eine nette Geschichte, aber da steckt mehr dahinter, tiefe Entt\u00e4uschung, innerhalb der eigenen Familie f\u00fcnftes Rad am Wagen zu sein. Vom eigenen Vater vergessen zu sein, das steckt man nicht so schnell weg. Das ist Ungeborgenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenig sp\u00e4ter beauftragt ihn der Vater, da stand Israel im Kampf gegen Goliath: \u201eBring doch deinen Br\u00fcdern mal ein paar Brote zur St\u00e4rkung.\u201c David macht sich auf und geht ins Heerlager, sieht den Riesen Goliath, und dann geht er zu seinen Br\u00fcdern und wird von einem Bruder sehr unfreundlich empfangen: \u201eWas machst du denn hier? Mach dich weg!\u201c Und David sagt: \u201eIch soll euch etwas bringen.\u201c \u2013 \u201eNein! Du bist doch nur gekommen um uns hier zu beobachten!\u201c Der eigene Bruder!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist es nicht schlimm, wenn die Geschwister einen so verkennen? Der Vater vergisst ihn. Die Br\u00fcder verkennen ihn. Und es geht noch weiter. Dann, als David K\u00f6nig war und diesen wunderbaren Tag erleben konnte, die Bundeslade wieder heimzuholen, die damals Inbegriff war der N\u00e4he und Geborgenheit Gottes, da \u00fcberkommt ihn der Heilige Geist und er f\u00e4ngt an, mitten auf offener Stra\u00dfe zu tanzen und Gott Loblieder zu singen. Seine Frau Michal schaut hinter der Gardine ihm zu, r\u00fcmpft die Nase, und als er in seiner gro\u00dfen Freude zu ihr kommt und eigentlich erwarten d\u00fcrfte, dass seine Frau Anteil nimmt an dieser Freude, dass die Bundeslade wieder da ist, empf\u00e4ngt sie ihn mit Spott: \u201eNa, heute hat sich ja der K\u00f6nig von Israel wieder ganz sch\u00f6n blamiert.\u201c Das ist Ungeborgenheit, wenn die eigene Frau einen nicht mehr versteht. Das hat er alles mitgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann fliegen die Speere durch Saul. David muss sich verbergen und verstecken und fliehen. Und irgendwann kommt sein eigener Sohn Absalom auf die Idee, seinen Vater vom K\u00f6nigsthron zu st\u00fcrzen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Merken Sie, liebe Br\u00fcder und Schwestern, das sind alles Worte mit \u201ever\u201c. Der Vater vergisst ihn. Die Br\u00fcder verkennen ihn. Die Ehefrau verspottet ihn. Saul und Absalom verfolgen ihn. Aber es geht immer noch weiter. Dann ist er auf der Flucht vor Saul und hat ein kleines Dorf Ziklag erobert, wo er sich ein St\u00fcckchen niederl\u00e4sst. Die Amalekiter bedrohen ihn. Dreihundert Freunde sind ihm nur noch geblieben. Und dann machen sie einen Zug und kommen abends zur\u00fcck und Ziklag ist niedergebrannt. Alle Frauen und Kinder und das Wenige, was er noch hatte, war weg. Und die Freunde, die angeblichen Freunde sammeln Steine und wollen sich r\u00fcsten, ihn zu steinigen. Die Freunde verlassen ihn. Wieder ein \u201ever\u201c. Ist das nicht Ungeborgenheit pur, wenn die paar Leute, auf die ich mich meinte, noch verlassen zu k\u00f6nnen, mir auch den R\u00fccken zuwenden? Das hat David durchgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann steht in 1. Samuel 30, wo von dieser Begebenheit berichtet wird, \u201eaber David st\u00e4rkte sich im Herrn.\u201c Und dann wird er so sehr von Kraft und Energie angef\u00fcllt und ausgef\u00fcllt, dass er eine kurze Rede h\u00e4lt, und alle, die eben noch die Steine in der Hand hatten, noch einmal \u00fcberzeugen kann, gegen die Amalekiter loszuziehen. Aber dann, als er auf der Flucht vor Absalom ist, das war wahrscheinlich der absolute Tiefpunkt, zieht er los und h\u00f6rt, wie einer, der ihm eigentlich Tributpflichtig war, ein Gro\u00dfbauer namens Simei, ihm hinterher br\u00fcllt: \u201eDu Dreckskerl, mach dass du weg kommst!\u201c Auch das hat David durchgemacht. Sein oberster Kriegsherr fragt: \u201eSoll ich den einen Kopf k\u00fcrzer machen?\u201c Und David hat die Gr\u00f6\u00dfe zu sagen: \u201eNein. Ich nehme das an Dem\u00fctigung an. Das kommt von Gott. Das kommt nicht von dem.\u201c Die Untergebenen verachten ihn. Wieder ein \u201ever\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das letzte, das ist vielleicht nicht das letzte, aber es soll diese kleine Reihe beschlie\u00dfen, um die Ungeborgenheiten klar zu machen, die David durchgemacht hat, das letzte nehme ich aus Psalm 25. Da ist er schon l\u00e4ngst in Amt und W\u00fcrden und k\u00f6nnte sich eigentlich der Geborgenheit Gottes freuen. Da kommt ein unsichtbarer Feind. Da stehen pl\u00f6tzlich die Jugends\u00fcnden auf. Das ist etwas ganz Unangenehmes, wenn der Heilige Geist uns die unvergebene Schuld unseres Lebens in die Seele schiebt und wir nicht mehr schlafen k\u00f6nnen. Auch das hat er durchgemacht. Die Jugends\u00fcnden verdammen ihn. \u201eRechne mir die S\u00fcnden meiner Jugend nicht zu\u201c, kann er nur noch beten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergessen, verkennen, verspotten, verfolgen, verlassen, verachten, verdammen \u2013 das ist Ungeborgenheit pur. Und dieser Mann spricht von der Geborgenheit. Deswegen ist er so glaubw\u00fcrdig. Das ist nicht am gr\u00fcnen Schreibtisch entstanden. Aber was nun noch interessanter ist, dieser Psalm 139 ist nicht als Bittgebet formuliert, denn das k\u00f6nnten wir ja nachvollziehen. \u201eHerr, du siehst die Ungeborgenheiten meines Lebens. Schenke mir doch wenigstens bei dir Geborgenheit und Trost und Kraft und Zuversicht.\u201c Das k\u00f6nnte man sofort nachvollziehen, wenn ein Gottesmensch so betet. Aber es ist keine Bitte. Es ist eine Feststellung. So ist es: \u201eVon allen Seiten umgibst du mich, Herr, wunderbar, ich erlebe das t\u00e4glich, und ich preise dich in diesem Psalm.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Geborgenheit von allen Seiten m\u00f6chte ich jetzt ein wenig auf die Spur kommen. Wie viele Seiten haben wir Menschen denn? Ich will mal nicht von den Schattenseiten reden, sonst bin ich morgen fr\u00fch noch am predigen. Ich will nur von den \u00e4u\u00dferen Seiten reden. Wer war denn gut in Mathematik und in Geometrie? Wie viele Seiten hat der Mensch? Sechs Seiten: Hinten, unten, rechts, links, oben und vorne. Von allen diesen Seiten gibt uns Gott Geborgenheit durch den Heiligen Geist. Das m\u00f6chte ich jetzt ein bisschen anschaulich darstellen. Ich war niemals gut in Mathematik, aber diese sechs Seiten faszinieren mich immer wieder aufs Neue.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist es denn, wenn wir von hinten Geborgenheit bekommen? Hinten ist ja die ungem\u00fctlichste Seite. Da haben wir keine Augen. Wenn wir da nicht wissen, was da l\u00e4uft, wird es immer ungem\u00fctlich. Als kleines Kind musste ich f\u00fcr meinen Vater \u00f6fters Bier aus dem Keller holen. Ich war immer \u00fcberzeugt davon, dass da unten ein wei\u00dfer Elefant auf mich wartet, und wenn ich wieder hochgehe, dann greift der mich mit dem R\u00fcssel. Ich kam immer v\u00f6llig durchgeschwitzt wieder oben an. Meine Eltern fragten mich: \u201eWas hast du denn, wenn du in den Keller gehst?\u201c Ich konnte ihnen doch nicht sagen, dass da ein wei\u00dfer Elefant steht. Aber diese Urangst hat mich jahrelang umgetrieben. Wenn man mit einem Auto ohne R\u00fcckspiegel f\u00e4hrt, dann ist es noch unangenehmer. Neulich hatte ich mit einem Kleinlaster vieles zu transportieren und habe nicht daran gedacht, dass der R\u00fcckspiegel frei bleiben muss f\u00fcr freie Sicht. Das waren ziemlich riskante Kilometer. Aber das Unangenehmste ist eigentlich dies: Was geschieht hinter unserem R\u00fccken? Ich habe von einem Pfarrer geh\u00f6rt aus Oberfranken, ich war ja f\u00fcnf Jahre in Oberfranken t\u00e4tig, der hat nach einer gesegneten Zeit seines Wirkens dort das Handtuch geworfen, weil ein feindlich gesonnener Mensch Ger\u00fcchte gestreut hat \u00fcber ihn, und er hat es nicht mehr ausgehalten. Er hat sich woanders hin gemeldet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Leute hinter unserem R\u00fccken etwas Falsches verbreiten, wird es sehr ungem\u00fctlich. Aber das Schlimmste ist doch, wenn die Vergangenheit uns einholt, so wie David das erlebt hat. \u201eDie S\u00fcnden meiner Jugend, Herr, wo soll ich damit hin, wenn ich vor dir erscheine?\u201c Ziehen dich deine S\u00fcnden weg in Unruhe und Verzweiflung? Was soll ich damit tun? Ich kann sie nicht mehr korrigieren, denn die Menschen, an denen ich schuldig geworden bin, sind schon l\u00e4ngst gestorben. Und da kommt Jesus und sagt: \u201eDu hast eine echte Vergangenheit.\u201c Christen sind die Einzigen, die wirkliche Vergangenheit haben, weil Christus sie durchkreuzt und unsere S\u00fcnden ins tiefste Meer hineinwirft. Das nenne ich Geborgenheit von hinten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fange jeden Morgen meine Gebete mit der Bitte um S\u00fcndenvergebung an: \u201eHerr, vergib mir meine S\u00fcnden und gib mir reine Lippen\u201c, denn es sammelt sich jeden Tag so vieles an. Weg damit! Weg mit den S\u00fcnden! In unserer Ehearbeit ist es immer die erste oder zweite Frage: \u201eGibt es unvergebene Schuld in Ihrer Beziehung? Vorehelicher Intimverkehr? Haben Sie schon mal gebeichtet und die S\u00fcndenvergebung in Anspruch genommen? Noch nie? Wir bieten es Ihnen an.\u201c Das ist die Geborgenheit von hinten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geborgenheit von unten, was ist denn das? Das kann man sich ja lebhaft vorstellen, nicht wahr? Geborgen bin ich von unten, wenn ich einen festen Stand habe. Ich habe mal vor vielen Jahren mit den Kindern Volleyball gespielt an der Nordsee auf lockerem Sand, das geht \u00fcber die Kr\u00e4fte. Da hat man keinen guten Stand. Jesus spricht von einem Mann, der sein Haus auf Sand baut. Eben haben wir gesungen: \u201e\u2026der hat auf keinen Sand gebaut, der dem Herrn vertraut.\u201c Das ist ein wunderbares Lied von Georg Neumark. Und da sind wir bei der Geborgenheit von unten, die Jesus uns zuspricht. Er ist das feste und bleibende Fundament unseres Lebens. Halleluja, kann man da nur dreimal singen \u00fcber jeden Menschen, der das erkannt hat, weil er dann ein fest gegr\u00fcndeter Mensch, eine Pers\u00f6nlichkeit werden kann, die nicht die Meinungen wechselt wie die Unterhosen und nicht die Fahne nach dem Wind h\u00e4ngt je nachdem, ob wieder eine neue political correctness kommt. Das ist nur m\u00f6glich, wenn ich einen festen Stand habe. Pastor Kemner in Krelingen forderte immer \u201eLeuchtturmchristen\u201c, die wir auch heute dringender denn je brauchen. Ich hoffe, liebe Br\u00fcder und Schwestern, dass ihr alle Leuchtturmchristen seid, fest gegr\u00fcndet auf Christus. Dann pustet uns nichts mehr um, auch der Tod und auch der Teufel nicht, nichts mehr, denn Christus ist das Fundament.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gehen wir nach links. Wir haben Reformationsjubil\u00e4um, da kann man an Luther erinnern. Der hat sehr sch\u00f6n von den zwei Armen Gottes gesprochen, von Gottes doppelter Regierungsweise. Er sagt: \u201eGott regiert mit dem linken Arm durch das Gesetz und mit dem rechten Arm durch das Evangelium.\u201c Das sind zwei ganz unterschiedliche Regierungsweisen. Das stimmt, und Luther hat das genial auf einen Nenner gebracht. Gott regiert also durch sein Gesetz. Wir k\u00f6nnten hier gar nicht in Ruhe sitzen, wenn nicht noch ein Minimum an Ehrfurcht vor den Geboten Gottes in unserer Gesetzgebung und in unserer Gesellschaft herrschte. Das haben wir doch alles Gott zu verdanken, der daf\u00fcr Staat, Polizei und Justiz einsetzt. Es ist schlimm, wenn die Gebote Gottes au\u00dfer Geltung kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mir ein Strafgesetzbuch gekauft von 1950 und habe es verglichen mit einem aktuellen. Da zieht es einem die Schuhe aus, was an biblischer Substanz innerhalb 50 Jahren abgebaut wurde in unserer Strafgesetzgebung. Fr\u00fcher war Kuppelei verboten. Heute wird ein Vermieter wom\u00f6glich angeklagt, wenn er fordert, dass zusammenwohnende Mieter verheiratet sind. Das stand fr\u00fcher unter Strafandrohung. Gottesl\u00e4sterung stand unter Strafe. Heute wird die schlimmste Blasphemie verkauft. Allerdings nicht gegen Mohammed, da hat man dann bezeichnenderweise Bedenken. Oder praktizierte Homosexualit\u00e4t, das stand fr\u00fcher unter Strafe. Heute wird es gefeiert. Ehebruch stand unter Strafe. Aber wir haben ja so viel Freiheit und haben uns von allen diesen Einengungen befreit und bauen eine wunderbar tolerante Gesellschaft auf! Die ist so wunderbar, dass die Polizei wie in Hamburg nicht mehr in der Lage ist, 2000 Chaoten an ihrem Tun zu hindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Mauerfall war ich mit einem Freund in Ostberlin. Wir sind durch die Hinterh\u00f6fe gegangen. Er hat mir alles gezeigt. Dann kommen wir an einem Park vorbei, und da sagt er: \u201eHier kannst du dich nach 18 Uhr nicht mehr hinein wagen.\u201c Ich frage: \u201eWieso das denn?\u201c \u2013 \u201eJa,\u201c sagt er, \u201edie Berliner Unterwelt hat einen Deal gemacht mit der Polizei. Hier kommt keine Polizei mehr hin. Dieser Park ist fest in der Hand der Unterwelt.\u201c So weit sind wir gekommen. Gesetzesfreie R\u00e4ume. Nein, die Gesetze Gottes, wo sie denn noch in Geltung stehen, k\u00f6nnen ein St\u00fcck Geborgenheit schenken. Das wollen wir nicht verachten. Ich bete jeden Tag f\u00fcr die Bundeskanzlerin, f\u00fcr den Bundespr\u00e4sidenten, f\u00fcr die Ministerpr\u00e4sidenten der L\u00e4nder, f\u00fcr alle, die das Sagen haben in unserem Land. Paulus fordert das von jedem Christen, 1 Tim 2,1-7. Das ist unsere Pflicht als Christen, damit wenigstens noch ein Minimalbestand von Gottes Geboten in unserer Gesetzgebung \u00fcbrig bleibt. Da ist jeder von uns in der Pflicht. Ich hoffe, dass jeder das tut, jeden Tag f\u00fcr die Obrigkeit zu beten! Das ist das Allerwichtigste! 1 Tim 2: \u201eVor allen Dingen ermahne ich euch, liebe Br\u00fcder und Schwestern, dass ihr betet, zun\u00e4chst f\u00fcr die Obrigkeit\u2026\u201c Das ist ein ganz wichtiger Dienst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann die Geborgenheit von rechts. Das ist nat\u00fcrlich etwas ganz anderes. Da l\u00e4sst Gott sein Evangelium verk\u00fcndigen. Da entsteht Gemeinde. Es ist doch wunderbar, dass wir hier als Gemeinde Jesu versammelt sind. Und was hei\u00dft Gemeinde? Das sind Br\u00fcder und Schwestern, die auch den Jesus-Weg gehen. Das sind Br\u00fcder und Schwestern, mit denen ich beten kann. Das sind Br\u00fcder und Schwestern, die auch f\u00fcr mich beten, die mich auch ermahnen. Die besten Freunde sind die, die mich liebevoll ermahnen, nicht die, die mir Honig ums Maul schmieren. Meine beste Freundin ist meine Frau. Sie schmiert mir niemals Honig ums Maul. Die sagt immer, was Sache ist. Und das ist gut so, das brauche ich. Ich hoffe, dass jeder von uns einen Glaubensbruder, eine Glaubensschwester hat, mit denen er oder sie ganz offen von Mensch zu Mensch, von Christ zu Christ reden und beten kann. Das ist ganz wichtig. Man muss sich nicht gleich jedem offenbaren, aber eine Handvoll Menschen sollten wir schon haben, eine Handvoll Christen, die wir Freunde in Christo nennen k\u00f6nnen. Das tut gut. Das brauchen wir, dass wir nicht als geistliche Singles durch die Welt gehen. So entsteht die Geborgenheit von rechts. Wohl dem, der Glaubensbr\u00fcder und Glaubensschwestern, Glaubensv\u00e4ter und Glaubensm\u00fctter hat. Ich bin dankbar, dass ich viele Jahre bei Pastor Heinrich Kemner in Krelingen Dienst tun konnte. Er ist eine pr\u00e4gende Figur gewesen, und es ist jemand hier, der das auch so best\u00e4tigen kann. Bei Pastor Kemner konnte man authentisches Christentum studieren, oder bei Gertrud Wehl in Hamburg, dieser Zigeunermissionarin, die wir auch ein bisschen n\u00e4her kennengelernt haben. Das brauchen wir alle. Das ist Geborgenheit von rechts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kommt die Geborgenheit von oben, die muss ich wohl nicht lange erl\u00e4utern. Das sind die F\u00fchrungen, die Segnungen, die Bewahrungen, und es wird uns in der Ewigkeit aufgehen, wie oft uns Gott gef\u00fchrt, bewahrt, gehalten hat. Corrie ten Boom hat dieses sch\u00f6ne Bild vom Teppich gebraucht. Sie sagte: \u201eGott ist der gro\u00dfe Webmeister, der aus unserem Leben einen Teppich webt. Zu Lebzeiten sehen wir den Teppich von unten. Da sind viele Knoten drin. Wir wundern uns: Herr, kannst du daraus irgendetwas machen zu deiner Ehre, aus diesem verknoteten Leben?\u201c Und dann sagt Corrie ten Boom: \u201eIn der Ewigkeit, da sehen wir unseren Lebensteppich von oben. Da sehen wir die sch\u00f6nste Musterung, die sch\u00f6nsten Farben. Da hat Gott aus unseren ganzen Schw\u00e4chen, Fehlern, Vers\u00e4umnissen, S\u00fcnden, aus all den Verknotungen in unserer Biographie etwas Sch\u00f6nes gebaut.\u201c Alle Dinge dienen zum Besten denen, die Gott lieben. Das ist wunderbar, wenn ich mir das vor Augen stelle, dass Gott aus meinem verpfuschten Leben einen sch\u00f6nen Lebensteppich webt. Ich wei\u00df, wovon ich rede. Ich bin ein verw\u00f6hntes Einzelkind gewesen. Ich bin von der Schule geflogen. Ich habe meinen Eltern viel Kummer gemacht, viele Sorgen, die ich niemals wieder gutmachen kann. Aber trotzdem, Christus hat alles durchgestrichen mit seinem Blut. Mein Vater sagte mir \u00f6fters: \u201eAus dir wird ein Stra\u00dfenfeger werden.\u201c Ich habe nichts gegen Stra\u00dfenfeger, aber mein Vater hat sich in dieser Beziehung geirrt. Das danke ich Gott. Das sind die F\u00fchrungen und Segnungen, die Bewahrungen in unserem Leben, die uns in der Ewigkeit alle noch gro\u00df werden. Wir werden viel, viel Anlass haben, Gott in der Ewigkeit zu preisen f\u00fcr die Wunder, die er in unserem Leben getan hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich komme zum Schluss. Das ist die Geborgenheit von vorne. Wann haben wir die? Das ist ja ebenfalls einsichtig, n\u00e4mlich wenn wir einen klaren Blick haben, eine klare Sicht, wenn wir wissen, wo es lang geht, wenn wir wissen, wo unsere Lebensreise hingeht. Dann haben wir die Geborgenheit von vorne. Das gilt f\u00fcr das Autofahren. Schlecht ist es, wenn man ein altes Navigationsger\u00e4t hat wie bei uns im Auto. Neulich hat uns das vollkommen im Stich gelassen. Was n\u00fctzt das dann? Da wird man unsicher. Aber das viel, viel Wichtigere ist doch, dass wir wissen, wo die Lebensreise hingeht, dass wir wissen, wie es weitergeht, wenn der Sargdeckel kommt. Dass wir wissen, dass es da eine unwahrscheinlich gro\u00dfe Verhei\u00dfung gibt in R\u00f6m 8, \u201eBist du Kind, dann bist du ein Erbe\u201c. Dann erbst du etwas, n\u00e4mlich den Herrlichkeitsleib, in dem du von Ewigkeit zu Ewigkeit ohne Krankheit, ohne Verg\u00e4nglichkeit, ohne S\u00fcnde im Himmel deine Himmelsb\u00fcrgerschaft lebst. Das ist Zukunft! Das ist Geborgenheit von vorn. Dann muss man nicht sterben, dann kann man sterben. Ich hoffe, dass ich das in meiner Sterbestunde auch sagen kann, was mir immer wieder mal Leute sagten, nicht sehr viele, aber einige: \u201eHerr Pfarrer, ich kann sterben.\u201c Das ist wunderbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spurgeon hat das so sch\u00f6n gesagt in seiner Auslegung zum Psalm 23: \u201eUnd ob ich schon wanderte durch das Tal der Todesschatten, du bist bei mir. Dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich\u2026\u201c, und da sagt er: \u201eHast du das genau gelesen, was David dort sagt? Du musst mal durch das Tal der Todesschatten hindurch. Hast du das schon ernst genommen? Bist du schon mal gebissen worden vom Schatten eines Hundes? Nein. Ein Schatten kann nicht bei\u00dfen. Und wenn der Tod seinen Schatten \u00fcber uns wirft, dann kann er uns gar nichts anhaben. Es wird dunkel, aber wir kommen durch dieses Tal hindurch, und am anderen Ende wartet Christus.\u201c Das ist doch eine phantastische Aussicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern, \u201evon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir\u201c. Es gibt kaum ein Psalmwort oder ein Wort aus der Bibel, das diese komplette geistliche g\u00f6ttliche Geborgenheit uns so nahe bringt. Ich w\u00fcnsche uns allen, dass wir immer mehr in diese Geborgenheit hineinwachsen. Der Herr segne uns alle nach dem Reichtum seiner Gnade. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt am 16.7.2017 im GHB-NbC-Gottesdienst Landau-M\u00f6rzheim<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psalm 139,5: \u201eVon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.\u201c Liebe Br\u00fcder und Schwestern, diese steile Treppe zur Kanzel hier erinnert mich an eine Geschichte von einem jungen Pfarrer, der zum ersten Mal Dienst zu tun hatte in einem Gef\u00e4ngnis. Da waren 500 Strafgefangene versammelt. Und da war auch so eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14784"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/67"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14784"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14786,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14784\/revisions\/14786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}