{"id":14777,"date":"2017-07-26T09:56:13","date_gmt":"2017-07-26T07:56:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14777"},"modified":"2017-07-26T10:02:36","modified_gmt":"2017-07-26T08:02:36","slug":"wie-die-ehe-fuer-alle-den-kindern-das-recht-auf-vater-und-mutter-nimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14777","title":{"rendered":"Wie die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c den Kindern das Recht auf Vater und Mutter nimmt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas macht es mit Kindern, wenn sie nicht mehr der Gemeinschaft von Vater und Mutter entstammen, sondern mehr und mehr Produkte technischer Planungen werden?\u201c Das ist die eigentlich entscheidende Frage in der j\u00fcngsten Debatte um die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c. Sie kam in der Debatte zu kurz (1). Denn im Kern geht es um die Kinder und nicht mehr um die vermeintlichen \u201ePrivilegien\u201c der Ehe. Diese Eheprivilegien sind gleichgeschlechtlichen Paaren mit der \u201eeingetragenen Lebenspartnerschaft\u201c l\u00e4ngst zugestanden worden. Das gilt sogar f\u00fcr das steuerliche Ehegattensplitting und die Hinterbliebenenversorgung, die eigentlich Paaren zugute kommen sollten, in denen ein Elternteil wegen der Kindererziehung auf Erwerbseinkommen verzichtet hat. Dass auch eingetragene Lebenspartner diese Rechte erhalten, hat das Bundesverfassungsgericht damit begr\u00fcndet, dass diese Situation auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorkommen k\u00f6nnte (2).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese \u201eRegenbogenfamilien\u201c drehen sich heute ganze Erziehungsprogramme, obwohl sie eine verschwindende Minderheit unter den Familien sind. Meist handelt es sich um Frauen, die nach einer Trennung mit den Kindern aus ihrer fr\u00fcheren Beziehung in einem Haushalt mit einer anderen Frau zusammenleben. Diese Kinder aus fr\u00fcheren Beziehungen k\u00f6nnen von der neuen Partnerin (oder dem neuen Partner) als \u201eStiefkinder\u201c adoptiert werden. Gemeinsam als Paar konnten gleichgeschlechtliche Partner dagegen kein Kind adoptieren. Das \u00e4ndert sich nun mit der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c: Gleichgeschlechtliche Paare k\u00f6nnen gemeinsam Kinder adoptieren. Es stellt sich aber nun die Frage, woher die Kinder f\u00fcr adoptionswillige homosexuelle Paare kommen sollen. Denn es gibt viel mehr Paare, die ein Kind adoptieren wollen als Kinder. Bundesweit bewerben sich f\u00fcr jedes zur Adoption vorgemerkte Kind sieben Paare (3). Im Interesse des Kindeswohls m\u00fcssen an die adoptionswilligen Paare strenge Anforderungen gestellt werden. Seitens der Beh\u00f6rden hei\u00dft es hierzu: \u201eH\u00e4ufig haben Adoptivkinder Bindungs- und Beziehungsabbr\u00fcche erlebt. [\u2026] Die Platzierung des Kindes erfolgt in der Familie, die diese Bed\u00fcrfnisse des Kindes am besten erf\u00fcllen, sein Wohl sicherstellen und seine Entwicklung am besten f\u00f6rdern kann\u201c (4).Im Blick auf das Leiden der Kinder unter \u201eBindungs- und Beziehungsabbr\u00fcchen\u201c sollte die Beziehungsstabilit\u00e4t ein entscheidendes Kriterium f\u00fcr die Auswahl der Adoptiveltern sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langj\u00e4hrig verheiratete Ehepaare m\u00fcssten demnach besonders gute Chancen haben, ein Kind zu adoptieren. Sofern sie schon andere Kinder erziehen, diesen bereits ein gutes Zuhause geben, m\u00fcsste dies erst recht gelten. F\u00fcr ihr Eignung spricht nicht nur, dass sie bereits Erziehungskompetenz bewiesen haben, sondern auch das Vorhandensein von Geschwistern. Der Idealfall des Aufwachsens in stabilen Beziehungen mit Vater, Mutter und Geschwistern m\u00fcsste demnach der Ma\u00dfstab f\u00fcr Adoptionen sein, damit verwaisten Kindern aus ihrer Not heraus geholfen wird. Unter den durchschnittlich sieben Bewerbern, die bundesweit f\u00fcr eine Adoption vorgemerkt sind, d\u00fcrften auch Paare sein, die diesem Ideal entsprechen oder zumindest nahe kommen. Damit homosexuelle Paare Kinder adoptieren k\u00f6nnen, m\u00fcsste dieser Ma\u00dfstab des Kindeswohls aufgegeben werden. Sie m\u00fcssten gegen\u00fcber geeigneten, heterosexuellen Paaren privilegiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Faktisch geht es nicht um die Gleichberechtigung, sondern um die Privilegierung gleichgeschlechtlicher Paare. Dabei st\u00f6rt die Natur, die homosexuellen Paaren Kindern verwehrt. Die m\u00fcssen deshalb von anderen \u201ebereitgestellt\u201c werden, wof\u00fcr das Adoptionsrecht absehbar nicht ausreicht. Gefordert wird deshalb die sogenannte \u201eLeihmutterschaft\u201c, die in Deutschland aus guten Gr\u00fcnden bisher verboten ist. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland gibt auf seiner Homepage detaillierte Tipps, wie sich das Verbot umgehen l\u00e4sst, z. B. indem man ein Kind aus dem Ausland quasi \u201eimportiert\u201c (5). Aus der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c d\u00fcrfte bald die Forderung nach dem \u201eRecht auf ein Kind\u201c folgen. Dass Kinder zu einer Ware werden, die \u201ebestellt\u201c, \u201egeliefert\u201c und, das ist der n\u00e4chste Schritt, bei \u201eQualit\u00e4tsm\u00e4ngeln\u201c (z. B. einer Behinderung) wieder \u201eabbestellt\u201c werden k\u00f6nnen, widerspricht der Menschenw\u00fcrde, die unser Grundgesetz f\u00fcr unantastbar erkl\u00e4rt. Zu der geh\u00f6rt es, gezeugt und nicht gemacht zu sein. \u201eDenk blo\u00df nicht, dass ich an dich dachte, als ich mit deiner Mutter ging\u201c, schrieb einmal ein ber\u00fchmter Dichter (6). Aber f\u00fcr diese Romantik der Liebe, das Geheimnisvolle des Ursprungs ist in der nur vermeintlich \u201esch\u00f6nen neuen Welt\u201c der assistierten Reproduktion und der Regenbogenfamilien kein Platz mehr. Leidtragende sind die Kinder, denen das Recht auf Vater und Mutter genommen wird. Es ist ein Leid, das sie sp\u00e4ter auch im Erwachsenenalter zu tragen haben.<\/p>\n<p><em>Institut f\u00fcr Demographie, Allgemeinwohl und Familie,\u00a0Nachricht 9 \/ 2017<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.i-daf.org\">www.i-daf.org<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) In der \u201eAllgemeinen Zeitung vom 5. Juli 2017 (S. 2) schrieb der neue Mainzer Bischof: \u201eIn der aktuellen Debatte um Ehe und Liebe gibt den Kleinen meiner Wahrnehmung nach niemand eine h\u00f6rbare Stimme. Vor kurzem war eine Ausstellung in Berlin, wo moderne Reproduktionstechnologien angepriesen wurden: viel Technik, Leihm\u00fctter, genetische Manipulation behelligen uns als angepriesener sozialer Fortschritt. Was macht es mit Kindern, wenn sie nicht mehr der Gemeinschaft von Vater und Mutter entstammen, sondern mehr und mehr Produkte technischer Planungen werden?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Kritisch hierzu: <a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Faltewebsite.i-daf.org%2F319-0-Wochen-27-28-2010.html&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=2ca6b301-7550-4175-9f8a-3adb6487b468&amp;signature=6cb3a700c0bbc87ec9b2c476266e59967b1f57b3ddc9adf686109892d96ebcbc\">http:\/\/altewebsite.i-daf.org\/319-0-Wochen-27-28-2010.html<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(3) Vgl. Landtag Rheinland-Pfalz, Drucksachen 17\/716 u. 17\/2163.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(4) Landtag Rheinland-Pfalz, Drucksache 17\/2613. Nach Auskunft gleichstellungspolitisch korrekter Beh\u00f6rden spielt dabei die Partnerschafts- bzw. Lebensform nach Ansicht der Landesregierung keine Rolle: \u201eEhepaare, eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner und Alleinstehende werden hinsichtlich ihrer Adoptionsbewerbung gleich behandelt\u201c (Drucksache 17\/2163). Empirische Befunde zum Kindeswohl in unterschiedlichen Familienformen werden von dieser Seite ignoriert. Eingehender zu solchen Befunden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=https%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fwelt_print%2Fdebatte%2Farticle4374530%2FFamilienglueck-klassisch.html&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=2ca6b301-7550-4175-9f8a-3adb6487b468&amp;signature=5f830b5f7b07594c18557c0941374ef7624a8d622de6f380abe15a11a72fdc47\">https:\/\/www.welt.de\/welt_print\/debatte\/article4374530\/Familienglueck-klassisch.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Fwww.erziehungstrends.net%2FSeelische%2FGesundheit&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=2ca6b301-7550-4175-9f8a-3adb6487b468&amp;signature=db48cf5a43d7ab8d8a06890d4a5fe511a14f4f4b3fbe377024f52fd13f053cb5\">http:\/\/www.erziehungstrends.net\/Seelische\/Gesundheit<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(5) Siehe hierzu: <a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=https%3A%2F%2Fwww.lsvd.de%2Frecht%2Fratgeber%2Fleihmutterschaft.html&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=2ca6b301-7550-4175-9f8a-3adb6487b468&amp;signature=712991e21546d2110b82220d9ea85dc817c8c6d01626a1414d4a0bbbe5b2a98a\">https:\/\/www.lsvd.de\/recht\/ratgeber\/leihmutterschaft.html<\/a>. Auch die Medienkampagne in dieser Richtung hat bereits eingesetzt: <a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fkultur%2F2017-02%2Fleihmutterschaft-tabu-koerper-schwangerschaft-reproduktionsmedizin&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=2ca6b301-7550-4175-9f8a-3adb6487b468&amp;signature=0612b5e9146ce68a827bdfea972667644dba41855542b6764d0ec116bc8c7e5c\">http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-02\/leihmutterschaft-tabu-koerper-schwangerschaft-reproduktionsmedizin<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(6) Das Zitat ist von Gottfried Benn, die Argumentation von Robert Spaemann, der sie in zahlreichen Beitr\u00e4gen entwickelt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas macht es mit Kindern, wenn sie nicht mehr der Gemeinschaft von Vater und Mutter entstammen, sondern mehr und mehr Produkte technischer Planungen werden?\u201c Das ist die eigentlich entscheidende Frage in der j\u00fcngsten Debatte um die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c. 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