{"id":14752,"date":"2017-07-11T07:50:56","date_gmt":"2017-07-11T05:50:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14752"},"modified":"2017-07-11T07:50:56","modified_gmt":"2017-07-11T05:50:56","slug":"sola-fide-allein-durch-den-glauben-6-thesen-zum-reformationsjubilaeum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14752","title":{"rendered":"Sola fide \u2013 Allein durch den Glauben (6 Thesen zum Reformationsjubil\u00e4um)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">1. Jesu Botschaft lautete: \u201eDie Zeit ist erf\u00fcllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Bu\u00dfe und glaubt an das Evangelium!\u201c (Mk 1,15) Diese Botschaft, dass allein der Glaube an Jesus Christus das ewige Heil schenkt, war damals und ist bis heute einzigartig. \u201eGlauben\u201c und \u201eGeloben\u201c h\u00e4ngen zusammen. Christlicher Glaube besteht in einer personalen Bindung an Jesus Christus. Die Weltreligionen schreiben fromme Leistungen und Handlungen vor, um von Gott angenommen zu werden bzw. zum Heil zu kommen. Das Judentum z.Zt. Jesu kannte 613 aus dem A.T. entnommene Einzelvorschriften. Bis heute sehen fromme Juden die Thora (\u201eWeisung\u201c) als Weg zur Erl\u00f6sung an.\u00a0<!--more--><br \/>\n2. Paulus hat die Glaubensbotschaft Jesu theologisch durchdacht und ausformuliert. R\u00f6m 1,16f: \u201eDas Evangelium ist eine g\u00f6ttliche Kraft, die alle errettet, die daran glauben, denn in ihm wird Gottes Gerechtigkeit offenbart\u201c. Gottes Gerechtigkeit ist nicht die richterliche Gerechtigkeit, die jedem das zuteilt, was er verdient, sondern eine freisprechende Gerechtigkeit, die das gro\u00dfe Vers\u00f6hnungsgeschehen auf Golgatha dem an Jesus Christus Glaubenden zurechnet. Als Luther in seinem Turmerlebnis diesen Unterschied verstand, f\u00fchlte er sich ins Paradies versetzt. Man kann sagen, dass dieses neue Verst\u00e4ndnis der Gerechtigkeit Gottes die eigentliche Geburtsstunde der Reformation war. Gleichzeitig hat Paulus im Gesetz Gottes eine neue geistliche Dimension entdeckt: es soll zur S\u00fcndenerkenntnis f\u00fchren (R\u00f6m 3,20). Dass der Mensch durch eigenes Bem\u00fchen um die Vorschriften Gottes (\u201eWerke des Gesetzes\u201c) errettet werden k\u00f6nnte, hat Paulus ausgeschlossen.<br \/>\n3. Die Reformatoren haben nach ihrer Wiederentdeckung des Glaubens an Christus als alleinigen Weg zum Heil viel M\u00fche aufgewendet, um der Gemeinde den Glauben zu erkl\u00e4ren. Luther in einer Auslegung zu Matth 9,22 (\u201eSei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen\u201c): \u201eDas ist ein feiner Glaube, der seine Unw\u00fcrdigkeit erkennt und sich doch nicht daran hindern l\u00e4sst in seinem Vertrauen zu Christus, sondern durch alle Widerst\u00e4nde hindurchdringt, bis er Christus ergriffen hat\u201c. Glaube ist kein blo\u00dfes F\u00fcrwahrhalten, denn nach Jak 2,19 erkennen auch die D\u00e4monen Gott an, sondern ein totales Vertrauen in Gottes Wort, so wie es Abraham hatte. Abraham glaubte an die Auferweckungskraft Gottes, als er mit Isaak zum Berg Moria ging (R\u00f6m 4,17), und er glaubte gegen alle menschliche Hoffnung, dass er im hohen Alter noch ein Kind zeugen kann (R\u00f6m 4,18). Nach R\u00f6m 4,24 ist der Glaube der Christen v\u00f6llig davon \u00fcberzeugt, dass Gott Christus von den Toten auferweckt hat.<br \/>\n4. Eine gute Glaubensschule bietet auch Hebr 11. Einige Beispiele: Der Glaube erkennt, dass Gott die Welt durch sein sch\u00f6pferisches Wort erschaffen hat. Der Glaube erkennt mit Abel, dass unsere Schuld nur durch Blut getilgt werden kann. Der Glaube gehorcht Gott wie Noah ohne R\u00fccksicht auf die gottlose Welt. Der Glaube wartet auf die unverg\u00e4ngliche ewige Heimat wie Abraham. Der Glaube sucht den Segen Gottes wie Isaak. Der Glaube nimmt Gottes Gebot wichtiger als Menschengebot wie Moses Eltern. Der Glaube \u00fcberwindet Menschenfurcht wie Mose vor dem Pharao. Der Glaube hilft den Gl\u00e4ubigen so wie es die Hure Rahab getan hat.<br \/>\n5. Der Glaube gibt Heilsgewissheit. R\u00f6m 8,38: \u201eIch bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch M\u00e4chte und Gewalten, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unseren Herrn\u201c. Heilsgewissheit kann nicht durch eigene Leistungen, sondern nur durch Glauben entstehen, denn wer auf seine Werke sieht, wei\u00df nie, ob sie letztlich vor Gott ausreichen.<br \/>\n6. Der Glaube ist nach Luther \u201eein gesch\u00e4ftig Ding\u201c, das immerzu auf der Suche ist, um anderen aus Liebe Gutes zu tun. Glaube und Liebe sind ein unzertrennliches Paar. Luthers Schrift \u201eVon der Freiheit eines Christenmenschen\u201c (1520) behandelt dementsprechend im ersten Teil den Glauben und im zweiten Teil die Liebe. Nichts anderes meint Jakobus in Jak 2,14-26, den Luther leider dahingehend missverstanden hat, als ob Jakobus Werkgerechtigkeit predige. Im Grunde sagt Luther das Gleiche wie Jakobus, nur mit anderen Worten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Jesu Botschaft lautete: \u201eDie Zeit ist erf\u00fcllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Bu\u00dfe und glaubt an das Evangelium!\u201c (Mk 1,15) Diese Botschaft, dass allein der Glaube an Jesus Christus das ewige Heil schenkt, war damals und ist bis heute einzigartig. \u201eGlauben\u201c und \u201eGeloben\u201c h\u00e4ngen zusammen. 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