{"id":14723,"date":"2017-06-28T09:24:05","date_gmt":"2017-06-28T07:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14723"},"modified":"2017-06-28T09:24:05","modified_gmt":"2017-06-28T07:24:05","slug":"predigt-ueber-2-korinther-4-7-11-warum-gott-unzerbrechliche-schaetze-in-zerbrechliche-gefaesse-legt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14723","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 2. Korinther 4, 7-11: Warum Gott unzerbrechliche Sch\u00e4tze in zerbrechliche Gef\u00e4\u00dfe legt."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongef\u00e4\u00dfen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles \u00fcberragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. Von allen Seiten werden wir bedr\u00e4ngt, sind aber nicht erdr\u00fcckt; wir sind oft ratlos, aber nicht kopflos, wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden zu Boden geschlagen, und kommen doch nicht um. Immer und \u00fcberall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem K\u00f6rper herum, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird. Weil wir zu Jesus geh\u00f6ren, werden wir als Lebende st\u00e4ndig dem Tod ausgeliefert, damit sein Leben auch an unserem sterblichen K\u00f6rper offenbar wird. (2.\u00a0<\/em>Korinther 4, 7-11)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Pfalz, in der ich\u00a0 22 Jahre gelebt habe, habe ich 2 wichtige Kalender kennengelernt. Wer an der s\u00fcdlichen Weinstra\u00dfe lebt, sch\u00e4tzt den Kalender, der im Zeitraum September\/Oktober \u00fcbersichtlich auflistet an welchem Wochenende, wo, welches der zahlreichen Weinfeste stattfindet. In der von hohem Ausl\u00e4nderanteil gekennzeichneten Industriestadt Ludwigshafen am Rhein stand zumindest damals ein Kalender effektiv in noch h\u00f6herem Kurs, der Sperrm\u00fcllkalender. Scherzhaft wurde beim Sperrm\u00fcll sammeln von den inoffiziellen t\u00fcrkischen Feiertagen gesprochen. Aber nat\u00fcrlich waren es l\u00e4ngst nicht nur t\u00fcrkische Landsleute, die mit Taschenlampen und Fahrradanh\u00e4nger zu sp\u00e4ter Nachtstunde durch die Stra\u00dfen zogen, um auf diesem kollektiven Flohmarkt noch das eine oder andere Wertvolle zu entdecken. Denn was, die Leute da alles so vor die T\u00fcr stellen, ist ja l\u00e4ngst nicht nur unbrauchbarer und vergammelter Schrott. Ein Sperrm\u00fcllexperte hat ein Auge daf\u00fcr, was man mitnehmen sollte und was man stehen lassen muss, weil es einfach nichts mehr taugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ehemals sch\u00f6ner Holzschrank, der 30 Jahre in einem feuchten und muffigen Keller zugebracht hat und an dem Schimmel, F\u00e4ulnis und Holzwurm ihre un\u00fcbersehbaren Spuren hinterlassen haben, der taugt nicht mehr als Rahmen f\u00fcr das wertvolle Sonntagsporzellan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau das aber schien das Problem gewesen zu sein, dass einige der Korinther mit Paulus hatten. Sie h\u00f6rten ihn von der Herrlichkeit Gottes reden, von seiner Kraft und Allmacht, seiner Liebe und Barmherzigkeit, seiner unendlichen F\u00fcrsorge und G\u00fcte, aber wenn man seine Lebensumst\u00e4nde, seine Lebenswirklichkeit anschaute, dann schien das irgendwie nicht dazu zu passen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was h\u00e4ufte sich im Leben dieses Mannes nicht alles an Schwierigkeiten, Widrigkeiten, Auseinandersetzungen, Angriffen und Belastungen. Sind das nicht alles Dinge, die einem wirklich mit Gott verbundenen Leben, einem wirklich gesegneten Leben Hohn sprechen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte Gott die kraftvolle Botschaft seiner Herrlichkeit wirklich in ein so j\u00e4mmerliches, schwaches und zerbrechliches Gef\u00e4\u00df legen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fcsste da nicht statt Verfolgung Erfolg zu verbuchen sein, statt Verlegenheiten Gelegenheiten, statt Bedr\u00fcckungen ekstatische Entr\u00fcckungen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War da f\u00fcr einen Menschen, der behauptete vom Messias pers\u00f6nlich berufen worden zu sein, nicht viel zuviel von Angst, von Not, von Tr\u00fcbsal und von Leiden die Rede?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese welt\u00fcberwindende Siegesbotschaft der Auferstehung und diese st\u00e4ndig von Not und Tod \u00fcberschattete Existenz, das passte doch einfach nicht zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDoch das passt zusammen\u201c, sagt Paulus, \u201eja, vielmehr ganz allein so kann es nur sein. Dieser wunderbare himmlische Schatz kann nur in zerbrechlichen Tongef\u00e4\u00dfen angemessen aufbewahrt werden. In anderen Gef\u00e4\u00dfen w\u00fcrde er verfaulen, in anderen Gef\u00e4\u00dfen k\u00e4me er niemals zur Geltung. Nicht nur die Korinther sondern auch wir Menschen des beginnenden 21.Jahrhunderts h\u00f6ren diese S\u00e4tze mit Befremden. Das ist eine Wahrheit, die der westlichen Welt zunehmend fremd geworden ist, so schreibt es Tatiana Goritschewa in ihrem sehr lesenswerten Buch \u201eDie Kraft der Ohnm\u00e4chtigen\u201c. <em>\u201eHier im Westen erlebe ich eine gro\u00dfe Leidensscheu bei den Christen. Sie sch\u00e4men sich sogar zu sagen, dass sie leiden oder Not haben. Aber wie sollen diese Christen die Tiefen und damit den Reichtum des Lebens \u00fcberhaupt einmal erfassen k\u00f6nnen? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gott verbirgt das Gl\u00fcck im bestehenden Leid, denn wer das Leid annimmt, erlebt darin auch eine besondere N\u00e4he zu Gott, die jedes andere Gl\u00fcck weit \u00fcbersteigt. Man soll das Leid nicht suchen. Aber man soll es aufnehmen als Gnade, die einem von Gott geschenkt wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sp\u00fcren alle, wie schwer uns solche S\u00e4tze eingehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt uns schwer dem Liederdichter Karl Friedrich Hartmann beizupflichten, der in einem Lied \u00fcber das Leid gedichtet hat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eLeiden macht das Wort verst\u00e4ndlich, Leiden macht in allem gr\u00fcndlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier hei\u00dft man dich eine B\u00fcrde, droben bist du eine W\u00fcrde, die nicht jedem widerf\u00e4hrt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die Spur des Stichwortes \u201ezerbrechliches Tongef\u00e4\u00df\u201c im Alten Testament verfolgt, st\u00f6\u00dft auf drei sehr interessante Episoden, in denen Tonkr\u00fcge eine bedeutsame Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese drei Episoden k\u00f6nnen so etwas wie einen Dreiklang bilden, durch den der Ausdruck vom Schatz der Heilsbotschaft in zerbrechlichen Gef\u00e4\u00dfen, erst richtig zu klingen beginnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den ersten beiden Episoden geht es um Jeremia. Sein \u00f6ffentlicher Verk\u00fcndigungsdienst stand von Anfang an unter dem Vorzeichen der Konfrontation. Jeremias Auftrag war es mit eiserner H\u00e4rte und schonungsloser Unerbittlichkeit im Namen Gottes gegen die Regierung, gegen die Religionsvertreter, gegen die Meinungsmacher, ja gegen das Volk als Ganzes Stellung zu beziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit war ein anstrengendes, zerm\u00fcrbendes, ja qualvolles Leben vorprogrammiert mit \u00fcberm\u00e4chtiger Gegnerschaft auf allen Seiten, mit Angriffen, Anfechtungen und frustrierenden Erfahrungen permanenter Erfolglosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch bei Jeremia kann wie bei Paulus die Grundsatzfrage gestellt werden, ob ein Mann, der im g\u00f6ttlichen Auftrag unterwegs ist, so ein j\u00e4mmerliches Bild abgeben darf. Jeremia kommt psychisch bis an den Punkt, wo er den Tag seiner Geburt verw\u00fcnscht, aber es gelingt ihm nicht, seinen Auftrag abzusch\u00fctteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er muss eine harte Botschaft verk\u00fcndigen und er unterstreicht seine Botschaft mit markanten, sinnenf\u00e4lligen Aktionen. So nahm er sich beispielsweise einen Tonkrug und trug ihn im Dabeisein etlicher Verantwortungstr\u00e4ger vor die Jerusalemer Stadtmauern, an den Ort an dem die Leute von Juda und von Jerusalem den heidnischen G\u00f6tzen Moloch und Baal ihre schrecklichen Opfer darbrachten. Hier wurden u.a. Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt. Jeremia muss nun ank\u00fcndigen, dass dieser Ort zu einem einzigen gro\u00dfen Friedhof werden wird, wenn Gott den schrecklichen G\u00f6tzendienst heimsuchen wird. Dann zerschl\u00e4gt Jeremia den Tonkrug mit den Worten: \u201eSo wird Gott Jerusalem und seine Bewohner zerschlagen!\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier haben wir den ersten Ton. Gott legt den Schatz seines Wortes in schwache, zerbrechliche und angreifbare Gef\u00e4\u00dfe, um durch ihren gewaltsamen Zerrbruch das unausweichliche Gericht \u00fcber alle gottwidrigen M\u00e4chte und Gewalten anzuzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Regierung, ein Staat, ein Volk, dass die wehrlosen Verk\u00fcndiger des Evangeliums in ihrer Zerbrechlichkeit verfolgt, inhaftiert, peinigt oder t\u00f6tet, zeigt damit \u00f6ffentlich selber an, dass es einem unausweichlichen Gericht, einem von Gott Zerschlagen-werden entgegen geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Regime haben sich im gewaltsamen Zerschmettern der Gemeinde selber das Urteil gesprochen. Die Arenen im R\u00f6mischen Reich, die KZs im Nationalsozialistischen Deutschland, die Gulags in Russland, die Lager und Gef\u00e4ngnisse in Nordkorea oder aber die St\u00e4tten des K\u00f6pfens und H\u00e4lse Durchschneidens in den Hoheitsgebieten des Islam, alle diese Orte, in denen die Christen leiden, sind damit Orte, die ihr eigenes unausweichliches Gericht und Ende anzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht darf man das Gleichnis vom gro\u00dfen Weltgericht, das Jesus erz\u00e4hlt hat, auch in dieser Richtung verstehen: \u201eWas ihr nicht getan habt einem dieser meiner geringsten Br\u00fcder, das habt ihr mir nicht getan!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kommt aber noch einmal ein Tonkrug bei Jeremia vor. Als das angedrohte Gericht sich zu realisieren beginnt, liegt Jeremia im k\u00f6niglichen Gef\u00e4ngnis in Jerusalem. Die babylonische Gro\u00dfmacht ist unter Nebukadnezar in Juda eingefallen und belagert die Hauptstadt Jerusalem. Jeremia ist inhaftiert worden, weil der K\u00f6nig die demoralisierende Wirkung seiner Verk\u00fcndigung unterbinden will. Jeremia verk\u00fcndigt immer wieder, dass es keinerlei Chance g\u00e4be und dass Jerusalem fallen werde. Da kommt ein Verwandter ins Gef\u00e4ngnis. Er will ein Erbgrundst\u00fcck verkaufen und nach der gesetzlichen Regelung ist Jeremia der erste Kaufberechtigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund g\u00f6ttlicher Weisung geht Jeremia auf diesen Handel ein. Ein Vertrag wird aufgesetzt und Jeremia ordnet an, diesen Vertrag in einen Tonkrug zu legen, damit er lange erhalten bliebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott w\u00fcrde zwar schreckliches Gericht halten, aber er wird sich einmal wieder erbarmen und sein Volk aus der Zerstreuung nach Jud\u00e4a zur\u00fcckbringen. Das von den Babyloniern verw\u00fcstete Gebiet wird wieder bewohnt und bebaut werden, es wird wieder etwas wert sein, so dass man \u00c4cker und Grundst\u00fccke mit Brief und Siegel als Wertgegenst\u00e4nde handeln wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der zweite Ton des Akkords. Gott legt seinen Schatz in irdene Gef\u00e4\u00dfe, weil die verbriefte Hoffnung allein im Schutzraum irdener Gef\u00e4\u00dfe vor dem Verfall bewahrt bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hoffnung w\u00fcrde als Hoffnung nicht erhalten bleiben, w\u00fcrde sie nicht immer wieder in Menschen gelegt, die in ihrer eigenen Ohnmacht und Hilflosigkeit, die verbrieften Zusagen und Verhei\u00dfungen Gottes in sich aufnehmen und sie als Gotteskraft und damit als unvergleichliche Sch\u00e4tze bewahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit die Hoffnung erhalten bleibt inmitten einer Welt der Verg\u00e4nglichkeit, der Nichtigkeit und der Aufl\u00f6sung, legt Gott die Sch\u00e4tze seiner Verhei\u00dfungen hinein in das Innere von Menschen deren Leib weiterhin teilhat am Seufzen aller Kreaturen. Deshalb preist Jesus in der Bergpredigt die Leidenden, Trauernden und Hungrigen selig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der dritte Ton des Akkords wird uns durch eine Episode aus der Richterzeit eindr\u00fccklich vor Augen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel wird von den Midianitern und Amalekitern belagert. Gideon sammelt 30.000 Kriegsleute, um zum entscheidenden Befreiungsschlag auszuholen. Aber Gott ist nicht einverstanden mit dieser beeindruckenden Ansammlung menschlicher Wehrhaftigkeit. Hier ruht das Vertrauen nicht auf ihm, sondern auf der eigenen Macht und St\u00e4rke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott befiehlt das Heer von 30.000 auf 300 zu dezimieren, damit f\u00fcr jeden offensichtlich ist, dass es nicht die milit\u00e4rische Schlagkraft sondern das Gott es ist, der den Sieg schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausr\u00fcstung f\u00fcr den entscheidenden Zugriff ist kurios. Jeder Soldat bekommt in seine rechte Hand eine Posaune und in seine linke Hand einen Tonkrug mit einer brennenden Fackel darin. So umringen sie das feindliche Lager und auf ein gemeinsames Kommando blasen sie in die Posaunen und zerschlagen ihre Tonkr\u00fcge, so dass mit einem Schlage ein Kranz von Licht das Lager umschlie\u00dft. Das Ganze war so schockierend, dass in der ausbrechenden Panik sich die Midianiter und Amalekiter gegenseitig f\u00fcr Feinde hielten und damit selber aufrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der dritte Ton des Akkords. Gott legt seinen Schatz in irdene Gef\u00e4\u00dfe, um mitten in deren Zerrbruch das strahlende Licht hervorleuchten zu lassen, dass auch noch den letzten Feind zu \u00fcberwinden vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eImmer und \u00fcberall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem K\u00f6rper herum, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird\u201c<\/em>, so sagt es Paulus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr den Apostel in Besonderem Sinne gilt, das gilt auf umfassenderer Ebene f\u00fcr jeden Christen, wir werden in Angreifbarkeit, Verletzlichkeit, Ohnmacht, Schwachheit und Hinf\u00e4lligkeit hineingegeben, damit mitten in unserer Schwachheit die Kraft Gottes aufleuchten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So verbindet sich das Kreuz und die Auferstehung Jesu ganz mit unserem Leben. Der Auferstandene nimmt durch seinen Geist Wohnung in uns, um mitten im Zerrbruch unseres zerbrechlichen Tongef\u00e4\u00dfes hervorzuleuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein alter Pfarrer schrieb vor vielen Jahren ein eindr\u00fcckliches biographisches B\u00fcchlein mit dem Titel \u201eWarum ich noch ein Christ bin\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er bekannte darin, dass ihn nichts so stark von der Wahrheit des Evangeliums \u00fcberzeugt habe, wie die eigent\u00fcmliche Erfahrung, die er immer wieder einmal an den Sterbebetten seiner Gemeindeglieder gemacht habe. \u201eDa sei\u201c, so sagt er, \u201ebei einigen ganz einfachen Menschen mitten in allen Dunkelheiten des Todeskampfes f\u00fcr ein paar Sekunden etwas von der Herrlichkeit aufgeleuchtet. \u201e<em>Es ist, wenn auch \u00fcberschattet von Finsternissen des Todeskampfes, so doch in den Sekunden, in denen es aufgl\u00e4nzt, unvergesslich. Diesem Gesehen-haben des Christusgesichtes verdanke ich, dass ich trotz allem, ja, trotz meiner selbst ein Christ bin und es bleibe.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Jesus als seinen unverlierbaren Schatz in sich tr\u00e4gt,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>der kann wohl von viel Not bedr\u00e4ngt, aber nie ganz und gar erdr\u00fcckt werden,<\/li>\n<li>der kann wohl vor gro\u00dfen Problemen stehen, muss aber nicht in endg\u00fcltiger Verzweiflung versinken,<\/li>\n<li>der kann wohl verfolgt aber niemals in eine absolute Verlassenheit gebracht werden,<\/li>\n<li>der kann wohl zu Boden gestreckt aber nie vollkommen zugrunde gerichtet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Jesus als seinen Schatz in sich tr\u00e4gt, f\u00fcr den kommt das Sch\u00f6nste noch und mitten im Zerbruch des \u00e4u\u00dferen Menschen kann es bereits siegreich hervorleuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt im NbC-GHB-Gottesdienst in Landau-M\u00f6rzheim am 25. Juni 2017<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dietmar Kamlah &#8211; Vorsitzender des S\u00fcddeutschen Gemeinschaftsverbandes<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongef\u00e4\u00dfen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles \u00fcberragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. 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