{"id":14698,"date":"2017-06-16T10:14:29","date_gmt":"2017-06-16T08:14:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14698"},"modified":"2017-06-16T10:16:19","modified_gmt":"2017-06-16T08:16:19","slug":"verstopfte-brunnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14698","title":{"rendered":"Verstopfte Brunnen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Isaak lie\u00df die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zur Zeit Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten und die die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte. (1. Mose 26, 18)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es tut gut, wie bodenst\u00e4ndig und lebensnah Gottes Wort ist. Da lesen wir von Isaak, wie er mit Gottes Hilfe ein ganz praktisches Problem des Lebens, ja des \u00dcberlebens l\u00f6st. Denn ums \u00dcberleben geht es bei dieser Freilegung der bew\u00e4hrten aber leider von den Feinden verstopften Brunnen. Im Jahr des Reformationsjubil\u00e4ums kann uns dies alttestamentliche Ereignis ein eindr\u00fcckliches Bild f\u00fcr das sein, was Reformation bedeutet. Luther sah es so, als er in einer Predigt \u00fcber 1. Mose 26 ausf\u00fchrte:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDer Brunnen aber, den sie zustopften, das bedeutet nichts anderes als der Frevel, den sie durch Menschenlehre gegen die Heilige Schrift tun, welche die Christenheit eine Zeit lang gebrauchte und rein hatte. Aber bald kam der Teufel und f\u00fchrte Menschentand hinein, so dass man sie nicht mehr genie\u00dfen konnte. Sie legten sie nach ihrem eigenen Kopf aus; das bedeutet Erde in den Brunnen tragen und damit zustopfen\u2026 Wir haben den Brunnen wieder ausgegraben und aufgetan; so kommen immer andere, die ihn wieder mit Erde zustopfen\u2026 Wenn wir uns aus der Schrift tr\u00e4nken und st\u00e4rken wollen, so will man es uns verwehren&#8230;\u201c\u00b9 <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kann man es besser auf den Punkt bringen? Reformation bedeutet, den guten Brunnen des \u201e<em>gebuchstabeten<\/em>\u201c<em>\u00b2<\/em> Wortes Gottes wieder freizulegen von allen menschlichen Ansichten und Deutungen, damit wir uns aus der Heiligen Schrift mit dem Wasser des Lebens \u201e<em>tr\u00e4nken und st\u00e4rken<\/em>\u201c k\u00f6nnen. Das ist f\u00fcr jeden Christen und f\u00fcr die Gemeinde Jesu keine Geschmacks- sondern eine \u00dcberlebensfrage. Erde, die in den Brunnen gekippt wurde und die die Reformatoren unerm\u00fcdlich heraus schaufelten, gab es reichlich: Werk- und Selbstgerechtigkeit; andere Heilsvermittler neben Christus; andere Autorit\u00e4ten neben der Bibel (Tradition, Kirchenbeschl\u00fcsse, Papstdekrete, \u201eGeistesoffenbarungen\u201c, \u201eVernunft\u201c); ein humanistisches Menschenbild (\u201eWir sind im Kern doch irgendwie gut.\u201c); Antinomismus (Ablehnung der Gebote); bildhafte, willk\u00fcrliche, zusammenhanglose Bibelauslegungen; Verwechslung von staatlichen und kirchlichen Aufgaben und, und, und\u2026 Merken wir etwas bei dieser Aufz\u00e4hlung? Reformation ist hochaktuell. Denn der Brunnen des Wortes Gottes muss frei sein, damit wir daraus sch\u00f6pfen, uns st\u00e4rken und das Leben aus Christus haben k\u00f6nnen. Luther \u00fcbersetzte die Bibel, damit wir sie lesen und darin unsern guten Heiland Jesus Christus finden. Graben wir den Brunnen auf! Und vergessen wir nicht das Wichtigste: Tag f\u00fcr Tag daraus Wasser des Lebens sch\u00f6pfen. <em>\u201eDarum ist das ein gutes Zeichen, wenn jemandem die teure Gabe geschenkt ist, dass er Liebe und Lust zur Schrift hat, sie gern liest, hoch und wert h\u00e4lt.\u201c\u00b3<\/em><\/p>\n<p><em>Pfarrer Matthias K\u00f6hler (Kalletal-Hohenhausen)<\/em><\/p>\n<p><em>1.) WA 24,467-468 (Predigten \u00fcber 1. Mose von 1523\/24)<\/em><\/p>\n<p><em>2.) WA 48,31 (Zu Psalm 22)<\/em><\/p>\n<p><em>3.) Ebenda.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Aufbruch &#8211; Informationen des Gemeindehilfsbundes (Juni 2017). Wenn Sie den Aufbruch kostenlos abonnieren m\u00f6chten, teilen Sie uns dies gerne unter info@gemeindehilfsbund.de mit.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Isaak lie\u00df die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zur Zeit Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten und die die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte. (1. Mose 26, 18) Es tut gut, wie bodenst\u00e4ndig und lebensnah Gottes Wort ist. 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