{"id":14635,"date":"2017-05-24T23:38:35","date_gmt":"2017-05-24T21:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14635"},"modified":"2017-05-24T23:38:35","modified_gmt":"2017-05-24T21:38:35","slug":"predigt-ueber-psalm-6819-des-herrn-triumphierende-himmelfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14635","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Psalm 68,19: Des Herrn triumphierende Himmelfahrt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren und hast das Gef\u00e4ngnis gefangen; Du hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen, auch f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen, da\u00df Gott, der Herr, dennoch daselbst bleiben wird\u00bb (Psalm 68,19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Berg Zion war den H\u00e4nden der Jebusiter entrissen worden. Sie hatten denselben noch behauptet, nachdem das \u00fcbrige Land bereits eingenommen worden war; aber David hatte ihn endlich doch genommen. Dies war der Berg, der von alters her von Jehova zum Tempelplatz bestimmt war. David brachte deshalb die Lade Gottes unter freudigem Jauchzen aus dem Hause Obed-Edoms nach der St\u00e4tte, wo sie bleiben sollte. Dies ist die buchst\u00e4bliche Tatsache, auf welche sich das Bild des Textes bezieht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir befinden uns hinsichtlich der geistlichen Auslegung in keiner Verlegenheit, denn wir wenden uns zu Epheser 4,8, wo der Apostel Paulus, der mehr den Sinn als die genauen Worte der Stelle wiedergibt, sagt: \u00abEr ist aufgefahren in die H\u00f6he, und hat das Gef\u00e4ngnis gefangen gef\u00fchrt, und hat den Menschen Gaben gegeben.\u00bb Denselben Sinn finden wir Kolosser 2,15: \u00abUnd hat ausgezogen die F\u00fcrstent\u00fcmer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen \u00f6ffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht.\u00bb Wir werden also nicht durch unsre Phantasie irre gef\u00fchrt, sondern von dem klaren Licht des untr\u00fcglichen Wortes in der Erkl\u00e4rung unsers Textes geleitet. In Davids Worten haben wir eine Anrede an unsern Herrn Jesum Christum, die sich auf seine Auffahrt zu seiner Herrlichkeit bezieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Heiland stieg herab, als Er als S\u00e4ugling zur Krippe Bethlehems kam, und Er stieg ferner herab, als Er, \u00abein Mann der Schmerzen, vertraut mit Qual\u00bb wurde. Er stieg noch tiefer herab, als Er gehorsam ward bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, und noch tiefer, als sein toter Leib ins Grab gelegt wurde. Mit Recht sagt unser Apostel: \u00abDa\u00df Er aber aufgefahren ist, was ist es anders, denn da\u00df Er zuvor hinuntergefahren ist in die untersten \u00d6rter der Erde?\u00bb Lang und dunkel war das Hinabsteigen; es gab keine Tiefen der Erniedrigung, der Versuchung und der Leiden, die Er nicht ergr\u00fcndete. Da Er an Stelle der S\u00fcnder dastand, ging Er so tief, wie die Gerechtigkeit es von den S\u00fcndern erforderte, welche es gewagt hatten, das Gesetz Gottes zu mi\u00dfachten. Der \u00e4u\u00dferste Abgrund der Verlassenheit h\u00f6rte Ihn rufen: \u00abMein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?\u00bb Tief unten im Grabe lag Er; aber sein Angesicht war nach oben gewandt, denn die Verwesung konnte Er nicht sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am dritten Tage verlie\u00df Er das Lager der Toten und erhob sich zum Licht der Lebendigen. Er hatte seinen herrlichen Aufstieg begonnen. Um zu beweisen, wie wirklich seine Auferstehung war, blieb Er vierzig Tage auf Erden und zeigte sich vielen Zeugen. Er gab untr\u00fcgliche Beweise davon, da\u00df Er wirklich vom Tode auferstanden war, und diese haben wir als historische Tatsachen noch heute. Er ass, um zu beweisen, da\u00df Er kein Phantom war. Einer legte seine Finger in seine N\u00e4gelmale und seine Hand in seine Seite. Selbst die Zweifel der J\u00fcnger wurden gebraucht, um den Beweis klarer zu machen. Die Tatsache, da\u00df Jesus gestorben war, wurde durch den Speerstich zweifellos festgestellt, und die Tatsache, da\u00df Er in materieller Gestalt wieder lebte, wurde durch die Ber\u00fchrung des Thomas ebenso festgestellt. Es ist \u00fcber alle Zweifel erhaben: Jesus Christus ist auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem dies zweifellos festgestellt war, kam die Zeit f\u00fcr unsern Herrn, seine heimw\u00e4rts und aufw\u00e4rts gerichtete Reise fortzusetzen und zu der Herrlichkeit zur\u00fcckzukehren, von welcher Er herabgekommen war. Vom \u00d6lberg aus wurde Er, w\u00e4hrend die J\u00fcnger Ihn umgaben, aufgenommen, und \u00abeine Wolke nahm Ihn vor ihren Augen weg.\u00bb Den weiteren Verlauf k\u00f6nnen wir nicht beschreiben. Die Einbildung und der Glaube sieht Ihn sich \u00fcber alle uns bekannten Regionen, \u00fcber jede nur denkbare H\u00f6he erheben. Er n\u00e4hert sich dem Himmel, und der Befehl ergeht: \u00abTut euch auf, ihr ewigen Tore, da\u00df der K\u00f6nig der Ehren einziehe.\u00bb Wie hoch Er gestiegen, nachdem Er das Perlentor passiert hat, kann uns Paulus nicht sagen, au\u00dfer, da\u00df er sagt: \u00abEr ist aufgefahren \u00fcber alle Himmel\u00bb, und da\u00df er Ihn beschreibt als Den, \u00abden Gott gesetzt hat zu seiner Rechten im Himmel, \u00fcber alle F\u00fcrstent\u00fcmer, Gewalt, Macht, Herrschaft\u00bb, und \u00abder da wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann.\u00bb Der Mensch Christus Jesus ist zu dem Platz zur\u00fcckgekehrt, von welchem seine Gottheit kam. Du, Christus, bist der K\u00f6nig der Ehren! Du bist der ewige Sohn des Vaters! Du thronst im h\u00f6chsten Himmel, bekleidet mit aller Herrlichkeit und Macht, als K\u00f6nig aller K\u00f6nige und Herr aller Herren. Deinem Namen bringen wir in Demut jetzt und in Ewigkeit unsre Hallelujas dar!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">I.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich des Textes selbst nun, der von der Himmelfahrt unsers gelobten Herrn handelt, wollen wir zuerst sagen, das unsers Herrn Triumph durch seine Himmelfahrt dargestellt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er kam hierher, um Gottes und der Menschen Feinde zu bek\u00e4mpfen. Es war ein furchtbarer Kampf, den der Herr nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen S\u00fcnde, Tod und H\u00f6lle, den Ha\u00df gegen Gott und die Liebe zur Falschheit f\u00fchrte. Er kam, um unser Verfechter zu sein. Er rang, bis sein Schwei\u00df zu gro\u00dfen Blutstropfen wurde; ja, Er sch\u00fcttete seine Seele im Tod aus. Nachdem Er den Kampf beendet, verk\u00fcndete Er durch seine R\u00fcckkehr zu des Vaters Thron seinen Sieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun hat sein Hinabsteigen ein Ende. Es war nicht n\u00f6tig, da\u00df Er unter den Menschen bleibe, die Ihn verachteten. Schmach und Leiden und L\u00e4sterung und Tadel \u2013 alles ist nun weit unter Ihm. Er ist nun au\u00dfer dem Bereich der spottenden Sadduz\u00e4er und der Ihn beschuldigenden Pharis\u00e4er. Der Verr\u00e4ter kann Ihn nicht wieder k\u00fcssen; Pilatus kann Ihn nicht wieder gei\u00dfeln und Herodes Ihn nicht mehr verspotten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun war auch unsers Herrn Werk getan. Wir sind gewi\u00df, da\u00df die Absicht seiner Liebe gesichert ist, sonst w\u00fcrde Er zu seiner Ruhe nicht zur\u00fcckgekehrt sein. Die Liebe, die Ihn hierher brachte, w\u00fcrde Ihn hier festgehalten haben, wenn nicht alles vollbracht w\u00e4re, was zu unserm Heil notwendig war. Christus ist kein Enthusiast, der schnell ein Unternehmen beginnt, dessen Er m\u00fcde wird, ehe es ausgef\u00fchrt ist. Er gibt ein einmal angefangenes Werk nicht auf. Weil Er sagte: \u00abIch habe vollendet das Werk, das Du mir gegeben hast, da\u00df ich es tun sollte\u00bb, und dann zum Vater auffuhr, kann ich mit Gewi\u00dfheit behaupten, da\u00df, was hinsichtlich der Unterwerfung der M\u00e4chte der Finsternis von Ihm gefordert wurde, was zum Heil seiner Erl\u00f6sten n\u00f6tig war, auch erf\u00fcllt und erduldet worden ist. Was auch immer die Absicht und der Zweck des Todes Christi war, er ist vollst\u00e4ndig erreicht worden; sonst w\u00e4re Er nicht aufgefahren. Ich glaube nicht an einen geschlagenen und entt\u00e4uschten Heiland, auch nicht an ein g\u00f6ttliches Opfer, das seinen Zweck verfehlt hat. Ich glaube nicht an ein Vers\u00f6hnungsopfer, das wunderbar gro\u00df, aber bedenklich unwirksam ist. Welches auch die Absicht des Christus Gottes in dem gro\u00dfen Vorgang am Kreuz sein mochte \u2013 sie ist v\u00f6llig erreicht worden. Jesus hat darauf geachtet, da\u00df sein Werk in keinem Punkt vereitelt wurde. Von seinen Bundes-Verbindlichkeiten ist nichts uneingel\u00f6st geblieben. \u00abEs ist vollbracht\u00bb ist die Inschrift auf jede Einzelheit der g\u00f6ttlichen Arbeit, und darum ist Er in die H\u00f6he gefahren. Ich sage es noch einmal, die Liebe, die unsern Herrn hernieder brachte, w\u00fcrde Ihn hier gehalten haben, wenn Er sich dessen nicht absolut gewi\u00df gewesen w\u00e4re, da\u00df sein ganzes Werk zu unsrer Seligkeit v\u00f6llig erf\u00fcllt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beachtet ferner, da\u00df seine Auffahrt zum Vater eine repr\u00e4sentierende ist. Mit Ihm erhob sich jeder Gl\u00e4ubige und ergriff das Erbe. Als Er auferstand und auffuhr, lehrte Er uns den Weg f\u00fcr unsre F\u00fc\u00dfe. Schlie\u00dflich wird sein Volk dem Herrn entgegenger\u00fcckt werden und wird also bei dem Herrn sein allezeit. Er hat f\u00fcr seine Gl\u00e4ubigen eine Leiter hergestellt, auf welcher sie zu ihrer Gl\u00fcckseligkeit hinansteigen, und Er hat sie zuerst erstiegen, uns zu versichern, da\u00df der neue und lebendige Weg uns zug\u00e4nglich ist. In seiner Himmelfahrt nahm Er sein ganzes Volk mit sich. Wie Levi in den Lenden Abrahams war, da Melchisedek ihm begegnete, so waren alle Gl\u00e4ubigen in Christo, als Er in die H\u00f6he fuhr. Nicht eins der Glieder wird dort fehlen, wo Christus eingegangen ist; sonst w\u00e4re Jesus das Haupt eines unvollkommenen und verst\u00fcmmelten Leibes. Obgleich ihr kein andres Mittel habt, zur Herrlichkeit zu gelangen, als den Glauben an Jesum, so wird dieser Weg euch doch unfehlbar dorthin bringen. Wir sind eins mit Ihm, und wo Er ist, da mu\u00df auch sein Volk sein. In Jesu, unserm Repr\u00e4sentanten, sind wir in der h\u00f6chsten Herrlichkeit, und durch den Glauben sind wir samt Ihm auferweckt und samt Ihm in das himmlische Wesen versetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Herr fuhr auf zum h\u00f6chsten Himmel. Ich habe dies bereits bemerkt; aber la\u00dft mich euch noch einmal daran erinnern, damit uns kein wesentlicher Punkt entgehe. Der Herr nimmt in dem herrlichen Lande keinen untergeordneten Platz ein. Hier war Er ein Knecht; aber dort ist Er es nicht. Ich wei\u00df, da\u00df Er F\u00fcrbitter ist, und so um unsertwillen eine Art Dienst verrichtet; aber mit seiner F\u00fcrbitte vermischt sich kein Geschrei und keine Tr\u00e4nen. Er bittet mit Autorit\u00e4t. Er ist ein Priester auf dem Thron, der mit seinen Bitten die Autorit\u00e4t seiner pers\u00f6nlichen Verdienste verbindet. Er sagt: \u00abMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden\u00bb, und darum ist Er in seinen Gebeten f\u00fcr uns herrlich. Er ist Herr \u00fcber alles; Er lenkt die R\u00e4der der Vorsehung und leitet den Flug der Engel; sein Reich herrscht \u00fcber alles. Er ist erh\u00f6ht \u00fcber alles, das genannt mag werden, und alles ist unter seine F\u00fc\u00dfe getan. O, welchen Christus haben wir, den wir lieben, dem wir vertrauen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und um deswillen werden wir im Text aufgefordert, seiner herrlichen Person viel zu gedenken. Wenn wir von dem sprechen, was Christus getan hat, m\u00fcssen wir viel der Taten, noch mehr aber des T\u00e4ters gedenken. Wir d\u00fcrfen bei den Wohltaten, die uns durch Ihn zuflie\u00dfen, nicht des Wohlt\u00e4ters vergessen. Beachtet, wie David das zum Ausdruck bringt. Ihm ist der Herr der erste und hervorragendste. Er sieht Ihn; Er spricht zu Ihm. \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren. Du hast das Gef\u00e4ngnis gefangen. Du hast Gaben f\u00fcr Menschen empfangen.\u00bb Dreimal redet er Ihn mit \u00abDu\u00bb an. Verweile bei der Tatsache, da\u00df der Sohn Davids, welcher um unsertwillen auf die Erde herabkam und in der Krippe lag und an eines Weibes Brust lag, in die unendliche Herrlichkeit eingegangen ist. Er, der seufzte und hungerte und weinte und blutete und starb, ist nun hoch \u00fcber alles erh\u00f6ht. Siehe unsern Herrn am Kreuz; beachte die schmachvolle Gei\u00dfelung und Bespeiung und die Wunden, die Er erduldete. Sieh&#8216; wie dieser herrliche Leib, der vom Heiligen Geist f\u00fcr die Inwohnung der zweiten Person der anbetungsw\u00fcrdigen Dreieinigkeit zubereitet worden, so \u00fcbel behandelt wurde! Aber das alles ist zu Ende. \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren.\u00bb Der der Erde Spott war, ist nun das Wunder des Himmels. Ich sah Dich, in Spezereien geh\u00fcllt, ins Grab gelegt werden; aber Du bist in die H\u00f6he gefahren, wo der Tod Dich nicht anr\u00fchren kann. Der hier begraben ward, ist nun auf dem Thron. Das Herz, das hier gebrochen wurde, schl\u00e4gt nun in seinem Busen so voller Liebe und Herablassung, als da Er unter Menschen wohnte. Er gedenkt noch an Gethsemane und an Golgatha. Selbst wenn du von dem h\u00f6chsten Glanz seines erh\u00f6hten Zustandes geblendet werden solltest, so glaube dennoch, da\u00df Er ein Bruder ist, in der Not erfunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns der Himmelfahrt Christi freuen, da sie das Ehrenzeichen seines Sieges und das Symbol desselben ist. Er hat sein Werk erf\u00fcllt. Wenn Du das Gef\u00e4ngnis nicht gefangen gef\u00fchrt h\u00e4ttest, o Christus, h\u00e4ttest Du nie auffahren k\u00f6nnen, und wenn Du nicht f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen Gaben des Heils erworben h\u00e4ttest, w\u00fcrdest Du hier noch leiden m\u00fcssen! Das Heil und die Rettung der Menschen hatte Dich aber so erf\u00fcllt, da\u00df Du f\u00fcr die Dir dargebotene Freude das Kreuz erduldetest und der Schande nicht achtetest, und nun wissen wir, da\u00df alles erf\u00fcllt ist, sonst w\u00fcrdest Du bei Deinem gnadenvollen Unternehmen noch besch\u00e4ftigt sein. Die Stimme der Himmelfahrt ist: \u00abEs ist vollbracht!\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">II.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem ich eure Gedanken nach dieser Richtung gelenkt habe, m\u00f6chte ich euch zweitens daran erinnern, da\u00df des Herrn Triumphzug die Niederlage aller unsrer Feinde beweist. \u00abDu hast das Gef\u00e4ngnis gefangen\u00bb ist ebenso gewi\u00df, wie das: \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Br\u00fcder, wir waren einst Gefangene, Gefangene der Tyrannen, welche uns Wehe bereiteten und uns bald den Tod gebracht hatten. Wir waren Gefangene der S\u00fcnde, Gefangene des Satans, und darum Gefangene unter dem geistlichen Tode. Wir waren Gefangene durch mancherlei L\u00fcste unsers eignen Herzens; vom Irrtum und Betrug gefangen. Aber der Herr Jesus hat das Gef\u00e4ngnis gefangen. Hier ist unser Trost. Doch verge\u00dft nicht, da\u00df wir in allem hoffnungslose Gefangene waren. Die Feinde waren uns zu stark, und wir k\u00f6nnten ihrer grausamen Knechtschaft nicht entrinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr Jesus hat durch seinen herrlichen Sieg hienieden alle unsre Widersacher unterworfen und in seiner Auffahrt hat Er \u00fcber sie alle triumphiert und sie als Troph\u00e4en dargestellt. Dieser Siegeszug l\u00e4\u00dft sich durch den Triumph der r\u00f6mischen \u00dcberwinder illustrieren. Sie waren gewohnt, die Via Sacra zu passieren und zu dem Kapitol hinaufzufahren mit den besiegten F\u00fcrsten, deren H\u00e4nde auf den R\u00fccken gebunden waren, hinter ihren Wagen her. Alle jene M\u00e4chte, die euch gefangen hielten, hat Christus \u00fcberwunden. Welche Form eure geistliche Sklaverei auch annehmen mochte \u2013 ihr seid davon errettet; denn der Herr Jesus hat die zu Gefangenen gemacht, deren Gefangene ihr waret. \u00abDie S\u00fcnde wird nicht mehr herrschen \u00fcber euch.\u00bb Was den Satan betrifft, so hat der Herr ihm den Kopf zertreten. Der Tod ist auch \u00fcberwunden, und sein Stachel ist weg. Der Tod ist kein K\u00f6nig der Schrecken mehr: \u00abDer Stachel des Todes ist die S\u00fcnde; die Kraft aber der S\u00fcnde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum.\u00bb Was da auch war oder ist, das unsre Seele bedr\u00fcckt oder in Banden h\u00e4lt \u2013 der Herr Jesus hat es unterworfen und zu seinem Gefangenen gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nun? Nun, hinfort ist die Macht aller unsrer Widersacher gebrochen. Mut, ihr Christen! Ihr k\u00f6nnt euch auf dem Wege zum Himmel durchk\u00e4mpfen, denn die Feinde, die euch den Weg streitig machen, sind bereits auf dem Felde geschlagen worden. Sie tragen die Markzeichen der Tapferkeit eures Anf\u00fchrers an sich. Es ist wahr, des Herrn Herde ist zu schwach, sich ihren Weg zu erzwingen; aber h\u00f6re: \u00abEs wird ein Durchbrecher vor ihnen herauffahren, und ihr K\u00f6nig vornean.\u00bb Die Schafe k\u00f6nnen leicht folgen, wenn der Hirte den Weg bahnt. Wir haben nur jenen himmlischen F\u00fc\u00dfen zu folgen, welche einst durchsto\u00dfen wurden, und unsre Tritte werden nicht gleiten. Vorw\u00e4rts, ihr Soldaten Jesu, denn euer Herzog ruft: \u00abFolgt mir!\u00bb Wird Er euch in Gefahr bringen? Hat Er nicht gesagt: \u00abAuf den L\u00f6wen und Ottern wirst du gehen, und treten auf den jungen L\u00f6wen und Drachen?\u00bb Euer Herr hat euren Feinden seinen Fu\u00df auf den Nacken gesetzt; ihr f\u00fchrt Krieg mit \u00fcberwundenen Feinden. Welche Ermutigung gibt diese herrliche Himmelfahrt Christi jedem versuchten Gl\u00e4ubigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenkt ferner, da\u00df der Sieg unsers Herrn Jesu der Sieg aller ist, die in Ihm sind. \u00abDes Weibes Same soll der Schlange den Kopf zertreten.\u00bb Nun, des Weibes Same ist zun\u00e4chst der Herr Jesus, aber auch alle, welche in Verbindung mit Ihm stehen. Es gibt noch zweierlei Samen in der Welt: der Schlangensame und der Weibessame, welche nicht von dem Gebl\u00fct, noch von dem Willen eines Mannes, noch von dem Willen des Fleisches, sondern von Gott geboren sind; diese sind von dem lebendigen und unverg\u00e4nglichen Samen, welcher ewiglich bleibt. Jesus, unser Herr, repr\u00e4sentiert sie in allem, das Er tut. Sie starben in Ihm, wurden in Ihm begraben und in Ihm auferweckt, und an dem Tage, da Er triumphierte, f\u00fchrten sie in Ihm das Gef\u00e4ngnis gefangen. Auf den gro\u00dfen Kampf, der jetzt in der Welt w\u00fctet, blicke ich mit freudigem Vertrauen hin. Wir k\u00e4mpfen mit dem Papsttum, mit dem Mohammedanismus, mit dem G\u00f6tzendienst in den h\u00e4\u00dflichsten Formen; aber die Schlacht ist eigentlich gewonnen. Wir k\u00e4mpfen mit dem schrecklichen Unglauben, welcher sich gleich einem Krebs in die Gemeinde Gottes eingefressen hat, und wie oft seufzen wir, weil der Kampf sich nicht gestaltet, wie wir es w\u00fcnschen m\u00f6chten! Aber es ist kein Grund zur Verzagtheit vorhanden. Gott hat nicht solche Eile, wie wir, und Er f\u00fcrchtet sich nie, wie wir. Wir lesen hinsichtlich der Menge, die gespeist werden sollte, da\u00df Jesus eine Frage an Philippus richtete; aber es wird hinzugef\u00fcgt: \u00abJesus aber wu\u00dfte wohl, was Er tun wollte.\u00bb So mag der Herr manche Frage an seine K\u00e4mpfer richten; aber Er wei\u00df, was Er tun wird, und wir k\u00f6nnen unser Haupt an seine Brust legen und ganz ruhig sein. Wenn Er es uns nicht sagt, wie Er seine Pl\u00e4ne auszuf\u00fchren gedenkt, so wird Er sie doch gewi\u00df ausf\u00fchren. Seine Sache tr\u00e4gt sicherlich den Sieg davon; denn nie kann Er geschlagen werden. Ein \u00fcberwundener Christus! Wir haben es nicht gelernt, zu l\u00e4stern, und so weisen wir diese Idee ganz ab. Nein, Br\u00fcder, durch jene blutenden H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe hat Er den Ausgang des Kampfes gesichert. Besonders durch seine Auferstehung und durch seine Besteigung des Thrones Gottes hat Er den Sieg seiner Wahrheit, den Sieg seiner Gemeinde, seinen Sieg sicher und gewi\u00df gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">III.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">La\u00dft uns drittens beachten, das des Herrn triumphierende Himmelfahrt durch Gaben verherrlicht wurde. Die Weise, nach dem Siege Gaben zu gew\u00e4hren, wurde nach dem Gesang der Deborah bei den Morgenl\u00e4ndern beobachtet. Die, welchen in dem alten Rom ein Triumph beschieden war, warfen der Bev\u00f6lkerung Geld zu. Zuweilen schien es, als ob jedermann in der Stadt durch seinen Anteil an dem Raube \u00fcberwundener F\u00fcrsten reich gemacht wurde. So empfing unser Herr, als Er in die H\u00f6he fuhr, Gaben f\u00fcr die Menschen und streute sie reichlich aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Psalm sagt: \u00abDu hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen.\u00bb Das Hebr\u00e4ische sagt: \u00abDu hast Gaben empfangen in Adam\u00bb, das hei\u00dft in der menschlichen Natur. Als Herr hatte Jesus Christus alles; aber als der Mensch, als der Mittler, hat Er Gaben vom Vater empfangen. Der ewige, unsterbliche, unsichtbare K\u00f6nig hat seinem glorreichen Feldherrn viel verliehen und hat bestimmt, da\u00df Er den Raub mit den Starken teile.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem Paulus die Stelle anf\u00fchrt, sagt er: \u00abEr hat den Menschen Gaben gegeben.\u00bb Zitierte Paulus ungenau? Ich glaube nicht. Ohne Zweifel zitierte er nach der griechischen Ausgabe. Ist diese mit der Hebr\u00e4ischen vereinbar? Gewi\u00df; denn Dr. Owen sagt, da\u00df das Wort, das mit \u00abempfangen\u00bb gegeben wird, auch \u00abgegeben\u00bb gelesen werden kann. Und wenn nicht, so ist f\u00fcr Christum das Empfangen von Gaben f\u00fcr die Menschen gleichbedeutend mit dem Geben an die Menschen; denn Er empf\u00e4ngt nie f\u00fcr sich selbst, sondern um es sogleich denen zu geben, die in Ihm sind. Paulus gibt uns den innersten Sinn der Stelle. Er beabsichtigt gar nicht w\u00f6rtlich zu zitieren, sondern uns kurz den Inhalt zu geben. Der Herr Jesus hat nichts, das Er nicht seiner Gemeinde gibt. Er gab sich f\u00fcr uns und f\u00e4hrt noch immer fort, sich uns zu geben. Er empf\u00e4ngt die Gabe; aber Er handelt nur als der Kanal, durch welchen uns die Gabe Gottes zuflie\u00dft. Es gefiel dem Vater, da\u00df in Ihm alle F\u00fclle wohnen sollte, und aus seiner F\u00fclle haben wir alle empfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welches sind diese gro\u00dfen Himmelfahrtsgaben? Ich antworte, da\u00df die Summa derselben der Heilige Geist ist. Ich bitte um eure ehrerbietige Aufmerksamkeit f\u00fcr die heilige Dreieinigkeit, die uns hier geoffenbart wird. Wie erquickend ist es, die Dreieinigkeit gemeinsam das Heil der Menschen bewirken zu sehen! \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren\u00bb \u2013 da ist Christus Jesus. \u00abDu hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen\u00bb \u2013 da ist der Vater, der die Gaben verleiht. Die Gabe selbst ist der Heilige Geist. Dies ist die gro\u00dfe Gabe der Himmelfahrt Christi, welche Er an Pfingsten seiner Gemeinde verlieh. So habt ihr den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist gemeinsam wirkend f\u00fcr die Wohlfahrt der Menschen, zur \u00dcberwindung des B\u00f6sen, zur Aufrichtung der Gerechtigkeit. Freue dich, meine Seele, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Eine der S\u00fcnden der neuern Theologie ist, da\u00df sie diese g\u00f6ttlichen Personen in den Hintergrund stellt, so da\u00df sie in ihren verschiedenen Wirkungen und \u00c4mtern kaum erw\u00e4hnt werden. Die Theologie, welche eure Seelen n\u00e4hren kann, mu\u00df voll sein von der Gottheit und dem Vater dem Sohn und dem Heiligen Geist best\u00e4ndig Lob und Preis bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geliebte, die Gaben, davon hier gesprochen wird, sind die, welche der Heilige Geist bringt. \u00abDas Wasser, das ich ihm geben werde\u00bb, sagt Christus, \u00abwird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.\u00bb Er sagte ferner: \u00abWen da d\u00fcrstet, der komme zu mir und trinke.\u00bb Wir lesen, da\u00df Er redete \u00abvon dem Geist, welchen empfangen sollten die an Ihn glaubten\u00bb. Um die Welt f\u00fcr Christum zu \u00fcberwinden, bed\u00fcrfen wir nichts, als den Heiligen Geist, und in der Stunde seines pers\u00f6nlichen Sieges sicherte Er uns dieses Gut. Wenn der Heilige Geist uns gegeben wird so haben wir in Ihm alle die Waffen zu unserm heiligen Krieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber beachtet, da\u00df nach Paulus diese Gaben, welche der Herr gab, in Menschen verk\u00f6rpert sind; denn der Heilige Geist kommt \u00fcber seine Erw\u00e4hlten und wirkt durch sie nach seinem Wohlgefallen. Deshalb gab Er Apostel, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Von niemand kann man annehmen da\u00df er in einem dieser \u00c4mter der Gemeinde gegeben ist, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wohnt. Alle, auf denen der Heilige Geist ruht, sind von Gott gegeben, welcher Art auch ihr Amt sein mag. Paulus, Apollo, Kephas \u2013 sie alle sind Gaben des auferstandenen Christus an seine Erl\u00f6sten zu ihrer Erbauung und Vervollkommnung. Je nachdem der Heilige Geist in diesen Knechten bleibt, macht Er sie seinem Volk zu k\u00f6stlichen Himmelsgaben und sie werden die Vork\u00e4mpfer, durch welche die Welt dem Herrn unterworfen wird<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese in Gestalt von Menschen gegebenen Gaben sind f\u00fcr Menschen gegeben. Gemeinden existieren nicht f\u00fcr Prediger, sondern Prediger sind f\u00fcr Gemeinden da. Die eure Prediger sind, sind eure Knechte um Christi willen. Jeder von Gott gesandte Prediger, welcher seine Pflicht richtig erf\u00fcllt, bedient die Braut Christi mit liebevollem Flei\u00df und freut sich hoch, des Br\u00e4utigams Stimme h\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Die verschiedenen F\u00e4higkeiten derer, durch welche der Herr seine Gemeinde baut, sind alle durch unendliche Weisheit geordnet, und wir sollten sie nach besten Kr\u00e4ften verwenden. Ein Prediger mag f\u00fcr dich besser sein, denn ein andrer; aber ein andrer mag f\u00fcr jemand anders besser sein, als der, den du vorziehst. Der am d\u00fcrftigsten Begabte mag f\u00fcr eine Klasse von Geistern gerade wesentlich sein, darum verachte keinen. Wenn Gott Gaben gibt, d\u00fcrfen wir sie dann ver\u00e4chtlich entehren und sagen: \u00abDiese gef\u00e4llt mir gut, jene andre mag ich nicht?\u00bb Wenn der Vater diese Gaben seinem Sohn gew\u00e4hrt und der Heilige Geist sie in verschiedene irdene Gef\u00e4\u00dfe legt, auf da\u00df die \u00fcberschwengliche Kraft sei Gottes, wollt ihr dann anfangen, sie zu richten? Nein, Geliebte, der Herr hat mich gesandt, sein Evangelium zu predigen, und ich freue mich, zu f\u00fchlen, da\u00df ich um euretwillen gesandt worden bin. Ich bitte euch, soviel ihr irgend k\u00f6nnt, euch meinen Dienst am Evangelium zunutze zu machen durch h\u00e4ufiges H\u00f6ren, durch festen Glauben an das Wort und durch praktischen Gehorsam gegen das Wort. Macht euch alle Knechte Gottes zunutze, soviel ihr nur k\u00f6nnt. H\u00f6rt ihnen unter Gebet zu, nicht um eure Neugierde zu befriedigen oder euer Ohr zu vergn\u00fcgen, sondern damit ihr durch das Wort Gottes f\u00fchlen k\u00f6nnt, wie der Geist Gottes in euren Herzen den Plan seines Willens ausf\u00fchrt. Unsre Bekehrung, Heiligung, Tr\u00f6stung, Belehrung und Brauchbarkeit \u2013 alles wird uns durch den Heiligen Geist, und dieser Geist sendet seine kr\u00e4ftigen Botschaften durch die Menschen, die Er andern Menschen gegen\u00fcber als sein Mundst\u00fcck gebraucht. Seht, wie wundervoll die Himmelfahrt des Herrn war, in welcher Er so reiche und angemessene Gaben unter die Menschenkinder ausstreut. Von seiner herrlichen H\u00f6he aus sendet Er Hirten und Prediger und Evangelisten, durch welche der Heilige Geist m\u00e4chtiglich in denen wirkt, die da glauben. Durch sie sammelt Er die Erl\u00f6sten zusammen und baut sie auf als eine Gemeinde zu seiner Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">IV.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche mir nun die Aufmerksamkeit aller, welche unbekehrt sind, denn ich habe herrliche Botschaften f\u00fcr sie. Unsers Herrn Triumph hat eine ganz besondere Beziehung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDu hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen\u00bb, nicht f\u00fcr Engel, nicht f\u00fcr Teufel, sondern f\u00fcr Menschen, f\u00fcr arme gefallene Menschen. Ich lese nicht, da\u00df es hei\u00dft \u00abf\u00fcr Bisch\u00f6fe oder Prediger\u00bb, sondern \u00abf\u00fcr Menschen\u00bb, und doch ist hier ein besonderer Charakter erw\u00e4hnt. Erw\u00e4hnt der Text insbesondere \u00abHeilige\u00bb oder die, welche ihre Kleider nicht besudelt haben? Nein, ich lese hier von ihnen nicht. Welche seltsame Souver\u00e4nit\u00e4t liegt doch in der Gnade Gottes! Wahrlich, Er erbarmt sich, welches Er will; denn in diesem Beispiel erw\u00e4hlt Er zur besondern Erw\u00e4hnung die, welche ihr und ich ohne Wort \u00fcbergangen sein w\u00fcrden. \u00abJa, auch f\u00fcr die Rebellischen.\u00bb Ich mu\u00df pausieren, um meine Tr\u00e4nen zu trocknen. Wo seid ihr, ihr Rebellen? Wo sind die, welche ihr Leben in Auflehnung wider Gott zugebracht haben? Ach, ihr habt in offener Auflehnung wider Ihn gestanden; ihr habt in euren Herzen wider Ihn getobt und mit euren Zungen wider Ihn gesprochen. Manche haben als Trunkenbolde ges\u00fcndigt; andre haben die Gesetze der Reinheit, der Wahrheit, der Ehrlichkeit gebrochen. Viele lehnen sich auf gegen das Licht, tun ihrem Gewissen Gewalt an und sind dem Wort ungehorsam; diese geh\u00f6ren auch zu den Rebellischen, ebenso die Stolzen, die Zornigen, die Tr\u00e4gen, die Ungl\u00e4ubigen, die Ungerechten. H\u00f6rt alle diese Worte und nehmt sie mit nach Hause, und wenn sie eure Herzen nicht brechen und mit Dankbarkeit erf\u00fcllen, seid ihr wirklich hart. \u00abJa, auch f\u00fcr die Rebellischen.\u00bb Als der Herr im Triumph heimfuhr, hatte Er ein mitleidiges Herz gegen die Rebellischen. Als Er die h\u00f6chste Stelle betrat, zu welcher Er auffahren konnte, war Er noch der Freund der S\u00fcnder. Er wandte sein Auge denen zu, die Ihn gekreuzigt hatten und verlieh ihnen Gaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Bezeichnung schlie\u00dft diejenigen ein, welche sich gegen Gott aufgelehnt haben, obgleich sie einst bekannt hatten, seine treuen Untertanen zu sein. Vielleicht spreche ich zu etlichen, die so weit abtr\u00fcnnig geworden sind, da\u00df sie alle Religion aufgegeben haben und wieder zur Welt und ihren S\u00fcnden zur\u00fcckgekehrt sind. Diesen m\u00f6chte ich, falls sie zum Herrn zur\u00fcckkehren wollen, ein Wort der Ermutigung sagen. Einst befand sich John Bunyan eine Zeitlang unter einer gro\u00dfen Versuchung. \u00dcber dieses Leiden berichtet er in seinem \u00ab\u00dcberschwengliche Gnade.\u00bb Er dachte, da\u00df Gott ihn aufgegeben und auf immer verworfen habe, und doch fand er Hoffnung in diesem Text. Ich habe ein klein wenig, das sich darauf bezieht, abgeschrieben: \u00abIch f\u00fcrchtete auch, da\u00df dies das Zeichen sei, welches der Herr an Kain gemacht, n\u00e4mlich best\u00e4ndiges F\u00fcrchten und Zittern unter der schweren Schuldenlast, die er sich durch das Blut seines Bruders Abel zugezogen hatte. Da wand und qu\u00e4lte ich mich unter der Last, die auf mir lag und die mich so dr\u00fcckte, da\u00df ich weder stehen noch gehen noch liegen konnte. Doch zuweilen kam mir das Wort in den Sinn: \u2039Er hat Gaben empfangen auch f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen.\u203a Die Abtr\u00fcnnigen, dachte ich; nun gewi\u00df sind das solche, die einst ihrem F\u00fcrsten untertan waren und die, nachdem sie seiner Herrschaft Unterwerfung geschworen hatten, die Waffen wider ihn ergriffen, und dies, dachte ich, sei gerade mein Fall. Einst liebte ich Ihn und f\u00fcrchtete Ihn und diente Ihm; aber jetzt bin ich ein Rebell und habe Ihn verkauft, und doch hat Er Gaben f\u00fcr Rebellen, und warum dann nicht auch f\u00fcr mich?\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O da\u00df ich jedes verzagte Herz veranlassen k\u00f6nnte, ebensolche Schlu\u00dffolgerungen zu ziehen: \u00abUnd warum dann nicht auch f\u00fcr mich?\u00bb Komm heim, lieber Bruder, komm heim; denn da sind Gaben f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen, und warum nicht f\u00fcr dich? Ich wei\u00df, du hast den Tisch des Herrn verlassen; ich wei\u00df, du hast, so weit du konntest, Christo einen Meineid geleistet und hast selbst gew\u00fcnscht, deine Taufe r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen; aber das ging nicht, und der Herr will dich auch nicht verloren gehen lassen. Ich wei\u00df, du hast dich hergegeben, B\u00f6ses zu tun, und vielleicht lebst du jetzt in einer erkannten S\u00fcnde, und wenn du heute heimkehrst, wirst du sie vor deinen Augen sehen. Doch trotz dessen bitte ich dich: Kehre sofort zum Herrn zur\u00fcck. Komm zu deinem Herrn und Heiland, welcher noch betet: \u00abVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.\u00bb Siehe, wie Er in seiner Herrlichkeit Gaben auch f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen hat. Und du bist ein Abtr\u00fcnniger gewesen. Wollte Gott, da\u00df ihr dieses Wort in gl\u00e4ubiger Bu\u00dfe und im heiligen Ha\u00df gegen die S\u00fcnde mit nach Hause nehmen m\u00f6chtet: Ja, auch f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlie\u00dfe, nachdem ich den f\u00fcnften Punkt behandelt habe: Unsers Herrn triumphierende Himmelfahrt sichert die Vollendung seines ganzen Werkes. Wie hei\u00dft es? \u00abDa\u00df Gott, der Herr, unter ihnen wohnen m\u00f6ge.\u00bb Als der Herr Christus zuerst hierher kam, war Er bereit genug unter uns zu \u00abwohnen\u00bb; aber es konnte nicht sein. \u00abDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns\u00bb, gleich einem Beduinen in seinem Zelt, aber nicht gleich einem daheim Wohnenden. Er war hier nur ein Besucher, und wurde als solcher \u00fcbel behandelt. \u00abSie hatten keinen Raum in der Herberge\u00bb, wo sonst jedermann gern willkommen war. \u00abEr kam in sein Eigentum\u00bb \u2013 gewi\u00df werden sie Ihm gern Logis bereiten \u2013 \u00ababer die Seinen nahmen Ihn nicht auf.\u00bb Es war kein Raum f\u00fcr Ihn im Tempel \u2013 dort mu\u00dfte Er die Gei\u00dfel gebrauchen. Es war kein Raum f\u00fcr Ihn auf offener Stra\u00dfe; denn sie hoben Steine auf, da\u00df sie Ihn steinigten. Aus der Synagoge vertrieben sie Ihn und suchten Ihn vom Abhang des Berges hinabzusto\u00dfen. \u00abHinweg mit Ihm! Hinweg mit Ihm!\u00bb war der Ruf des w\u00fcsten Haufens. Diesen lieben Besucher, welcher ganz unbewaffnet, ohne Schwert und Bogen kam, behandelten sie, als ob Er ein Spion w\u00e4re, der sich bei den Menschen eingeschlichen hatte, um ihnen Schaden zuzuf\u00fcgen. Und so liefen sie mit einem Speer auf Ihn zu und Er verlie\u00df dieses ungastlich Gebiet, wo man Ihn nicht kannte und nahm die Malzeichen der Unart der Menschen mit heim. O Welt, Welt, wie konntest du deinen besten Freund vertreiben und Ihn n\u00f6tigen, gleich einem Fremden zu sein, der nur \u00fcber Nacht darinnen bleibt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Er auferstanden war, ging Er heim, um von seinem Thron aus ein Werk zu leiten, durch welches die Erde ein Platz werde, da Gott bleiben k\u00f6nne. Und der Tempel Gottes ist bei den Menschenkindern und Er wird unter ihnen wohnen. Diese unsre Welt ist mit dem teuren Blute Christi besprengt worden und ist nichts Unreines mehr. Jesus ist das Lamm Gottes, welches die S\u00fcnden der Welt so hinwegnimmt, da\u00df Gott unter Bedingungen der Gnade mit Menschen handeln und ein freies Heil verk\u00fcndigen kann. Jesus, der Aufgefahrene, sch\u00fcttet solche Gaben \u00fcber diese s\u00fcndenkranke Welt aus, da\u00df sie doch noch eine neue Erde wird, in welcher Gerechtigkeit und der Gott der Gerechtigkeit wohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verhei\u00dfung ist zum Teil heute vor unsern Augen erf\u00fcllt; denn zu Pfingsten kam der Heilige Geist, und Er ist nie zur\u00fcckgekehrt. Jesus sagte: \u00abDa\u00df Er bei euch bleibe ewiglich.\u00bb Die heilige Taube ist oft schmerzlich betr\u00fcbt worden; aber sie hat nie ihre Fl\u00fcgel ausgebreitet, um die Welt zu verlassen. Dies ist noch das Zeitalter des Geistes. Ihr habt kaum n\u00f6tig, darum zu beten, da\u00df der Heilige Geist ausgegossen werde; denn das ist bereits geschehen. Was ihr n\u00f6tig habt, ist eine Taufe des Heiligen Geistes, n\u00e4mlich pers\u00f6nlich in die herrliche Flut zu steigen, die ausgegossen worden ist. O, in den Heiligen Geist und in Feuer getauft sein; bedeckt sein mit seinem heiligen Einflusse; eingetaucht sein in die Tiefen seiner Gottheit und sich in seiner Unerme\u00dflichkeit verlieren zu k\u00f6nnen! Hier ist unser Leben und unsre Kraft, denn so wohnt Gott, der Herr, unter uns. Seit der Himmelfahrt ist der Heilige Geist stets unter Menschen geblieben, obgleich Er nicht zu allen Zeiten gleich t\u00e4tig gewesen ist. W\u00e4hrend der ganzen Nacht des Romanismus ist Er hier gewesen; selbst in jenen tr\u00fcben Tagen waren dem\u00fctige Herzen da, die sich freuten, seine Tempel sein zu k\u00f6nnen. Heute ist Er noch bei seinen Wiedergebornen. Trotz des unklugen Haderns wider die g\u00f6ttliche Inspiration der Heiligen Schrift und trotz der Torheiten der kirchlichen Wirren und Vergn\u00fcgungen ist Er bei seinen Auserw\u00e4hlten. Herr, was ist der Mensch, da\u00df Dein Geist bei ihm wohnt? Aber es ist so, und darum ging unser Herr in den Himmel und empfing g\u00f6ttliche Gaben, damit durch Ihn Gott der Herr unter uns wohne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es kommt ein Tag, da dies bis auf den Buchstaben erf\u00fcllt wird. Es ist mir, als h\u00f6rte ich die Engel sagen: \u00abIhr M\u00e4nner von Galil\u00e4a, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren.\u00bb Nun, dies \u00abwie\u00bb mu\u00df hei\u00dfen in Person. In Person fuhr Er gen Himmel und in Person wird Er wiederkommen, und wenn Er kommt, wird Gott, der Herr, wirklich unter uns wohnen. Wir harren seiner herrlichen Erscheinung; denn dann wird Er in einer vollkommenen Weise unter Menschen wohnen. Welche seligen Tage wird es geben, wenn Jesus hier ist! Welch ein Millennium wird seine Gegenwart bringen! Erst mu\u00df Er kommen, und dann wird das goldne Zeitalter beginnen. Die Zentralherrlichkeit dieser Zeit wird sein, da\u00df der Herr hier ist. \u00abDer Herr, unser Gott, wird unter ihnen wohnen.\u00bb Dann wird der Gesang geh\u00f6rt werden, welcher nie enden wird; die Erde wird dem Herrn huldigen, welcher den Himmel und die Erde neu macht und seine Wohnung darin aufschl\u00e4gt. Bisher hat das Werk seinen Fortgang gehabt; aber noch ist es unvollst\u00e4ndig. Der ranzige Geruch der S\u00fcnde verdirbt die lieblichen D\u00fcfte dieser Welt, so da\u00df der reine und heilige Gott nicht darin bleiben kann; aber seit der Herr Jesus sie mit seinem heiligen Verdienste vers\u00fc\u00dft hat und der Geist sie durch sein Wohnen in Menschen reinigt, riecht der Herr den lieblichen Duft, und Er wird diesen armen gefallenen Planeten nicht aufgeben. Selbst jetzt kommen seine Engel und machen mit den Erw\u00e4hlten himmlische Gesch\u00e4fte. Bald wird das kleine Boot dieser Erdkugel zu dem gro\u00dfen Schiff dicht herangezogen werden und die Erde wird neben dem Himmel liegen. Der Himmel wird seine Chors\u00e4nger unter den Erl\u00f6sten aus den Menschen finden. Die ganze Welt wird sein wie ein Rauchfa\u00df, gef\u00fcllt mit dem R\u00e4uchwerk f\u00fcr den Herrn Zebaoth. Und dies alles wegen jener Gaben, die unser Herr an dem Tage, da Er, die Gefangenschaft gefangen f\u00fchrend, zu seiner Herrlichkeit zur\u00fcckkehrte, empfing und austeilte. Herr, beschleunige Deine Wiederkunft! Wir sind uns dessen gewi\u00df, da\u00df Deine dauernde Gegenwart und glorreiche Herrschaft seiner Zeit kommen wird. Dein Herabkommen sicherte Deine Auffahrt; Deine Himmelfahrt sichert uns Deine Wiederkunft. Darum loben und erh\u00f6hen wir Dich, Du aufgefahrener Herr, von ganzem Herzen, und erheben uns Dir nach, da Du uns von niedern Dingen aufw\u00e4rts zu Dir ziehst. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Charles Haddon Spurgeon, Predigt \u00fcber\u00a0<span class=\"\">Psalm 68,19<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span class=\"\">Aus Christus im Alten Testament<span class=\"ng-binding\">, Verlag J. G. Oncken Nachfolger<\/span><span class=\"ng-binding\">, 1901<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Im Internet unter <a href=\"https:\/\/schriftenarchiv.ch\/texts\/10105\">www.schriftenarchiv.ch<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren und hast das Gef\u00e4ngnis gefangen; Du hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen, auch f\u00fcr die Abtr\u00fcnnigen, da\u00df Gott, der Herr, dennoch daselbst bleiben wird\u00bb (Psalm 68,19). Der Berg Zion war den H\u00e4nden der Jebusiter entrissen worden. 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