{"id":1453,"date":"2009-04-20T16:43:07","date_gmt":"2009-04-20T14:43:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1453"},"modified":"2009-10-16T13:21:00","modified_gmt":"2009-10-16T11:21:00","slug":"er-ist-nicht-hier-er-ist-auferstanden-lukas-246","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1453","title":{"rendered":"Botschaft zum Osterfest 2009"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Er ist nicht hier, er ist auferstanden (Lukas 24,6)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Botschaft des Erzbischofs von Riga zum Osterfest 2009<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christus ist auferstanden! Diese Worte sind nicht nur ein traditioneller Ostergru\u00df, sondern ist das Bekenntnis, das den Ausweg selbst aus der hoffnungslosesten Situation, den Ratschluss Gottes zeigt. Jesus erlitt solches Unrecht und solche Entt\u00e4uschungen, wie sie sich nur die Welt einfallen lassen kann. Jesu schmachvoller Tod begrub alle Pl\u00e4ne, Hoffnungen und alle Vorstellungen seiner J\u00fcnger vom Leben.<!--more-->\u00a0So sehr waren die J\u00fcnger in die Sackgasse geraten, dass ihnen nichts mehr \u00fcbrig blieb, als sich zu verstecken und die T\u00fcr zu verschlie\u00dfen. Sie hatten keine Ahnung von dem, was weiter geschehen und wie alles enden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Gott wusste, was geschehen w\u00fcrde. Christus erstand aus dem Grabe am Ostermorgen. Er kam zu den J\u00fcngern durch die verschlossene T\u00fcr und er\u00f6ffnete ihnen einen neuen Weg. Die M\u00e4chte, welche Jesus gekreuzigt hatten, konnten auch sie festnehmen und t\u00f6ten, aber nicht aufhalten. Sie hatten keine Angst, denn nach dem Sieg Christi \u00fcber den Tod gab es das Verderben nicht mehr. Wer in der Welt mit Christus lebt und Jesus im Tode \u00e4hnlich wird, ist bei Ihm auch bei der Auferstehung in der Herrlichkeit zum ewigen Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute f\u00fchlt die Welt, dass sie in die Sackgasse geraten ist. Als die Republik Lettland nach dem Ersten Weltkrieg ausgerufen wurde, feierte das Volk die Freiheit und das Aufbl\u00fchen der Wirtschaft. Ein St\u00fcckchen Land f\u00fcr jeden, einen bl\u00fchenden Kapitalismus und eine frohe und lichte Zukunft verhie\u00df der von allen angebetete F\u00fchrer des Volkes. Doch das alles war nur sehr zerbrechlich. Die Verschw\u00f6rung der Gro\u00dfm\u00e4chte zerst\u00f6rte sowohl diesen Traum als auch den Staat Lettland. F\u00fcnfzig Jahre lang wurden andere Wertvorstellungen angebetet. Viele fingen an, daran zu glauben. Doch das alles ging in einem Augenblick zu Grunde, ebenso wie bei einem Erdbeben ein verkehrt erbautes Geb\u00e4ude einst\u00fcrzt. Mit Begeisterung haben wir uns nun an den Aufbau einer Burg der freien Marktwirtschaft und der politischen Demokratie geklammert und diese mit weltlichen liberalen Wertvorstellungen gef\u00fcllt; doch es vergingen keine 20 Jahre, bis die Ziele, die zu erreichen wir gek\u00e4mpft haben, wieder zerbrochen sind, und viele, denen wir hoffnungsvoll vertrauten, uns hintergangen haben. L\u00e4sst uns unsere Erfahrung \u00fcberhaupt noch jemandem glauben oder uns auf etwas verlassen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Johannes schreibt: \u201eDie Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.\u201c (1. Joh. 2,17) Wir haben es mehrfach erfahren m\u00fcssen, wie alle Hoffnungen, die sich auf den weltlichen Fortschritt st\u00fctzen, zunichte werden. Dagegen sagt der auferstandene Christus: \u201eSiehe, ich habe dir eine T\u00fcr aufgetan, und niemand kann sie zuschlie\u00dfen: denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.\u201c (Offenbarung 3,8)\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser von Kummer bedr\u00fcckten Zeit sollten wir uns viel tiefer unseren Beziehungen zu Christus zuwenden. Das Herz des Menschen ist dort, wo sich sein gr\u00f6\u00dfter Schatz befindet. Wenn unser Herz bei Christus ist, dann kann niemand uns das Leben und die Hoffnung nehmen. Wir d\u00fcrfen dankbar materielle Werte oder die M\u00f6glichkeiten des beruflichen Weiterkommens annehmen, und alles, was wir auf ehrliche Weise erreicht haben, aber vertrauensvoll alles, was uns geh\u00f6rt und was wir sind, dem Willen Gottes \u00fcberlassen. Er l\u00e4sst die Seinen nicht zuschanden werden, und das Leben mit Christus vermag so viel zu geben, dass alles andere zweitrangig wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel wird von der Freiheit und den Rechten des Individuums geredet, aber in dieser Zeit m\u00fcssen wir unsere gemeinsame Kraft neu entdecken, den Wert unserer Kirchengemeinde erfahren. Beachten wir, dass sich Christus nach Seiner Auferstehung nicht der ganzen Menschheit, sondern nur einigen gezeigt hat. Die Menschen mussten die Osterbotschaft voneinander empfangen. Das ist der Wille unseres auferstandenen Herren, dass wir Seine Auferstehung aneinander entdecken. Wir m\u00fcssen unsere Augen aufmachen, um zu sehen, wie unser N\u00e4chster lebt. Vielleicht braucht jemand die Hilfe und Unterst\u00fctzung, die gerade wir ihm geben k\u00f6nnen? Oft ist das gar nicht materielle Hilfe oder ein Almosen, sondern Ermutigung, Ansporn, die helfende Hand oder die Schulter des Freundes. Das ist der Wille Christi, dass wir Zeugen Seiner Auferstehung werden, wenn n\u00f6tig, dann auch mit Worten, aber Sein h\u00f6chstes Gebot lautet: \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr\u00e4ften und von ganzem Gem\u00fct, und deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.\u201c (Lukas 10,27)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christus ist auferstanden! F\u00fcr uns alle hat er gelitten, ist er gestorben und auferstanden !<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ausz\u00fcge aus Sv\u0113tdienas R\u012bts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, 11. April 2009<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Lettischen: Johannes Baumann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist nicht hier, er ist auferstanden (Lukas 24,6) Botschaft des Erzbischofs von Riga zum Osterfest 2009 Christus ist auferstanden! 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