{"id":14524,"date":"2017-04-28T09:57:41","date_gmt":"2017-04-28T07:57:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14524"},"modified":"2017-05-16T10:24:51","modified_gmt":"2017-05-16T08:24:51","slug":"biblisch-archaeologische-spurensuche-in-israel-vom-21-30-maerz-2017-ein-reisebericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14524","title":{"rendered":"Biblisch-arch\u00e4ologische Spurensuche in Israel vom 21.-30. M\u00e4rz 2017 &#8211; ein Reisebericht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im April 2015 entstand die Idee einer gemeinsam von der DMG interpersonal e.V. (Sinsheim) und dem Gemeindehilfsbund (Walsrode) verantworteten und geleiteten Reise nach Israel. Zwei Jahre sp\u00e4ter flogen 41 Teilnehmer, vornehmlich aus dem Kreis beider Werke, unter der Leitung von Gerd Sigrist (DMG) und Johann Hesse (GHB) mit einer EL Al &#8211; Maschine von Frankfurt nach Tel Aviv, wo wir das direkt an der Mittelmeerk\u00fcste gelegene Grand Beach Hotel bezogen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>22. M\u00e4rz &#8211; Tel Arad und Tel Lachisch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Tel Aviv fahren wir auf der Stra\u00dfe Nr. 6 in Richtung S\u00fcden. Noch im Gro\u00dfraum Tel Aviv weist uns die israelische Reiseleiterin Michal Hofmann darauf hin, dass links der Stra\u00dfe die alte Stadt <strong>Afek<\/strong> lag. Dort hatte Israel zur Zeit des Hohepriesters Eli die Bundeslade an die Philister verloren (1\u00a0Sam\u00a04,1-11). Weiter in s\u00fcdlicher Richtung geht es nach <strong>Tel Arad<\/strong> (Tel = Stadth\u00fcgel) im Negev. Die Israeliten hatten bereits w\u00e4hrend der W\u00fcstenwanderung gegen den K\u00f6nig von Arad im S\u00fcdland gek\u00e4mpft und die Stadt, die an einem wichtigen Handelsweg lag, erobert (4 Mose 21,1-3; vgl. Josua 12,14).<\/p>\n<div id=\"attachment_14530\" style=\"width: 528px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14530\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14530\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"518\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><p id=\"caption-attachment-14530\" class=\"wp-caption-text\">Tel Arad, Mauerreste<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alte Arad erreichte in Spitzenzeiten eine Ausdehnung von 100 km<sup>2<\/sup>. Die Arch\u00e4ologen legten in der ausgedehnten kanaanitischen Unterstadt Teile der 1,2 km langen Stadtmauer und Fundamente diverser Bauten frei (z. B. das fensterlose Arad-Haus, Geh\u00f6fte, Marktplatz, Heiligtum, Palast). Die W\u00fcstenstadt wurde durch einen 16 Meter tiefen Wasserschacht mit 4,5 Meter Durchmesser mit Trinkwasser versorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Tel befindet sich eine j\u00fcdische Grenzfestung, die in 350 Jahren sechs Mal zerst\u00f6rt wurde. Das letzte Mal im Jahre 586 v. Chr., als babylonische Truppen unter Nebukadnezar das Land und eben auch Arad eroberten. In die Festungsanlage integriert ist ein Jahwe-Tempel samt Opferaltar. Arch\u00e4ologen konnten nachweisen, dass der Tempel bereits im 8. Jahrhundert gezielt aufgegeben wurde. Ein deutlicher Hinweis auf die Reformen unter K\u00f6nig Hiskia, der nicht nur alle Formen des G\u00f6tzendienstes verbot, sondern auch die Jahweverehrung auf Jerusalem konzentrierte. So l\u00e4sterten die Assyrer \u00fcber Hiskia: \u201eIst das nicht der Hiskia, der die Opferh\u00f6hen und Alt\u00e4re seines Gottes entfernt und zu Juda und Jerusalem gesagt hat: Vor einem Altar sollt ihr anbeten und darauf opfern?\u201c (2\u00a0Chr\u00a032,12; vgl 2 Chr 31,1). In der Festung kann man mittels einer Treppe in eine riesige Zisterne hinabsteigen, die als Reservoir f\u00fcr Trinkwasser diente und das Wasser f\u00fcr rituelle Waschungen lieferte (Mikwe).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Festung wurden au\u00dferdem 200 beschriebene Ostraka (Tonscherben) gefunden, auf denen u. a. hebr\u00e4ische Namen genannt sind, die auch in der Bibel erw\u00e4hnt werden (z. B. Paschhur, Meremoth, die S\u00f6hne Korahs). Au\u00dferdem benutzten die damaligen Verfasser noch in selbstverst\u00e4ndlicher Weise den Namen Jahwe, das sogenannte Tetragramm (JHWH). Auf einem Ostrakon hei\u00dft es z. B.: \u201eAn meinen Herrn Eljaschib. JHWH wird um dein Wohlergehen besorgt sein &#8230; Im Hause Jahwes wohnt er.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Tel Arad fahren wir zum 44 km s\u00fcdwestlich von Jerusalem gelegenen <strong>Tel Lachisch<\/strong>. Lachisch war von hoher strategischer Bedeutung, weil es die j\u00fcdische Schefala (H\u00fcgelland) vor den Philistern in der K\u00fcstenebene sch\u00fctzte. Es war nach Jerusalem die zweitgr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Stadt. Der imposante Tel war bis zu 40 m hoch, hatte eine Fl\u00e4che von 7,3 ha, eine rechteckige Form und steil abfallende H\u00e4nge, die Angreifer effektiv fernhielten. Von den Fundamenten des Palastes auf dem Tel hat man eine herrliche Aussicht auf die H\u00fcgel der Schefala und Hebron im jud\u00e4ischen Bergland. Josua und die Israeliten eroberten Lachisch und vollstreckten den Bann an der Stadt und seinen Einwohnern (Josua 10,31-35).<\/p>\n<div id=\"attachment_14531\" style=\"width: 548px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14531\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14531\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-2-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"538\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-2-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-2-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-2-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-2.jpg 1672w\" sizes=\"(max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><p id=\"caption-attachment-14531\" class=\"wp-caption-text\">Tel Lachisch, Belagerungsrampe<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis heute kann man in Lachisch die weltweit \u00e4lteste Belagerungsrampe sehen (50-60 m lang und 75 m breit), welche die Assyrer im Jahre 701 v. Chr. aufsch\u00fctten lie\u00dfen, um die Stadt w\u00e4hrend der Herrschaft K\u00f6nig Hiskias zu erobern (2 K\u00f6n 18,13-17; 19,8). Die Ausgr\u00e4ber entdeckten auch 850 Speerspitzen aus assyrischer Herstellung, Fragmente von Schuppenpanzern, Zaumzeug und Steinschleudern. Die Belagerung und Eroberung Lachischs (inkl. der Belagerungsrampe) wurde auf den gro\u00dffl\u00e4chigen Wandreliefs im Palast des Sanheribs in Ninive abgebildet, die heute im Britischen Museum in London ausgestellt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in Lachisch wurden Ostraka gefunden, auf denen der Name Jahwe Verwendung findet. Ein Ostrakon wurde kurz vor der Eroberung der Stadt durch die Babylonier im Jahr 586 v. Chr. abgefasst. Ein Au\u00dfenposten schreibt darauf an den Stadtkommandanten von Lachisch: \u201eWir [achten] auf die Signale von Lachis &#8230; gem\u00e4\u00df allen Anweisungen, die mein Herr gibt, jedoch sehen wir nicht (die Zeichen von) Azeka.\u201c\u00a0 Damit war klar, dass die Babylonier die Stadt Aseka erfolgreich erobert hatten und die Babylonier nun nach Lachisch weiterziehen w\u00fcrden. Der Prophet Jeremia berichtete, dass Aseka und Lachisch die letzten St\u00e4dte waren, die vor Jerusalem belagert und erobert wurden (Jer\u00a034,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>23. M\u00e4rz &#8211; C\u00e4sarea, Berg Karmel, Nazareth<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Morgen des 23. M\u00e4rz verlassen wir unser Hotel in Tel Aviv und fahren \u00fcber Netanja nach <strong>C\u00e4sarea Maritima<\/strong>. In Netanja l\u00e4sst eine Bemerkung der Reiseleiterin aufhorchen. Insbesondere Juden aus Frankreich kaufen hier Wohnungen, f\u00fcr den Fall, dass sie wegen des wachsenden Antisemitismus durch muslimische Einwanderer gezwungen sein sollten, nach Israel auszuwandern. Die Stadt C\u00e4sarea wurde von Herodes dem Gro\u00dfen zwischen 22 und 10 v. Chr. zu Ehren von Kaiser Augustus erbaut. Wir treffen uns zun\u00e4chst unter einem Tamariskenbaum (hebr. Eschel). Michal Hofmann erinnert uns daran, dass uns die Bibel davon erz\u00e4hlt, dass Abraham in Beerscheba zun\u00e4chst einen Tamariskenbaum pflanzte (1 Mose 21,31). Dieser Baum nimmt in der Nacht Tau auf und fungiert am n\u00e4chsten Tag als wohltuende Klimaanlage. Von hier f\u00fchrt unser Weg in das prachtvolle und gut erhaltene Amphitheater, dass so gebaut ist, dass die Zuschauer aus dem Halbrund auf die B\u00fchne und das dahinterliegende Mittelmeer blicken. Welch eine Kulisse, wenn die rotgl\u00fchende Abendsonne langsam im Mittelmeer versinkt. Vom Amphitheater geht es zu den Fundamenten des Herodespalastes.<\/p>\n<div id=\"attachment_14532\" style=\"width: 358px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14532\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14532 \" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-3-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"524\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-3-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-3-768x1156.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-3-680x1024.jpg 680w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-3.jpg 825w\" sizes=\"(max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><p id=\"caption-attachment-14532\" class=\"wp-caption-text\">C\u00e4sarea, Pilatusstein<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier befindet sich auch die Kopie des 1961 entdeckten Pilatussteines, dessen Inschrift den biblischen Bericht best\u00e4tigt, nach dem Pontius Pilatus unter Kaiser Tiberius als r\u00f6mischer Pr\u00e4fekt und sp\u00e4ter Prokurator die Provinz Jud\u00e4a beherrschte: \u201e<em>[Po]ntius Pilatus \/ [praef]ectus Iuda[ea]e\u201c. <\/em>Die r\u00f6mischen Statthalter hielten sich vorzugsweise in C\u00e4sarea und nur selten in Jerusalem auf. Der gro\u00dfe k\u00fcnstlich angelegte Hafen verband die Provinz Jud\u00e4a mit den H\u00e4fen des R\u00f6mischen Reiches. In unmittelbarer N\u00e4he des Palastes befand sich au\u00dferdem das Hippodrom, in dem Wagenrennen stattgefunden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier in C\u00e4sarea kam der r\u00f6mische Hauptmann Kornelius durch die Predigt des Apostels Petrus zum Glauben (Apg 10). Nicht zuf\u00e4llig geschah dies in dieser durch und durch r\u00f6mischen Stadt, die zugleich das maritime Tor zum R\u00f6mischen Weltreich war. Das Evangelium sollte zuerst in Jerusalem, Jud\u00e4a und Samaria und dann \u00fcber die Grenzen Israels hinaus in die weite Welt gelangen. Sp\u00e4ter wurde der Apostel Paulus von Jerusalem nach C\u00e4sarea \u00fcberf\u00fchrt (Apg 23,23) und gefangen gehalten. Hier erschien er vor dem Statthalter Felix und seiner Frau Drusilla, und sp\u00e4ter legte er vor Festus, Herodes Agrippa und Berenike Zeugnis von Christus ab (Apg 24-26). Von C\u00e4sarea aus wurde er unter Begleitung eines r\u00f6mischen Soldaten nach Rom verschifft (Apg 27). Heute noch sind die Reste gro\u00dfer Verwaltungs- und Lagerr\u00e4ume im Hafenbereich zu sehen, in denen der Hauptmann Kornelius m\u00f6glicherweise gearbeitet hat oder der Apostel Paulus im Gef\u00e4ngnis sa\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter Kaiser Hadrian wurde C\u00e4sarea zur Hauptstadt der in Syria-Palaestina umbenannten r\u00f6mischen Provinz Jud\u00e4a. Unsere Reiseleiterin beleuchtete am Hippodrom von C\u00e4sarea den Hintergrund des Begriffes Pal\u00e4stina:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Exkurs: Israel oder Pal\u00e4stina?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum eigentlich wird das Land Israel auf vielen Landkarten in Atlanten oder Bibelausgaben f\u00e4lschlicherweise als Pal\u00e4stina bezeichnet? Weder entspricht diese L\u00e4nderbezeichnung biblischen noch historischen Gegebenheiten. Die Bibel spricht vor der Landnahme unter Josua vom Land Kanaan (5\u00a0Mose 32,49) und in den Jahrhunderten danach vom Land Israel (Hes 20,42). In der Zeit des geteilten Reiches wird das Nordreich Samaria oder Israel, das S\u00fcdreich Juda genannt. Auch das Neue Testament kennt den Begriff Pal\u00e4stina nicht, sondern spricht stattdessen von Jud\u00e4a (Mk 10,1). Allein der kleine K\u00fcstenstreifen im S\u00fcdwesten Israels um die f\u00fcnf Philisterst\u00e4dte Gaza, Aschdod, Aschkelon, Gat und Ekron wird als \u201eLand der Philister\u201c bezeichnet (2 K\u00f6n 8,2; Jes 11,14), niemals aber das ganze Land Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst nach der brutalen Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes (132-135 n. Chr.) benannte Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) die r\u00f6mische Provinz Judaea um in Provinz Syria Palaestina. Das von den R\u00f6mern zerst\u00f6rte Jerusalem wurde als Colonia Aelia Capitolina wiederaufgebaut. An der Stelle des j\u00fcdischen Tempels wurde ein Tempel zu Ehren von Jupiter Capitolinus errichtet. Die Umbenennung durch Hadrian war eine Form der damnatio memoriae, der \u201eVerdammung des Andenkens\u201c. Der Name Syria Palaestina erinnerte bewusst an die historischen Erzfeinde Israels. Dadurch sollte das j\u00fcdische Volk gedem\u00fctigt und die Erinnerung an das Volk der Juden und ihre geographische Heimat aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis der Menschheit getilgt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer heute noch das Land Israel mit dem Namen Pal\u00e4stina bezeichnet, gebraucht nicht nur einen in biblischer sowie historischer Sicht falschen Begriff, sondern beteiligt sich nachtr\u00e4glich an der gegen das j\u00fcdische Volk gerichteten Politik der damnatio memoriae durch Kaiser Hadrian.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anzumerken ist noch, das Eusebius von 313 bis 340 n. Chr. Bischof von C\u00e4sarea war. Au\u00dferdem berichtet Eusebius, dass in der valerianischen Verfolgung 257\/58 die Christen Priscus, Malchus und Alexander wegen ihres Bekenntnisses zu Christus wilden Tieren zum Fra\u00df vorgeworfen wurden und so den M\u00e4rtyrertod erlitten.<\/p>\n<div id=\"attachment_14533\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14533\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14533 \" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-4-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-4-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-4-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-4-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-4.jpg 1458w\" sizes=\"(max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><p id=\"caption-attachment-14533\" class=\"wp-caption-text\">C\u00e4sarea, Aqu\u00e4dukt<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Weiterfahrt in Richtung <strong>Karmelberge<\/strong> machen wir einen kurzen Halt am beeindruckenden Aqu\u00e4dukt, das Herodes bauen lie\u00df, um frisches Wasser aus den Karmelbergen nach C\u00e4sarea zu leiten. Von dort fahren wir am Mittelmeer entlang in n\u00f6rdlicher Richtung und dann durch das 23 km lange Karmelgebirge, dessen h\u00f6chste Erhebung 546 m aufweist. Karmel kommt aus dem Hebr\u00e4ischen <em>kerem el<\/em> (Weingarten Gottes). Auf dem Karmelgipfel erinnern wir uns in der Andacht an Elias Kampf mit den Baalspriestern (1 K\u00f6nige 18). Nicht ohne Grund fand dieser Kampf auf dem Karmel statt, denn hier in den fruchtbaren Karmelbergen verehrten bereits die Kanaaniter den Baal als Gott der Berge, der Fruchtbarkeit und des Donners. Arch\u00e4ologen fanden eine Baalsfigur, die Baal mit einem Blitz darstellt. Baal h\u00e4tte auf dem Karmel alle seine St\u00e4rken voll und ganz ausspielen k\u00f6nnen, \u201eaber es war da keine Stimme noch Antwort\u201c (1 K\u00f6n 18,29). Zu Recht rief das Volk aus: \u201eJahwe ist Gott, Jahwe ist Gott\u201c (1 K\u00f6n 18,39).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Gipfel des Karmel hat man einen herrlichen Blick sowohl auf das Mittelmeer als auch auf die fruchtbare Jesreel-Ebene (<em>Jizre El = Gott s\u00e4t<\/em>), die von dem m\u00e4chtigen Tel Megiddo beherrscht wird. In dieser Ebene fand nicht nur eine der ersten dokumentierten Schlachten der Menschheitsgeschichte unter Thutmosis III. statt (1457 v. Chr), gefolgt von vielen weiteren milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen, sondern hier soll auch die letzte Schlacht der Menschheitsgeschichte stattfinden, die in der Offenbarung angek\u00fcndigte Schlacht von Harmagedon (Offb 16,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Karmel fahren wir durch die Jesreel-Ebene nach <strong>Nazareth<\/strong>, wo wir uns am Berg des Absturzes an Jesu Predigt in Nazareth und die massive Ablehnung, die er in seiner Heimatstadt erfuhr, erinnern: \u201eUnd alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erf\u00fcllt, als sie das h\u00f6rten. Und sie standen auf und stie\u00dfen ihn zur Stadt hinaus und f\u00fchrten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzust\u00fcrzen. Aber er ging mitten durch sie hinweg.\u201c (Lk 4,28-30). In Nazareth besuchen wir au\u00dferdem die griechisch-orthodoxe Gabrielskirche, die an die Ank\u00fcndigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel in Nazareth erinnert (Lk 1,26-38). Am Abend beziehen wir das von orthodoxen Juden gef\u00fchrte Hotel Cinar am Ostufer des See Genezareths.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>24. M\u00e4rz \u2013 Tel Hazor, Safed, Kapernaum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitagmorgen brechen wir auf nach <strong>Tel Hazor<\/strong>, das 14 km nordwestlich vom See Genezareth liegt. Hazor war mit einer Ausdehnung von 74 ha die gr\u00f6\u00dfte kanaanitische Stadt \u00fcberhaupt, lag an der antiken Fernstra\u00dfe, die \u00c4gypten mit Mespotamien verband und bildete unter K\u00f6nig Jabin I. das Machtzentrum gegen die in das Land eindringenden Israeliten unter Josua. Nach der Schlacht von Merom (Hula-Seen) konnte Josua die Stadt Hazor erobern und vollst\u00e4ndig zerst\u00f6ren: \u201eUnd sie erschlugen alle, die darin waren, mit der Sch\u00e4rfe des Schwerts und vollstreckten den Bann an ihnen, und nichts blieb \u00fcbrig, was Odem hatte, und er verbrannte Hazor mit Feuer\u201c (Josua 11,11). Die Arch\u00e4ologen fanden nicht nur eine, sondern zwei Brandschichten. Tats\u00e4chlich berichtet die Bibel davon, dass die Stadt in der Richterzeit erneut unter kanaanitische Herrschaft (Jabin II.) kam und wiederum erobert werden musste (Richter 4,1-2.24).<\/p>\n<div id=\"attachment_14534\" style=\"width: 555px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14534\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14534 \" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-5-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"545\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-5-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-5-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-5.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/><p id=\"caption-attachment-14534\" class=\"wp-caption-text\">Tel Hazor, Sechs-Kammer-Tor<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Tel (Oberstadt) beeindrucken die Reste eines kanaanitischen Palastes und Tempels, das unter Salomo erbaute Sechs-Kammer-Tor, die Zitadelle und eine riesige Zisterne aus der Zeit K\u00f6nig Ahabs. Da historisch-kritische Theologen behaupten, dass es K\u00f6nig Salomo nie gegeben habe, ist das Sechs-Kammer-Tor von besonderer Bedeutung. Arch\u00e4ologen fanden baugleiche Sechs-Kammer-Tore in den St\u00e4dten Megiddo, Geser und Hazor. Da sie alle aus derselben Zeit stammen und dieselbe Bauweise aufweisen, geht ihre Erbauung auf eine koordinierende Zentralmacht zur\u00fcck. Die Bibel best\u00e4tigt dies: \u201eUnd so verhielt sich&#8217;s mit den Fronleuten, die der K\u00f6nig Salomo aushob, um zu bauen des HERRN Haus und sein Haus und den Millo und die Mauer Jerusalems und Hazor und Megiddo und Geser\u201c (1\u00a0K\u00f6n 9,15). Die Sechs-Kammer-Tore sind ein Indiz f\u00fcr den in der Bibel beschriebenen Ausbau der Verteidigungsanlagen dieser St\u00e4dte unter Salomo. Hazor wurde zuletzt von den Assyrern unter Tiglat-Pileser (745-727 v.Chr) dem Erdboden gleichgemacht (2 K\u00f6nige 15,29).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hazor geht es weiter nach <strong>Safed<\/strong>, das ganz im Norden Galil\u00e4as auf 840 Meter H\u00f6he liegt. Die Stadt ist ein Ort j\u00fcdischer Gelehrsamkeit und war lange Zeit geistiges Zentrum der Kabbala. M\u00f6glicherweise bezog sich Jesus in der Bergpredigt am See Genezareth auf Safed, als er sagte: \u201eEs kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.\u201c (Mt 5,14). Von Safed ist der See Genezareth gut zu sehen. Hier besuchen wir eine Synagoge und erleben eine Gruppe von orthodoxen Juden, die mit fr\u00f6hlichen Liedern ihre Hoffnung auf die Ankunft des Maschiach zum Ausdruck bringen. Es ist unser Gebet, dass sie erkennen, dass sich diese Hoffnung in Jesus Christus bereits erf\u00fcllt hat: \u201eSo steht\u2019s geschrieben, dass der Maschiach leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage (Lk 24,46).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgt ein Besuch von <strong>Kapernaum<\/strong>. Im Matth\u00e4usevangelium hei\u00dft es: \u201eEr verlie\u00df Nazareth, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali.\u201c (Mt 4,13). Von hier stammten auch die Fischer Petrus und Andreas sowie Johannes und Jakobus. Auch der Z\u00f6llner Levi (Matth\u00e4us) stammte h\u00f6chstwahrscheinlich aus Kapernaum, da hier ein Grenzposten war, f\u00fcr den der Z\u00f6llner Levi zust\u00e4ndig war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat man das Haus des Petrus ausgegraben, in dem Jesus sich ebenfalls zeitweise aufhielt (Mt 8,14-15; Mk 1,21-39). Beeindruckend ist auch die pr\u00e4chtige Synagoge in Kapernaum, die jedoch aus dem 3. oder 4. Jhdt. n. Chr. stammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele orthodoxe Juden kommen in das Hotel Cinar, um hier mit ihren gro\u00dfen Familien den Sabbat zu feiern, so dass wir beil\u00e4ufig sehr interessante Einblicke in die Welt des orthodoxen Judentums erhalten. Am heutigen Freitagabend wird auch an unserem Tisch im Speisessaal der Kiddusch \u00fcber einem Becher Wein gesprochen und damit der Sabbat er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>25. M\u00e4rz \u2013 Tiberias, Magdala, Tel Dan, Berg Bental<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Gottesdienst am Sabbat feiern wir in der Peniel-Gemeinde <strong>Tiberias<\/strong>. Wir stellen uns den j\u00fcdisch-messianischen Geschwistern mit einem Gru\u00dfwort und einer kleinen Auslegung zu 1 Mose 49,10 vor. Anschlie\u00dfend tr\u00e4gt unsere ganze Gruppe unter der Anleitung von Karl John das Lied \u201eW\u00fcrdig ist das Lamm\u201c vor. Im Anschluss an den Gottesdienst besuchen wir die Brotvermehrungskirche in Tabgha. Das Mosaik aus byzantinischer Zeit (5. Jhdt.) im Altarraum mit den vier Broten und zwei Fischen erinnert an die biblischen Berichte der Brotvermehrung, wenn sie auch nicht eindeutig dem Ort Tabgha zugewiesen werden k\u00f6nnen (Mt 14,13-21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss an den Gottesdienst besuchen wir die noch recht junge Ausgrabung von <strong>Magdala<\/strong>, wo eine Synagoge aus der Zeit Jesu ausgegraben wurde. Da Jesus in den Synagogen Galil\u00e4as lehrte, war Jesus sicher auch hier (Mt 4,23). Aus Magdala stammte auch Maria Magdalena, die erste Zeugin der Auferstehung: \u201eAls aber Jesus auferstanden war fr\u00fch am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben D\u00e4monen ausgetrieben hatte\u201c (Mk 16,9). Sehenswert ist die sehr sch\u00f6n gestaltete Kapelle der katholischen Legion\u00e4re Christi auf dem Ausgrabungsgel\u00e4nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von hier fahren wir nach <strong>Tel Dan<\/strong> in das Quellgebiet des Flusses Dan, der zusammen mit Hazbani und Banyas einer der drei Quellfl\u00fcsse des Jordans ist. Die \u00fcppige Fauna und Flora um das dahinschnellende Danwasser erinnert an Psalm 1: Wer seine Lust hat am Gesetz des Herrn, \u201eder ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserb\u00e4chen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Bl\u00e4tter verwelken nicht\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dan-Quelle liegt direkt im Grenzgebiet zum Libanon, und so war diese Region selbstverst\u00e4ndlich hei\u00df umk\u00e4mpft. Da die Engl\u00e4nder die Grenze mit einem Bleistift auf der Karte zogen, entbrannte \u00fcber die Dicke dieses Bleistiftstriches ein kr\u00e4ftiger Grenzstreit zwischen den Anrainerstaaten. Von hier blickt man nordw\u00e4rts in den Libanon hinein. In Dan hat man den Opferplatz ausgegraben, den Jerobeam in Bethel und in Dan zur Festigung des Nordreiches Israel hatte anlegen lassen (1 K\u00f6nige 12). Hier also stand das Goldene Kalb, das Jerobeam hatte aufstellen lassen und mit dem er die Israeliten zum G\u00f6tzendienst verf\u00fchrte und durch welches er schlie\u00dflich den Untergang des Nordreiches im Jahr 722 v. Chr. heraufbeschwor.<\/p>\n<div id=\"attachment_14543\" style=\"width: 571px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14543\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14543 \" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Israel-2017-37-1024x334.jpg\" alt=\"\" width=\"561\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Israel-2017-37-1024x334.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Israel-2017-37-300x98.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Israel-2017-37-768x250.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 561px) 100vw, 561px\" \/><p id=\"caption-attachment-14543\" class=\"wp-caption-text\">Tel Dan, Jerobeams Altar<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es zum Tel Dan, wo man die alte Stadt Dan wieder ausgegraben hat. Fr\u00fcher war dies die kanaanitische Stadt Lajisch, die der Stamm Dan eroberte und in Dan umbenannte (Richter 18,11-31). Wir staunen \u00fcber das mit 4.000 Jahren \u00e4lteste Stadttor der Welt, das auch Abrahams-Tor genannt wird, weil Abraham m\u00f6glicherweise durch dieses Tor das kanaanitische Lajisch betreten hatte (1.\u00a0Mose\u00a014,14). Wir staunen \u00fcber die m\u00e4chtigen unbehauenen Steine der Stadtmauer aus israelischer Zeit und sehen den Platz am Tor, wo Gericht gehalten und Entscheidungen getroffen wurden, wie man es \u00f6fter in der Bibel nachlesen kann (2 Sam 19,9). Hier in Tel Dan hat man auch die ber\u00fchmte Tel-Dan-Inschrift gefunden, auf der das &#8222;Haus Davids&#8220; erw\u00e4hnt wird. Die einzige bisher gefundene au\u00dferbiblische Erw\u00e4hnung und damit arch\u00e4ologische Best\u00e4tigung des &#8222;Hauses David&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg fahren wir auf den <strong>Berg Bental<\/strong> (1171 m), einem erloschenen Vulkan auf den Golan-H\u00f6hen. Von hier hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Norden Syriens. Damaskus liegt nur rund 60 km weit entfernt. Eine Detonation und Rauchentwicklung auf der syrischen Seite erinnern uns an die Schrecken eines B\u00fcrgerkrieges, der nun schon sechs Jahre andauert. Die strategische Lage der Hochebene des Golan, die sich wie ein gewaltiger Riegel zwischen Israel und Syrien erhebt, macht aber auch deutlich, dass Israel den Golan nicht aufgeben kann. W\u00fcrde Syrien den Golan beherrschen, kann es die darunterliegende Ebene vom See Genezareth bis zu den Hula-Seen mit konventioneller Artillerie beschie\u00dfen. Angesichts der politischen Instabilit\u00e4t in Syrien und der notorischen Feindschaft syrischer Herrscher gegen Israel, wird Israel den Golan nicht zur\u00fcckgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend erhalten wir Besuch von <strong>David<\/strong> <strong>und Sarah Cohen <\/strong>(Namen von der Redaktion ge\u00e4ndert), David hat fr\u00fcher f\u00fcr eine israelische Mafiaorganisation gearbeitet. Er versank in Drogen und Kriminalit\u00e4t. Als er in der W\u00fcste bei Eilat um Hilfe schrie, antwortete Gott auf erstaunliche Weise. Er wurde zu einem Haus nach Eilat gef\u00fchrt, das von Christen gef\u00fchrt wird. Die T\u00fcr wurde ge\u00f6ffnet und ein Mann begr\u00fc\u00dfte ihn mit seinem Namen, den er eigentlich nicht wissen konnte. Dieser Mann zeigte ihm in den kommenden Monat den Weg zu Jesus Christus und unterwies ihn in der Bibel. David traf seine Frau in einem missionarischen Hilfsprojekt, dass sich f\u00fcr Prostituierte in Tel Aviv einsetzt. Beide m\u00f6chten Kindern in Israel das Evangelium bringen. Sehr deutlich sprachen sie die sozialen Probleme in Israel an. Die Durchschnittsgeh\u00e4lter in Israel sind viel zu niedrig, um mit den hohen Lebenshaltungskosten Schritt halten zu k\u00f6nnen. F\u00fcr das erste Kind gibt es kein Kindergeld, f\u00fcr das zweite Kind erh\u00e4lt eine Familie rund 15,00 \u20ac pro Monat. Viele Kinder gingen hungrig ins Bett. Vor allem aber ist es verboten, Kindern das rettende Evangelium weiterzusagen. Sehr deutlich und kritisch spricht David auch die Macht der Rabbis und des orthodoxen Judentums an, die alles tun, um die Menschen von Jesus Christus fernzuhalten. In den Jeschivot, den Thora- oder Talmudschulen, werde vor allem der Talmud und kaum die Thora studiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>26. M\u00e4rz \u2013 Beit Schean, Taufstelle am Jordan, Totes Meer und Skopusberg<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_14536\" style=\"width: 532px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14536\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14536\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-7-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-7-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-7-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-7-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-7.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><p id=\"caption-attachment-14536\" class=\"wp-caption-text\">Beit Schean, Amphitheater<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Sonntagmorgen verlassen wir das Hotel Cinar und fahren durch die Jordansenke nach Beit Schean, die zu den zehn St\u00e4dten der Dekapolis geh\u00f6rte (Scythopolis) (vgl. Mk 5,20). Die St\u00e4dte der Dekapolis fielen nicht unter den Machtbereich des Herodes. Die antike Stadt beeindruckt durch seinen m\u00e4chtigen Tel und der r\u00f6misch-hellenestischen Unterstadt, die alles bietet, was eine typisch r\u00f6mische Stadt ausmacht: ein m\u00e4chtiges Amphitheater f\u00fcr 7.000 Menschen, gro\u00dfe Thermen, den Cardo Maximus, das Forum, Tempelanlagen. In dieser Stadt lebten einst 40.000 bis 50.000 Einwohner. Im Jahr 751 n. Chr. wurde die Stadt durch ein Erdbeben zerst\u00f6rt und nicht neu aufgebaut. Die Katastrophe f\u00fchrte aber zur Konservierung des ganzen Gel\u00e4ndes wie in einer Zeitkapsel. Klettert man auf den Tel hat man einen herrlichen Blick in das Jordantal und auf das Gilboa-Gebirge, wo Saul und seine drei S\u00f6hne 1011 v. Chr. im Kampf gegen die Philister den Tod fanden. Alle vier Leichname wurden an der Stadtmauer von Beit Schean aufgeh\u00e4ngt (1 Samuel 31,10). Unterhalb des Tels feiern wir einen kleinen Sonntagsgottesdienst mit Andacht, Liedern und Gebet, lassen uns vor dem Ungehorsam Sauls warnen (1 Sam 15,22) und blicken auf Christus, der gehorsam war bis zum Tode am Kreuz, so dass der Name Jesu \u00fcber alle Namen erh\u00f6ht wurde (Phil 2,6-11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Beit Schean fahren wir an Jericho vorbei zur Taufstelle Jesu am Jordan (Qasr al-Yahud). Der Jordan flie\u00dft hier durch eine unwirtliche, hei\u00dfe W\u00fcstenlandschaft. Hier wird deutlich, warum Johannes hier wirken musste: \u201eEs ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!\u201c (Mk 1,3; Jes 40,3). Wir befinden uns an einem wirklich geschichtstr\u00e4chtigen Ort: In Sichtweite befindet sich der 808 Meter hohe Berg Nebo, von dem aus Mose das verhei\u00dfene Land sah und dann starb. Hier zog Josua mit dem Volk Israel durch den Jordan und schlug sein Lager auf in Gilgal. Von hier aus wurde Elia mit feurigen Wagen und Rossen in den Himmel aufgenommen. Hier zeigte Johannes der T\u00e4ufer auf Jesus und sagte: \u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt\u201c (Joh 1,29). Hier taufte Johannes Jesus und der Vater im Himmel bezeugte: \u201eDu bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen\u201c (Lk 3,22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Jordan fahren wir weiter zu einer Badestelle am Toten Meer. Hier verweilen wir einige Stunden, es gibt gute Gespr\u00e4che, leckeres Essen und Baden im salzhaltigen Wasser (33 %) dieses einmaligen Meeres, das 428 Meter u. N.N. liegt, dem tiefsten f\u00fcr Menschen zug\u00e4nglichen Punkt der Erde im syrisch-afrikanischen Grabenbruch. Die Au\u00dfentemperatur am Toten Meer liegt an diesem Tag bei 28 Grad Celsius.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Exkurs: Die Wasserversorgung der Pal\u00e4stinenser<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wasserpegel des Toten Meeres sinkt seit Jahren, was im Uferbereich auch leicht erkennbar ist. Grund ist die Wasserknappheit in der ganzen Region. Israel und Jordanien entnehmen dem Jordan so viel Wasser, dass zu wenig im Toten Meer angelangt. Das f\u00fchrt zu sinkenden Pegelst\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird auch in den deutschen Medien der Vorwurf laut, dass Israel den Pal\u00e4stinensern das Wasser vorenthalte. Unsere Reiseleiterin entkr\u00e4ftet diese Vorw\u00fcrfe mit einigen Informationen zum Thema: Ein gemeinsam geschlossener Vertrag regelt die H\u00f6he der Wassermenge, die Israel an die Pal\u00e4stinenser im Westjordanland und im Gaza-Streifen zu liefern hat. Israel \u00fcbererf\u00fcllt diese vertragliche vereinbarte Menge und lieferte im vergangenen Jahr doppelt so viel Wasser auch auf Grund der steigenden Einwohnerzahl des Westjordanlandes. Probleme bereitet vor allem ein v\u00f6llig marodes Leitungsnetz f\u00fcr dessen Aufrechterhaltung die Pal\u00e4stinenser verantwortlich sind. Wegen nicht ausgef\u00fchrter Reparaturen geht 30 % der gelieferten Wassermenge verloren. Israelische Ingenieure w\u00e4ren fachlich in der Lage, das Leitungssystem in Ordnung zu halten, doch sie m\u00fcssten damit rechnen, erschossen zu werden, wenn sie im Westjordanland unterwegs w\u00e4ren. Au\u00dferdem zapfen Pal\u00e4stinenser das Leitungssystem illegal an, was aber nicht geahndet wird. Auch das f\u00fchrt zu Verlusten von Trinkwasser. Hinzu kommt, dass die Pal\u00e4stinenser ihr Wasser nicht kl\u00e4ren und wiederverwerten. Eine von Deutschland finanzierte Kl\u00e4ranlage wurde demontiert, um das Metall zu verkaufen. Israel auf der anderen Seite kl\u00e4rt das Abwasser, um es z. B. in der Landwirtschaft wiederzuverwerten, Salzwasser wird in Entsalzungsanlagen in Trinkwasser verwandelt und Salzwasser mit S\u00fc\u00dfwasser gemischt, um bestimmte Pflanzen sparsam zu bew\u00e4ssern. Es ist besch\u00e4mend, dass deutsche \u201eLeitmedien\u201c den pal\u00e4stinensischen Propagandal\u00fcgen so kritiklos auf den Leim gehen und keine eigene und vor allem objektive Recherche unternehmen, um die eigentlichen Probleme der Wasserknappheit im Westjordanland ans Licht zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Jordansenke geht es steil hinauf in Richtung Jerusalem. Auf einer Strecke von 30 km \u00fcberwindet man einen H\u00f6henunterschied von rd. 1.200 Metern. Auf dieser Strecke befand sich auch eine Herberge, die arch\u00e4ologisch nachgewiesen ist. Jesus erw\u00e4hnt sie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Wir kommen am Skopusberg an, genie\u00dfen einen ersten Blick auf Jerusalem (Ir Schalom = Stadt des Friedens) und lesen dabei Psalm 122: \u201eNun stehen unsere F\u00fc\u00dfe in deinen Toren, Jerusalem\u201c (Ps 122,2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend beziehen wir das <strong>Beit al Liqa<\/strong> (Haus der Begegnung) in Beit Jala bei Bethlehem (Westjordanland), wo wir mit einem k\u00f6stlichen Essen empfangen werden. Jonny Schavan, der zusammen mit seiner deutschen Frau Marlene Gr\u00fcnder und Leiter dieser eindrucksvollen Begegnungsst\u00e4tte ist, h\u00e4lt einen spannenden Vortrag \u00fcber das Beit al Liqa. Allein die Lebensgeschichte von Jonny Schavan ist sehr bewegend. Er stammt aus einer alteingesessenen, sehr angesehenen arabisch-christlichen Familie in Beit Jala, und sein Bruder ist der wichtigste orthodoxe Priester vor Ort. Vor vielen Jahren diente der Bruder als Priester in Kanada, und er fragte Jonny, ob er ihm nicht helfen k\u00f6nne. Jonny packte seine Sachen und flog nach Kanada und traf gleich zu Beginn Christen, die ihm das Evangelium erkl\u00e4rten. Er begann, in der Bibel zu lesen, und kam zum lebendigen Glauben. In Bremerhaven traf er sp\u00e4ter Marlene, und beide wurden nach Beit Jala ausgesandt, wo durch ihren Dienst viele Menschen zum lebendigen Glauben kamen. In der Intifada war Jonny zeitweise der einzige, der Erlaubnis hatte, bedr\u00e4ngte Menschen zu besuchen und zu versorgen. Das \u00f6ffnete viele T\u00fcren f\u00fcr das Evangelium. Obwohl Beit Jala von den Israelis beschossen wurde, Ausgangssperren verh\u00e4ngt waren und das t\u00e4gliche Leben vollst\u00e4ndig zum Erliegen gekommen war, wurde das Beit al Liqa gebaut \u2013 die einzige Baustelle, auf der gearbeitet wurde. Das Beit al Liqa mit seinen Mitarbeitern wird von der DMG unterst\u00fctzt und dient heute als Begegnungsst\u00e4tte. Hunderte von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern kommen hier w\u00f6chentlich mit dem Evangelium in Ber\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>27. M\u00e4rz \u2013 Masada, En Gedi, Qumran<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir von Jerusalem kommend am Toten Meer entlang nach <strong>Masada <\/strong>(hebr. <em>Mezada = Felsenfestung<\/em>) fahren, sieht man auf der rechten Seite zwischen den steil aufragenden Felsw\u00e4nden die Einm\u00fcndung des von Jerusalem kommenden Kidrontals in die Jordansenke. Als wir das ausgetrocknete Flussbett \u00fcberqueren, liest Gerd Sigrist die Prophetie aus Hesekiel 47 vor. Vom Tempel in Jerusalem wird ein wunderbarer lebensspendender Strom ausgehen und ins Tote Meer flie\u00dfen: &#8222;Und wenn es ins Meer flie\u00dft, soll dessen Wasser gesundwerden und alles, was darin webt und lebt, wohin der Strom kommt, das soll leben und es soll sehr viele Fische dort geben, wenn dieses Wasser dort hinkommt und alles soll gesundwerden und leben, wohin dieser Strom kommt&#8220; (Hesekiel 47,9). Gott wird sein Wort wahrmachen.<\/p>\n<div id=\"attachment_14537\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14537\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14537\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-8-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"624\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-8-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-8-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-8.jpg 959w\" sizes=\"(max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><p id=\"caption-attachment-14537\" class=\"wp-caption-text\">Masada, Felsenfestung<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von hier geht es weiter zur Felsenfestung Masada. Diese thront 400 m oberhalb des Toten Meeres auf einem Tafelberg, der aufgrund seiner steil aufragenden Felsw\u00e4nde nur sehr schwer zug\u00e4nglich ist. Darum galt die zwischen den Jahren 40 v. Chr. und 30 v. Chr. von Herodes dem Gro\u00dfen erbaute Festung Masada lange Zeit als uneinnehmbar. Das Plateau des Felsmassivs wurde von einer Kasemattenmauer mit 40 Wacht\u00fcrmen gesch\u00fctzt. Innerhalb der Festungsmauern gab es Lagerr\u00e4ume, eine Kommandantur, Badeh\u00e4user und Palastbauten mit Wandmalereien und Mosaiken. Ein aufwendiges Zisternensystem sorgte f\u00fcr die Wasserversorgung der Festung auch bei einem l\u00e4ngeren Belagerungszustand. Nach dem Tod des Herodes war hier eine r\u00f6mische Garnison stationiert. Im J\u00fcdischen Krieg ab 66 n. Chr. wurde Masada von j\u00fcdischen Sikariern besetzt. Im Jahr 73\/74 n. Chr. wurde Masada von der 10. Legion belagert und durch den Bau einer bis heute deutlich sichtbaren Belagerungsrampe im Westen des Felsmassivs eingenommen. Die Rampe wurde in 8 Monaten Bauzeit von j\u00fcdischen Sklaven erbaut. Die knapp 1.000 Juden in der Festung darunter Frauen und Kinder w\u00e4hlten den Freitod, um nicht den R\u00f6mern lebend in die H\u00e4nde zu fallen. Danach geriet die Felsenfestung in Vergessenheit und wurde erst im 19. Jhdt. von zwei Amerikanern wiederentdeckt. Nach der Staatsgr\u00fcndung im Jahr 1948 folgten Ausgrabungen, bei denen unter anderem ein Papyrus mit Hesekiel 37 gefunden wurde, in dem der Prophet erlebt, wie Israels Totengebeine wieder lebendig werden: &#8222;Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel&#8230;So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will eure Gr\u00e4ber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gr\u00e4bern heraus und bringe euch ins Land Israel&#8220; (Hesekiel 37,11.12). Wir erreichen Masada \u00fcber die Seilbahn. Der Blick von dort oben \u00fcber das Tote Meer und die umliegenden Berge ist einfach gigantisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im nahegelegenen Tal <strong>En Gedi<\/strong> laufen wir auf verschlungenen Wegen durch ein tief eingeschnittenes Tal bis zum Schulamit-Wasserfall. Rechts und links ragen riesige Felsw\u00e4nde auf. Durch das Tal flie\u00dfen der Nachal Arugot und der Nachal David. W\u00e4hrend die Umgebung vegetationslos und unwirtlich ist, sorgen die beiden Quellb\u00e4che f\u00fcr eine \u00fcppige Vegetation und reiches Tierleben. Unter anderem sehen wir hier zahlreiche Klippdachse (Ps 104,18; Spr 30,26). Hier versteckte sich David mit seinen M\u00e4nnern in einer H\u00f6hle vor Saul und verschonte dessen Leben, obwohl er ihn h\u00e4tte t\u00f6ten k\u00f6nnen (1 Sam 24).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Exkurs: W\u00fcste im Regenschatten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die W\u00fcste Juda ist eine \u201eW\u00fcste im Regenschatten\u201c. Das bedeutet, dass \u00fcber dem Mittelmeer Regenwolken ins Land ziehen und sich im H\u00fcgelland (Schefala) und vor allem im jud\u00e4ischen Bergland abregnen. Das dahinterliegende Land erh\u00e4lt keinen Regen, so dass eine vegetationsarme oder sogar vegetationslose \u201eW\u00fcste im Regenschatten\u201c entsteht. F\u00e4hrt man von Jerusalem aus in den Westen sieht man viel gr\u00fcn, f\u00e4hrt man dagegen in den Osten, wird das Land sofort trockener und geht immer mehr in W\u00fcste \u00fcber. Die W\u00fcste Juda spielt in vielen Geschichten der Bibel eine Rolle, so z. B. bei der Versuchung Jesu (Mt 4,1).<\/p>\n<div id=\"attachment_14538\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14538\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14538\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-9-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-9-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-9-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-9-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-9.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><p id=\"caption-attachment-14538\" class=\"wp-caption-text\">Qumran, S\u00fcdh\u00f6hle<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als letzte Station des Tages besuchen wir die Essener-Siedlung <strong>Qumran<\/strong>. Im Jahr 1947 hatte hier ein Beduinenjunge auf der Suche nach seiner Ziege in einer H\u00f6hle die ersten Schriftrollen entdeckt. Insgesamt wurden 900 Pergamentrollen gefunden. Fragmente von 23 der 24 B\u00fccher des hebr\u00e4ischen Alten Testamentes aus der Zeit von 250 v. Chr. bis 60 n. Chr. wurden gefunden. Nur das Buch Esther ist nicht vertreten. Die Jesajarolle, die wir sp\u00e4ter im \u201eSchrein des Buches\u201c sehen werden, ist insgesamt 8 m lang. Die vollst\u00e4ndige Jesajarolle ist eines von vielen Indizien daf\u00fcr, dass die historisch-kritische Vorstellung eines Proto-, Deutero- und Tritojesaja ein intellektuelles Hirngespinst ist. In der s\u00fcdlichen H\u00f6hle wurden 15.000 Fragmente von Pergamentrollen gefunden, die wohl schon die R\u00f6mer zerst\u00f6rt haben. Mittlerweile ist der gesamte Fund rekonstruiert und auch die Ergebnisse \u00fcber das Internet \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Alle Funde belegen, wie zuverl\u00e4ssig der masoretische Text durch die Antike bis in unsere Zeit \u00fcberliefert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>28. <\/strong><strong>M\u00e4rz \u2013 Stadt Davids mit Hiskia-Tunnel, Breite Mauer, Grabeskirche, \u00d6lberg, Via Dolorosa<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Michal Hofmann einen Vortrag an der Universit\u00e4t Tel Aviv h\u00e4lt, ist unser Reiseleiter heute der orthodoxe Jude Schmuel Khan, dessen Gro\u00dfmutter in die Schweiz fl\u00fcchten konnte und der viele Vorfahren im Holocaust verloren hat. Er f\u00fchrt uns in die Stadt Davids. Er erkl\u00e4rt uns den Begriff \u201eheilige Geographie\u201c, nach der die Geographie und Arch\u00e4ologie des Landes Israel mit dem Zeugnis der Bibel korrespondiert. Wenn es in Psalm 125,2 hei\u00dft: \u201eWie um Jerusalem Berge sind, so ist der HERR um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit\u201c, so muss man Davids Perspektive in der Davidsstadt vor Augen haben. Tats\u00e4chlich liegt die Davidsstadt viel niedriger als die hohen Berge rings herum, so dass der Beter tats\u00e4chlich lauter Berge um sich herum sah. Das Bild des Beters erschlie\u00dft sich erst vor Ort durch die \u201eheilige Geographie\u201c des Landes. Au\u00dferdem gibt er uns eine Weisheit seines Arch\u00e4ologieprofessors an der Universit\u00e4t in Bezug auf die Historizit\u00e4t der biblischen Berichte mit: \u201eNur weil etwas noch nicht gefunden wurde, hei\u00dft es noch lange nicht, dass es nicht da ist\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_14539\" style=\"width: 541px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14539\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14539\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-10-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-10-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-10-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-10-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-10.jpg 1372w\" sizes=\"(max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><p id=\"caption-attachment-14539\" class=\"wp-caption-text\">Davidsstadt, S\u00e4ule des Salomo<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir steigen nun hinunter zum Palast Davids, den die Arch\u00e4ologin Eilat Mazar nach eigenen Angaben auf Grund von 2 Samuel 5,17 lokalisieren konnte: \u201eSobald das David erfuhr, ging er hinab (yered) in die Bergfeste (metzudah).\u201c Durch diesen Vers gelang es ihr, die Funde richtig zu deuten und Davids Palast zu entdecken. Hier wurde die \u201eS\u00e4ule des Salomo\u201c entdeckt, die ebenfalls darauf hindeutet, dass hier ein palastartiges Geb\u00e4ude gestanden haben muss. Eilat Mazar entdeckte auch ein Siegel eines k\u00f6niglichen Beamten, der in der Bibel erw\u00e4hnt wird: Das Siegel von Gedalja, dem Sohn Paschhurs (Jer 38,1). Unweit davon hatten Arch\u00e4ologen fr\u00fcher schon das Siegel von Juchal, dem Sohn Schelemjas, gefunden (Jer 38,1). Die arch\u00e4ologischen Funde best\u00e4tigten auch hier die biblischen Berichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir steigen die steil abfallende Davidsstadt hinab und gelangen in den Bereich der Gihonquelle. Hier befindet sich der ber\u00fchmte Warren-Schacht, durch den Joab hinaufstieg, um als erster in die Jebusiterstadt zu gelangen, bevor die Stadt von David und seinen Soldaten erobert wurde (2\u00a0Sam\u00a05,8\u201110). Dieser Schacht war von den Jebusitern angelegt worden, um das Wasser der Gihonquelle durch den Tunnel in die Stadt zu schleppen. Von hier aus gelangen wir dann zum 533\u00a0Meter langen Hiskia-Tunnel, den Hiskia anlegen lie\u00df, um das Wasser von der Gihon-Quelle in den Schiloah-Teich und damit in den Bereich der Stadtmauern zu senden (Schiloah = Sender \/ Leitungskanal). Dies geschah im Jahr 701 v. Chr. unmittelbar vor der Belagerung durch die Assyrer (2\u00a0Chr 33,14). Durch das erfrischend kalte Wasser waten wir durch den Tunnel, der durch Menschenhand in den Stein geschlagen worden ist und bis heute zuverl\u00e4ssig Wasser f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Shiloah-Teich war eine riesige Anlage, in der die Menschen sich wuschen, bevor sie zum Tempel gingen. Hier wurde der Blindgeborene geheilt, den Jesus zum Shiloah-Teich sandte: \u201eGeh zum Teich Siloah, das hei\u00dft \u00fcbersetzt: gesandt, und wasche dich\u201c (Joh 9,7). Jesus tat dieses Wunder im S\u00fcden von Jerusalem und eines im Norden Jerusalems, wo er am Teich Bethesda den Lahmen heilte. Vielleicht ein messianischer Fingerzeig Jesu zur\u00fcck auf David, der von den Jebusitern durch die \u201eLahmen und Blinden\u201c auf der Stadtmauer Jerusalems gedem\u00fctigt werden sollte (2 Sam 5,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der antiken Davidsstadt steigen wir hinauf, um zur\u00fcck in die heutige Altstadt Jerusalems zu gehen. Hier sehen wir durch ein \u201ehistorisches Fenster\u201c ein St\u00fcck der \u201ebreiten Mauer\u201c aus der Zeit Hiskias, die immerhin 8 Meter breit und rund 10 Meter hoch war. Die Ausgrabung best\u00e4tigt sehr sch\u00f6n die Angabe in Jesaja 22,10: \u201eIhr z\u00e4hltet auch die H\u00e4user Jerusalems und bracht sie ab, um die Mauer zu befestigen\u201c. Deutlich erkennbar mussten alte H\u00e4user der neuen Stadtmauer weichen. Die Arch\u00e4ologie best\u00e4tigt die Bibel bis in kleinste Details hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gelangen nun zur Grabeskirche, der nach arch\u00e4ologischem Kenntnisstand tats\u00e4chlich mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ort der Kreuzigung gewesen sein k\u00f6nnte. Von hier laufen wir die Via Dolorosa zur\u00fcck und haben die Gelegenheit aus dem Bereich der fr\u00fcheren Burg Antonia auf das Tempelgel\u00e4nde mit dem Felsendom zu blicken. Schmuel Khan bekennt sich hier sehr deutlich zu der Hoffnung, dass hier einmal der dritte Tempel aus der Vision des Hesekiel stehen wird (Hes 40-48). Wir besuchen au\u00dferdem die Bethesda-Teiche und singen \u201eLobet und preiset ihr V\u00f6lker den Herrn\u201c in der sch\u00f6nen Kreuzfahrerkirche St. Annen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>29. M\u00e4rz \u2013 Siebarbeiten im Tzurimtal, Jerusalem-Museum, Westmauer-Tunnel<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_14540\" style=\"width: 537px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14540\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14540\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-11-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"527\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-11-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-11-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-11-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-11.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><p id=\"caption-attachment-14540\" class=\"wp-caption-text\">Siebarbeiten im Tzurimtal<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Tag beginnt mit arch\u00e4ologischen Siebarbeiten im Tzurimtal. Zwei israelische Studenten hatten vor einigen Jahren bemerkt, dass der Waqf mehrere Wagenladungen mit Bauschutt aus dem Tempelbergareal in Missachtung von geltendem Recht auf einer M\u00fcllkippe abkippen lie\u00df. Es stellte sich heraus, dass der Schutt viele arch\u00e4ologische Artefakte enthielt. Die beiden Studenten sorgten f\u00fcr die Bergung der LKW-Ladungen und initiierten ein Projekt, um das Material mit Hilfe von Freiwilligen waschen und sieben zu lassen. Mittlerweile nutzen Arch\u00e4ologen diese Einrichtung, um Abraum aus Ausgrabungen sieben zu lassen. Nach einer kurzen Einf\u00fchrung in die Geschichte des Projektes und Hinweisen, wie wir vorgehen sollten, erhielten wir in kleinen Gruppen je einen Eimer, dessen Inhalt wir waschen, sieben, untersuchen und sortieren sollten. Durch dieses Projekt konnten schon wertvolle arch\u00e4ologische Funde (u. a. Siegel, M\u00fcnzen, Keramik aus verschiedenen Epochen des Tempelberges) gemacht werden. Unsere Funde sind wenig spektakul\u00e4r, doch allein die Teilnahme an diesem Projekt ist sehr lehrreich, denn wir erleben hier hautnah die politisch-religi\u00f6se Brisanz der Arch\u00e4ologie am Tempelberg. Weil die Arch\u00e4ologie immer wieder Beweise f\u00fcr die j\u00fcdische Identit\u00e4t und Geschichte des Tempelberges hervorbringt, versuchen Moslems, diese Beweise m\u00f6glichst aus der Welt zu schaffen. Ihr Ziel ist es, den Tempelberg von seiner historischen und damit j\u00fcdischen Wurzel zu l\u00f6sen und zu islamisieren. Die Arch\u00e4ologie steht diesem Ziel entgegen und wird darum abgelehnt und behindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Tzurimtal fahren wir zun\u00e4chst auf den \u00d6lberg und laufen hinunter zum Garten Gethsemane. Der Begriff <em>Gat-Schmanim <\/em>bedeutet \u00d6lpresse, die es hier in alter Zeit tats\u00e4chlich gegeben hat. Einige der Olivenb\u00e4ume im Garten Gethsemane k\u00f6nnten bis zu 2.000 Jahre alt sein. Sehr viel spricht daf\u00fcr, dass die Lage des heutigen Gartens mit dem antiken Garten Gethsemane \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von hier fahren wir weiter zum Israelmuseum. Hier staunen wir \u00fcber das gro\u00dfe Modell von Jerusalem zur Zeit des zweiten Tempels. Im Ma\u00dfstab 50:1 ist hier Jerusalem in seiner Topographie und Architektur so nachgebildet, wie es zu Lebzeiten Jesu ausgesehen hat. Von hier gehen wir in den \u201eSchrein des Buches\u201c, in dem neben zahlreichen anderen Qumran-Funden eine Kopie der 8 Meter langen Jesaja-Rolle ausgestellt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Nachmittag haben wir freie Zeit und erkunden vom Jaffa-Tor aus die Altstadt von Jerusalem. Am sp\u00e4ten Nachmittag berichten drei Teilnehmer unserer Gruppe, dass am Damaskustor eine Pal\u00e4stinenserin versucht hat, einen Polizisten mit einem Messer zu erstechen. Sie wurde bei diesem Versuch erschossen. Wir werden schmerzhaft daran erinnert, dass wir uns an einem der explosivsten Flecken der Erde befinden. Jerusalem, die Stadt des Friedens, ist dies noch nicht. Erst muss sie noch zum Taumelbecher f\u00fcr die V\u00f6lker werden, bevor der Friedef\u00fcrst Jesus Christus kommt, um von hier aus seine Friedensherrschaft aufzurichten (Sach 12-14).<\/p>\n<div id=\"attachment_14541\" style=\"width: 543px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14541\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14541\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-12-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-12-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-12-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-12-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-12.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><p id=\"caption-attachment-14541\" class=\"wp-caption-text\">Jerusalem, Klagemauer<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend geht es dann durch die Altstadt zur Klagemauer. Hier bekommen wir eine sehr eindrucksvolle F\u00fchrung durch den sogenannten Westmauertunnel. Die gesamte L\u00e4nge der Westmauer des Tempelbezirks betrug 485 Meter und ist durch den Tunnel in gro\u00dfen Teilen zug\u00e4nglich gemacht worden. Hier kann man auch den gr\u00f6\u00dften Stein bewundern, der in vormodernen Zeiten von Menschen bewegt und in eine Mauer eingef\u00fcgt worden ist. Er hat eine L\u00e4nge von 14 Metern und wiegt 510 Tonnen. An bestimmten Punkten kann man noch etwas tiefer blicken und sieht Felstr\u00fcmmer, die auf die Zerst\u00f6rung des Tempels 70 n. Chr. zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Abendd\u00e4mmerung verbringen wir noch etwas Zeit an der Klagemauer. Zusammen mit einigen Teilnehmern lesen wir Psalm 84 (Freude am Hause Gottes), in dem es u. a. hei\u00dft: \u201eWie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth\u201c und \u201eDer Vogel hat ein Nest gefunden und die Schwalbe ein Nest f\u00fcr ihre Jungen\u201c. W\u00e4hrend wir diese Worte lesen, bemerken wir die vielen laut zwitschernden Mauersegler, die \u00fcber unseren K\u00f6pfen herumschwirren und sich zwischen die m\u00e4chtigen herodianischen Steine der Klagemauer setzen. Pl\u00f6tzlich sehen wir mit eigenen Augen, was die S\u00f6hne Korachs vor rund dreitausend Jahren sahen, als sie diesen Psalm dichteten. Ein bewegender Moment!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>30. M\u00e4rz \u2013 Knesseth, Tel Aviv<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_14542\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14542\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-14542\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-13-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-13-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-13-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-13-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bild-13.jpg 1629w\" sizes=\"(max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><p id=\"caption-attachment-14542\" class=\"wp-caption-text\">Jerusalem, Knesseth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Morgen unserer Abreise besuchen wir noch die <strong>Knesset<\/strong>, das Einkammerparlament Israels. Knesset ist das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr Versammlung (vgl. Neh 5,7). Hier haben 120 Abgeordnete Sitz und Stimme (10 x 12). Vor der Knesset besichtigen wir den siebenarmigen Leuchter (Menorah), das Staatswappen Israels. Die Landesflagge zeigt den Davidstern, bzw. den &#8222;Magen David&#8220; (Schild Davids). Die Herkunft des Davidsterns ist nicht bekannt und kann historisch nicht mit K\u00f6nig David in Verbindung gebracht werden. Allerdings sieht man in den beiden Dreiecken ein doppeltes althebr\u00e4isches D f\u00fcr die beiden Konsonanten in David. Die Menorah begegnet uns dann ein weiteres Mal, und zwar im Plenum, wo die Bestuhlung ebenfalls dem siebenarmigen Leuchter nachempfunden ist. Eindrucksvoll ist auch der von Marc Chagall gestaltete Saal f\u00fcr festliche Anl\u00e4sse und Empf\u00e4nge. Von der Knesset fahren wir weiter nach Tel Aviv, von wo aus uns die El Al \u2013 Maschine zur\u00fcck nach Frankfurt bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die historisch-kritische Theologie h\u00e4lt einen Gro\u00dfteil der biblischen Berichte des Alten Testamtes von der Sch\u00f6pfung bis zur Zerst\u00f6rung Jerusalems durch die Babylonier im Jahre 586 v. Chr. f\u00fcr eine fiktive Geschichte, die Priester im babylonischen Exil konstruiert haben, um das schreckliche Geschick Israels durch eine gro\u00dfe Metaerz\u00e4hlung zu erkl\u00e4ren und zu deuten. Die Sch\u00f6pfung, die Patriarchen, die zw\u00f6lf St\u00e4mme, der Exodus, die W\u00fcstenwanderung, die Landnahme unter Josua, die Richter, das Gro\u00dfreich unter David und Salomo und selbst viele Berichte der K\u00f6nigszeit seien lediglich Mythen, Legenden und \u00e4tiologische Sagen, die aber nicht im eigentlichen Sinn als Geschichte verstanden werden wollen. Im Gegensatz zu diesen intellektuellen Hirngespinsten konnten wir uns auf unserer Reise davon \u00fcberzeugen, dass die biblischen Berichte durch die \u201eheilige\u201c Geographie, Geschichte und Arch\u00e4ologie des Landes als historisch best\u00e4tigt werden. Israels Steine bezeugen, dass uns in der Bibel nicht Mythen und Legenden, sondern tats\u00e4chliche Personen und Ereignisse begegnen. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hat sich in und durch Israel offenbart. Wer Israel mit der ge\u00f6ffneten Bibel bereist, der wird dem Staatsgr\u00fcnder Israels David Ben Gurion beipflichten: \u201eWer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes<\/em><\/p>\n<p><strong>Fotorechte: <\/strong><\/p>\n<p>Bild 1 (Tel Arad, Mauerreste in der kanaanitischen Unterstadt) Stephan Thelen<br \/>\nBild 2 (Lachisch, Belagerungsrampe) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 3 (C\u00e4sarea, Pilatusstein) Berthold Werner (Wikimedia)<br \/>\nBild 4 (C\u00e4sarea, Aqu\u00e4dukt) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 5 (Hazor, Sechs-Kammer-Tor) \u05d4\u05d0\u05d9\u05dc \u05d4\u05e0\u05d9\u05d0\u05d5\u05dc\u05d9\u05ea\u05d9 (Wikimedia)<br \/>\nBild 6 (Tel Dan, Jerobeams Altar) Stephan Thelen<br \/>\nBild 7 (Beit Schean, Amphitheater) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 8 (Masada) Andrew Shiva (Wikimedia)<br \/>\nBild 9 (Qumran, S\u00fcdh\u00f6hle) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 10 (Stadt Davids, S\u00e4ule des Salomis) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 11 (Tzurimtal, Siebarbeiten) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 12 (Klagemauer) Tabea Kallweit<br \/>\nBild 13 (Knesset) Tabea Kallweit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2015 entstand die Idee einer gemeinsam von der DMG interpersonal e.V. 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