{"id":14255,"date":"2017-01-08T11:00:42","date_gmt":"2017-01-08T10:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14255"},"modified":"2017-01-08T11:01:41","modified_gmt":"2017-01-08T10:01:41","slug":"dein-bruder-wird-auferstehen-joh-1123-ueber-die-auferstehungshoffnung-der-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14255","title":{"rendered":"\u201eDein Bruder wird auferstehen\u201c (Joh 11,23) \u2013 \u00dcber die Auferstehungshoffnung der Christen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Menschen sterben m\u00fcssen, ist eine Allerweltsweisheit. Dass aber ein Mensch sagt \u201eIch kann sterben\u201c, das h\u00f6rt man nicht oft. Als junger Vikar wurde ich einmal zu einem sterbenden Mann gerufen. Die Angeh\u00f6rigen hatten angerufen, er wolle das Abendmahl empfangen. Ich war aufgeregt, denn wir hatten im Predigerseminar zwar einiges \u00fcber gottesdienstliche Abendmahlsfeiern geh\u00f6rt, aber nicht, wie wir einem Sterbenden begegnen sollten. Der Mann begr\u00fc\u00dfte mich freundlich. Er sagte: Wissen Sie, Sie sind ja ein junger Vikar, das ist nicht so leicht f\u00fcr Sie, einem sterbenden alten Mann das Richtige zu sagen. Ich habe deswegen alles f\u00fcr Sie vorbereitet. Dort liegt die Bibel, da bitte ich Sie mir, die angestrichenen Stellen vorzulesen. Hier ist das Stark\u2019sche Gebetsbuch, da habe ich schon die entsprechenden Seiten aufgeschlagen. Und jetzt bitte ich Sie, dass wir gemeinsam \u201eJesus, meine Zuversicht\u201c singen. Und wissen Sie: Ich kann sterben.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Das wahre Gesicht des Todes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der herrschenden Weltanschauung unserer Tage, dem Evolutionismus, wird der Tod sch\u00f6ngeredet. Da liest man S\u00e4tze wie den folgenden: \u201eSterblichkeit ist ein Jungbrunnen der Evolution durch Mutation und Selektion\u201c (Hubert Markl). In Wirklichkeit gibt es angesichts des Todes nichts sch\u00f6nzureden. Wer einmal am offenen Sarg eines neugeborenen Kindes stand, auf das sich die Eltern jahrelang sehns\u00fcchtig gefreut hatten, wie es mir einmal als Pfarrer erging, der kann nicht mehr von einem \u201eJungbrunnen\u201c reden. Nein, der Tod ist uns bleibt der gro\u00dfe Feind des Lebens. Er ist aber auch die gr\u00f6\u00dfte Missionsveranstaltung Gottes, die man sich nur denken kann. Denn wer w\u00fcrde sich nicht nach ewigem Leben sehnen, wenn der Tod nach ihm greift, und wer w\u00fcrde dann nicht wenigstens einmal nachdenken \u00fcber die biblische Auferstehungshoffnung? Pastor Heinrich Kemner erz\u00e4hlt einmal von einem t\u00f6dlich verletzten Soldaten, der ihm zum Lazarett gebracht wurde und der ihn anflehte, doch ein Gebet mit ihm zu sprechen, weil er nicht beten k\u00f6nne. Pastor Kemner sprach ihm laut vor: Ich bin klein, mein Herz mach rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein. Der Mann sprach es sterbend nach. Nein, der Tod ist kein Jungbrunnen, er ist die Strafe Gottes f\u00fcr das s\u00fcndhafte und gottlose Wesen der Menschheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was geschieht im Tod?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Tod trennen sich der menschliche Geist und die menschliche Seele vom Leib. Der Leib vermag sie nicht mehr zu halten. Keineswegs sterben der Geist und die Seele zusammen mit dem Leib. Deswegen hat der sterbende Stephanus, der kurz vor seinem Tod in den offenen Himmel geblickt hat, eine Verf\u00fcgung f\u00fcr seinen Geist getroffen: \u201eHerr Jesus, nimm meinen Geist auf!\u201c (Apg 7,59). Genauso hat es Jesus gemacht. Wir sollten es ebenso machen. Die meisten Menschen treffen eine testamentarische Verf\u00fcgung \u00fcber ihr Hab und Gut. Christen d\u00fcrfen auch eine Verf\u00fcgung \u00fcber ihren Geist und ihre Seele treffen.<\/p>\n<p><strong>Der Schlaf \u2013 eine Verst\u00e4ndnishilfe f\u00fcr den Tod<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Lazarus gestorben war, sagte Jesus zu seinen J\u00fcngern: \u201eLazarus, unser Freund. schl\u00e4ft\u201c (Joh 11,11). Die J\u00fcnger verstanden die Bildrede nicht und dachten, dass es Lazarus nun bald wieder bessergehen w\u00fcrde, wenn er schl\u00e4ft. Doch Jesus wollte mit dem Ausdruck \u201aSchlaf\u2018 eine tiefe Wahrheit ausdr\u00fccken und \u00fcber das Totenreich aufkl\u00e4ren. So wie der Mensch im Schlaf seine Identit\u00e4t beh\u00e4lt, auch wenn er in einer anderen Welt ist, so ist es auch im Toten reich. Der Mensch beh\u00e4lt seine Identit\u00e4t, sein Ich. Die Lehre vom sog. \u201eGanztod\u201c h\u00e4lt gegen\u00fcber dem biblischen Befund nicht stand.<\/p>\n<p><strong>Der Totenleib<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der biblischen ganzheitlichen Anthropologie gibt es keinen menschlichen Leib ohne Geist und Seele und keinen Geist und keine Seele ohne Leib. Gott hat Adam und Eva im Sch\u00f6pfungsakt Geist und Seele verliehen und damit Leib, Seele und Geist miteinander verschwei\u00dft. Insofern kann es nicht verwundern, wenn Jesus in Luk 16,19ff von einem gestorbenen reichen Mann erz\u00e4hlt, der im Totenreich f\u00fchlen, denken und sprechen kann. Das kann man nur, wenn die Seele und der Geist in einem Leib sind, wenn man eine Person ist. Nach Offb 20,12 stehen die Toten vor dem Gerichtsthron Christi. Stehen kann man nur in einem Leib. Das Fazit aus diesen beiden biblischen Belegstellen kann nur lauten: Also erhalten die Toten einen Leib.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es im Totenreich Raum und Zeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dreidimensionalit\u00e4t unseres irdischen Lebens bzw. die Vierdimensionalit\u00e4t, wenn man die Zeit dazu nimmt, sollte uns nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es noch viel mehr Dimensionen gibt. Paulus berichtet im 2. Korintherbrief von einem Erlebnis, das ihn in den \u201edritten Himmel\u201c versetzte. Wo allein Gott die Wirklichkeit pr\u00e4gt, ist sie vieldimensional. Es ist deshalb fraglich, ob es im Totenreich \u00fcberhaupt noch Raum und Zeit in unserem irdischen Sinn gibt. Die biblischen Andeutungen, wo sich das Totenreich befindet und wie es r\u00e4umlich aussieht, reichen keineswegs aus, um unser Raumverst\u00e4ndnis dort vorauszusetzen. \u00c4hnlich ist es bei der Zeit. Immer wieder haben Christen die Hoffnung oder die Vermutung ausgedr\u00fcckt, dass es im Totenreich noch L\u00e4uterungsprozesse oder Bekehrungen geben k\u00f6nne. Doch dagegen spricht, was in Luk 16,19ff steht. Der reiche Mann macht sich zwar Vorw\u00fcrfe, aber er kommt nicht zu Bu\u00dfe und Bekehrung. Prof. Wilder-Smith hat einmal diese Tatsache auf den Punkt gebracht, als er sagte, dass Bekehrungen nur dort m\u00f6glich sind, wo es Zeit in unserem Sinn gibt. Jede Ver\u00e4nderung setzt Zeit voraus. Wenn sie nicht gegeben ist, ist alles nur geronnene Vergangenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ist mit dem Tod alles aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau sieht sich immer wieder einmal die Todesanzeigen in der Tageszeitung an. Biblische Verse oder irgendeine christlich motivierte Auferstehungshoffnung findet sie nur selten. Was soll man von solchen Spr\u00fcchen halten wie den folgenden: \u201eWenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter\u201c, \u201eIch w\u00e4r so gerne noch geblieben, mit euch vereint, ihr meine Lieben, doch meine Krankheit, die war so schwer, f\u00fcr mich gab\u2019s keine Rettung mehr\u201c, \u201eUnd wenn du dich getr\u00f6stet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast\u201c. In solchen Spr\u00fcchen ist keine Hoffnung auf die Auferstehung zu entdecken. Wenn man bedenkt, dass mittlerweile die \u00fcberwiegende Mehrheit der Traueranzeigen solch eine Hilf- und Hoffnungslosigkeit ausdr\u00fccken, l\u00e4sst das tief blicken in die weggeschwemmte christliche Glaubenssubstanz unseres Volkes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hoffnungsworte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgerechnet vom Christentumsver\u00e4chter Voltaire (1694-1778) stammt der folgende Satz: \u201eDie Auferstehung ist die einfachste Sache der Welt. Der, der den Menschen einmal geschaffen hat, kann ihn auch zum zweiten Male erschaffen\u201c (aus: Die Prinzessin von Babylon, 1768). Starke Hoffnungsworte gibt es im Alten Testament. Im Predigerbuch hei\u00dft es, dass Gott den Menschen die Ewigkeit in ihr Herz gelegt hat (Pred 3,11). David spricht in Ps 16,10 die Gewissheit aus \u201eDu wirst mich nicht dem Tod \u00fcberlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe\u201c. Doch die st\u00e4rksten Zeugnisse f\u00fcr die gebrochene Macht des Todes finden sich im Neuen Testament. \u201eChristus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unverg\u00e4ngliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium\u201c (2 Tim 1,10). An diesen Zusagen gilt es k\u00fchn und unerschrocken festzuhalten. In meinem Arbeitszimmer h\u00e4ngt D\u00fcrers Kupferstich \u201eRitter, Tod und Teufel\u201c. Der Tod h\u00e4lt dem Ritter triumphierend die Lebens-Sanduhr hin, doch der Ritter w\u00fcrdigt ihn keines Blickes. Er sieht nach vorn, auf seine Heimat, seine Burg. Genau das sollte unsere Haltung sein, wenn der Tod uns Angst machen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christlicher Auferstehungsglaube<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1653, wenige Jahre nach den Grauen des Dreissigj\u00e4hrigen Kriegs, hat der preu\u00dfische Staats mann Otto von Schwerin sein Lied \u201eJesus, meine Zuversicht\u201c niedergeschrieben. Darin hei\u00dft es \u201eL\u00e4sset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht?\u201c Das ist der Auferstehungsglaube des R\u00f6merbriefs. \u201eDenn wenn wir mit ihm verbunden und gleichgeworden sind mit seinem Tod, dann werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein\u201c (R\u00f6m 6,5). Durch den Heiligen Geist sind die Christen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus so eng zusammengef\u00fcgt, dass sie vollen Anteil haben an seinem Tod und an seiner Auferstehung. Eine bessere Hoffnung gibt es nicht. Wann wird sich diese Hoffnung erf\u00fcllen? Paulus gibt dazu in Phil 3,20 und 21 eine klare Angabe. Wenn Christus wiederkommt, wird er \u201eunseren nichtigen Leib verwandeln\u201c und ihn \u201eseinem verherrlichten Leib\u201c gleichmachen. Dann werden die Christen ihr gro\u00dfes Erbe antreten, das in nichts anderem besteht als in einem \u201eunverg\u00e4nglichen und unbefleckten und unverwelklichen\u201c Leib (1 Petr 1,3-5). Wer darf sich darauf freuen? Auch hier ist die Antwort der Apostel eindeutig: alle, die den Heiligen Geist haben, werden dann dabei sein (R\u00f6m 8,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der uns verhei\u00dfene Herrlichkeitsleib<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen uns den neuen Leib, den alle empfangen sollen, die den Heiligen Geist haben, nicht vorstellen. Er sprengt unser Vorstellungsverm\u00f6gen total. Aber wir wissen aus dem gro\u00dfartigen 15. Kapitel des ersten Korintherbriefs, dass er \u201eunverweslich\u201c, \u201ekr\u00e4ftig\u201c, \u201eherrlich\u201c und \u201egeistlich\u201c sein wird. In diesem Leib wohnen keine Verg\u00e4nglichkeit, keine Krankheit und vor allem keine S\u00fcnde mehr. Alle die ihn bekommen, werden in ihm die himmlische Staatsb\u00fcrgerschaft antreten und die Herrlichkeit Gottes schauen. Wahrhaft, eine unvorstellbare, grandiose Zukunft, die uns Christus erworben hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die endg\u00fcltige Vernichtung des Todes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Christus wiederkommen wird, dann wird er zun\u00e4chst die letzten gro\u00dfen Gerichtsakte aus\u00fcben (Offb 19,11-20,15), bevor er den neuen Himmel und die neue Erde ins Dasein ruft. Im Wesentlichen sind es vier Gerichtsakte: das Gericht \u00fcber die christusfeindlichen V\u00f6lkerheere, das Gericht \u00fcber den Falschmessias und seinen Propheten, das Gericht \u00fcber Satan und das Gericht \u00fcber die Toten und den Tod. Es wird sich erf\u00fcllen, was der Apostel in 1 Kor 15,26 angek\u00fcndigt hat: \u201eDer letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod\u201c. Welch ein grandioser Sieg unseren Herrn und Heilandes! In der neuen Welt Gottes wird es diesen Feind des Lebens nicht mehr geben! Wer das glaubt, der muss vor dem Tod nicht bleich erzittern. Er kann wie der Ritter in D\u00fcrers Kupferstich sein Haupt erheben und die Augen auf seine ewige Heimat richten. Er k a n n sterben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zur Vertiefung des Themas: Joachim Cochlovius, Die Freiheit des Glaubens. Eine Auslegung des 1. und 2. Korintherbriefs; ders., Siehe, ich mache alles neu. Das Buch der Offenbarung Jesu Christi. Beide B\u00fccher k\u00f6nnen \u00fcber www.gemeindehilfsbund.de\/Bestellungen\/Buchversand Cochlovius bestellt werden<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die Menschen sterben m\u00fcssen, ist eine Allerweltsweisheit. Dass aber ein Mensch sagt \u201eIch kann sterben\u201c, das h\u00f6rt man nicht oft. Als junger Vikar wurde ich einmal zu einem sterbenden Mann gerufen. Die Angeh\u00f6rigen hatten angerufen, er wolle das Abendmahl empfangen. 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