{"id":14231,"date":"2016-12-22T12:02:31","date_gmt":"2016-12-22T11:02:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14231"},"modified":"2016-12-22T12:02:31","modified_gmt":"2016-12-22T11:02:31","slug":"wirklich-kein-gender-wahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14231","title":{"rendered":"Wirklich kein Gender-Wahn?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Ideen der Evangelischen Kirche \u00fcberschlagen sich. Zu Beginn des Kirchenjahres im Luther-Jubil\u00e4um hat die EKD eingeladen zu einer Tagung in der derzeit weltweit beachteten Hamburger Hafencity \u00fcber die Fragen: \u201eWie positionieren kirchliche Funktionstr\u00e4ger_innen sich angemessen? Wie k\u00f6nnen kirchliche Stellen sich gegen Hassattacken wappnen? Wie k\u00f6nnen wir den zunehmenden Stammtischparolen begegnen?\u201c Bei diesem Hilferuf geht es um Strategien gegen die Anti-Genderbewegung, also Unterst\u00fctzung von Gender Mainstreaming.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EKD verf\u00fcgt \u00fcber ein Gender Kompetenzzentrum, dessen Kompetenz zunehmend in Frage gestellt wird. Ihre \u201eVision einer inklusiven Gemeinschaft\u201c, \u201eder Vielfalt und Gleichwertigkeit\u201c ist in Verruf geraten. So sprechen renommierte Wissenschaftler geradezu abf\u00e4llig von einer \u201eIdeologie\u201c. Nach der Einordnung des Biologieprofessors Kutschera handelt es sich gar um eine \u201eIrrlehre\u201c, um Esoterik, letztlich um \u201eOkkultismus\u201c. Verst\u00f6\u00dft das Konstrukt wirklich nicht gegen die Barmer Erkl\u00e4rung? Der italo-amerikanische Politikwissenschaftler Guido Preparata erachtet Gender Mainstreming als \u201eIdeologie der Tyrannei\u201c, wobei Sozialwissenschaften das Interesse der politischen Klasse auf Randfragen von Minderheiten ablenken sollen. Die Gender-Sympathisanten haben es sehr schwer, nach dem Traumstart mittels der Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie sowie undemokratischen Vorgehens der Bundesregierung, heute respektiert zu werden. Der \u00f6ffentliche Diskurs wurde im Hinblick auf die politische Brisanz vermieden, letztlich um die intellektuelle Insuffizienz nicht ruchbar werden zu lassen. Nachdem die Soziologen es nicht geschafft haben, Gender Mainstreaming wissenschaftlich zu untermauern, ist die Evangelische Kirche eingesprungen und hat mit ihrem Gender-Institut eine Kompensation versucht: Mit emotionalen Sentenzen, Diskriminierung von Kritikern sowie b\u00fcrokratischer Implantation hat man ein Imperium geschaffen, das den Anschein der Diskursunf\u00e4higkeit und Alternativlosigkeit erweckt. Der ideologische Charakter ist so offensichtlich, dass man unwillk\u00fcrlich an eine Ersatzreligion denken muss; boshaft formuliert: Man kreierte quasi das Goldene Kalb, das die Gemeindeglieder anbeten sollen. Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, wurden eine lesbische Theologieprofessorin als Vorsitzende eingesetzt sowie ein homosexueller Propst zum Vizepr\u00e4sidenten der EKD erkoren. Das gleichgeschlechtliche Empfinden als Teilaspekt der Gender-Lehre sollte mit der Sch\u00f6pfung eines Pfarrdienstgesetzes untermauert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bem\u00fchungen hatten Erfolg in den vielf\u00e4ltigen Installationen von beruflichen Positionen zur Geschlechtergerechtigkeit. Das Studienzentrum der EKD f\u00fcr Genderfragen in Kirche und Theologie hat gro\u00dfe Schwierigkeiten, dessen Existenz theologisch zu begr\u00fcnden. Durch allzu freie und gro\u00dfz\u00fcgige Interpretation von Galater 3, 28 soll die als unm\u00fcndig behandelte Gemeinde von der Bibeltreue des Gendergedankens \u00fcberzeugt werden. Eindeutig bleibt doch die gesamtbiblische Aussage, fu\u00dfend bereits auf 1. Mose 1, 27. Luther war wichtig: \u201eWer dem Wort glaubt, der achtet nicht auf die Person, die das Wort saget, und ehret auch nicht das Wort um der Person willen.\u201c Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gender-Beauftragten sich tief gekr\u00e4nkt f\u00fchlen, wenn man ihre Position in Frage stellt. Kritiker erfahren regelm\u00e4\u00dfig Hate-Speech, wie eine Journalistin und Mutter von vier Kindern, welche von Gender-Wahn spricht und den Begriff \u201eGender Gaga\u201c verbreitet hat. Es herrscht, so empfindet es die Gender-Kritiker, eine erschreckende Intoleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden. Die Institutsleiterin Frau Professor Janssen hat Birgit Kelle in ihrem Eingangsstatemant bei der Gr\u00fcndung des Zentrums quasi in die Nazi-Ecke gestellt. Der Verfasser dieses Artikels hat es selbst erlebt, wie neben anderen kirchlichen Mitarbeitern etwa der Beauftragte f\u00fcr Geschlechtergerechtigkeit der Nordkirche Thomas Schollas (auch ein Verantwortlicher der Tagung in der Hafencity) ihn in strafrechtlich relevanter Weise wegen eines genderkritischen Aufsatzes in der Ausgabe Juli\/August 2015 der \u201eEvangelischen Stimmen\u201c diskreditiert hat. Die Gender-Ideologen kennen nur Meinungsdelikte ihrer geistigen Gegner. Sie fordern geschlechtersensible Sprache von ihren Mitmenschen, erscheinen selbst aber eher als gewaltt\u00e4tig, vor allem extrem intolerant; als Jurist k\u00f6nnte man, wenn keine Bu\u00dfe erfolgt, \u00fcber eine Entlassung nachdenken. Die Gender-Verantwortlichen kennen faktisch nur \u201eganz falsch\u201c oder \u201eganz richtig\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist typisch f\u00fcr Radikale und Fanatiker. Darauf hat der Oxford-Professor Timothy Ash aufmerksam gemacht (\u201eSternstunde\u201c vom 27.11.2016 in 3sat): Heute f\u00fchlten sich Menschen zunehmend vorschnell gekr\u00e4nkt, wenn ihre Glaubensrichtung kritisiert wird; es fehle die robuste Zivilisit\u00e4t gegen das Beleidigtsein: Zu schnell unterstelle man die Hasssprache und verweigere die offene Diskussion. \u00c4hnliches wurde in der \u201eZeit\u201c vom 06.10.2016 angeprangert. Man kann sich nur schwer des Eindrucks erwehren, dass Gender Mainstreaming den Charakter einer Ersatzreligion gewonnen hat. Fanatiker zeigen niemals Humor, wie etwa die Beauftragten f\u00fcr Geschlechtergerechtigkeit der Nordkirche bewiesen haben: Ein von Frauen der Kirchengemeinde Neum\u00fcnster-Tungendorf erstellter Flyer mit kritischen Anmerkungen zur Gender-Lehre erhielt von den zust\u00e4ndigen kirchlichen Mitarbeitern ein Pr\u00e4dikat, das an Bosheit kaum zu \u00fcberbieten ist: \u201eAb in den Papierkorb\u201c (eine Aufforderung des Landeskirchenamts an die Pr\u00f6pste!). Sind die Kirchensteuern f\u00fcr EKD-Zentrum und Gleichstellungsbeauftragte wirklich verantwortbar? Werden dadurch staatliche Ma\u00dfnahmen wie die mehr als 200 Professorinnen in den Gender-Instituten der Universit\u00e4ten nicht gesellschaftssch\u00e4digend \u00a0unterst\u00fctzt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Jurist l\u00e4sst sich Gender Mainstreaming ohne Weiteres als verfassungswidrig deklarieren. Bereits gegen Artikel 1 des Grundgesetzes wird versto\u00dfen: Es sei nicht mehr die W\u00fcrde des Menschen unantastbar, sondern nur noch die W\u00fcrde der Frau; es erfolgt quasi die Vertreibung der M\u00e4nner aus dem Paradies des Menschlichen (Bernhard Lassahn, bekannt durch \u201eK\u00e4pt\u2019n Blaub\u00e4r\u201c). Indirekt werden damit auch Frauen diskriminiert, denn ihnen wird ein Aufmerksamkeitsdefizit unterstellt, etwa durch die postulierte Endung \u201einnen\u201c. Man k\u00f6nnte seitenlang \u00fcber Gender Mainstreaming spotten. Erw\u00e4hnenswert ist vielleicht noch, was die Ex-Bisch\u00f6fin und Lutherbeauftragte Margot K\u00e4\u00dfmann \u00e4u\u00dferte, dass sie Gott von der geschlechtlichen Fixierung befreien wolle, indem sie ihn zur Abwechslung als ihre \u201eFreundin\u201c ansah. Man k\u00f6nnte insofern derartiges als \u201eNarretei\u201c abtun; juristisch w\u00fcrde es zu weit f\u00fchren, hier den Gottesl\u00e4sterungsparagrafen einzubeziehen, allerdings verst\u00f6\u00dft die Genderlehre eindeutig gegen Artikel 6 Grundgesetz. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist die Familie \u201edie umfassende Gemeinschaft zwischen Eltern und Kindern\u201c. Die mit der Gender-Theorie verbundene Verlagerung ins \u201esoziale Geschlecht\u201c widerspricht eindeutig unserer Verfassung. Man k\u00f6nnte im Kontext mit der kirchlichen Gender-Propaganda gar von Verfassungsfeindlichkeit sprechen, zumal die Gleichberechtigung voll und umfassend in Artikel 3 Grundgesetz verankert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Fazit l\u00e4sst sich Folgendes empfehlen: Unsere kirchlich Verantwortlichen sollten die unevangelisch wirkende Tagung in Hamburg absagen und daf\u00fcr \u2013 z. B. mit dem Theologieprofessor Rainer Mayer \u2013 \u00fcber ein Familienkompetenzzentrum nachdenken. Damit w\u00fcrden sie mehr in Erinnerung an die goldenen Zeiten des Protestantismus investieren. Man k\u00f6nnte direkt von einer kleinen Reformation sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Christian Hausen, Rechtsanwalt, Neum\u00fcnster, 02.12.2016<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ideen der Evangelischen Kirche \u00fcberschlagen sich. Zu Beginn des Kirchenjahres im Luther-Jubil\u00e4um hat die EKD eingeladen zu einer Tagung in der derzeit weltweit beachteten Hamburger Hafencity \u00fcber die Fragen: \u201eWie positionieren kirchliche Funktionstr\u00e4ger_innen sich angemessen? Wie k\u00f6nnen kirchliche Stellen sich gegen Hassattacken wappnen? 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