{"id":1411,"date":"2008-03-19T15:09:11","date_gmt":"2008-03-19T13:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1411"},"modified":"2009-09-11T17:57:57","modified_gmt":"2009-09-11T15:57:57","slug":"zwischen-leid-und-freude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1411","title":{"rendered":"&#8222;Zwischen Leid und Freude&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zwischen Leid und Freude<br \/>\nInterview mit dem lettischen Erzbischof Janis Vanags<br \/>\n(Evang.-luth. Kirche Lettlands)<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Mit J\u0101nis Vanags sprach L\u012bga Blaua.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Was bedeutet Ihnen die Passionszeit, diese Zeit des Nachdenkens?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Fastenzeit von vierzig Tagen vor Ostern \u2013 das ist auf irgendeine Weise etwa der zehnte Teil der 365 Tage eines Jahres. Wenn man fr\u00fcher f\u00fcr die Arbeit der Kirche eine Gabe spendete, dann gab man auch den zehnten Teil seines Einkommens. In diesem Fall spenden Menschen Gott den Zehnten vom Wertvollsten, was sie haben \u2013 von ihrer Zeit. Und das, was ein Mensch Gott spendet, das gewinnt er eigentlich f\u00fcr sich selbst.<!--more-->\u00a0Vor kurzem sagte mir einer meiner Amtsbr\u00fcder mit gro\u00dfer Freude, da\u00df f\u00fcr ihn die Fastenzeit die sch\u00f6nste Zeit des Jahres sei. Weshalb? Wir m\u00f6chten oft in unserem Leben etwas \u00e4ndern, haben aber daf\u00fcr keine Motivation. Nun, wie soll man auch eines sch\u00f6nen Tages einfach etwas hervorholen und \u00e4ndern? Doch wir Christen kennen die Betrachtung der Versuchung Jesu, dessen, was er leiden mu\u00dfte, um uns heimzuf\u00fchren und zu erretten. Das ist wirklich eine Motivation zum Aufr\u00e4umen unseres inneren Lebens oder unseres Lebens \u00fcberhaupt. Deshalb ist die gro\u00dfe Fastenzeit vor Ostern eine sehr g\u00fcnstige Zeit, um unsere Beziehungen zu Gott, zu unseren Mitmenschen und unsere Einstellung zu unserem eigenen Leben neu zu ordnen. Ebenso ist die Adventszeit eine Fastenzeit vor dem Christfest.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jeder Autofahrer wei\u00df, wie wichtig nach einigen Tausend Kilometer der Wartungsdienst f\u00fcr das Auto ist, bei dem alles nachgepr\u00fcft und das \u00d6l gewechselt wird. Ohne das geht es nicht. Wenn man das nicht tut, dann f\u00e4ngt die Mechanik an zu streiken und geht am Ende v\u00f6llig zu Bruch. Und wenn ein Auto solch einen Wartungsdienst braucht, wie viel mehr ist eine lebendige Seele auf ihn angewiesen! Besonders in einer Zeit wie in der, in welcher wir heute leben, wenn es um uns herum so vieles gibt, was zur Zerstreuung, zu leerer Belustigung und leerem Vergn\u00fcgen lockt. Belustigung ist eine leere Freude, ebenso wie das Verlangen, etwas zu feiern, wo es gar nichts zu feiern gibt. Das bringt Leere und diese Leere bleibt h\u00e4ngen und schw\u00e4cht den Menschen mehr als sie ihn st\u00e4rkt. Doch wenn der Mensch die Motivation entdeckt hat, dem Ruf Christi zu folgen, dann wird er mit einer tiefen und ungetr\u00fcbten Freude beschenkt. Wer das versucht und erlebt hat, der wei\u00df \u2013 es gibt keine gr\u00f6\u00dfere Freude als die, mit Gott in Eintracht zu leben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Doch gibt es auch die kleinen menschlichen Freuden des Alltags, die Ihnen sicher auch bekannt sind.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zweifellos, und die sind nicht weniger wichtig. Ich blicke auf meine Tochter Elizabete und denke, wie die Kinder ihre Eltern \u00fcberragen, und das ist eine Freude. Elizabete ist f\u00fcr uns in unserem Leben stets ein Aktivposten in allem, was sie tut und wo sie M\u00f6glichkeiten entdeckt, sich selbst zu \u00e4u\u00dfern. Sie studiert Kommunikationswissenschaften, aber dazwischen gelingt ihr viel anderes. K\u00fcrzlich kam sie aus St. Petersburg zur\u00fcck, wo sie an einem internationalen Wettbewerb teilnahm. Manches Mal fragt sie mich nach Dingen, von denen ich in meinem Leben nie etwa geh\u00f6rt habe. So mu\u00df ich gelegentlich meinen Absturz von meinem eigenen Podest erleben, denn immer war Vati der Kluge, den man nach allem befragen kann und der alles wei\u00df. Das ist nicht mehr der Fall, aber das ist auch angenehm.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Eine der Alltagsfreuden in unserer Familie ist auch, wenn unser Sohn Gatis das Abendessen zubereitet. Er hatte viel Zeit investiert, um die Kunstmalerei zu erlernen. Das ist ihm auch gut gelungen, aber jetzt ist er von der Kunst des Kochens v\u00f6llig hingerissen. Zu Hause bereitet er allerhand interessante Gerichte zu, so da\u00df wir oft zu einem Abendessen kommen wie in einem Restaurant. Auch das gelingt Gatis sehr gut. Eigentlich gelingt ihm alles, was er mit Interesse und Freude anpackt. Ab und an h\u00f6re ich, da\u00df sich Hausfrauen dar\u00fcber beklagen, da\u00df sie in der K\u00fcche drei Stunden bei schwerer Arbeit verbringen mu\u00dften, da\u00df aber nach einer halben Stunde davon nichts mehr zu sehen gewesen sei. Doch dieses Werk der Liebe schafft auch eine gute geistige Atmosph\u00e4re, Liebesbeziehungen und den h\u00e4uslichen Abendfrieden. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind eine der bedeutendsten Formen der N\u00e4he zueinander, die \u00fcberhaupt m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Seit dem 10. Dezember ist der Platz Ihres Sohnes Krists leer, und das ist doch ein schweres Leid&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir wissen, da\u00df Krists heimkehren wird. Wenn nicht zu uns, dann in das Haus des Himmlischen Vaters&#8230; Ich kann es nicht erkl\u00e4ren, wie das ist, aber wenn ich auf das Leben von Krists blicke, dann wei\u00df ich: wenn es Gottes Wille ist, ihn zu sich zu rufen, dann w\u00e4re das jetzt seit seiner Kindheit die beste Zeit, dieses zu tun. Wenn wir zur\u00fcckblicken, dann kommt es uns fast vor, als h\u00e4tte er sich auf etwas Entscheidendes vorbereitet. Kurz vor seinem Verschwinden wollte Krists zu seiner lieben Gro\u00dfmutter fahren und dann dort in unserem Landhaus allein leben. Das war ungew\u00f6hnlich. In j\u00fcngster Zeit hat Krists oft die Bibel und die Schriften der alten Kirchenv\u00e4ter gelesen. Man konnte ahnen, da\u00df er in sich einen inneren Sieg erk\u00e4mpfte und sich von etwas befreite, was ihn behinderte. Fr\u00fcher gab es in seinem Leben Abschnitte, bei denen er viel Zorn und Skepsis gegen\u00fcber seiner Umwelt empfand. Jetzt hatte er sich von dem allen gel\u00f6st. Manches mal \u00e4u\u00dferte er sich dahin gehend, da\u00df es ihn gar nicht mehr interessierte oder er darin einen Wert erkannte, womit sich Menschen in ihrem Alltag befa\u00dften. Es ist gut m\u00f6glich, da\u00df er, wenn er noch weitere f\u00fcnfzig Jahre zu leben h\u00e4tte, ein sehr schweres Leben haben w\u00fcrde. Gott schenkt dem Menschen immer die beste L\u00f6sung zur am besten geeigneten Zeit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Aber es ist doch so schwer, zu akzeptieren, da\u00df der Sohn neben einem fehlt. Ich wei\u00df, wie das ist&#8230; Dieser Kummer h\u00f6rt nicht auf.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das betrifft nicht nur den Fall von Leben oder Tod. Aber es ist doch so, da\u00df bei dem Warten auf einen Zug oder Bus der daheim Gebliebene nach seinem Abschied vom Abgereisten vier F\u00fcnftel des Abschiedsschmerzes tr\u00e4gt. Derjenige, der sich auf den Weg macht, hat bereits neue Gedanken und eine neue Realit\u00e4t, aber dem, der zur\u00fcckbleibt, dem tut es weh. So ist es immer. Krists fehlt uns sehr, und es f\u00e4llt uns schwer, uns vorzustellen, was wir noch zusammen unternehmen k\u00f6nnten, und wie es sein w\u00fcrde, wenn es ihn weiter geben w\u00fcrde. Wir werden immer daran denken m\u00fcssen, wie wir uns anders h\u00e4tten verhalten sollen. Doch es ist f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Hilfe, da\u00df wir zu Hause alle Dinge ganz offen und herzlich aussprechen k\u00f6nnen. Krists wurde vom Gedanken gequ\u00e4lt, da\u00df durch ihn oder durch seine Anwesenheit bei uns in unser Haus oder unsere Familie irgend etwas B\u00f6ses hereinkommen k\u00f6nnte. Er fragte uns immer wieder und war darum besorgt, ob er uns nicht Unrecht getan h\u00e4tte. Das war f\u00fcr uns eine wertvolle Gelegenheit, ihm noch kurz vor seinem Verschwinden zu versichern, da\u00df er unser geliebter Sohn ist und immer sein wird. Man darf nicht z\u00f6gern, einem lieben Menschen das zu sagen, was wesentlich ist. Manches Mal ist es so, da\u00df wir in einem Augenblick unseren Emotionen freien Lauf lassen, aber das Wichtige bei uns behalten. Als warteten wir auf den geeigneten Augenblick, der dann nicht kommt. Und nachher bedauern wir es.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Halten Sie es f\u00fcr m\u00f6glich, da\u00df sich Krists selbst etwas angetan haben k\u00f6nnte?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nein, das glaube ich nicht. Krists glaubte an ein Leben nach dem Tod und empfand sehr deutlich das Vorhandensein einer geistigen Welt. Als wir miteinander einmal dar\u00fcber sprachen, sagte er, da\u00df Selbstt\u00f6tung f\u00fcr einen geistlichen Menschen keine L\u00f6sung sei. Krists war in diesen Dingen in unserer Familie vielleicht derjenige, der dar\u00fcber am ernsthaftesten nachdachte. Die letzten Jahre lebte er in einem gro\u00dfen Gottesbewu\u00dftsein. Davor, ja da gab es Abschnitte in seinem Leben, in denen er destruktive Dinge unternahm; doch dann sagte er eines Tages: das, was er t\u00e4te, sei eines geistlichen Menschen unw\u00fcrdig und behindere sein Wachstum. Er legte von einem Tag zum anderen Gewohnheiten ab, mit denen andere Menschen oft Jahre lang zu k\u00e4mpfen haben. Zum Beispiel das Rauchen. Zu unserem Kummer \u201everpaffte\u201c Krists einst zwei Schachteln am Tag, und h\u00f6rte damit mit den Worten, das sei eines Menschen unw\u00fcrdig, in einem Augenblick auf.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es ist wohl so, da\u00df Krists in j\u00fcngster Zeit gedanklich sehr besch\u00e4ftigt war. Dabei ging er so tief, da\u00df er, wenn man ihn etwas allt\u00e4gliches fragte \u2013 z.B. hast du schon etwas gegessen? \u2013 nicht antwortete, und man f\u00fchlen konnte, da\u00df er sich konzentrieren wollte, und da\u00df man ihn aus einer gro\u00dfen Tiefe hochziehen mu\u00dfte, um ihn auf die Ebene zu heben, von der aus ich mit ihm redete. Und dann fragte er mich: \u201eWeshalb fragst du mich etwas so Unwichtiges? Ich habe jetzt Wichtigeres zu tun.\u201c Und wenn ich ihn dann fragte: \u201eWas tust du?\u201c, antwortete er: \u201eIch denke nach.\u201c Sollte Krists am Leben sein, dann k\u00f6nnte er von den sogenannten Realit\u00e4ten des Lebens weit entfernt sein. Die erschienen ihm v\u00f6llig unwichtig.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>K\u00f6nnte das eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sein, da\u00df Krists von sich kein Lebenszeichen gibt?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn wir die Hoffnung haben, da\u00df Krists noch auf dieser Welt weilt, dann ist das f\u00fcr mich die einzige einleuchtende Erkl\u00e4rung. Einmal sagte mir jemand, da\u00df er in einer \u00e4hnlichen Situation \u00fcberzeugt gewesen sei, da\u00df alle w\u00fc\u00dften, wo er sei und was er t\u00e4te, und da\u00df es nicht notwendig sei, von sich eine Nachricht zu geben. Wenn ich gefragt werden w\u00fcrde, ob ich es mir vorstellen k\u00f6nnt, da\u00df Krists unter normalen Verh\u00e4ltnissen uns das nicht sagen w\u00fcrde, dann kann ich nur sagen \u2013 nein, das kann ich mir nicht vorstellen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Sie hoffen und warten doch immer noch weiter \u2013 vielleicht, vielleicht&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir hoffen&#8230; obwohl&#8230; uns diese Hoffnung recht vage erscheint. Bei der Polizei war es ein sehr sachkundiger Beamter, welche die Ermittlungen leitete. Er hatte sogar viele M\u00f6glichkeiten erkundet, auf die wir selbst gar nicht gekommen w\u00e4ren. Aber auch er kam zur Erkenntnis, da\u00df er auf Grund seiner reichen Erfahrungen und professionellen Kenntnisse sagen m\u00fc\u00dfte: Eine gro\u00dfe Wahrscheinlichkeit, da\u00df Krists noch unter uns weilen k\u00f6nnte, besteht nicht mehr&#8230;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jetzt ist ja die akute Phase des ersten Monats vorbei. Damals war es so &#8211; sobald jemand anrief und sagte, da\u00df es Krists gewesen sein k\u00f6nnte, den er gesehen hatte, liefen wir sofort zu der Stelle hin und suchten sie zusammen mit Freunden und Gemeindegliedern ab. Doch allm\u00e4hlich haben wir gelernt, die Signale zu beurteilen \u2013 wer das wohl beurteilen k\u00f6nnte, und wer nicht. Einmal rief jemand an, der sagte, da\u00df er vor zwei Tagen oder vor einer Woche Krists dort oder an einer anderen Stelle gesehen h\u00e4tte. Ich bin ja von Herzen dankbar, da\u00df Menschen uns helfen m\u00f6chten. Aber sollte er es wirklich gewesen sein, dann n\u00fctzt es gar nichts, wenn der Betreffende erst zwei Tage danach anruft. Richtig w\u00e4re es gewesen, in dem Augenblick ihn anzusprechen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese Erfahrung tr\u00e4gt dazu bei. da\u00df wir noch mehr zusammenhalten und auf das Leben und den Glauben noch viel konkreter blicken. Jetzt kann ich erfahren, wie es ist, \u201eauf der anderen Seite zu stehen\u201c, und mich fragen, ob das, was ich in einer solchen oder \u00e4hnlichen Situation anderen gesagt habe, jetzt mir selbst eine Hilfe sein k\u00f6nnte. K\u00f6nnte! Ich wei\u00df nicht, wie wir damit zurecht k\u00e4men, wenn wir nichts \u00fcber Gott w\u00fc\u00dften. Alle unsere Quellen sind in Ihm. Im Alltag erkennt der die eine Seite des Lebens, aber da ist doch auch die geistliche Nahrung, Alles, was auf dieser Welt geschieht, hat doch auch eine geistliche Bestimmung als Hintergrund. Wenn etwas sehr Schmerzliches passiert, dann k\u00f6nnen wir es gew\u00f6hnlich nicht akzeptieren und nur schwer mit unserer Vorstellung vom liebenden Gott in Einklang bringen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dennoch hat uns Gott in einem solchen Augenblick den besten von allen Wegen geschenkt, um uns vor etwas noch Schlimmerem zu bewahren und uns einem h\u00f6heren Gut n\u00e4her zu bringen. Davon bin ich fest \u00fcberzeugt. Wenn es uns gegeben w\u00e4re, den jenseitigen Sinn unseres t\u00e4glichen Geschehens zu erkennen, dann w\u00fcrden wir unser Leben ganz anders beurteilen und auch anders leben. Davon hat Krists oft gesprochen. Wenn Gott ihn zu sich genommen haben sollte, dann glaube ich, da\u00df Krists bei dem Vater ist, der ihm alles erkl\u00e4ren k\u00f6nnen wird, was er wissen wollte. Da\u00df er schlie\u00dflich zur Erf\u00fcllung und zum Frieden gekommen ist. Und da\u00df er mir viel zu sagen haben wird, wenn wir eines Tages wieder miteinander vereint sind. Aber bis dahin mu\u00df ich noch bis zu meinem Ende weiter leben und meine Tage mit Gott erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Da ich wei\u00df, da\u00df Ihr Interesse und Ihre Begeisterung in Ihrer Jugend der Chemie geh\u00f6rten, m\u00f6chte ich Sie fragen, wie und wann Sie Gott angeredet hatte?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dogmatisch ist der Glaube ein Geschenk Gottes, und ich erhielt es von oben her. Das Studium der Chemie best\u00e4tigt das nur. Soweit ich mich an meine Kindheit zur\u00fcck erinnere, hatte ich gegen\u00fcber Gott immer eine gro\u00dfe Ehrfurcht und f\u00fchlte mich zu Gott, dem Glauben und der Kirche sehr hingezogen. Ich kann nicht sagen, weshalb und wie das alles geschah, denn niemand hat mir etwas Besonderes beigebracht und erz\u00e4hlt. Meine Eltern waren Lehrer. Meine Mutter unterrichtete Musik und mein Vater Deutsch, und w\u00e4hrend der Sowjetzeit durften sie \u00fcberhaupt nicht zur Kirche gehen. Doch erweckten sie bei mir keine antikirchliche Haltung. Ich habe schon sehr fr\u00fch das Lesen erlernt. Als ich f\u00fcnf Jahre alt war, konnte ich das flie\u00dfend, und mit sieben Jahren konnte ich bereits alte Drucke lesen. Ich erinnere mich, da\u00df ich, als ich so alt war und wir bei Gro\u00dfmutter auf dem Lande lebten, aus Gro\u00dfmutters Regal ihr Gesangbuch herausgezogen hatte und darin heimlich hinter einem Holzstapel gelesen habe. Ich habe fast gar nichts verstanden, war jedoch \u00fcberzeugt, da\u00df ich damit etwas au\u00dferordentlich Gutes, Notwendiges und Wichtiges t\u00e4te. Das sind meine ersten Erinnerungen dieser Art. Mit meiner Kindheit verbinden sich auch meine ersten Begegnungen mit der Kirche. In der N\u00e4he des Marktes von Liep\u0101ja befindet sich die katholische St. Josefs Kathedrale, in die ich hineinzuschleichen pflegte. Mysterium tremendum bedeutete mir damals mehr als das, was ich aus den Reden entnehmen konnte, die dort gehalten wurden. Das Haus Gottes und Seine Gegenwart darin, die Liturgie und die ganze Atmosph\u00e4re, das alles nahm mich gefangen und ging mir bis in die Knochen. In der Schule trug ich ein Kreuzchen, das mir die Lehrerin wegnahm. Sp\u00e4ter bekam ich es zur\u00fcck. Ebenso ging es mir mit einer Bibel, die man mir auch in der Schule konfiszierte und im Atheismus-Museum der Schule ausstellte. Aber nicht lange. In einem B\u00fcro der Schule gab es einen Schrank, in den man sie hineinpackte. Von dort aus lie\u00df ich sie wieder mitgehen. Damals war ich in der achten Klasse. Aber gro\u00dfe Unannehmlichkeiten hatte ich wegen dieses meines Interesses in der Schule nicht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Hat Ihnen Chemie eigentlich als Fach oder wegen Ihres Lehrers Akermanis gefallen?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das kann ich heute gar nicht mehr so genau sagen, wie ausschlaggebend damals Chemie als Fach oder die Pers\u00f6nlichkeit meines Chemielehrers waren. Er war wirklich ein gro\u00dfartiger Lehrer. Aus heutiger Sicht betrachtet, m\u00f6chte ich ihn vielleicht als Autorit\u00e4t ansehen. Er arbeitete damals mit Methoden, die in der Schule damals verboten waren. Er verstand es sehr wirksam, die Kenntnisse des Einzelnen zu testen. In einer Stunde kam jeder aus der Klasse einmal dran, manche oft ein zweites Mal. Andere Lehrer beschwerten sich: wenn nach ihrer Stunde Chemie ist, dann h\u00f6rt bei ihnen niemand zu, denn unter dem Pult haben sie das Chemiebuch aufgeschlagen und pauken Formeln und Verfahren. Doch Lehrer Akermanis verstand es, uns zu \u00fcberzeugen, da\u00df Lernen sehr interessant sein kann. Er war \u00fcberhaupt eine interessante Pers\u00f6nlichkeit. Er spielte Kontraba\u00df, trieb Sport und reiste, und konnte dabei alles sehr interessant schildern. Bis zur siebenten und achten Klasse war ich ein schlechter Sch\u00fcler. Als ich sagte, da\u00df es mein Wunsch sei, Chemie zu studieren, haben die Lehrer gelacht: was ich mir blo\u00df einbildete! Doch das geschah tats\u00e4chlich. Drei Jahre nach dem Ende des Studiums habe ich dann auch in einer Schule Chemie unterrichtet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Und dann haben Sie die Schule verlassen?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Eigentlich wurde ich entlassen. Die Direktorin der Schule war mir sehr wohlgesonnen, bewilligte mir als jungem Lehrer ein au\u00dfergew\u00f6hnlich hohes Gehalt und sorgte daf\u00fcr, da\u00df ich bald eine Wohnung bekam; aber bereits damals hatte ich mich am kirchlichen Leben beteiligt und nebenbei Theologie studiert, und wu\u00dfte genau, was das f\u00fcr Konsequenzen haben k\u00f6nnte. Ich ging zur Direktorin und berichtete ihr alles, zeigte ihr Fotos, auf denen ich bereits als Helfer des Pfarrers von Aizpute zu erkennen war. Sie nahm das alles recht ruhig auf, aber sie bat mich, ein Entlassungsgesuch aus dem Schuldienst einzureichen. Die Zeit des nationalen Erwachens r\u00fcckte langsam n\u00e4her. Das war damals das Jahr 1985. Es ist schon merkw\u00fcrdig. Ich erinnere mich an den ersten und letzten Tag meines Lehrerdaseins noch ganz genau, Die erste Veranstaltung, an der ich als Lehrer mit meiner Klasse teilnehmen mu\u00dfte, fand vor dem Fernseher statt. Wir sahen uns Breschnjews Bestattung ab. Und am letzten Tag verabschiedete ich mich als Lehrer vor dem Fernsehen bei dem Anschauen der Bestattung von Tschernjenko. So wurde ich mit Chopins Trauermarsch in der Schule begr\u00fc\u00dft und verabschiedet. Meiner Schulleitung kann ich nichts vorwerfen. Alle waren mir gegen\u00fcber sehr kollegial. Aber nun war ich arbeitslos und mu\u00dfte mir etwas suchen, ich hatte eine Familie zu versorgen. Meine beiden S\u00f6hne waren bereits auf der Welt. Ich fand keine andere Arbeit als die eines Fensterreinigers auf einem Bahnhof. Dabei war es interessant, Menschen mit einem \u00e4hnlichen Schicksal zu begegnen \u2013 Akademiker, die wegen ihres Glaubens keine andere Arbeit bekommen konnten. Da gab es einen hoch gebildeten Baptisten, mit dem zusammen ich die Fenster reinigen durfte.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Eine zweite Stelle, an der Christen w\u00e4hrend der Sowjetzeit arbeiten durften, war die Reinigung des Abflu\u00dfwassersystems. Um noch etwas hinzu zu verdienen, richtete ich mich auch dort ein. Doch ich wurde dabei erwischt, da\u00df ich zwei Stellen nebeneinander hatte, was damals nicht erlaubt war. Man stellte mich vor die Wahl zwischen den beiden Stellen. Dazu gab man mir eine Woche Zeit. und das war eine schwere Entscheidung. Mit dem Fensterreinigen konnte man mehr verdienen, aber bei dem Chloren des Abwasserablaufs hatte man mehr Pausen, die man zum Lernen nutzen konnte. Am 8. Dezember mu\u00dfte ich meine Entscheidung kund tun. Der Tag r\u00fcckte immer n\u00e4her und ich qu\u00e4lte mich mit den \u00dcberlegungen herum. Doch pl\u00f6tzlich kam ein Anruf aus dem Konsistorium, in dem man mir mitteilte, da\u00df ich am 8. Dezember meinen Dienst als Pfarrer der Kirchengemeinde Saldus antreten sollte. Ich m\u00fc\u00dfte mich zur Ordination einfinden und danach nach Saldus begeben. So wurde alles ohne mein Mitwirken entschieden \u2013 mir war die Entscheidung zwischen den Jobs als Fensterreiniger oder Abflu\u00dfreiniger abgenommen und wir zogen nach Saldus.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Vor einigen Jahren schrieb ich einen Beitrag in \u201eIeva\u201c \u00fcber den Gl\u00f6ckner \u017danis in Saldus. Er war ein ganz besonderer Mensch, aber gerade deshalb sehr interessant. Er sprach von Ihnen als von einem Menschen, der ihm in seinem Leben sehr wichtig war, der ihn verstanden und ihm geholfen h\u00e4tte. Er berichtete \u00fcber sein dramatisches Schicksal und ich erz\u00e4hlte ihm, wor\u00fcber mein Herz weinte. Ich wei\u00df nicht, ob \u017danis das tun durfte, aber er stieg mit mir auf den Glockenturm und l\u00e4utete f\u00fcr meinen lieben nicht mehr vorhandenen Sohn, der so weit weg war, da\u00df ein Begegnung mit ihm nicht mehr m\u00f6glich erschien.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">An den Gl\u00f6ckner \u017danis kann ich mich gut erinnern. Vielleicht waren wir die Einzigen, die ihn \u017danis nannten. Sonst kannte man ihn in Saldus unter dem Namen Fr\u012bdis, doch dieser Name sagte ihm gar nicht zu. Er hatte drei Vornamen: \u017danis Teodors Alfreds. Das, was Sie mir \u00fcber ihn erz\u00e4hlt haben, erscheint mir wie ein Wunder Gottes. Eigentlich waren damals mit ihm viele unzufrieden. Er war so eine Art Quasimodo von Saldus. Er roch immer nach Rauch und war stets verru\u00dft, denn er arbeitete ehrenamtlich bei der Feuerwehr. Oftmals kam er nach einem Brand in die Kirche herein wie einer, der selbst abgebrannt war, ging dann laut stampfend durch den Mittelgang bis zum Altar und kniete vor dem L\u00e4uten nieder. Und in einem Augenblick seines Lebens konnte \u017danis Ihnen den Himmel n\u00e4her bringen. Das ist ja das gr\u00f6\u00dfte Wunder Gottes, da\u00df Er oft solche Werkzeuge in Seinen Dienst nimmt und sie auf diesem Wege anderen Menschen zusendet, von denen wir nie annehmen, da\u00df sie uns etwas geben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Wie haben Sie Ihre Baiba kennen gelernt?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sie kommt aus Livland, aus der Gegend um Sigulda. Wir lernten einander noch als Sch\u00fcler bei der Hochzeit eines Freundes kennen. Man k\u00f6nnte das als einen der merkw\u00fcrdigen Wege Gottes bezeichnen, denn an dieser Hochzeit mu\u00dfte ich gar nicht unbedingt teilnehmen. Sie kamen eigentlich, um meinen Freund Valdis einzuladen, und da ich in dem Augenblick auch zuf\u00e4llig anwesend war, w\u00e4re es ihnen vielleicht peinlich gewesen, wenn sie mich nicht mit eingeladen h\u00e4tten, und so bezogen sie mich in die Einladung mit ein. Die Hochzeit fand auf einer gr\u00fcnen Wiese statt, nicht weit von der Kirche von Alla\u017ei. Und dort erblickte ich ein M\u00e4dchen, das so sch\u00f6n war, da\u00df mein Herz stark zu klopfen begann. Dabei erwies es sich sp\u00e4ter, da\u00df Baiba mich auch entdeckt und in den Blick genommen hatte.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jetzt mu\u00df ich ein wenig nachdenken, welches unser eigentlicher Hochzeitstag gewesen ist. War das der 18. August 1979, wie es im Register des Standesamtes festgehalten ist, oder 5 Jahre danach, als wir an einem entsetzlich kalten Wintertag in der Kirche von C\u012brava getraut wurden. Davor lie\u00df sich Baiba konfirmieren und ich lie\u00df mich taufen und konfirmieren. Wir waren beide zum Glauben gekommen, und deshalb war uns das sehr wichtig. Aber wenn wir \u00fcber Liebe sprechen, dann m\u00fcssen wir durch verschiedene Phasen hindurchgehen. Jedenfalls ist das bei Baiba und mir der Fall.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Zu welchem Beruf ist Baiba ausgebildet worden?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sie ist Kunstg\u00e4rtnerin. Baiba hat immer schon, wie man sagt, gr\u00fcne Finger und einen gr\u00fcne Daumen gehabt. Sie mag alles, was etwas mit Natur und Pflanzen und Blumen zu tun hat. Im Dorf Vecpils hatte mein Gro\u00dfvater ein Haus, das ich geerbt habe. Dort gibt es etwa 50 Apfelb\u00e4ume. Als Gro\u00dfvater und Tante Anna starben, verlor das Haus seine Anziehungskraft, so da\u00df wir es fast verkauft h\u00e4tten. Gott sei Dank, da\u00df Er uns vor diesem Fehler bewahrt hat! Baiba hat dort wieder Leben hineingebracht. Sie ist zur Seele des Hauses geworden. Sie richtete den Blumengarten von Tante Anna wieder neu her. Tante Anna war die zweite Frau meines Gro\u00dfvaters. Meine Gro\u00dfmutter starb, als ich drei Jahre alt war. Ihre Bestattung geh\u00f6rt zu meinen ersten Kindheitserinnerungen. Ich erinnere mich, da\u00df ich einen abgepfl\u00fcckten Strau\u00df Dahlien auf ihr Grab gelegt hatte.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Wer steht Ihnen zur Seite, wenn Sie Schweres durchzustehen haben? Zu wem gehen Sie, wenn Sie seelsorgerliche Hilfe brauchen?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In schweren Augenblicken ist mir nicht nach Reden zu Mute. Es redet in mir nicht. Ich schweige dann lieber. Nat\u00fcrlich rede ich mit den mir nahe stehenden Menschen, mit meiner Familie. Doch im christlichen Glauben ist die Beichte sehr wichtig. Es ist mir eine gro\u00dfe Erleichterung meines Gewissens, wenn ich dabei auch den Rat eines Amtsbruders zu meinen Problemen h\u00f6ren kann. Andererseits ist man immer einsam, wenn man ein leitendes Amt bekleidet. Das ist einfach so! Es gibt einen Witz \u00fcber einen M\u00f6nch, der zum Bischof ernannt worden ist. Als im Refektorium die Ernennungsurkunde vorgelesen wird, sagt einer seiner Nachbarn zu ihm: \u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch, Pater! Von jetzt an bekommst du nie mehr eine schlechte Mahlzeit in deinen Magen oder ein wahres Wort in dein Ohr.\u201c An diesem Witz ist wirklich etwas Wahres dran. Wenn ich eine Kirchengemeinde besuchen m\u00f6chte, dann f\u00e4llt es mir oft schwer, die eigentliche Situation dieser Kirchengemeinde zu erkennen, denn der Alltag sieht anders aus als am Tage des Bischofsbesuches. Die Kraftquelle eines Pfarrers ist dessen enger Kontakt zu seiner Kirchengemeinde. Ich als Bischof habe keine eigene Kirchengemeinde, aber ich habe mit meiner Familie in unserer schweren Situation gesp\u00fcrt, welche St\u00e4rkung wir von den Kirchengemeinden in Lettland erfahren haben. Und nicht nur in Lettland. Die Gemeinschaft der Christen ist etwas, was V\u00f6lker und Grenzen \u00fcberspannt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich wei\u00df, da\u00df f\u00fcr Krists und f\u00fcr uns in Afrika und Amerika gebetet wird. Wir allein w\u00fcrden alles nie schaffen, denn unsere Kr\u00e4fte und M\u00f6glichkeiten haben ihre Grenzen, doch ich bin davon tief \u00fcberzeugt, da\u00df wirklich alles in Gottes Hand ist. Und wenn es etwas geben sollte, was wir unseren Lieben in diesem Leben nicht geben k\u00f6nnen oder konnten, dann k\u00f6nnen wir uns darauf verlassen, da\u00df Gott alles richten wird, was wir selbst nicht verm\u00f6gen oder vermocht haben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Dieses Interview wurde am 19. M\u00e4rz 2008 in der lettischen Zeitschrift \u201eIeva\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Lettischen: Johannes Baumann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Leid und Freude Interview mit dem lettischen Erzbischof Janis Vanags (Evang.-luth. Kirche Lettlands) Mit J\u0101nis Vanags sprach L\u012bga Blaua. Was bedeutet Ihnen die Passionszeit, diese Zeit des Nachdenkens? Die Fastenzeit von vierzig Tagen vor Ostern \u2013 das ist auf irgendeine Weise etwa der zehnte Teil der 365 Tage eines Jahres. 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