{"id":14001,"date":"2016-09-23T13:16:57","date_gmt":"2016-09-23T11:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14001"},"modified":"2016-09-23T13:19:58","modified_gmt":"2016-09-23T11:19:58","slug":"der-schmale-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=14001","title":{"rendered":"Der schmale Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Pl\u00f6tzlich werden wir Christen unsanft aus einem s\u00fc\u00dfen Traum geweckt. Das Erschrecken ist gro\u00df. Wir Evangelikale stehen am Pranger, werden diffamiert und auf eine Stufe mit Extremisten und Taliban gestellt. Danke an die Medien, dass sie uns aus den Tr\u00e4umen aufgeweckt haben! Es ist eine gute Gelegenheit und endlich Zeit f\u00fcr Nachfolger Jesu, den eigenen Auftrag und das eigene Profil von Mission neu zu kl\u00e4ren. Nicht \u00fcberall wo Mission draufsteht, ist auch Mission drin. Vielen Dank den Journalisten, die eine wichtige interne Diskussion unter uns ausgel\u00f6st haben. Warum auch nicht? Ist die Kritik von Journalisten an Evangelikalen wirklich so schlimm? Und was ist daran falsch?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der evangelikale Traum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber viele Jahre ist uns in unseren westlichen L\u00e4ndern ein Christsein gepredigt worden, das sich Schritt f\u00fcr Schritt von den Vorgaben Jesu entfernt hat. Wir haben geglaubt und getr\u00e4umt, dass Christen und Nichtchristen kaum etwas im Leben unterscheidet. \u201eChristen sind nicht besser, sie sind nur besser dran!\u201c, hei\u00dft eine \u00fcberhebliche Redewendung, die zum Tr\u00e4umen einl\u00e4dt. \u201eM\u00f6ge der Wind immer von hinten kommen!\u201c, ist ein weit verbreiteter Segensspruch, der uns in einen gem\u00fctlichen, aber lebensgef\u00e4hrlichen Schlaf wiegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt nicht nur amerikanische Tr\u00e4ume. Unser normaler, evangelikaler Lebenstraum besteht darin, einen guten Beruf, eine nette Familie, ein Haus, ein Hobby und ein Auto zu besitzen. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Und nat\u00fcrlich gesund bleiben \u2013 \u201eHauptsache gesund!\u201c Sterben? Wenn schon, dann \u201epl\u00f6tzlich und unerwartet\u201c mit 95 Jahren, als aktives Mitglied im christlichen Sportverein und mit der M\u00fcslischale in der Hand. Man tr\u00e4umt von einer gro\u00dfen Gemeinde, in der man sich mit Gleichgesinnten zu bestimmten Zeiten, vorrangig am Sonntag, treffen kann. Das Programm sollte interessant sein, m\u00f6glichst nicht weltfremd und die Predigt kurz und knackig, so dass man seine nicht christlichen Freunde gut mitbringen kann, ohne dass es hinterher Krach gibt. Und bitte nicht zu viele Ausl\u00e4nder in der Gemeinde! Und keine \u201eZigeuner\u201c! Und keine Asylanten! Und keine Hartz IV-Empf\u00e4nger! Und keine Behinderten! Und keine Drogenabh\u00e4ngigen! Und keine \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Evangelisation und Mission? Ja, aber bitte als Freundschaftstreffen, als Plausch \u00fcber Gott und die Welt, als Diskussion \u00fcber den Sinn des Lebens, als L\u00f6sungsangebot f\u00fcr Lebensfragen und eingepackt in soziale und humanit\u00e4re Aktionen, am besten in \u00dcbereinstimmung mit den Millenniumszielen der Vereinten Nationen, die in ihrer evangelikalen Verpackung als \u201eMicha-Initiative\u201c bezeichnet werden. So weit, so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ist das alles wirklich unsere Botschaft? Haben wir Evangelikale vergessen ehrlich zu sein? Haben uns einige Journalisten auf ihre Art entlarvt? Unsere evangelikalen Tr\u00e4ume passen nur sehr schwer zu den Worten des Herrn, nach dessen Namen wir uns benennen und zu dessen Bewegung wir uns z\u00e4hlen. Jesus Christus hat vor fast 2000 Jahren seinen Nachfolgern f\u00fcr alle Zeiten ein eindeutiges Programm f\u00fcr ihr Leben mit auf den Weg gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Programm<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anmoderation Jesu an seine Nachfolger ist an Deutlichkeit und Sch\u00e4rfe nicht zu \u00fcberbieten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGeht hin! Siehe, ich sende euch wie L\u00e4mmer mitten unter W\u00f6lfe!\u201c (Lk 10,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen klingen die einleitenden Worte kritischer Journalisten, wie am 4.8.09 im ZDF, direkt soft. Dort wurde u.a. gesagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMissionare \u2013 es gibt sie wirklich noch. Angeworben von evangelikalen Missionswerken wollen sie den rechten Glauben vor allem in solchen Weltgegenden verbreiten, die sie als \u201aunerreicht\u2019 bezeichnen \u2026 Willkommen sind die Verk\u00fcnder des Gotteswortes dort nicht: Manche bezahlen ihr Missionsabenteuer mit dem Leben. Und sind dazu auch bereit.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Jesus einer kleinen Gruppe von zw\u00f6lf Personen mit auf den Weg gibt (Mt 10,16ff.), wird nun auch zu dem Programm der 70 Gesandten (Lk 10,1-12). Mit diesen 70 wird der Weg der Nachfolger Jesu f\u00fcr alle Zeiten vorgezeichnet. Es beginnt mit dem Bild eines Hirten, der seine Schafe zu den W\u00f6lfen schickt. Was f\u00fcr ein Hirte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Schaf macht das freiwillig! Jesus Christus erwartet von seinen Nachfolgern nichts Schweres \u2013 er erwartet menschlich Unm\u00f6gliches!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Jesus Christus ist unser Hirte und er verlangt von seinen Nachfolgern, dass sie ihr eigenes Leben v\u00f6llig dem Reich Gottes unterordnen. Seine Worte rei\u00dfen uns Evangelikale aus allen Tr\u00e4umen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leiden ist Teil der Nachfolge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir folgen einem Herrn, der nichts Irdisches besa\u00df, der Einsamkeit, Hunger und Schmerzen erlebt hat. Er wurde andauernd missverstanden. Er wurde selbst von seinen eigenen Leuten in der Krise alleine gelassen. Er tat das alles freiwillig. Er verzichtete auf Anerkennung und Herrlichkeit. Er gab sein Leben freiwillig, weil er den Willen seines Vaters erf\u00fcllen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Leiden als Verlust des Segens Gottes empfindet und sich einredet, dass der Segen Gottes in Wohlstand, Gesundheit und Anerkennung besteht, der ger\u00e4t in die Krise, wenn Jesus ihn anders f\u00fchrt. Vielleicht ist das eins der schwerwiegendsten Missverst\u00e4ndnisse. Wir denken viel zu h\u00e4ufig, dass es um uns gehen w\u00fcrde, um unser eigenes Wohlergehen. Aber<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus folgen hei\u00dft, sich selbst vergessen und Gott ehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIhr werdet von allen gehasst werden!\u201c (Mt 10,22). Wir haben uns viel zu lange einreden lassen, dass die Menschen eigentlich gerne mit Jesus leben m\u00f6chten und sich \u2013 wenn wir es nur richtig einstielen \u2013 freuen, wenn sie sich mit uns zu einem Plausch treffen k\u00f6nnen. Mission ist aber die Verk\u00fcndigung eines f\u00fcr die meisten Menschen dummen Geschw\u00e4tzes (1Kor 1,18.22-25)! Mission zeigt die Absolutheit und Einseitigkeit des Wortes Gottes auf. Wer Freund der Welt sein will, der hat die Freundschaft mit Gott verloren (1Joh 2,15-17). Hier zeigt uns die Bibel die Grenzen der Freundschaftsevangelisation auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Flucht und Vertreibung geh\u00f6ren zur Biographie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir besch\u00e4ftigen uns mit dem Ausbau unserer irdischen Besitzt\u00fcmer und mit einem sch\u00f6nen Altersruhesitz. Jesus jedoch hat all seinen Nachfolgern angek\u00fcndigt, dass sie ihren Besitz verlieren und zu Fl\u00fcchtlingen werden \u2013 und wie Menschen umherirren, \u201edie der Welt nicht wert waren\u201c (Hebr 11,38). Wo gibt es Seminare und Kongresse, die Nachfolger Jesu auf solche Zeiten vorbereiten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das Ende eines Schafes, das vom Hirten bewusst zu den W\u00f6lfen geschickt wird: Es wird gefressen. Allein die Vorstellung l\u00f6st bei mir Schmerzen aus. Aber Jesus Christus hat gesagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.\u201c (Joh 12,24).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Herr, dem wir folgen, wurde nie wegen begangenem Unrecht und schlechten Dingen angeklagt, sondern er litt, weil er Recht tat und es ihm als Unrecht ausgelegt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNicht das, was wir mit der Welt gemeinsam haben, gibt uns Einfluss, sondern nur das, was uns von ihr trennt. Wir sind der Welt Jesus schuldig. Das ist unsere Verantwortung!\u201c (Paul LeSeur)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Journalistische Fehler<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der Berichterstattung mancher Medien kann der Eindruck entstehen, dass ja die Missionare selbst schuld sind, wenn sie um ihres Glaubens willen sterben. Hier muss man fair bleiben: schuldig sind ihre M\u00f6rder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem gibt es eine weitere fatale Fehleinsch\u00e4tzung der Journalisten, die das Leben und die Worte der Evangelikalen beobachtet haben. Das Sterben hat in den beiden genannten Gruppen der Evangelikalen und der Extremisten eine v\u00f6llig andere Bedeutung! Fanatische Muslime sterben als Selbstmordattent\u00e4ter, um selbst ins Paradies zu kommen und die anderen in die H\u00f6lle zu schicken. Nachfolger Jesu sind bereit zu sterben, damit Menschen in den Himmel kommen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tote k\u00f6nnen nicht sterben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen sind schon mit ihrem Leben gestorben, als sie sich zu Jesus Christus bekehrten und von ihm neues und ewiges Leben geschenkt bekamen. Jesus Christus kann sie jeden Weg f\u00fchren, damit andere Menschen das Evangelium von Jesus Christus annehmen und Gott geehrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Glauben an Jesus Christus sind Christen schon der Welt gestorben (R\u00f6m 6,8; Gal 6,14). Das leibliche Abschiednehmen um ihres Zeugnisses willen d\u00fcrfte Christen nicht \u00fcberraschen, weil sie Jesus Christus die Blankovollmacht \u00fcber ihr Leben gegeben haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Friedemann Wunderlich, Leiter der Mission f\u00fcr S\u00fcd-Ost-Europa<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: \u201eGottes Wort den V\u00f6lkern\u201c, Okt\/Nov 2009, Mission f\u00fcr S\u00fcd-Ost Europa<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pl\u00f6tzlich werden wir Christen unsanft aus einem s\u00fc\u00dfen Traum geweckt. Das Erschrecken ist gro\u00df. Wir Evangelikale stehen am Pranger, werden diffamiert und auf eine Stufe mit Extremisten und Taliban gestellt. Danke an die Medien, dass sie uns aus den Tr\u00e4umen aufgeweckt haben! 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