{"id":13992,"date":"2016-09-21T10:32:30","date_gmt":"2016-09-21T08:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13992"},"modified":"2016-09-21T10:32:30","modified_gmt":"2016-09-21T08:32:30","slug":"schlechte-nachrichten-fuer-israel-hasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13992","title":{"rendered":"Schlechte Nachrichten f\u00fcr Israel-Hasser"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach allem, was man h\u00f6rt, ist der einem einflussreichen Clan in Hebron entstammende Scheich Abdullah Tamimi ein aussergew\u00f6hnlich mutiger und einzigartiger Pal\u00e4stinenser. Sein Mut besteht aber nicht etwa darin, dass er ein Kind aus einem brennenden Haus gerettet h\u00e4tte und seine Einzigartigkeit ist nicht darin begr\u00fcndet, dass er sein Einkommen an ein Waisenhaus spendet.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimis Courage und Aussergew\u00f6hnlichkeit zeigten sich vielmehr auf einem ganz anderen Gebiet: vor Kurzem sprach er bei einem Seminar, das von den j\u00fcdischen Bewohnern der Siedlung Efrat in Gusch Etzion (s\u00fcdlich von Jerusalem) organisiert worden war. Das Seminar fand unter dem Titel &#8222;Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Gusch Etzion&#8220; statt. Neben ihm nahm auch ein weiterer couragierter Pal\u00e4stinenser an der Veranstaltung teil: Khaled Abu Awwad, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Israeli-Palestinian Bereaved Families Forum, einer Basisorganisation, die f\u00fcr Vers\u00f6hnung als Alternative zu Hass und Rache eintritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund dieses mutigen Schritts wurde Tamimi nun von seiner Sippe &#8222;versto\u00dfen&#8220;. Dies ist eine der erniedrigendsten Arten der Bestrafung in Stammessystemen: das Individuum verliert die Unterst\u00fctzung und den Schutz des Clans und wird sozial ge\u00e4chtet \u2013 Hochzeiten und Beerdigungen werden so zu sehr einsamen Angelegenheiten. Mehr noch, Tamimi wird als &#8222;Verr\u00e4ter&#8220; abgestempelt und als ein &#8222;Komplize&#8220; Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi nahm tats\u00e4chlich an dem Seminar teil. Das ist allerdings noch nicht alles. Mit ihm kamen einige Pal\u00e4stinenser aus der Stadt Yatta im Bezirk Hebron sowie dem nahe Ramallah gelegenen Fl\u00fcchtlingslager Jelazoun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begegnungen zwischen j\u00fcdischen Siedlern und Pal\u00e4stinensern sind keine Seltenheit. Tausende Pal\u00e4stinenser arbeiten in den meisten der Siedlungen und viele unterhalten enge Beziehungen zu Siedlern und treiben Tag f\u00fcr Tag Gesch\u00e4fte mit ihnen. Diese Pal\u00e4stinenser scheren sich herzlich wenig um die anti-israelische Boykottbewegung oder um die im Westjordanland agierenden &#8222;Anti-Normalisierungsgruppen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr sie ist die Notwendigkeit des Broterwerbs f\u00fcr ihre Familien bei weitem dr\u00e4ngender als die Stimmen, die nach Boykott und Desinvestition rufen. Diese einfachen Pal\u00e4stinenser bem\u00fchen sich darum, mit ihrem Leben zurechtzukommen \u2013 ohne Angst vor den Drohungen der Boykott-Aktivisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi und seine Mitstreiter glauben nicht an Boykott und Desinvestition (BDS, Anm. d. Red.). Sie sind \u00fcberzeugt, dass wahrer Friede durch den Dialog zwischen Pal\u00e4stinensern und <em>allen<\/em> Israelis \u2013 nicht nur jenen, die mit der Linken sympathisieren \u2013 erreicht werden kann. Die israelische Linke, so sagen sie, hat kein Monopol auf die Schaffung von Frieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Tamimi beginnt wahrer Frieden zwischen Menschen, sowie durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Pal\u00e4stinenser. Dies, so erkl\u00e4rt er, sei wichtiger als das Gerede \u00fcber die Gr\u00fcndung eines pal\u00e4stinensischen Staates, die, wie er glaubt, unter den derzeitigen Umst\u00e4nden keine realistische Option darstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Rede auf dem Seminar betonte Tamimi, dass Frieden und Ruhe nicht immer von den Friedensaktivisten und Linken ausgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bei unserer Arbeit wollen wir uns mit den Rechten in Israel, den Konservativen der israelischen Gesellschaft und den Siedlern an einen Tisch setzen und mit ihnen reden&#8220;, erkl\u00e4rte er. &#8222;Es gibt Vieles, das sie \u00fcber den Islam und den Koran wissen m\u00fcssen. Dieser Dialog sollte die Basis f\u00fcr alle k\u00fcnftigen L\u00f6sungen sein.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi, der darauf besteht, dass der israelisch-pal\u00e4stinensische Konflikt politischer und nicht religi\u00f6ser Natur ist, sagte vor seinem j\u00fcdischen Publikum, dass viele pal\u00e4stinensische Gruppen, die behaupten, sie repr\u00e4sentieren den Islam, keine wahren Vertreter des Islam sind. &#8222;Sie benutzen den Islam als Mittel zum Zweck, um ihre Ziele zu erreichen, aber in Wahrheit, vertreten sie nicht den Islam&#8220;, betonte er. Tamimi bezog sich eindeutig auf die Hamas und andere radikale pal\u00e4stinensische Islamistengruppen, auch wenn er sie nicht namentlich nannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi teilte mit, dass er aktuell in Kontakt mit dreizehn f\u00fchrenden muslimischen Geistlichen im Westjordanland und dem Gazastreifen stehe, um auf die t\u00e4glichen humanit\u00e4ren Bed\u00fcrfnisse der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung einzugehen und sie ins Licht der \u00d6ffentlichkeit zu r\u00fccken. &#8222;Die humanit\u00e4ren Bed\u00fcrfnisse der Menschen stehen ganz oben auf der Liste unserer Priorit\u00e4ten&#8220;, stellte er fest. &#8222;Wir wollen kein Blutvergie\u00dfen. Wir haben Bed\u00fcrfnisse, die mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln gestillt werden m\u00fcssen.&#8220; Er ist der Ansicht, dass sowohl Israelis als auch Pal\u00e4stinenser in den Dialog investieren sollten, insbesondere in den Dialog zwischen den religi\u00f6sen F\u00fchrern beider Seiten, um \u00fcber gemeinsame Interessen zu sprechen. &#8222;Wir m\u00fcssen uns gemeinsam an einen Tisch setzen und uns gegenseitig verstehen&#8220;, f\u00fcgte er hinzu. &#8222;Dies wird f\u00fcr die F\u00fchrer eine wichtige Hilfe bei Entscheidungen sein. Wir wollen, dass beide V\u00f6lker ein menschenw\u00fcrdiges Leben f\u00fchren k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi ist kein einsamer Rufer in der W\u00fcste. Er steht f\u00fcr eine wachsende Anzahl von Pal\u00e4stinensern, die das Vertrauen in die F\u00e4higkeiten ihrer F\u00fchrer verloren haben, wenn es darum geht, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und Frieden und Stabilit\u00e4t in der Region zu erreichen. Diese Pal\u00e4stinenser unterst\u00fctzen das Konzept eines &#8222;\u00f6konomischen Friedens&#8220; zwischen den beiden V\u00f6lkern \u2013 eine Haltung, die den Ideen der Bef\u00fcrworter der &#8222;Anti-Normalisierung&#8220; und anderer im Westen zuwiderl\u00e4uft, die ganz offensichtlich gegen die wahren Interessen der Pal\u00e4stinenser handeln, indem sie die BDS-Bewegung gegen Israel unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend diejenigen, die hoffen, Israel zerst\u00f6ren zu k\u00f6nnen, Boykottkampagnen und anderweitige Aktionen durchf\u00fchren, um dem Land zu schaden, bewegt sich ironischerweise eine zunehmende Zahl von Pal\u00e4stinensern in die entgegengesetzte Richtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi ist nicht nur irgendein Pal\u00e4stinenser. Abgesehen davon, dass er ein muslimischer Geistlicher ist, geh\u00f6rt er auch zu einem der gr\u00f6\u00dften pal\u00e4stinensischen Clans in Hebron. In dieser Zeit unabl\u00e4ssiger Aufstachelung und Indoktrinierung durch die Hamas und die Pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde (PA) ist es erfrischend zu sehen und zu h\u00f6ren, wie ein muslimischer Geistlicher sich erhebt und wahre Worte des Friedens spricht. Die einzigen muslimischen Geistlichen, die wir in den vergangenen Jahren sahen, waren die, die Hass gegen Israel, die Juden und &#8222;Ungl\u00e4ubige&#8220; predigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nat\u00fcrlich muss Tamimi f\u00fcr seinen mutigen Standpunkt einen Preis zahlen. Kurz nachdem die Nachricht \u00fcber das Seminar und Tamimis Aussagen auf dem israelischen Fernsehsender Channel 10 TV ausgestrahlt worden waren, ver\u00f6ffentlichte ein Mann, der sich als der Anf\u00fchrer (<em>mukhtar<\/em>) des Tamimi-Clans bezeichnete, eine Stellungnahme, in der der &#8222;korrupte&#8220; Geistliche aufs Sch\u00e4rfste daf\u00fcr verurteilt wurde, dass er sich mit j\u00fcdischen Siedlern getroffen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Mann, Hijazi Tamimi, schrieb auf Facebook, dass er als Anf\u00fchrer des Hebroner Clans keines seiner Familienmitglieder dazu autorisiert habe, sich mit Siedlern zu treffen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Solange ich lebe, werde ich keinem Mitglied meines Clans erlauben, sich mit Siedlern zu treffen, egal unter welchen Umst\u00e4nden. In meinem eigenen Namen sowie in dem des gesamten Tamimi-Clans verk\u00fcnde ich unsere Entscheidung, den Obengenannten [Abdullah Tamimi] zu versto\u00dfen. Wir verurteilen das in dem Fernsehbericht Gesagte und stellen seine Glaubw\u00fcrdigkeit infrage. Jeder, der \u00fcber politische Angelegenheiten diskutieren will, sollte damit zum gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten des pal\u00e4stinensischen Volks, zu Mahmud Abbas, gehen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was der Clan-F\u00fchrer nicht sagte, war, dass der &#8222;gew\u00e4hlte&#8220; Pr\u00e4sident sich aktuell im 11. Jahr seiner 4-j\u00e4hrigen Amtszeit befindet. Au\u00dferdem verga\u00df er zu erw\u00e4hnen, dass nicht alle Pal\u00e4stinenser mit der Politik von Mahmud Abbas und seiner Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde einverstanden sind und vielmehr der Ansicht sind, dass Boykott und Desinvestition den Interessen ihres Volkes schaden. Abbas&#8216; wiederholte Zur\u00fcckweisung von Angeboten zur R\u00fcckkehr an den Verhandlungstisch oder zur Durchf\u00fchrung eines Gipfeltreffens mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, ohne jegliche Vorbedingungen, blieben ebenfalls unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere Clanmitglieder schlossen sich dem Angriff auf Abdullah Tamimi an und forderten, ihn f\u00fcr das Treffen mit den Siedlern zu bestrafen. &#8222;Wer ist dieser Typ, der behauptet, ein Scheich zu sein?&#8220;, fragte Quassem Tamimi. &#8222;Das ist Rabbi Abdullah. Er ist keiner von uns und er steht nicht in Verbindung zu unserem Clan.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tamimi ist eine seltene Stimme der Vernunft unter pal\u00e4stinensischen muslimischen Geistlichen, von denen die meisten vollauf damit besch\u00e4ftigt sind, in den Moscheen und \u00fcber Medienkan\u00e4le den Hass gegen Israel und die Juden zu sch\u00fcren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abdullah Tamimis Botschaft widerspiegelt jedoch die wachsende Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie die pal\u00e4stinensischen F\u00fchrer die Angelegenheiten ihres Volkes handhaben. Vergangene Woche wurden die Pal\u00e4stinenser einmal mehr an die Gesetzes\u00fcbertretungen der Regierungen der Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde und der Hamas erinnert, als diese entschieden, die f\u00fcr den 8. Oktober angesetzten Kommunalwahlen auszusetzen. Die vom pal\u00e4stinensischen Obersten Gerichtshof getroffene Entscheidung war f\u00fcr viele Pal\u00e4stinenser alles andere als eine \u00dcberraschung. Sie erfolgte nach Wochen wechselseitiger Anschuldigungen und Spannungen zwischen den beiden rivalisierenden Parteien, bei denen jede Seite die Kandidaten der anderen Seite als Zielscheiben benutzte, indem sie sie verhafteten, schikanierten oder ihre Listen f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein an dieser Stelle im Juli ver\u00f6ffentlichter Artikel stellte die F\u00e4higkeit der Pal\u00e4stinenser zur Durchf\u00fchrung fairer und freier Wahlen infrage, insbesondere in Anbetracht der fortdauernden Spannungen zwischen Abbas&#8216; Fatah-Fraktion und der Hamas sowie internen Streitigkeiten innerhalb der Fatah. In dem Artikel hie\u00df es au\u00dferdem, dass sich Abbas auf ein gigantisches Gl\u00fccksspiel einlie\u00dfe, wenn er die Kommunalwahlen genehmigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einmal mehr haben die Pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde und die Hamas ihr Volk entt\u00e4uscht. Sie sind noch nicht einmal in der Lage, eine freie und faire Wahl durchzuf\u00fchren. Korrupte F\u00fchrung ist seit jeher die gr\u00f6\u00dfte Trag\u00f6die der Pal\u00e4stinenser. Sie hat jedoch ein Vakuum geschaffen, das Pal\u00e4stinensern wie Tamimi die Gelegenheit bietet, nach anderen Alternativen Ausschau zu halten. Dies sind nat\u00fcrlich schlechte Neuigkeiten f\u00fcr jene, die Israel hassen und weiterhin hoffen, es mit Boykotts, Messerstechereien, Auto-Ramm-Attacken und \u00c4hnlichem zu zerst\u00f6ren. Die Frage ist jetzt nur, wer wird siegen: die Pal\u00e4stinenser und ihre j\u00fcdischen Nachbarn im Westjordanland, die in Frieden leben wollen, oder die anti-pal\u00e4stinensischen, anti-israelischen &#8222;Anti-Normalisierungs&#8220;-Aktivisten, die versuchen, einen wahren Frieden um jeden Preis scheitern zu lassen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Khaled Abu Toameh ist ein preisgekr\u00f6nter arabisch-israelischer Journalist und TV-Produzent.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gatestone Institute, 20.9.2016 (<a href=\"http:\/\/www.gatestoneinstitute.org\">www.g<\/a><\/em><em><a href=\"http:\/\/www.gatestoneinstitute.org\">atestoneinstitute.org<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach allem, was man h\u00f6rt, ist der einem einflussreichen Clan in Hebron entstammende Scheich Abdullah Tamimi ein aussergew\u00f6hnlich mutiger und einzigartiger Pal\u00e4stinenser. 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