{"id":13957,"date":"2016-09-16T16:23:04","date_gmt":"2016-09-16T14:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13957"},"modified":"2016-09-20T13:17:58","modified_gmt":"2016-09-20T11:17:58","slug":"stellungnahme-zur-beschlussvorlage-segnung-von-menschen-in-eingetragenen-partnerschaften-in-der-nordkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13957","title":{"rendered":"Stellungnahme zur Beschlussvorlage \u201eSegnung von Menschen in eingetragenen Partnerschaften\u201c in der Nordkirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Worum geht es?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der bevorstehenden Landessynode der Nordkirche, die vom 29.9. bis zum 1.10.2016 in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde tagen wird, soll die Segnung von Menschen in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in \u00f6ffentlichen Gottesdiensten f\u00fcr den gesamten Raum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) beschlossen werden. Die bisherige \u00dcbergangsregelung, die seit 2014 in Kraft ist, sieht die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nur in einer pers\u00f6nlichen und seelsorgerlichen Situation vor. Nur in Ausnahmef\u00e4llen sollte eine Segnung im \u00f6ffentlichen Gottesdienst vorgenommen werden. In der Praxis wurde diese Regelung\u00a0vermutlich\u00a0als diskriminierend empfunden, so dass schon bisher in den meisten F\u00e4llen die Ausnahmeregel angewandt wurde.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beschlussvorlage sieht vor, dass in Zukunft Segnungen von Menschen in eingetragenen Partnerschaften grunds\u00e4tzlich in \u00f6ffentlichen Gottesdiensten vorgenommen werden. Diese sind als kirchliche Amtshandlungen zu verstehen und zusammen mit den Trauungen von Mann und Frau in die Kirchenb\u00fccher einzutragen. Pastoren, die eine solche Segnung nicht vornehmen m\u00f6chten, sollen ihren Probst informieren, der dann f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Segnung sorgt. Der Beschlussvorlage ist eine \u201eLiturgische Handreichung f\u00fcr die Segnung von Menschen in Eingetragenen Lebenspartnerschaften\u201c beigef\u00fcgt, die sich an der offiziellen Trauagende orientiert. Eine offizielle Einbindung solcher Segnungsgottesdienste in die Trauagende ist in den n\u00e4chsten Jahren zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Gemeindehilfsbund fordert die Synode auf, am Wortlaut der Heiligen Schrift festzuhalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der \u201eErkl\u00e4rung zur Neuordnung der Segnung Eingetragener Lebenspartnerschaften in der Nordkirche\u201c, die der Beschlussvorlage ebenfalls beigef\u00fcgt ist, wird festgestellt: \u201eIn der hebr\u00e4ischen Bibel wird Homosexualit\u00e4t an zwei Stellen im sogenannten \u201aHeiligkeitsgesetz\u2018 (3 Mose 17-26) erw\u00e4hnt und eindeutig negativ bewertet.\u201c Auch im Neuen Testament, so die Erkl\u00e4rung, gebe es in R\u00f6mer 1,26f eine \u201eausdr\u00fcckliche Kritik an homosexuellen Handlungen\u201c. Nichts Anderes hatte auch die Orientierungshilfe der EKD \u201eMit Spannungen leben\u201c (1996) bereits festgestellt: \u201eBlickt man von hier aus auf die biblischen Aussagen zur Homosexualit\u00e4t zur\u00fcck, so mu\u00df man konstatieren, da\u00df nach diesen Aussagen homosexuelle Praxis dem Willen Gottes widerspricht.\u201c Der Gemeindehilfsbund fordert die Synode der Nordkirche auf, am Wortlaut der Heiligen Schrift festzuhalten und ihn nicht durch exegetische Kunstgriffe au\u00dfer Kraft zu setzen und damit das Zeugnis des Wortes Gottes vor der Welt zu verdunkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Gemeindehilfsbund fordert die Synode auf, Gottes Liebe zu verk\u00fcnden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verfasser der Beschlussvorlage berufen sich unberechtigter Weise auf das Liebesgebot als das \u201eeine Wort, in dem das ganze Gesetz erf\u00fcllt ist\u201c (Gal 5,14). Demgegen\u00fcber halten wir daran fest, dass die Liebe das Gesetz erf\u00fcllt und nicht bricht. So hei\u00dft es in 1 Joh 5,3: \u201eDenn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer\u201c. Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift ist neben vielen anderen s\u00fcndigen Verhaltensweisen auch praktizierte Homosexualit\u00e4t s\u00fcndhaft (3 Mose 17-26; R\u00f6m 1,26; 1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10). Es ist ein Gebot christlicher N\u00e4chstenliebe, jedem Menschen, der in s\u00fcndhaftem Verhalten lebt, den Weg aus der S\u00fcnde zu zeigen. Jesus Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben. Wenn wir unsere S\u00fcnden bekennen, so empfangen wir Vergebung der S\u00fcnden und die Gabe des Heiligen Geistes, der uns hilft, unser Leben an den Geboten Gottes auszurichten. Er kann homophilen Menschen helfen, auf homosexuelle Praxis zu verzichten oder auch eine Ver\u00e4nderung der sexuellen Orientierung zu erleben. Wir fordern die Synode auf, daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass Schwulen und Lesben dieser Weg durch entsprechende Seelsorgeangebote in der Nordkirche er\u00f6ffnet wird. Homophil empfindende Menschen, die bereit sind, diesen oftmals schweren Weg der Umkehr und der Ver\u00e4nderung zu gehen, sollten von der Kirche alle erdenkliche Hilfe, Unterst\u00fctzung und den Segen Gottes empfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gemeindehilfsbund, Walsrode im September 2016<\/em><\/p>\n<p><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius, Walsrode (1. Vors.)<\/em><br \/>\n<em> Wolfhart Neumann, Brandis (stellv. Vors.)<\/em><br \/>\n<em> Helmut Br\u00fcggemeyer, Melle<br \/>\nPfarrer Ulrich Hauck, Barbelroth<br \/>\nUwe J\u00fcrgens, Itzehoe<\/em><br \/>\n<em> Dr. J\u00f6rg Michel, Biebertal<\/em><br \/>\n<em> Gerd Werner, Driedorf<\/em><br \/>\n<em> Wolfgang Wilke, K\u00f6ln<\/em><br \/>\n<em> Prediger Johann Hesse, Verden (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es? Auf der bevorstehenden Landessynode der Nordkirche, die vom 29.9. bis zum 1.10.2016 in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde tagen wird, soll die Segnung von Menschen in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in \u00f6ffentlichen Gottesdiensten f\u00fcr den gesamten Raum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) beschlossen werden. 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