{"id":13943,"date":"2016-09-15T12:30:59","date_gmt":"2016-09-15T10:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13943"},"modified":"2016-09-15T13:04:23","modified_gmt":"2016-09-15T11:04:23","slug":"neuer-forschungsbericht-zum-thema-sexualitaet-und-gender-bestaetigt-die-biblische-ethik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13943","title":{"rendered":"Neuer Forschungsbericht zum Thema Sexualit\u00e4t und Gender best\u00e4tigt Einsichten der biblischen Ethik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence S. Mayer und Paul R. McHugh sind renommierte Psychologen und Professoren an anerkannten amerikanischen Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen. Die beiden Forscher haben eine gro\u00dfe Zahl aktueller Studien und wissenschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen aus den Bereichen der Biologie, der Psychologie und der Sozialwissenschaften untersucht und mit Hinblick auf die Fragen \u201eSexualit\u00e4t und Gender\u201c ausgewertet. Die Ergebnisse sind in der amerikanischen Wissenschaftszeitschrift \u201eThe New Atlantis\u201c als Spezialbericht mit dem Titel \u201eSexuality and Gender &#8211; Findings from the Biological, Psychological and Social Sciences\u201c ver\u00f6ffentlicht worden. Bemerkenswert an diesem Bericht ist, dass viele der sehr ausgewogen bewerteten und dargestellten Ergebnisse die Grund\u00fcberzeugungen einer biblisch fundierten Ethik st\u00fctzen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Ist eine gleichgeschlechtliche Orientierung angeboren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Teil des Berichts behandelt das Gebiet der sexuellen Orientierung und geht u. a. der Frage nach, ob diese eine festgelegte und unver\u00e4nderliche Eigenschaft des Menschen sei (Part 1: Sexual Orientation).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2011 sang die S\u00e4ngerin Lady Gaga das Lied \u201eBorn this way\u201c. Sie wollte damit zum Ausdruck bringen, dass homosexuelle Empfindungen angeboren seien. Die Autoren des Berichts widersprechen dieser Ansicht, die auch in vielen Magazinen und B\u00fcchern oft mit pseudowissenschaftlichem Anspruch vertreten wird. Aus wissenschaftlicher Sicht g\u00e4be es kaum Indizien daf\u00fcr, dass die sexuelle Orientierung angeboren oder bereits im genetischen Code eines Menschen festgelegt sei (S. 14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So zeige eine Zwillingsstudie (J. M. Bailey &amp; Colleagues, 2000), dass die sexuelle Orientierung nicht oder wenn \u00fcberhaupt nur teilweise auf genetische Faktoren zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nne. W\u00e4re die sexuelle Orientierung durch den genetischen Code bestimmt, m\u00fcsste der eineiige Zwilling eines Mannes mit gleichgeschlechtlicher Orientierung ebenfalls gleichgeschlechtlich orientiert sein. Das m\u00fcsste bei eineiigen Zwillingen in allen untersuchten F\u00e4llen der Fall sein. Die sogenannte Konkordanzrate l\u00e4ge dann bei 100 %. Die zitierte Studie wies jedoch nur eine Konkordanzrate bei M\u00e4nnern in H\u00f6he von 20 % und bei Frauen in H\u00f6he von 24 % auf. Eine neuere Studie (Niklas Langstr\u00f6m &amp; Colleagues, 2010) best\u00e4tigte diese Ergebnisse mit \u00e4hnlichen Werten von 18 % f\u00fcr eineiige m\u00e4nnliche Zwillinge und 22 % f\u00fcr eineiige weibliche Zwillinge. Genetische Faktoren tragen laut den Untersuchungen nur in geringem Ma\u00dfe zur Entstehung der sexuellen Orientierung bei (S. 27). Doch selbst die Konkordanzraten von rd. 20 % belegen noch keinen genetischen Einfluss, denn es ist zu bedenken, dass eineiige Zwillinge in sehr \u00e4hnlichen famili\u00e4ren Beziehungen und sozialen Umfeldern aufwachsen (S. 31).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1993 hatte der Genetiker Dean Hamer 40 homosexuelle Br\u00fcderpaare untersucht und war zu dem Schluss gekommen, es g\u00e4be eine Verbindung zwischen der sexuellen Orientierung und der Xq28-Region des X-Chromosoms. Sp\u00e4tere Studien ergaben ein widerspr\u00fcchliches Bild. Eine neue Studie (2012), die mit Hilfe der heute g\u00e4ngigen Methode der DNA-Sequenzierung durchgef\u00fchrt wurde, untersuchte 23.000 Probanden und kam zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen dem genetischen Code und der sexuellen Orientierung existiert (S. 33).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in Bezug auf den Einfluss von Hormonen kommen Mayer und McHugh zu dem Ergebnis, dass hormonelle Bedingungen zwar in bestimmten F\u00e4llen Auswirkungen auf die sexuelle Orientierung haben k\u00f6nnten, es aber in den allermeisten F\u00e4llen keinen nennenswerten Zusammenhang zwischen den hormonellen Bedingungen und der sexuellen Orientierung gibt (S. 39).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Was hat die sexuelle Orientierung mit Missbrauch zu tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mayer und McHugh haben weiterhin Studien untersucht, die den Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und der Entwicklung von homosexuellen Neigungen untersucht. Eine Meta-Studie (Friedman &amp; Colleagues, 2011) zeigte z. B., dass Homosexuelle im Durchschnitt dreimal eher berichteten, dass sie in der Kindheit missbraucht worden waren (S. 43). W\u00e4hrend ein Zusammenhang in manchen F\u00e4llen hergestellt werden k\u00f6nne, m\u00fcsse dieses Feld weiterhin untersucht werden, um belastbare Schl\u00fcsse ziehen zu k\u00f6nnen (S. 50). Diese Ergebnisse k\u00f6nnen so interpretiert werden, dass es \u00e4u\u00dfere und damit nicht angeborene Faktoren sind, die zur Entwicklung homosexueller Gef\u00fchle und Orientierungen beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Ist eine sexuelle Orientierung ver\u00e4nderbar?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird behauptet, dass bi- oder homosexuelle Gef\u00fchle festgelegt und unver\u00e4nderbar seien. Mayer und McHugh zeigen, dass wissenschaftliche Untersuchungen in erheblichem Ma\u00dfe die gegenteilige Auffassung st\u00fctzen. Sexuelle Anziehung, sexuelle W\u00fcnsche, das Verhalten, die Orientierung und selbst Identit\u00e4ten k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern und sie ver\u00e4ndern sich nachweislich (S. 50).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So belegen z. B. Studien (NORC-Studie von 1992 und Nachfolgestudien), dass M\u00e4nner, die in einer l\u00e4ndlichen Region aufgewachsen waren, in 1,2 % der F\u00e4lle eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingegangen waren. Diese Rate lag bei M\u00e4nnern, die in einer st\u00e4dtischen Umgebung aufgewachsen waren, bei 4 % (S. 51). Dieser Umstand best\u00e4tigt die Vermutung, dass die ver\u00e4nderbaren Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle spielen im Gegensatz zu m\u00f6glichen genetischen oder hormonellen Pr\u00e4dispositionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine gro\u00dfangelegte Langzeitstudie (die sog. \u201eAdd-Health-Studie\u201c ab 1994) belegt, dass gerade in j\u00fcngeren Jahren die Ver\u00e4nderbarkeit oder Formbarkeit der sexuellen Orientierung sehr hoch ist. In j\u00fcngeren Jahren hatten 7 % der befragten m\u00e4nnlichen Jugendlichen aus der Altersgruppe 12-17 homosexuelle oder bisexuelle Gef\u00fchle. Doch 80 % der Befragten, die in den ersten Befragungen angegeben hatten, gleichgeschlechtliche Anziehung erlebt zu haben, bezeichneten sich zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter als heterosexuell. M\u00e4nner, die in den ersten Befragungen angegeben hatten, bisexuelle Anziehung erlebt zu haben, gaben sieben Jahre sp\u00e4ter an, keine gleichgeschlechtliche, sondern ausschlie\u00dflich heterosexuelle Anziehung zu erleben (S. 51).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Datenanalyse der Add-Health-Studie durch Ritch Savin-Williams and Geoffrey Ream aus dem Jahr 2007 untersuchte ob und mit welcher H\u00e4ufigkeit Teilnehmer aus einer sexuellen Orientierung in eine andere wechselten. W\u00e4hrend in den ersten drei Untersuchungszeitr\u00e4umen die Gruppe der Heterosexuellen sehr stabil blieb, wechselten im selben Zeitraum verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen in den Bereich der Heterosexualit\u00e4t. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass gerade Menschen mit bi- oder homosexuellen Empfindungen eher dazu neigen, eine Ver\u00e4nderung ihrer sexuellen Orientierung zu erleben, w\u00e4hrend heterosexuelle Identit\u00e4ten und Beziehungen ein hohes Ma\u00df an Stabilit\u00e4t aufwiesen (S. 52). Zu demselben Ergebnis kam die Studie von Miles Ott &amp; Colleagues aus dem Jahr 2013.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2014 wurde eine Studie von Dr. Lisa Diamond unter dem Titel ver\u00f6ffentlicht \u201eIch lag falsch! M\u00e4nner haben auch eine fluide Sexualit\u00e4t.\u201c Sie hatte wider Erwarten herausgefunden, dass 35 % der befragten M\u00e4nner mit homosexuellen Identit\u00e4ten im Befragungszeitraum heterosexuelle Anziehung erlebten und 10 % sogar heterosexuelle Beziehungen eingegangen waren. Eine ebenso gro\u00dfe Gruppe homosexueller M\u00e4nner wechselte in bisexuelle oder andere Identit\u00e4ten (S. 56).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mayer und McHugh kommen schlie\u00dflich zu dem Schluss, dass es keine wissenschaftliche Basis f\u00fcr die Behauptung gibt, dass sexuelle Anziehung und Orientierung eine durch genetische oder psychologische Faktoren unver\u00e4nderliche und festgelegte Bestimmung sei, die zun\u00e4chst entdeckt und ausgelebt werden m\u00fcsse (S. 58).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Wie h\u00e4ngen sexuelle Orientierung und Gesundheit zusammen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Teil des Forschungsberichtes \u201eSexualit\u00e4t und Gender\u201c geht es um den Zusammenhang von sexueller Orientierung und Gesundheit (Part 2: Sexuality, Mental Health Outcomes, and Social Stress). Eine ganze Reihe von gr\u00f6\u00dferen und kleineren Studien belegen, dass Menschen mit homosexuellen, bisexuellen oder transsexuellen Identit\u00e4ten im Vergleich zur heterosexuellen Normalbev\u00f6lkerung st\u00e4rker unter psychologischen Problemen und auch physischen Krankheiten leiden. Depressionen, Angstst\u00f6rungen, Suizidgefahr und Partnergewalt treten geh\u00e4uft auf (S 65).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere weisen Menschen mit einer gleichgeschlechtlichen oder bisexuellen Orientierung eine h\u00f6here Suizidrate auf. Eine Analyse (Haas &amp; Colleagues, 2011) stellte fest, dass Collegestudenten mit einer entsprechenden Orientierung zwei- bis siebenmal h\u00e4ufiger einen Selbstmordversuch unternahmen als heterosexuelle Studenten (S. 66). Viele weitere Studien belegen, dass es eine erhebliche Korrelation zwischen sexueller Orientierung und der Suizidrate gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcblicherweise wird das erh\u00f6hte Gesundheitsrisiko darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, dass die Betroffenen in einem h\u00f6heren Ma\u00dfe durch die Normalbev\u00f6lkerung diskriminiert und stigmatisiert werden (sog. \u201eSocial Stress Model\u201c) (S. 76). Doch nach Auswertung vieler Studien kommen Mayer und McHugh zu dem Ergebnis, dass das \u201eSocial Stress Model\u201c nur teilweise als Erkl\u00e4rungsmodell ausreicht. Offensichtlich treten noch andere Faktoren (z. B. die hohe H\u00e4ufigkeit, Missbrauch erlitten zu haben oder zu erleiden) hinzu, die f\u00fcr die gesundheitlichen Gef\u00e4hrdungen der LGBT-Gemeinschaft verantwortlich sind. Es sei wenig hilfreich f\u00fcr die Betroffenen, wenn man nur das \u201eSocial Stress Model\u201c als Erkl\u00e4rung f\u00fcr Gesundheitsprobleme nenne, andere Faktoren und Zusammenh\u00e4nge aber ignoriere und somit m\u00f6gliche und effektivere Therapien dadurch verhindere (S. 85).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Ist die Gender-Theorie ein hilfreiches Konzept?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der dritte Teil der Studie \u201eSexualit\u00e4t und Gender\u201c behandelt das Gebiet der \u201eGender-Identit\u00e4t\u201c (Part 3: \u201eGender Identity\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Autoren des Berichts ist die zweipolige Geschlechtlichkeit von Mann und Frau ein klar definierbares und wissenschaftlich fundiertes Konzept. Fortpflanzung ist nur m\u00f6glich, weil es M\u00e4nner und Frauen gibt. F\u00fcr die Gender-Theorie k\u00f6nne dies hingegen nicht behauptet werden. Sie ist weder klar definiert noch wissenschaftlich fundiert. Nach der Gender-Theorie ist das Gender-Geschlecht losgel\u00f6st vom biologischen Geschlecht und nicht viel mehr als eine gesellschaftliche Konstruktion. Eine Frau werde demnach nicht als Frau geboren, sondern sie werde erst zur Frau (Simone de Beauvoir) und k\u00f6nne demnach ebenso gut ein Mann werden, wenn auch im biologischen K\u00f6rper einer Frau. Durch die Feministin Judith Butler und ihre Ver\u00f6ffentlichungen (z. B. \u201eUndoing Gender, 2004) hat dieses Konzept stark an Einfluss gewonnen (S. 88).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mayer und McHugh weisen z. B. darauf hin, dass Facebook ab 2014 seinen Nutzern die M\u00f6glichkeit bietet, sich mit einer von 58 Geschlechtsidentit\u00e4ten anzumelden. Im Gender-Denken ist Gender ein Fluidum, das keinen Bezug zu den biologischen Vorgaben von m\u00e4nnlich und weiblich hat. Jederzeit k\u00f6nnen M\u00e4nnlichkeit oder Weiblichkeit, k\u00f6nnen sexuelle Orientierungen und Identit\u00e4ten beliebig dekonstruiert, neu entworfen und gelebt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Psychologen verweisen u. a. auf den Fall David Reimer, um die Unbrauchbarkeit und Gef\u00e4hrlichkeit der feministisch motivierten Gender-Theorie zu verdeutlichen (S. 92). David Reimer war als Junge geboren und wurde bei der Beschneidung am Glied verletzt. Daraufhin empfahl der Psychiater Dr. John Money die Geschlechtsumwandlung. David Reimer wurde umoperiert und erhielt eine Hormontherapie. Seine Eltern erzogen ihn als das M\u00e4dchen Brenda. Doch David Reimer entwickelte sich trotz aller Versuche der Eltern, ihn als M\u00e4dchen zu erziehen, immer mehr zu einem Jungen. Es wurde der Entschluss gefasst, David Reimer im Alter von 14 Jahren seine wahre m\u00e4nnliche Identit\u00e4t zu offenbaren. Weil er ein Mann sein wollte, versuchte man den Feminisierungsprozess r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. David Reimer wurde mit den Folgen dieses schrecklichen Menschenexperiments nicht fertig und nahm sich im Alter von 38 Jahren das Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch anhand weiterer Beispiele machen die Autoren deutlich, dass sie die Gender-Theorie f\u00fcr ein unwissenschaftliches und sogar gef\u00e4hrliches Konzept halten. Die Fragen nach sexueller Orientierung und sexueller Identit\u00e4t und den damit verbundenen psychiatrischen Krankheitsbildern und Therapieangeboten sollten besser auf der Grundlage der biologischen Vorgabe der Zweigeschlechtlichkeit beantwortet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Sind Cross-Gender-Identit\u00e4ten angeboren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mayer und McHugh gehen der Frage nach, ob es angeborene genetische Eigenschaften gibt, die die Entstehung einer Gender-Identit\u00e4t, die nicht dem biologischen Geschlecht entspricht, beg\u00fcnstigen. Viele der untersuchten Studien vermitteln ein sehr widerspr\u00fcchliches Bild und sind wenig aussagekr\u00e4ftig. Doch die wissenschaftlich verwertbaren Daten unterst\u00fctzen eindeutig die Annahme, dass ein M\u00e4dchen oder Junge bei der Geburt auch tats\u00e4chlich das ist, entweder eben ein M\u00e4dchen oder ein Junge. Es konnten keine biologischen Faktoren gefunden werden, die den Schluss zulassen, dass angeborene Eigenschaften zur Entwicklung einer disparaten Gender-Identit\u00e4t beitragen (S. 105).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In manchen F\u00e4llen \u00e4u\u00dferten M\u00e4dchen schon in sehr jungen Jahren, dass sie \u201eein Junge\u201c sein wollten oder Jungen, dass sie \u201eM\u00e4dchen\u201c sein wollten. Sollte dieser Wunsch des Kindes therapeutisch bef\u00f6rdert werden, um eine Cross-Gender-Identit\u00e4t zu entwickeln? Die wissenschaftlichen Daten weisen daraufhin, dass der Wunsch, das Geschlecht zu wechseln, wieder verschwinden kann. In 22 von 25 F\u00e4llen wollten z. B. Kinder, die eine Therapie bei Kenneth Zucker &amp; Kollegen (Toronto) durchlaufen hatten, ihr Geschlecht nach einigen Jahren nicht mehr wechseln. Die Therapierbarkeit des Ph\u00e4nomens deutet daraufhin, dass die cross-identit\u00e4ren W\u00fcnsche nicht angeboren oder festgelegt waren (S. 107).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine schwedische Studie (Cecilia Dhejne &amp; Colleagues, 2011) kam zu dem Ergebnis, dass Menschen, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatten, auch in der nachoperativen Zeit massive Probleme hatten. Die Sterblichkeitsrate war dreimal h\u00f6her als in den Vergleichsgruppen, sie unternahmen deutlich mehr Suizidversuche und die Wahrscheinlichkeit, durch einen Suizid zu sterben lag sogar neunzehnmal h\u00f6her. Auch die Wahrscheinlichkeit, von einer Straftat \u00fcberf\u00fchrt zu werden, war h\u00f6her als in den Vergleichsgruppen (S. 111).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autoren des Berichts zeigen, dass die hohen Erwartungen, die viele Menschen mit der Durchf\u00fchrung einer Geschlechtsumwandlung verbinden, sich nicht mit den wissenschaftlichen Daten vereinbaren lassen. Es m\u00fcsse unbedingt auch nach alternativen Therapiem\u00f6glichkeiten gesucht werden, um Suizidraten zu senken und den allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen zu verbessern (S. 113).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Autoren warnen vor den \u00fcbertriebenen Hoffnungen, die Betroffene, Eltern und Therapeuten in Hormontherapien oder Geschlechtsumwandlungen setzen. Sie wenden sich sehr deutlich gegen Bestrebungen, Kinder bereits im Alter von zwei oder sechs Jahren entsprechenden Therapien zu unterziehen. Die Sch\u00e4den, die solche Therapien verursachten, l\u00e4gen weit \u00fcber den erhofften Verbesserungen. Au\u00dferdem m\u00fcsse beachtet werden, dass Kinder ihr Unwohlsein mit dem eigenen Geschlecht und die Identifizierung mit dem anderen Geschlecht in vielen F\u00e4llen wieder verl\u00f6ren und eine Identit\u00e4t entwickelten, die dem biologischen Geschlecht entspricht. Die Autoren mahnen sehr dringlich, in diesem Bereich Vorsicht walten zu lassen (S. 115).<\/p>\n<p><strong>7. Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bericht von Mayer und McHugh fasst den derzeitigen Stand der Wissenschaft zum Thema \u201eSexualit\u00e4t und Gender\u201c zusammen und nimmt eine sehr bedachte Auswertung vor. Dabei kommen die Forscher zu bemerkenswerten Schl\u00fcssen, die auch f\u00fcr die christliche Gemeinde von hoher Relevanz sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie best\u00e4tigen auf wissenschaftlicher Grundlage die biblische Sicht, dass eine bi- oder homosexuelle Orientierung keine angeborene \u201eSch\u00f6pfungsvariante\u201c ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiterhin st\u00fctzen die Untersuchungen die Auffassung, dass eine bi- oder homosexuelle Orientierung keine schicksalshafte und unver\u00e4nderliche Bestimmung ist, sondern offen f\u00fcr Ver\u00e4nderung ist, wenn der Betroffene es w\u00fcnscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nachweislich hohen Suizidraten und der im Vergleich zum Durchschnitt vergleichsweise schlechtere Gesundheitszustand der LGBT-Gemeinschaften kann nicht ohne Weiteres auf die Diskriminierung durch die Normalbev\u00f6lkerung abgew\u00e4lzt werden. Offensichtlich gibt es noch andere und tieferliegende Gr\u00fcnde f\u00fcr die vorhandenen N\u00f6te. Eine biblisch fundierte Seelsorge k\u00f6nnte hier wichtige Hinweise geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bericht widerspricht der feministischen Gender-Theorie und best\u00e4tigt die bleibende G\u00fcltigkeit der auch wissenschaftlich feststellbaren Festlegung des Menschen auf ein biologisches Mann- oder Frausein. Sexuelle Identit\u00e4tsst\u00f6rungen haben ihren Ursprung nicht in genetischen oder hormonellen Pr\u00e4dispositionen oder Festlegungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die entschiedenen Warnungen der Autoren vor Hormontherapien und Geschlechtsumwandlungsoperationen decken sich ebenfalls mit den seelsorgerlichen Einsichten einer biblisch fundierten Ethik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich offenbart der Bericht die gro\u00dfe Diskrepanz zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem, was in den Medien, in der \u00d6ffentlichkeit und leider auch in kirchlichen Verlautbarungen zum Thema Sexualit\u00e4t und Gender vertreten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Walsrode, den 15.9.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Forschungsbericht &#8222;Sexualit\u00e4t und Gender&#8220; zum Download:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gender_Studie_USA.pdf\">Lawrence S. Mayer, Paul R. McHugh, Sexuality and Gender &#8211; Findings from the biological, psychological and social sciences, The New Atlantis, Fall 2016<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Internetseite des Fachjournals The New Atlantis:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.thenewatlantis.com\/publications\/executive-summary-sexuality-and-gender\">The New Atlantis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lawrence S. Mayer und Paul R. McHugh sind renommierte Psychologen und Professoren an anerkannten amerikanischen Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen. Die beiden Forscher haben eine gro\u00dfe Zahl aktueller Studien und wissenschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen aus den Bereichen der Biologie, der Psychologie und der Sozialwissenschaften untersucht und mit Hinblick auf die Fragen \u201eSexualit\u00e4t und Gender\u201c ausgewertet. 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