{"id":1392,"date":"2006-06-21T12:11:08","date_gmt":"2006-06-21T10:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1392"},"modified":"2009-09-07T12:56:26","modified_gmt":"2009-09-07T10:56:26","slug":"80-e-gespart-und-%e2%80%93-die-mission-unterstutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1392","title":{"rendered":"80 \u20ac gespart und \u2013 die Mission unterst\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lutz Scheufler, Hartmut Zopf<br \/>\n80 \u20ac gespart und \u2013 die Mission unterst\u00fctzt<br \/>\nWarum man nicht zu Calling All Nations nach Berlin fahren mu\u00df \u2013 ein Zwischenruf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Wochen wurden jede Menge bunte Magazine mit Werbung f\u00fcr ein Treffen mit vielen Bands und Lobpreis-Musikern im Olympia-Stadion in Berlin verschickt. Der Musiker Noel Richards hatte die Idee, das Stadion zu mieten und 12 Stunden lang einen S\u00e4nger nach dem anderen, eine Band nach der anderen auftreten zu lassen. Calling All Nations \u2013 so hei\u00dft das Event &#8211; soll nun \u201eeine wirklich einzigartige Versammlung\u201c werden. Und Richards geht davon aus, da\u00df das die Leute genie\u00dfen werden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte das ja ein christliches Konzert sein. Und daf\u00fcr zahlt man ja auch gerne. Aber es soll kein Konzert sein. Davon gibt es viele. Es soll eine Anbetungsversammlung werden, also Gebet mit Musik \u2013 und die ist teuer. Der billigste Sitzplatz beim Lobpreis-Event im Juli im Olympiastadion kostet fast 50 \u20ac. Da man dort aber vielleicht nur h\u00f6rt und nicht viel sieht, hat man zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder man bucht teurer, z.B. einen VIP-Logen-Platz f\u00fcr 300 \u20ac (mit Catering 480 \u20ac) oder man f\u00e4hrt nicht hin. Dann spart man 50 \u20ac oder 300 \u20ac f\u00fcr den Sitzplatz \u2013 und dazu die Fahrtkosten. Das macht \u2013 sagen wir 80 \u20ac. Mit diesen 80 \u20ac kann man die Mission unterst\u00fctzen. Da wird das Geld dringend gebraucht. Oder man kann damit den Grundstock legen f\u00fcr eine evangelistische Jugendwoche am Ort im kommenden Jahr. Das w\u00e4re doch was, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun m\u00fc\u00dfte man nicht unbedingt \u00fcber die ganze Sache reden, wenn da nicht auch Geschwister der Evangelischen Allianz mitmischen w\u00fcrden und im EINS-Magazin gro\u00df daf\u00fcr geworben w\u00fcrde. Wir jedoch raten: Besser nicht hinfahren. Weshalb nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Achtung, falsche M\u00fcnzen im Umlauf!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das bereitet uns die meiste Sorge. Die Veranstalter und Partner sind gro\u00dfenteils Leute, die falsche Lehre vermitteln. Das klingt hart, ist aber leider so. Da wird das einfache Himmelstor zur Doppelt\u00fcr gemacht. Sie lehren eine separate Geistestaufe als Zusatz-Erfahrung zur Bekehrung. Da will man den Weg zur Rettung aus S\u00fcnde und Verlorenheit durch ein\u00a0zweites Ereignis aufpeppen, d.h. neben das Zum-Glauben-Kommen an Jesus eine Geistestaufe stellen. Um kein Mi\u00dfverst\u00e4ndnis aufkommen zu lassen: Es geht nicht um das Erf\u00fclltwerden mit Heiligem Geist, von dem Paulus in Epheser 5,18 schreibt. Das ist etwas Wachst\u00fcmliches, was mit unserem Gehorsam gegen\u00fcber Gott und seinem Wort zusammen h\u00e4ngt und Christen betrifft, die den Geist Gottes schon empfangen haben. Es geht den Leuten von Calling All Nations vielmehr um eine\u00a0zweite Stufe zum Christsein: erst Bekehrung, dann Geistestaufe, wenn m\u00f6glich mit Zungereden. Denn \u2013 so sagen und schreiben sie in ihren B\u00fcchern (z.B. Wolfhard Margies, Geistestaufe, S. 19): \u201eDurch die Geisterfahrung (gemeint ist die \u201eGeistestaufe\u201c \u2013 die Verf.), deren \u00e4u\u00dfere Manifestation die Bef\u00e4higung ist, in einer dem Beter unbekannten Sprache zu Gott zu beten, erf\u00e4hrt der Gl\u00e4ubige die Ausstattung mit geistlichen Kr\u00e4ften, die ihn bef\u00e4higen, den Missionsbefehl auszuf\u00fchren\u2026\u201c Wenn das stimmt, wie konnten dann Missionare wie Zinzendorf oder sp\u00e4ter Hudson Taylor, David Livingstone und Jim Elliot, die diese Art Geistestaufe nicht hatten, \u00fcberhaupt ihren Dienst tun? Diese Geistestaufe vertritt auch Walter Heidenreich, der in Berlin auftreten soll, Peter Wenz aus dem Organisationsteam, ebenso Derek Prince, f\u00fcr den im Prospekt auf S. 18 geworben wird, das Missionswerk Karlsruhe (S. 26 und 52), Reinhard Bonnke (S. 9), David Demian (S. 52), die Bibelschule Gandersheim (S. 18), die Bibelschule der \u201eGemeinde auf dem Weg\u201c Berlin (S. 19) und die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (S. 63).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man aber in der Bibel nachsieht, dann bemerkt man: In keinem seiner Briefe rufen Paulus oder Petrus die Christen auf, nach ihrer Bekehrung noch nach einer Geistestaufe zu streben. Das Wort Geistestaufe (Substantiv) kommt im NT nicht ein einziges Mal vor. Gerade an die Korinther, bei denen sich einige f\u00fcr Super-Geistesmenschen hielten und auf andere herabsahen, macht Paulus deutlich, da\u00df alle, die an Jesus glauben mit dem Heiligen Geist getauft und begabt sind. W\u00e4re es nicht so, dann w\u00e4ren sie keine Christen (1Kor 12,13): &#8222;Denn wir sind alle durch einen Geist zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getr\u00e4nkt.&#8220; In allen seinen Briefen geht Paulus davon aus, da\u00df die, die zum Glauben an Christus gekommen sind, auch den heiligen Geist empfangen haben, z.B. Epheser 1,13: In Christus \u201eseid auch ihr, als ihr gl\u00e4ubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verhei\u00dfen ist.&#8220; Selbst bei der Frage in Apostelgeschichte 19, 2: &#8222;Habt Ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gl\u00e4ubig wurdet?&#8220; wird vorausgesetzt, da\u00df man den Hl. Geist empf\u00e4ngt, wenn man zum Glauben kommt. Ansonsten geht es in Apostelgeschichte 19 um J\u00fcnger Johannes des T\u00e4ufers, d.h. um Menschen, die heilsgeschichtlich zwischen Altem und Neuem Testament leben. Es kommt f\u00fcr uns heute vielmehr darauf an, im Heiligen Geist zu leben, dem Wort und Wirken Gottes gehorsam zu sein, damit Frucht des Geistes wachsen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Treffen in Berlin gibt es Leute, die das so genannte Wohlstandsevangelium vertreten: Glaube richtig und du wirst reich und bleibst gesund! &#8211; Was f\u00fcr ein Spott \u00fcber arme und kranke Christen ist das! Das vertritt z.B. Peter Wenz aus dem Veranstalter-Team in seinen Predigten. Er wirbt in seinen Ver\u00f6ffentlichungen f\u00fcr Kenneth Hagin, den \u201eVater\u201c des Wohlstandsevangeliums. Ebenso empfiehlt er dort Benny Hinn, den Mann, der vorgibt, jede Menge Visionen und Engelerscheinungen gehabt zu haben und sich bis dahin versteigt, da\u00df er sagt: \u201eNun, meine Damen und Herren, sie sind genau das auf Erden, was Jesus war \u2026 Wie er ist, so bin ich, auf der Erde \u2026 Ich bin nicht \u2013 h\u00f6ren Sie mir zu \u2013 ich bin kein Teil von IHM, ich bin ER. Das Wort ist in mir Fleisch geworden \u2026\u201c (B. Hinn, \u201eOur Position in Christ\u201c) Neuerdings will Hinn in seinem Dienst mit den Mormonen zusammen arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich wissen wir, da\u00df dann, wenn einer durch den Glauben an Jesus aufh\u00f6rt zu trinken, auch seine Lebensverh\u00e4ltnisse in Ordnung kommen, er Geld hat, seine Schulden zur\u00fcck zu zahlen und auch bald genug zusammenlegen kann, um sich ein Auto zu leisten. Wenn aber jemand behauptet, da\u00df die verfolgten Christen in der ehemaligen Sowjetunion deshalb so leiden mu\u00dften, weil sie falsch glaubten, dann ist das westliche Wohlstands-Unverfrorenheit erster G\u00fcte. Das klingt so: Sie (die Christen in der ehemaligen SU) &#8222;&#8230; haben durch ihre unbiblischen, dem Willen Jesu zuwider laufenden Leidenspriorit\u00e4ten die Obrigkeit indirekt in die jahrhundertelangen antig\u00f6ttlichen Herrschaftsformen getrieben. Mit ihrem verkehrten Verst\u00e4ndnis haben sie dann schlie\u00dflich das geerntet, was sie ges\u00e4t haben.&#8220; (W. Margies, Das Kreuz der Gesegneten, Berlin 1990). Das hei\u00dft doch, da\u00df die Gl\u00e4ubigen verhaftet, in Lager abtransportiert wurden, verhungerten und erschossen wurden, ist ihre eigene Schuld. Sie haben einfach falsch geglaubt, behauptet er. Uns ist nicht bekannt, da\u00df der Verfasser dieser \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen auch \u00f6ffentlich dar\u00fcber Bu\u00dfe getan h\u00e4tte. Auch wissen wir nichts davon, da\u00df er sich von den manipulativen Toronto-Segen-Veranstaltungen in seiner Gemeinde in Berlin distanziert h\u00e4tte, bei denen selbst Kinder wie Betrunkene nach hinten umfallen sollten und tats\u00e4chlich torkelnd umfielen. Im Gegenteil: All dies wurde und wird nach wie vor dem Heiligen Geist in die Schuhe geschoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen und \u00e4hnlichen unbiblischen Speziallehren k\u00f6nnte man noch mehr hinzuf\u00fcgen. Um sie zu h\u00f6ren oder daf\u00fcr geworben zu werden, mu\u00df man aber nicht nach Berlin fahren und auch keine 80 \u20ac ausgeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bibelentzug: Ja, und noch was: In dem 64 Seiten langen Prospekt gibt es nicht eine einzige Bibelstelle, auf die man sich bezieht, mit der der Auftrag, ein solches Treffen durchzuf\u00fchren, begr\u00fcndet wird. Auch beim Event selbst fragt man sich: Wird hier keine Bibelarbeit oder Predigt gehalten? Jedenfalls steht nichts davon im Programm. Man fragt sich dann weiter: Woher soll aber der \u201eCall\u201c (Ruf) zur Mission kommen, wie es auf dem Titelblatt angek\u00fcndigt wird? Kommen Glauben, geistliche Korrektur, neuer Mut zum Zeugnis und Ausrichtung auf Jesus nicht aus dem Wort Gottes (R\u00f6mer 10, 14-17)? Nun kann man nat\u00fcrlich sagen: Das wollen sie ja auch nicht, dort Bibelarbeit halten usw. Doch dann mu\u00df man auch sagen: Arme Leute. Sie wollen&#8217;s nicht einmal &#8211; und das in einer Zw\u00f6lfstunden-Veranstaltung (9 bis 21 Uhr) f\u00fcr junge Leute! Man gewinnt den Eindruck: Das Wort Gottes ist unter ihnen rar geworden (1. Sam 3,1) und damit auch das Unterscheidungsverm\u00f6gen zwischen dem, was die Bibel sagt und eigenem Wunschdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber vielleicht ist dieser Bibelentzug ja die praktische Durchf\u00fchrung dessen, was Ulrich Eggers (Vorsitzender von Willow-Creek Deutschland), der in Berlin ebenfalls beteiligt ist, k\u00fcrzlich in seiner Zeitschrift \u201eAufatmen\u201c gefordert hat. Dort schreibt er allen Ernstes, man solle sich nicht so sehr an \u201edas Buch\u201c (gemeint ist die Bibel) halten, in dem man alles \u201eschwarz auf wei\u00df\u201c habe, sondern an den \u201elebendigen Jesus\u201c. Da greift man sich verbl\u00fcfft an den Kopf und fragt: Ja, woher kommt denn der Glaube an den lebendigen Jesus? Wodurch wird er geweckt, geformt, korrigiert, ausgerichtet? Die einzige Antwort kann lauten: Durch das Wort Gottes &#8211; wie wir es in der Bibel haben. Nur durch sie. Aber das will Eggers offensichtlich gerade nicht, sondern will einen Spezialweg vermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da halten wir es doch lieber mit dem, was wir \u201eschwarz auf wei\u00df\u201c haben (Hebr. 4,12): \u201eDenn das Wort Gottes ist lebendig und kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch \u2026\u201c Vor diesem Wort kann sich kein Mensch verstecken, denn es deckt auf, was in uns verborgen ist (Vers 15). Deshalb wollen wir es auch mit aller Freude und Kraft weiter verk\u00fcndigen. Also dann: einen guten Sommer \u2013 und vielleicht trifft man sich ja auf einem Zeltplatz oder zur Allianzkonferenz in Bad Blankenburg oder bei einer R\u00fcstzeit, wo wir Vers f\u00fcr Vers und Wort f\u00fcr Wort das biblische Wort bedenken. Und denkt an die 50, 80 und 300 \u20ac f\u00fcr die Mission.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lutz Scheufler, Hartmut Zopf 80 \u20ac gespart und \u2013 die Mission unterst\u00fctzt Warum man nicht zu Calling All Nations nach Berlin fahren mu\u00df \u2013 ein Zwischenruf In den letzten Wochen wurden jede Menge bunte Magazine mit Werbung f\u00fcr ein Treffen mit vielen Bands und Lobpreis-Musikern im Olympia-Stadion in Berlin verschickt. 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