{"id":13762,"date":"2016-07-31T20:38:32","date_gmt":"2016-07-31T18:38:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13762"},"modified":"2016-07-31T20:38:32","modified_gmt":"2016-07-31T18:38:32","slug":"predigt-ueber-apg-68-15-und-754-83","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13762","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Apg 6,8-15 und 7,54-8,3"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostelgeschichte schildert zu Beginn, wie die Verhei\u00dfung Jesu wahr wurde und zehn Tage nach seiner Himmelfahrt der Heilige Geist die J\u00fcnger erf\u00fcllte. Die erste Christengemeinde entstand in Jerusalem. In der ersten Netzwerkpredigt hatten wir in Apostelgeschichte 2 die vier Kriterien f\u00fcr jede Christengemeinde betrachtet: die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Abendmahl und das Gebet. In der zweiten Netzwerkpredigt zu Apostelgeschichte 4 h\u00f6rten wir, dass allein in Jesus Christus das Heil ist und Menschen nur durch ihn selig werden in Zeit und Ewigkeit.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 6. Kapitel der Apostelgeschichte wird von den ersten Problemen innerhalb der Gemeinde berichtet, weil in der Versorgung der Witwen etwas schief lief. Um ihre Hauptaufgabe, die Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes nicht zu vernachl\u00e4ssigen, w\u00e4hlten die Apostel sieben im Glauben gefestigte M\u00e4nner aus, die sich als Diakone um die t\u00e4gliche Versorgung k\u00fcmmern sollten. Einer von ihnen hie\u00df Stephanus, \u201e<strong>ein Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran schlie\u00dft sich unser heutiger Predigtabschnitt an aus Apostelschichte 6, 8-15 und 7, 54 &#8211; 8, 3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In drei Abschnitten soll Gottes Wort heute f\u00fcr uns fruchtbar werden.<\/p>\n<p><strong> 1.) Stephanus, der erste christliche M\u00e4rtyrer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer war dieser Stephanus? Lukas berichtet uns nicht wann und wo er geboren wurde? Wir erfahren nichts \u00fcber sein Elternhaus oder seinen Beruf. Das ganze Neue Testament hat wenig Interesse an biographischen Daten, aber ein gro\u00dfes Interesse an der Beziehung von Menschen zu Jesus Christus. Stephanus, \u201e<strong>ein Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes\u201c. <\/strong>Er<strong> \u201etat Wunder und gro\u00dfe Zeichen unter dem Volk\u201c. <\/strong>Das ganze Leben des Stephanus, sein Reden und sein Tun, verk\u00fcndigt den Heiland Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und immer, wenn das Evangelium der Gnade Gottes auf Menschen trifft, gibt es zwei m\u00f6gliche Auswirkungen. Entweder ein Mensch \u00f6ffnet nicht nur seinen Ohren, sondern auch sein Herz, und beginnt nun Jesus in seinem Leben Raum zu geben. Oder ein Mensch verschlie\u00dft sich dem Reden Gottes und lehnt Jesus ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann sich dem Gottes Wort gegen\u00fcber nicht neutral verhalten. Denn die Verk\u00fcndigung des Heilandes, des Retters, der Gnade Gottes und des neuen Lebens reizt den Menschen zu diskutieren und Fragen zu stellen. Wenn Christus als Heiland gekommen ist, sind wir dann etwa krank? Wenn Christus der Retter ist, sind wir dann etwa in Todesgefahr? Wenn Gott gn\u00e4dig ist, habe ich dann bisher falsch gelebt? Und wenn es ein neues, heiliges, ewiges Leben gibt, was ist dann mit meinem alten, bisherigen Leben? Muss ich dann vielleicht etwas \u00e4ndern und will ich das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hebr\u00e4erbrief steht geschrieben: \u201e<strong>Denn das Wort Gottes ist lebendig und kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.\u201c <\/strong>Weil Gottes Wort nie leer zur\u00fcckkommt und immer etwas bewirkt, Annahme oder Ablehnung, deshalb hatten auch einige M\u00e4nner in der Synagoge angefangen mit Stephanus zu streiten. \u201e<strong>Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist\u201c<\/strong>, in dem Stephanus redete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Herz, das von Gottes Wort getroffen wurde, kann sich damit aber nicht zufrieden geben. Wenn es sich nicht von dem hellen Licht des Evangeliums bekehren l\u00e4sst, dann will es dieses Licht zum Verl\u00f6schen bringen, damit die dunklen Seiten im Verborgenen bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sie aber genau wissen, dass Stephanus keine Gottesl\u00e4sterung und nichts Strafw\u00fcrdiges begangen hat, griffen sie zu einer b\u00f6sen List: \u201e<strong>Da stifteten sie einige M\u00e4nner an\u201c<\/strong>, den Vorwurf aufzustellen:<strong> \u201eWir haben ihn L\u00e4sterworte reden h\u00f6ren gegen Mose und gegen Gott.\u201c <\/strong>Falsche Zeugen wurden also aufgestellt, um das Volk und die Schriftgelehrten aufzuhetzen und Jesus vor den Hohen Rat zu schleppen mit dieser totgef\u00e4hrlichen Anklage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und alle im Hohen Rat \u201e<strong>blickten gespannt auf Stephanus und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht\u201c<\/strong>. Keine Emp\u00f6rung und keine Angst im Gesicht eines bedrohten Menschen, sondern einen Menschen mit tiefster Freude, Frieden und Heilsgewi\u00dfheit in Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Glaubensgeschwister!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stand Stephanus vor dem Hohen Rat und die Hauptanklage lautete: Gottesl\u00e4sterung. Alle kannten die Bestimmung aus dem Heiligkeitsgesetz im dritten Buch Mose: \u201e<strong>Wer des HERRN Namen l\u00e4stert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.\u201c <\/strong>Es geht f\u00fcr Stephanus um Leben und Tod!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun folgt im siebten Kapitel die ausf\u00fchrliche Verteidigungsrede des Stephanus. Er beginnt mit den Worten \u201e<strong>Liebe Br\u00fcder und V\u00e4ter, h\u00f6rt zu.<\/strong>\u201c Damit dr\u00fcckt er seine Verbundenheit mit seinem Volk Israel aus. Dies untermauert er mit einer ausf\u00fchrlichen Darstellung der Geschichte Israels, angefangen bei Abraham und den Erzv\u00e4tern, \u00fcber Josef, Mose und den Befreiungsauszug aus \u00c4gypten, die Zehn Gebote, die Stiftsh\u00fctte und den Bau des ersten Tempels durch Salomo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nachdem klar geworden war, dass Stephanus voll und ganz zu Israel geh\u00f6rt und steht, ist ihm nun durch den Heiligen Geist aufgetragen, die Israeliten selbst zu verklagen. Durch ihre ganze Geschichte hindurch h\u00e4tten sie in ihrem Eigensinn und falschen Stolz nicht auf Gott geh\u00f6rt und immer wieder die Propheten Gottes verfolgt. Und indem sie Jesus Christus abgelehnt und get\u00f6tet haben, waren sie es, die Gott gel\u00e4stert haben, weil sie gegen seine Gnadenmacht und Retterliebe gestritten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welch eine gewaltige Anklage gegen die Ankl\u00e4ger, die Stephanus in aller Ruhe, aber auch in Deutlichkeit vortragen kann, weil auf ihm die Herrlichkeit Gottes liegt. Liebe und Wahrheit geh\u00f6ren immer zusammen. Liebe ohne Wahrheit ist wertlos und Wahrheit ohne Liebe ist hart und kalt. Stephanus hatte aber ein warmes, brennendes Herz f\u00fcr seinen Gott und f\u00fcr sein Volk. Und so war es ihm aufgetragen zu verk\u00fcnden: \u201e<strong>Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure V\u00e4ter, so auch ihr. Welchen Propheten haben eure V\u00e4ter nicht verfolgt? Und sie haben get\u00f6tet, die zuvor verk\u00fcndigten das Kommen des Gerechten, dessen Verr\u00e4ter und M\u00f6rder ihr nun geworden seid.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stephanus zeigte auf, dass sie in einer langen Tradition stehen, sich gegen Gottes gn\u00e4dige Zuwendung zu wehren und auch bereits die Propheten verfolgten, die das Kommen des Messias Jesus Christus angek\u00fcndet hatten. Und nun seien sie zum Verr\u00e4ter und M\u00f6rder des Gottessohnes geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eAls sie das h\u00f6rten, ging&#8217;s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Z\u00e4hnen \u00fcber ihn.<\/strong>\u201c Die Spannung stieg, was wird geschehen? Ein Urteil war noch nicht gesprochen, doch der drohende Lynchmord r\u00fcckte dem Stephanus auf die Pelle \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eEr aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Israeliten und der Hohe Rat<strong> \u201eschrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und st\u00fcrmten einm\u00fctig auf ihn ein, stie\u00dfen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn\u201c.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr jeden Juden, der nicht erkannt hatte, dass dieser Jesus von Nazareth der Messias und der Sohn Gottes war, stellte die Behauptung \u201estehen zur Rechten Gottes\u201c eine unertr\u00e4gliche Gottesl\u00e4sterung dar, deshalb steinigten sie ihn zu Tode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Steinigung mussten die Zeugen die ersten Steine werfen, damit sie das besser konnten, legten sie ihr Obergewand ab. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den F\u00fc\u00dfen eines jungen Mannes, der hie\u00df Saulus. So wie die Kreuzigung Jesu keine Niederlage war, so auch nicht die Steinigung des Stephanus. Denn in dem Augenblick als erstmals ein Zeuge Jesu als M\u00e4rtyrer stirbt, hat Jesus sich schon den neuen Boten erw\u00e4hlt, mitten aus der Schar seiner Feinde. Einen jungen Mann namens Saulus, der vom Verfolger zum gr\u00f6\u00dften V\u00f6lkermissionar aller Zeiten werden sollte. Die Sache Jesu ist nicht aufzuhalten, nicht durch Prozesse, nicht durch Hass und Blutvergie\u00dfen. \u201eDas Blut der M\u00e4rtyrer ist der Samen der Kirche\u201c, so hat es der Kirchenvater Tertullian am Ende des 2. Jahrhunderts ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten Worte des Stephanus waren Gebet: \u201e<strong>Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!\u201c<\/strong> N\u00fcchterne Worte, kein Heldentum, kein Jubelgeschrei nach dem Motto \u201eJetzt komme ich in die Herrlichkeit Gottes\u201c. Denn der leibliche Tod ist nicht die Vollendung. Erst wenn Christus leiblich sichtbar wiederkommt auf Erden, dann wird seine g\u00f6ttliche Herrlichkeit offenbar und das Leben derer, die zu ihm geh\u00f6ren, geht ein in himmlische Herrlichkeit. Stephanus ist in Demut seinem Herrn Jesus Christus treu geblieben. Und auch in seinem letzten Atemzug war er ganz seinem Herrn \u00e4hnlich, als er schrie: \u201e<strong>Herr, rechne ihnen diese S\u00fcnde nicht an! Und als er das gesagt hatte, verschied er.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lukas berichtet, wie danach eine gro\u00dfe Verfolgung gegen die erste christliche Gemeinde in Jerusalem losbrach. Viele flohen in umliegende Gebiete. Und Saulus zog von Haus zu Haus, um die gebliebenen Christen ins Gef\u00e4ngnis zu schleppen und zur Absage von Christus zu zwingen. Sollten sie dies nicht tun, drohte die Todesstrafe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.) Was hat Stephanus mit uns Christen heute zu tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die blutige Christenverfolgung gibt es bis heute. Rund 100 Millionen Christen werden derzeit in \u00fcber 50 L\u00e4ndern aufgrund ihres Glaubens verfolgt, vor allem in kommunistischen und islamischen L\u00e4ndern. In vielen L\u00e4ndern droht Menschen wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus die Todesstrafe, insbesondere wenn sie als Muslim Christ werden. So wichtig das Gebet und die Unterst\u00fctzung dieser Glaubensgeschwister sind, m\u00f6chte ich heute auf unsere Situation in Europa und Amerika eingehen. Eine solche Verfolgung erlebten wir &#8211; Gott sei Dank &#8211; bei uns bisher nicht. Ob das auf uns zukommt, wer wei\u00df es? Insbesondere nach dem islamistischen Mordanschlag auf einen Priester in einer Kirche im franz\u00f6sischen Rouen wird diese Gefahr f\u00fcr uns pr\u00e4senter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was wir aber schon haben sind Schm\u00e4hungen, Ausgrenzungen und Leiden von Christen, die sich treu zu ihrem Glauben bekennen. Mitten in L\u00e4ndern, die sich B\u00fcrger- und Freiheitsrechte auf die Fahnen geschrieben haben, werden gegen bekennende Christen Gerichtsprozesse gef\u00fchrt, sie verlieren ihren Arbeitsplatz, sie werden finanziell ruiniert und sie erleiden gesellschaftliche \u00c4chtung. Christus spricht ihnen und uns in seiner Bergpredigt zu: \u201e<strong>Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schm\u00e4hen und verfolgen und reden allerlei \u00dcbles gegen euch, wenn sie damit l\u00fcgen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und eines m\u00fcssen wir im Blick haben: Sowohl bei der blutigen Christenverfolgung als auch wenn wir geschm\u00e4ht oder l\u00e4cherlich gemacht werden oder Nachteile in Kauf nehmen m\u00fcssen: Wir k\u00e4mpfen dabei nicht mit Fleisch und Blut, sondern der Widersacher Gottes will uns von Jesus Christus trennen. Deshalb steht in 1. Petrus 5 geschrieben: \u201e<strong>Seid n\u00fcchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein br\u00fcllender L\u00f6we und sucht, wen er verschlinge.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der slowakische Mathematiker und Politiker Vladimir Palko, von 2002 bis 2006 Innenminister seines Landes, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel \u201eDie L\u00f6wen kommen. Warum Europa und Amerika auf eine neue Tyrannei zusteuern.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christ, der jahrelange Unterdr\u00fcckung und Verfolgung durch den Kommunismus erlebte, hatte er mit vielen anderen die Hoffnung, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in Freiheit und Gerechtigkeit leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf was sie aber im Westen trafen, so schreibt er, war eine anthropologische Revolution, die dabei ist, das christliche Menschenbild zu zerst\u00f6ren. Dazu werden immer h\u00e4ufiger der Bezug und die Verantwortlichkeit vor Gott geleugnet. Der Gottesbezug hat auch in der Europ\u00e4ischen Verfassung keine Aufnahme gefunden. \u00dcbrig bleibt der selbstherrliche Mensch, der selbst entscheidet, was gut und b\u00f6se ist. Der Mensch im Mittelpunkt, der sich selbst verwirklicht, in dem er selbst alle Ma\u00dfst\u00e4be aufstellt. Ein solcher Humanismus erscheint zwar vielen als gut und gerecht, aber er zerst\u00f6rt den absoluten Lebenswert eines jeden Menschen und die W\u00fcrde eines jeden Menschen. Lebenswert und W\u00fcrde sind nicht mehr voraussetzungslose Werte durch Gott, sondern in die Verf\u00fcgungsgewalt des Menschen gestellt. Und so ist ein N\u00fctzlichkeitsdenken aufgekommen. Es wird gefragt, welchen Nutzen ein Leben noch hat f\u00fcr die Gesellschaft oder f\u00fcr andere Menschen. Und dann geht der Daumen nach oben oder nach unten. So wird das Lebensrecht im Mutterleib, das Leben von behinderten und altgewordenen Menschen in Frage gestellt, wenn es den N\u00fctzlichkeitskritierien nicht mehr entspricht oder auch nur die Lebensplanung eines anderen Menschen einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der millionenfachen Abtreibung von Kindern und der immer mehr um sich greifenden aktiven Sterbenhilfe hat sich so eine \u201eKultur des Todes\u201c breit gemacht und die christliche \u201eKultur des Lebens\u201c verdr\u00e4ngt. Das gilt bis hinein in die Kirche. Ist es mit christlicher Ethik vertretbar, wenn diakonische Beratungsstellen darauf verzichten auf die Lebenserhaltung des ungeborenen Kindes hinzuwirken und stattdessen die Beratungsscheine ausstellen, die gesetzlich ben\u00f6tigt werden, um das ungeborene Kind im Mutterleib zu t\u00f6ten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich wei\u00df von einem gl\u00e4ubigen Arzt, der eine Stelle in einem evangelischen Krankenhaus allein deshalb nicht bekam, weil er sich weigerte, Abtreibungen vorzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Christen, die sich aufmachen, um in Berlin beim \u201eMarsch f\u00fcr das Leben\u201c f\u00fcr den Lebensschutz zu demonstrieren, die m\u00fcssen von der Polizei massiv gesch\u00fctzt werden vor hasserf\u00fcllten, gewaltbereiten Gegendemonstranten. Und die Evangelische Kirche h\u00e4lt es nicht f\u00fcr notwendig, zumindest mit einem Gru\u00dfwort, die Lebenssch\u00fctzer zu unterst\u00fctzen. Im Gegenteil, man verwehrt ihnen sogar noch f\u00fcr einen Abschlussgottesdienst den evangelischen Berliner Dom.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Gott nicht mehr als Sch\u00f6pfer und ewige Kraft verehrt wird, wenn seine Gesch\u00f6pfe nicht mehr gesch\u00fctzt und seine Gebote nicht mehr geachtet werden, dann wird der Mensch orientierungslos und es geschieht, was der Apostel Paulus in R\u00f6mer 1 schreibt: \u201e<strong>Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben <\/strong>\u2026\u201c; dahingegeben in eine ganze Reihe schlechter Eigenschaften, wie Habgier, Bosheit, Neid; und er nennt dabei auch ausdr\u00fccklich die Homosexualit\u00e4t. Jetzt m\u00f6gen sie innerlich st\u00f6hnen wegen dieses Themas. Aber es ist ja keineswegs so, dass wir Christen dieses Thema gerne vor uns hertragen, weder Paulus damals noch wir heute. Meiner Meinung nach geh\u00f6rt es in erster Linie in die Seelsorge. Aber es wird von deren Lobby immer wieder in die \u00d6ffentlichkeit, Politik und Kirche getragen, deshalb d\u00fcrfen wir nicht schweigen. Nicht weil Homosexualit\u00e4t unmoralischer w\u00e4re als andere Dinge, sondern weil der Homosexualismus die Gesellschaft und Kirche immer weiter durchdringen will. Die von Gott gestiftete Ehe und deren Vorrangstellung im Grundgesetz soll beseitigt und mit diesem Thema den christlichen Werten, dem Wahrheitsanspruch Gottes und seinem Wort das Genick gebrochen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christen m\u00fcssen wir uns h\u00fcten, andere Menschen zu verurteilen, denn Gott allein ist der Richter. Gott liebt alle Menschen. Ebenso wahr ist aber, dass nicht alles menschliche Tun in sein Reich passt. Unsere Aufgabe ist es, allen Menschen in Liebe zu begegnen und ihnen das rettende Evangelium zu verk\u00fcnden. Und wenn Menschen Unrecht getan wird, dann haben wir sie zu sch\u00fctzen. Allerdings geht es ja l\u00e4ngst nicht mehr darum, dass Homosexuelle nicht mehr diskriminiert werden, sondern nun sollen alle Menschen gezwungen werden, Homosexualit\u00e4t gut zu hei\u00dfen. Eine andere Meinung und Widerstand darf es nicht mehr geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vladimir Palko hat zahlreiche Beispiele gesammelt: Standesbeamte haben ihre Stelle verloren, weil sie aus Gewissengr\u00fcnden keine Homosexuellen trauen wollten, obwohl Kollegen es \u00fcbernommen h\u00e4tten. Ein Ehepaar musste ihr kleines Hotel in Gro\u00dfbritannien schlie\u00dfen, weil sie es aus Glaubensgr\u00fcnden abgelehnt hatten, Zimmer an homosexuelle Paare zu vermieten. Als w\u00e4re dieses Land nicht voll von Hotels, in denen sie Unterkunft finden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er schildert mit solchen F\u00e4llen, wie es gar nicht darum geht, dass Homosexuellen etwas prinzipiell verwehrt wird, sondern dem Diktat des Homosexualismus soll sich jeder beugen: Jeder einzelne Richter, Standesbeamte, Lehrer, Unternehmer, Politiker, einschlie\u00dflich der Kirchen. Und wenn sich Kirchengemeinden und Pfarrer doch nicht beugen und Gottes Wort treu bleiben, dann werden sie in den Medien angegriffen, l\u00e4cherlich gemacht und Veranstaltungen wie dass Christival in Bremen oder Gottesdienste wie in Notre Dame Paris von aggressiven homosexuellen Gruppen gewaltsam gest\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu passt auch, dass Psychologen und Seelsorger bedr\u00e4ngt werden, wenn sie Menschen auf deren eigenen Wunsch hin unterst\u00fctzen, von ihrer homosexuellen Neigung frei zu werden, weil sie darunter leiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, andere Meinungen und W\u00fcnsche werden nicht akzeptiert. Die Freiheit und der Gewissensschutz werden immer mehr aufgel\u00f6st. Kardinal George Pell aus Sydney nannte die Verweigerung des Gewissensschutzes Tyrannei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gleiche Tyrannei wird durch das \u201eGender Mainstreaming\u201c vollzogen, das ja nicht die Gleichberechtigung von Mann und Frau zum Ziel hat, sondern das biblische Menschenbild soll aufgel\u00f6st werden, wonach Gott den Menschen als Mann und Frau in ihrer Unterschiedlichkeit f\u00fcreinander geschaffen hat. Die Menschen sollen aus \u00fcber 60 M\u00f6glichkeiten ihr Geschlecht selbst finden und erfinden. Erinnern wir uns, was Paulus an die Gemeinde in Rom geschrieben hat: \u201e<strong>Gott hat sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben.\u201c <\/strong>\u201eGender Mainstreaming\u201c bringt die Menschen von Gott ab und genau das ist auch das Ziel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Petrus schreibt: \u201e<strong>Seid n\u00fcchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein br\u00fcllender L\u00f6we und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden \u00fcber eure Br\u00fcder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, st\u00e4rken, kr\u00e4ftigen, gr\u00fcnden.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.) Damit sind wir beim letzten Teil: Was ist zu tun? \u2013 Vier Mut machende Punkte gebe ich Euch mit auf den Weg.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><u>Erstens<\/u><\/em>: Wie die Apostel treu an Gottes Wort und Bekenntnis zu Jesus Christus festhalten, im Wissen, dass wir einen treuen Hirten haben und eine wunderbare Verhei\u00dfung in Hebr\u00e4er 12, 24: Jesus ist unser Heiland, sein Opferblut tilgt nicht nur unsere S\u00fcnden, sondern bewahrt und heiligt als \u201eBlut der Besprengung\u201c unser Leben gegen alle gottfeindlichen M\u00e4chte. Lesen sie das einmal nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind durch unsere Taufe in den Tod von Jesus Christus getauft und mit ihm auch auferweckt zu einem neuen Leben in der Herrlichkeit des Vaters. Dieses Leben konnten sie weder Stephanus noch Dietrich Bonhoeffer nehmen. Und wir leben in der gleichen Verhei\u00dfung und sind fr\u00f6hlich und dankbar f\u00fcr jeden Tag, an dem wir dieses Leben auf dieser Erde gestalten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><u>Zweitens<\/u><\/em>: Den Rat des Apostels Paulus aus Epheser 6 befolgen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eZieht an die Waffenr\u00fcstung Gottes, damit ihr bestehen k\u00f6nnt gegen die listigen Anschl\u00e4ge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu k\u00e4mpfen, sondern mit M\u00e4chtigen und Gewaltigen, n\u00e4mlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den b\u00f6sen Geistern unter dem Himmel.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deshalb ergreift die Waffenr\u00fcstung Gottes, damit ihr an dem b\u00f6sen Tag Widerstand leisten und alles \u00fcberwinden und das Feld behalten k\u00f6nnt. So steht nun fest, umg\u00fcrtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten f\u00fcr das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr ausl\u00f6schen k\u00f6nnt alle feurigen Pfeile des B\u00f6sen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet f\u00fcr alle Heiligen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><u>Drittens<\/u><\/em>: So leben wie es Martin Luther in der ersten seiner 95 Thesen formuliert hat: <em>Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: &#8222;Tut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen\u201c, wollte er, dass das ganze Leben der Gl\u00e4ubigen Bu\u00dfe sei.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und 1. Timotheus 6:<strong> \u201eJage nach der Gerechtigkeit, der Fr\u00f6mmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! K\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><u>Viertens<\/u><\/em>: Der Apostel Paulus hat uns in R\u00f6mer 12 aufs Herz gelegt: \u201e<strong>Die br\u00fcderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht tr\u00e4ge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fr\u00f6hlich in Hoffnung, geduldig in Tr\u00fcbsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der N\u00f6te der Heiligen an. \u00dcbt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder von uns darf und soll so in seinem pers\u00f6nlichen Lebensumfeld Jesus nachfolgen. Und jeder von uns wird in seinem Umfeld und auf seine Weise Anteil haben an den Schm\u00e4hungen und Leiden Christi. Aber seid gewiss: Nur indem wir uns zu Christus frei und fr\u00f6hlich bekennen, als Gemeinschaft der Heiligen zueinander halten und nach Gottes Geboten und aus seiner Vergebung heraus leben, sind wir das \u201e<strong>Salz der Erde<\/strong>\u201c und das \u201e<strong>Licht der Welt<\/strong>\u201c. Und in Gewissheit und Zuversicht leben wir nach Offenbarung 5, 5 mit einem st\u00e4rkeren L\u00f6wen. Es ist der L\u00f6we aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, der alles \u00fcberwunden hat und alles \u00fcberwinden wird, welcher ist Jesus Christus, unser Herr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Predigt wurde am 31.7.2016 in der Kirche der protestantischen Gemeinde in Landau-M\u00f6rzheim gehalten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Apostelgeschichte schildert zu Beginn, wie die Verhei\u00dfung Jesu wahr wurde und zehn Tage nach seiner Himmelfahrt der Heilige Geist die J\u00fcnger erf\u00fcllte. Die erste Christengemeinde entstand in Jerusalem. 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