{"id":13714,"date":"2016-07-27T10:37:01","date_gmt":"2016-07-27T08:37:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13714"},"modified":"2016-07-28T12:08:00","modified_gmt":"2016-07-28T10:08:00","slug":"die-ekd-und-das-neue-mittelalter-ueber-die-widersprueche-im-kirchlichen-reformationsgedenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13714","title":{"rendered":"Die EKD und das neue Mittelalter &#8211; \u00fcber die Widerspr\u00fcche im kirchlichen Reformationsgedenken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Protestantische Kirchen nennen sich ganz selbstverst\u00e4ndlich \u201eKirche der Reformation\u201c. Dass sich in ihnen \u201eseit dem 16. Jahrhundert fundamentale Umformungen vollzogen\u201c haben, wird kaum problematisiert. Die EKD richtet sich anfechtungslos auf ihr Reformationsjubil\u00e4um 2017 ein und sucht die \u201efr\u00f6hliche\u201c Zustimmung zu ihrer Kirchenpolitik. Doch: \u201eEhe man andere zur Teilnahme am Jubelfest bittet, sollte man \u00fcber sein eigenes Verh\u00e4ltnis zum Anlass des Festes nachdenken\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a>. Dieses Nachdenken f\u00fchrt uns dann die \u201eDinge vor Augen, die zukunftsrelevant sind, weil sie das Verhalten in der Gegenwart beeinflussen\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a>: die Wirklichkeit des \u201eneuen Mittelalters\u201c.<!--more--><\/p>\n<p><strong>1. Die \u201ereformatorische\u201c Neuformatierung von Kirche und Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In allem differenten Gebrauch des Reformationsbegriffs ist festzuhalten, dass der Ausl\u00f6ser der Reformation \u201eder absichtslose Reformator\u201c (E. Iserloh) Martin Luther war. Diese Erinnerung hat nichts mit \u201eLutherismus\u201c zu tun, unvermeidlich aber mit Luther selbst und dem Anfang der Sache in seiner Disputation vom September 1517, die er unter den Leitsatz stellt: \u201eGottes Gnade hat keine Bedingungen, sie setzt nicht gute Werke des Menschen voraus, sondern bewirkt sie erst\u201c. Das war ein Nein zur herrschenden Kirchenlehre, aber keine H\u00e4resie. Luther konnte sich daf\u00fcr noch auf Augustin berufen<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kam der Abla\u00dfstreit. Der Sturm bricht los, als Luther seine \u201e95 Thesen\u201c am 31. Oktober 1517 \u00f6ffentlich macht. Er stellt darin die Systemfrage, wozu Kirche da ist, und erhebt Forderungen, die mit dem Denken \u201eder Papisten\u201c unvereinbar sind. Seine Lehre von der Unmittelbarkeit der Gottesbeziehung des Gl\u00e4ubigen \u201eist ein Umsturz\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a>, wie es Volker Leppin richtig erfasst: \u201eUnmittelbar vor Gott zu treten, das ist ein Privileg, das den Christinnen und Christen durch Taufe und Glaube gegeben ist &#8211; sie haben eben jene Unmittelbarkeit erlangt, die im Mittelalter (nur) einem Stand vorbehalten war\u201c<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a> &#8211; dem Klerus. Martin Bucer wird 1539 in seiner Fassung der \u201eKonfirmation\u201c die Worte der \u201eEinsegnung\u201c der mit dem Katechismus des Glaubens vertraut gemachten Jugend der Weiheformel der Priesterweihe w\u00f6rtlich nachbilden: \u201eNimm hin Heiligen Geist, Schutz und Schirm vor allem Argen, St\u00e4rke und Hilfe zu allem Guten von der gn\u00e4digen Hand Gottes, des Vaters, des Sohnes und Heiligen Geistes. Amen\u201c. Das ist dann die Investitur in das \u201eallgemeine Priestertum\u201c: \u201eder zentrale Gedanke, der \u00fcberhaupt erst Reformation erm\u00f6glichte\u201c<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a>. Es gibt keine geistliche Stellvertretung (mehr). Der Einzelne muss sich stets selbst entscheiden: \u201eDer Christ ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan, der Christ ist aber auch ein Knecht aller Dinge und jedermann untertan\u201c. In dieser \u00dcberzeugung erkl\u00e4rt Luther 1521 in Worms vor dem Kaiser: \u201eMein Gewissen ist gefangen in Gottes Wort; widerrufen kann und will ich nichts, weil gegen das Gewissen zu handeln weder richtig noch sinnvoll w\u00e4re\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a>. Deshalb \u201e(ist) der Tag von Worms eine der epochalen Stunden der Menschheitsgeschichte. Das Mittelalter ist zu Ende. Es ist an dem entscheidenden Punkt \u00fcberwunden: Das Gewissen des Frommen hat sich von der Bevormundung durch die kirchliche Autorit\u00e4t befreit und wei\u00df sich Gott allein verantwortlich\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a>. Dies ist nicht \u00fcbertrieben: Es war ein \u201eWeltereignis, das am 18. April 1521 in Worms geschehen\u201c<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a> ist. Denn: \u201eSeitdem existiert erst das, was wir heute Gewissen nennen\u201c<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a>. Diese Achtung des \u201eGewissens\u201c strahlt auch auf die weltliche Ordnung aus, die zwischen \u201estaatlich\u201c erzwingbarem Recht und allein dem Gewissen unterworfener Moral unterscheidet und damit letztlich \u00fcberwiegend auf den Einzelnen ausgerichtet wird<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a>, wie es Hegel 1809 expliziert: Jede Person hat \u201edas Recht auf eine substantielle Innerlichkeit, welche die Mutter von Fassung, von Besonnenheit, von Gegenwart und Wachen des Geistes ist\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dramatisch sind die Folgen der Lehre von der Gewissensfreiheit zuerst f\u00fcr die Kirche selbst: Die Macht \u00fcber die Seelen, die Herrschaft der Priester ist dahin. Aber auch die allgemeine Kultur ist betroffen. Wenn Luther in Worms sagt: \u201eIch kann und will nicht widerrufen \u2026 es sei denn, dass ich \u00fcberwunden werde entweder durch Worte der Heiligen Schrift oder helle und klare Gr\u00fcnde\u201c (\u201eaut ratione evidente\u201c), dann ist ein solcher Satz ein geistiger Typenzwang auch f\u00fcr die weltlichen Ordnungen. Wenn Vernunft \u201ef\u00fcr die christliche Wahrheitsbegr\u00fcndung unentbehrlich (ist)\u201c, weil \u201eder Glaube \u2026 auf vern\u00fcnftige Begr\u00fcndungen nicht verzichten (kann)\u201c<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a>, dann ist Vernunft auch das \u201eoptimum instrumentum\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a> f\u00fcr weltliches Handeln. Wenn die gewohnte Unfreiheit des Menschen nun nicht mehr ohne Freiheit ist, dann ist auch in der \u00f6ffentlichen Ordnung der Mensch nicht mehr nur \u201eUntertan\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann das Splitting des Sprechens \u00fcber die Wahrheit in Bibelauslegung <em>und<\/em> Vernunft-Argumentation den vermutlich genialsten Gedanken Luthers nennen. Diese neue kulturelle Norm der \u201ezweipoligen Strukturierung\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> des Denkens hat die typisch reformatorische Pr\u00e4gung auch des politischen Raums mit dem Geist der Gewaltenteilung und Freiheit erzeugt. Damit wird nicht nur innerhalb der Kirche, was hier immer besonders schwer ist, ein Klima der Toleranz am Leben gehalten, sondern es werden Willk\u00fcr und totalit\u00e4re Denkweisen generell kulturell disqualifiziert: Es zersetzt den Machiavellismus der Adelseliten, wenn ihr bis dato nie angefochtenes Machthandeln nun von der \u201eDemokratie der Vernunft\u201c relativiert wird. Diese Investitur der Vernunft zum Supervisor der Macht-Kultur des Mittelalters wird nun die eigentliche \u201eErfolgsstory\u201c der Reformation. Ihre geistige Grundlage ist das doppelte \u201eSatis est\u201c, das die beiden Haupt-Lehren aus den \u00dcbeln der Zeit auf den Begriff bringt. Das erste \u201eSatis est\u201c (von 1528) hei\u00dft: \u201eDie F\u00fchrung des Staates muss nicht heilig sein, auch seine Regierung braucht keine christliche zu sein. Es gen\u00fcgt v\u00f6llig, dass im Staat die Vernunft herrscht\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a>. Das zweite \u201eSatis est\u201c findet sich im Artikel VII der CA in beiden Fassungen 1530\/1540. F\u00fcr das Begreifen des religi\u00f6sen Auftrags der Kirche \u201egen\u00fcgt es v\u00f6llig, dass in der (sonnt\u00e4glichen) Versammlung der Gl\u00e4ubigen das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem g\u00f6ttlichen Wort gem\u00e4\u00df gereicht werden\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a>. Mit dieser Beschr\u00e4nkung einerseits der Kirche auf den Gottesdienst und die Weckung der Gewissen vor Gott, andererseits des \u201eweltlichen Regiments\u201c und seiner Gesetze auf die vern\u00fcnftige Regelung des Irdischen und der \u201eweltlichen Sachen\u201c, hat Luther das mittelalterliche Amalgam von Kirche und Obrigkeit in einer systembildenden Weise getrennt, was k\u00fcnftig \u201edie christliche Theologie vor allen \u00dcberheblichkeiten (sch\u00fctzt)\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a> &#8211; so <em>war<\/em> einmal gedacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die Abkehr von den Grundauffassungen der Reformation <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Historiker Oliver Janz beschreibt eindr\u00fccklich, wie sich dann im 19. Jahrhundert der Gedanke des \u201eallgemeinen Priestertums\u201c in einem neuen protestantischen Klerikalismus verliert<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a>. Zug um Zug schw\u00e4cht sich im Laufe des 20. Jahrhunderts der Einfluss der wissenschaftlichen Theologie ab, \u201eder Kirche zu jener Selbstbegrenzung zu verhelfen, die der Allgemeinheit ihres Verk\u00fcndigungsauftrages entspricht\u201c, und auch in ihr \u201edas Wissen so pr\u00e4sent (zu halten), dass kein Wahrheitsanspruch mit der Wahrheit selbst differenzlos identisch ist\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a>. Die Universit\u00e4tstheologie selbst sorgt daf\u00fcr, dass die kirchliche Arbeit neue \u201eWerttreiber\u201c erh\u00e4lt: Politisierung, Zentralisierung und die Unterwerfung unter das Profitdenken machen die Religionsfragen zu Fragen weltlicher Lebensqualit\u00e4t. Was als Protestantismus einmal eine Glaubensgemeinschaft war, pr\u00e4sentiert sich nun durchg\u00e4ngig als von der \u201emoralischen Avantgarde\u201c gef\u00fchrte ethisch-politische Gef\u00fchlsgemeinschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einstmals typisch protestantische Anstrengung, als evangelische Kirche und Religion intellektuell auf der H\u00f6he der allgemeinen Geisteskultur zu agieren und damit Kultur <em>und<\/em> Gegenkultur in einem sein zu k\u00f6nnen, all dies verliert sich im Aufkommen von Effizienzstreben, Marktorientierung und K\u00e4uflichkeit auch der Wissenschaft. Nat\u00fcrlich gilt auch innerhalb der Kirche, dass das eingesammelte Geld sinnvoll und n\u00fctzlich verwendet wird. Doch muss von vornherein Klarheit herrschen, worin Sinn und Nutzen der Arbeit der Kirche bestehen soll. Wer sich noch einmal in den eigent\u00fcmlichen Charakter des \u201eReformatorischen\u201c versetzen will, lese Ina Seidels Roman \u201eLennacker\u201c von 1938. Ihre Kette von 14 exemplarischen Pfarrer-Biographien erz\u00e4hlen die M\u00fchen wie die Notwendigkeit, den Gott des Glaubens und die \u201eG\u00f6tter der Gesellschaft\u201c stets in symbolischer Klarheit unterscheidbar zu halten. Doch diese Unterscheidung gibt es nicht mehr. Die EKD-Kirchenwelt arbeitet heute prim\u00e4r \u201ef\u00fcr die Gesellschaft\u201c. Sie nennt ihr Reden \u201e\u00f6ffentliche Theologie\u201c und versteht darunter genau betrachtet eine \u201eMoral mit Annahmezwang\u201c<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a>, wie es Wolfgang Huber entlarvend klarstellte: \u201eKirche ist die Fortsetzung des Staates mit religi\u00f6sen Mitteln\u201c<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a>. Und so richtet sich die EKD-Elite denn auch darauf ein, 2017 die Kirchenorganisation wieder feierlich in die \u201eKoordination\u201c mit der politischen Kultur zu stellen, wie sie in ihrem \u201eGrundlagentext\u201c f\u00fcr 2017 ja auch vollkommen anfechtungslos erkl\u00e4ren: \u201eAuch solchen zivilreligi\u00f6sen Zwecken darf ein Reformationsjubil\u00e4um dienen\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a>. Diese Selbst-Investitur der Kirchenelite in die Rolle der ersten Moralagentur der Gesellschaft, die gegen den innerkirchlichen Meinungspluralismus sogar Regierung und Parlament vorschreiben will, was f\u00fcr alle gelten soll<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a>, demonstriert noch einmal eindr\u00fccklich das Statement des Kirchenpr\u00e4sidenten und UEK-Vorsitzenden Christian Schad im November 2014: \u201eEs ist unser ureigenster Auftrag, uns in diese Welt einzumischen und ethische Richtungsanzeigen vorzunehmen\u201c<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a>. Dieses, von Schad als \u201edie \u00dcberlebensfrage der Kirche\u201c noch einmal hochgestellte Statement zeigt in typischer Weise jene Abwendung von den Grundlagen der Reformation, die schon Adolf von Harnack im Jahre 1896 in seiner Schrift \u201eZur gegenw\u00e4rtigen Lage des Protestantismus\u201c beklagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wichtigste Abweichung sieht Harnack in der Tendenz zur \u201eSakralisierung der Bibel\u201c (wir w\u00fcrden heute sagen: zur Koranisierung der Bibel), die alle vern\u00fcnftige Er\u00f6rterung der religi\u00f6sen Fragen verhindert und den Theologen ein \u00fcbersteigertes Geltungsbewusstsein erlaubt: \u201eAlles Heilige wird noch ausschlie\u00dflicher, als es im Katholizismus geschehen war, in die Urkunde geschoben\u201c. Die Berufung Luthers auf das Gewissen gilt nicht mehr: \u201eDas Gewissen wird ersetzt durch das Buch, in dem alles \u201ageschrieben\u2018 steht, ja geschrieben stehen muss auch f\u00fcr die neuesten Zeitfragen\u201c<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a>. Deshalb ist die Bibel \u201eDas Buch Gottes\u201c, wie es die Arnoldshainer Konferenz im Jahre 1992 erkl\u00e4rt<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a>, an Hand der die \u201eh\u00f6chsten Personen\u201c der EKD die politischen Dinge beurteilen und sich so zu idealtypischen \u201eAjatollahs\u201c machen, zu Kontrolleuren der Politik, wie sie es schon 1934\/35 im mittelalterlichen Stil fordern: \u201eDie Entscheidungen auch \u00fcber die politischen und sozialen Fragen fallen in der h\u00f6heren Ebene des Glaubens\u2026 Wir in der Kirche sind schuld, dass es in der Welt so aussieht\u201c<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a>. Dieses \u00fcbersteigerte Kompetenz-Bewusstsein ist schon ebenso totalit\u00e4r wie der totale Staat. Denn es erhebt genau \u201edie mittelalterliche \u2026 Forderung, dass jede politische Hierarchie sich der geistlich-priesterlichen zu unterwerfen hat\u201c<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a>, wie es 1935 der \u201eDie Entschlie\u00dfung von Barmen\u201c nun anwendende \u201eArbeitsplan\u201c der BK \u201ef\u00fcr die praktische Ausgestaltung des \u00d6ffentlichkeitsauftrags\u201c vorf\u00fchrt. Als Ausweis der g\u00f6ttlichen Autorisierung werden einfach \u201eBibelstellen eingemischt\u201c<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a>. Wilhelm M\u00fchlmann bezeichnet dieses schon in der \u201eEntschlie\u00dfung von Barmen\u201c von 1934 enthaltene Denken<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a> zutreffend als \u201eIntegralismus\u201c: \u201eIntegralismus bedeutet restlose, v\u00f6llige Aufeinander-Abgestimmtheit aller gesellschaftlichen Bauelemente\u2026 Eine solche v\u00f6llige Abgestimmtheit oder Einstimmigkeit ist theoretisch leicht vorzustellen. Eine andere Frage ist, wie sie praktisch hergestellt werden kann: Doch wohl nur so, dass man alle Stimmen, die in den Chor nicht einstimmen, zum Schweigen bringt. Mit anderen Worten: wo der Integralismus praktisch wird, wo er politisch wird, wird er totalit\u00e4r\u201c<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[32]<\/a>. Helmut Schelsky sagt es \u00e4hnlich: \u201eGeschichtlich gesehen findet mit diesem neuen Herrschaftsanspruch und dieser neuen Klassenbildung ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Prozess, eine \u201aReprimitivisierung\u2018 gegen\u00fcber der zumindest seit der Aufkl\u00e4rung (richtiger: seit der Reformation, KRZ) vor sich gehenden Entmachtung religi\u00f6s-klerikaler Herrschaftspositionen statt\u201c<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[33]<\/a>. Klerikalismus ist wieder \u201ein\u201c und pr\u00e4gt kategorial Politik und Kultur: Die \u00f6ffentliche Meinung, die seit der Aufkl\u00e4rung \u201eals eine Kontrolle der Herrschaft zugunsten der Beherrschten verstanden worden war, wird jetzt zum Instrument der Herrschaft selbst\u201c<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[34]<\/a>. In einem Wort: \u201eDas neue Mittelalter f\u00e4ngt im Westen an\u201c<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[35]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ursprung dieser These ist ein Aufsatz von Nikolai Berdiajew im Jahre 1923, der die Tatsache, dass \u201eeine Macht sich nicht mehr legitimieren muss\u201c, als Marker der gesellschaftlichen \u201eBarbarisierung\u201c<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[36]<\/a> versteht, eben als \u201eneues Mittelalter\u201c, in dem Unfreiheit und die ganze Skala von Leibeigenschaft wieder zur Normalit\u00e4t werden. 1934 \u00fcbernimmt Paul Tillich Berdiajews These: \u201eEin neues Mittelalter (ist) im Aufgang\u201c<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[37]<\/a>. Man kann sich nur dar\u00fcber wundern, dass die zahlreichen Bezugnahmen auf diese These in den Jahrzehnten danach keine gr\u00f6\u00dfere Resonanz erzeugt haben: man verdr\u00e4ngte es. Doch das, was damit immer wieder warnend beschrieben wurde &#8211; man denke nur an die mehr als deutliche Warnung des Staatsrechtslehrers Helmut Quaritsch an die Adresse der EKD von 1962 (!) &#8211; wenn man die \u00c4u\u00dferungslage der EKD ernst nimmt, so f\u00fchrt dies geradewegs in ein neues Mittelalter &#8211; ist eben da. Und es pr\u00e4gt, wie Stefan Dietrich im Leitartikel der FAZ vom 11. Mai 2006 das \u201eneue Mittelalter\u201c durchmustert, nun machtvoll ein Gesellschaftsformat, \u201ein dem nicht der Mensch als Individuum, sondern die harmonische Ordnung der Gruppen untereinander das Leitbild ist\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die kirchliche Nomenklatura diese Kollektivit\u00e4t der Gesellschaft aus eigenn\u00fctzigen Gr\u00fcnden sakralisiert, ist nicht zu leugnen. Sie sch\u00fctzt damit ihren politischen Geltungsanspruch, wie ihn der Loccumer Akademiedirektor Hans Bolewski idealtypisch vorf\u00fchrt: \u201eDie Reflexion, die die verantwortliche Entscheidung sucht, bedarf daher der Instanz, vor der sie sich rechtfertigt\u201c<a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[38]<\/a>. Und diese Instanz ist nicht mehr das Gewissen, sondern \u201edie Bibel\u201c. \u201eSie ist die einzige Instanz, die sich der Aufl\u00f6sung durch kritische Reflexion widersetzt. Sie erweist sich gerade in der Konfrontation mit den Einrichtungen und Planungen des politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und beruflichen Lebens diesem gegen\u00fcber als kritische, richtungsweisende Instanz, die angibt, was der Mensch ist und was er f\u00fcr die anderen um Gottes willen sein sollte\u201c<a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[39]<\/a>. Bolewski verleugnet damit den Kern des \u201eReformatorischen\u201c: Luthers Lehre vom \u201edeus absconditus\u201c, den Vorrang des \u201eratione evidente\u201c im \u00f6ffentlichen Leben und das Recht der Gewissensentscheidung des Einzelnen sowieso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon Harnack sah 1896 diese Sakralisierung der Bibel \u201eim Zusammenhang mit der fortschreitende(n) Katholisierung unserer protestantischen Landeskirchen. Der evangelische Kirchenbegriff ist nahezu verschwunden\u201c<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[40]<\/a>. \u201eImmer hei\u00dft es: Die Kirche spricht, die Kirche verlangt, &#8211; diese Wendungen werden wie dem Staate, so Andersdenkenden gegen\u00fcber gebraucht, als handle es sich um die Stimme Gottes gegen\u00fcber der Welt\u201c. \u201eDass wir Evangelische mit diesem katholischen Kirchenbegriff, der die Kirche des Glaubens und die empirische Kirche identifiziert, allm\u00e4hlich auch die Folgen des katholischen Kirchenbegriffs mit bekommen &#8211; den Fanatismus, die Herrschsucht, die Ungeduld, die Verfolgungssucht, die kirchliche Uniform, die kirchliche Polizei, liegt auf der Hand und k\u00fcndigt sich schon an\u201c. \u201eGehorsam\u201c, sagt Harnack, wird k\u00fcnftig das Hauptwort sein<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[41]<\/a>, in Bolewskis Sprache: die \u201ePflicht zur Loyalit\u00e4t\u201c gegen\u00fcber der Kirchenleitung, besonders wenn diese politisch redet und handelt: Wenn Johannes Wallmann beklagt, der Ratsvorsitzende der EKD habe der katholischen Seite den \u201eschwerverst\u00e4ndlichen Vorschlag\u201c gemacht, \u201eam 14. September 2017 und damit kurz vor dem Reformationstag einen \u00f6kumenischen Gottesdienst anl\u00e4sslich des Festes der Kreuzerh\u00f6hung zu feiern\u201c, dann \u201emangelt\u201c es der EKD gewiss nicht \u201ean kompetenter historisch-theologischer Beratung\u201c, wie Wallmann meint. Seine emp\u00f6rte Erinnerung, dass Luther \u201eden Feiertag der Kreuzeserh\u00f6hung mit dem nach der konstantinischen Wende eingerissenen Missbrauch des Kreuzes als politisch-milit\u00e4rischem Siegeszeichen scharf verurteilt (hat) wie \u00e4hnlich die Kreuzz\u00fcge\u201c <a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[42]<\/a>, \u00fcbersieht die perfekte politische Passung dieses Festes der \u201eKreuzeserh\u00f6hung\u201c. Es erm\u00f6glicht der EKD, katholisch verst\u00e4rkt in einem Akt kultureller Selbsterh\u00f6hung all das Dunkle zuzudecken, an das Jan Fleischhauer hartn\u00e4ckig erinnert: \u201eMa\u00dfnahmen werden nun auch im kirchlichen Feld immer erfolgreicher eingesetzt f\u00fcr die Kontrolle der Menschen, f\u00fcr die Einebnung des Verstandes, die Verg\u00f6ttlichung der Massen und die Abschaffung der Individuen\u201c, in ihnen herrscht \u201ederselbe zentralistische Geist, dieselbe Zwangsvorstellung eines einheitlichen Blocks \u2026 derselbe Sinn f\u00fcr symbolische Feste zur \u201aErziehung\u2018 des Menschen; derselbe Argwohn gegen \u201aIndividuen\u2018 und gegen jegliches \u201aPrivatinteresse\u2018. Diese Parallelit\u00e4t oder besser diese Gleichheit der Einstellungen betrifft nicht nur die Politik: in beiden F\u00e4llen ist man totalit\u00e4r\u201c<a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[43]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann an der Tatsache nicht vorbei, dass schon der Neustart der EKD am 22. August 1945 in Treysa mit dem Leitsatz: \u201eVerk\u00fcndigung heute ist eine politische Aufgabe\u201c den geistigen Bruch mit der Reformation vollzogen hat. Die \u201eh\u00f6chsten Personen\u201c der EKD, wie sie sich damals selbst nennen, steigen 1945 in einen kirchlichen Jakobinismus ein, der den Rat der EKD zum \u201eWohlfahrtsausschuss\u201c der Gesellschaft macht, der \u201edie neuartige Forderung nach der politisch richtigen Gesinnung\u201c zur Voraussetzung der menschlich-b\u00fcrgerlichen Anerkennung macht<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[44]<\/a>. Unaufhaltsam zeigen die 1950er Jahre dann das \u201eHin\u00fcbergleiten der Kirche in die politische Sph\u00e4re\u201c<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[45]<\/a>: \u201eReligion soll pl\u00f6tzlich nicht mehr in erster Linie gepredigt, sondern es soll damit operiert, politisch operiert werden\u201c<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a>. Die neue klerikale Militanz der EKD tr\u00e4gt mit vielen Akten zur progressiven Schw\u00e4chung der Legitimit\u00e4t des Staatshandelns bei. Der Vorwurf von Walter <em>Schmitt Glaeser<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\"><strong>[47]<\/strong><\/a><\/em>, die EKD-Demokratiedenkschrift von 1985 l\u00e4sst \u201eeine prinzipielle Missachtung der Grundwerte unseres freiheitlichen Gemeinwesens erkennen\u201c, hat die Sache genau getroffen, wie Trutz Rendtorffs Warnung an die EKD, \u201eethisch-politische Forderungen zum Ersatz der Rechtlichkeit zu machen\u201c<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a>, dann noch einmal best\u00e4tigt. Doch die Strategen der EKD r\u00fchrt dies nicht. Sie betrachten die Pfarrerschaft l\u00e4ngst \u201eeher als Filialleiter, denn als ordinierte Wortverk\u00fcndiger\u201c<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[49]<\/a>. Der Finanzchef der EKD, OKR Thomas Begrich, rechtfertigt dieses Verst\u00e4ndnis am 16. Mai 2014 in Bochum beim \u201eZukunftsforum\u201c der EKD: \u201eKirchliche Verwaltungen haben sich in den letzten Jahren erkennbar weiterentwickelt. Es geht darum, nicht mehr nur zu verwalten, sondern auch inhaltlich zu steuern\u201c.<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\">[50]<\/a> Solche Ansage ist deutlich: Die Pfarrerschaft ist das \u201eAkteurssegment\u201c zur moralpolitischen Lenkung der Bev\u00f6lkerung, so wie es im Herbst 2014 die Pf\u00e4lzische Kirchensynode nun v\u00f6llig anfechtungslos auf den Begriff bringt<a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\">[51]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Auf dem Weg in das \u201eNeue Mittelalter\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist keine \u00dcberraschung, dass der schon um 1900 ausufernde protestantische Klerikalismus sich in den 1930er Jahren problemlos mit dem Konzept des \u201etotalen Staates\u201c arrangiert und sich nach 1945 in seinem klerikalen Anspruch fortw\u00e4hrend h\u00f6herschraubt. Hanns R\u00fcckert bilanziert im Jahre 1960: Dieser Klerikalismus hat erreicht, \u201edie Autorit\u00e4t des geistlichen Amtes noch h\u00f6her \u00fcber die Gemeinde hinauszuheben, als sie bei uns schon sowieso gerutscht ist\u201c<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\">[52]<\/a>. Was das bedeutet, erkl\u00e4rt 25 Jahre sp\u00e4ter Kurt Nowak: \u201eDer Andersdenkende ist nicht mehr Partner in einem Diskurs, sondern Feind, weil Kompromiss und Diskurs als Bedrohung der eigenen Identit\u00e4t erlebt werden\u201c<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\">[53]<\/a>. Nowak beleuchtet damit die Folgen der Machtergreifung der \u201eMoralischen\u201c in der EKD, die heute in praktisch jeder Ausgabe der \u201eChrismon\u201c-Beilage in den gro\u00dfen Zeitungen (f\u00fcrs Volk) oder den \u201eZeitzeichen\u201c (f\u00fcr die kirchlichen Aktionssegmente) in Hochglanzfassung als Musterchrist pr\u00e4sentiert werden: \u201eSo geht evangelisch!\u201c. Die bis 1967 in der Zeitschrift \u201eRadius\u201c noch pr\u00e4sentierte offene Diskurskultur, die kein \u201eSo!\u201c und keine \u201eMeinung der Kirche\u201c propagierte, sondern das gleichgewichtig gemachte Pro und Contra in <em>allen<\/em> gesellschaftlichen Fragen zu entscheiden dem Einzelnen \u00fcberlie\u00df, existiert nicht mehr. Die EKD befeuert selbst die Ideologisierung des \u00f6ffentlichen Gespr\u00e4chs, weil sie immer noch von der kulturellen Dominanz in der Gesellschaft tr\u00e4umt: \u201edass sie gemeinsame Themen und Positionen <em>vorgibt<\/em>, die in die Gesellschaft hineingezogen und vertreten werden\u201c<a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[54]<\/a>. Die Qualit\u00e4t dieses <em>mittelalterlichen<\/em> Kirchenbewusstseins zeigt wie im Gegenlicht die Weigerung des badischen Landesbischofs Julius Bender im Jahre 1954 einem dr\u00e4ngenden Journalisten gegen\u00fcber, doch bitte \u201edie Meinung der Kirche\u201c (hier zur Wiederbewaffnung) zu erkl\u00e4ren: Landesbischof Bender erkl\u00e4rte, dies sei unm\u00f6glich. Jeder einzelne Christ ist hier in seinem Gewissen pers\u00f6nlich gefragt und deshalb kann es gar keine \u201eMeinung der Kirche\u201c dazu geben. Die Aufgabe der Kirche ist \u201edie Sorge um den Menschen und um das Menschliche selbst\u201c, wie Landesbischof Bender in einem Vortrag vor der Evangelischen Akademie Baden 1957 entfaltet. Die Kirche steht f\u00fcr die Gewissens-Bildung. Und diese Weckung des Gewissens ist dann die vollkommen ausreichende Grundlage f\u00fcr all das, was dann auch die \u201eVerantwortung im Leben des Staates\u201c hei\u00dft<a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[55]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4ngst hat aber innerhalb der EKD der \u201eAbschied vom Gewissen\u201c stattgefunden, wie der T\u00fcbinger Philosoph Rolf Denker in einer eindr\u00fccklichen Darstellung aus dem Jahre 2002 zusammengetragen hat: Nicht nur die Kirche versucht, allgemein verbindliche \u201eethische Orientierungen\u201c zu geben, auch in den Feuilletons \u201ekorrespondiert dem derzeit \u00fcberbordenden Ethik- und Wertediskurs eine schleichende Entm\u00fcndigung des individuellen Gewissens\u201c<a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[56]<\/a>. Hart geht Denker (S. 115-131) mit der EKD ins Gericht: Er zeigt, wie in der \u201eGewissensschrift\u201c der Kammer f\u00fcr \u00d6ffentliche Verantwortung der EKD vom Juni 1997<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\">[57]<\/a> \u201ezwar jedem geraten wird, nicht gegen sein eigenes Gewissen zu entscheiden bzw. zu handeln, aber sofort bemerkenswert eindringlich aufgefordert wird, genauestens zu pr\u00fcfen, ob und wann \u00fcberhaupt eine Gewissensentscheidung vorliegt \u2026 Kurz und gut: Das Gewissen soll nur h\u00f6chst sparsam bem\u00fcht werden, am besten gar nicht\u2026 Dem Gewissen wird damit letztlich die besondere Dignit\u00e4t abgesprochen\u201c<a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\">[58]<\/a>. Denkers Summe ist traurig: Diese \u201eKirche der Reformation\u201c betreibt \u201eGewissensverdr\u00e4ngung\u201c. Aber sie ist wahr: \u201eEinerseits wird recht lutherisch dem Einzelnen die ganz pers\u00f6nliche Zwiesprache mit Gott best\u00e4tigt, andererseits aber (dieser Zwiesprache mit Gott) zugleich misstraut, denn er k\u00f6nne die vernommene Stimme Gottes im inneren Dialog wom\u00f6glich falsch verstehen\u201c<a href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\">[59]<\/a>. Denker hat diese Unterdr\u00fcckung der geistigen Selbst\u00e4ndigkeit genau erkannt: \u201eSowohl in den Grundrechtsartikeln unserer staatlichen Verfassung als auch in den Grundsatz\u00e4u\u00dferungen der Kirche wird also dem Gewissen jedes Einzelnen h\u00f6chster Rang und gr\u00f6\u00dfte W\u00fcrde zugesprochen, ihm aber eigentlich alles Terrain des gewissenhaften Handelns entzogen\u201c. Max Horkheimer hat diese Tendenz schon 1962 begriffen: \u201edass das Gewissen an gesellschaftlicher Bedeutung verloren habe und anfange, sich zur\u00fcckzubilden: <em>\u201aDer Mensch in der verwalteten Welt hat mehr auf Zeichen als auf innere Postulate zu reagieren. Sie werden durch unausweichliche \u00e4u\u00dfere Konstellationen ersetzt. Die Kontrolle der Macht geht mehr und mehr an andere Instanzen \u00fcber. Je ohnm\u00e4chtiger der Einzelne, desto weniger bleibt dem Gewissen \u00fcberlassen. Es geht zur\u00fcck\u2018<\/em>\u201c<a href=\"#_edn60\" name=\"_ednref60\">[60]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Brutal, der Ausdruck ist hier angemessen, bringt die EKD den Abschied vom religi\u00f6sen Gewissen in ihrer zweiten Denkschrift zur Verteidigung ihres politischen Anspruchs von 2008<a href=\"#_edn61\" name=\"_ednref61\">[61]<\/a> zum Ausdruck. Der f\u00fcr die \u201eDenkschriften, die sozusagen \u201ain Stein gemei\u00dfelt sind\u2018\u201c<a href=\"#_edn62\" name=\"_ednref62\">[62]<\/a>, nun frontal artikulierte Meinungszwang wird mit der Behauptung gerechtfertigt, dass die EKD grunds\u00e4tzlich \u201e<em>im Interesse des Gemeinwesens<\/em>\u201c spricht. Das soll man dann einfach glauben<a href=\"#_edn63\" name=\"_ednref63\">[63]<\/a>. Ein aufgekl\u00e4rtes Bewusstsein hat freilich schon immer gewusst, dass der Anspruch der Kirchenf\u00fchrer, \u201edie moralische und spirituelle Avantgarde der Gesellschaft\u201c<a href=\"#_edn64\" name=\"_ednref64\">[64]<\/a> (sic!) zu sein, sich nur ins L\u00e4cherliche wenden kann. Doch die EKD st\u00f6rt dies nicht: Ihre Auff\u00fchrung erzeugt das, was Karl Heinz Bohrer so treffend \u201edie Hysterie der sozialen Konformit\u00e4t\u201c<a href=\"#_edn65\" name=\"_ednref65\">[65]<\/a> nennt, und hat damit zumindest kircheninterne Wirkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die konstante Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung der kirchlichen Worte-Produktion beschreibt im Jahre 2014 auch Hartmut Kre\u00df in seiner Durchmusterung der aktuellen Erkl\u00e4rungen, Studien und Denkschriften der EKD. Seine Summe \u00fcberrascht nicht: Die \u201eethischen Orientierungen\u201c der EKD sind in ihren Urteilslagen \u00fcberzogen und in ihren Argumentationen durchgehend unklar. Am Beispiel der Denkschrift zum Gesundheitssystem protokolliert Kre\u00df die darin erkennbare \u201ewenig gl\u00fcckliche Hand der EKD\u201c. Ihre propagandistischen Forderungen sind in der Regel realit\u00e4tsfern und im Fortschrittsversprechen auch absolut unehrlich, wie Kre\u00df am Beispiel des am 28. Februar 2014 vom EKD-Ratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz vorgestellten neuen Sozialwort der Kirchen \u201eGemeinsame Verantwortung f\u00fcr eine gerechte Gesellschaft\u201c illustriert: \u201eDie Leiharbeit, die von den Kirchen beklagt wird, ist von ihnen selbst praktiziert worden. Dies hat sogar die EKD-Synode einger\u00e4umt\u201c. Kre\u00df demonstriert an diesem \u201eSozialwort\u201c das vollkommene Misslingen des erhabenen Auftritts der Kirchenelite, der als \u201eGemeinsame Verantwortung f\u00fcr eine gerechte Gesellschaft\u201c startet, um eine im eigenen kirchlichen Feld ja schon gar nicht erst ansatzweise versuchte \u201egrundlegende gesellschaftliche Transformation\u201c (sic!) auf den Weg zu bringen. Kre\u00df fasst die Summe der theologischen Schlampereien, sachlichen Ungenauigkeiten, informationellen Irrt\u00fcmer und intellektuellen Peinlichkeiten in eigentlich allen letzten \u201eWorten\u201c der EKD in die Mahnung: \u201eDie kirchlichen Verlautbarungen sind in eine Sackgasse geraten\u201c<a href=\"#_edn66\" name=\"_ednref66\">[66]<\/a>. Aus einer Sackgasse kommt man aber nur r\u00fcckw\u00e4rts heraus. Doch es ist nichts am Horizont, dass das EKD-Establishment damit aufh\u00f6ren w\u00fcrde, \u201eautoritative \u00c4u\u00dferungen\u201c<a href=\"#_edn67\" name=\"_ednref67\">[67]<\/a> in die Welt zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unausweichlich wird die auf Koordination mit der politischen Klasse eingestellte Kirche religi\u00f6s stumm. Sie betr\u00fcgt die Kirchensteuerzahler zwar nicht mit dem Ablass, aber mit einem dem mittelalterlichen Abgabendruck strukturell vergleichbaren Betrug der Kirchensteuerzahler. Die Behauptung, dass \u201e80 % aller kirchlichen Ressourcen nach wie vor in die Kirchengemeinden flie\u00dfen\u201c<a href=\"#_edn68\" name=\"_ednref68\">[68]<\/a>, ist Zweckpropaganda, die das ausufernde Eigenleben der Kirchenorganisation zudecken soll: Tats\u00e4chlich verbraucht der kirchliche Apparat f\u00fcr seinen institutionellen Habitus und seine gesellschaftspolitische Aufstellung, die konzeptionslos ausgeuferte Diakonie eingeschlossen, etwa selbst diese \u201e80% aller kirchlichen Ressourcen\u201c. In Zahlen: Die Kirchensteuer erbringt im Durchschnitt der Landeskirchen etwa zwei Drittel der kirchlichen Einnahmen, also im EKD-Durchschnitt pro Kirchenmitglied auf das Jahr 2012 bezogen rund 200 \u20ac (2014 dann 220 \u20ac), dazu an Zusch\u00fcssen, Ersatzleistungen, Staatsleistungen und Ertr\u00e4gen aus Verm\u00f6gen rund 100 \u20ac pro Kirchenmitglied. Die Gemeinden erhalten in der f\u00fcr den EKD-Durchschnitt repr\u00e4sentativen Pf\u00e4lzischen Landeskirche aber nur rund 5 % der \u201ekirchlichen Ressourcen\u201c oder 7,5 % der Kirchensteuer. Dies hei\u00dft: Eine im Jahr 2012 rd. eine Million Euro an Kirchensteuern aufbringende 5.000 Mitglieder-Gemeinde erh\u00e4lt nur 75.000 \u20ac Schl\u00fcsselzuweisung f\u00fcr ihren gemeindlichen Bedarf (Unterhalt von 2 Kirchen, 1 kl. und 1 gr. Gemeindehaus, 2 Pfarrh\u00e4user\/Pfarr\u00e4mter). Ihre beiden Pfarrergeh\u00e4lter kosten rund 180.000 \u20ac incl. Pensionsr\u00fccklage. Spitz berechnet erhalten die Kirchengemeinden netto also nicht einmal 20 % der kirchlichen Finanzressourcen (das w\u00e4ren 300.000 \u20ac), sondern nur rd. 25 % der von ihren Mitgliedern aufgebrachten Kirchensteuer &#8211; viel zu wenig, um Kirchlichkeit erhalten zu k\u00f6nnen. Die angeblich \u201etransparenten\u201c Kirchen-Haushalte bilden diese Wirklichkeit nicht ab. Wie die Erkundung der genauen R\u00fcckfl\u00fcsse an die Gemeinden vor Ort zeigt: \u201edie Gemeinde\u201c ist nicht \u201edas Herz der Kirche\u201c. Das Geld der Kirche flie\u00dft in die echten Priorit\u00e4ten der Kirchenleitungen: in den Erhalt und Ausbau des Apparats und sie zeigen die zynische Verachtung der immer tiefer in die institutionelle Knechtschaft gef\u00fchrten Pfarrerschaft durch eine Kirchenelite, die das System der Kirche so einsetzt und fortw\u00e4hrend weiter umbaut, dass es nur noch f\u00fcr sie und nicht mehr gegen sie arbeiten kann. Und diese Kirchenelite arbeitet schon sehr lange so: Schon 1970 wird mit der \u201eDenkschriften-Denkschrift\u201c<a href=\"#_edn69\" name=\"_ednref69\">[69]<\/a> der EKD der innerkirchliche Pluralismus erstickt. Die protestantische Diskurskultur, die schon 1967 bei den Kirchenzeitungen zu Ende war, verschwindet nun auch in den Kirchengremien: Die EKD erkl\u00e4rt zwar noch, dass man ihre Denkschriften \u201eals ein Reden mit den Menschen f\u00fcr den Menschen bezeichnen (kann), das den in seiner Eigenverantwortung respektierten Angesprochenen zu <em>freiwilliger Anerkennung<\/em> einladen will\u201c. Doch sie zieht diese \u201eFreiwilligkeit\u201c selbst sofort wieder ein: \u201eJedoch werden auch solche Ratschl\u00e4ge aus christlicher Verantwortung nicht unverbindlich in das freie Belieben des Angesprochenen gestellt\u201c<a href=\"#_edn70\" name=\"_ednref70\">[70]<\/a>. Die gegebene \u201eethische Orientierung\u201c der Kirche soll man zwar \u201efreiwillig\u201c annehmen, aber der Gehorsam ist absolut zwingend: Es ist unm\u00f6glich, gegen die Meinung der, wie sich die EKD-F\u00fchrung schon im Jahr 1946 selbst tituliert, \u201eh\u00f6chsten Personen\u201c der EKD<a href=\"#_edn71\" name=\"_ednref71\">[71]<\/a> innerkirchlich noch irgendeine noch so begr\u00fcndete pers\u00f6nliche Meinung geltend zu machen, auch nicht die Stimme des Gewissens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptkennzeichen des im 20. Jahrhundert unaufhaltsam Land gewinnenden \u201eneuen Mittelalters\u201c ist die Moralisierung und Monopolisierung des \u00f6ffentlichen Gespr\u00e4chs. Die EKD kann sich dabei auf ihre \u201eeingebetteten\u201c Theologen verlassen, die nicht mehr die Grenzen des politischen Engagements lehren, sondern den \u201eGlauben an die Gesellschaft\u201c und die kirchliche Vollmacht zur Gestaltung der Welt, also den neuen Ordo, der \u201edas subjektiv unvermittelte Verh\u00e4ltnis des einzelnen zum sozialen Ganzen\u201c<a href=\"#_edn72\" name=\"_ednref72\">[72]<\/a> zur kirchlichen Leitlinie erhebt. Sie machen damit die EKD zur Vorhut einer Gleichschaltung des Denkens, die eine \u201emittelalterliche\u201c Gesinnungsorthodoxie aufbaut und damit der laufenden Refeudalisierung des Politikbetriebs wie der gesamten Gesellschaft nun sogar religi\u00f6se Legitimit\u00e4t besorgt. Auf ein im Glauben gebundenes Gewissen oder auf Vernunftgr\u00fcnde kann sich, wie die zweite \u201eDenkschriften-Denkschrift\u201c 2008 bekr\u00e4ftigt, kein Protestant mehr berufen. Denn die Ansagen der Kirchenelite werden ja \u201eim Namen Gottes\u201c erlassen, wie es geradezu klassisch im Jahre 1966 der EKD-Ratsvorsitzende Kurt Scharf erkl\u00e4rt: \u201eWir sprechen nicht im Namen der Christen. Wir reden viel anspruchsvoller: wir reden im Namen Gottes\u201c<a href=\"#_edn73\" name=\"_ednref73\">[73]<\/a>. Und man kann diese Hybris nicht relativieren. Denn 37 Jahre sp\u00e4ter sagt der andere EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber praktisch dasselbe, um wie Kurt Scharf die un\u00fcbersteigbare Legitimation seines \u00f6ffentlichen Sprechens auszudr\u00fccken: \u201eDie Kirche ist nicht ein politischer Akteur unter anderen, sondern mischt sich um Gottes willen politisch ein\u201c.<a href=\"#_edn74\" name=\"_ednref74\">[74]<\/a> Man muss solche \u00c4u\u00dferungen scharf bewerten: \u201eDas bedeutet doch, dass die Kirche ihre politischen Ansichten nicht auf dem Forum der politischen Streitigkeiten zur Diskussion stellen will, sondern ihre Meinungen h\u00f6heren Orts, n\u00e4mlich von Gott, in dessen Namen sie zu sprechen vorgibt, verb\u00fcrgt sieht\u201c, obwohl \u201edie Kirche keine anderen Erkenntnisquellen und keine anderen Argumente zur Verf\u00fcgung (hat), als sie die anderen politischen Akteure auch haben k\u00f6nnen, n\u00e4mlich m\u00f6glichst vern\u00fcnftige und der politischen Situation angepasste\u201c<a href=\"#_edn75\" name=\"_ednref75\">[75]<\/a>. Doch genau das wird nicht mehr zugegeben. Auch Luther w\u00e4re in Worms 1521 an diesem den Gehorsam \u201efreiwillig\u201c erzwingenden Habitus der EKD gescheitert &#8211; und als Ketzer verbrannt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das derzeit in die Zielgerade laufende Reformationsjubil\u00e4um der EKD hat mit Luthers Verst\u00e4ndnis von der Freiheit eines Christenmenschen und einem daraus folgenden Vorrang des <em>eigenen<\/em> Gewissens nicht mehr viel zu tun. L\u00e4ngst sind die geistlichen Errungenschaften der Reformation in einer \u00e4ngstlichen Passivit\u00e4t und Resignation der Pfarrerschaft versunken, die schon intern nicht mehr wagt, die Systemfrage zu stellen: Die politischen und ideologischen Zw\u00e4nge und die unaufhaltsame Erosion von Rechtlichkeit und Staatlichkeit machen auch innerhalb der Kirche immer mehr B\u00fcrger ganz \u201emittelalterlich\u201c zu Untertanen eines \u201e<em>neuen Adels<\/em>, der durch die brutale Unterdr\u00fcckung der \u00fcbrigen\u201c<a href=\"#_edn76\" name=\"_ednref76\">[76]<\/a> entsteht: Auch die EKD-Nomenklatura versucht, in der Oligarchen-Rolle f\u00fcr bestimmte Bereiche der Gesellschaftsmoral (und Minderheiten) einen legitimatorischen Primat durchzusetzen, der keine vern\u00fcnftige Begr\u00fcndung hat. Schon zu lange ist hier vergessen, dass die entscheidende Frage der Kirche keine <em>Frage der Gesellschaft<\/em> ist, sondern die Frage, wie die Kirche in den Menschen die Besinnung auf Gott und auf sich selbst, d.h. auf die eigene Seelenverfassung, ausl\u00f6sen kann. \u201eErst wer diese Besinnung mit vollzieht, kann sich selbst als aus der Beziehung zu Gott lebend verstehen. Und zu dieser Besinnung anzuregen, das ist der Sinn religi\u00f6ser Verk\u00fcndigung, der die Rede von Gott eigent\u00fcmlich ist\u201c<a href=\"#_edn77\" name=\"_ednref77\">[77]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist h\u00f6chste Zeit, in der Vorbereitung f\u00fcr das Jubil\u00e4um 2017 den schon hochtourig laufenden Selbstbetrug zu beenden, denn es geh\u00f6rt \u201ezur W\u00fcrde des vern\u00fcnftigen Menschen, dass er sich eingesteht, was geschehen ist und was getan ist\u201c<a href=\"#_edn78\" name=\"_ednref78\">[78]<\/a>: dass es in dieser EKD nicht mehr opportun ist, die Gewissensfreiheit und Unvertretbarkeit des pers\u00f6nlichen Glaubens zu leben. Das kommende Reformationsgedenken hat deshalb die gleiche Aufgabe wie vor 500 Jahren: Diese EKD-Kirchenwelt ist \u201eradikal zu entpolitisieren und der Ordnung des Politischen, die ohne Gewalt nicht denkbar ist, eine andere Ordnung gegen\u00fcber zu stellen, deren Macht auf Gewaltlosigkeit beruht\u201c<a href=\"#_edn79\" name=\"_ednref79\">[79]<\/a>. Harnack hat es schon 1900 gesagt: \u201eDas Blut der M\u00e4rtyrer ist geflossen, damit eine unverr\u00fcckbare Grenze entst\u00e4nde zwischen der Religion und der Politik, zwischen Gott und dem Kaiser\u201c<a href=\"#_edn80\" name=\"_ednref80\">[80]<\/a>. Nichts anderes ist jetzt vor allem anderen zu tun: diese Grenze zwischen Religion und Politik ist in der Kirche wiederherzustellen. Danach kann und wird auch vieles andere wieder heil werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Karl Richard Ziegert<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Deutsches Pfarrerblatt, 7\/2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Karl Richard Ziegert: Jahrgang 1946, Studium in Bethel, Heidelberg und Mainz, ab 1972 Pfarrer an der Pauluskirche in Ludwigshafen am Rhein, 1975 Theolog. Promotion in Heidelberg, 1987-1994 Direktor der Evang. Akademie Speyer, 1995-2011 Landeskirchl. Beauftragter f\u00fcr Weltanschauungsfragen. Seitdem i.R. in Ludwigshafen\/Rhein. Letzte Buch-Ver\u00f6ffentlichung: \u201eDie Verk\u00e4ufer des perfect life. \u00dcber die Amerikanisierung der Religion und den Untergang der EKD-Kirchenwelt in Deutschland\u201c, M\u00fcnster 2015.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Bei <em>Kaufmann<\/em>, Thomas: Das schwierige Erbe der Reformation, in: FAZ 14.11.2011, 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> <em>Fritsch, <\/em>Bruno: Ansprache zur Er\u00f6ffnung der Tagung \u201eZukunftsbilder Schweiz\u201c 25. November 1995, in: Zukunftsforschung, 24. 1995, Nr. 4, 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> <em>Pesch<\/em>, O.H.: Luther und die Reformation \u2013 katholisch gesehenen, in: Christ in der Gegenwart, Heft 45\/1980, 1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> <em>Leppin<\/em>, Volker: Martin Luther, 2. Aufl. Darmstadt 2010, 156.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> <em>Leppin<\/em>, Volker: Sp\u00e4tmittelalterliche Wege der Immediatisierung und ihre Bedeutung f\u00fcr die reformatorische Entwicklung Martin Luthers, in: Johanna Haberer und Berndt Hamm (Hg.): Medialit\u00e4t, Unmittelbarkeit, Pr\u00e4senz, T\u00fcbingen 2012, 307-337, 337.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> <em>Leppin<\/em>, aaO..<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> \u201eCum contra conscientiam agere neque tutum neque integrum sit\u201d E.A. VI, 13; WA VII, 838.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> <em>Loewenich, Walter von<\/em>: Luther und der Neuprotestantismus, Witten 1963, 320.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> <em>Rade<\/em>, Martin: Das Gewissen des Theologen, in ZThK 22. 1912, 273-292, 276.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> <em>Rade<\/em>, aaO. 280.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> <em>Roellecke, <\/em>Gerd: Menschenw\u00fcrde auf Sendung, FAZ 29.11.2004, 37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> <em>Hegel<\/em>: Rede zum Schulabschlussjahr am 29.09.1809, N\u00fcrnberg (Werke in 20 B\u00e4nden, Bd. 4, Frankfurt\/M. 1970, 319).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> <em>Loewenich<\/em>: Luther und der Neuprotestantismus, 388.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> <em>Luther<\/em>: Tischreden WA\/TR Bd. 3, Nr. 2938b.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> <em>R\u00fcckert, <\/em>Hanns: Kirche und Amt in der evangelischen Theologie, in: Leonhard Reinisch (Hg.): Theologie heute, 4. Aufl. M\u00fcnchen 1968, 103-114, 110.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> <em>Martin Luther<\/em> 1528, WA 27, 418, 3-4: \u201eNon opus ut sanctus sit Cesar, non indiget ad regimen suum, ut sit Christianus. Satis est ad Cesarem, ut habeat rationem\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Die Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche, 6. Aufl. 1967, 61: \u201eEst autem ecclesia congregatio sanctorum, in qua evangelium pure docetur et recte administrantur sacramenta. Et ad veram unitatem ecclesiae satis est consentire de doctrina evangelii et de administratione sacramentorum\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> \u201eGott bleibt bei Luther immer auch ein R\u00e4tsel\u201c. Interview mit Ulrich <em>Barth<\/em>, in: FAZ 31.10.2014, 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> <em>Janz<\/em>, Oliver: B\u00fcrger besonderer Art. Evangelische Pfarrer in Preu\u00dfen 1850-1914, vornehmlich in Westfalen. Diss. Theol. FU Berlin, 1990.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Bei <em>Graf,<\/em> Friedrich Wilhelm: Vom Munus Propheticum Christi zum Prophetischen W\u00e4chteramt der Kirche?, in: ZEE 32. 1988, 88-106, 100 (beide Zitate).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> <em>Feige<\/em>, Andreas: \u00d6ffentlichkeit und \u00f6ffentliche Meinung, StdZ 212. 1994, 316-324, 321.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Bischof Wolfgang Huber, zit. bei M. <em>Drobinski<\/em>: Das offene Fenster, SZ 8. Dezember 2005.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> <em>Rechtfertigung und Freiheit<\/em>, <em>500 Jahre Reformation 2017. <\/em>Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), G\u00fctersloh 2014, 108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> So die Stellungnahme des Rates der EKD zur Pr\u00e4implantationsdiagnostik vom 15.2.2011, epd-Dok. Nr. 9-2011, 5-7. Vgl. dazu <em>Kre\u00df<\/em>: Pluralismus, in: ZEE 58. 2014, 213ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> <em>Schad, <\/em>Christian: \u201e\u00dcberlebensfrage f\u00fcr unsere Kirche\u201c, Interview in der \u201eRheinpfalz\u201c 21.11.2014.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\"><\/a><sup>26<\/sup> <em>Harnack<\/em>: Zur gegenw\u00e4rtigen Lage des Protestantismus, Beiheft zur \u201eChristlichen Welt\u201c Nr. 25, 1896, 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\"><\/a><sup>27<\/sup> <em>Das Buch Gottes<\/em>. Elf Zug\u00e4nge zur Bibel. Ein Votum d. Theolog. Ausschusses d. Arnoldshainer Konferenz, 1992.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> Im \u201eArbeitsplan der Bekennenden Kirche\u201c vom 19. Juli 1935 findet sich erstmals ein ausgef\u00fchrter \u201e\u00d6ffentlichkeitsanspruch\u201c der Kirche, der den Einzelnen prim\u00e4r \u201eals Glied in einem \u00f6ffentlichen Bereich\u201c anspricht und dem v\u00f6lkischen Kollektiv verpflichtet sieht. Der \u201eArbeitsplan\u201c samt dem erhellenden Protokoll im Bestand des EZA Berlin Nr. 50\/450, beide Zitate auf Protokollseite 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> <em>Tillich<\/em>: \u201eDer totale Staat und der Anspruch der Kirchen\u201c (1934), in: Ges. Werke Bd. X, Stuttgart 1968, 121-145, 136.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> <em>Asmussen<\/em>: Anschreiben zur Versendung des Arbeitsplans samt Protokoll vom 2. August 1935, aaO..<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> Zu dieser Deutung von \u201eBarmen\u201c bei <em>Ziegert<\/em>, Karl Richard: Zivilreligion \u2013 der protestantische Verrat an Luther, M\u00fcnchen 2013, 141-153.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> <em>M\u00fchlmann, <\/em>Wilhelm: Chiliasmus und Nativismus, Studien zur Psychologie, Soziologie und historischen Kasuistik der Umsturzbewegungen, Berlin 1961, 281.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> <em>Schelsky, <\/em>Helmut: Die Arbeit tun die anderen, Opladen 1975, 15f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> <em>Schelsky<\/em> aaO. 37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> <em>Schelsky<\/em> aaO. 134.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> Vgl. <em>Berdiajew<\/em>, Nikolai, Das neue Mittelalter, T\u00fcbingen 1950. Ein \u00dcberblick \u00fcber den modernen Gebrauch dieser Formel bei <em>Wei\u00dfmann, <\/em>Karlheinz: Neues Mittelalter, in: Sezession 21, Dezember 2007, 22-26.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\"><\/a><sup>51<\/sup> <em>Tillich<\/em>, aaO. 138.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> <em>Bolewski<\/em>, Hans: Die Evangelischen Akademien &#8211; Begriff und Wirklichkeit, in: Die Evangelischen Akademien in Deutschland, hg. vom Leiterkreis der Evangelischen Akademien in Deutschland o.O. und o.J. (1963), 22.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> <em>Bolewski<\/em> aaO. 22f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\"><\/a><sup>30<\/sup> <em>Harnack<\/em>, aaO. 11<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\"><\/a><sup>31<\/sup> <em>Harnack<\/em>, aaO. 12<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> <em>Wallmann, <\/em>Johannes: Mangel an theologischer Beratung, in: FAZ 15.07.2015, 8 (alle Zitate).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> <em>Fleischhauer, <\/em>Jan<em>: <\/em>Unter Linken, 4. Aufl. Hamburg 2009, 295.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a> Vgl. bei <em>Reinhard<\/em>, Wolfgang: Geschichte der Staatsgewalt, M\u00fcnchen 1999, 3. durchgesehene Aufl. 2002, 414. Genau hie\u00df dieser 1793\/94 die Diktatur aus\u00fcbende Ausschuss \u201eGemeinwohlausschu\u00df\u201c, frz. Comit\u00e9 du salut publique.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> <em>Buchna<\/em>, Kristian: Ein klerikales Jahrzehnt? Kirche, Konfession und Politik in der BRD w\u00e4hrend der 1950er Jahre, Baden-Baden 2015, 300.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> So die exemplarische \u00c4u\u00dferung des Chefredakteurs der \u201eL\u00fcbecker Nachrichten\u201c Hans Schrem am 14.3.1954 bei Buchna, aaO. 456.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> <em>Schmitt Glaeser<\/em>, Walter: Private Gewalt im politischen Meinungskampf. Zugleich ein Beitrag zur Legitimit\u00e4t des Staates, 2. erg. Aufl. Berlin 1992, 121-124.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> <em>Rendtorff<\/em>, Trutz: Die Autorit\u00e4t der Freiheit. Zur Stellung des Protestantismus zu Staat und Demokratie (1987), in: Vielsp\u00e4ltiges. Protestantische Beitr\u00e4ge zur ethischen Kultur, Stuttgart 1991, 81-100.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> <em>Karle, <\/em>Isolde: Wozu Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn doch alle Priester sind?, in: Dt. Pfarrerblatt 2009, 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[50]<\/a> <em>Evangelische Kirche in Deutschland<\/em>: Informieren, transformieren, reformieren. Zukunftsforum vom 15.-17. Mai 2014 im Ruhrgebiet, Programm, 80. Vgl. dazu <em>Bingener, <\/em>Reinhard: Endlich Luther bei die Fische?, FAZ 19.05.2014, 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[51]<\/a> Synodalprotokoll Speyer, Herbst 2014, Bd. 2, 292.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[52]<\/a> <em>R\u00fcckert<\/em> Hanns: Kirche und Amt in der evangelischen Theologie, 114.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[53]<\/a> <em>Nowak, <\/em>Kurt: Die \u201eantihistoristische Revolution\u201c. Symptome und Folgen der Krise historischer Weltorientierung nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, in: Horst Renz (Hg.): Umstrittene Moderne. Die Zukunft der Neuzeit im Urteil der Epoche Ernst Troeltschs, G\u00fctersloh 1987, 133-171, 167.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[54]<\/a> <em>Kirche der Freiheit<\/em>, 85.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[55]<\/a> <em>Bender, <\/em>Julius: Von der Aufgabe der Evangelischen Akademie, in: der Horizont, Bd. 2, Karlsruhe 1957, 1-7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[56]<\/a> <em>Denker<\/em>, Rolf: Abschied vom Gewissen, hg. Von Stephan Becker und Uwe Bernhardt, Gie\u00dfen 2002.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[57]<\/a> <em>Gewissensentscheidung und Rechtsordnung<\/em>. Eine Thesenreihe der Kammer f\u00fcr \u00d6ffentliche Verantwortung der EKD, Hannover 1997.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[58]<\/a> <em>Denker: <\/em>Abschied vom Gewissen, 117.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[59]<\/a> <em>Denker<\/em>: Abschied vom Gewissen, 170 (Anm. 6).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref60\" name=\"_edn60\">[60]<\/a> <em>Denker<\/em>: Abschied vom Gewissen, 119.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref61\" name=\"_edn61\">[61]<\/a> \u201e<em>Das rechte Wort zur rechten Zeit<\/em>. Eine Denkschrift des Rates der EKD zum \u00d6ffentlichkeitsauftrag der Kirche, G\u00fctersloh und Hannover 2008.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref62\" name=\"_edn62\">[62]<\/a> <em>Das rechte Wort zur rechten Zeit<\/em>, 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref63\" name=\"_edn63\">[63]<\/a> <em>Das rechte Wort zur rechten Zeit<\/em>, 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref64\" name=\"_edn64\">[64]<\/a> <em>Bingener, <\/em>Reinhard: Endlich Luther bei die Fische? \u201eSpirituelle und moralische Avantgarde\u201c: Die evangelische Kirche denkt \u00fcber die Zukunft nach, in: FAZ 19. Mai 2014, 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref65\" name=\"_edn65\">[65]<\/a> <em>Bohrer, <\/em>Karl-Heinz: Am Ende des Erhabenen. Niedergang und Renaissance einer Kategorie, in: Merkur 487\/488, 1989, 736-750, 741f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref66\" name=\"_edn66\">[66]<\/a> <em>Kre\u00df, <\/em>Hartmut: Das neue Sozialwort der Kirchen. in: MD Bensheim, Heft 2 2014, 21f (alle Zitate).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref67\" name=\"_edn67\">[67]<\/a> <em>Surall, <\/em>Frank<em>: <\/em>Dekret oder Diskurs? Die implizite Ekklesiologie evang. Denkschriften, in: ZEE 54. 2010, 249-262, 255.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref68\" name=\"_edn68\">[68]<\/a> <em>Wegner, <\/em>Gerhard: Religi\u00f6se Kommunikation und Kirchenbindung &#8211; Ende des liberalen Paradigmas?, Leipzig 2014, 129.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref69\" name=\"_edn69\">[69]<\/a> <em>Aufgaben und Grenzen kirchlicher \u00c4u\u00dferungen zu gesellschaftlichen Fragen.<\/em> 4. Aufl. G\u00fctersloh 1971<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref70\" name=\"_edn70\">[70]<\/a> <em>Aufgaben und Grenzen kirchlicher \u00c4u\u00dferungen zu gesellschaftlichen Fragen<\/em>, 11.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref71\" name=\"_edn71\">[71]<\/a> Bei <em>Hammelsbeck<\/em>, Oskar: Die kulturpolitische Verantwortung der Kirche, 1946, 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref72\" name=\"_edn72\">[72]<\/a> <em>Schelsky<\/em> aaO. 148.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref73\" name=\"_edn73\">[73]<\/a> <em>Scharf, <\/em>Kurt: Diskussion mit Berliner Sch\u00fclern \u00fcber die EKD-Ost-Denkschrift; ausgestrahlt vom Sender RIAS Berlin am 5.8.1966, Text bei <em>Jach, <\/em>Michael: Der politische Weg der Evangelischen Kirche seit 1945, in: Jens Motschmann und Helmut Matthies (Hg.): Rotbuch Kirche, 4. Aufl. Stuttgart 1976, 23-48, 37f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref74\" name=\"_edn74\">[74]<\/a> Bei <em>Bormann, <\/em>Claus von: H\u00f6chste Legitimation?, in: FAZ 08.12.2003, 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref75\" name=\"_edn75\">[75]<\/a> <em>Bormann<\/em>, aaO.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref76\" name=\"_edn76\">[76]<\/a> <em>Wei\u00dfmann<\/em>, aaO. 26.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref77\" name=\"_edn77\">[77]<\/a> <em>Korsch<\/em>, Dietrich: Vom Ende der Pflicht. Gedanken \u00fcber Autonomie und Unsterblichkeit, in: ThLZ 140. 2015, 322-335, 333.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref78\" name=\"_edn78\">[78]<\/a> <em>Jaspers<\/em>, Karl: Freiheit und Wiedervereinigung, M\u00fcnchen 1960, 184.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref79\" name=\"_edn79\">[79]<\/a> <em>Assmann, <\/em>Jan: Gesetz, Gewalt und Monotheismus, ThZ 62. 2006, 475-486, 486.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref80\" name=\"_edn80\">[80]<\/a> <em>Harnack<\/em>: Das Wesen des Christentums, 1900, Ausgabe Hamburg 1964, 120.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protestantische Kirchen nennen sich ganz selbstverst\u00e4ndlich \u201eKirche der Reformation\u201c. Dass sich in ihnen \u201eseit dem 16. Jahrhundert fundamentale Umformungen vollzogen\u201c haben, wird kaum problematisiert. Die EKD richtet sich anfechtungslos auf ihr Reformationsjubil\u00e4um 2017 ein und sucht die \u201efr\u00f6hliche\u201c Zustimmung zu ihrer Kirchenpolitik. 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