{"id":13643,"date":"2016-07-01T15:55:58","date_gmt":"2016-07-01T13:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13643"},"modified":"2016-07-01T16:00:26","modified_gmt":"2016-07-01T14:00:26","slug":"wenn-die-hinwendung-zum-christentum-lebensgefaehrlich-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13643","title":{"rendered":"Wenn die Hinwendung zum Christentum lebensgef\u00e4hrlich wird"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In Uganda h\u00e4ufen sich \u00dcbergriffe auf ehemalige Muslime, die Christen geworden sind. Die Attacken geschehen mehrheitlich in \u00f6stlichen Gebieten, wo die muslimische Minderheit stark verbreitet ist. Der islamistische Extremismus wird immer st\u00e4rker. Die Regierung ist gefordert. Uganda ist ein mehrheitlich christliches Land. 85 Prozent der Einwohner sind Christen. Muslime, darunter vorwiegend Sunniten, machen etwa elf Prozent aus. Sie leben vor allem im Osten des Landes. Und mit Yoweri Museveni hat Uganda einen christlichen Staatschef. Doch weder die numerischen Verh\u00e4ltnisse noch die Religionsfreiheit in der ugandischen Verfassung halten Islamisten vor \u00dcbergriffen ab.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehemalige Muslime leben gef\u00e4hrlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten dokumentierten \u00dcbergriffe betreffen ehemalige Muslime, die sich dem christlichen Glauben zugewendet haben. Die Angriffe haben in j\u00fcngster Zeit zugenommen. Im August 2014 hatte Ntende Hawa nach einem evangelistischen Anlass den christlichen Glauben angenommen. Als ihr Mann, Daparah Mumpi, von ihrer Konversion erfuhr, rastete er aus und schrie \u00abAllahu Akbar\u00bb (Gott ist gr\u00f6\u00dfer). Er schlug mit einem Gegenstand auf seine Frau ein. Nachbarn konnten die junge Frau und die ver\u00e4ngstigten Kinder retten. Vor dem Richter zeigte der gekr\u00e4nkte Mann keine Reue: \u00abDer Koran erlaubt es mir, Abtr\u00fcnnige vom Islam zu t\u00f6ten.\u00bb Am 4.\u2009April 2016 ging Mumpi mit einer Machete auf seine Frau los. Sein Bruder konnte Schlimmeres verhindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch weitere Beispiele best\u00e4tigen die zunehmenden \u00dcbergriffe auf Konvertiten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 42-j\u00e4hrige Witwe Amina Napiya, die zwei Jahre zuvor Christin geworden war, musste am 16.\u2009M\u00e4rz 2016 mit ihren f\u00fcnf Kindern aus ihrem Dorf Nakajete (Ostuganda) fliehen. Ihre 13-j\u00e4hrige Tochter war drei Wochen zuvor vergewaltigt worden. Der T\u00e4ter nannte die Vergewaltigung eine Warnung an die Mutter, die Schande \u00fcber den Islam gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht selten m\u00fcssen vom Islam abgewandte Christen ihre Bekehrung mit dem Leben bezahlen, wie beispielsweise Laurence Maiso. Vier Tage vor seiner Ermordung am 27.\u2009Januar 2016 hatte ihn der Imam Kamulali Hussein besucht und ihn mit Allahs Todesengeln bedroht. Einen Monat zuvor starben f\u00fcnf Christen, die in ihrem mehrheitlich muslimischen Dorf ihren Glauben im Untergrund praktizierten. Sie hatten bei einem konvertierten Christen das Bibelstudium besucht und wurden mit Pestiziden in der Mahlzeit vergiftet. Unter den Get\u00f6teten war auch eine schwangere Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wachsender Einfluss des Wahhabismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die radikale Ablehnung und die rohe Gewalt, mit der sich Konvertiten konfrontiert sehen, deuten auf einen wachsenden extremistischen Einfluss der Muslime in Uganda hin. Das war nicht immer so. Lange Zeit galt der Islam in Afrika als tolerant. Die meisten afrikanischen Muslime sind sufistisch gepr\u00e4gt und leben einen pers\u00f6nlichen, spirituellen Islam, der mit dem Wahhabismus nichts am Hut hat. Doch der zunehmende Einfluss von Saudi-Arabien und Katar hat den Extremismus in Afrika gef\u00f6rdert. Dies vor allem durch afrikanische Studenten im Nahen Osten, die nach ihrer Ausbildung nach Hause zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regierung Ugandas bekr\u00e4ftigt seit langem ihre Bem\u00fchungen f\u00fcr eine friedliche Koexistenz zwischen den Christen und den Muslimen. So mahnte Pr\u00e4sident Yowei Museveni 1989, dass Muslime nicht ausgegrenzt werden d\u00fcrften. Gleichzeitig warnte er vor religi\u00f6sem Fanatismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Attentat wegen milit\u00e4rischem Einsatz?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Warnung gilt heute noch: \u00abDie Bedrohung durch den islamistischen Extremismus ist ein gro\u00dfes Problem\u00bb, sagte Ugandas Premierminister Dr.\u2009Ruhakana Rugunda vor kurzem in einem Fernsehinterview und f\u00fcgte an: \u00abUm den Extremismus zu bek\u00e4mpfen, ist es unsere Aufgabe, transparent zu sein und Verantwortung zu \u00fcbernehmen.\u00bb Uganda stellt einen Gro\u00dfteil der afrikanischen Friedenstruppe, um Somalias Regierung im Kampf gegen den von den Islamisten angestrebten Gottesstaat zu unterst\u00fctzen. Gerade in diesem milit\u00e4rischen Engagement sieht die Regierung einen wesentlichen Grund f\u00fcr den wachsenden islamischen Extremismus in Uganda. Der traurige H\u00f6hepunkt war das Bombenattentat von Mitte Juli 2010 in der Hauptstadt Kampala, bei dem 79 Menschen starben. Als Urheber gelten nebst der Terrormiliz Al-Shabaab auch einheimische Islamisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlie\u00dfung der Madrasas \u2013 eine Provokation?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regierung ist bem\u00fcht, gegen den wachsenden Islamismus vorzugehen. Im M\u00e4rz 2015 wurden f\u00fcnf Koranschulen, sogenannte Madrasas, geschlossen. Die Regierung begr\u00fcndete den Schritt damit, dass junge Studenten in diesen Madrasas radikalisiert werden und sich dann extremistischen Rebellengruppen anschlie\u00dfen. Eine der meist gef\u00fcrchteten Milizen, die mit den geschlossenen Madrasas in Verbindung gebracht werden, ist die Allied Democratic Forces (ADF), die vom Kongo aus mehrere blutige Anschl\u00e4ge in Uganda ver\u00fcbt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Schlie\u00dfung der Madrasas hat Ugandas Regierung einen Teil der einheimischen Muslime erz\u00fcrnt. So wurde die Ma\u00dfnahme von einem der f\u00fchrenden muslimischen Geistlichen, Kassim Nakibinge, heftig kritisiert. F\u00fcr Muslime mit Radikalisierungspotenzial sind solche Ma\u00dfnahmen Wasser auf die M\u00fchlen. Denn gerade im Bildungsbereich f\u00fchlen sich viele Muslime in Uganda benachteiligt. Die ugandische Regierung w\u00fcrde die Muslime im staatlichen Bildungswesen zu wenig integrieren, meint Haji Nsereko Mutumba, Vorsitzender der \u00abUganda Muslim Supreme Council.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regierung in Uganda steht vor einer gro\u00dfen Herausforderung, dem wachsenden Islamismus Einhalt zu gebieten. Es ist ein Balanceakt zwischen integrativen und sanktionierenden Ma\u00dfnahmen, um die Religionsfreiheit im ganzen Land zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Autor: Reto Baliarda<\/em><br \/>\n<em>18.6.2016<br \/>\nQuelle: CSI-newsletter<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Uganda h\u00e4ufen sich \u00dcbergriffe auf ehemalige Muslime, die Christen geworden sind. Die Attacken geschehen mehrheitlich in \u00f6stlichen Gebieten, wo die muslimische Minderheit stark verbreitet ist. Der islamistische Extremismus wird immer st\u00e4rker. Die Regierung ist gefordert. 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