{"id":13630,"date":"2016-06-24T14:08:55","date_gmt":"2016-06-24T12:08:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13630"},"modified":"2016-06-24T14:08:55","modified_gmt":"2016-06-24T12:08:55","slug":"stellungnahme-des-lutherischen-konvents-zur-arbeitshilfe-weggemeinschaft-und-zeugnis-im-dialog-mit-muslimen-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13630","title":{"rendered":"Stellungnahme des Lutherischen Konvents zur Arbeitshilfe \u201eWeggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen\u201c (2015)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die von verschiedenen Aussch\u00fcssen ohne Beteiligung des Amtes f\u00fcr Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste oder gar der Vereinten Evangelischen Mission entworfene Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sieht wohl, da\u00df schon im Alten Testament Gottes Gnade \u201eauf das Heil aller Menschen zielt\u201c, m\u00f6chte aber selbst \u201etheologisch entscheiden, auf welche Traditionen der Bibel wir in der heutigen Situation den Schwerpunkt legen wollen\u201c (S.11). Anstatt dem universalen Heilswillen und Missionsauftrag Jesu gehorsam zu entsprechen, ma\u00dft man sich damit eine Entscheidungsfreiheit an, die Christen nicht zusteht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Beispielen aus der Kirchengeschichte, \u201ewie Mission schrecklich mi\u00dfverstanden&#8230;und mit schlimmster Gewalt verbunden\u201c (S.14) wurde, die s\u00e4mtlich der mittelalterlich-katholischen Verquickung von Religion und Macht entstammen und von der Reformation durch den Grundsatz \u201e<em>sine vi, sed verbo<\/em>\u201c (CA 28) im Sinne der Zwei-Reiche-Lehre und der gewaltfreien, liebevollen Mission Jesu und der Apostel korrigiert wurden, deutet man den klaren Auftrag Jesu: \u201e<em>Lehret alle V\u00f6lker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl.Geistes<\/em>\u201c (Mt 28,19) um. Es gehe ihm \u201enicht um eine Bekehrung\u201c, sondern um den \u201eAufbau heilender und vers\u00f6hnender Gemeinschaften\u201c, den \u201egemeinsamen Auftrag von Christen und Muslimen in der Welt\u201c &#8211; was immer das sei, jedenfalls nichts Biblisches \u2013 und einen \u201eDialog des Lebens\u201c (S.16f.). Eine \u201estrategische Islammission&#8230;in Konversionsabsicht bedroht den gesellschaftlichen Frieden und widerspricht dem Geist und Auftrag Jesu Christi und ist entschieden abzulehnen.\u201c (S.18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit wird zun\u00e4chst ein Missionsverst\u00e4ndnis, das l\u00e4ngst \u00fcberwunden ist, herbeigezerrt, um dann ein neues Missionsverst\u00e4ndnis als L\u00f6sung anzubieten. Aber dieses neue Missionsverst\u00e4ndnis ist keine L\u00f6sung, weil es das Evangelium von Jesus Christus ausklammert. Stattdessen werden Gesetz und Evangelium vermischt, indem behauptet wird, dass ein bestimmtes ethisches Verhalten bereits Mission sei. Durch eine Vergesetzlichung soll also einem Missionsverst\u00e4ndnis die Bahn gebrochen werden, in dem jeder seiner Religion weiter anh\u00e4ngen kann, wenn er nur f\u00fcr den Frieden im Zusammenleben der Menschen eintritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird nicht nur die Hl.Schrift zum Steinbruch, in dem sich jeder nach Belieben bedienen und dem Auftrag Jesu entziehen, ja ihn in sein Gegenteil verkehren kann, sondern es werden auch die heutigen \u201e<em>Zeichen der Zeit<\/em>\u201c (Mt 16,3) verkannt. F\u00fcr eine Muslimmission braucht man allerdings eine Konzeption, wie es die Apostelgeschichte und die Briefe des Apostels Paulus f\u00fcr die urchristliche Mission im r\u00f6mischen Reich zeigen. Die schw\u00e4chelnde Ev. Kirche im Rheinland hat jedoch keine missionarische Kraft, weil sie die Grundlage des Glaubens an Jesus Christus, da\u00df \u201e<em>in keinem andern das Heil ist, auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben ist, durch den wir sollen selig werden<\/em>\u201c (Apg 4,12) verl\u00e4\u00dft. Die Muslime, denen wir im Orient jahrhundertelang nicht wirklich das Evangelium nahegebracht haben, sind in den letzten Jahrzehnten und aktuell durch die Syrienfl\u00fcchtlinge verst\u00e4rkt zu Millionen in unser Land gekommen. Jetzt ist deshalb die Stunde der Mission und \u201eder Tag des Heils\u201c (2.Kor 6,2)! Die evangelischen Freikirchen haben l\u00e4ngst die Aufgabe und Chance erkannt und gehen mit dem Evangelium auf die Muslime zu. Wenn die rheinische Landeskirche jetzt nicht einen entschlossenen Schritt \u00fcber den Dialog hinausgeht und den Muslimen die Liebe Christi liebevoll und klar verk\u00fcndigt, wird sie in naher Zukunft als Minderheit gesellschaftlich marginalisiert werden und in der \u00d6ffentlichkeit keine Bedeutung mehr haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend wir mit dem Judentum, obwohl es eine Gesetzesreligion geworden ist, \u00fcber das gemeinsame Alte Testament bleibend verbunden sind, ist der Islam, der unsere Hl.Schriften durch den Koran ersetzt hat, nicht nur ebenfalls eine Gesetzesreligion, sondern mit dem Evangelium der Rechtfertigung des S\u00fcnders allein aus Gnaden um Christi willen nicht vereinbar. Heilsgewi\u00dfheit gibt es aber nicht durch das stets unvollkommen bleibende Tun guter Werke, sondern nur durch den befreienden Glauben an Gottes verzeihende Liebe. Wenn die Ev.Kirche im Rheinland wirklich auf Muslimmission verzichten will, wird sie Jesus Christus ungehorsam und enth\u00e4lt den Menschen, die zu uns kommen, die allein rettende \u201e<em>Wahrheit des Evangeliums<\/em>\u201c (Gal 2,5) vor.<\/p>\n<p><em>Lutherischer Konvent, K\u00f6nigswinter, den 1.11.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von verschiedenen Aussch\u00fcssen ohne Beteiligung des Amtes f\u00fcr Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste oder gar der Vereinten Evangelischen Mission entworfene Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sieht wohl, da\u00df schon im Alten Testament Gottes Gnade \u201eauf das Heil aller Menschen zielt\u201c, m\u00f6chte aber selbst \u201etheologisch entscheiden, auf welche Traditionen der Bibel wir in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":511,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,4,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13630"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/511"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13630"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13633,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13630\/revisions\/13633"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}