{"id":13524,"date":"2016-05-23T17:04:27","date_gmt":"2016-05-23T15:04:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13524"},"modified":"2016-05-23T17:05:01","modified_gmt":"2016-05-23T15:05:01","slug":"wer-sind-die-geringsten-brueder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13524","title":{"rendered":"Wer sind die geringsten Br\u00fcder?"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einigen Tagen kritisierte die Leitung der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) in einem offenen Brief das Fl\u00fcchtlingsabkommen mit der T\u00fcrkei. In \u201eWarum die migrationspolitische Abschottung Europas ein Irrweg ist. Ein Zwischenruf zur aktuellen Fl\u00fcchtlingspolitik\u201c hei\u00dft es: \u201eDie europ\u00e4ische Identit\u00e4t, Europas \u2018Seele\u2019, war bisher mit einer klaren humanit\u00e4ren Haltung und einem Bekenntnis zu den Menschenrechten existenziell verbunden. Das ist durch die Vereinbarung mit der T\u00fcrkei in Frage gestellt. Europa droht seine humanit\u00e4re Identit\u00e4t zu verlieren! Als Christinnen und Christen in evangelischen Freikirchen sind wir der \u00dcberzeugung, dass es f\u00fcr Europa unverzichtbar ist, Menschen in ihrer existenziellen Not Schutz zu bieten.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Schluss fordern die Kirchenleiter, \u201edass die einzelnen europ\u00e4ischen Nationalstaaten und die Staatengemeinschaft in Europa sich beherzt den Menschen in Not \u00f6ffnen und mehr Verantwortung \u00fcbernehmen, um der bedrohten Menschen und der eigenen Humanit\u00e4t willen. Abschottung und nationaler Egoismus sind f\u00fcr uns keine Optionen europ\u00e4ischer Identit\u00e4t. Wir wollen mit unseren Gemeinden und M\u00f6glichkeiten den Menschen in Not helfen, weil wir uns verpflichtet wissen durch das Wort Jesu: \u2018Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan.\u2019 Matth\u00e4us 25,40\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in der Einleitung der <em>Gerechtigkeitsbibel<\/em> wird im ersten Satz Matth\u00e4us 25,40 zitiert. Offensichtlich wird an die Rede vom Weltgericht in Mt 25 angekn\u00fcpft, wenn es ein paar Abs\u00e4tze sp\u00e4ter hei\u00dft: Jesus \u201esagt, dass wir in den Hilfsbed\u00fcrftigen ihn selbst erkennen k\u00f6nnen\u2026 Wenn wir heute in ein hoffnungsloses Gesicht in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone sehen oder Bilder von Menschen in Fl\u00fcchtlingslagern \u2013 wir sehen Jesus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tobias Faix, einer der Mitherausgeber der <em>Gerechtigkeitsbibel,<\/em> schreibt im Vorwort vom gerade erschienenen <em>Schrei nach Gerechtigkeit<\/em>: \u201eJesus identifiziert sich in seiner gro\u00dfen Rede vom Weltgericht ganz praktisch mit den Ausgegrenzten und Entrechteten, wenn er sagt: \u2018Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gef\u00e4ngnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht\u2019 (Mt 25,42). Das fordert uns heraus und stellt unser Leben, unser Handeln und unsere Gottesbeziehung infrage. H\u00f6ren wir die Schreie der Unterdr\u00fcckten noch? Oder sind wir zu sehr mit den Stimmen der Konsumgesellschaft besch\u00e4ftigt?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Faix gibt also zu verstehen, dass die \u201egeringsten Br\u00fcder\u201c, mit denen Jesus sich identifiziert, <em>die<\/em> Ausgegrenzten und <em>die <\/em>Entrechteten sind. Weiter hei\u00dft es im Vorwort:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201ePapst Franziskus hat in seiner historischen Rede im Washingtoner Kapitol [Sept. 2015] die amerikanischen Politikerinnen und Politiker ermahnt, in den Fl\u00fcchtlingen nicht nur eine wirtschaftliche oder kulturelle Herausforderung zu sehen, sondern in jedem einzelnen einen Menschen, ja eine Schwester oder einen Bruder zu erkennen. Dabei greift er auf das Gleichnis vom Weltengericht zur\u00fcck. Dort wird deutlich, dass wir in den Hungernden, D\u00fcrstenden, Fremden, Nackten, Kranken und Gefangenen Jesus selbst begegnen (Mt 25,31-46). Die Gottesebenbildlichkeit, die uns von der Sch\u00f6pfung her zuerkannt ist, gilt allen Menschen \u2013 nicht nur den Gesunden, sondern auch denen, die hungrig, durstig, nackt, fremd, krank oder gefangen sind.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christen in Not<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201egeringsten Br\u00fcder\u201c sind die Armen \u2013 und zwar alle Hilfsbed\u00fcrftigen. Diese Ansicht ist heutzutage recht weit verbreitet. Auf Mt 25,31f nahm z.B. auch der damalige internationale \u201eCompassion\u201c-Leiter Wess Stafford im Film \u201e58\u201c bezug: Die \u201eentscheidende Botschaft\u201c des Abschnitts, die Jesus uns mitteilen will: \u201edie Armen bedeuten mir wirklich etwas\u201c; \u201eHier geht es um die Armen [also <em>alle<\/em> Armen] und wie extrem wichtig sie f\u00fcr mich sind\u201c; \u201eWenn es um die Armen geht, m\u00fcssen wir etwas tun.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aussagen erweisen sich jedoch in der vorgebrachten Eindeutigkeit und Pauschalit\u00e4t als \u00fcberzogen, und das ist noch milde ausgedr\u00fcckt. Es geht in der Rede vom Weltgericht nicht um die Armen <em>als solche<\/em>, sondern \u201edie geringsten Br\u00fcder\u201c sind h\u00f6chstwahrscheinlich eben genau dies: Gl\u00e4ubige in Not. Jesus wollte in dem Abschnitt sicher nicht zu einem allgemeinen Aktivismus gegen alle Formen der Armut aufrufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adolf Schlatter meinte: \u201eWir d\u00fcrfen nicht sagen, diese Br\u00fcder Jesu seien nur die J\u00fcnger oder die Christenheit\u201c (<em>Das Evangelium nach Matth\u00e4us<\/em>). Und auch Eduard Schweizer sieht im Text eine \u201eVerhei\u00dfung an alle Armen\u201c (<em>Matth\u00e4us<\/em>, NTD). J. Jeremias und U. Wilckens \u00e4u\u00dferten sich \u00e4hnlich. Es muss aber festgehalten werden, dass von den Kirchenv\u00e4tern \u00fcber die Reformatoren bis ins 19. Jahrhundert die Sichtweise dominierte, dass Jesus den Menschen in den J\u00fcngern begegnet und mit den Br\u00fcdern in dem Kapitel \u2013 ganz entsprechend Mt 10,40\u201342 \u2013 sie gemeint sind. Auch Mt 12,49 sagt eindeutig aus, dass die J\u00fcnger Jesu die Br\u00fcder sind. Erst im 20. Jahrhundert kamen zahlreichere Stimmen wie die oben genannten auf. Nicht zuletzt Mutter Teresa erhob immer wieder die Forderung, man solle Jesus in jedem Menschen und vor allem der Armen erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist auch die Parallele zu 1 Kor 4,9f: \u201eDenn ich denke, Gott hat\u00a0 uns Apostel als die Allergeringsten\u00a0hingestellt\u2026 Bis auf diese Stunde leiden wir\u00a0Hunger und Durst und Bl\u00f6\u00dfe und werden geschlagen und haben keine feste Bleibe\u2026 Wir sind geworden wir der Abschaum der Menschheit, jedermanns Kehricht, bis heute.\u201c Die Aufz\u00e4hlung hier entspricht fast w\u00f6rtlich der Aufz\u00e4hlung in Mt 25: \u201eIch bin hungrig\u2026, durstig\u2026, ein Fremder\u2026, nackt\u2026, krank\u2026, im Gef\u00e4ngnis gewesen\u2026\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerhard Maier resumiert: \u201eMit J.A. Bengel, K.F. Harttmann u.a. ist deshalb daran festzuhalten, dass es sich bei den \u2018Br\u00fcdern\u2019 in Matth 25,40 wirklich um die J\u00fcnger Jesu handelt.\u201c (<em>Matth\u00e4us-Evangelium 2. Teil<\/em>) Schon Theodor Zahn hielt in seinem Kommentar zu Matth\u00e4us fest: \u201eMit J\u00fcngern Jesu sind die zu Richtenden in Ber\u00fchrung gekommen\u201c. Der reformierte Pastor und Autor Kevin DeYoung: Die \u201egeringsten Br\u00fcder\u201c bezieht sich \u201eauf Christen in Not, und in besonderer Weise auf wandernde christliche Lehrer, die auf Gastfreundschaft der Glaubensfamilie angewiesen sind\u201c (<em>What Is the Mission of the Church?<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich im Bibelkommentar von Moyter und Guthrie \u00fcber die Identit\u00e4t der Br\u00fcder: \u201eDamit sind Israel und die Glaubenden in der Tr\u00fcbsalszeit gemeint\u2026\u201c Diese Sicht wird bekr\u00e4ftigt von evangelikalen Exegeten wie D.A. Carson, C. Keener, R.T. France u.a. Auch <em>Die Bibel in heutigem Deutsch mit Erkl\u00e4rungen<\/em> (\u201eDie gute Nachricht\u201c) von 1983 erkl\u00e4rt zu Mt 25,31f: \u201eDie Stellen 10,40-42; 12,48-50; 28,10 legen nahe, an die\u00a0J\u00fcnger Jesu\u00a0zu denken, die in der ganzen Welt die Verk\u00fcndigung auszurichten haben (24,14; 28,18-19) und weltweit verfolgt und misshandelt werden (24,9).\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessanterweise sprach ja auch der Papst in Washington im Zusammenhang von Mt 25 von Schwestern und Br\u00fcdern; in gewisser Weise best\u00e4tigt dies diese hier geschilderte Lesart: die dort Genannten sind <em>Christen<\/em> in Not, nicht alle Armen und Unterdr\u00fcckten. Nur erweitert Franziskus die Gruppe der Schwestern und Br\u00fcdern auch auf Jesus nicht bekennende Menschen. Dazu gleich mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bevorzugte Option f\u00fcr die Armen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Mensch als Ebenbild Gottes spiegelt in gewisser Weise den Sch\u00f6pfer wider. Auf diese Gottesebenbildlichkeit wird in den zitierten B\u00fcchern gerne hingewiesen. Nat\u00fcrlich gilt sie allen Menschen. Warum wird dann aber daraus gefolgert, Gott identifiziere sich in besonderer Weise mit den Armen? Es stimmt, Gott stellt sich in mancher Hinsicht vor allem an die Seite der Notleidenden, weil sie Opfer von Unrecht, Verfolgung und Gewalt wurden. Es ist jedoch noch ein logischer Schritt von Hilfe und Beistand zur besonderen Identifikation. Und noch ein weiterer Schritt ist es, aus so einer Identifikation gar konkrete Handlungsanweisungen abzuleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott identifiziert sich <em>in besonderer Weise<\/em> nur mit seinem Volk, Christus nur mit seinem Leib, der Kirche. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass ihm die Armen, alle Armen, egal w\u00e4ren. Jesus leidet mit den Leidtragenden, Verfolgten und Gequ\u00e4lten auf der ganzen Welt. Christen haben sich deshalb gegen \u201ejede Form der Unterdr\u00fcckung\u201c (Lausanner Verpflichtung, 5) und f\u00fcr Linderung von Not einzusetzen. Doch die theologische \u00dcberfrachtung der Armenhilfe ist unn\u00f6tig. Sie ist, so scheint es, nun aus der Befreiungstheologie und der These von einer \u201e[bevorzugten] Option f\u00fcr die Armen\u201c (oder der \u201eVorrangstellung der Armen\u201c) in die evangelikale Bewegung eingesickert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Dies ist nat\u00fcrlich vor allem ein \u2018Verdienst\u2019 von Jim Wallis, der z.B. in <em>Die Seele der Politik<\/em> behauptet, sie sei \u201eoffenkundig\u201c. Warum wurde das Offensichtliche dann in der Vergangenheit nicht gesehen? Hier muss Wallis auf Verschw\u00f6rungstheorien zur\u00fcckgreifen: die Vorrangstellung der Armen sei zu einem \u201ebestgeh\u00fcteten Geheimnis\u201c gemacht worden, das erst nun \u201egel\u00fcftet\u201c wird. Belege f\u00fcr diese steile These wie meist bei Wallis \u2013 Fehlanzeige.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher muss eindeutig festgehalten werden: Es gibt keine klare <em>biblische <\/em>Begr\u00fcndung f\u00fcr die kategorisch formulierte Aussage, dass wir tats\u00e4chlich in jedem Armen Jesus sehen. Zwar h\u00f6ren wir heute oft wie schon mehrfach von Papst Franziskus, dass Gott in jedem Menschen sei, er in jedem zu finden sei und wir ihn dann nat\u00fcrlich dort auch sehen k\u00f6nnen, doch ich wage zu bezweifeln, dass das Wort Gottes uns so eine eindeutige Zusage macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bruder in Christo<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt auch keine klare biblische Begr\u00fcndung f\u00fcr die Aussage, alle Menschen seien unsere Br\u00fcder und Schwestern wie im Zitat des Papstes. Hier sei nur Kurt Hennigs Beitrag aus \u201eidea\u201c (3\/1982) zitiert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBruder ist Bruder in Christus und sonst niemand. \u2018Ihr sollt nicht mit einem zu schaffen haben, der sich l\u00e4\u00dft einen Bruder nennen und ist ein Unz\u00fcchtiger oder ein Geiziger oder ein G\u00f6tzendiener\u2026 \u2019 (1 Kor 5, 11). In diesem Sinne wird der Begriff auch in R\u00f6m 14, 10 verwandt oder in 1 Kor 15, 6; 2 Kor 11, 26 (\u2018falsche Br\u00fcder\u2019, vgl. Gal 2, 4); dann Gal 6, 18; Phil 4, 1; 1 Thess 4, 6; 2 Thess 3, 15 usw. Die \u00fcbrigen neutestamentlichen Schriften best\u00e4tigen, soweit sie den Bruderbegriff verwenden, da\u00df es keine Ausnahme von der Regel gibt: Bruder ist \u2018Bruder in Christo\u2019, oder es ist eben kein Bruder, sondern \u2013 und dies ist keineswegs dasselbe! \u2013 es ist ein N\u00e4chster. Der N\u00e4chste ist jeder; Bruder ist nur der Bruder im Glauben und in der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen. Diesen dezidierten Gebrauch des Begriffs \u2018Bruder\u2019 belegen beispielsweise noch 1 Pt 2, 17; 3, 3; 1 Joh 2, 9 und laufend im 1 Joh; Heb 13, 1; Off 1, 9; 6, 11 usw. In 2 Pt 1, 7 wird dabei die br\u00fcderliche Liebe und die allgemeine Liebe zu allen Menschen betont unterschieden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland mangelt es inzwischen nicht mehr an evangelikalen Ausbildungsst\u00e4tten mit Hochschulstatus \u2013 die vom Verband des VEF-Pr\u00e4sidenten Ansgar H\u00f6rsting geh\u00f6rt auch dazu. Demnach sollte das theologische Wissen allen Ortens zunehmen, doch offensichtlich wird nur zu oft im Umgang mit Gottes Wort geschludert. Und dabei geht es um wichtige Fragen, n\u00e4mlich wozu wir als Christen wirklich verpflichtet sind. Hier sind von Kirchenleitern und f\u00fcr die theologische Lehre Verantwortlichen sorgf\u00e4ltige\u00a0 Begr\u00fcndungen zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gerechtigkeit und Barmherzigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Leiter der VEF sollten sich endlich an ihre sozialethischen Hausaufgaben setzen. Es gen\u00fcgt eben nicht, einzelne Bibelverse einzustreuen und sich sonst auf S\u00e4tze wie \u201eMenschen in ihrer Not Schutz zu bieten, muss eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein\u201c zur\u00fcckzuziehen. Dies wird nur G\u00e4hnen bei allen Verantwortlichen in der Bundesregierung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lernen k\u00f6nnten H\u00f6rsting, Wenner und J\u00f6rgensen von Richard Schr\u00f6der, Theologieprofessor und langj\u00e4hriges Bundestagsmitglied (f\u00fcr die SPD). J\u00fcngst in der \u201eWelt\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Kirchen k\u00f6nnen von ihren Mitgliedern mehr Barmherzigkeit verlangen. Von Barmherzigkeit, vom Herz f\u00fcr die Elenden kann es nicht genug geben. Der Staat aber darf nicht barmherzig sein. Der Staat muss gerecht sein. Er hat nach Regeln zu handeln und er hat die Folgen zu bedenken. Der Barmherzige fragt nicht viel, er hilft. Er sieht in die Augen der Kinder von Idomeni und sagt, \u201cKinderaugen l\u00fcgen nicht\u201d, und will sie hierher holen. Den Politiker m\u00f6gen die Kinderaugen genauso r\u00fchren, er aber muss fragen: Was passiert, wenn ich heute 10.000 Menschen hierherhole? Dann n\u00e4mlich sind morgen weitere 10.000 Menschen da, die auch nach Deutschland wollen. Kurzum: Wenn der Staat barmherzig w\u00e4re, w\u00e4re er korrupt, denn er w\u00fcrde Ausnahmen machen. Der Barmherzige darf das.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Holger Lahayne, 28.4.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: www.lahayne.lt<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen kritisierte die Leitung der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) in einem offenen Brief das Fl\u00fcchtlingsabkommen mit der T\u00fcrkei. In \u201eWarum die migrationspolitische Abschottung Europas ein Irrweg ist. 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