{"id":13511,"date":"2016-05-18T09:09:14","date_gmt":"2016-05-18T07:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13511"},"modified":"2016-05-18T09:15:44","modified_gmt":"2016-05-18T07:15:44","slug":"gemeinsame-erklaerung-von-verbaenden-hauptamtlichen-und-aeltestenkreisen-zum-beschluss-der-badischen-landessynode-zur-trauung-gleichgeschlechtlicher-paare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13511","title":{"rendered":"Gemeinsame Erkl\u00e4rung von Verb\u00e4nden, Hauptamtlichen und \u00c4ltestenkreisen zum Beschluss der Badischen Landessynode zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 23.04.2016 hat die Landessynode der Ev. Landeskirche in Baden mit gro\u00dfer Mehrheit die M\u00f6glichkeit zu einem Traugottesdienst gleichgeschlechtlicher Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften beschlossen. Zudem erkennt die Synode die \u201e<em>Gleichwertigkeit von verschiedengeschlechtlicher und gleichgeschlechtlicher Liebe, Sexualit\u00e4t und Partnerschaft an, die verantwortlich vor Gott gelebt werden\u201c.\u00a0<\/em>Gleichgeschlechtliche Partner, die ihre eingetragene Partnerschaft segnen lassen wollen, verstehen diesen Beschluss der Landessynode als das Ende einer von ihnen schmerzlich empfundenen Diskriminierung. F\u00fcr andere Mitglieder unserer Kirche bringt der gleiche Beschluss eine gro\u00dfe Not, da er nach ihrer Sichtweise eindeutigen biblischen Aussagen entgegensteht. Die theologische Begr\u00fcndung \u00fcberzeugt sie nicht. Sie empfinden eine innere Zerrissenheit zwischen ihrer Glaubens\u00fcberzeugung und dem Weg ihrer Kirche. Manche fragen sich, ob und wie sie in dieser Kirche bleiben k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher erkl\u00e4ren wir:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wir nehmen das Wort Gottes in seinen beiden Grundlinien, \u201eGesetz\u201c (Gottes Gebote) und \u201eEvangelium\u201c (Gottes Zusagen und Verhei\u00dfungen) ernst. Diejenigen Gebote des Alten Testamentes, die im Neuen Testament aufgenommen und dadurch auch f\u00fcr Christen best\u00e4tigt werden, haben f\u00fcr uns bleibende Aktualit\u00e4t. Das Verfahren, aus den Worten der Bibel irgendwelche Abstraktionen zu entnehmen und diese als Argument gegen konkrete biblische Gebote ins Feld zu f\u00fchren, halten wir f\u00fcr nicht zul\u00e4ssig. Wir wollen unser Christsein so leben, dass wir unser Leben nach Gottes Willen ausrichten und uns dabei in Freiheit und Demut gegenseitig unterst\u00fctzen (<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1Thess4,1\" target=\"_blank\">1. Thess 4,1<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/1Thess5,14\" target=\"_blank\">5,14<\/a> u.a.).<\/li>\n<li>Genauso nehmen wir im Wort Gottes das Evangelium ernst, in dem Gott uns, die wir allesamt an seinen Geboten scheitern, die Gnade und Liebe Gottes zusagt. Wir erkennen an, dass Jesus Christus die einzige wirkliche Hoffnung f\u00fcr uns s\u00fcndige Menschen ist, unabh\u00e4ngig von unserer sexuellen Orientierung. Er allein macht uns vor Gott gerecht. Im Miteinander von Gottes Anspruch und Gottes Zuspruch in seinem rettenden Handeln in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi begegnen wir Gottes Wirklichkeit, die uns erreicht, erf\u00fcllt und unser Leben ver\u00e4ndert. Beide Seiten des Wortes Gottes geh\u00f6ren f\u00fcr uns untrennbar zusammen, darum auch Wahrheit und Liebe. Es ist unser ernstliches Gebet, dass Debatten zu einzelnen ethischen Fragen heute wie auch zuk\u00fcnftig von dieser seiner Wahrheit und Liebe gepr\u00e4gt sein m\u00f6gen.<\/li>\n<li>Wir bekr\u00e4ftigen, dass die Ehe eine von Gott geschaffene Einrichtung ist, in der ein Mann und eine Frau eine exklusive, auf Lebenszeit angelegte Beziehung unter Einschluss der Sexualit\u00e4t eingehen. \u00c4hnlich wie andere Formen von Sexualit\u00e4t au\u00dferhalb der Ehe steht auch gleichgeschlechtlich gelebte Sexualit\u00e4t an keiner Stelle der Bibel \u201ein einer positiven Beziehung zum Willen Gottes\u201c (EKD-Denkschrift \u201eMit Spannungen leben\u201c). Wir akzeptieren es nicht, dass es schon an sich homophob oder diskriminierend sei, auf biblischer Grundlage diese theologischen und ethischen Ansichten in Lehre und Leben zu vertreten.<\/li>\n<li>Aus unserer Sicht ist dieser Beschluss ein besorgniserregender Schritt, weil er der gesellschaftlichen Entwicklung eine h\u00f6here Normativit\u00e4t zubilligt als der Heiligen Schrift. Das zeigt sich auch in der biblischen Begr\u00fcndung der Synode, die f\u00fcr uns nicht nachvollziehbar ist. Die Schlussfolgerung, theologische Gleichwertigkeit gleichgeschlechtlicher Partner\u00adschaften zur Ehe, lehnen wir als nicht schriftgem\u00e4\u00df ab.<\/li>\n<li>Zugleich bekr\u00e4ftigen wir, dass Gott alle Menschen liebt und um sie besorgt ist, wie immer ihre sexuelle Orientierung sein mag. Deshalb weisen wir alle Haltungen und Handlungen zur\u00fcck, bei denen Menschen, deren Zuneigung auf Menschen des gleichen Geschlechts gerichtet ist, im pers\u00f6nlichen Miteinander herabgesetzt oder ausgegrenzt werden. Es ermutigt uns, dass heute viele Christen die Verletzungen anerkennen und zutiefst bedauern, die durch zur\u00fcckliegendes oder gegenw\u00e4rtiges Versagen gegen\u00fcber Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen verursacht wurden. In dieser Hinsicht sehen wir die Diskussionen der letzten Jahre als fruchtbar<\/li>\n<li>Unbeschadet dessen ist eine kirchliche Amtshandlung, die in direktem Widerspruch zum Wort Gottes steht, f\u00fcr uns nicht denkbar. Nach unserem Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen gleichgeschlechtlich orientierte Menschen wohl im Rahmen der Seelsorge, aber nicht deren gleichgeschlechtliche Beziehungen kirchlich gesegnet werden.<\/li>\n<li>Der Beschluss der Synode markiert in mehrerer Hinsicht einen Bruch mit dem bisherigen Weg der Kirchen der Reformation und auch in der weltweiten \u00d6kumene. Eine Amtshandlung, die Worten der Bibel entgegensteht, hat die evangelische Kirche bislang noch nie beschlossen. Als evangelische Christen der Reformation k\u00f6nnen und wollen wir Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung in Liebe annehmen und inklusive Gemeinde leben, aber wir k\u00f6nnen den Weg einer gleichgeschlechtlichen Trauhandlung nicht mitgehen. Wir empfinden eine gewisse Gebrochenheit der Kirchengemeinschaft, die f\u00fcr uns sehr schmerzlich ist und mit der wir umgehen m\u00fcssen. Es wird aus unserer Sicht zu Recht die Frage gestellt, ob man in dieser Kirche noch mitarbeiten oder in ihr bleiben kann. Eine Entscheidung im Blick auf diese Frage muss jeder f\u00fcr sich pers\u00f6nlich treffen. Wir m\u00f6chten Mitchristinnen und Mitchristen, die mit uns so empfinden, ermutigen, weiterhin ihre Form des Glaubens in der Gemeinschaft der evangelischen Kirche oder in den Verb\u00e4nden und Gemeinschaften des landeskirchlichen Pietismus zu leben.<\/li>\n<li>Wir sind Menschen im Verk\u00fcndigungsdienst dieser Kirche, die erkl\u00e4ren, dass wir die im Beschluss vorgesehene M\u00f6glichkeit, eine solche Amtshandlung abzulehnen, in Anspruch nehmen werden.<\/li>\n<li>Wir sind \u00c4ltestenkreise, die erkl\u00e4ren, dass unsere Form des Glaubens, die wir bisher in unserer Kirche gelebt haben und auch k\u00fcnftig leben m\u00f6chten, sich mit einer gleichgeschlechtlichen Trauhandlung in unserer Gemeinde nicht vereinbaren l\u00e4sst. Wir bitten Dekane bzw. Mitglieder des Oberkirchenrates, dies zu respektieren und keine Trauung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Bereich unserer Gemeinde gegen unseren ausdr\u00fccklichen Willen durchsetzen zu wollen.<\/li>\n<li>Wir sind Verb\u00e4nde, die erkl\u00e4ren, dass wir die Entscheidung der Synode bedauern und sie nicht unterst\u00fctzen und nicht mittragen k\u00f6nnen. Wir stellen deshalb fest, dass Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare weder durch Mitarbeitende noch in R\u00e4umen unserer Verb\u00e4nde m\u00f6glich sind. Wir bieten auch Christen, die ihre Kirchenmitgliedschaft nicht weiter verantworten k\u00f6nnen, eine geistliche Heimat an.<\/li>\n<li>Wir alle bekr\u00e4ftigen zugleich, dass wir auf gleichgeschlechtlich orientierte Menschen in der Gemeinschaft des Glaubens unter dem Kreuz Christi zugehen. Wir m\u00f6chten sie in unsere Gemeinden integrieren, das Gespr\u00e4ch mit ihnen suchen, sie auf ihrem pers\u00f6nlichen Weg menschlich und seelsorglich begleiten und sie in Liebe als unsere Schwestern und Br\u00fcder annehmen, wie Christus uns annimmt.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unterzeichnende Verb\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bibubek-baden.de\/\" target=\"_blank\">Christus-Bewegung Baden<\/a> (CBB),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.pgb.de\/regional\/deutschland\/baden\/\" target=\"_blank\">Pfarrerinnen und Pfarrer-Gebetsbund (PGB) Baden<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.lgv.org\/\" target=\"_blank\">Liebenzeller Gemeinschaftsverband (LGV)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/ab-verband.org\/\" target=\"_blank\">Evangelischer Gemeinschaftsverband AB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.ab-jugend.de\/\" target=\"_blank\">AB-Jugend<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.sgv-online.de\/\" target=\"_blank\">S\u00fcdwestdeutscher Gemeinschaftsverband (SGV)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.lza.de\/\" target=\"_blank\">Lebenszentrum Adelshofen (LZA)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.netzwerk-baden.de\/\" target=\"_blank\">Netzwerk evangelischer Christen in Baden (NeCiB)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bekenntniskreis Baden (BKB)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Erkl\u00e4rung kann von Hauptamtlichen und \u00c4ltestenkreisen unterschrieben oder als Vorlage f\u00fcr eine eigene Stellungnahme genutzt werden. Wir freuen uns \u00fcber eine Mitteilung bzw. die Zusendung einer Kopie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>V.i.S.d.P. und Kontaktadresse: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netzwerk evangelischer Christen in Baden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c\/o Pfarrer Dr. Gerrit Hohage<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ahornstr. 14<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">69502 Hemsbach<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tel. 06201 \/ 72242<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">___________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nChristus-Bewegung Baden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfarrer J\u00fcrgen Lauer, stellv. Vorsitzender<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00fcro Heidelberger Str. 32a<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">69192 Schriesheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23.04.2016 hat die Landessynode der Ev. Landeskirche in Baden mit gro\u00dfer Mehrheit die M\u00f6glichkeit zu einem Traugottesdienst gleichgeschlechtlicher Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften beschlossen. 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