{"id":13503,"date":"2016-05-14T09:54:54","date_gmt":"2016-05-14T07:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13503"},"modified":"2016-05-14T09:54:54","modified_gmt":"2016-05-14T07:54:54","slug":"das-dreifache-handeln-des-heiligen-geistes-an-der-welt-joh-168-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13503","title":{"rendered":"Das dreifache Handeln des Heiligen Geistes an der Welt (Joh 16,8-11)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die gro\u00dfe Leidenschaft des Heiligen Geistes ist es, in der Gemeinde Jesus Christus zu verherrlichen. Wenn uns Jesu Name immer wichtiger wird, wenn unsere Liebe zu ihm immer brennender wird und das Wort Gottes immer wichtiger, dann k\u00f6nnen wir gewiss sein, dass wir den Heiligen Geist haben. So handelt kein anderer Geist. Aber es gibt auch Aktivit\u00e4ten des Heiligen Geistes an der Welt, und die nimmt Jesus hier in seinen Abschiedsreden in den Blick.<!--more-->Manche verstehen dieses Handeln an der Welt im missionarischen Sinn, so als ob sich der Heilige Geist als Evangelist und Missionar bet\u00e4tigt. Aber in Joh 16,8 ist ausdr\u00fccklich das \u00fcberf\u00fchrende Handeln des Geistes gemeint. Das ist geradezu eine staatsanwaltliche T\u00e4tigkeit. Die Welt wird angeklagt. Wie und wodurch? Indem der erh\u00f6hte und im Geist gegenw\u00e4rtige Christus sich aus der Welt seine Gemeinde beruft und sie mit vielen himmlischen Segnungen erf\u00fcllt (vgl. Eph 1,3). Dadurch, dass es das Wunder der christlichen Gemeinde \u00fcberhaupt gibt, wird die Welt, die von Christus nichts wissen will, angeklagt und ihrer S\u00fcnde \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Abschnitt macht deutlich, dass die Welt b\u00f6se ist und b\u00f6se bleibt und dem Gericht Gottes entgegengeht. Von einer allm\u00e4hlichen Verchristlichung der Welt oder gar von einem allgemeinen Gerettetsein oder Gerettetwerden aller kann nicht die Rede sein. Nein, seit Pfingsten wird die Gottlosigkeit der Gottlosen erst richtig erkennbar. Ihr Selbstbezug und ihre Lieblosigkeit steht nun durch die blo\u00dfe Existenz der Gemeinde permanent unter Anklage. Ein Mensch, der Jesus in sein Leben aufnimmt und sich mit Gott vers\u00f6hnen l\u00e4sst, ist eine unausgesprochene lebendige Anklage all derer, die sich der Liebe Gottes verweigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Buch \u201eVergib mir, Natascha\u201c des ehemaligen Sowjetsoldaten Sergej Kourdakov wird eine Szene geschildert, wie Sergej in treuer Pflichterf\u00fcllung seines Soldatendienstes eine geheime Versammlung von Christen im Wald aushebt und auf die Christen einpr\u00fcgelt, u.a. auf das M\u00e4dchen Natascha. Sie wehrt sich nicht, sondern sieht ihn mit liebevollen Augen an und vergibt ihm sein Tun. So \u00fcberf\u00fchrt der Heilige Geist die Welt. Wunderbar, wie dann in dem Buch weiter geschildert wird, wie Sergej von diesem liebevollen Blick nicht mehr loskommt und sich selber nach der Kraftquelle der Christen fragt und eines Tages ebenfalls Christ wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus spricht hier von einer dreifachen \u00dcberf\u00fchrung der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erstens<\/strong> wird sie ihrer S\u00fcnde und ihrer S\u00fcnden \u00fcberf\u00fchrt. Die Welt hat nur sich selbst und macht sich selbst zu Gott. Der gro\u00dfe S\u00fcndenfall der nachsintflutlichen Menschen bestand darin, dass sie nicht die Erde bev\u00f6lkerten, wie Gott es geboten hatte, sondern im fruchtbaren Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris blieben. Aus diesem Ungehorsam entsprang ihre Angst vor der Einsamkeit, weswegen sie sich alle in einer riesigen Stadt zusammentaten. Mit dem Turm, der bis zum Himmel reichen sollte, also bis zu Gott, erkl\u00e4rten sie, dass sie keinen unsichtbaren Gott brauchen, sondern sich ihre eigenen G\u00f6tter machen wollen. So verfielen sie dem g\u00f6tzendienerischem Mondkult, und Ur wurde die erste Hochburg der gottlosen Menschheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seitdem taumelt die Welt von einem G\u00f6tzendienst in den anderen. Ein Handwerker erkl\u00e4rte mir neulich, dass er an die Sonne glaube. Sie sei der eigentliche Lebensspender, und sie sei sein Gott. Die tiefste Tragik der Welt ist ihre Ablehnung Jesu. \u201eEr kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf\u201c (Joh 1,11). Jesus sagt, dass die eigentliche S\u00fcnde der Gottlosen ihre Weigerung ist, an ihn als ihren einzigen Erretter zu glauben. Sie wollen nicht, dass er \u00fcber ihr Leben herrscht. Uns als Gemeinde bleibt da oft nur der Jeremiaruf \u201eLand, Land, Land, h\u00f6re des Herrn Wort\u201c (Jer 22,29).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens<\/strong> ist seit Pfingsten klar, was \u201eGerechtigkeit\u201c ist. Von Anfang des Menschengeschlechts an ist der Mensch davon \u00fcberzeugt, dass er selber gut und alle anderen b\u00f6se sind. Er hat eine ausgezeichnete S\u00fcndenerkenntnis \u2013 was die anderen betrifft. Als Adam von Gott gefragt wurde, warum er vom Erkenntnisbaum gegessen hat, kommt er nicht auf die Idee, seinen Ungehorsam zu bekennen und Gott um Vergebung zu bitten. Im \u00dcbrigen h\u00f6ren wir auch sp\u00e4ter nichts davon, dass er und seine Frau Gottes Vergebung gesucht haben. Aber schnell war er dabei, die Schuld bei Gott und bei seiner Frau zu suchen. \u201eDie Frau, die du mir gegeben hast\u2026\u201c (1 Mose 3,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es bis heute geblieben. Die Welt glaubt an ihre eigene Gerechtigkeit, an ihr Gutsein. Genau diesen Irrglauben h\u00e4lt Paulus den frommen Juden vor. Sie streben danach, \u201eihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten\u201c (R\u00f6m 10,3). Ein Musterst\u00fcck erleben wir in diesen Wochen in Wolfsburg. Es wird recherchiert und recherchiert, auf wen man die Schuld beim Abgasbetrug wohl am besten abw\u00e4lzen kann. Eine ganze Weltmarke ger\u00e4t ins Zwielicht, nur weil jeder an seiner eigenen Gerechtigkeit festh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Pfingsten gibt es eine andere Melodie. Seitdem der Heilige Geist da ist, wissen die Christen endg\u00fcltig, dass es \u00fcberhaupt keine eigene Gerechtigkeit vor Gott gibt. Keiner ist da, der von sich behaupten k\u00f6nnte, dass er sein ganzes Leben konsequent nach der Bergpredigt lebt. Alle sind in die S\u00fcnde hineingeboren, alle leben in der Trennung von Gott und haben keine Aussicht, die Herrlichkeit Gottes zu gewinnen, auch nicht mit dem edelsten Leben (R\u00f6m 3,23). Aber Christus ist da, der zum Vater gegangen ist und nun im Heiligen Geist bei allen lebt, die im Geheimnis des Glaubens ihm angeh\u00f6ren. Ihnen gibt er \u201eLeben und volle Gen\u00fcge\u201c (Joh 10,10), ihnen \u00fcbertr\u00e4gt er seine eigene Gerechtigkeit. Das ist die Hoffnung, mit der jeder Christ lebt und sterben kann, dass Christi Gerechtigkeit sein Schmuck und Ehrenkleid ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drittens<\/strong> \u00fcberf\u00fchrt der Heilige Geist die Welt hinsichtlich der Machtfrage und des Gerichts. Die Gottlosen glauben nicht an die Allmacht Gottes und rechnen nicht mit Gottes Gericht. Sie sind dem F\u00fcrsten der Welt h\u00f6rig und bauen sich ihre eigenen Machtpositionen. In ihrem Verf\u00fchrtsein vom Teufel meinen sie, nach dem Tod sei alles aus. Meine Frau blickt immer wieder einmal auf die Todesanzeigen in der Tageszeitung. Ist es nicht erschreckend, wieviel Hoffnungslosigkeit und absolute Diesseitigkeit aus vielen Nachrufen spricht? Man muss nicht lange suchen, wenn man Anzeichen f\u00fcr die S\u00e4kularisierung unserer Gesellschaft finden will. Ein solcher Blick in die Tageszeitung gen\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Heilige Geist gibt der Gemeinde eine ganz andere Sicht. Sie wei\u00df, dass der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist. Das ist prophetisches Futur, d.h. die Formulierung nimmt ein zuk\u00fcnftiges Ereignis als jetzt schon geschehen vorweg. Wir wissen, dass Satan noch sehr wohl seine schlimme Ernte einholt, dass er Menschen verblendet, verf\u00fchrt und besiegt. Aber in gleicher Weise wissen wir auch, dass er im endgeschichtlichen Geschehen aus dem Himmel geworfen wird (Offb 12,9), dass der wiederkommende Christus ihn 1000 Jahre gefangen halten wird, w\u00e4hrend die Toten gerichtet werden, und dass er dann endg\u00fcltig gerichtet werden wird (Offb 20,1-4 und 7-10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Gemeinde ist die Machtfrage gekl\u00e4rt. Wenn Satan sie bedroht, hat sie ihre Zuflucht im Wort Gottes. \u201eEin W\u00f6rtlein kann ihn f\u00e4llen\u201c, hat Luther in seinem Trutzlied formuliert. Die Welt, die jetzt noch Spielball finsterer M\u00e4chte ist, die nicht damit rechnet, dass sich einst die Allmacht Gottes durchsetzen wird und die weiterhin so lebt, als ob es kein Gericht gibt, wird bei Jesu Wiederkunft eines anderen belehrt werden. Dann muss sie zur Kenntnis nehmen, dass vor Christus sich alle Knie beugen m\u00fcssen, ob sie wollen oder nicht (Phil 2,10). Wohl dem, der schon jetzt sein Vertrauen auf den K\u00f6nig aller K\u00f6nige setzt. Er ist ein lebendiges Beispiel daf\u00fcr, dass der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Leidenschaft des Heiligen Geistes ist es, in der Gemeinde Jesus Christus zu verherrlichen. Wenn uns Jesu Name immer wichtiger wird, wenn unsere Liebe zu ihm immer brennender wird und das Wort Gottes immer wichtiger, dann k\u00f6nnen wir gewiss sein, dass wir den Heiligen Geist haben. So handelt kein anderer Geist. 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