{"id":13480,"date":"2016-05-05T06:00:04","date_gmt":"2016-05-05T04:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13480"},"modified":"2016-05-04T11:21:27","modified_gmt":"2016-05-04T09:21:27","slug":"christi-himmelfahrt-was-fuer-ein-troestliches-und-freudenreiches-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13480","title":{"rendered":"Christi Himmelfahrt &#8211; was f\u00fcr ein tr\u00f6stliches und freudenreiches Fest!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Er f\u00fchrte sie aber hinaus gen Bethanien und hob die H\u00e4nde auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit gro\u00dfer Freude, und waren allewege im Tempel, preisten und lobten Gott. (Lukas 24, 50 &#8211; 53)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man begeht heute den Tag der Himmelfahrt unseres Lieben Herrn Christi, um des Artikels willen in unserem Glauben, da wir also sprechen: Ich glaube an Christus, der aufgefahren ist gen Himmel, und sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Dieser Artikel ist eine Ursache, da\u00df wir den heutigen Tag feiern, auf das wir nicht allein lernen, wie solche Himmelfahrt zugegangen ist, sondern auch, was Christus dadurch ausgerichtet und damit anzurichten gemeint hat.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte aber beschreibt Lukas eigentlich und fein, da\u00df man den Tag, Ort und Zeit, und danach auch die Personen wissen kann, die dabei gewesen sind, und wie es zugegangen ist. N\u00e4mlich, da\u00df der Herr, nachdem er 40 Tage nach seiner Auferstehung um seine J\u00fcnger, und besonders in Galil\u00e4a gewesen ist, mit ihnen gegessen und ihnen vom Reich Gottes gepredigt hat, hat er sie versammelt an den \u00d6lberg, nahe bei Jerusalem gelegen, und den Befehl gegeben, sie sollten, wie Markus sagt, nach Jerusalem ziehen und auf den Heiligen Geist warten, und danach das Evangelium in aller Welt auspredigen. Nach solchem Befehl, sagt Lukas, sei Christus aufgehoben worden und in die L\u00fcfte hinein gefahren, mit Fleisch und Bein, wie er vor ihnen gestanden ist, bis an die Wolken, da\u00df sie ihn nicht mehr sehen konnten. Als aber die J\u00fcnger da so stehen und wundern sich (denn so etwas hat man zuvor nie von einem Menschen gesehen, da\u00df dieser \u00fcber sich in die Luft wie ein Vogel sich heben konnte), treten zwei Engel zu ihnen, sagen ihnen: Sie sollen wieder nach Haus gehen, es sei nichts mehr zu sehen; der Herr werde von nun an auf Erden nicht mehr in solcher Gestalt kommen, bis er die Toten und Lebendigen werde richten. Da werde er gleich in einer Wolke herunter kommen, wie er jetzt in einer Wolke aufgefahren sei. Dies ist ungef\u00e4hr die Geschichte, so viel davon in den Evangelisten gemeldet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ist einmal das Wunderwerk zu bedenken, da\u00df der Herr in so wunderbarer Weise von seinen J\u00fcngern in die H\u00f6he auff\u00e4hrt, wie ein Vogel, und verschwindet in den L\u00fcften, das ist, er f\u00e4hrt so hoch, da\u00df seine J\u00fcnger ihn nicht mehr sehen k\u00f6nnen. Denn in den L\u00fcften fahren ist den Menschen ein ungew\u00f6hnliches, ja, unm\u00f6gliches Ding. Der Leib eines Menschen hat von Natur die Art, wie ein Stein oder ein anderes schweres Ding, da\u00df er unter sich begehrt. Nun hat aber Christus nach seiner Auferstehung einen Rechten Leib, der Fleisch und Bein hat, wie er selbst sagt, Lukas im 24. Kapitel Vers 39. und sich greifen l\u00e4\u00dft; und dennoch ist es ein solcher Leib, der der Natur wegen in die H\u00f6he kann und \u00fcber sich fahren, als auch unter sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein Zeichen, an dem wir lernen m\u00f6chten, was f\u00fcr Leiber wir nach diesem Absterben bekommen sollen. Jetzt ist es um unsere Leiber ein schweres, langsames Ding: aber wenn wir von den Toten auferstehen und neue Leiber bekommen werden, das werden wohl rechte Leiber, von Fleisch und Bein und allen Gliedern sein; aber sie werden nicht mehr so schwer und ungelenk sein, sondern gleichwie wir mit Gedanken jetzt schnell da und dort sind, also wird man es dann mit dem Leibe auch tun k\u00f6nnen. Wie man an Christus nach seiner Auferstehung sieht: den hindert der Stein am Grabe nicht, die verschlossene T\u00fcr auch nicht, er wischt in einem Augenblick hindurch, da\u00df wir nicht wissen k\u00f6nnen, wie er da hindurch kommt. Also, wenn er will, l\u00e4\u00dft er sich sehen; wenn er will, kann man ihn nicht sehen. In einem Augenblick ist er an dem Ort, in einem Augenblick an einem anderen Ort, und kann sowohl in den L\u00fcften gehen, als auch auf Erden. Diese Herrlichkeit sollen wir an unserem Leibe nach diesem Leben auch erwarten; neben dem, da\u00df es dann unsterbliche Leiber sein sollen, die weder Essen noch Trinken m\u00fcssen und nie an Gesundheit einen Mangel haben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun m\u00fcssen wir aber auch sehen, was unser lieber Herr Christus mit solcher Himmelfahrt hat ausrichten wollen, und worin wir solcher Himmelfahrt auch hier auf Erden genie\u00dfen k\u00f6nnen. Da ist das erste, weil wir sehen, da\u00df Christus \u00fcber sich in den Himmel f\u00e4hrt, da\u00df wir daraus schlie\u00dfen m\u00fcssen, Christus wolle mit der Welt und ihrem Reich nichts zu schaffen haben, sonst werde er hier auf Erden bleiben, und das gebrauchen, da\u00df andere weltliche K\u00f6nige und F\u00fcrsten auch brauchen. Aber er l\u00e4\u00dft solches alles hier unten, und f\u00e4hrt hinauf in den Himmel, wo wir ihn nicht sehen. Will damit uns lehren, das wir sein Reich recht ansehen und erkennen sollen, da\u00df es nicht ein weltliches Reich ist, wie die J\u00fcnger dachten, da\u00df er Geld und Gut und gro\u00dfe Herrschaften austeilen w\u00fcrde; sondern ein geistliches und ewiges Reich, da er geistliche Gaben denen, so in solchem Reich bei ihm sind, austeilen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn darum darf und soll niemand ein Christ werden, da\u00df er dadurch zu Geld und Gut, oder gro\u00dfen Ehren kommen wolle. Darum ist die Taufe, das Predigtamt, das Sakrament nicht eingesetzt; Christus ist auch um solches weltlichen, zeitlichen Dinges wegen vom Himmel auf die Erden nicht gekommen, ist auch darum nicht in den Himmel gefahren. Es ist um anderes und H\u00f6heres zu tun, n\u00e4mlich, da\u00df uns geholfen werde mit den ewigen G\u00fctern, als da sind, Vergebung der S\u00fcnden, Gerechtigkeit und ewiges Leben. Solche Gaben sollen wir von unserem Herrn Christus erwarten, der nicht hier unten auf Erden bleiben, sondern in den Himmel fahren, und da ein geistliches, unsichtbares ewiges Reich anrichten will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solches ist lange zuvor geweissagt durch den Heiligen Geist, im 68. Psalm Vers 19, welches der Heilige Paulus auch zu den Ephesern im 4. Kapitel Vers 8 schreibt, und auf die Himmelfahrt Christi und sein geistliches Regiment deutet, da steht: \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren, und hast das Gef\u00e4ngnis gefangen; du hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen, auch die Abtr\u00fcnnigen, da\u00df Gott, der Herr, dennoch daselbst wohnen wird.\u00bb Das ist ein kurzer Spruch, aber er fast \u00fcber die Ma\u00dfen viel. Darum m\u00fcssen wir alle Worte flei\u00dfig bedenken und ansehen. Und auch Paulus selbst geht meisterlich und fein mit dem ersten W\u00f6rtlein um, und spricht: \u00abDas er aufgefahren ist, was ist es, denn da\u00df er zuvor ist hinunter gefahren in die untersten \u00d6rter der Erde? Der hinunter gefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist \u00fcber alle Himmel, auf das er alles erf\u00fclle.\u00bb Was mag wohl Paulus mit solchen Worten meinen? Nichts anderes, da\u00df wir der Himmelfahrt unseres Lieben Herrn Christi so gro\u00df genie\u00dfen sollen, wie wir bald h\u00f6ren werden, da\u00df wir auch die Ursache lernen, wodurch wir zu solcher Gnade und Seligkeit gekommen sind. Denn solches haben nicht unsere guten Werke, heiliges Leben, oder Gehorsam verdient; sondern er selbst, der Herr, der solche Gaben gibt, der hat es verdient damit, da\u00df er vom Himmel hernieder gestiegen, sich seiner Gottheit, wie Paulus an einem anderen Ort sagt, ge\u00e4u\u00dfert, und um unseretwillen ist Mensch geworden, und f\u00fcr uns am Kreuz gestorben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solch eine Wohltat will Paulus mit diesen Worten anzeigen, da\u00df er daran denkt was es bedeutet das Christus vom Himmelsthron herunter gestiegen ist. Und es reimt sich sehr wohl; denn wer zuvor in der H\u00f6he ist, darf nicht in die H\u00f6he kommen. Das nun der Heilige Geist von Christus sagt: \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren\u00bb, daraus mu\u00df folgen, da\u00df er zuvor herunter gefahren und sich gedem\u00fctigt habe. Das ist nun um unseretwillen geschehen. Darum reimt sich solch eine Auslegung von Paulus fein mit den Worten Christi, die wir vor Tagen geh\u00f6rt haben: \u00abEs ist euch gut, da\u00df ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tr\u00f6ster, der Heilige Geist, nicht zu euch. Wenn ich aber hingehe, so will ich ihn zu euch senden\u00bb, Johannes 16,7.; und Johannes 14,3.: \u00abso ich hingehe, so will ich euch die St\u00e4tte bereiten.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu solchem reimt sich das andere Wort sehr fein, da\u00df er sagte: \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren\u00bb; denn damit will er zwischen Christus und anderen, die auch gen Himmel fahren, einen Unterschied machen. Henoch ist aufgenommen zu Gott. Elias ist auf einem feurigem Wagen gen Himmel gefahren. Aber Christus ist nicht so gen Himmel gefahren; sondern er selbst, aus eigener Kraft, ist \u00fcber sich gefahren, gleich wie er sich selbst von den Toten, aus eigener Kraft und Macht, ohne eines anderen Hilfe erweckt hat. Solches ist ein sehr gro\u00dfer Unterschied. Denn wir werden uns am j\u00fcngsten Tage von den Toten nicht auferwecken, sondern Christus wird uns auferwecken, Johannes 6,54. Aber Christus selbst steht aus eigener Kraft von den Toten auf; wie er sagt, Johannes 10,17. 18.: \u00abMein Vater liebet mich, da\u00df ich mein Leben lasse, auf das ich wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen; und Petrus in seiner ersten Predigt, Apostelgeschichte 2,24.: \u00abEs war unm\u00f6glich, da\u00df er sollte vom Tod gehalten werden.\u00bb So ist der Unterschied auch hier mit seiner und unserer Himmelfahrt. Wir fahren gen Himmel; denn Christus zieht uns zu sich. Er aber ist es, der aus eigener Kraft und Verm\u00f6gen gen Himmel f\u00e4hrt; wie er spricht, Johannes 3,13.: \u00abNiemand f\u00e4hrt gen Himmel, denn der vom Himmel herunter gefahren ist.\u00bb Solchen Unterschied hat der Heilige Geist lange zuvor angezeigt, und damit uns lehren wollen, da\u00df wir Christus als einen rechten, allm\u00e4chtigen, ewigen Gott annehmen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das aber der Psalm weiter sagt: \u00abDu bist aufgefahren in die H\u00f6he\u00bb, solches ist, wie wir oben auch gesagt haben, nichts anderes, denn das Christus vor Pilatus sagt: \u00abMein Reich ist nicht von dieser Welt.\u00bb Darum, ob wir wohl hier auf Erden mit der Nahrung, mit Weib, Kind und Gesinde, mit weltlichem Regiment, zu schaffen haben und m\u00fcssen damit umgehen: doch weil wir auch Christen sind und Christus sein Reich nicht hier unten auf Erden f\u00fchrt, sollen wir unsere Herzen und Gem\u00fct \u00fcber sich heben, und nach solchem geistlichen Reich haupts\u00e4chlich trachten, und mit unserem Herzen und Gedanken damit umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was geschieht? Die meiste Zeit steckt mit Leib und Seele, mit H\u00e4nden und Herzen allein in diesem verg\u00e4nglich in Leben, und trachtet, wie man hier genug habe, und nimmt sich nichts oder wenig an, da\u00df Christus in die H\u00f6he gefahren ist. Da m\u00f6chte der Heilige Geist gern wehren, und predigt: Christus sei nicht auf Erden geblieben, sondern in die H\u00f6he gefahren, auf das wir, weil wir mit dem Leibe noch hier unten sind, doch uns mit dem Herzen und Gedanken \u00fcber sich heben, und unserer Herzen mit Sorgen dieses Lebens nicht beschweren. Denn also soll es bei den Christian ausgerichtet sein: der Leib und alte Adam soll mit diesem zeitlichen umgehen und damit beschwert sein; das Herz aber soll sich um das Ewige annehmen, wie Paulus spricht Kolosser 3,1. 2.: \u00abSuchet, was droben ist, und nicht nach dem, da\u00df auf Erden ist.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tut aber Christus oben? oder warum ist der hinauf gefahren, und nicht ihr unten geblieben? Ist er m\u00fc\u00dfig, oder tut er gar etwas? Von solchem meldet der Psalm sehr fein und spricht: \u00abDu bist in die H\u00f6he gefahren, und hast das Gef\u00e4ngnis gefangen.\u00bb Das ist \u00fcber die Ma\u00dfen tr\u00f6stlich geredet, und wir k\u00f6nnen sehen, da\u00df Christus eben auf diesen Psalm damals gedacht hat, da er Lukas dem 11. Kapitel das 21 das Gleichnis die von dem starken Gewappneten, der sein Haus in Frieden bewahrt, bis ein St\u00e4rkere \u00fcber ihn kommt und \u00fcberwindet ihn, der nimmt ihm alsbald den Harnisch, darauf er sich verlie\u00df, und teilet den Raub aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn wir arme Menschen sind darum unter des Teufels und des Todes Tyrannei; die halten uns gefangen, und es ist unm\u00f6glich, da\u00df wir uns selbst davon k\u00f6nnten frei machen aus solch einem Gef\u00e4ngnis. Der Teufel treibt und regiert uns, und der Tod w\u00fcrgt uns; da ist keine Rettung, die wir von uns selbst haben k\u00f6nnten. Aber Christus, als der St\u00e4rkere, kommt, erstlich in aller Demut gibt er sich hin und l\u00e4\u00dft sich am Kreuz w\u00fcrgen. Bezahlt also mit seinem eigenen Tod f\u00fcr der ganzen Welt S\u00fcnde, als ein armes, unschuldiges Lamm. Da ist keine Kraft noch Macht; denn darum h\u00e4ngt er da, da\u00df er den Tod leiden will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als nun die S\u00fcnde durch solchen Tod vers\u00f6hnt und abgetragen ist, und der arme Christus in dem Grabe liegt, und niemand eine Hoffnung noch Trost seinetwegen hat, da macht er sich in aller Macht und Herrlichkeit wieder aus dem Tode hervor, wie wir diesen Ostern geh\u00f6rt haben, und, wie der Heilige Geist hier sagt, nimmt er das Gef\u00e4ngnis gefangen, das ist, er bricht dem Teufel und Tod seine Macht, und nimmt ihnen das Regiment, da\u00df der Teufel nicht mehr den Christen schaden, und der Tod sie nicht mehr w\u00fcrgen noch die S\u00fcnde sie anklagen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum wird hier ein umgekehrtes Wesen. Die S\u00fcnde hat uns zuvor gefangen gehalten und verklagt, der Teufel hat uns in die S\u00fcnde nach seinem Mutwillen gejagt, der Tod hat uns gew\u00fcrgt. Solches soll nie wieder geschehen. Denn dazu ist Christus gen Himmel gefahren, da\u00df er S\u00fcnde, Tod und Teufel will gefangen halten, da\u00df sie uns nicht mehr Schaden tun sollen, wie zuvor; sondern wenn sie uns einen Schaden tun, so soll es doch uns zum Besten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die S\u00fcnde l\u00e4\u00dft es nicht, sie reizt und lockt, ob sie uns wider Gottes willen bewegen k\u00f6nnte und ein b\u00f6ses Gewissen machen. Wir aber sind so schwach, da\u00df wir uns oft bewegen und betr\u00fcgen lassen. So geschah es dem trefflichen, gro\u00dfen Mann David, der fiel in zwei schwere S\u00fcnden. Da\u00df er aber in solcher S\u00fcnde nicht bleibt, sondern sie ihm vergeben wird und er nicht stirbt, hat die Ursache, da\u00df die S\u00fcnde durch Christus ihre Kraft verlieren und gefangen werden sollte. Darum mu\u00df die S\u00fcnde den David nicht allein schaden, sondern ihn versuchen, da\u00df er darum heftiger und ernster bete. Denn wenn er in solch eine S\u00fcnde und Not nicht gefallen w\u00e4re, w\u00fcrde er den sch\u00f6nen Psalm, nie gemacht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also ist es mit dem Tode auch: der kann es nicht lassen, er mu\u00df die Z\u00e4hne gegen uns zeigen, und sich stellen, als wenn er uns fressen wollte. Wiederum k\u00f6nnen wir es auch nicht lassen, wenn wir solches sehen, m\u00fcssen wir davor erschrecken und uns f\u00fcrchten. Wie kommt es denn, da\u00df der Tod nicht ausrichtet, was er gern wollte, und die Christen nicht w\u00fcrgt? Also, da\u00df der Tod ein gefangene Tod ist, und kann so nicht einen Schaden tun und w\u00fcrgen, als wenn ihn Christus nicht gefangen hielte. Darum, wenn er am meisten tobt und w\u00fctet, und sich am schrecklichsten stellt, richtet er doch bei den Christen nicht mehr aus, denn da\u00df er sie zu Gottes Wort treibt, da\u00df sie dieses desto flei\u00dfiger \u00fcben, in sich bilden und damit sich tr\u00f6sten; da sonst, wo die Schrecken des Todes nicht w\u00e4ren, sie das Wort nicht so flei\u00dfig annehmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben also geht es mit dem Teufel auch: der ist ein b\u00f6ser Feind, schleicht Tag und Nacht den Christen nach, ob er sie f\u00e4llen und ihnen den Schatz des ewigen Lebens nehmen k\u00f6nnte. Aber er ist ein Gefangener Geist, und soll nicht allein solches zuwege bringen, sondern je mehr er den Christen nachstellt, je vorsichtiger soll er sie machen, da\u00df sie beten, in Gottes Wort sich \u00fcben und sich in Gottes Schutz befehlen. Da sie sonst, wo der Teufel nicht so w\u00fcten w\u00fcrde, h\u00e4ufig sicher und nachl\u00e4ssig w\u00fcrden. Weil aber der Feind keinen Frieden gibt noch ruhen kann, m\u00fcssen sie mutig und vorsichtig sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also dienen den Christen solche Anfechtungen, Schrecken und Gefahr nicht darum, als w\u00e4re nichts Sch\u00e4dliches an ihnen. Ihrer Natur und Eigenschaft wegen sind sie sehr sch\u00e4dlich, wie man an der Welt sieht. Aber da ist die Himmelfahrt unseres Herrn Christi in ihrem rechten Brauch und \u00dcbung, da\u00df solche Feinde gefangen sind, und an den Christen das nicht ausrichten sollen, da\u00df sie sonst nicht lassen k\u00f6nnten. Die S\u00fcnde w\u00fcrde verdammen, der Tod w\u00fcrgen und der Teufel in alle Not und Jammer werfen; aber es sind gefangene Feinde. Darum, ob sie es gleich b\u00f6se meinen, soll es doch nicht schaden. Das ist nun eine herrliche und gro\u00dfe Frucht der Himmelfahrt Christi, da\u00df die gro\u00dfen Feinde S\u00fcnde, Tod und Teufel, die uns gefangen hielten, vom Herrn Christus gefangen, und wir der von erl\u00f6st sind; denn darum ist er gen Himmel aufgefahren und sitzt zur rechten Gottes, da\u00df er vor solchen Feinden seine Christen sch\u00fctzen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem allein will er es aber nicht bleiben lassen; denn der Psalm sagt weiter: \u00abDu hast Gaben empfangen f\u00fcr die Menschen.\u00bb Das ist, solche Gaben, die du den Menschen mitteilen und ihnen dadurch helfen sollst. Was m\u00f6gen aber solches f\u00fcr Gaben sein? Christus sagt in Johannes 16,7. 8. Da er spricht: \u00abSo ich hingehe, will ich den Tr\u00f6ster zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, wird er die Welt Strafen um die S\u00fcnde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht.\u00bb Und Petrus, Apostelgeschichte 2,33.: \u00abnun er durch die Rechte Gottes erh\u00f6ht ist, und empfangen hat die Verhei\u00dfung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er dies ausgegossen, da\u00df ihr jetzt seht und h\u00f6rt.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun aber richtet der Heilige Geist zweierlei aus: erstens bringt der uns durch das Evangelium zur Erkenntnis Christi, da\u00df wir in seinem Namen Vergebung der S\u00fcnden glauben: zum anderen, das wir unser Leben bessern, der S\u00fcnde widerstehen und sie t\u00f6ten, und uns an einem herzlichen Gehorsam gegen Gott begeben. Das hei\u00dft Seele und Leib, Herz und alles an uns fromm machen. Denn wenn wir nie hier auf Erden, um unseres s\u00fcndigen Fleisches willen, dahin kommen k\u00f6nnen, da\u00df wir ganz rein und ohne alle S\u00fcnde werden; so wird doch solche anklebende S\u00fcnde, durch den Glauben an Christus, uns nicht zugerechnet, kann uns auch nicht verdammen. Das ist das erste, da\u00df der Heilige Geist in uns ausrichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen braucht der Heilige Geist uns auch dazu, das wir durch das Wort und das Predigtamt andere auch zu solcher Gnade und Erkenntnis bringen. Darum deutet Paulus zu den Epheser an im 4. Kapitel 11-13. diesen Psalm, da\u00df durch die Himmelfahrt Christi uns diese Gabe widerfahre, da\u00df er etliche zu Apostel, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern gesetzt habe, \u00abdas die Heiligen geschickt seien zum Werk des Amtes, dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis das wir alle zu einerlei Glauben und Bekenntnis des Sohnes Gottes kommen.\u00bb Denn wir sehen und erfahren, wie feind der Teufel dem Wort ist, und besonders in diesen Zeiten hetzt der T\u00fcrke und Papst, da\u00df sie das Wort d\u00e4mpfen, und die Christenheit sollte w\u00fcste, oder wenigstens d\u00fcnn machen. Und denn nach, je mehr T\u00fcrke und Papst toben, je mehr nimmt Gottes Wort zu; und es ist ihnen und m\u00f6glich, da\u00df sie Taufe, Sakrament und Wort k\u00f6nnten ausrotten. Das ist nun auch ein St\u00fcck, an welchem wir die Himmelfahrt unseres Herrn Christi sp\u00fcren; denn darum ist er denn Himmel gefahren, da\u00df er den Heiligen Geist herunter senden, und sein Amt auf Erden f\u00f6rdern wolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach hei\u00dfen auch das Gaben, da\u00df Gott durchaus seine Kirche regiert und f\u00fchrt, in Anfechtung tr\u00f6stet, in Verfolgung rettet, in der Wahrheit wieder Irrtum leitet und erh\u00e4lt, und besonders sie zum Gebet erweckt; wie der Herr im n\u00e4chsten Evangelium sagt: \u00abAm selben Tage werdet ihr beten in meinem Namen\u00bb; denn solches kann man ohne Hilfe des Heiligen Geistes nicht tun. In der Summe, was wir haben und empfangen, sind lauter Gaben Christi, und die rechte Frucht seiner fr\u00f6hlichen Himmelfahrt; denn darum ist er aufgefahren, da\u00df er dadurch sein Reich f\u00f6rdern, und sich eine christliche Kirche durch das Wort und den Heiligen Geist erhalten will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solches zeigt auch sehr sch\u00f6n Lukas in dem Text an, welchen wir am Anfang geh\u00f6rt haben. Denn er sagt: Da Christus habe wollen denn Himmel auffahren, habe er seine H\u00e4nde aufgehoben und seine J\u00fcnger gesegnet. Nicht so gesegnet, wie wir h\u00e4ufig pflegen, da\u00df einer dem anderen eine gute Nacht gibt oder Urlaub nimmt. Sondern er hat ihnen Gl\u00fcck und Heil zum Amt gew\u00fcnscht, welches er ihnen befohlen hat, da\u00df sie das Evangelium aller Kreatur, das ist, allerlei St\u00e4nden in aller Welt, predigen sollen. Denn das Evangelium ist nicht um der B\u00e4ume, Steine, V\u00f6gel oder Fische willen zu predigen befohlen, sondern um der Menschen willen; wie denn bald folgt: \u00abWer glaubt und getauft wird, der wird selig.\u00bb Stein und Holz werden nie glauben k\u00f6nnen; so hat man auch keinen Befehl, da\u00df man sie taufen soll, wie die Katholiken tun. Darum wie Taufe und Glaube allein den Menschen geh\u00f6rt, also geh\u00f6rt ihnen auch allein die Predigt des Evangelium. Es braucht aber der Herr darum die Weise zu reden, und spricht: \u00abPredigt allen Kreaturen\u00bb, da\u00df er alle St\u00e4nde damit fassen will, da\u00df kein Kaiser, kein K\u00f6nig auf Erden so m\u00e4chtig sein soll, er soll diese Lehre des Evangelium h\u00f6ren, annehmen und glauben, oder er soll verdammt sein. Zu solchem Befehl hebt der Herr seine H\u00e4nde auf und segnet sie, das ist, er w\u00fcnscht nicht allein, da\u00df sie viel Gutes ausrichten, sondern er hilft auch zu solchem Amt, f\u00f6rdert und gibt das Gedeihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo nun das Heilige Evangelium gepredigt w\u00fcrde, da geht solches aufheben der H\u00e4nde und Segen des Herrn Christi noch, da\u00df es Frucht schaffen und nicht umsonst gepredigt werden soll. Und ist es in der Wahrheit tr\u00f6stlich, da\u00df eben jetzt der Herr, da er auffahren will, seine H\u00e4nde so aufhebt und seine J\u00fcnger segnet. Denn damit will er anzeigen, da\u00df wir uns seiner Auffahrt tr\u00f6sten sollen, und da\u00df er solche Auffahrt uns zum Segen und zu unserem Besten brauchen will. Denn was bed\u00fcrfte es sonst solch einer freundlichen Geb\u00e4rde so er mit uns z\u00fcrnen und sich unser in seinem Reich nicht wollte annehmen? Da\u00df er nun seine H\u00e4nde aufhebt, ihnen Gl\u00fcck und Heil zu den neuen befohlen Amt w\u00fcnscht, das ist ja ein gewisses Zeichen, da\u00df der Herr treu und freundlich uns meint, und wir solches aufheben der H\u00e4nde und den Segen immer genie\u00dfen sollen, weil das Evangelium gepredigt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darin sehen wir, was f\u00fcr ein tr\u00f6stliches und freudenreiches Fest wir an der Himmelfahrt haben, und wie in vielen Wegen wir dieses genie\u00dfen: das k\u00fcnftig, weil unser Fleisch und Blut, der Sohn Gottes, zur Rechten seines Vaters sitzt, der S\u00fcnde, dem Tode und Teufel alle Macht genommen, da\u00df sie uns nicht schaden sollen. Wenn auch sie gleich unsere Todfeinde sind und sich immer wieder gegen uns stellen; so sind es doch gebundene und gefangene Feinde. Dazu schenkt uns Christus seinen Geist, da\u00df derselbe uns in aller Wahrheit leiten, wieder allen Irrtum erhalten, in Anfechtungen tr\u00f6sten, mit uns beten und uns zum Beten ermahnen soll, und danach mit allerlei Gaben und Gnaden zieren. Denn wegen solcher Ursache ist Christus gen Himmel aufgefahren und sitzt zur Rechten Gottes, da\u00df, wie Paulus sagt, er alles erf\u00fclle, das ist, uns alles gebe und schenke, da\u00df wir zur Seligkeit und ewigen Leben bed\u00fcrfen. Darum sollen wir der lieben Apostel Beispiele folgen und, wie Lukas hier sagt, mit ihnen den Herrn Jesus Christus anbeten, fr\u00f6hlich und guter Dinge sein; und daneben Gott, unserem gn\u00e4digen Vater im Himmel, danken, ihn loben und preisen, und beten, da\u00df er uns in solcher Gnade weiter erhalten, und endlich um Christi Jesu, seines Sohnes, willen wolle selig machen. Das verleihe uns Gott allen, Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Martin Luther<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.glaubensstimme.de\">www.glaubensstimme.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er f\u00fchrte sie aber hinaus gen Bethanien und hob die H\u00e4nde auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit gro\u00dfer Freude, und waren allewege im Tempel, preisten und lobten Gott. 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