{"id":13434,"date":"2016-04-27T08:36:56","date_gmt":"2016-04-27T06:36:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13434"},"modified":"2016-04-27T10:17:13","modified_gmt":"2016-04-27T08:17:13","slug":"vier-faktoren-einer-lebendigen-und-wachsenden-gemeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13434","title":{"rendered":"Vier Kriterien einer lebendigen und wachsenden Gemeinde"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt \u00fcber Apostelgeschichte 2, 37-42<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht kennen einige von ihnen noch den Werbespruch aus den 70er Jahren: \u201eDrei Dinge braucht der Mann \u2013 Feuer, Pfeife, Stanwell.\u201c\u00a0Aber vier Dinge braucht der Christ: Gottes Wort, Gemeinschaft, Abendmahl und Gebet.\u00a0Jeder Mediziner heutzutage k\u00f6nnte einen Vortrag halten \u00fcber die Sch\u00e4dlichkeit des Pfeiferauchens und des Tabakkonsums im Allgemeinen. Aber haben sie schon einmal einen Vortrag eines Mediziners geh\u00f6rt \u00fcber \u201egesundes Christsein\u201c?\u00a0Nein? Dann wird es h\u00f6chste Zeit. Denn diesen Vortrag gibt es schon seit fast 2000 Jahren in schriftlicher Form. Geschrieben von dem Arzt Lukas und ein Bericht \u00fcber die erste Christengemeinde, die an Pfingsten im Jerusalem entstand. 3000 Menschen lie\u00dfen sich an jenem Tag \u201eauf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung ihrer S\u00fcnden und empfingen die Gabe des Heiligen Geistes\u201c. Es war eine lebendige und wachsende Gemeinde von der es hei\u00dft \u201eDer Herr f\u00fcgte t\u00e4glich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer solchen Gemeinde w\u00fcrden Sie auch gerne geh\u00f6ren, nicht wahr? Eine lebendige Gemeinde, die zusammenh\u00e4lt, in der Menschen durch die Predigt zum Glauben kommen und in der sich t\u00e4glich Menschen taufen lassen. Eine Gemeinde, die frei ist von Strukturreformen, die nicht eingeengt ist von einem Verwaltungsapparat, die nicht dar\u00fcber streitet, ob Jesus tats\u00e4chlich der Sohn Gottes ist und ob das, was in der Heiligen Schrift geschrieben steht, wirklich wahr ist. Bleibt f\u00fcr uns eine lebendige, wachsende Gemeinde also nur ein sch\u00f6ner Traum? Haben wir uns nicht l\u00e4ngst damit abgefunden, dass es uns eben so ergeht, wie es nun einmal ist? Haben wir uns nicht l\u00e4ngst mit einer Rezession, mit einem Abschwung, abgefunden? Sind wir nicht l\u00e4ngst dem verf\u00fchrerischen Gesang der Sirenen \u201evon einer kleiner werdenden Kirche\u201c gefolgt und haben nun die Orientierung verloren? Haben wir nicht l\u00e4ngst \u201e<strong>das Schiff, das sich Gemeinde nennt<\/strong>\u201c eingetauscht in die untergehende Titanic? Aber wenn Gemeinde keine Hoffnung und Erwartung mehr hat, nicht mehr den wunderbaren Verhei\u00dfungen Gottes vertraut, warum sollten Menschen in ein solches Schiff einsteigen? Ein sinkendes Schiff hat keine Attraktivit\u00e4t. Hans Magnus Enzensberger stellt in seiner Kom\u00f6die \u201eDer Untergang der Titanic\u201c die Frage: \u201eWer ertrinkt schon gern, noch dazu bei minus zwei Grad?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen uns dann auch nicht wundern, dass von lebendiger, wachsender Gemeinde so wenig zu sehen ist, dass kaum Menschen neu zum Glauben finden und selbst von denen, die sich offiziell zur Kirche rechnen laut neuester Statistik nur 3 % den Gottesdienst besuchen? So trifft f\u00fcr viele Kirchengemeinden weniger die Beschreibung der ersten, dynamischen und geisterf\u00fcllten Christengemeinde in Jerusalem zu, sondern vielmehr die Beschreibung von gef\u00e4hrteten Gemeinden, denen der Geist Gottes in den Sendschreiben der Offenbarung sagt: <strong>\u201eIch kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.\u201c &#8211; \u201eIch kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm w\u00e4rest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Diagnose w\u00fcrde wohl der Arzt Lukas \u00fcber unsere christliche Gemeinde und Kirche stellen? Sind wir lebendig oder eher schon so gut wie tot und werden nur noch durch sprudelnde Steuereinnahmen eine zeitlang am Leben erhalten? Welche Diagnose w\u00fcrde der Arzt Lukas wohl treffen? Diese Frage ist f\u00fcr uns nicht ganz so leicht zu beantworten und der Arzt Lukas kann uns nicht mehr untersuchen. Aber wir k\u00f6nnen unser Augenmerk darauf lenken, was er in seinem Bericht als Ma\u00dfnahmen und Kritierien f\u00fcr ein gesundes Christsein und eine gesunde Gemeinde festgehalten hat. Daran kann dann jeder selbst pr\u00fcfen, ob er selbst in seinem Christenleben bzw. seine christliche Gemeinde geistlich gesund ist oder krank oder bereits tot. Lukas schreibt: <strong>\u201eSie blieben aber best\u00e4ndig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. \u201eDie Lehre der Apostel\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Menschen, die zum Glauben gefunden und ihr Leben Jesus Christus gegeben hatten, die waren begierig zu erfahren, was Jesus alles getan und gelehrt hatte. Sie hingen an den Lippen der Apostel, wenn diese von Jesus erz\u00e4hlten und predigten. Sie pr\u00e4gten sich die Reden und Gleichnisse von Jesus ein. Die Apostel waren lebendige Zeugen des Lebens Jesu, seines Leidens, seines Sterbens und seiner leiblichen Auferstehung von den Toten. Und Jesus selbst hatte sie gelehrt, die Schriften und Verhei\u00dfungen des ersten Bundes mit Israel zu verstehen. Jesus lehrte sie \u00fcber das Reich Gottes und wie das Leben hier auf Erden nach dem Willen Gottes gelingen kann. Und die Apostel schrieben sp\u00e4ter alles auf, angefangen bei Petrus bis hin zu Paulus, so wie sie es erlebt und von Jesus geh\u00f6rt hatten und wie es ihnen der Heilige Geist eingegeben hatte, aufzuschreiben. So sind die Schriften des Neuen Testamentes, des zweiten Bundes Gottes mit den Menschen, entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessalonich: <strong>\u201eUnd darum danken wir auch Gott ohne Unterlass daf\u00fcr, dass ihr das Wort der g\u00f6ttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, <u>nicht als Menschenwort<\/u> aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als <u>Gottes Wort<\/u>, das in euch wirkt, die ihr glaubt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reformation hatte Martin Luther das Wort Gottes als eines der vier \u201esola\u201c bezeichnet. Sola scriptura bedeutet, dass allein die Heilige Schrift unsere Autorit\u00e4t f\u00fcr Glauben und Leben sein kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Unionsurkunde unserer Landeskirche von 1818 wurde trotz des damaligen Aufkommens der Bibelkritik immerhin noch festgehalten, allein die Heilige Schrift sei Glaubensgrund und Lehrnorm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Bekennende Kirche h\u00e4lt in der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung 1934 gegen die sogenannten Deutschen Christen fest: \u201e<em>Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. &#8211; Wir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in einem 2015 bei einem Kongress des Gemeindehilfsbundes formulierten pers\u00f6nlichen Bekenntnis hei\u00dft es: \u201e<em>Ich glaube, dass der Dreieinige lebendige Gott sich in der Bibel offenbart. Sie ist Gottes Wort, und sie allein muss Predigt, Lehre, Leben, Gesetze und Ordnungen in der Kirche bestimmen. Die Bibel ist Gottes Wort und wird es nicht erst durch pers\u00f6nliche Erfahrungen.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort Gottes ist das einzig lebendige und lebendig machende Wort unter den vielen Worten dieser Welt. Die \u201eLehre der Apostel\u201c ist lebendiges Zeugnis von Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes. Deshalb ist es f\u00fcr ein gesundes Christsein und eine lebendige christliche Gemeinde not-wendig, die Bibel zu lesen und zu studieren, best\u00e4ndig und treu sich an Gottes Wort zu halten und nicht zuzulassen, dass Gottes Wort umgedeutet, an die Verh\u00e4ltnisse angepasst, relativiert oder verk\u00fcrzt wird. Ansonsten liegt kein Segen auf dem Gemeindeschiff und es geht auf Sinkkurs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. \u201eDie Gemeinschaft\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lukas berichtet von der Bu\u00dfe, der Bekehrung, der Errettung und der Taufe von einzelnen Menschen. Aber nicht von wenigen Einzelnen, sondern von 3.000 bereits am ersten Tag. Und dennoch folgt kein Aufruf zur Gemeindegr\u00fcndung. Warum nicht? Weil es diesen Aufruf nicht brauchte. Keiner von ihnen konnte und wollte alleine bleiben. Christsein war von Anfang an kein Einzelk\u00e4mpfertum und keine Privatsache, sondern alle, die Jesus als ihren Herrn angenommen hatten, die zog es ganz von selbst zueinander. Der Apostel Paulus schreibt im Epheserbrief: \u201e<strong>ein Herr, ein Glaube, eine Taufe<\/strong>\u201c. Die Zugeh\u00f6rigkeit einer christlichen Gemeinde ist daher auch keine Sache von Herkunft, Rasse, Alter, Bildungsstand oder Geschlecht. Die Zugeh\u00f6rigkeit und Verbindung miteinander geschieht durch den <em>einen<\/em> und gemeinsamen Herrn Jesus Christus. Dadurch sind wir Kinder Gottes, des <em>einen<\/em> Vaters. Und als Kinder Gottes sind die Christen untereinander Geschwister, Glaubensgeschwister. Ich will die Bedeutung unserer verwandtschaftlichen Herkunftsfamilie dadurch nicht kleinreden, sie ist Gabe und Aufgabe von Gott. Aber die Zugeh\u00f6rigkeit als Christen untereinander ist wichtiger und best\u00e4ndiger, weil sie uns in Zeit und Ewigkeit in und mit unserem Herrn Jesus Christus verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus will in Dir leben und dein Leben erquicken. Damit er aber <u>innerlich<\/u> an dir wirken kann, ist es n\u00f6tig, dass du auch <u>\u00e4u\u00dferlich<\/u> in dem Raum seiner Herrschaft bleibst. Denn <u>au\u00dfen<\/u> und <u>innen<\/u> bedingen sich immer. Wir brauchen den sonnt\u00e4glichen Gottesdienst und die Gemeinschaft der Heiligen, damit meine innere Herzensbeziehung zu Christus bleiben und wachsen kann. &#8211; Wie oft h\u00f6re ich von Leuten den Satz, ich glaube ja an Gott, aber dazu brauche ich nicht die Kirche und den Gottesdienst. Das ist aber ein Irrtum, ein tragischer Trugschlu\u00df, weil Jesus sich an seine Gemeinde gebunden hat. Die Gemeinde ist sein Leib. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir: <em>Ich glaube an die heilige christliche Kirche und an die Gemeinschaft der Heiligen.<\/em> Au\u00dferhalb der Gemeinde Jesu, in der sich die Gl\u00e4ubigen versammeln, gibt es kein Heil, kein ewige Rettung aus dem Gericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Wir<\/u> als \u201eGemeinschaft der Heiligen\u201c, ist das nicht zu dick aufgetragen? Nein, weil das nicht gemessen wird an unserem pers\u00f6nlichen Heiligkeitslevel, sondern dies hat seinen Grund in unserer Zugeh\u00f6rigkeit zu Christus und in der bibeltreuen Predigt von Gottes Wort. In Artikel 7 des Augsburgischen Bekenntnisses hei\u00dft es: \u201e<em>Es wird auch gelehrt, da\u00df allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben mu\u00df, die die Versammlung aller Gl\u00e4ubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so sind wir heute hier zusammen, mit unterschiedlichen Herk\u00fcnften und Begabungen. Unter uns sind Christen aus nah und fern, solche hier aus M\u00f6rzheim, solche vom Netzwerk bekennender Christen, Menschen, die zum Gemeindehilfsbund geh\u00f6ren und Christen, die fr\u00fcher ihre geistliche Heimat in Schweigen-Rechtenbach hatten; und auch Christen noch von ganz anders her, die hier in den Gottesdienst gekommen sind. Wir geh\u00f6ren zu Christus und in ihm sind wir \u201eGemeinschaft der Heiligen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir vom NbC-Pfalz hier in M\u00f6rzheim angefragt hatten, ob wir in der Kirche Gastrecht bekommen, um einmal im Monat einen Netzwerk-Gottesdienst zu halten, so war es ein ganz starkes Zeichen und eine reife geistliche Entscheidung des Presbyteriums, an diesen Sonntagen auf einen eigenen Gottesdienst zu verzichten und gemeinsam als \u201eGemeinschaft der Heiligen\u201c miteinander zu feiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. \u201eDas Brotbrechen\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Christen konnten von Anfang an ohne das Heilige Abendmahl nicht leben. Sie wussten, dass darin eine ganz besondere geistliche Kraft verborgen liegt. Jesus hatte es in seinem J\u00fcngerkreis eingesetzt am Vorabend seines Kreuzestodes im Rahmen des j\u00fcdischen Passahfestes. In diesem Rettungshandeln Gottes, in Brot und Wein, dem Leib und Blut Jesu, liegt das \u201eGeheimnis des Glaubens\u201c. Da k\u00f6nnte ich eine eigene Predigt dar\u00fcber halten. An der Praxis der ersten Gemeinde erkennen wir aber die hohe Bedeutung, denn sie feierten es oft sogar t\u00e4glich, mindestens aber w\u00f6chentlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutzutage gibt es dagegen viele Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse um das Heilige Abendmahl, nur zwei m\u00f6chte ich hier nennen: Die einen reduzieren es auf ein schlichtes Gemeinschafts- und Erinnerungsmahl, f\u00fcr das ein besonders lockerer Rahmen geschaffen wird, in der der Mensch und die Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Die anderen, die reduzieren das Abendmahl zur Generalbeichte. F\u00fcr all die Schuld und S\u00fcnde, die sich angesammelt hat, wird <em>einmal<\/em> im Jahr reiner Tisch gemacht, an Karfreitag oder einem anderen hohen Feiertag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte mit einem pers\u00f6nlichen Zeugnis antworten: Mir ist mit den Jahren das Feiern des Heiligen Abendmahls ganz wichtig geworden, weil Gott mir dadurch immer wieder einen Neuanfang schenkt und mein Leben heil macht. Man erkennt Gott beim Bibellesen und begegnet ihm beim Beten. Beides ist wichtig und notwendig f\u00fcr ein Leben als Christ. Aber beim Abendmahl kann man Jesus Christus in ganz besonderer Weise begegnen. Auch die Emmausj\u00fcnger haben den auferstandenen Christus erst beim Brotbrechen erkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Abendmahl bekommen wir auf wunderbare Weise Anteil an Christus und seinem Heil. Das Brot sein Leib, ER teilt sich uns aus. Der Wein sein Blut, am Kreuz vergossen zur Vergebung meiner S\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich vergibt mir Gott auch im Vaterunser meine Schuld. Aber kann ich das wirklich begreifen? Manchmal bleiben Zweifel zur\u00fcck, ob meine Schuld tats\u00e4chlich ganz weg ist und sie mir nicht doch den Weg in das Himmelreich versperrt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Abendmahl aber, da bekomme ich Gewi\u00dfheit, da kann ich Vergebung leichter annehmen, da k\u00f6nnen wir schmecken und sehen wie freundlich der HErr ist. Mit Leib, Geist und Seele darf ich Christus erleben, ihn und sein Heil in mir aufnehmen. ER ist am Kreuz auch f\u00fcr mich gestorben, um mich vor Gott gerecht zu machen. Und diese pers\u00f6nliche Zusage brauchen wir Menschen immer wieder. Das Abendmahl verbindet uns mit Christus und stiftet Gemeinschaft unter den Gl\u00e4ubigen. Deshalb kann und will ich auf das Abendmahl nicht mehr verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.\u00a0\u201eDas Gebet\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pfarrer Dietrich Bonhoeffer hat gesagt: \u201e<em>Das rechte Gebet ist nicht ein Werk, eine \u00dcbung, eine fromme Haltung, sondern es ist die Bitte des Kindes zum Herzen des Vaters.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zentrale Frage lautet also: Willst Du mit Gott leben? In eine Beziehung zu ihm eintreten, die bestimmt ist von N\u00e4he und Gemeinschaft? Willst du es zulassen, das Jesus in dir leben darf? Christlicher Glaube ist eine pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus Christus und das Gebet ist das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch mit dem himmlischen Vater. Auf diesen spannenden Lebensweg mit vielen \u00dcberraschungen l\u00e4dt dich Gott ein. Du darfst ihm vertrauen und ihn der Hirte deines Lebens sein lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist etwas v\u00f6llig anderes als eine allgemeine Religiosit\u00e4t oder Spiritualit\u00e4t. F\u00fcr viele ist ihre Religion, ihr Christentum leider nur ein gro\u00dfes Bet\u00e4ubungsmittel, wie es Pfarrer Ulrich Parzany einmal ausgedr\u00fcckt hat. Man glaubt irgendwie an einen Gott, erwartet von ihm, dass er einem aus allen Notlagen hilft; wenn nicht, macht man Gott Vorw\u00fcrfe oder zweifelt an ihm. Und man erwartet von Gott, dass er immer und f\u00fcr alles in meinem Leben und f\u00fcr mein Tun Verst\u00e4ndnis hat, alles soll er absegnen, aber er soll ja nicht auf den Gedanken kommen, sich zu stark einzumischen und mein Leben zu hinterfragen. Und schon gar nicht, will man sich zur Umkehr und zu einem neuen, ver\u00e4nderten Leben rufen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nach jeder Bet\u00e4ubung folgt das Erwachen. Eine solche Religion f\u00fchrt nicht zur Erl\u00f6sung und hat nichts mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun. Dietrich Bonhoeffer sagt: \u201e<em>Der Kern des christlichen Glaubens ist gar keine Religion, sondern die Person Jesus Christus.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lebendiger Glaube an Jesus Christus hei\u00dft in einer bleibenden und ungest\u00f6rten Verbindung mit ihm zu leben. Ein solcher Glaube schielt auch nicht auf die Vorteile f\u00fcr ein sorgenfreies irdisches Leben, sondern gibt sich ganz in die Hand Gottes. Man l\u00e4sst Gott den Gestalter seines Lebens sein und nimmt nicht nur mit Freude seine Gaben in Empfang, sondern ist bereit auch die Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Und das kann uns was kosten: Zeit, Kraft, Geld, Schmerzen, Anfechtungen, Verleumdungen, Verfolgung, ja mitunter sogar den Tod. Das ist mitunter nicht leicht, das ist kein Kinderspiel, sondern eine Bew\u00e4hrung des Glaubens. Aber wenn ich Jesus nachfolge, dann wei\u00df ich auch, dass er bei mir ist und bleibt, dass er mich durchtr\u00e4gt, egal was in meinem Leben passieren mag. Und ich wei\u00df, dass ich mit ihm verbunden bin nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben, im Auferstehen und im ewigen Leben. Ein Christ schaut nicht nach einem m\u00f6glichst genussreichen Leben, sondern er `<em>trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird ihm alles andere gegeben werden<\/em>`.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend, liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der Christ und die christliche Gemeinde brauchen weder st\u00e4ndig neue Strukturreformen, noch Programme zur Erhaltung von Kirche in schwieriger Zeit, noch besondere Methoden um Menschen zum Glauben zu \u00fcberzeugen. Nicht drei, sondern vier Dinge brauchen wir; vier Dinge, die lebendig, dynamisch und geisterf\u00fcllt sind: Gottes Wort, Gemeinschaft, Abendmahl und Gebet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lukas schreibt, sie bleiben darin best\u00e4ndig, beharrlich; dazu mussten die ersten Christen nicht besonders aufgefordert oder ermahnt werden nach dem Motto \u201eNun m\u00fcsst ihr aber \u2026\u201c Das war damals nicht n\u00f6tig, denn der Heilige Geist erf\u00fcllte sie und schenkte ihnen einen lebendigen und hoffnungsvollen Glauben, der einladend und ansteckend auf andere wirkte. Und an der Best\u00e4ndigkeit zeigt sich, ob etwas von Gott kommt oder nur Menschensache ist. Wir kennen das doch allzu gut, wie schnell eine menschliche Begeisterung, und sei sie seelisch oder religi\u00f6s motiviert, verfliegen kann. Die Gabe des Heiligen Geistes aber ist Best\u00e4ndigkeit, der Heilige Geist schafft Bleibendes, er leitet seine \u201eGemeinschaft der Heiligen\u201c. Und diese ist jetzt schon auf Erden eine himmlische Gemeinschaft. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer Ulrich Hauck,\u00a0Predigt im NbC\/GHB-Gottesdienst in\u00a0Landau-M\u00f6rzheim am 24.04.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Im gro\u00dfen Sand 8<\/em><br \/>\n<em>76889 Barbelroth<\/em><br \/>\n<em>Telefon 06343-9395286<\/em><br \/>\n<em>Mobil 0151-22122180<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber Apostelgeschichte 2, 37-42 Liebe Gemeinde! Vielleicht kennen einige von ihnen noch den Werbespruch aus den 70er Jahren: \u201eDrei Dinge braucht der Mann \u2013 Feuer, Pfeife, Stanwell.\u201c\u00a0Aber vier Dinge braucht der Christ: Gottes Wort, Gemeinschaft, Abendmahl und Gebet.\u00a0Jeder Mediziner heutzutage k\u00f6nnte einen Vortrag halten \u00fcber die Sch\u00e4dlichkeit des Pfeiferauchens und des Tabakkonsums im Allgemeinen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":480,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,13,12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13434"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/480"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13434"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13442,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13434\/revisions\/13442"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}