{"id":13361,"date":"2016-03-30T17:37:21","date_gmt":"2016-03-30T15:37:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13361"},"modified":"2016-03-30T17:38:25","modified_gmt":"2016-03-30T15:38:25","slug":"christliche-fluechtlinge-werden-in-deutschland-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13361","title":{"rendered":"Christliche Fl\u00fcchtlinge werden in Deutschland bedroht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Als Elias und Jacob (Namen ge\u00e4ndert) von ihrer Rettung erz\u00e4hlen, wirken die Br\u00fcder wie unter Strom: Ihre Augen leuchten, die H\u00e4nde wirbeln herum. Sie sprechen von &#8222;einem Wunder&#8220;, das ihnen Mitte August auf der Flucht von Syrien nach Deutschland widerfahren ist. Damals kauern sie mit 120 Fl\u00fcchtlingen in einem kleinen Boot, sie wollen es \u00fcber das Mittelmeer nach Griechenland schaffen. Sie haben gut die H\u00e4lfte des Weges hinter sich, als bei rauer See pl\u00f6tzlich Wasser eindringt, die Schaluppe droht zu kentern.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilfe? Ist nicht in Sicht, und niemand an Bord hat Handy-Empfang. Bis Jacob als Einziger doch ein Signal erh\u00e4lt. Er alarmiert die griechische K\u00fcstenwache und gibt die per App ermittelte GPS-Position des Bootes durch. Heute sind die Br\u00fcder \u00fcberzeugt, dass der unverhoffte Handy-Empfang &#8222;g\u00f6ttliche F\u00fcgung&#8220; war. Dass ihr Gott \u2013 es ist der Gott der Christen \u2013 ein Wunder gewirkt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Hamburg mussten die Br\u00fcder schnell feststellen, dass ihr Wunder wirkender Gott nicht gut ankommt. F\u00fcr sein Bekenntnis zum Christentum sei er in einer Hamburger zentralen Erstaufnahmeeinrichtung fortlaufend schikaniert und diskriminiert worden, sagt Jacob. &#8222;Ich konnte nicht offen sagen, dass ich Christ bin.&#8220; Sein Bruder Elias nickt. Er habe es nicht anders erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Elias und Jacob, ein Diakon und eine in der Fl\u00fcchtlingshilfe engagierte Politikerin sitzen im Raum eines Gemeindehauses im Nordosten von Hamburg. Jacob, dem j\u00fcngeren der Br\u00fcder, f\u00e4llt es besonders schwer, \u00fcber seine Erlebnisse zu sprechen. Am rechten Handgelenk tr\u00e4gt er ein schwarzes Lederarmband, an dem ein winziges Kreuz baumelt, er knetet und reibt es pausenlos. Immer wieder legt der Diakon dem 25-J\u00e4hrigen tr\u00f6stend einen Arm um die Schulter. &#8222;Mensch, Jacob, du bist ja richtig blass.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Angst um das Wohl der Br\u00fcder und um ihre laufenden Asylverfahren zu sch\u00fctzen, wollen sie anonym bleiben. Hinzu kommt, dass das Thema religi\u00f6s motivierte \u00dcbergriffe in Asylunterk\u00fcnften in vielen kirchlichen und politischen Gremien nicht wohlgelitten sei. &#8222;Eine Diskussion dar\u00fcber wird mit Verweis auf rechtspolitische Reflexe in der Bev\u00f6lkerung h\u00e4ufig abgew\u00fcrgt&#8220;, sagt die Politikerin. Sie selbst habe lange gez\u00f6gert, mit dem Thema an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen. &#8222;Doch Verschweigen bringt nichts, so wird das Problem nur verschleppt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Repressionen in einer gro\u00dfen Erstaufnahme leben die Br\u00fcder mit f\u00fcnf weiteren Christen in einer Wohnung, die ihnen die Gemeinde zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Der Diakon und die Politikerin hatten die M\u00e4nner Mitte September in einer &#8222;Nacht-und-NebelAktion&#8220; aus der Unterkunft geholt \u2013 mit Wissen und Billigung der Heim\u00adleitung. Sie leben jetzt au\u00dferhalb einer Erstaufnahme, sind aber weiter dort gemeldet, um Problemen mit den Beh\u00f6rden aus dem Weg zu gehen. Schlie\u00dflich gilt f\u00fcr alle Fl\u00fcchtlinge eine strikte Residenzpflicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es ging einfach nicht mehr weiter&#8220;, sagt die Politikerin. Als sie im September mit dem Diakon die Erstaufnahme besucht, trifft sie auf Elias, Jacob und die anderen f\u00fcnf M\u00e4nner. Sie hausen seit drei Tagen in einem leer stehenden B\u00fcro, aus Furcht vor \u00dcbergriffen trauen sie sich nicht zur Essensausgabe. &#8222;Ich habe nie zuvor M\u00e4nner gesehen, denen die Angst so ins Gesicht geschrieben stand&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Br\u00fcder erinnern sich an mehrere heikle Situationen in dem Fl\u00fcchtlingsheim, an eine besonders lebhaft. Als sie in der Unterkunft schlafen wollten, seien andere Bewohner, einer mit einem Messer bewaffnet, die ganze Nacht um ihre Betten geschlichen. &#8222;Die haben uns beschimpft, wir konnten kein Auge zutun&#8220;, sagt Elias. Neben ihm habe ein 18-j\u00e4hriger Syrer gelegen, der ein t\u00e4towiertes Kreuz auf dem Handr\u00fccken trug. &#8222;Sie sagten ihm: Wir gehen jetzt mit dir runter zu den Toiletten und hacken dir die Hand ab.&#8220; Nach heftiger Gegenwehr h\u00e4tten die M\u00e4nner doch von ihm abgelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Hilfsaktion M\u00e4rtyrerkirche e. V. (<a href=\"http:\/\/www.verfolgte-christen.org\">www.verfolgte-christen.org<\/a> nach Informationen des <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/thema_552\/article207214099\/Wie-zwei-Fluechtlinge-als-Christen-verfolgt-werden.html\">Hamburger Abendblattes vom 17.3.2016)<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Elias und Jacob (Namen ge\u00e4ndert) von ihrer Rettung erz\u00e4hlen, wirken die Br\u00fcder wie unter Strom: Ihre Augen leuchten, die H\u00e4nde wirbeln herum. 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